VW und die Powerbank für Elektrofahrzeuge

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Hochsitzcola, 28.12.18.

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  1. Creative_Inspire

    Creative_Inspire

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    Und weil die Welt sie böse ist fangen wir gar nicht erst an irgendetwas zu ändern...
     
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  2. ziltoid81

    ziltoid81

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    Die Welt ist weder noch, die interessiert das Hin und Her der temporären Bewohner auch eher weniger.

    Zum Thema "ändern"
    Gut gemeint und gut gemacht sind halt zwei Paar Schuhe.
     
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  3. Boerni556

    Boerni556

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    Ändern um des Änderns Willen ändert gar nüscht. Verbessern wäre besser....

    Daher wäre es schon spannend zu wissen, was mit den ausgelutschten Oldtimer-Akkus nach Ablauf der Tesla-Garantie dann passiert. Müllkippe in Sizilien oder Afrika? Oder gar Recycling? Wer macht dann wie wo was?
     
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  4. mawadre

    mawadre

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    Dafür kann man sich als Kunde in D und CH ja inzwischen entscheiden, für welche Art von Strom man zahlen möchte. Klar funktioniert das nicht immer zu 100,0%. Aber permanente größere Diskrepanzen zwischen eingekauftem und verkauften Strommix fallen irgendwann jedem Versorger auf die Füße.
    --- Beitrag zusammengeführt, 11.01.19 ---
    Oder eben die Kreissler Electric Ladesäulen mit Akkupuffer aus Österreich.
    --- Beitrag zusammengeführt, 11.01.19 ---
    Es gibt, soweit ich weiß, kein einziges Thema auf der Welt, dass mit großem Abstand einfach und aus der Nähe und im Detail betrachtet komplex erscheint. Das ist quasi ein Naturgesetz.
     
  5. Fraenker

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    Und wieder ein Wirkungsgradverlust.
    Aber gut, bei Strom nicht so wichtig.
     
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  6. mawadre

    mawadre

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    In diesem Thread geht's ja gerade darum, dass VW weniger performante Autoakkus in stationären Speichern einsetzen will. Von Daimler / Smart weiß man, dass die zur Ersatzteileversorgung ihrer elektrischen Fahrzeuge recht viele Akkus langfristig lagern müssen/wollen. Einen Akku 10 Jahre ungenutzt lagern geht nicht - er altert sich zu Tode. Dann haben sie ein kombiniertes Akku-Lager und Speicherkraftwerk mit ganz flachen Zyklen gebaut. Die Akkus werden soweit ich das verstanden habe, nur z.B. zwischen 40 und 50% gefahren und sollen daraus folgende auch nach 10 Jahren noch wie neu sein. Besser als bei einfach rum liegen lassen.

    Ansonsten könnte man alte Akkus wahrscheinlich einschmelzen und die wesentlichen Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Eisen, Aluminium etc. abscheiden.
    --- Beitrag zusammengeführt, 11.01.19 ---
    Und wieder eine beleidigte Pauschalverurtellung. Sicher ist es besser, wenn man sich im Bereich von Wirkungsgraden von 70-95% bewegt (EV) als wenn es um 5-20% (Verbrenner) oder vielleicht 30% (Wasserstofffahrzeuge, Brennstoffzelle, Elektrolyse) geht.

    Und gerade im EV Bereich wird wegen des im Vergleich zu chemischen Treibstoffen nur ca. 1/10 so großen Energiegehaltes extrem Wert auf Effizienz gelegt. Deswegen sind z.B. die Fans so vom neuen Jaguar iPace EV enttäuscht. Wäre eine günstigere, kleinere nette Alternative zum Tesla X gewesen. Aber dummerweise verbraucht der größere, schwerere Tesla X weniger Energie als der kleinere Jaguar. Das resultiert in höherer Reichweite. Bessere Effizienz gleich besseres Auto.
     
  7. andreas s

    andreas s

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    Darf ich dir verraten, was es damit auf sich hat?

    Ich verlinke mal auf eine zufällig ausgewählte Seite eines Stromanbieters, der seinen Kunden 100 % Wasserkraftstrom anbietet.
    https://www.stadtwerke-holzminden.d...eistungen/strom/oekostrom-aus-wasserkraft.htm
    Liest sich doch toll, oder?
    Die Wahrheit dahinter ist, dass hier lediglich ein Zertifikatehandel dahinter steckt. Der norwegische Wasserkraftbetreiber speist in das norwegische Netz ein und der deutsche Braunkohlebetreiber speist in das deutsche Netz ein. Selbst wenn zwischen diesen beiden Ländern eine Leitungsverbindung besteht, die theoretisch die gehandelten Strommengen übertragen könnte, bleibt der erzeugte Strom auf Grund physikalischer Gesetzmäßigkeiten immer auf dem widerstandsärmsten (kürzesten) Weg zwischen Erzeuger und Verbraucher.
    Der in D angebotene norwegische Wasserkraftstrom kommt also tatsächlich niemals beim Verbraucher an. Der Zertifikatehandel jedoch tut so als ob der Wasserkraftstrom hier in D gebraucht würde und dafür der Norweger, der tatsächlich Wasserkraft in seinen Stromnetzen hat, Braunkohlestrom verbrauchen würde.
    Der Saldo aus Stromimporten und -Exporten ist in D etwa 5 mal so hoch wie in Norwegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine kWh norwegischer Wasserkraftstrom tatsächlich und physikalisch in D Verwendung findet tendiert gegen Null.
    Das Märchen vom "Stromsee" ist genau wie die "Stromcloud" nichts als ein Marketingtrick, der den dummen Verbraucher täuschen möchte.
     
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  8. Boerni556

    Boerni556

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    Theoretisch könnte ja jeder einen Ökostromvertrag abschließen. Der Strom-Mix gibt aber keine 100% her.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.19
  9. mawadre

    mawadre

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    Mit den Stromverträgen können die Kunden entscheiden, für welche Art von Stromerzeugung sie zahlen wollen. Und wie ich oben schrieb, passt das nicht genau aber fällt auf, wenn es stark abweicht. Also wenn rein hypothetisch 100% der Stromabnehmer in D für zu 100% Erneuerbaren Strom bezahlen würden aber in D nur 50% der Strommenge aus Produktion und Importen erneuerbar wäre, dann würde das ernste Fragen mit ernsten Konsequenzen auslösen.
     
  10. Seemann

    Seemann

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    Ist es nicht vollkommen egal, wo der Strom der physikalisch aus der Steckdose herkommt hergestellt wird ?
    Atomstrom z.B. ist ja nicht radioktiv verseucht. Es geht doch um das Saldo.

    Der Verbraucher reduziert den Braunkohlestrom genau um die Menge für die er Ökostrom gekauft hat. (zumindest theoretisch)

    Ich habe mich mit dem Zertifikatehandel noch nicht beschäftigt, stelle es mir aber (stark vereinfacht) so vor:

    Der örtliche Stromversorger darf nur den Strom verkaufen, den er auch eingekauft hat.
    Wenn er nun 50 % Ökostrom und 50 % Braunkohlestrom gekauft hat, darf er natürlich nicht mehr als 50 % Ökostrom verkaufen.

    Wenn alle Stromversorger nur noch Ökostrom verkaufen, dann müßte dieser auch von diesen eingekauft und produziert werden können.
    D.h. der Norweger baut weitere Wasserkraftwerke, der Deutsche Windkraftanlagen und der Spanier vielleicht Solarkraftwerke.
    Der Braunkohlestrom den keiner mehr haben will muss dann auch nicht produziert werden, die Kraftwerke könnten geschlossen werden.
    D.h der Anteil des Braunkohlestromes wird immer geringer.

    Natürlich geht das nicht von heute auf Morgen, da spielen auch noch marktwirtschaftliche und natürlich technische Aspekte eine Rolle.
    --- Beitrag zusammengeführt, 11.01.19 ---
    Derzeit natürlich nicht, vielleicht ist das auch technisch gar nicht möglich, das ist natürlich ein langfristiger Prozess,
    weil halt nicht alle gewillt sind (aus was für Gründen auch immer, meist wohl Kosten) Ökostrom zu kaufen.

    Wenn immer mehr Ökostrom anfordern würden, müßte die stromerzeugende Industrie halt mehr Ökostromkraftwerke bauen.

    Die Kanalisation benötigte in Deutschland über 100 Jahre bis die Meisten angeschlossen waren.

    Das Argument: "Wenn das alle machen würden" ist immer ein Totschlagargument, weil die Realität doch meistens anders aussieht.
     
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  11. andreas s

    andreas s

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    Das wäre allerdings die Voraussetzung, den Handel mit "regenerativem" Strom zu verstehen.
    Der Zertifikatehandel führt dazu, dass in Norwegen der tatsächlich aus Wasserkraft produzierte Strom dem Norweger als "Strom aus unbekannter Quelle" (also auch Braunkohle und Kernkraft) verkauft wird. Das Zertifikat, das seinen Strom als Wasserkraftstrom ausweist, wurde ja verkauft.
    Das interessiert den Norweger jedoch nicht die Bohne, da der ganz genau weiss, woher (nämlich aus dem in Sichtweite produzierenden Wasserkraftwerk) sein Strom stammt. Die nach D für viel Geld verkauften Wasserkraftzertifikate führen dann dazu, dass die daraus erzielten Einnahmen den Strom für den Norweger vergünstigen.
    Frei nach Asterix sitzt der Norweger dann mit der Angel am Fjord und sinniert "die spinnen, die Deutschen".
     
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  12. andreas70

    andreas70

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    Was so privat an bisschen Strom verbraucht wird kann inzwischen locker aus regenerativen gedeckt werden. Die Großverbraucher aus Industrie und Gewerbe kaufen keinen Ökostrom solange der "normale" billiger ist, wenn sie so richtig viel verbrauchen sind sie auch noch von der EEG Umlage befreit...
     
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  13. Boerni556

    Boerni556

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    Klasse! Die Norweger sind halt schlau und nicht nur beim Thema Strom fein raus. Strom kostet ja fast nix. Und das Nordsee-Erdgas verkaufen sie an den Rest Europas, meiden Zahlungen an die EU und stopfen die Kohle in ihren Staatsfonds. Studenten erhalten dann großzügige Stipendien. Deswegen sind sie eben so schlau. So geht das!
     
  14. cephalotus

    cephalotus

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    Stromzertifikate funktionieren prinzipiell sehr wohl.

    Wenn ich am Geldautomaten Geld abheben sind das nicht die 50 Euro Scheine, die mein Arbeitgeber dort für mich deponiert sondern ist "graues Geld". Dennoch kann man das problemlos meinem Konto zuordnen.

    Der meiste Grünstrom in Deutschland wird nach EEG vergütet. Hier gilt aber das Doppelvermarktungsverbot und dieser EEG Strom steht nicht als Ökostrom in Deutschland zur Verfügung. Was übrig bleibt ist überwiegend Wasserkraft und hier in der Größenorndung um die 20-30TWh/a (den genauen Wert müsste ich nachschlagen). Das deckt nicht die Nachfrage in Deutschland

    Ökostrom wird daher per Zertifikat "importiert" / eingetauscht und bei uns passiert das überwiegend aus Norwegen.

    Im Gegenzug hat Norwegen daher heute (2016) auch einen Stromanteil von 78% aus fossilen und nuklearen Erzeugern, das ist nämlich das, was bei uns gegen deren Strom aus Wasserkraft billig eingetauscht wird.

    Wo das System meiner Meinung nach nun hakt ist nicht in Deutschland, sondern in Norwegen. Dieser Strom müsste selbstverständlich in Norwegen auch als fossiler Strom z.B. aus Braunkohle deklariert werden (wird er vermutlich auch) und ganz wesentlich müsste dieser Strom Norwegen auch bei den Berechnungen des CO2 Ausstoßes aufgeschlagen werden. Das passiert aber meines Wissens nicht.

    Damit wäre (und ist!) der norwegische Strom nämlich plötzlich garnicht mehr so grün wie immer getan wird. Die Norweger juckt das aber scheinbar nicht uns sie behaupten fröhlich, dass sie einerseits Ökostrom gegen Geld tauschen, denselben Strom aber angeblich auch selber verbrauchen. Die angeblich so tolle emisissionsfreie norwegische E-Mobilität ist eine Lüge. Aus meiner Sicht ist das unmöglich, denn ihren Ökostrom haben die billigst eingetauscht.

    Würde Norwegen sich diese Emissionen aus eingetauschten deutschen Kohlestrom bei internationalen Klimaschutzabkommen tatsächlich selber zurechnen müssen (meinem Meinung nach wäre das sehr logisch) wären die Tauschzertifikate sicherlich nicht annähernd so billig wie sie sind, denn Norwegen mit seinem extrem hohen Pro-Kopf-Verbrauch an Elektrizität wäre (bzw ist) eine der größten Klimasünder des Planeten.

    [​IMG]
    --- Beitrag zusammengeführt, 11.01.19 ---
    Einfach den CO2 Ausstoß bei internationalen Klimaschutzabkommen auch Norwegen zurechnen. Die landen dann geschätzt bei 30-40t CO2 pro Nase.

    Und natürlich in öffentlichen Diskussionen zum Thema wie umweltfreundlich die E-Mobilität in Norwegen doch ist darauf hinweisen, dass die im wesentlichen deutschen Braunkohlestrom in ihren PKW benutzen. Wenn Ihnen das so recht ist, ist es natürlich oka, aber dieselbe kWh Ökostrom kann genausowenig doppelt genutzt werden wie ich den 50 Euro Schein zweimal abheben aber nun einmal abbuchen kann. Leider.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.19
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  15. andreas s

    andreas s

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    Norwegische Wasserkraft, die in Norwegen zu Strom gemacht und in Norwegen gebraucht wird ist und bleibt emissionsarmer Strom aus Wasserkraft, vollkommen egal ob irgend ein irres System in Hütchenspielermanier per Zertifikathandel einen Tausch gegen "schmutzigen" Strom vorgaukelt. Nicht die Geschichte von der emissionsarmen norwegischen E-Mobilität ist eine Lüge, sondern der angeblich in D verkaufte norwegische Wasserkraftstrom.
    Die Perversion des Zertifikathandels wird noch deutlicher, wenn man sich vorstellt, dass eine kleine mit Dieselaggregaten stromversorgte Insel im Pazifik ohne jede Kabelverbindung zum Festland sich allein per Zertifikatzukauf ein Ökomäntelchen schneidern könnte. Diese Insel könnte fortan juristisch einwandfrei behaupten, sich mit Ökostrom zu versorgen. Die Abgas und Rußfahnen der altersschwachen Dieselaggregate verschwinden natürlich sofort von der Insel, sobald das Geld fürs Zertifikat im Kasten klingelt.
    Mit dem Erwerb eines Zertifikats erwirbt man keinen sauberen Strom, sondern lediglich das Recht, seinen selbst auf welche Weise auch immer produzierten Strom mit einem "sauberen" Label zu versehen. Der Verkäufer eines solchen Zertifikates darf seinen sauberen Strom im Gegenzug nicht mehr "sauber" nennen. Das ist alles, es findet kein Austausch von Strom statt.
    Daher ist es auch ein falscher Gedankengang, den Norwegern einen CO2-Ausstoss anzudichten, den es dort nicht gibt.
    Zertifikathandel ist mafiösen Strukturen nicht unähnlich. Dort ist es üblich, dass ein hochrangiger Mafiosi sich von einem begangenen Verbrechen freikauft, in dem er der Familie dessen, der sich selbst mit einer Falschaussage dieses Verbrechens bezichtigt, einen sonst unerreichbaren Wohlstand zukommen lässt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.19
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  16. Electric

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    Siehst du? Und hier schließt sich der Kreis. Ich bin kein Tesla-Fan. Aaaber das Akku-Konzept passt schon.

    Wie Mercedes liefern sie bereits Stromspeicher. Mercedes hat jetzt aufgehört, die aus neuen Batterien zu bauen und stellt gerade um, damit Elektroauto-Batterien ein zweites Leben dort bekommen können. Tesla produziert noch aus Neuzellen, wird aber ebenfalls auf Zweitverwendung umsteigen. Und VWs Powerbank wird ebenfalls auf recycelten Akkusätzen basieren.

    Ziel ist es, auch Haushalte ohne eigenes Elektroauto in einem stärker dynamisierten Strommarkt ins Netz einzubinden. Das heißt, entnehmen und einspeisen bei ständiger Verbindung. Home2grid, nennt sich das, vehicle2grid, wenn das Elektroauto der Speicher ist. Dabei profitieren alle: Das Stromnetz wird stabiler, weil es auf viel mehr lokale Ressourcen zurückgreifen kann. Es benötigt selbst bei Einsatz von ausschließlich regenerativen Energien nachts und bei Flaute keine Pufferkraftwerke herkömmlicher Technik (Atom bis Kohle) mehr, weil man damit Millionen dezentrale Speicher hat. Reguliert wird im Wesentlichen über den Preis zu einer bestimmten Zeit.

    Also ist der Strom an einem windigen, sonnigen Sonntag im milden Herbst sehr billig, aber frühabends am Donnerstag vor Weihnachten extrem teuer. Und die Speicher arbeiten nach vom Verbraucher einzustellenden Regeln. Z.B. unter 15c/kWh Speicher vollmachen, bis 20c/kWh 50% füllen, über 35c/kWh keinen Strom beziehen bis die Energie im Speicher unter 10% Kapazität absinkt. Dann keine Verbraucher über 200W mehr zulassen und Geschirrspüler und Waschmaschine auf die späte Nacht verzögern.

    Zukunftsmusik? Vielleicht, aber die Speicher sind schon käuflich und das erste Elektroauto, das als Stromspeicher zertifiziert ist, gibt es bereits - das ist der Leaf von Nissan. „The Mobility House“ hat die Hard- und Software zur Steuerung entwickelt. Es wird also...
     
  17. mawadre

    mawadre

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    Das ist, als würde man den realen Import von allerfeinsten Obst und Gemüse Güteklasse A aus Spanien nach D oder erst Recht CH abstreiten nur weil die Spanier zu Hause auch Tomaten essen. So schlechtes Gemüse im Laden wie in manchen spanischen Gegenden oder gar auf den spanischen kanarischen Inseln habe ich in Zürich noch nirgends angeboten bekommen. Das Prinzip heißt Exportqualität und ist vom Bier schon länger bekannt. Die Einheimischen haben weniger Geld und nehmen Qualität B, die erste Güte geht in den Export. Und das fließen ganz reale Wären hin und her. Beim Stromtausch innerhalb Europas hast Du natürlich einerseits Recht, dass der Strom immer vom höeren Niveau (Spannung) zum niedrigeren Niveau fließt. Aber das europäische Verbund-Stromnetz ist schon seit Jahrzehnten recht komplex und wird seit dem Zubau der Regenerativen immer umfangreicher. Und soweit ich das verstehe, ist das Netz auf dem Kontinent tatsächlich ein einziges Gesamtnetz mit synchronisierten 50 Hz. Und es verhält sich tatsächlich fast wie ein großes verästeltes Kanalsystem für Wasser, dem an unglaublich vielen Stellen Wasser entnommen wird und an nicht so vielen Stellen Wasser reingegeben wird. Sobald langfristig mehr rausgenommen als reingegeben wird, sinkt der Wasserstand im Fall des Stromnetzes die Spannung und / oder die Netzfrequenz. Genau das ist letztes Jahr passiert als scheinbar auf dem Balkan massiv unbezahlt Strom entnommen wurde und monatelang niemand auf dem Kontinent Lust hatte, die fehlende Strommenge zusätzlich unbezahlt einzuspeisen. Deswegen liefen dann irgendwann alle netzsynchronen Ihren wir z.B. die am Elektroherd in der Küche zu langsam und gingen nach.
    Norwegen hängt am Verbundnetz und somit sitzen sie im selben Boot.
    Wenn es stimmen sollte, was @cephalotus schreibt, dass die Norweger ihren Wasserstrom billig nach D verkaufen und gleichzeitig behaupten ihn selbst zu verbrauchen dann ist das klassisches Doublespending und wird früher oder später genau zu den oben erwähnten Fragen und Konsequenzen führen. Ich halte es für wahrscheinlich, dass bei korrekt beschriebener Lage zu her den Kulissen schon die Diplomatie dazu läuft.
     
  18. Boerni556

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  19. mawadre

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    Im Artikel im Juli sprachen sie von hohen Preisen bis 50 Öre je kwh und "Preisen so hoch wie in Deutschland". Das sind ca. 5 Cent die kWh. Die meinten die Einkaufspreise...
    Aus meiner einzigen Norwegenreise vor 20 Jahren erinnere ich mich noch an unser tägliches Staunen, wie überall für uns sichtbar Strom verschwendet wurde. Oft brannte an Gebäuden tagsüber eine Lampe die nur Nachts Sinn machte und hatte nicht mal einen Lichtschalter.
    Sicher keine schlechte Idee, den heutigen Norwegern das Energiesparen beizubringen. Die Deutschen mit dem halben Einkommen der Norweger (20k vs 40k Euro Äquivalenznettoeinkommen) zahlen den doppelten Strompreis absolut. Also einen 4× so hohen Strompreis nach Einkommen.
    Screenshot_20190112-082803_Samsung Internet.jpg

    In Deutschland ist Stromsparen inzwischen gut in den meisten Köpfen verankert. Wie es heute in Norwegen aussieht kann ich nicht sagen.

    Abgesehen davon wäre Solarstrom was für die Norweger. Ihr Wasser verdunstet immer dann massiv, wenn viel Sonne scheint...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.19
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  20. Kraeuterbutter

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    der Klimawandel kennt keine Grenzen, Staaten und Nationalitäten - wir haben eine Erde auf der wir alle leben

    nunja: ich weiß zu wenig darüber um das wirklich mit Bestimmtheit zu sagen - allerdings hört man ja auch hier oft: "was wird passieren, wenn die Chinesen alle auch ein Auto haben wollen" oder "die Überbevölkerung ist schuld, weil die in Afrika soviele Kinder kriegen und wenn die dann auch ihren Lebensstandard erhöhen wollen, das wird dann schlimm fürs Klima werden"
    ergo: beim Suchen der Schuldigen sind die Grenzen ja auch unwichtig..

    vondaher seh ich es mal als egal an, ob die Insel nur mit Diesel STrom produzieren kann, und sich dann per Zertifikat "frei kauft" und so "öko" wird,
    wenn im Zuge dessen anderswo jemand seinen eigenen produzierten Ökostrom hergibt


    ich hab das selber als FAhrradbote erlebt...
    in Wien gibts mehrere FAhrradbotendienste, einige die wirklich nur mit FAhrrad unterwegs sind
    ich bin für den größten FAhrradbotendienst gefahren: der hat aber auch eine Autoflotte, für die größeren Transportgüter (Lieferwagen) bzw. längeren Fahrten ins Umland von Wien (Auto)

    trotzdem waren wir der einzige FAhrradbotendienst der sich auf die Broschüre, Homepage und die Autos groß "100% CO2 neutral" draufgeklebt hat
    warum? weil wir irgenwo in Südamerika das aufforsten eines Waldes unterstützen


    die OPtik ist schief - aber wenn ich das Gesamtsystem "Erde" betrachte macht es Sinn
     
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