Wie schaltet man am Berg unproblematisch bei Nabenschaltung mit Mittelmotor?

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Chasseral

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Wir haben am Freitag das Pino-Steps mit Shimano 6100-Motor und Rohloff 14/500 bekommen - abgesehen von einem 20-Zoll-Kinderrad unser erstes Rad mit Nabenschaltung. Jetzt ergänzt es unseren Fuhrpark, der seither aus 11 Rädern mit Shimano-Kettenschaltung besteht.

Erster Eindruck nach einigen Testrunden: Das Schalten am Berg war bei mir bei den ersten 10-15 Schaltvorgängen tatsächlich etwas "hakelig". Das hat sich dann aber schnell gelegt. Wie bei der Kettenschaltung auch, muss man hier etwas Gefühl für das Zusammenspiel von Hand (Drehen am Schaltgriff) und Pedalierbewegung entwicklen, nur eben etwas anders im Zusammenspiel. Die Schaltvorgänge gehen jetzt in den meisten Fällen schnell, geschmeidig und ohne spürbaren Geschwindigkeitsverlust. Nur selten hakt es noch etwas. Ich vermute, dass die letzten "Problemchen" bei noch längerer Eingewöhnung komplett wegfallen.
Im Solo-Betrieb klappt es verständlicherweise auch schon zuverlässiger als im Tandembetrieb, da die Abstimmung der Tandempartner (waren vorher nie Tandem gefahren) in den verschiedenen familiären Konstellationen ein Thema für sich ist und das Thema "Schalten am Berg" mit beeinflusst.
Meine Frau sagt, sie habe sich noch nicht so richtig an die Rohloff gewöhnt, schätzt aber die Möglichkeit, an der Ampel im Stand auf den gewünschten Gang zurückschalten zu können. Außerdem hat sie an einer 20-%-Steigung die Rohloff-Gänge 2 und 3 genutzt. Diese Übersetzungen wären bei der Shimano-XT-11-fach gar nicht verfügbar gewesen.

Die Stärke der Rohloff ist sicherlich, dass der eigentliche Schaltvorgang extrem schnell geht, während der Schaltvorgang bei der Kettenschaltung systembedingt eine halbe Umdrehung dauert.

Derzeitiges Zwischenfazit: Eine optimal abgestimmte Kettenschaltung halte ich in der Disziplin "zurückschalten am Berg" derzeit noch für leicht überlegen. Insgesamt aber bin ich jetzt schon erleichtert und mit der Entscheidung für die Rohloff zufrieden.
Im Vergleich zu der unharmonischen Shimano-XT-11-fach mit dem Lenker-Endhebel am Testrad ist die Rohloff an diesem Rad (Pino-Steps) in allen Belangen überlegen - auch beim Schalten am Berg.
 
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schmadde

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Naja, „nicht bergtauglich“ würde ich nicht sagen.
Ich schon

Ich weiß ja nicht, was Du unter „bergtauglich“ verstehst, aber gerade erst heute habe ich gemütlich eine 20%-Steigung genommen, im Eco-Modus. (Und rauf-/runterschalten kann ich bedenkenlos unter Last.)
Die 20% Steigung glaube ich Dir nicht. Ich hab bei mir vor der Haustür eine Steigung mit echten 21% und da kommt man mit dem Bosch und Nuvinci auch bei max. Unterstützung nur noch mit mindestens 500W Eigenleistung hoch. Im Eco Modus ist das von vornherein aussichtslos.

Schalten unter Vollast ist zumindest bei der N360 auch nicht drin. Da muss man schon Last wegnehmen damit das klappt.
 
Tomcat1960

Tomcat1960

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Ich kann dir jetzt nicht sagen, wieviel Kraft von mir kam. Da ich aber nicht so doll trainiert bin, nehme ich an, dass es weniger war. Ich habe die Nuvinci 380 auf "Berg" gestellt (am Berg und beim Treten), und dann ging es eigentlich ganz einfach, wenn auch nicht sehr schnell. Ob es jetzt wirklich 20 oder doch eher 15% waren, könnte ich auch nicht beschwören, und sehr lang ist die Steigung auch nicht. Wenn ich das nächste Mal da bin, messe ich mal nach.
 
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Chasseral

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Habe gestern einen Versuch durchgeführt.
Danach kann man die Eingangsfrage "Wie schaltet man am Berg unproblematisch bei Nabenschaltung mit Mittelmotor?" beantworten mit "Indem man die Nabe ordentlich einfährt."

Die Teststrecke gestern war eine asphaltierte Fahrbahn mit 300 Metern Länge und einer Steigung zwischen 18 % und 21 % auf der kompletten Länge (habe den Steigungswert alle paar Meter mit der Wasserwaage verifiziert). Das Testrad ist ein Tandem mit Mittelmotor und (mechanisch geschalteter) Rohloff-Nabe. Gefahren bin ich solo und mit Motorunterstützung im Eco-Modus. Fahrgeschwindigkeit 5-6 km/h. Rad samt Nabe haben jetzt knapp 2000 km absolviert. Auf der genannten Steigungsstrecke habe ich ca. 10x die Gänge 1, 2, 3 der Rohloff-Nabe durchgeschaltet - in beide Richtungen. Zu den Schaltzeitpunkten hatte ich jeweils nicht den Maximaldruck auf den Pedalen, aber immer noch ordentlich Last (die Geschwindigkeit ist nie unter 5 km /h gefallen).
Wahrnehmung des Schaltverhaltens: Am Drehgriff war regelmäßig ein kleiner Widerstand zu überwinden, was aber problemlos ging. Die Nabe hat den Schaltvorgang jeweils mit einem "Knackgeräusch" unverzüglich ausgeführt. Das Knackgeräusch klang aber nicht "ungesund". Es klang für mich nicht so, als ob die Mechanik hier "gequält" oder überstrapaziet wurde. Das Schalten war mit keinem Geschwindigkeitsverlust verbunden.


Verlgeich mit dem Schaltverhalten der Nabe im Neuzustand: Das Schalten war viel hakeliger und teilweise von unschönen Geräuschen begleitet.

Vergleich mit einem Vergleichsrad mit XT-Kettenschaltung aber ohne Motor: Der Schaltvorgang bei der Kettenschaltung dauert systembedingt länger (halbe Hinterrad-Umdrehung). Wenn man zum Schaltzeitpunkt den richtigen Hyperglide-Zahn "erwischt", dann läuft der Schaltvorgang bei der Kettenschaltung etwas harmonischer ab als bei der Nabe. Wenn man diesen Zeitpunkt nicht erwischt, dann kracht es bei der Kettenschaltung heftiger im Getriebe als bei der Nabe, sofern diese ordentlich eingefahren ist.

Fazit für mich: Die Nabe verhält sich am Berg insgesamt nicht schlechter als die Kettenschaltung. Es ist in erster Linie eine Gewohnheitssache und vielleicht auch Geschmackssache. Das Schalten am Berg erachte ich jedenfalls nicht (mehr) als Grund, mich gegen eine Nabenschaltung zu entscheiden.
 
Tomcat1960

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Die Nuvinci 380 lässt sich ebenfalls am Berg schalten, auch unter Last.
 
RTausB

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Ich fahr hier höchstens ein kleinen Hügel hoch. Mein älteres Model der Nexus 6000er Serie schalte ich nicht unter Last, die will und kann das nicht. Aber die neueren Modelle sollen das können, hab ich mehrfach gehört.

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KuNiRider

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Ich habe am Berg kein Problem, geht es nur um einen Gang hat die Nexus 8 sogar eine Art Automatik, man dreht erst einen Gang runter und dann nimmt man etwas Druck (man muss nicht aufhören) von den Pedalen und der Gang flutscht rein. Muss man gleich 3 Gänge runter, reicht auch eine Pause <<0,5s und dass habe ich in der Zeit mit meiner Kettenschaltung nicht geschafft.
Anpassung ans Fahrprofil ist bei der Nabe imho auch besser als mit der Kette. Mir waren der 7.+ 8. viel zu lang zum Fahren in der Ebene und der erste mit >12km/h auch. Also für 3,90€ hinten ein größeres Ritzel drauf und mein Fahrgang in der Ebene ist nun der 7. und ich komme auch steile Stiche im 1. hoch:D
 
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Pöhlmann

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Ich fahr hier höchstens ein kleinen Hügel hoch. Mein älteres Model der Nexus 6000er Serie schalte ich nicht unter Last, die will und kann das nicht. Aber die neueren Modelle sollen das können, hab ich mehrfach gehört.
Wie sollen sie das können? Zwar gibt es bei den Getriebenaben mit diskreten Gängen Unterschiede in der Schaltgeschwindigkeit (z.B. alte Nexus 8-Gang gegen "neuere" Nexus-8-Gang), aber prinzipiell wird das Schalten unter Last ohne Kupplung usw. schwierig, d.h. man muss die Last mehr oder weniger weit wegnehmen.

Dabei muss man zwischen Eigenleistung und Motorleistung unterscheiden. Die Eigenleistung ist nach wie vor Sache des Fahrers, d.h. man hält während des Schaltens halt mehr oder weniger deutlich die Beine still.

Die Motorleistung wird während des Schaltvorgang an manchen neueren Pedelecs mit Hilfe eines Schaltsensors zurückgefahren. Das passt zeitlich deutlich exakter zum Schaltvorgang, schon weil das Abwarten einer Nachlaufzeit des Motors entfällt. Ggf. kann man mit Hilfe einer mechatronischen Betätigung der Schaltung auch den eigentlichen Schaltvorgang von der Motorsteuerung anstoßen lassen. Dabei sollte auch ein Drehmomentsensor am Tretlager unterstützt werden können, um einen optimal geeigneten Schaltzeitpunkt zu bestimmen - irgendwo in der Nähe vom oberen bzw. unteren Totpunkt an der Kurbel.
Das sollte dem Ideal einer Schaltbarkeit unter Volllast hinreichend nahekommen. Auch wenn die Leistungssportler damit nicht zufrieden sein werden ...
 
RTausB

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Wie sollen sie das können
Was fragst du mich, frag Shimano. In Verbindung mit nem Shimano Steps und dem DI2 mag ja ne elektronische Abschaltung da sein, bei meinem und ander Leuts Bafang Motor aber nicht. Was soll dann mit "schalten bei hoher Kettenspannung" gemeint sein ?
 
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