Wie wird man Pedelec Testfahrer?

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marci

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Hallo liebe Pedelec- Freunde,

Mich würde mal interessieren, wie man Pedelec-Testfahrer werden kann?

Ich meine natürlich keinen bei einer Bike- Firma festangestellten Fahrer oder Test-Ingenieur
sondern eher als externer Produkttester aus Leidenschaft?

Meine Idee ist, da ich schon lange im Systemtest arbeite (allerdings in der IT/TK und Elektronikbranche)
mit strassentauglichen Prototypen gelegentlich meinen anspruchsvollen Arbeitsweg von ca. 45-60km zu fahren
und dabei die Erfahrungen im Rahmen eines NDA dem Hersteller zukommen lasse?

Ich meine natürlich nicht Informationen wie "passt schon".. sondern natürlich wirklich dokumentierte Informationen,
auch mit Messung der Strecke, der Leistung, ggf. Live Tracking der Daten usw.

Hintergrund ist, das ich eh irgendwie automatisch immer alls prüfe, ich kann das nicht abschalten, das fängt schon an,
wenn ich in einem fremden Auto sitze und ein undefinierbares Geräusch höre, bis es z.B. als ausgeschlagene
Stossdämpferaufhängung hinten links entlarvt ist...

Es ist meine Passion, Fehler zu finden und mir dabei auch gleich Gedanken zu machen, was die Ursache ist, welche
Folgeschäden das auf Dauer verursachen könnte und wie man den Fehler behebt...

Ich hatte mir, als ich 2012 über eine Stellenanzeige von Bionx gestolpert war, kurzeitig Gedanken über eine Anstellung als
Test-Ingenieur gemacht, aber ehrlich gesagt macht mir mein aktueller Job in der IT sehr viel Spaß. Wie kann man jetzt
sein Hobby mit dem Pedelec fahren und die Leidenschaft zum "testen" verbinden?

Liebe Grüße

Marci
 
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Üps

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Ich glaube, wenn die Firmen das Forum hier lesen, bekommen sie 100x mehr relevante Informationen als du ihnen je liefern könntest! Inklusive genauer Fehleranalysen, genauen Bildern von den Defekten, von modifizierten Ersatzteilen, die den Fehler vermeiden sollen usw. Und das nicht nur völlig gratis, sondern die Leute sind auch noch ganz normale, zahlende Kunden!

https://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?19142-Wieder-ein-Motor-hin
https://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?21834-Nachbauzahnrad
 
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unsusi

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Mag sein, dass die Firmen viele Informationen bekommen, aber das Ausfiltern der relevaten Informationen macht die Sache schon schwierig. Außerdem gehört zu einem guten Test auch eine passende Testdokumentation. Man muss vorher wissen, was man wie testen will und die Informationen, die man während des Tests schon passend aufbereiten. Leider können die Kaufleute den Wert der Tests oder Tester schlecht bewerten, so dass sie nur die Ausgaben sehen - der Tester generiert keinen unmittelbaren Umsatz. Deshalb sind reinrassige Tester im Umfeld der embedded-Systeme ( = viel Hardware mit Steuersoftware) recht selten. Der Threadersteller wird das mit Sicherheit wissen ;)
Bewirb dich doch einfach so bei Bosch und den anderen (so viele gibt's ja nicht). Hast nix zu verlieren.
 
Ü

Üps

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Die Hersteller haben schon standardisierte, dokumentierte Test inklusive Messausrüstung über ihren Lobbyistenverein XtraEnergy. Man könnte sich dort bewerben, aber ich könnte mir vorstellen, dass das für aussagekräftige, gleiche Teststrecken örtlich gebunden ist. Bosch hat übrigens eigene Ingenieure, die in der AFAIR Tübinger Gegend auf bestimmten Strecken Testfahrten machen.
 
udogigahertz

udogigahertz

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Bosch hat übrigens eigene Ingenieure, die in der AFAIR Tübinger Gegend auf bestimmten Strecken Testfahrten machen.
Glaub ich nicht, denen sollen die knackenden Geräusche und brechenden Plastikzahnräder sowie ein viel zu kleiner Akku niemals aufgefallen sein? Entweder haben diese "Testingenieure" ihr Arbeit nicht ernst genommen und sind nach 10 gemütlichen Kilometern irgendwo eingekehrt, um dann nach einigen Stunden wieder heim zu fahren, oder die Testingenieure sind ihr Geld nicht wert, was ich aber nicht glaube.

Viel mehr wird es so sein, dass es solche "Testingenieure" gar nicht gibt, andernfalls gäbe es überhaupt keine Probleme im Zusammenhang mit Bosch-Antrieben.


Grüße
Udo
 
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Üps

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Knacken: Eine versehentlich fehlende Schmierung werden sie kaum getestet haben können. Sonst wäre es ja kein Versehen.
Zu kleiner Akku: Mit 400Wh hat das System laut vielen Forenberichten mehr Reichweite als die meisten Pedelecs mit anderen Systemen.
Brechende Plastikzahnräder: Wie viele Nutzer, denen das jemals passiert ist, sind denn dokumentiert? 3? Das muss dann einem Testfahrer, der den Antrieb irgendwo bei Tübingen oder Reutlingen Steigungen hoch jagt, zwangsweise auch passieren?
 
marci

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AW: Wie wird man Pedelec Testfahrer?

Vielen Dank für eure vielen Antworten :) Ich wollte natürlich keinen Streit vom Zaun brechen. ;-)

Ich kenne natürlich die Thematik und weiß auch wie bei Tests häufig Betriebsblindheit siegt, meist auch, weil die Tester zugleich die Entwickler - oder zumindest nahe in den Entwicklungsprozess eingebunden sind. Meine Erfahrung ist, das ganz unbedarfte Tester, am besten externe Leute, mit einem ganz anderen Pragmatismus an die Sache herangehen und dabei kommen immer recht wertvolle Ergebnisse heraus. Voraussetzung ist natürlich auch eine gewisse Liebe zum Detail ;-)

Man(n) müßte ja nicht gleich alles in ein Produktzyklus umsetzen (also das perfekte Rad schaffen), aber vielleicht könntenmit solchen Tests die Qualität der Tests und auch weitere wertvolle Erkenntnisse gesammelt werden.

Nun ja, bei Bosch hatte ich schonmal vor langer Zeit indirekt gearbeitet, ich hatte dort die Fertigungsstraße für die BMW EInspritzpumpen mitentwickelt und mich dann irgendwann mal selbst wegrationailisiert ;-). Ich glaube sogar, das mein erster Motor an meinem Bonaza Fahrrad um die 1980er Jahre ein Scheibenwischermotor von Bosch war, aus einem T2 Bus ausgebaut...

Wie auch immer: In der Tat kommt man an den Bosch MM-Antrieben nicht vorbei und meine Überlegung war aktuell tatsächlich ein Haibike XDuro Trekking RC zu kaufen.
Aber das ist irgendwie schwer zu bekommen bzw. noch schwerer Probezufahren vorallem in meiner Rahmengröße 60 und im / um Raum München.

Ich muss auf jeden Fall sagen, das eure Diskussion sehr interessant ist, auch weil man spürt, das außer Emotionen auch noch wissenschaftliche Aspekte miteinfliessen.

Vielen Dank für eure Beiträge, ich schmink mir das mit dem Testfahrer erst mal wieder ab, wahrscheinlich haben die Unternehmen selber entsprechend gute Leute, und manche Sollbruchstelle oder Verschleißteil ist vielleicht auch nur einer ungünstig berechneten Konstante geschuldet. Ich denke, dass die Hersteller die Kunden wieder im Laden sehen wollen, ein Radl zu reparieren kann ja fast jeder, aber ein Ebike bzw. Pedelec ist schon eine andere Nummer. Damit könnte man natürlich eine ganz neue Area von (Versuchs-) Vertriebsnetzen aufziehen, die Vorreiter der kommenden Elektro-Mobilität.

Liebe Grüße
Marci
;-)
 
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