Wie können wir die Verkehrswende fördern?

Diskutiere Wie können wir die Verkehrswende fördern? im Plauderecke Forum im Bereich Community; 1.Welche konkreten Möglichkeiten eine fahrradfreundliche Verkehrswende zu beschleunigen können die Forumsmitglieder empfehlen? 2.Wie engagiert ihr...

Alltagspendler

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Bulls lacuba evo lite 11 mit Brose Smag
1.Welche konkreten Möglichkeiten eine fahrradfreundliche Verkehrswende zu beschleunigen können die Forumsmitglieder empfehlen?
2.Wie engagiert ihr Euch?
3.Wo seht ihr in eurem Alltag mutmachende Fortschritte?
 

cephalotus

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Ich besitze kein eigenes Auto und habe noch nie eins besessen.

Ich hab mich aber am neuen Auto meiner Freundin beteiligt, damit fahren wir vielleicht 8.000km/Jahr.

Hätte es was halbwegs passables im Bereich Carsharing gegeben hätte es auch kein eigenes sein müssen, aber das Angebot hier taugt nur für Kurzstrecken und kurze Zeiträume, wir benutzen das Auto genau anders herum für idR Langstrecken und über mehrere Tage.

Unser neuer PKW ist ein gebrauchtes Erdgasfahrzeug geworden. Dafür gibt es geanu einen Grund, die Ökobilanz. (bei den geringen Fahrstrecken sind die Treibstoffkosten nicht relevant)

Schon jetzt beträgt die Anteil an Biogas an den CNG Tankstellen 50%, der Trend geht zu 100% (schlichtweg weil es sich rechnet). Dresden hat eine CNG Tankstelle mit 100% Biogas, dort versuchen wir idR zu tanken. Von Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz ist das bei unseren Fahrtstrecken derzeit die deutlich bessere Altenative zu einem (neuen) ePKW. Dass wir beide zuhause keine Lademöglichkeite haben und mittlerweile beide auch am Job keine (wir fahren mittlerweile beide mit dem Fahrrad zur Arbeit) kommt noch dazu.
Von der Reichweite mit 350-400km können wir schon mal für einen Elektro-PKW üben :) (Notfalls hat man bei unsrem PKW aber noch 50 Liter Benzin im Tank)

Die Frage zur Verkehrswende beantwortet sich nicht damit, wieviel oder wie wenig man mit den Fahrrad fährt, sondern hängt vor allem davon ab, ob man Auto(s) besitzt, welche und wieviel man damit fährt.

Der Fahrradanteil ist fast irrelevant. Viel Radfahren ist für die Verkehrswende für sich berachtet keinen Deut besser als wenig Radfahren.

Aus THG Sicht muss man die Flüge logischerweise auch mitzählen, ich hänge mal ein Bild der bisherigen Sektorentrends und der Ziele gemäß KSG ran. (Eigene Darstellung, Quelle UBA und KSG)

THG_Trend_Ziel.jpg


Wie man sieht sieht es da bisher im Verkehrssektor zappenduster aus, während die Ziele in den anderen Sektoren zumindest erreichbar erscheinen.

Dabei ist im Grunde genommen heute schon alles da.

Niemand ist gezwungem so zu wohnen, dass man zwangsweise täglich 100km pendeln muss, das sind fast immer freie und bewusste Entscheidungen. Selbst wenn, so gibt es heute bezahlbare und vollkommen alltagstaugliche Fahrzeuge, die das ohne den Ausstoß von THG tun.

Niemand wird gezwugen, jährlich mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen und selbst Dienstreisen sind zunehmend ersetzbarer geworden (seit Covid-19). Wenn man unbedingt fliegen will bietet Lufthansa an, dass mit 100% "Bio-Kerosin" aus "Abfall" zu tun, das kostte halt einen merklichen Aufpreis. In Deutschland bin ich bisher auf Dienstreisen noch überall mit dem Zug (oder PKW) hingekommen. (Inlandsflüge machen aber eh nur 2 Mio t/Jahr aus und steigen auch nicht an, das ist unbedeutender Kleinkram im Vergleich zum PKW Verkehr)

Niemand hindert mich hier, im Supermarkt mit dem Rucksack zu Fuß einzukaufen, niemand hindert mich daran, >98% meiner Alltagsstrecken hier mit den Fahrrad zu fahren, oder mt dem Fahrrad mit Motor.
Selbst wenn man ein Auto braucht, das nicht viel kosten darf und mit dem man 1000km fahren will, dann kann man sowas heute als Erdgas PKW gebraucht kaufen und mit 100% Biogas betanken.
Das ist alles heute machbar.

Die Grafik zeigt aber, dass es von der Mehrheit nicht gemacht wird. Wir alle wissen, was "die Leute" tatsächlich kaufen und tun. Die werden ihre Gründe dafür haben, technische Gründe sind es heute idR nicht mehr.

Für andere Luftschadstoffe gilt dies weitgehend analog (auch hier ist vor allem der Privat PKW das Übel), bei Mikroplastik und Lärm spielen die LKW noch gut mit.

Bzgl. Stau und Flächenversiegelung und Ressourcenverbrauch ist vor allem der PKW Besitz das Übel, hier hilft ein anderer Antrieb nicht. Hier wären zumindest bei uns weitaus attraktivere Sharing Konzepte sinnvoll.

MfG
 
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Alltagspendler

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Der Fahrradanteil ist irrelevant. Viel radfahren ist für die Verehrswende für sich berachtet keinen Deit besser als wenig Radfahren.
Aber wird durch die Vorbildfunktion, die jm1374 anspricht, nicht mehr Menschen gezeigt, dass es auch mit Fahrrad geht und wenn es viele tun, nicht mehr Menschen sich Gedanken machen?
 

Alltagspendler

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3. Ich sehe keine Fortschritte.
Im Auto Rowdy Thread schrieb Morsi 65
folgendes Negativ Beispiel :
In Bochum Langendreer wurde die komplette Hauptstraße saniert und für uns Schienen verlegt. Neuer Weg für uns. Und da an einer Stelle zwar Platz für Parkstreifen war aber nicht mehr für einen Radweg, hat man kurzer Hand das Verkehrszeichen 254 aufgestellt, auf dem Bürgersteig Verkehrszeichen 239 mit dem Zusatzzeichen 1022-10. Dort wo die Zeichen 254 stehen gibt es keinen abgesenkten Bordstein. Der Radfahrer muss sozusagen mitten auf der Straße anhalten, absteigen, sein Rad auf den Bürgersteig bugsieren und ab dort dann mit besonderer Rücksicht langsam weiter fahren. Denn der Bürgersteig ist wahrlich nicht breit, hat teils Bäume und eine hübsche Haltestelle mitten drauf. So funktioniert moderne Verkehrsplanung im Zeitalter der Verkehrswende.
 

Ullerich

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Der aus meiner Sicht schon fast suggestive Zwang zur Fahrradlösung ist für mich keine, denn es wird der Lebenswirklichkeit nicht gerecht. Ich neige zum Motto: "Wir brauchen unsere persönliche Mobilität, aber nicht unser persönliches Auto.". Ein Drahtesel kann nur einen begrenzten Bereich der Mobilität abdecken, einen anderen Teil müssen andere Verkehrssysteme übernehmen und auch städtebauliche Maßnahmen gehören zu diesem Paket.
Offen gestanden, solange die Verkehrswende nicht den eigenen Geldbeutel belastet, solange werden sehr viele dafür sein. Wenn aber das jährliche Einkommen aus Mineralöl- und KFZ Steuer in Höhe von 50 Milliarden weniger wird, wird der Staat in anderen Geldtöpfen schlecken. Das wird dann spannend, wenn der einzelne auf einmal an den Kosten beteiligt wird, was in Form von Erhöhungen anderer Steuern erfolgen könnte.
Eine Verkehrswende, so sehr ich sie begrüße, gibt es nicht zum Nulltarif.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich von diesen Problemen nur wenig betroffen bin, denn ich gehöre zu den 15% der Bevölkerung, die in einer Stadt mit weniger als 5000 Einwohnern lebt. ;)
 

Fripon

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Hallo miteinander

Wir fahren in einem normalen Jahr mehr Km mit unseren Rädern ca. 25 000 zu 13 000 km als mit dem Auto.
Wenn das jeder so halten würde ergäbe sich die Verkerswende von selbst.
Zur weiteren Förderung wünschte ich mir ein neues Kfz Steuermodell, man zahlt nur für die Auto km die man über den Fahrrad km liegt.
Umgekehrt bekommt man für mehr Fahrrad km Geld raus.

Schön wär's.

Gruß Fripon
 

sparta

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1. Wieso fahrradfreundlich, auch Öffis, Fahrgemeinschaften etc.
2. gar nicht, kann nur für mich selber entscheiden und mehr E Rad fahren
3. gar keine

Ich lebe in Münster ( war mal Radfahrerhauptstadt). Hier werden Strassen rot angemalt wo es gar keine Probelme mit Autos gab und die Parkplätze auf diesen Strassen verringert. Die dann entstehenden Radrouten sind dann 25 % länger als der direkte Weg.
 

cephalotus

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Autos rigoros tracken und bei jedem Vergehen Bußgeldbescheide zusenden.
Parkgebühren verzehnfachen.
Flugpreise verzehnfachen.
Spritpreise verzehnfachen.

Wenn man das Flugzeug und die Flughäfen als solche akzeptiert (und nicht den Himmels kondesstreifenlos fordert) wäre es ja eine akzeptable Option, wenn die Flüge "nur" Treibhausgasneutral wären.
Was das CO2 betrifft so kostet eFuel perspektvisch 3 Euro/Liter, das macht also im Flugzeug grob 2,50€/l mehr.

Die effizientesten Langstreckenflugzeuge brauchen deerzeit ca. 2 Liter/Passagier*100km

Ein Flug über 10.000km wäre somit zu einem Mehrpreis von 500 Euro THG neutral möglich.

Und das ist schon der Gipfel der Klimaschutztechnologie, schwieriger geht es nicht.
 

cephalotus

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Wir fahren in einem normalen Jahr mehr Km mit unseren Rädern ca. 25 000 zu 13 000 km als mit dem Auto.
Wenn das jeder so halten würde ergäbe sich die Verkerswende von selbst.

Wenn das "wir" in Eurem Falll ein Haushalt ist, dann macht das bei 41,5 Mio. Haushalten auf Deutschland umgerechnet 540 Milliarden PKW Kilometer.

Die Fahrleistung in Deutschland beträgt ca. 640 Mrd PKW Kilometer.

Quelle: Verkehr in Deutschland - Fahrleistung von Pkw bis 2018 | Statista

Ihr seid also knapp besser als der Schnitt. Von der Ökobilanz würde es jetzt davon abhängen, was es für ein(?) PKW ist.

Die Fahrradstrecke ist also, we gesagt, nicht wirklich relevant, was zählt ist, wieviele PKW man besitzt und wieviel man damit herum fährt.

MfG
 

flavor82

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Der Fahrradanteil ist fast irrelevant. Viel Radfahren ist für die Verkehrswende für sich berachtet keinen Deut besser als wenig Radfahren.
Da bin ich andere Meinung. Sobald das Rad als Alternative zum Auto verwendet wird, ersetzt jeder Fahrradkilometer ein Autokilometer. Ich bin jetzt ca. 8.000km mit dem Pedelec zur Arbeit gefahren und habe dadurch 500 Liter Benzin eingespart. Als wir noch in Wiesbaden wohnten (ohne Kind) konnte ich dank meinem Fahrrad (zzgl Bahn) komplett ohne Auto auskommen. Sobald man durch bessere Radinfrastruktur, Carsharing und Multimodalität ein System schafft indem man kein Auto mehr benötigt, spart man am Ende auch THG ein. Das man zudem noch lebenswertere Städte erhält ist ein weiterer Vorteil.
Vorrausgesetzt mit dem gesparten Geld wird keine Fernreise getätigt 🤦‍♂️
Gruß
 
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Ullerich

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Autos rigoros tracken und bei jedem Vergehen Bußgeldbescheide zusenden.
Wenn, dann für alle Verkehrsteilnehmer, auch für die zu Fuß oder mit mehr als 2 Rädern. Oder sind das allesamt nur Engel ohne Fehl und Tadel?

Parkgebühren verzehnfachen.
Die fließen zu einem beträchtlichen Anteil in private Kassen. Ach ja, für Räder dann bitte auch Parkgebühren. Wobei... gibt es schon.

Flugpreise verzehnfachen.
Kein Thema, dann gibt es von Alliexpress aber nichts mehr für 2 Euro.

Spritpreise verzehnfachen.
Auch kein Thema, wenn du bereit bist, die dadurch fälligen Preiserhöhungen bei Transporten zu bezahlen.

Kurz gesagt: mach es dir bitte nicht so einfach und platt-plakativ.
 

cephalotus

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Da bin ich andere Meinung. Sobald das Rad als Alternative zum Auto verwendet wird, ersetzt jeder Fahrradkilometer ein Autokilometer. Ich binn jetzt ca. 8.000km mit dem Pedelec zur Arbeit gefahren und habe dadurch 500 Liter Benzin eingespart. Als wir noch in Wiesbaden wohnten (ohne Kind) konnte ich dank meinem Fahrrad (zzgl Bahn) komplett ohne Auto auskommen. Sobald man durch bessere Radinfrastruktur, Carsharing und Multimodalität ein System schafft indem man kein Auto mehr benötigt, spart man am auch THG ein. Das man zudem noch lebenswertere Städte erhält ist ein weiterer Vorteil.
Gruß

Ich ersetze keine Auto-km. Früher hab ich neben der Arbeit gewohnt und bin zu Fuß rüber gegangen, eine Weile bin ich mit dem ÖPNV gefahren. Zum Einkaufen finde ich in meinem Fall das Fahrrad sogar deutlich unpraktischer als einfach zu Fuß mit dem großen Rucksack zu gehen (anschließend muss ich eh die Treppen in den 4. Stock hoch).

Natürlich stimme ich Dir zu, dass 1km mit dem Rad idR für die Allemeinheit besser ist als 1km mit dem PKW.
ich stimme auch denen zu, die sagen, dass Mobilität ein hohes Gut ist, das man nicht aufgeben soll.

Von daher wäre es erst einmal zu klären, WARUM wir denn eine Verkehrswende wollen, WAS eigentlich das Problem sein soll und wie man diese Problem geschickt löst ohne Lebensqualität einzubüßen.

Da verstehen nämlich die meisten was völlig anderes darunter. Für sehr viele gibt es gefühlt gar kein Mobilitätsproblem, außer dass der Parkplatz zu teuer ist :)

Was sind in meinen Augen wesentliche Mobilitätsprobleme in Deutschland:

1. Der Ausstoß an Treibhausgasen ist nicht akzeptabel und muss auf quasi Null sinken

2. In Ballungsräumen raubt vor allem der PKW Verkehr sehr viel Platz und verlangsamt den Verkehr

3. Emissionen von Lärm und Luftschadstoffen sind unerwünscht, machen Leute krank und beeinträchtigen die Lebensqualität von Betroffenen teils erheblich.

4. Reifenabrieb ist die mit Abstand größte Mikroplastikquelle in Deutschland, das ist inakzeptebal.

5. Straßen und Parkplätze führen zu Flächenverbrauch und Bodenversiegelung.

6. Die Mobilitätsmöglichkeiten schaffen gesellschaftliche Rahmenbedingungen, bei denen es zur Normalität erklärt wird, wenn man 2h täglich mit Pendeln verbringen muss oder wenn man für ein Meeting mal eben 800km weit fliegt. Sich diesen Zwängen zu widersetzen ist teilweise nicht möglich, obwohl sie schädlich sind und krank machen.

7. Die Herstellung der Fahrzeuge verbraucht Ressourcen und erzeugt Müll

8. Aus Mangel an Bewegung verfettet die Bevölkerung zunehmend. Dies mag zwar erstmal individuell sei, verursacht aus Gesellschaftssicht aber sehr hohe Kosten im Gesundheitssystem, die wir dann doch alle bezahlen.

9. Im Verkehr werden Leute verletzt oder sterben.

10. Mobilität verursacht oft hohe Kosten. Von den Konsumausgaben steht Mobilität heute nach Wohnen und noch vor Ernährung an zweiter Stelle.

So mal auf die Schnelle die Wesentlichen negativen Aspekte.

Jetzt ist die Frage, wie man diese Probleme klug adressiert, ohne dabei Lebensqualität und gewünschte(!) Mobilität zu verlieren.

MfG
 
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Noah

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Ich nehme an hier geht es um die Verkehrswende im Bezug auf die Umwelt.

1. Weniger Auto fahren
2. Weniger fliegen
3. Weniger kaufen, denn die Treibhausgase welche Frachtschiffe verursachen sind viel höher als die von anderen Quellen. Zudem braucht es für die Herstellung von Gegenständen auch sehr viel Rohstoff.
 

Noah

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Ich ersetze keine Auto-km. Früher hab ich neben der Arbeit gewohnt und bin zu Fuß rüber gegangen, eine Weile bin ich mit dem ÖPNV gefahren. Zum Einkaufen finde ich in meinem Fall das Fahrrad sogar deutlich unpraktischer als einfach zu Fuß mit dem großen Rucksack zu gehen (anschließen muss ich eh die Treppen in den 4. Stock hoch).

Natürlich stimme ich Dir zu, dass 1km mit dem Rad idR besser ist als 1km mit dem PKW.
ich stimme auch denen zu, die sagen, dass Mobilität ein hohes Gut ist, das man nicht aufgeben soll.

Von daher wäre es erst einmal zu klären, WARUM wie denn eine Verkehrswende wollen, WAS eigentlich das Problem sein soll und wie man diese Probleem geschickt löst ohne Lebensqualität einzubüßen.

Was sind in meinen Augen wesentliche Mobilitätsprobleem in Deutschland:

1. Der Ausstoß an Treibhausgasen ist nicht akzeptabe und muss auf quasi Null sinken

2. In Ballungsräumen raubt vor allem der PKW Verkehr sehr viel Platz und verlangsamt den Verkehr

3. Emissionen von Lärm und Luftscahdtsoffen sind unerwünscht, machen leute rank und beeinträchtigen die Lebensqualität teils erheblich.

4. Reifenabrieb ist die mit Abstand größte Mikroplastikquelle in Deutschland, das ist inakzeptebal

5. Straßen und Parkplätze führen zu Flächenvebrauch und Bodenversiegelung

6. Die Mobilitätsmöglichkeiten schaffen gesellschaftliche Rahmenbedingungen, bei denen es zur Normalität erklärt wird, wenn man 2h täglich mit Pnedlen verbringen muss oder wenn man für ein Meeting mal eben 800km weit fliegt. Sich diesen Zwängen zu widersetzen ist teilweise nicht möglich, obwohl sie schädlich sind und krank machen.

7. Die Herstellung der Fahrzeuge verbraucht Ressourcen und erzeugt Müll

8. Aus mangel an Bewegung verfettet die Bevölkerung zunehmend. Dies mag zwar individuell sei, versursacht aus Gesellschaftssicht aber sehr hohe Kosten im Gesundheitssystem, die wir dann doch alle bezahlen.

9. Im Verkehr werden Leute verletzt oder sterben.

10. Mobilitätverursacht oft hohe Kosten. Von den Konsumausgaben steht Mobilität heute nach Wohnen und noch vor Ernährung an zweiter Stelle.

So mal auf die Schnelle die Wesentlichen negativen Aspekte.

Jetzt ist die Frage, wie man die klug adressiert, ohne dabei Lebensqualität zu verlieren.

MfG
Ganz meine Meinung da wurde mein Beitrag doch gerade unnötig.
 

Ullerich

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Die Mobilitätsmöglichkeiten schaffen gesellschaftliche Rahmenbedingungen, bei denen es zur Normalität erklärt wird, wenn man 2h täglich mit Pnedlen verbringen muss
Das ist mir zu einfach gedacht. Stell dir vor, du möchtest ein industrielles Unternehmen mit 5000 Arbeitsplätzen in (ja, in!) einer Stadt ansiedeln, möglichst nahe am Wohnort. So von wegen kurze Wege ...
Das ist ein echter Zielkonflikt, für den ich leider auch keine gute Lösung habe. Denn wir wollen möglichst kurze Wege, aber niemand möchte eine Fabrik in seiner Nähe.
 

jm1374

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Wenn, dann für alle Verkehrsteilnehmer,...

Warum? Wer ist für über 3.000 Tote und 200.000 Verletzte im Jahr verantwortlich? Fussgänger und Radfahrer etwa?

...die dadurch fälligen Preiserhöhungen bei Transporten zu bezahlen.

Wenn man Transporte verteuert, werden sehr viele Transporte verschwinden. Wenn die Transportkosten das Lohndumping übersteigen, wird sehr viel mehr auf kurze Wege geachtet.


Kein Thema, dann gibt es von Aliexpress aber nichts mehr für 2 Euro.

Diese Lieferungen kommen per Schiff im Container. Aber klar, wäre schön wenn man die wahren Kosten( inklusive der Umweltschäden) bezahlen müsste.


Das ist ein echter Zielkonflikt, für den ich leider auch keine gute Lösung habe.

Zwischen den von dir zitierten 2h Pendelzeit und „Fabrik in der Stadt“ gibt es bestimmt einen Kompromiss. ZB. Fabrik am Stadtrand mit optimaler ÖV Anbindung.

Kurz gesagt: mach es dir bitte nicht so einfach und platt-plakativ.

Deine Argumente sind doch auch einfach und platt-plakativ.
 

cephalotus

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Das ist mir zu einfach gedacht. Stell dir vor, du möchtest ein industrielles Unternehmen mit 5000 Arbeitsplätzen in (ja, in!) einer Stadt ansiedeln, möglichst nahe am Wohnort. So von wegen kurze Wege ...
Das ist ein echter Zielkonflikt, für den ich leider auch keine gute Lösung habe. Denn wir wollen möglichst kurze Wege, aber niemand möchte eine Fabrik in seiner Nähe.

Na klar, deshalb sag ich ja, dass die Lösungen nicht so simpel sind ("nimm doch das Fahrrad"), sondern komplexer und vielfältiger und diese Lösungen die letzten 10 Jahren allesamt nicht in relevanter Menge umgestzt wurden, obwohl dafür mittlerweile auch gute technische Lösungen verfügbar sind. Warum also nicht?

Nehmen wir als Beispiel doch die neue Tesla Farbrik in Grünheide.

Der Großteil der Bürgerproteste gegen diese Fabrik fusst doch auf Ängsten/Sorgen, die ganz unmittelbar oder indirekt mit der Mobilität zu tun haben.

(der Rest sind wie üblich eher Proxythemen wie der angebliche Schutz eines ökologisch weitgehend wertlosen 08/15 Kieferforstes, der die nächsten Jahrzehnte im Klimawandel eh verdorren udn abbrennen wird und den bisdato kein Anwohner auch nur die Bohne interssiert hat)

Die Leute fürchten sich - wahrscheinlich zurecht - dass die Gegend in der man es sich mit seinem "Häuschen im Grünen" selber als Pendler gemütich eingerichtet hat, künftig mit anderen PKW Pendlern und LKWs überflutet wird und mir ist jetzt nicht bekannt (steck da aber auch nicht im Detail drin), dass Tesla da irgendein nachhaltiges Konzept hätte. Haben sie in den USA auch nicht, da steht vor der Tesla Fabrik ein gigantischer Parkplatz voll mit SUV und Pickups und was die Amis halt so fahren.

Was wären also Lösungen?

Wohnraum in der Umgebung entwicklen. Die allerwenigstens Leute fahren gerne.
Den ÖPNV masisv ausbauen und dann gleich noch quer subventionieren, dass er auch außerhalb der Schichtwechsel fährt um auch für die normale Bevölkerung nutzbar zu sein.
Lademöglichkeit für Privat ePKW. Aufbau von geeigneten Fahrradwegen für Radpendler (keine Ahnung ob das eine Relevamz hat), natürlich für s-Pedelec frei, ansonsten beschränkt das den Einzugsraum zu sehr.
Konzept zur Reduktion des LKW Verkehrs, Option Schiene?

Man könnte da sicherlich was machen, nur juckt es keinen. Weder die Politik, noch Tesla, noch die künftigen Arbeitnehmer dort.

Standard wird wohl auch bei der Tesla Farbrik werden, 20-50km einfach mit dem PKW anzufahren und dort kostenlos auf dem asphaltieren Parkplatz parken. Manche werden vielelicht100km einfachfahren.. Die Belastung der Anwohner spielt keine Rolle. Deshalb suchen sich die, die Nachteile erwarte, ja auch (teils fiktive) Ausweichthemen um den Bau zu verhindern.
Die Arbeitnehmer werden wahrscheinlich steuerlich und vom AG subventionierte Dienstwagen als "Lohnbestandteil" erhalten, damit sie nicht nur die Pendelstercken damit zurück legen, sondern damit das Autofahren auch darüber hinaus besonders attraktiv ausfällt.
Der typische Ingenieur-Absolvent frisch von der Hochschulewird sich mit seinesgleichen unter anderem darüber austauschen, weiviele k€ er mit nach Hause nimmt und wieviel PS das gesponsorte Fahrzeug haben wird. Als Einsteiger muss man vermutlich mit Mittelklasse leben, die gehobenen Klassen muss man sich dann erarbeiten, ab dann hat mans dan auch geschafft...

Eigenheim baut man dort wo der Grund bezahlbar, und die negativen Auswirkungen der eigenen Mobilität (Lärm) reduziert sind, also schön weit weg.

Wenn dann im Alter von 45 Jahren dann ca. 0,162 % eben dieser wohlsituierten Arbeitnehmer feststellen, dass sie was gegen die Wampe tun sollen und ja vielleicht mal ihre leider 40km einfach mit dem 8000 Euro s-Pedelec zurück legen sollten bringt das in meinen Augen keine Mobilitätswende.
Das sind einfach nur Nischen.
Das Problem enstand doch nicht mit 45 Jahren, sondern viel früher, als man sich für eben diesen Lebensstil entschieden hat und davon jetzt nicht mehr weg will oder nicht mehr weg kann. Ich sehe daher auch keine "Vorbildfunktion".
Natürlich ist es cooler für den Rest der Menschheit, wenn einer taglich früh morgens um 5:30 Uhr 40km einfach mit dem s-Pedelec oder dem Velomobil durch den Regen fährt und das bis zur Rente tatsächlich so durchzieht (statt es mit dem PKW zu tun), für mich ist das z.B. überhaupt nicht erstrebenswert

Liege ich da so sehr daneben?

Im Wesentlichen haben wir uns mit dem PKW eine Normalität geschaffen, von der wir jetzt nicht mehr los kommen. Der eine arbeitet 50km in der, und die anderen 50km in dieser Richtung und die Kinder gehe dort zur Schule. Völlig normal. Unverhandelbar.

Hätten wir vor 40 Jahren bezahlbare Hubschrauber für alle entwicklet, dann wäre es heute normal, wenn einer 400km in dieser und die andere 300km in jener Richtung arbeitet und die Luft über jeder Ecke Deutschlands wäre voll mit Hubschraubern. Auch hier wäre vollkommen undenkbar, davon wieder abzurücken.

Wie also lösen wir das Problem, das für eben diese Leute ja oft gar nicht als Problem gesehen wird, sondern als persönliche Lebensqualität?

MfG
 
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