Verkehrswende in Sachsen?

Diskutiere Verkehrswende in Sachsen? im Plauderecke Forum im Bereich Community; Verkehr soll künftig bei der SPD sein, Energie bei den Grünen. Aus dem neuen Koalitionsvertrag in Auszügen: Ich bin gespannt. Wenn es so käme...
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cephalotus

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Verkehr soll künftig bei der SPD sein, Energie bei den Grünen.

Aus dem neuen Koalitionsvertrag in Auszügen:

Ich bin gespannt. Wenn es so käme und tatsächlich die finanziellen Mitteln in diesen Größenordnungen umgeschichtet werden wäre das wohl eine deutliche Änderung zum bisherigen Status Quo.

"...
Die Staatsregierung muss selbst bei der klimafreundlichen Mobilität zum Vorreiter werden.
Überall dort, wo nach Abwägung aller Alternativen das Auto weiter das Verkehrsmittel der
Wahl ist, wollen wir in den Beschaffungsrichtlinien für Landesministerien und nachgeordnete
Behörden eine Vorrangstellung von Elektrofahrzeugen verankern..."

"...
Angehörige des öffentlichen Dienstes dürfen ihre privaten Elektro- oder Hybridfahrzeuge an
Ladevorrichtungen ihrer unmittelbaren Dienststelle kostenlos aufladen, sofern keine
dienstlichen Belange entgegenstehen. Die Behörde kann Dritten eine entsprechende
kostenfreie Stromabnahme gestatten..."

"...
Beim Neu-, Aus- und Umbau von kommunalen Straßen sind nach baulicher Möglichkeit Rad und
Fußwege zu realisieren. Wir streben diesen Prozess der Fördermittelvereinfachung mit
dem Doppelhaushalt 2021/2022 an und werden Einzelheiten mit den kommunalen
Spitzenverbänden abstimmen..."

"...
Wir werden die Voraussetzungen dafür schaffen, den Anteil der in Sachsen mit dem Fahrrad
zurückgelegten Wege bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln...

Um dies zu erreichen, werden wir Planung und Bau von Rad- und Radschnellwegen
vorantreiben, die Arbeitsgemeinschaft Rad.SN organisatorisch und langfristig finanziell
unterstützen sowie Fahrradstationen und -abstellanlagen fördern. Beim Neu- und Ausbau
von Staatsstraßen wird künftig ein Radweg mitgebaut.

...
Wir werden das Anliegen des Radverkehrs in der Verwaltung besser abbilden. Mit
zusätzlichen Personalmitteln für qualifiziertes Personal werden wir das sächsische
Verkehrsministerium und seine Straßenbauverwaltungen deutlich aufstocken.
Wir werden ein Referat Nahmobilität sowohl beim zuständigen Fachministerium als auch
beim LASuV einrichten und die radspezifischen Planungskapazitäten erhöhen.
Die kommunale Radverkehrsförderung werden wir finanziell deutlich besser ausstatten.
Die bestehende Förderung von Fahrradparkhäusern und -abstellanlagen an öffentlichen
Einrichtungen jenseits von Bahnhöfen, Haltepunkten oder sonstigen ÖPNVVerknüpfungsstellen
wollen wir ausweiten...
Wir setzen uns das Ziel, alle öffentlichen Gebäude des Freistaates mit sicheren
Fahrradabstellanlagen nachzurüsten...."

"...
Wir wollen 80 Prozent der Bevölkerung Sachsens, und damit einer Million Menschen mehr
als heute, den Zugang zum vertakteten ÖPNV ermöglichen und den barrierefreien Ausbau
voranbringen. Mit der Einführung des Sachsentakts, des Sachsentarifs, des Bildungstickets,
des landesweit einheitlichen digitalen Bezahlsystems und eines
Mindesterreichbarkeitsstandards wollen wir den Anteil des ÖPNV an den zurückgelegten
Wegen bis 2030 verdoppeln....

Die ÖPNVFinVO wird ein wichtiges Steuerungsinstrument der ÖPNV-Maßnahmen unter
Beteiligung des Freistaates Sachsen. Deshalb werden wir die Verordnung überarbeiten, um
sie den aktuellen Notwendigkeiten anzupassen. Dazu gehören mehrjährige Überträge für
notwendige Infrastrukturinvestitionen ebenso wie beispielsweise ein Bonus-System für
Zielsetzungen bei Nutzerzahlen in Verbindung mit Angebots- und Versorgungsdichte.
Die Entflechtungsnachfolgemittel des Bundes werden ab dem nächsten Landeshaushalt
zweckgebunden für den Ausbau und die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur (Straße,
Schiene, Rad- und Fußwege) zur Verfügung gestellt.
Wir streben schrittweise bis zum Ende der Legislaturperiode eine hälftige Verteilung dieser
Mittel zwischen ÖPNV/SPNV einerseits und kommunalem Straßenbau inklusive des
Radverkehrs andererseits an..."


MfG
 
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Danke
Ja das sind erst einmal ganz schön viel Wollenserklärungen. Ich wünschte, es würde wenigstens schnell einiges realisiert. Nicht das hier Tempo BER bevorzugt angewendet wird. Bin gespannt, was ich von den Zielsetzungen noch erlebe ;) ( entschuldigt meine pessimistische Einstreuung)
 
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Tolle Ziele, Respekt. Allein: Papier ist geduldig. Hoffe für Euch, dass wenigstens ein gewisser Teil innerhalb der Legislaturperiode umgesetzt werden kann und wird. Habe bei meinen beiden Besuchen in den letzten Wochen den Eindruck gewonnen, dass der Nahverkehr in Dresden akzeptabel funktioniert. Und die bekannterweise überfüllten Parkplätze und -häuser der Innenstadt halten recht effektiv weitere Autos aus der Stadt raus...
 
j66

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Mich stört immer dieses „wir streben an“! Das ist so ein weichgespültes „wir probieren es mal, wenn nichts dazwischen kommt“
Das sind die, die das Land führen und voranbringen sollen ( und hoffentlich auch wollen). Von denen erwarte ich, dass sie das durchsetzen, was vereinbart ist. Innerhalb der Legislaturperiode, vom ersten bis zum letzten Tag.
Und es gibt viel zu tun: Neben Taktung ÖPNV und Radwegebau muss z.B Chemnitz mit mehr als 200.000 Einwohnern wieder dringend an den Fernverkehr der Bahn angekoppelt werden! Ich glaube, da wird im Moment 2035 „angestrebt“...
 
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cephalotus

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Übrigens, ob man's glaubt oder nicht (ich würde das auch nicht glauben wenn ich's nicht besser wüsste), hat die FFF Bewegung und die daraus folgende Landesschulklimakonferenz mit dem MP in 2019 hier erstaunlich viel Bewegung rein gebracht.
Ergänzung:

Mich stört immer dieses „wir streben an“! Das ist so ein weichgespültes „wir probieren es mal, wenn nichts dazwischen kommt“
Die Kritik so formuliert teile ich nicht. Das "anstreben " bezieht sich in den zitierten Passagen auf den kommenden Haushalt. Da ist das nun mal die korrekte Formulierung, weil der Koalitionsvertrag die Haushaltsverhandlungen nicht vorweg nehmen kann und darf.

Ansonsten steht dort idR "Werden wir" oder "Wollen wir".

Ob das tatsächlich so kommt ist natürlich eine ganz andere Frage (die Verdoppelungswünsche für Radverkehr und ÖPNV in nur 5 Jahren halte ich für utopisch optimitisch, sowas gabs noch nie, da machen die Leute nicht mit, der PKW ist schon viel zu sehr im Gehirn verdrahtet), aber wollen ist schon mal 1000x besser als nicht wollen und sehr wohl hat ein Koalitionsvertrag auch lenkende Wirkung.

Es sollen neue Behörden/Strukturen geschaffen werden, Vorschriften umgeschrieben werden und Geldmittel bereit gestellt werden. Das sind nun mal drei grundlegende Dinge die wichtig sind, damit sowas überhaupt eine realistische Chance hat.

MfG
 
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Ich habe auch gestaunt, wie der MP bei der CDU reingrätscht, sehr selbstbewußt. Das gibt mir etwas Hoffnung, daß deshalb in SN doch was aus dem Koalitionsvertrag verwirklicht wird.
 
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Steppenwolf65

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Bei meiner Tour 2007 von Freiburg ins Erzgebirge (noch ohne E-Bike) dachte ich "Nix dazugelernt". Haben sie doch die Chance, beim Neubau der Straßen gleich Radwege anzulegen, größtenteils verpasst. Ja, mit dem Blick in die Zukunft hatte man es eben nicht.
Nun bin ich gespannt, was daraus wird und ob ich es noch erleben darf, dass man in Kurven am Berg keine Angst haben muss, auf der Straße "umgespitzt" zu werden.

Gruß Steppenwolf65
(geb. im Erzgebirge u. deshalb eher nicht optimistisch)
 
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@Steppenwolf65 Dir ist schon klar, nach welchem Recht nach der Wende Straßen gebaut wurden und wer die Mittel bewilligte.
 
lusi22

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Wir wollen 80 Prozent der Bevölkerung Sachsens, und damit einer Million Menschen mehr
als heute, den Zugang zum vertakteten ÖPNV ermöglichen
Schade das dies nur mit Bussen möglich sein wird. Noch bis in die 70er Jahre hatte fast jedes Dorf eine Bahnanbindung. Diese wiederzubeleben dürfte aber nahezu unmöglich sein, denn die ehemaligen Strecken sind oft nur noch rudimentär zu erkennen, Brücken fehlen nahezu gänzlich, teilweise wurden die Strecken überbaut und in neuerer Zeit zu Radwegen umgebaut.
 
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Tja, klingt nicht so doll, ist aber richtig. Du musst alle Kommunalverbände auf deiner Seite haben und Mittel gemeinsam mit ihnen vorplanen und Prioritäten festlegen. So geht Verkehrswende. Daher kannst du auch nur die Absicht formulieren, weil du ja ein echtes „Ja“ jedes einzelnen noch brauchst. Zwar langsam, aber man darf sich nicht vormachen, dass das anders geht.

Gut ist jedenfalls, dass mit Aufstockung des Personals begonnen wird, denn du überzeugst nur mit schlüssigen Konzepten vom Fachmann geplant. Und du brauchst Leute, deren Auftrag das ist, das Thema jeden Tag zu pushen. Genau das war ja meine Kritik an BW, wo unter grüner Regierung überhaupt kein Aufbruch dieser Art zu sehen ist. Was am Besten daran festzumachen ist, wie viel Personal im Verkehrsministerium dort sich mit der Verkehrswende befassen. Nämlich fast keiner. Das klingt hier anders.
 
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Vielleicht erlebe ich es ja noch, von meinem Dorf in der Nähe Löbaus bis nach Dresden nur auf Radwegen fahren zu können.
 
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cephalotus

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Schade das dies nur mit Bussen möglich sein wird. Noch bis in die 70er Jahre hatte fast jedes Dorf eine Bahnanbindung. Diese wiederzubeleben dürfte aber nahezu unmöglich sein, denn die ehemaligen Strecken sind oft nur noch rudimentär zu erkennen, Brücken fehlen nahezu gänzlich, teilweise wurden die Strecken überbaut und in neuerer Zeit zu Radwegen umgebaut.
Einen Bus kann man ausprobieren und nach 2 Jahren wieder abschaffen, wenn ihn keiner nutzt. Außerdem kannst Du heute eh keine neuen Bahnlinien mehr bauen vor lauter Bürgerinitiativen dagegen.

Man tut ja immer so als würde die Leute gerne den ÖPNV nutzen, wenn er denn nur gut und billig wäre.

Tatsächlich gibt es Versuche mit kostenlosem ÖPNV und kein einziger ehemaliger Autofahrer nutzt den, stattdessen nur ehemalige Fußgänger:
Verkehrswende: Bus für lau – und alle fahren Auto

Wir lügen uns da alle sehr viel in die Tasche. In der Realität ist die Autonutzung vor allem in ländlichen Raum seit nunmehr zwei Generationen bei vielen Leuten in den Gehirnen einfach fest verdrahtet, die nehmen das Auto auch für 200m Strecke, weil es halt eh vor der Haustür steht. (Das Forum hier ist sicher nicht repräsentativ für das Mobilitätsverhalten)

Städter sind nicht prinzipiell bessere Menschen, aber dort ist das Auto eben nicht bequem von Tür zu Tür nutzbar und deshalb fährt man dort öfter mit anderem oder geht zu Fuß.

Trotzdem gilt: Versuchen und nur die Hälfte erreichen ist auf jeden Fall besser als garnicht erst versuchen und einfach weiter machen wie bisher.

MfG
 
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Techniker

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Wenn sicherere Radwege existieren, würden auch wesentlich mehr Leute mit dem Rad zur Arbeit fahren. Ich habe einen Bekannten, der in Wurschen wohnt und in Bautzen arbeitet. Auf meine Frage, warum er die Strecken nur mit dem Auto und nicht mit dem Rad fährt, erklärte er mir, dass auf der Fernstrasse, die er benutzen müsse, kein separater Radweg existiert, er selber mit seinem PKW von anderen PKW-Fahrern mit 130 und schneller überholt wird und den Teufel tun würde, solch ein Risiko einzugehen. Dem Manne könnte geholfen werden.
 
jm1374

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Man tut ja immer so als würde die Leute gerne den ÖPNV nutzen, wenn er denn nur gut und billig wäre.
Das stimmt nicht. Überall wo es einen gut nutzbaren ÖV gibt, wird der angenommen. Auch Autofahrer steigen dann um. Es ist nur so dass es nirgendwo ein so grosses Angebot an ÖV gibt der auch nur annähernd den Grossteil der Autofahrer aufnehmen kann. Dafür müsste massiv in Infrastruktur, Fahrzeuge, Technik und Personal investiert werden.

Eine wirkliche Alternative zum Auto will in Deutschland niemand ernsthaft etablieren. Durch die Lobbyarbeit der Industrie ist das auch gar nicht möglich. Es werden kleine Aktionen gestartet und Willensbekundungen beteuert, im Endeffekt bleibt aber alles beim Alten und die Leute werden weiter gezwungen Auto zu fahren.
 
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Wir lügen uns da alle sehr viel in die Tasche. In der Realität ist die Autonutzung vor allem in ländlichen Raum seit nunmehr zwei Generationen bei vielen Leuten in den Gehirnen einfach fest verdrahtet, die nehmen das Auto auch für 200m Strecke, weil es halt eh vor der Haustür steht.
Nee, das ist wie mit dem Kneipier, der klagt, dass die Leute nicht weggehen.
Meine Erfahrung ist, dass die Leute sehr wohl weggehen, wenn das Angebot stimmt.

So ist es auch beim ÖPNV. Wenn ich statt 1h mit ÖPNV 2h einplanen muss und dazu noch völlig inflexibel bzgl. der Abfahrtszeiten werde, dann ist das ne Totgeburt, dann fahren alle weiter Auto.

Ich hoffe, dass nicht nur gelabert sondern auch mal gemacht wird. Siehe Landesverkehrsgesellschaft, da wird solange diskutiert, bis alles beim alten bleibt und jeder Landratsfürst seinen Claim abgesichert hat. In die Röhre schaut der Bürger...

Sorry für den Pessimismus, ich lasse mich gerne eines besseren belehren...
 
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cephalotus

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...
Meine Erfahrung ist, dass die Leute sehr wohl weggehen, wenn das Angebot stimmt.

So ist es auch beim ÖPNV. Wenn ich statt 1h mit ÖPNV 2h einplanen muss und dazu noch völlig inflexibel bzgl. der Abfahrtszeiten werde, dann ist das ne Totgeburt, dann fahren alle weiter Auto....
Erwartest Du denn, dass Dich der ÖPNV im 5 Minutentakt innerhalb von 60Minuten von der Haustür Deines Arbeitgebers zu Deiner eigenen fährt und hälst Du das für realistisch?
Vermutlich gibt es noch nicht mal 2 Leute mit demselben Mobilitätswunsch, ansonsten wäre ja schon mal eine Fahrgemeinschaft denkbar.

In meinem Heimatdorf fahren alle mit dem Auto, außer denen, die irgendwie nicht können. Mit Stichtag 18. Geburtstag verlernen die Leute dort zu Fuß zu gehen oder mit den Rad zu fahren, manche auch schon mit dem 14. oder 16. Geburtstag, wenn es motorisierte 2 Räder gibt.
Das ist schon ein ziemlich krasser Effekt.

MfG
 
j66

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Erwartest Du denn, dass Dich der ÖPNV im 5 Minutentakt innerhalb von 60Minuten von der Haustür Deines Arbeitgebers zu Deiner eigenen fährt und hälst Du das für realistisch?
Sorry, jetzt gleitet die Diskussion ab, ich bin kein Fantast. Mal ein kleines Beispiel nicht ganz unbedeutender sächsischer Dörfer:

Ich habe lange Zeit in Leipzig gearbeitet, wohne in Chemnitz. Früh brauchte ich für die Zugfahrt ca. 1h, ab dem Nachmittag (ich glaube 16.00) dauerte es dann 2h. Probiert, frustriert, dann doch täglich mit dem Auto gefahren.
Besser ist es seitdem nicht geworden, seit wenigen Jahren wird jetzt zusätzlich noch prähistorisches Zugmaterial aus Reichsbahnbeständen genutzt.

Ich glaube auch mit ziemlicher Sicherheit sagen zu können, dass es da noch 2 oder 8 Mitbürger mit exakt deckungsgleichem Mobilitätswunsch zu geben scheint.
Weitere Beispiele gefällig ?

PS.: Will Dir ja nicht absprechen, dass es in Deinem Dorf so ist; in anderen Dörfern ist es anders. 😉
 
bielefeld-michi

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In Hannover, Münster und Karlsruhe war ja am letzten Samstag der ÖPNV kostenlos. Hat jemand schon einen Bericht/Fazit gelesen wie das angenommen wurde?
 
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cephalotus

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Ich habe lange Zeit in Leipzig gearbeitet, wohne in Chemnitz. Früh brauchte ich für die Zugfahrt ca. 1h, ab dem Nachmittag (ich glaube 16.00) dauerte es dann 2h. Probiert, frustriert, dann doch täglich mit dem Auto gefahren.
Besser ist es seitdem nicht geworden, seit wenigen Jahren wird jetzt zusätzlich noch prähistorisches Zugmaterial aus Reichsbahnbeständen genutzt.
Bahn. de zeigt mir für morgen 3.12.19 von 16:20 Uhr bis 22:20 Uhr im exakten Stundentakt einen Regionalexpress mit Fahrzeit von 1:05h ohne Umsteigen von Leipzig HBf zu Chemnitz HBf an?

Aber es geht ja nicht darum, die zu zwingen die auf keinen Fall wollen sondern denen eine Option anzubieten, die bisher nicht können aber wollen würden.
 
RheaM

RheaM

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Oh Gott, seit Jahrzehnten dümpelt die sogenannte Mitte Deutschland- Verbindung vor sich hin. Von Dresden nach Berlin war selbst zu DDR- Zeiten die Verbindung besser. thüringen ist nicht besser, Der ICE fährt an den Menschen hier vorbei. Weil er so schneller ist ? Über sachsen wäre er noch schneller gewesen. Radwege entlang der Ortsverbindungsstraßen fehlen, Weimar Jena geht nur mit erheblichen Umweg und dann auch auf Straßen, nicht auf Radweg. Und das bei RRG. Ich erwarte von dem Koalitionsvertrag gar nichts, schon gar keine Verkehrswende
 
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