Vorstellung: Electra Fat Cruiser Umbau

Diskutiere Vorstellung: Electra Fat Cruiser Umbau im Umbau-Pedelecs Forum im Bereich Diskussionen; Im Herbst hatte ich mir in den Kopf gesetzt als Bastelprojekt für diesen Winter ein Pedelec umzubauen. Hauptsächlich sollte es als Pendlerrad zur...
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stef.krger

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Im Herbst hatte ich mir in den Kopf gesetzt als Bastelprojekt für diesen Winter ein Pedelec umzubauen. Hauptsächlich sollte es als Pendlerrad zur Arbeit dienen. Das sind zwar nur 7 Kilometer einfach, allerdings steigt der Weg zur zweiten Hälfte recht ordenlich an, sodass es mit dem Bio-Bike fast unmöglich ist unverschwitzt zur Arbeit zu kommen.

Auf der Suche nach einer passenden Basis wurde ich irgendwann auf die Beach-Cruiser-Bikes aufmerksam, die es mir sofort angetan hatten. Hauptsächlich gefallen mir die entspannte aufrechte Sitzposition und der extravagante Look. Schließlichen entschied ich mich für das Electra Lux Fat Tire 7D, das zudem ein Fat-Bike ist, was zusätzliche Herausforderung versprach.

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Bei dem Build ging es mir vor allem darum ein Bike zu bauen das optisch möglichst dezent ist und den cleanen Look des Lux 7D beibehält. Das heißt: kein Kabelsalat, kein klobiges Display und eine möglichst saubere integration des Akkus. Als Motor entschied ich mich für den TSDZ2, da mir das natürliche Fahrgefühl mit dem Drehmomentsensor wichtig war und mich die Möglichkeit der Anpassung mit der Open-Source-Firmware reizte. Beim Display wurde schnell klar, dass nur das SW102 dezent genug ist um die Optik nicht zu stören.

Die Kombination TSDZ2 und SW102 ist sicherlich nicht die einfachste. Um die Open-Source-Firmware zu installieren muss das Display zwangsweise geöffnet werden. Zudem kommt das Bike standardmäßig mit einem 100mm Fat-Bike-Tretlager, den TSDZ2 gibt es hingegen nur in Standardbreite. Also fiel hier zusätzlich noch eine Verbreiterung des TSDZ2 an. Aber egal, schließlich ging es mir ja um die Herausforderung.

Los ging es mit der Motorverbreiterung. Am TSDZ2 wird hierzu ein Gewinde eingeschnitten, in das dann eine Rohrverlängerung eingeschraubt wird. Dadurch kommt schließlich eine längere Achse. Die Verbreiterungskits kann man im Ausland bestellen. Das Gewinde muss allerdings selbst eingeschnitten werden und das war wirklich eine Herausforderung mit dem Handgewindeschneider.

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Als nächstes war das Display dran. Um an die Kontakte zum Flashen der Firmware zu kommen muss das SW102 geöffnet werden. Entweder man bricht es am Up-Down-Schalter auf, was aber anscheinend die Wasserdichtigkeit beeinträchtigt. Oder man schneidet es an der Seite auf - so kann man es schließlich wieder mit Silikon verkleben und es sollte wetterfest bleiben. Ich entschied mich für Variante zwei. Nach dem Öffnen noch die vier Schnittstellenkabel anlöten, das Display mit dem STLink flashen und das Display meldet sich mit der Open-Source-Firmware im Demo-Modus.

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Leider habe ich mein erstes SW102 Display wohl beim Löten gekillt. Jedenfalls ließ es sich nicht flashen. Daher meine Warnung an jeden der ein Flashen des SW102 plant: das Anlöten der Kabel ist nicht wirklich trivial. Zumindest nicht wenn man das Display seitlich öffnet. Es ist sehr wenig Platz und der verbaute Chip reagiert sehr empfindlich auf Hitze. Beim zweiten Display hat es dann glücklicherweise funktioniert.

Jetzt musste noch das Anschlusskabel umgelötet werden, da die interne Belegung von Display und Motor verschieden ist und zudem die Stecker nicht kompatibel sind.

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Dann konnte ich mich endlich daran machen alles zusammen zu bringen. Der eigentliche Anbau des Systems ist wirklich simpel. Tretlager ausbauen, Motor durchschieben und festschrauben, Akkuhalterung, Display und Geschwindigkeitssensor anbringen und alles verkabeln. Der gewählte Akku ist ein 10S4P 36V Akku mit 13,8Ah, seitlicher Entnahme und Samsung INR18650-35E Zellen. Durch die seitliche Entnahmemöglichkeit konnte ich ihn an dem einzigen geraden Rohr des Rahmens - dem Sitzrohr - anbringen. Dank des breiten Tretlagers passt er dort perfekt rein. Zwischen Sitzrohr und Hinterrad war dann noch Platz um unauffällig ein ABUS Faltschloss unterzubringen.

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Und so sieht das Resultat aus:

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Und was soll ich sagen: es macht unglaublich Laune. Das Bike ist sicher nicht zum Rasen gemacht - in den ersten Testfahrten bin ich bei mittlerer Unterstützung entspannt mit 25-28 km/h unterwegs gewesen. Auf stärkster Unterstützung im niedrigsten Gang sind 40 km/h durchaus möglich, aber das widerspricht irgendwie dem Prinzip des Cruisers.

Lasst mich wissen was ihr von dem Umbau haltet!
 
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maspalomas

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Wieviele Zellen wuerden rein passen, wenn man eine 75mm breite Batteriegehaeuse (wie ein Motorradtank) bauen und montieren wuerde?
Gruss
 
maspalomas

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Ich dachte zwischen Oberrohre und die Sattelstrebenverlaengerung, halt wo beim Motorrad der Tank sitzt.
 
Tommmi

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maßgeschneidert wohl auch nicht mehr wie 40 Zellen wenn man das abschätzt. Dann eventuell doch nen richtigen Tank schweißen der komplett rübergeht und etwas breiter ist.
Rad sieht aber ja gut aus, also immer schön cruisen.
Hier auch mal ein guter Ansatz
index.jpg
 
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Uwesfahrrad

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Vielleicht so ein Tank. Der hat ca. 9 Liter und ist von Cole Foster. Ich hab den damals auf meinem Chopper verbaut weil der so schön klein war.. Der ist klein und sieht noch gut aus dabei mit einer schönen Form.
IMG-20191205-WA0001(1).jpg
 
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stef.krger

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Ich dachte zwischen Oberrohre und die Sattelstrebenverlaengerung, halt wo beim Motorrad der Tank sitzt.
Ja ich hatte tatsächlich überlegt ob ich dort eine Art Tank als Batteriehalterung einbaue. Allerdings bin ich mehr der Elektroniker als der Mechaniker.. Ich denke das hätte ich nicht in der Qualität hinbekommen dass es mich zufrieden gestellt hätte.
 
bielefeld-michi

bielefeld-michi

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Zum Design:
Ich finde das ein Nabenmotor
(in Silber nicht in Schwarz)
besser gepasst hätte, sieht dann vom Styling ein bisschen wie eine Trommelbremse aus.
Den Akku hätte ich in einer stilvollen hellbraunen Wildledertasche mit Fransen untergebracht.
... Aber sonst: ein technisch anspruchsvoller Umbau 👍
 
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detritus

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Da du die Drehmomentstütze des Motors nicht verbauen kannst, würde ich persönlich den Motor soweit drehen, dass er am Unterrohr anliegt und dort gestützt wird. Ansonsten könnte das auf Dauer von selbst passieren und eine unschöne Macke dabei entstehen.
Oder hast du das Drehmoment anderweitig abgestützt und ich habe es nur nicht gesehen?
Ebenso würde ich die zwei Schrauben, die von der Halteplatte im Moment "nackig" zum Motorgehäuse verlaufen noch mit passenden Abstandhaltern versehen.
 
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stef.krger

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Hallo detritus, man sieht es auf den Fotos nicht aber der Motor ist Drehmoment abgestützt. Durch die Verbreiterung lieg das Teil, in das die Schrauben der Halteplatte am Motor greifen, zentral unter dem Unterrohr und es ist an beiden Seiten jeweils nur ein halber Millimeter Spalt zwischen Rahmen und Motor. Dort habe ich dann eine dünne Gummimatte eingesetzt. Somit ist der Rahmen geschützt und der Motor sitzt bombenfest.

Zu den nackten Schrauben: Seltsamerweise waren die bei der Verlängerung mitgelieferten Spacer zu kurz. Auf lange Sicht werde ich dort vermutlich noch schwarze Spacer nachrüsten.
 
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detritus

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Ah, ok, alles klar. Schwarz auf schwarz 😉
 
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fridolight

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Sehr lässiger Hobel.
Eleganter,unauffälliger und kabelfreier Umbau.
Ich würde noch richtige Bremsen montieren.
Gefällt mir sehr gut.👍
 
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stef.krger

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Haha ja, die Bremsen sind wirklich die Seuche. Dank der langen Bremshebel packen sie aber zumindest halbwegs gut zu. Da kommen demnächst definitiv noch hydraulische ran.
 
bielefeld-michi

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Welche Bremsen sind da denn jetzt dran?
Mechanische gibt es auch in vernünftig, zb die trp spyre ...
 
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stef.krger

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Irgendwelche no-name Dinger aus China. Gute mechanische Sättel wären vielleicht auch eine Alternative. Dann könnte ich die Züge und Hebel weiter verwenden. Die TRP Spyre schau ich mir auf jeden Fall mal an.
 
Tommmi

Tommmi

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Ist doch egal, wenn das Ding bremst ist gut.
Dann lieber in optische Schmankerl investieren.
 
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stef.krger

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Habe jetzt ein Set Shimano M6000 mit 3-Finger-Bremshebeln zu einem guten Kurs erstanden. Werde vorerst versuchen die verbauten 180er Scheiben weiterzuverwenden.
 
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fridolight

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Gute Wahl.
Die Problemlos-Bremse schlechthin.
Preis-Leistung top.
Die verbaue ich auch gern.
 
Jibbo01

Jibbo01

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Moin,Moin,
Ich bin der Flo,
Ich habe letzten Winter/Frühling auch den Lux Fat Cruiser umgebaut. Mit Bafang Nabenmotor hinten... Der Akku ist vorne in der Kiste und der Controller von JMW sitzt hinter der holzblende...
Noch bevor das Rad einen Motor bekommen hat, hab ich die Bremsen rausgeworfen und gegen shimano alfine 3 Finger Bremsen+Scheiben getauscht.

Der ursprüngliche Plan war auch ein Mittelmotor... Aber ich mochte die Optik dann doch nicht...
Das erste Bild ist bei der "Jungfernfahrt"
Und Nr. 2 so, wie ich den letzten Sommer unterwegs war...
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bielefeld-michi

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@Jibbo01
Ich würde vorne die Plastikkiste tauschen gegen eine Holzkiste, da gibt's beispielsweise ganz schöne bei einem gutsortierten Weinhändler
 
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