Warum eigentlich tendenziell eher Förderung für Lastenräder aber nicht für konventionelle Pedelecs?

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Bernhard_J

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Warum werden eigentlich mehrheitlich eher Lastenräder gefördert, während das für sonstige Pedelecs eher seltender zutrifft. Erstmal völlig egal ob auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene. Ob Förderungen von Unternehmen (meist kommunale Energieversorger), Krankenkassen etc.

Was steckt hinter der tendenziellen Bevorzugung dieser Umzugslaster auf zwei Rädern?
 
vilmoskörte

vilmoskörte

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Was steckt hinter der tendenziellen Bevorzugung dieser Umzugslaster auf zwei Rädern?
Ein Lastenrad ist eher geeignet, ein Auto, das von Stadtbewohnern oft als Einkaufskorb verwendet wird, zu ersetzen als ein normales Pedelec.

BTW: In würde dir gerne mal zusehen, wie du mit dem Lastenrad einen Umzug machst.
 
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Ravenous

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Ich denke die Idee dahinter ist die Nutzung des Lastenrades für größere Einkäufe und als Kindertaxi.
 
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jup

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Warum werden eigentlich mehrheitlich eher Lastenräder gefördert, während das für sonstige Pedelecs eher seltender zutrifft. Erstmal völlig egal ob auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene. Ob Förderungen von Unternehmen (meist kommunale Energieversorger), Krankenkassen etc.

Was steckt hinter der tendenziellen Bevorzugung dieser Umzugslaster auf zwei Rädern?

Wozu sollte man normale Pedelecs noch fördern müssen? Die verkaufen sich doch von selbst.
 
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Elmo

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das von Stadtbewohnern oft als Einkaufskorb verwendet wird,
Nicht nur von Stadtbewohnern.

”Die Zahlen des Umweltministeriums zeigen, dass knapp die Hälfte der Förderanträge (48 Prozent) von Menschen im ländlichen Raum gestellt wurden. Radprofessor Knese überrascht das nicht: "Durch den Elektromotor kann man längere Strecken zurücklegen. Deshalb bieten Lastenräder eine gute Alternative zum Auto gerade auch im ländlichen Raum."
 
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Bernhard_J

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Nach meinem Verständnis geht es doch auch darum Anreize zu schaffen, den Individualverkehr von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf alternative Konzepte umzuleiten. Sinn oder Unsinn sei mal dahingestellt. Und da sehe ich jede Art von Fahrrad als gleich unterstützungswürdig an. Wenn überhaupt.

Wenn natürlich die Marschrichtung ist, die Muttis (i.S. Muttitaxi) vom Porsche Cayenne auf ein Lastenrad umzushiften, nicht aber den 911er Fahrer auf ein sportliches Pedelec zu hieven, ja dann verstehe ich diese enge Fokussierung. Natürlich ein wenig spitz formuliert.

@vilmoskörte, ich ziehe schon lange nicht mehr selber um. Aus dem Alter bin ich raus ;)

@jup, gilt das nicht ebenso für Lastenräder?
 
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Üps

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Nach meinem Verständnis geht es doch auch darum Anreize zu schaffen, den Individualverkehr von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf alternative Konzepte umzuleiten.
Leider tun sie das Gegenteil: Mit dem 9€-Ticket sind die Leute mehr Bahn gefahren. Um das zu verhindern, soll es jetzt auf den Preis einer normalen Abokarte angehoben werden.
Begründung war ausdrücklich: Damit weniger Leute den ÖPNV nutzen! Also alles davor: Lassen sie das Auto stehen, fahren sie mit Bus und Bahn: Komplett gelogen!

Und jetzt die Cargo-Bikes. Klar: Billig für DHL und co. Aber die breite Masse hat Angst, ob sie an den Monstern der Kurier-Raser unbeschadet vorbei kommt!

Also hilft beides der Auto-Industrie! Denn durch die paar Kargo-Dinger verkaufen die nicht weniger PKW. Im Gegenteil, wenn die Leute sich nicht mehr aufs Rad trauen.
Wenn die Industrie die Radwege erobert, hat der Bürger, haben der Freizeitradler und vor allem der Pendler mit seinem Zeitdruck das Nachsehen.

Nein, die verkaufen sich überwiegend nicht von selbst, sondern WEIL sie so stark gefördert werden.

Nein,werden sie nicht. Hat er aber bereits geschrieben.
 
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Elmo

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Wenn die Industrie die Radwege erobert, hat der Bürger, haben der Freizeitradler und vor allem der Pendler mit seinem Zeitdruck das Nachsehen.
Könnte die Lösung vielleicht in einem Ausbau der Radinfrastruktur liegen?

Das Gegenteil ist übrigens richtig.
Lastenräder, insbesondere Long-Johns, werden besonders dort häufiger eingesetzt, wo die Nutzerinnen sich sicher fühlen.
Tatsächlich explodiert aber gerade das Angebot an Longtails. Und die sind in der Regel nicht/kaum größer als normale Fahrräder.
 
Jibbo01

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Ich hab mein Lastenrad seit Ostern. Seitdem 1000km gefahren, und keinen m mit meinem Auto mehr. 9€ Ticket funktioniert bei uns im Outback bei 4 Bussen am Tag mal gar nicht. Ich bräuchte 1,5h für 15km einfache Strecke zur Arbeit. Alle Besorgungen /Einkäufe und Ausflüge machen wir seitdem mit Rad.
Die Förderung in Niedersachsen als Bsp ist keinesfalls ein Kaufanreiz. 400€ für ein Biobike und 800€ für eins mit E.
mMn ist die nur was für die Leute die die Kohle sowieso über haben und sich über den "kleinen" Bonus freuen.
Ein Longjohn mit allen was man braucht dabei, biste bei bei gut 7-8k€

Ich hab die soviel Kohle nicht zum "sparen" über, und hab meins selber gebaut.
 
trallafitti

trallafitti

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Wenn natürlich die Marschrichtung ist, die Muttis (i.S. Muttitaxi) vom Porsche Cayenne auf ein Lastenrad umzushiften, nicht aber den 911er Fahrer auf ein sportliches Pedelec zu hieven, ja dann verstehe ich diese enge Fokussierung. Natürlich ein wenig spitz formuliert.
An diesem Zitat erkennt man wunderbar, dass Du schon lange aus dem Alter raus bist, um alleine umzuziehen 😅
 
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Bernhard_J

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Könnte die Lösung vielleicht in einem Ausbau der Radinfrastruktur liegen?
Das ist zwar nicht das eigentliche Thema, zahlt aber auf den hier diskutierten Themenkomplex ein.

Hierzu möchte ich mit euch eine Mail teilen, die ich vor drei Monaten an die zuständige Stelle der Stadt Frankfurt (das sog. Radfahrbüro) geschickt habe:


Betreff: Ungenutzter Verkehrsraum bei akuter Gefährdung von Fahrradfahrern

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich als Autofahrer an Sie, der jeden Tag mit dem Auto durch die Frankfurter Innenstadt zur Arbeit und wieder nach Hause pendelt. Auf meinen täglichen Wegen befahre ich morgens (stadteinwärts) und abends (stadtauswärst) die Schloßstraße im Stadtteil Bockenheim.

Insbesondere auf dem Abschnitt zwischen den Kreuzungen Schloßstraße und Rödelheimer Straße sowie Schloßstraße und Adalbertstraße kann man als Autofahrer nicht genug Augen haben. Die Schloßstraße ist bekanntlich sehr eng, jeweils in Fahrtrichtung rechts parken Autos. Man wird als Autofahrer rechts wie links von Fahradfahrern überholt, teilweise kreuzen diese ohne jegliche Anzeichen die Spur des Autofahrers etc. Jeden Tag ist der benannte Abschnitt insb. für die Radfahrer brandgefährlich. Und dabei wäre auf der Schloßstraße genügend Platz und Auto- wie Fahrradfahrer könnten sich wunderbar aus dem Weg gehen: Bekanntlich befindet sich in der Mitte der Schloßstraße im benannten Abschnitt eine Straßenbahntrasse, die seit nunmehr 36 Jahren (!!!) ungenutzt ist. Für mich ist es vollkommen unverständlich, warum man diesen wertvollen Abschnitt des kostbaren und knappen Guts Verkehrsraum brach liegen lässt und als Stadt billigend in Kauf nimmt, dass Menschen zu Schaden kommen, obwohl das hier nicht notwendig wäre.

Unsere europäischen Nachbarn, allen voran Schweden, die Niederlande oder Luxemburg machen es uns vor und zeigen, wie man den Auto- und den Radverkehr miteinander in Eintracht bringen kann. Und zwar ohne, dass die beiden Gruppen einander gegenseitig im Weg rumfahren und insb. die eine Gruppe massiv gefährdet ist.

Mein Appel an Sie: funktionieren (und bauen) Sie die brachliegende Straßenbahntrasse zu einem geschützten Radweg um, umzäunen Sie idealerweise gar diesen „Fahrradhighway“ und sorgen Sie somit wieder für einen besseren Verkehrsfluss auf der Schloßstraße und nehmen Sie Ihre Verantwortung an dieser Stelle Frankfurts für die Unversehrtheit der Fahrradfahrer wahr.

Freundliche Grüße


Dreimal dürft ihr raten, was bisher passiert ist. Ich nehme es vorweg: NIX!!! Es gab eine automatisierte Antwort. That's it.
 
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Elmo

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Dreimal dürft ihr raten, was bisher passiert ist. Ich nehme es vorweg: NIX!!! Es gab eine automatisierte Antwort. That's it.
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onemintyulep

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Die Lastenräder werden gefördert in der naiven Annahme, dass sie ein Auto ersetzen. Hier in Stuttgart musste man zB. nachweisen, dass man ein Auto stillgelegt hat :)
Ist natürlich insofern Quatsch, das auch die Lastenräder den Pedelec-Einschränkungen entsprechen müssen, und dass ein Anhänger an einem normalen Pedelec viel besser für Transporte geeignet ist, als zB. diese komischen Räder wo vorne die Kinder drinsitzen....
 
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thomassiino

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Wenns drum geht Einkäufe bzw. Getränkekisten mit dem Fahrrad zu befördern finde ich Fahrradanhänger viel praxistauglicher und preiswerter als zusätzlich noch ein ganzes Lastenrad. Anhänger sollten gefördert werden.
 
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thomassiino

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Kann man sich für 100 Euro selbst bauen. Ich habe trotzdem einen gekauft.
Diesen wirtschaftlichen Aspekt meine ich eben auch. Was das Lastenrad für, sagen wir mal 5000 € aufwärts leistet macht der Anhänger am bereits vorhandenen Fahrrad für (fertig gekauft) ca. 300-500 €.
 
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