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Nabenmotoren

1. Bürstenlose Motoren

Bei den heute eingesetzten Nabenmotoren (sowohl Direktantriebs- als auch Getriebemotoren, siehe 2.) handelt es sich i.d.R. um bürstenlose Motoren (BLDC), die zwar die Bürsten als Verschleißteile nicht mehr haben, dafür aber eine elektronische Motorsteuerung in Form eines Reglers (Controller) benötigen, damit sich der Motor überhaupt dreht. Siehe auch: Front-/, Heck-Nabenmotoren

2. Direktantriebs- und Getriebemotoren

2.1. Vorteile des Direktantriebes

- kein Getriebe, dadurch tendenziell höherer Wirkungsgrad (vor allem bei höheren Geschwindigkeiten)

- weniger Verschleiß

- weniger Geräusche (vom Controller sinuskommutierte Direktmotoren wie BionX, GO SwissDrive und neodrives sind praktisch lautlos)

- höhere Steifigkeit

- überlastfester

- Rekuperationsbremsung (mit geeignetem Regler: Rückladung des Akkus, Schonung der Bremsen) und Dynamobetrieb ohne Akku für die Beleuchtung mit Spannungswandler möglich

2.2. Zwitter: Direktmotor mit echtem Freilauf

2.3. Vorteile des Getriebemotors

- Geringeres Gewicht

- geringerer Durchmesser (Optik)

- weniger tote Massen

- mehr Dynamik

- Möglichkeit der Nutzung eines Freilaufes (haben nicht alle Getriebemotoren)

3. Front- oder Heckmotoren?

3.1. Front-Nabenmotoren

Vorderrad-Nabenmotoren sind die preiswertere Lösung, ermöglichen einen „Allradantrieb“ mit Traktionsvorteilen, bieten eine bessere Gewichtsverteilung und sind einfacher einzubauen.

3.2. Heck-Nabenmotoren

Heck-Nabenmotoren haben eine schönere Optik, da der Motor hinten unauffälliger ist. Hauptnachteil des Motors im Hinterrad ist, dass man bei den meisten Umbausätzen keine modernen Steckkassetten-Zahnkränze einsetzen kann, sondern auf veraltete und i.d.R. minderwertige Schraubzahnkränze angewiesen ist (2011, bisherige Ausnahme: GO SwissDrive) was zu Schaltungsproblemen und hohem Verschleiß führt. Hinzu kommt, dass 8/9-fach Schraubkränze wegen ihrer Breite oft Probleme beim Einbau machen (unsymmetrische Einspeichung mit unterschiedlichen Speichenspannungen erforderlich). Weiterhin kann es bei kräftigen Fahrern vorkommen, dass beim Antritt der Schraubkranz samt Gewindeflansch vom Hinterradmotor abgeschert wird.

Nachtrag 2014: Zwischenzeitlich sind eine Reihe von Heckmotoren mit moderner Steckkassettenaufnahme (Z.B. von Alber/neodrives, Bafang, BionX) neben dem GO SwissDrive hinzu gekommen.

4. Fazit zum Nabenmotor

Alle Nabenmotoren haben den bauartbedingten Nachteil, dass ihre Leistung (proportional zur Drehzahl) bei langsamer Fahrt gerade am Berg erheblich abnimmt, da sie die Kettenschaltung nicht mitnutzen können. Will man dennoch die Leistung (=Drehmoment x Drehzahl) durch Erhöhung des Drehmomentes konstant halten, benötigt der Nabenmotor dafür einen höheren Strom. Das Drehmoment wächst allerdings nur linear mit dem Strom, die Verluste aber quadratisch, was den Wirkungsgrad stark sinken lässt. Die Nachteile bei Langsamfahrt wirken sich um so mehr aus, je größer das angetriebene Laufrad ist. Z.B. ein Nabenmotor in einem 20 Zoll Laufrad hat enorme Vorteile bei der Zugkraft gegenüber einem Nabenmotor mit dem gleichen Drehmoment in einem 28 Zoll Laufrad.

Zur Überhitzungsproblematik bei Langsamfahrt:

Berechnungen: http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?14543-Bosch-ade!&p=192542#post192542

Faustregel: http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?23308-Leistungssteigerung-durch-Controller&p=327361#post327361

Nabenmotoren mit Direktantrieb wie der BionX, der NineContinent oder der GO SwissDrive sind gegenüber Getriebemotoren im Vorteil, wenn der Motorbetrieb, Verschleißarmut und höchstmögliche Lautlosigkeit im Vordergrund steht.

Nabenmotoren mit Getriebe und Freilauf sollten dem Direktantriebsmotor vorgezogen werden, wenn die Bergsteigfähigkeit, der Fahrradbetrieb und die Optik im Vordergrund steht.

e-motor/nabenmotoren.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/02 18:36 (Externe Bearbeitung)