Wegwerfprodukt Pedelec?

Diskutiere Wegwerfprodukt Pedelec? im Plauderecke Forum im Bereich Community; Ich fürchte, dass Du damit Recht hast. Ein katastrophaler Klimawandel ist mittlerweile ja quasi unabwendbar und das ist nur eines von vielen...
hg6996

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Bulls Lavida plus, von 6/2014
vergeßt es, die Menschheit wird sich selbst vernichten!
Ich fürchte, dass Du damit Recht hast. Ein katastrophaler Klimawandel ist mittlerweile ja quasi unabwendbar und das ist nur eines von vielen Umweltproblemen.
 
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Falco

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Sehe den Klimawandel für Deutschland als Vorteil, ... wünsche mir Sommer 2019 wie er 2018 war. Klimawandel gabs schon immer, genauso wie das Artensterben, sogar viel krasser. Der eine geht das andere kommt. Und ob Erdöl, Kohle etc. nun in 100 Jahren verheizt wird oder in 200 Jahren ist erdgeschichtlich gesehen eigentlich völlig egal,...der Klimawandel wird uns Menschen nicht umbringen...Schade eigentlich :p
 
hg6996

hg6996

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Bulls Lavida plus, von 6/2014
Da liegst Du leider total falsch.
Der aktuelle Klimawandel läuft um etwa einen Faktor 100 schneller ab als die bekannten Klimawandelereignisse der Vergangenheit.
Und wenn keine drastischen Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden, wird er zum Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation führen.
 
Tomcat1960

Tomcat1960

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Es gibt Szenarien, in denen der Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre ab einem gewissen Punkt sogar unumkehrbar wird. Ein solcher "runaway greenhouse effect" hat bspw. die Venus zu dem lebensfeindlichen Ort werden lassen, der sie heute ist.
 
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Falco

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na dann warte ich mal ab, was Sommer 2019 so bringt und wie es mit der menschlichen Zivilisation weiter einhergeht ... viel Zeit habe ich vlt. nimmer
Was den Klimawandel angeht, dachte ich eher an die "Katastrophe" vor 65 Millionen Jahren :)
 
torcman

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Die 90W sind ein Witz und ein schlechter dazu zumal die 90W vermutlich nicht Mal am Akkupack ankommen.
72W sind es. Ja, schon mager für unterwegs laden.
Selbst fahre ich immer schon mit Extender direkt an die BionX Zellen angebunden, über einen XT60. Das Kombi lade ich mit HLG Lader seit Jahren so.
 
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cephalotus

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Das geht doch schon mal wieder vom Hundertsten ins Tausendste, dafür haben wir andere Threads, wo diverse Echokammern im Forum aufeinanderprallen dürfen...

Was macht denn ein umweltfreundliches und nachhaltiges Pedelec aus?
was sollen Zielstellung sein für die Nutzungsdauer in Jahren und in km und wie erreicht man die?
Wie reduziert man den Aufwand an Material und wie reduziert man den Materialaustrag von Schadstoffen in die Umwelt?
Wie kann man geschlossene Kreisläufe erzielen?

Muss man das Ökopedelec völlig anders denken als das gewöhnliche Pedelec, also z.B. 5kg mehr Gewicht zu Gunsten von wesentlich längerer Standzeit akzeptieren, wenn vielen scheinbar eh egal ist, ob das Gefährt jetzt 20kg, 30kg oder 40kg wiegt?

Ein paar grobe Zahlen zur Ökobilanz finden sich hier:
https://www.erneuerbar-mobil.de/sites/default/files/2016-09/150916_Abschlussbericht_Pedelection_final.pdf

Zitate daraus:
Fahrrad und Pedelec sind im Verkehrsmittelvergleich mit den weitaus geringsten Klimawirkungen verbunden. Diese sind zwar bei den Pedelecs höher als beim Fahrrad, der Unterschied geht jedoch weniger auf den Energieverbrauch für die Tretunterstützung, sondern vor allem auf die Pedelec-Herstellung (inklusive Akku) zurück. Insgesamt liegt die Klimawirkung bei ca. 18Gramm pro Personenkilometer. Bei einem konventionellen Motorroller liegt die Klimawirkung dagegen mit etwa 80 Gramm pro Personenkilometer fast fünfMal höher...
Aus der Probandenbefragung ergibt sich eine mittlere Jahresfahrleistung von 2.500km(s.Kapitel 3.2.3.5). Als Lebensfahrleistung wird in (Ecoinvent, 2008)von 15.000km ausgegangen; dies würde somit einer Lebensdauer von 6 Jahren entsprechen, was vor dem Hintergrund der Händlerbefragung (s. Kap. 3.1.1.3) als realistisch angesehen wird. Die Bandbreite der Selbsteinschätzung ist jedoch groß und liegt zwischen 150km und nahezu 10.000km jährlich. Im Rahmen des 25 % und 75 % Perzentilsergibt sich eine Bandbreite von 1.000km und 3.500km die wir als obere und untere Werte der Sensitivitätsbetrachtung zugrunde legen. Die Lebensfahrleistung liegt über 6 Jahre damit zwischen 6.000km und 21.000km...
Meine Ansätze / Ideen:

1. Basisfahrzeuge auf 20 Jahre Nutzungsdauer und wenigstens 50.000km auslegen, Antrieb so auslegen, dass er ggf. getauscht werden kann, keine Spezialteile, die nach wenigen Jahren nicht mehr verfügbar sind. Eigentlich sollte aber ein Pedelecantrieb die 50.000km auch locker überstehen. Beim Akku würde ich wneigstens 10 Jahre kalendarische Lebensdauer anstreben, wobei 15-20 Jahren heute machbar sein sollten. Die Zyklenleebnsdauer ist bei den meisten Nutzern eh nicht kritisch, aber wenn man 500 Zyklen a 50km ansetzt müsste man die Zellen eben einmal durchtauschen, bei 1000 Zyklen a 50km nie.
2. Nur biologisch abbaubare Schmiermittel verwenden, idR keine chemischen Reinigungsmittel
3. Reifenabrieb (große Quelle für Mikroplastik) sollte biologisch abbaubar sein (heute wohl noch nicht umsetzbar)
4. Verschleißteile sollten auf lange Lebensdauer optimiert sein. Es werden Bremsscheiben mit 1,8mm Dicke verkauft die bei 1,5mm Dicke verschlissen sind. Eine Bremsscheibe mit 3,6mm Dicke hätte den doppelten materialeinsatz (oder sogar weniger, müsste ja nicht alles so dick sein), würde aber 8x solange halten. Auch der Verschleiß des Antriebsstarngs wäre in allen aderen Verkehrsmittel nicht akzeptabel, beim Fahrrad wird er mesit als Gottgegeben toleriert.
5. Verbundwerkstoffe gerade bei Verschleißteilen vermeiden. Ein Ritzelpaket aus Carbon, Titan, Alu Stahlverbund ist nicht umweltfreundlich. Für 98% der Räder täte es ein reines Stahlritzelpaket auch.
6. Teure Komponenten reparabel machen, z.B. Federgabel, Motor, Akku...
7. EU Recyclingquote einführen mit Verpflichtung zu echten Recycling

MfG
 
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Bikerrider

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Habe mir gestern die chernobyl Serie auf Sky angeschaut. Was da abging da haben wir heute noch Spaß mit. Der ganze radioaktive fallout hat sich in Europa niedergelegt. Man braucht nicht bis zum Klimawandel warten, das nächste akw ist direkt um die Ecke in Belgien. Hoffe das erlebe ich nicht mehr wenn das hoch geht . Haben ja schließlich immer tollen Westwind.
 
hg6996

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Bulls Lavida plus, von 6/2014
Die Technik des Reaktors von Tschernobyl ist nicht mit europäischen Reaktoren vergleichbar. Ein Unfall, wie er in Tschernobyl geschehen ist, in West-Europa daher nicht möglich.
 
Tomcat1960

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Ein wassermoderierter Reaktor kann genauso in die Luft fliegen. Siehe Fukushima (Siedewasser) und Three Mile Island (Druckwasser).
 
hg6996

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Nee. Fukushima ist nicht in die Luft geflogen. 3 mile island auch nicht.
 
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Bei 150-200W üblicher Leistung von gesunden Menschen muss der Motor dann eben auch 150-250W leisten. Mit den üblichen 400-500Wh Nominalenergie-Akkus kommt da kaum mehr als eine Stunde Fahrzeit raus. Das finde ich zu wenig. Reicht bei mir nichtmal für den Arbeitsweg hin- und zurück.
Hä? ich fahre mit 400Wh 3 Stunden lang mit mindestens 500Hm hoch. also nix 1 Stunde.immer 2-3 Stunden
 
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Falco

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Nuklearenergie wird unser idisches Leben vernichten. Wenn ich Kim Jong-Un wäre, würde ich auch mal Versuche auf unserem Trabanten ausprobieren,...die Mondphasen rauben mir schon seit längeren den erholsamen Schlaf ...
 
jm1374

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1. Basisfahrzeuge auf 20 Jahre Nutzungsdauer und wenigstens 50.000km auslegen, Antrieb so auslegen, dass er ggf. getauscht werden kann, keine Spezialteile, die nach wenigen Jahren nicht mehr verfügbar sind.
Wenn die Motorenhersteller da mitmachen würden, gäbe es kein Problem. Ein Pedelec mit Standard Fahrradtechnik und DD Nabenmotor. Als Kraftübertragung ein Piniongetriebe und ein Gatesriemen.
Wenn dann noch der Rahmen vernünftig dimensioniert ist, hat man ein unkaputtbares Pedelec dass ewig nutzbar ist. Alle Teile die eventuell doch mal kaputt gehen, kann man einfach austauschen.

Ich werde mein Bulls E45 nach den 100.000km sicherlich weiter fahren und wenn der Motor kaputt geht, wird ein neuer eingebaut. Beim Akku hab ich keine Einschränkung und der Rest ist Shimano/Tektro Technik. Da wird es sicherlich immer Ersatz geben.
Wäre interessant zu erfahren ob man den Rahmen mit der Zeit irgendwie kaputt bekommt. Wenn der irgendwann bricht und es keinen Ersatzrahmen gibt, wäre dass das Aus.
 
Tomcat1960

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Ich will das jetzt nicht weiter ausbreiten. Immerhin geht es hier um das "Wegwerfprodukt Pedelec", und das hat vielleicht was mit geplanter Obsoleszenz zu tun, aber ganz sicher nichts mit Atomenergie. ;)

Nur soviel: auch in Tschernobyl hatten wir keine nukleare Explosion, sondern große Mengen Kühlwasser verdampften schlagartig und ließen den Reaktor bersten. Eine zweite Explosion von dabei entstandenem Wasserstoff und Kohlenmonoxid (vulgo: Stadtgas) schleuderte große Mengen radioaktiven Materials in die Gegend. Das ist jetzt nicht so grundsätzlich ein anderer Verlauf als in Fukushima. (Mit Three Mile Island hast du Recht: das war "nur" eine Kernschmelze.)
 
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schmadde

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Die Technik des Reaktors von Tschernobyl ist nicht mit europäischen Reaktoren vergleichbar. Ein Unfall, wie er in Tschernobyl geschehen ist, in West-Europa daher nicht möglich.
Das ist Bullshit und spätestens seit Fukushima nachgewiesen, das nicht so viele Störfälle und eklatante sicherheitsrelevante Mängel hat wie z.B. das angesprochene Tihange. Ob jetzt genau der gleiche Fehler auftritt ist doch irrelevant. Am Ende sind sowohl Tschernobyl als auch Fukushima zu erheblichen Anteilen wegen menschlichen Fehlern zu Naturkatastrophen biblischen Ausmaßes geworden (Fukushima vielleicht noch etwas schlimmer, da es wegen Verseuchung des Pazifik ein weniger "lokales" Problem ist). Jede Technik, die nicht absolut sicher vor menschlichem Fehlverhalten ist (und das ist auch die Kernenergie nicht) wird irgendwann mal versagen. Von gezielter Sabotage haben wir da noch gar nicht geredet. Und die Auswirkungen eines einzigen Super-GAUs sind so extrem, dass es unverantwortlich ist, so lange zu warten bis der nächste kommt (und der kommt 100%).
Hä? ich fahre mit 400Wh 3 Stunden lang mit mindestens 500Hm hoch. also nix 1 Stunde.immer 2-3 Stunden
Man kann bestimmt auch 10h fahren, wenn man kaum Leistung vom Motor fordert. Mein nagelneuer 500Wh Akku hält nie länger als 1,5h und das obwohl ich fast nie auf Turbo fahre und meist etwas unter 40km/h bleibe.
 
hg6996

hg6996

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Natürlich kann auch ein Reaktor moderner Bauart einen Störfall haben. Aber in der Diskussion hier wie auch in der öffentlichen Diskussion wird immer so getan, als würden Kernkraftwerke explodieren können wie Atombomben. Das ist totaler Quatsch. Wenn man guckt, wie viele echte Todesfälle auf die Nutzung der Kernenergie zurückzuführen sind, so ist es ein winziger Bruchteil dessen, was z.B. die Nutzung von Kohle verursacht hat.

Ich bin auch kein Befürworter der Atomenergie, allein schon, weil sie das Potenzial bietet, dass Kernbrennstäbe in die falschen Hände gelangen können. Und wenn etwas gar nicht erst existiert, dann kann es auch gar nicht in falsche Hände gelangen.
Aber man sollte schon bei den Fakten bleiben.
 
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