Wie können wir die Verkehrswende fördern?

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Oberlandradler

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Die Radwegschnellwege sind eine gute Idee gewesen. Aber es fehlt wie oft im Leben am Aussen rum.
Ich habe 30 Km zur Arbeit, die ich auch gene mit einem S-Pedelec fahren würde.
Der Haken daran ist das die Radwege ausserorts nach ca. 4Km enden, ab da gibt es nur noch die
Haupstraße, die so gefährlich für Radfahrer ist, das sie schon mehrfach in Radar (ein Portal zur
Meldung von Straßenschäden und für Verbesserungsvorschläge) mehrfach gemeldet wurde.

Ein Ausbau erfordert zum Teil Grundstücke, die die wenigsten ohne eine Verbesserung hergeben
und kostet viel Geld, das man sich dort gerne spart. Es sind tatsächlich zu wenig Radler im
Vergleich zu den Autofahrern.
 

Strombremse

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Die Radwegschnellwege sind eine gute Idee gewesen. Aber es fehlt wie oft im Leben am Aussen rum.
Ich habe 30 Km zur Arbeit, die ich auch gene mit einem S-Pedelec fahren würde.
Der Haken daran ist das die Radwege ausserorts nach ca. 4Km enden, ab da gibt es nur noch die
Haupstraße, die so gefährlich für Radfahrer ist, das sie schon mehrfach in Radar (ein Portal zur
Meldung von Straßenschäden und für Verbesserungsvorschläge) mehrfach gemeldet wurde.

Ein Ausbau erfordert zum Teil Grundstücke, die die wenigsten ohne eine Verbesserung hergeben
und kostet viel Geld, das man sich dort gerne spart. Es sind tatsächlich zu wenig Radler im
Vergleich zu den Autofahrern.
Es kommt natürlich auch hinzu, da der Mensch sich massiv verändert hat. Meine Großeltern erzählten mir immer, das fast jeder im Ort weitere Strecken mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist ( 3 Gang Schaltung). Das war ganz normal, Sommer, wie Winter. Es machte ja jeder. Auch waren dadurch natürlich weniger Krank, da dieser tägliche Sport super für die Gesundheit ist. Heute will doch keiner mehr nass werden und vor allem Nass und verschwitzt auf die Arbeit kommen. Traurig, aber war.
 

Vito

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Hm, das wird bei uns in der Lokalpolitik grad heiß diskutiert. Es sollen Fahrradschnellwege auf Kosten von Verkehrsraum, der sonst von Autos dominiert ist ausgewiesen/gebaut werden. Heute steht ein bemerkenswerter Leserbrief im Lokalteil. Ein Kreisrat hat sich selbst in den Sattel geschwungen. Ich kann seine Meinung voll und ganz nachvollziehen...

Gruß
hochsitzcola

Anhang anzeigen 354045
Quelle: Dachauer Nachrichten, Ausgabe vom 25.11.2020

Ich kann es lesen, aber es hat sich für mich nicht gelohnt, das zu tun.

Das Fazit des Herrn Kreisrates ist, dass alles für Radfahrer ganz toll sei, aber die Strecken für Autos optimiert werden müssen.

Verkehrswende um 360 ° oder was soll das hier?
 

Noah

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Es ist wie immer bei dem Thema. :X3: Probiert es doch bitte mal ohne Beleidigungen und Respektlosigkeiten. BITTE, BITTE, BITTE!
Meine Meinung. Und mal die Mitte finden und nicht ein extrem, denn mit extremen kann man weder Leben noch sonst was. Die Goldenemitte.
 

cephalotus

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Das ist überheblicher und selbstgerechter Mist. I

...nicht so leicht aussuchen...
...hat vielleicht...
...nicht aufgeben mag...
...nicht einfach aufgeben kann oder mag...
... die man nicht "entwurzeln" will.

All das sind freie Entscheidungen, wie ich schrieb.

Meine Frau und ich arbeiteten jahrelang an verschiedenen Orten, ca. 90km voneinander entfernt. Es mußte also zwangsläufig eine(r) von uns pendeln, oder hätten wir Deiner Meinung nach eine Fernbeziehung führen sollen?

Auch das ist eine freie Entscheidung. Ich sage nicht, dass es eine "unkluge Entscheidung" ist, das habt ihr schon für Euch sebst so entschieden und werdet Euch dabei auch was gedacht haben.

Bestandteil einer solchen Entscheidung sind üblicherweise mehrere Faktoren, unter anderem eben die der derzeit sehr billigen PKW Mobilität.

Hätte ihr die Strecke mit dem Fahrard fahren müssen oder würde der Liter Benzin 5 Euro kosten wäre eure Entsceidung möglicherweise eine andere gewesen.

Es war also keineswegs ein Zwang, sondern das Ergebnis einer Abwägung verschiedener Alternativen.

Billige umweltschädliche Mobilität führt nun mal dazu, dass billige umweltschädliche Mobilität auch genutzt wird. So auch von Euch.

Wundert das irgend jemanden?

Hätten wir alle kostenlose Hubschrauber wüden wir eben 300km am Tag pendeln und das ganz normal finden.
 
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cephalotus

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Hm, das wird bei uns in der Lokalpolitik grad heiß diskutiert. Es sollen Fahrradschnellwege auf Kosten von Verkehrsraum, der sonst von Autos dominiert ist ausgewiesen/gebaut werden. Heute steht ein bemerkenswerter Leserbrief im Lokalteil. Ein Kreisrat hat sich selbst in den Sattel geschwungen. Ich kann seine Meinung voll und ganz nachvollziehen...

Gruß
hochsitzcola

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Quelle: Dachauer Nachrichten, Ausgabe vom 25.11.2020

Erstmal ist es begrüßenswert, wenn jemand über den eigenen Tellerrand hinaus schaut.

Ich fühle mich mit dem Leserbrief trotzdem nicht so wohl.

Das wäre jetzt so, wie wenn ich mich mal für vier Tage überwinden würde um ausnahmesweise auch mal mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Idealerweise um 4:00 Uhr morgens (analog zum Radfahren im November)

Da würde ich dann auch fest stellen, dass Autofahren für mich eine ziemliche Überwindung ist, nicht sonderlich viel Spaß macht und im Grunde auch sonst kaum einer mit dem Auto fährt und die vorhandene Infrastruktur doch wohl locker dafür ausreicht. Parkplatz finden ist auch easy.

Vielleicht leiht sich der Herr Leiß ja im Sommer mal ein Speed-Pedelec und fährt damit mal ne Woche, dort muss er die Strecke dann mit mehr Radfahreren teilen und hat auch andere Anforderungen an die (Rad)-Infrastruktur.

Grundsätzlich ist die Fahrradinfrastruktur hier in DD aber auch nicht furchtbar schlecht. Sagen wir mal in Schulnoten eine 3. Für Autofahrer eine 2. Für s-Pedelec eine 4-5, wenn man so fährt wie es der Gesetzgeber verlangt. Wenn man hingegen sein Leben schützt auch ne 3.

Fazit: das meiste kann man (als durchschnittlicher Fahrer) schon mit dem Fahrrad fahren, wenn man denn will. Es gibt aber Luft nach oben und wenn man mehr Radler haben will muss man auch Platz für mehr Radler schaffen. Im Juni, nicht im November. Parkplätze baut man auch nicht für den Bedarf um 4:00 Uhr.
 
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flavor82

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Mobilität zum pendeln ist eine Sache. Man hat allerdings auch Freizeitaktivitäten. Wenn ich unser Kanu zum Wasser kriegen will, wird es ohne Auto sehr schwierig. Selbst Mietwagen oder Carsharing wird in so einem Fall schlecht funktionieren.
Gruß
 

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horst1

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So hat halt jeder einen Grund dass er ein Auto hat bei dir ist es das Kanu.
da stellt sich dann die Frage wie oft mache ich das im Jahr 1bis 2 oder dreimal. Da wäre zu überlegen sich ein Kanu zu mieten vor Ort dann bräuchte man kein Auto nur mal so als Beispiel muss ja nicht sein.
Der andere braucht sein Auto um die Tüte Milch zu kaufen weil er nicht mehr so schwer tragen kann. So hat jeder seinen Grund für ein Auto. Aber die anderen die können das ja dann machen und das Auto abschaffen.:)
Das Auto abschaffen will ja auch keiner wirklich. Aber ab und zu mal stehen lassen ist ja auch nicht verkehrt. Tut dem Autofahrer und dem Auto nicht weh.
 

Hochsitzcola

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Ich fühle mich mit dem Leserbrief trotzdem nicht so wohl.
Die Hauptaussage des Leserbriefes ist für mich: Auch bei einem guten Radwegangebot werden sich nur wenige Pendler finden, die bei einem Arbeitsweg größer 5km vom Auto auf's Fahrrad umsteigen. Diese Befürchtung teile ich voll und ganz. Die Meinung hier, in einem Fahrradforum, ist da sicher nicht repräsentativ.
Was sollte denn den Auto-Pendler motivieren, auf's Fahrrad umzusteigen, selbst bei schönem Wetter?! Höchstens ein Zeitvorteil, wenn er im Berufsverkehr mit dem Fahrrad tatsächlich schneller ist, als mit dem Auto. Hier in München erlebe ich dank Corona und einem offensichtlich hohen Home-Office-Anteil derzeit aber eine deutlich entspannte Stausituation.
Über die Kosten kann man einen Auto-Pendler sicherlich nicht auf's Fahrrad bringen, das ist politisch nicht durchsetzbar.

Gruß
hochsitzcola
 
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Oberlandradler

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Für mich wären die längeren Strecken kein Thema.
Aber die Verkehrsdichte hat zugenommen.
Die 30 Km bin ich als jugendlicher auch schon gefahren, komplett
Landstraße aber kaum Autos oder LKWs.
Heute ist das auf der Strecke leider zu gefährlich.
 

flavor82

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Du hast aber auch nichts kapiert, um was es geht!
Es geht um die Wurst! :LOL:
Die Doku will Suffizienz erreichen, in dem sie alles verteufelt ohne auch mal Chancen zu betrachten. Hinzu kommt die einseitige Betrachtung (ohne das sie Daten ins Verhältnis setzt), die dann dazu führt: "ach lassen wir mal besser alles wie es ist." Von denn sachlichen Fehlern die schon tausendfach widerlegt sind, ganz zu schweigen.
Am Ende ist es sowieso egal was so eine Doku sagt. Der Konsument wird das kaufen was er am besten findet.
Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Viele aus meinem Bekannten- und Freundeskreis lehnen den ÖPNV ab. Die Gründe warum das so ist, habe ich oben geschrieben. Wer das ignoriert, wird sich halt immer wundern warum sich nichts ändert. Ohne die Bedürfnisse der Menschen mitzunehmen wird jede Änderung auf Ablehnung stoßen.
Das E-auto wird keine Verkehrswende herbeiführen. Es macht die aktuelle Mobilität ein bißchen sauberer mehr nicht. Selbstfahrende Autos (am besten als Sammeltaxis) können jedoch die Mobilität stark verändern. Hier gibt es ungeahnte Möglichkeiten.
So hat halt jeder einen Grund dass er ein Auto hat bei dir ist es das Kanu
Wir haben sowieso ein Auto. Meine Frau fährt nicht mit dem ÖPNV zur Arbeit (30km). Dauert dreimal solange kostet dreimal mehr. Multimodal würde sich der Faktor Zeit leicht bessern. Sie hat aber auch Angst im Dunkeln alleine durch die Weinberge mit Rad oder E-Roller zu fahren.
Ich selbst habe jetzt auch ein Auto für den Fall das ich Junior vom Kindergarten abholen muss. Mit dem Pedelec ginge es auch, müsste ich aber noch 15 Minuten früher Feierabend machen. Von der Fahrzeit mit dem ÖPNV ganz zu schweigen
Gruß
 
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Landfahrer

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Es war also keineswegs ein Zwang, sondern das Ergebnis einer Abwägung verschiedener Alternativen.
Es war also keineswegs ein Zwang, sondern das Ergebnis einer Abwägung verschiedener Alternativen.

Billige umweltschädliche Mobilität führt nun mal dazu, dass billige umweltschädliche Mobilität auch genutzt wird. So auch von Euch.
1. ist das eine Unterstellung, da Du gar nicht weißt, wie ich die tägliche Pendelstrecke zurückgelegt habe.
2. war es durchaus "Zwang", da wir uns zwei Wohnsitze nicht hätten leisten können, und die Alternative gewesen wäre, daß eine(r) von uns gar nicht arbeitet, was wir uns ebenfalls nicht hätten leisten können.
3. Profitieren von "billiger umweltschädlicher Mobilität" auch Menschen wie Du, der Du hier auf dem hohen Roß sitzt, weil Du das Glück hast, Deinen Arbeitsplatz in Pedelec-Entfernung vom Wohnort zu haben. Was glaubst Du, welche Auswirkungen das auf Deine Lebensführung hätte, gäbe es die "billige umweltschädliche Mobilität" nicht?
- Mieten und Immobilienpreise in den Ballungszentren würden explodieren. Falls Du nicht in einer Eigentumswohnung lebst, müßtest Du vielleicht auch die Wahl treffen zwischen gar nicht arbeiten oder motorisiert pendeln.
- Handwerk und Dienstleistungen würden erheblich teurer
- Die Preise sämtlicher Konsumgüter würden erheblich steigen. Selbst der Ökobauer pflügt nicht mit dem Ochsen, und auch die Bio-Tomaten kommen nicht mit dem Pedelec in den Supermarkt.
- Arbeitsplätze, vielleicht auch Deiner, wären möglicherweise woanders: nämlich in Ländern, wo es "billige umweltschädliche Mobilität" gibt.
 

Landfahrer

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Heute steht ein bemerkenswerter Leserbrief im Lokalteil. Ein Kreisrat hat sich selbst in den Sattel geschwungen. Ich kann seine Meinung voll und ganz nachvollziehen...
Leider ist das auch mein Eindruck: Ich wohne am Main, mein Weg zur Arbeit führt zu großen Teilen über den Main-Radweg (vom ADFC mit 5 Sternen ausgezeichnet, da "90 % des Radwegs durch naturnahe und landschaftlich reizvolle Gebiete" führen). Der Weg ist gut asphaltiert, keine wesentlichen Steigungen, so breit, daß 4 Räder nebeneinander fahren könnten. Ein Rad-Schnellweg kann keine besseren Bedingungen bieten. Dennoch läßt sich die Zahl der Fahrrad-Pendler selbst bei gutem Wetter an einer Hand abzählen. Und um diese Jahreszeit überhole ich mit meinem S-Pedelec auf der ganzen Strecke vielleicht 2 oder 3 Radler. Während daneben auf der Bundesstraße die Autos im Schrittempo in die Stadt zuckeln.
 

horst1

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Dann musst du wenn du an diesen Stau vorbei fährst ein Plakat hochhalten kommt rüber und fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wenn du das jeden Tag machst hast du spätestens Ende des Monats den Radweg voll. :D (y)
 

flavor82

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Wahrscheinlicher ist es, dass dann welche mit dem Auto den Radweg befahren 🤭
 

forero

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Moin tosoamen,
für mich ist es zuerst einmal ein emotionales Ereignis, wenn ich mich auf mein Fahrrad setze. Nirgendwo habe ich mich besser gefühlt.
Im Alter von 5 Jahren brachte mir mein Vater das Radfahren bei. An einem Samstag Vormittag und am Sonntag ging es dann auch schon auf große Fahrt, 25 km an die Küste nach Norddeich und zurück, und seitdem bin ich jeden Tag mit dem Rad unterwegs, mal mehr und mal weniger. Bei jedem Wetter - versteht sich!
Kein anderes Transportmittel vermittelt mir ein vergleichbares Gefühl von Freiheit, weder Auto, noch Motorrad oder Flugzeug.
Euch allen allzeit gute Fahrt.
 

Strombremse

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Alles was hier wg. der "Verkehrswende" geschrieben wurde trifft evtl. auf Einzelne zu, aber die Große Masse sieht dies anders und handelt auch anders.
Ich konnte das sehr schön bei uns im Ort die letzten Jahrzehnte beobachten. Vor ca. 25 Jahren waren sehr wenige Autos auf den Seitenstreifen geparkt. Heute ist alles links und rechts zugeparkt. Die Häuseranzahl sind die gleichen wie vor 25 Jahren. Es ist der Nachwuchs. In jeder Familie hat mittlerweile jeder auch ein Auto, das macht bei eine Fünfköpfigen Familie 5 Autos. Die Garagen langen dafür aber schon lange nicht mehr aus. Also Gehwegparker. Es ist alles schön Gedacht mit dieser sog. Verkehrswende. Die Realität sieht komplett anders aus. Man könnte sagen an was liegt das? Ich denke, das der Mensch logischerweise Mobil sein möchte und nicht auf diese Öffentlichen umsteigen will ( In der Coronakrise schon zweimal nicht). Das fängt schon beim Einkaufen größerer Mengen an und höhrt bei der Flexibilität auf. Ab einer gewissen Uhrzeit fährt Abends nix mehr, dann kannste laufen mit deinen Einkäufen unterm Arm. Das tut sich kein Mensch an. Dieses ganze gelaber " Ohne Auto". Dies geht meines erachtens NUR in Großstädten, da hier die Verkehrsinfrastruktur seit zig Jahrzehnten aufgebaut wurde. Und selbst in diesen Großstädten quellen die Autos über, obwol sie die Möglichkeit hätten. Also muss es einen anderen Grund noch geben. Meine Vermutung. Sicherheit. Als ich das letzte mal mit so einer U-Bahn Abends fur kann ich nachvollziehen, das sich das kein Mädel mehr antut. Grauenhaft, wie in einem Endzeitfilm gehts dort zu. Es stank, vieles beschmiert. Kein Sicherheitsbeamter weit und breit. Da liefen Gestalten in Gruppen rum um Himmels Willen.
 
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Morsi65

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Ein viel genanntes Mittel zur Förderung der Verkehrswende ist der kostenlose ÖPNV. Das hat mich dann mal für Bochum interessiert zu berechnen. Es ist sicher nur ein grober Versuch. Mein Arbeitgeber die BOGESTRA hat 2019 rund 137 Mio. Euro an Einnahmen aus verkauften Tickets generiert. Dies bezieht sich auf die Städte Bochum, Gelsenkirchen, Witten. Anhand der Einwohnerzahl wird bilanziert. Teile ich die Einnahmen nun im Verhältnis auf, so entfallen rund 70 Mio. Euro auf Bochum. Wien finanziert den kostenlosen ÖPNV über die erhöhten Parkplatzgebühren. Nehmen wir also dieses Finanzierungsmodell auch für Bochum. Bochum hat nach meinen Informationen rund 18 Mio. Euro an Einnahmen aus den Parkgebühren. Das würde bedeuten die Parkgebühren müssten nahezu um 400 Prozent steigen. Wenn ich jetzt noch einen besseren Takt wünsche, z. B. 10 Minuten Takt, den auch auf Nebenstrecken und auch an Wochenenden und Feiertagen, bräuchten wir etwa 30 zusätzliche Straßenbahnen. Busse kann ich nicht beurteilen. Ist nicht meine Baustelle. Pro Bahn brauche ich drei neue Fahrer. Die 30 Bahnen kosten bis sie abgenommen sind 90 Mio. Euro. 20 Jahre Abschreibung. Pro Jahr 4,5 Mio. Euro. Bedeutet 2,3 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich für Bochum. Ein Arbeitnehmer liegt in der untersten Gehaltsstufe brutto bei rund 40.000 Euro im Jahr. Macht dann nochmal rund 1,8 Mio. Euro im Jahr für Bochum. Macht als nur für den Straßenbahnanteil 4,1 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich. Dann wären wir schon bei über 400 Prozent Erhöhung. Es ist also für mich klar, dass die Verkehrswende teuer wird. Und wenn die Leute dann tatsächlich anfangen umzusteigen wird es noch teurer denn es braucht dann noch mehr Fahrzeuge und Fahrer. Gleichzeitig sinken die Parkgebühreinnahmen. Somit ist klar, dass das Autofahren teurer wird. Und das ist keine Drohung sondern eine Tatsache. Jede*r Politiker*in und jede Partei würde bei einem ehrlichen Versuch dies umzusetzen von der politischen Bildfläche verschwinden. Was für mich daraus folgt? Die Verkehrswende fängt in unseren eigenen Köpfen an. Und in unserer Geldbörse.
 

Vito

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Ja Morsi, ich denke, Du hast mit allem Recht. In Großstädten wäre eine Umstellung auf "reinen" ÖPNV nur über einen längeren Zeitraum umzusetzen. Das haben auch verschiedene Studien so ergeben. Die Kosten wären zudem immens.

Ich denke aber, wir werden dazu kaum eine Alternative haben.

Hier sind einige (deutsche) Feldversuche, Studien und Machbarkeitskonzepte ganz gut zusammengefasst. Eine Kostenrechnung ist auch dabei;ich zitiere:

"... er Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) hat das Unternehmen WVI Prof. Dr. Wermuth Ver-kehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH16 beauftragt herauszufinden, ob der VRS den kostenlosen ÖPNV bis 2024 umsetzen könne und mit welchen Kosten dies verbunden sei. Unter der Annahme eines Anstieges der Passagierzahl um 30 Prozent kam man zu dem Ergebnis, dass eine Umsetzung möglich, aber teuer sein und den ÖPNV verändern würde. So könne z.B. der Schienenverkehr bis 2024 nicht so weit ausgebaut werden, dass er den Passa-gierzuwachs auffangen könne. Daher müsse der Ausbau der Buslinien intensiviert werden sowie eine höhere Taktung und der Einsatz von Schnellbussen erfolgen. Für die zusätzlichen Personal- und Betriebskosten rechnet die Studie mit jährlich 120 Millionen Euro. Die wegfal-lenden Fahrpreiseinnahmen wurden ferner mit jährlich ca. 680 Millionen Euro veranschlagt...."

und der link zur oben erwähnten Quelle:

https://www.bundestag.de/resource/b...03494e034775c9c7f7aa/WD-5-009-20-pdf-data.pdf
 
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Wie können wir die Verkehrswende fördern?

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