Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs)

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Geierlamm

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...

Wobei du bei 70km/h vermutlich auch bei gutem Wetter keine Chance hast zu bremsen wenn irgendwas passiert, einfach nur dumm in meinen Augen.

Warum?

Vorausgesetzt das Fahrzeug ist technisch in Ordnung ,brauchst du von 70 zum Stillstand mit guten Bremsen inclusive einer Reaktionszeit von einer Sekunde etwa 60 bis 70 m freie Strecke, hast du 100 m musst du nicht mal scharf bremsen.
Bei gutem Asphalt und übersichtlicher Strecke kein Thema. Mit dem Tieflieger war ich teilweise noch deutlich schneller.
Und, nicht vergessen, mit dem Aufrechtrad braucht man bei 60 /70 fast keine Bremse mehr bei 8 % Gefälle. Macht allein der Luftwiderstand .
Dass man wissen sollte , was man da tut , keine Frage, aber dumm ?
Mehr gefährdet sind je nach Länge des Gefälles die mit 25 bis 30 km/h abfahrenden Dauerschleifbremser.
Da drohen durch überhitzte Felgen platzende Schläuche und ausgeglühte Scheiben/ Beläge = Fading.

Gruss

Geierlamm
 
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stardealer

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Ein Fahrrad ist meiner Erfahrung nach deutlich weniger seitenwindempfindlich als ein Motorrad (das Gewicht spielt dabei übrigens kaum eine Rolle), das Problem ist einfach, dass man sehr selten mit einem Fahrrad so schnell fährt und dann damit lange nicht so routiniert umgeht wie auf dem Motorrad, wo das eher die Regel ist.

Ich bin vor ein paar Tagen auch mal in den Weinbergen an der Nahe bergab knapp 60 gefahren und während das Rad (samt Bremsen) das völlig souverän weggesteckt hat, habe ich deutlich gemerkt, dass ich damit nur sehr angespannt umgehen kann, weil ich solche Geschwindigkeiten mit diesem Ding einfach nicht gewohnt bin. 60 km/h zu den sonst üblichen 20 bis 30 km/h ist halt eine völlig andere Hausnummer, da ist man dann absolut nicht souverän als Fahrer, weil man gar nicht wirklich bis in alle Tiefen weiß, wie das Ding sich da verhält. Man macht das einfach so selten und der Unterschied zu dem, was man damit gewohnt ist, ist wirklich gewaltig.
 
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stardealer

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das Problem ist einfach, dass man sehr selten mit einem Fahrrad so schnell fährt und dann damit lange nicht so routiniert umgeht wie auf dem Motorrad, wo das eher die Regel ist.

Bei deutlich mehr als 40 auf dem Fahrrad wird mir langsam mulmig und ich würde mich nur in Schutzkleidung wohlfühlen.
Wie in mehreren Posts dieses Threads klar ersichtlich wurde, passieren viele Unfälle aufgrund der Unterschätzung/Nichtwahrnehmung einer Gefahrensituation oder der Überschätzung eigener Fähigkeiten.

Vorausgesetzt das Fahrzeug ist technisch in Ordnung ,brauchst du von 70 zum Stillstand mit guten Bremsen inclusive einer Reaktionszeit von einer Sekunde etwa 60 bis 70 m freie Strecke, hast du 100 m musst du nicht mal scharf bremsen.

Man geht heute eher von zwei Sekunden als von einer Sekunde Reaktionszeit aus, mag bei dir anders sein.
Darüber hinaus bezweifle ich dass bei 8% Neigung ein realer Bremsweg von 70km/h auf 0 nur 40-50m (deine 60-70m - 1 Sekunde Reaktionszeit = 20m) beträgt.
Und unter 100m ohne auch nur scharf bremsen zu müssen grenzt m.M.n. schon an den Bereich der Fabeln.
 
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  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.366
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Sven2020

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Ja klar, aber mit einem Fahrrad 70km/h? Ich bekomme bei knapp 40km/h schon Panik.
Ebenso, wie ich mich nicht traue, mit dem Auto schneller als 150-160km/h zu fahren...
Warum das? Du fährst doch auf Eben mind. 25 km/h und wenn Du es eilig hast an die 30...Bergab fährt man eher generell mind. 40-50. Also hier ist das normal. Ansonsten wären die Bremsen nach 3 Monaten rum.....
Wenn ich mir vorstelle wie schnell Rennradfahrer fahren und die haben kein solches Schiff am Fahren nebst breiten Reifen....
...und ob Du nun mit 50 oder 67 Dich auf die Fr... legst, dürfte fast egal sein... n Helm ist dabei generell Pflicht.
Aber um die Masse zu beruhigen. 14% und mehr gibt es in meiner Gegend eher weniger....von daher war das ne Ausnahme und die habe ich mir nicht nehmen lassen. Im Normalfall fahre ich besagte 40-50, ganz selten um die 55 bergab....
Ich kenne mein Nevo mittlerweile recht gut....ich bin in den ersten 2 Jahren oft hingeflogen ABER da waren es nichtmal 25 km/h. Einmal waren es die Reifen die im Split bergauf! um eine Kurve nicht mitgemacht haben, das war des heftigste Unfall mit etlichen Schürfwunden....und zum anderen um eine Kurve rum, 2 mal da bin ich jeweil mit den Pedalen hängengeblieben.... beides deutlich unter 20 km/h wenn überhaupt 10-15 maximal.

Man sieht. Unfälle passieren, aber eben doch anders als man denkt. Auf einer geraden Abfahrt, geteert ohne Schlaglöcher und Split fährt man durchaus sicherer mit 70 km/h als wenn man mit den falschen Reifen im Split bergauf um die Kurve mit 15 km/h fährt.

Was hab ich daraus gelernt:
a) ich nutze andere Reifen mit besseren Profil
b) Ich fahre die Kurven nicht mehr so eng an, damit die Pedale nicht aufkommen und mich / das Rad blockieren....

Völlig losgelöst bremse ich IMMER mit beiden Bremsen, das habe ich so vor über 40 Jahren gelernt als es noch DDR Räder gab....und dazu stotternd bei steileren Strecken.....
 
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Man geht heute eher von zwei Sekunden als von einer Sekunde Reaktionszeit aus, mag bei dir anders sein.
Darüber hinaus bezweifle ich dass bei 8% Neigung ein realer Bremsweg von 70km/h auf 0 nur 40-50m (deine 60-70m - 1 Sekunde Reaktionszeit = 20m) beträgt.
Und unter 100m ohne auch nur scharf bremsen zu müssen grenzt m.M.n. schon an den Bereich der Fabeln.

Wenn du angespannt bist, hast du deutlich weniger als als eine Sekunde Reaktionszeit, eher einen Bruchteil davon, vielleicht eine Zehntelsekunde wenn du richtig gut bist, aber genau das ist ja das Problem: Du kannst nicht ständig auf Kante fahren.

Und solche physikalischen Feinheiten wie Bremsweg bei Gefälle sind auch absolut nicht intuitiv, da vertut man sich sehr leicht. Das kriegt man nur mit viel Übung in den Griff. Allein die Tatsache, dass die kinetische Energie quadratisch mit der Geschwindigkeit zunimmt und nicht einfach proportional ist schon nicht intuitiv. Das explodiert einem da sehr einfach unter den Fingern. Erst recht, wenn man selten so schnell fährt, dass man das wirklich mal merkt. Dass man mit 60 km/h nicht doppelt so viel Energie mit den Bremsen verbrennen muss wie mit 30 km/h sondern viermal so viel, merkt man erst, wenn man es mal ernsthaft versuchen muss. Und wenn man DAS erst dann merkt, wenn es wichtig ist, dann gute Nacht...
 
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Warum das? Du fährst doch auf Eben mind. 25 km/h und wenn Du es eilig hast an die 30...Bergab fährt man eher generell mind. 40-50. Also hier ist das normal.

Auf einer geraden Abfahrt, geteert ohne Schlaglöcher und Split
Wo gibt es denn so brettebene Straßen?
Jede Ausbesserung im Asphalt, jede Schadstelle, jedes Drecklümpchen führen beim Überfahren bei solchen Geschwindigkeiten zu Rucken, die sehr leicht zum Sturz führen können. Ausweichen führt bei diesen Geschwindigkeiten zum Schlingern, das ebenso leicht zum Sturz führen kann.
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.370
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Unfall: Vorfahrt genommen - Pedelec-Fahrer schwerverletzt
Seit dem kann ich meinen Beruf nicht mehr ausüben, habe Reha, sowie eine berufliche Reha hinter mir und muss 2x wöchentlich 45 Min zur Physiotherapie. Also schon seit 6 Jahren. Und der Ärger mit der gegnerischen Versicherung scheint kein Ende zu nehmen. Immer wieder werden Zahlungen verzögert und Gutachten angefordert. Und das obwohl der Fall ganz klar ist und alles dokumentiert ist. Aber so scheint das Schadensmanagement der Versicherungen halt zu arbeiten.
 
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Geierlamm

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..

Man geht heute eher von zwei Sekunden als von einer Sekunde Reaktionszeit aus, mag bei dir anders sein.
Darüber hinaus bezweifle ich dass bei 8% Neigung ein realer Bremsweg von 70km/h auf 0 nur 40-50m (deine 60-70m - 1 Sekunde Reaktionszeit = 20m) beträgt.
Und unter 100m ohne auch nur scharf bremsen zu müssen grenzt m.M.n. schon an den Bereich der Fabeln.
Wenn man mit hohem Tempo abfährt , ist man bremsbereit. Die Reaktionszeit liegt dann eher unter einer Sekunde.
Als Hobbyfahrer fährt man hohe Geschwindigkeiten, so man bei Verstand , auch nicht auf ruppigen unübersichtlichen Abschnitten.
Dann kommt's natürlich drauf an wie viel Masse gebremst werden muss.
Da gibt's schon Unterschiede zwischen so einem Schwerlastdampfer wie dem Nevo , womöglich noch mit Gepäck und möglicherweise nicht ganz leichten Fahrer und meinem damaligen Systemgewicht von knapp 100 kg .
( Tourenrad 11,5 kg , 5 - 6 kg Gepäck und meine Wenigkeit)
Und man muss sich natürlich trauen:
Hintern soweit wie möglich zurück und herzhaft zugepackt .
Nebenbei es stimmt mit den ca. 60 bei 7 bis 8 % Gefälle:
Ideal zum Ausprobieren ist der Simplon hinab nach Domodossola ( gesamt 1700 Hm abwärts) nirgendwo steil, weil Schwerverkehr tauglich angelegt, weite Kurven Traumabfahrt, wenn nicht zuviel Autoverkehr.

Gruss

Geierlamm
 
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  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.372
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Wenn man mit hohem Tempo abfährt , ist man bremsbereit. Die Reaktionszeit liegt dann eher unter einer Sekunde.
Bei eindeutiger Wahrnehmung einer Gefahrensituation, die sofortiges Notbremsen erfordert, ja.
Häufig ist die Situation jedoch nicht so eindeutig bzw. entwickelt sich erst.
Oder kannst du von dir behauptet bei jedem kleinsten Anzeichen einer sich entwickelnden Gefahrensituation eine Notbremsung einzuleiten?

Deswegen geht man heute eher davon aus, dass es i.d.R. zwei Sekunden dauert, bis man tatsächlich eine annähernd maximale Bremskraft ausübt, die einer Gefahrenbremsung entspricht. Deswegen gibt es z.B. Notbremsassistenten beim Auto, die versuchen aus dem Bewegungsmuster die Situation zu erahnen und die typischerweise schnelle, aber nicht ausreichend kräftige, Betätigung des Bremspedals in eine echte, kräftige Notbremsung umwandeln.

Reaktionszeit ist halt das eine, bei 70km/h schlagartig maximal in die Eisen zu gehen das andere.

Und man muss sich natürlich trauen:
Hintern soweit wie möglich zurück und herzhaft zugepackt .
Nebenbei es stimmt mit den ca. 60 bei 7 bis 8 % Gefälle:
Ideal zum Ausprobieren

Du bist, glaube ich, Vertreter der oberen 5%, was Bremsfähigkeit und -bereitschaft angeht. Diese Maßstäbe lassen sich nicht auf die Allgemeinheit, auch wenn die geübt hätten, übertragen. Trotzdem ist es ein Unterschied ob man bewusst an einem gewählten Punkt von 70km/h auf 0 bremst und deswegen vorbereitet, gezielt und absichtlich kräftig zupackt, oder ob man durch äußere Umstände überraschend dazu gebracht wird.

Man sollte sich halt hüten die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen.
Ich werde es weiterhin so halten, dass ich bei gefühltem Überschreiten der 50km/h die Geschwindigkeit reduziere.

Wenn du angespannt bist, hast du deutlich weniger als als eine Sekunde Reaktionszeit, eher einen Bruchteil davon, vielleicht eine Zehntelsekunde wenn du richtig gut bist, aber genau das ist ja das Problem: Du kannst nicht ständig auf Kante fahren.
Die Reaktionszeit bei einfachen visuellen Reizen beträgt 0,2-0,3 Sekunden, also bei diesen einfachen Tests mit aufleuchtenden Lämpchen und Betätigung eines Tasters. Komplexere Situationen führen zu größeren Reaktionszeiten, Bremshebel betätigen ist anders als Taster klicken und die Übertragung von Hebel auf Kolben und Einsetzen der Bremswirkung dauert auch. Real kommen da im Idealfall schon 0,6 Sekunden zusammen.
Um eine optimale Bremswirkung zu erzielen müssten die Bremsen schon vorgewärmt sein und der Radler müsste auch noch vom ersten Moment an die genau richtige Hebelkraft für die Maximalbremsleistung ausüben. Die notwendige Verlagerung des Körpergewichts, wie von Geierlamm angesprochen, wird auch nicht innerhalb der 0,6 Sekunden abgeschlossen sein. Alles Faktoren, die auch bei Anspannung dafür sorgen, dass alles nicht idealtypisch abläuft und warum es realistischer ist, eine maximale Bremskraft erst irgendwo ab 1,5-2 Sekunden nach Erkennen der Gefahrensituation anzunehmen.
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.373
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Bei eindeutiger Wahrnehmung einer Gefahrensituation, die sofortiges Notbremsen erfordert, ja.
Häufig ist die Situation jedoch nicht so eindeutig bzw. entwickelt sich erst.
Oder kannst du von dir behauptet bei jedem kleinsten Anzeichen einer sich entwickelnden Gefahrensituation eine Notbremsung einzuleiten?

Deswegen geht man heute eher davon aus, dass es i.d.R. zwei Sekunden dauert, bis man tatsächlich eine annähernd maximale Bremskraft ausübt, die einer Gefahrenbremsung entspricht. Deswegen gibt es z.B. Notbremsassistenten beim Auto, die versuchen aus dem Bewegungsmuster die Situation zu erahnen und die typischerweise schnelle, aber nicht ausreichend kräftige, Betätigung des Bremspedals in eine echte, kräftige Notbremsung umwandeln.

Reaktionszeit ist halt das eine, bei 70km/h schlagartig maximal in die Eisen zu gehen das andere.



Du bist, glaube ich, Vertreter der oberen 5%, was Bremsfähigkeit und -bereitschaft angeht. Diese Maßstäbe lassen sich nicht auf die Allgemeinheit, auch wenn die geübt hätten, übertragen. Trotzdem ist es ein Unterschied ob man bewusst an einem gewählten Punkt von 70km/h auf 0 bremst und deswegen vorbereitet, gezielt und absichtlich kräftig zupackt, oder ob man durch äußere Umstände überraschend dazu gebracht wird.

Man sollte sich halt hüten die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen.
Ich werde es weiterhin so halten, dass ich bei gefühltem Überschreiten der 50km/h die Geschwindigkeit reduziere.


Die Reaktionszeit bei einfachen visuellen Reizen beträgt 0,2-0,3 Sekunden, also bei diesen einfachen Tests mit aufleuchtenden Lämpchen und Betätigung eines Tasters. Komplexere Situationen führen zu größeren Reaktionszeiten, Bremshebel betätigen ist anders als Taster klicken und die Übertragung von Hebel auf Kolben und Einsetzen der Bremswirkung dauert auch. Real kommen da im Idealfall schon 0,6 Sekunden zusammen.
Um eine optimale Bremswirkung zu erzielen müssten die Bremsen schon vorgewärmt sein und der Radler müsste auch noch vom ersten Moment an die genau richtige Hebelkraft für die Maximalbremsleistung ausüben. Die notwendige Verlagerung des Körpergewichts, wie von Geierlamm angesprochen, wird auch nicht innerhalb der 0,6 Sekunden abgeschlossen sein. Alles Faktoren, die auch bei Anspannung dafür sorgen, dass alles nicht idealtypisch abläuft und warum es realistischer ist, eine maximale Bremskraft erst irgendwo ab 1,5-2 Sekunden nach Erkennen der Gefahrensituation anzunehmen.

Und trotzdem fahren Leute mit anderen Motorrädern diese Geschwindigkeiten (und noch viel schneller) jeden Tag. Das Problem ist einfach, dass man das so selten tut auf dem Fahrrad, es also schlecht einschätzen kann und dann noch dabei bergab fährt, was Bremswege noch weiter verlängert. Aber die Reaktionszeiten sind auf dem Fahrrad auch nicht anders als auf dem Motorrad.
 
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Sven2020

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Wo gibt es denn so brettebene Straßen?
Jede Ausbesserung im Asphalt, jede Schadstelle, jedes Drecklümpchen führen beim Überfahren bei solchen Geschwindigkeiten zu Rucken, die sehr leicht zum Sturz führen können. Ausweichen führt bei diesen Geschwindigkeiten zum Schlingern, das ebenso leicht zum Sturz führen kann.
Also in meiner Gegend wurde z.B. eine Strasse neu asphaltiert und ein Radweg wurde geschaffen. Die hat nun keine 14% aber die ist derzeit noch eben...
Auch ist besagte 14% Steigung / Gefälle offenbar neu gemacht worden, ich bin sie erst bergauf gefahren. Da habe ich logischerweise die Beschaffenheit feststellen können. Ich fahr natürlich nicht bei völlig unbekannten Strecken Vollgas (ich würde z.B. nie Trails fahren im Wald oder so) so bekloppt bin ich dann auch nicht. ;)
Was auch angesprochen wurde, wenn ich bewusst fahre, habe ich natürlich auch das Bremsen im Bewusstsein. Man sollte sich nicht überschätzen aber auch nicht unterschätzen. Man sollte generell bewusst fahren, was ich oftmals gerade bei Radfahrern nicht sehe.
Ich bemerke immer wieder, viele Radfahrer fahren bei rot über Ampeln (das tue ich nicht) oder geben kein Handzeichen beim Abbiegen (das tue ich nicht) oder brettern mit Vollgas an Seitenstrassen vorbei (das tue ich nicht).
Ich bremse bewusst und reagiere nicht nur sondern agiere mit meiner Umwelt. Bremse generell weit vor Kinderwagen und Tieren (zumeist Hunde) ab um keine Panik zu verursachen.....ich beobachte, dass das sehr wenige tun....
Ich minimiere die Gefahr grundsätzlich, von daher empfinde ich ein einmaliges Abfahren mit knapp 70 km/h als weit weniger gefährlich als wenn ich tagtägliches oben genanntes missachten würde.

Was ich viel gefährlicher finde sind Strassen die generell an den Seiten wo man als Radfahrer fährt massive Schlaglöcher, Unebenheiten und andere Dinge wie losen Split und C. haben. Landstrassen und geflickte Strassen werden nicht wirklich für Radfahrer hergerichtet, wenn sie generell an der Seite fahren sollen... Zumeist gibt es auch Abflussdeckel und co. genau da.
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.375
Geierlamm

Geierlamm

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Pässe oder sonstige Gefälle, wo man wirklich hohe Geschwindigkeiten erreichen kann , fahre zumindest ich immer in Hab Acht Einstellung ab.
Das heißt, wenn auch nur irgendeine Kleinigkeit nicht perfekt zu sein scheint , runter mit dem Tempo.
Ich gelte als eher vorsichtiger Abfahrer , mein Radelfreund mit welchen ich viele Touren in den Alpen gefahren bin , war abwärts immer voraus.
Der kam im übrigen vom MTB Sport.
Was @Sven2020 aufgezählt beschreibt es sehr gut.

Gruss

Geierlamm
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.376
Wolfgang42

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Ja klar, aber mit einem Fahrrad 70km/h? Ich bekomme bei knapp 40km/h schon Panik.
Ebenso, wie ich mich nicht traue, mit dem Auto schneller als 150-160km/h zu fahren...
Wir sind einstens for knapp 50 Jahren mit unseren im Vergleich zu heute absolut klapprigen und instabilen Rädern, mit 60 den Berg runtergerast. Wir haben uns immer gefreut, wenn auf der Generalkarte >> auf Straßen angezeigt wurde (mehr als 10% Gefälle). So im Nachhinein wundert mich, dass wir das alles überlebt haben. Bei einer Vollbremsung hätte es sicher die Seitenzugfelgenbremsan abgerissen oder die Gummis wären verschmort.
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.377
RobM

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Zitat:

München
Neunjähriger bei Unfall mit Auto schwer verletzt

Ein Neunjähriger auf einem Fahrrad ist in München bei einem Autounfall schwer verletzt worden. Das Kind sei auf einem Gehweg gefahren, der wegen Pflanzen und einer Mauer schlecht einzusehen gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Als der Bub am Freitag vom Gehweg auf die Straße fuhr, kam ein Wagen von rechts.
Der Neunjährige fuhr in die Türe des Autos, kam dabei mit dem Kopf gegen die Dachkante und stürzte anschließend zu Boden. Ein Rettungsdienst brachte den Jungen in ein Krankenhaus. "Die Kopfverletzungen wären schlimmer gewesen, hätte er keinen Helm angehabt", so der Sprecher.


Zitat Ende
 
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E

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Verstehe ich nicht. Da müßte er ja schon die halbe Straße überquert haben. War die Straße so schmal, daß da nur ein Fahrzeug lang kann? Fragen über Fragen.
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.379
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Verstehe ich nicht. Da müßte er ja schon die halbe Straße überquert haben. War die Straße so schmal, daß da nur ein Fahrzeug lang kann? Fragen über Fragen.
Ich gehe stark davon aus, dass der Fahrer des Autos einen ziemlichen schweren Gasfuß hatte und wie eine besengte Sau die Einfahrt rausgeschossen ist!
Sehe ich in meinem Umfeld sehr oft!
 
  • Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs (hier NICHT S-Pedelecs) Beitrag #2.380
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Verstehe ich nicht. Da müßte er ja schon die halbe Straße überquert haben. War die Straße so schmal, daß da nur ein Fahrzeug lang kann? Fragen über Fragen.
Ja und? Das ist ein Kind, die sind gern mal abgelenkt und ob man in dem Alter eine vernünftige Notbremsung hinbekommt...
 
Thema:

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