Umbau eines Velotraum Speedster

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lightart

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Hallo liebes Forum,

wie einige von Euch sich vielleicht noch erinnern, begann ich Ende Januar damit, mich nach einem „leichten Allround-Pedelec mit Touring-Qualitäten“ umzuschauen (https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/leichtes-allround-pedelec-mit-touringqualitäten-umbau-oder-komplettbike.53026/), wobei mir mit Eurer Hilfe rasch klar wurde, dass es für meine Wünsche wohl nix von der Stange geben würde. Also beschloss ich, selbst ein Rad aus Einzelkomponenten aufzubauen. Dabei entdeckte ich (angeregt durch die Klasse-Umbauten von Meister783) die Marke Surly für mich und entschied mich, den Surly Troll-Rahmen als Ausgangsbasis für ein Pedelec-Umbau zu nehmen ( https://www.pedelecforum.de/forum/i...tauglichen-pedelecs-mit-gutem-freilauf.53285/ ). Leider musste ich jedoch feststellen, dass die Ausfallenden des Troll – ohne spezielle Modifikationen, die ich mir nicht zutraute – reichlich ungeeignet für einen HR-Motor-Einbau sind, also starb das Surly Troll-Projekt bereits nach wenigen Tagen und der Rahmen ging wieder zurück an den Händler.
Etwas demütiger geworden, begann ich nun, nach einem Anbieter zu suchen, der mir ein Rad soweit nach meinen Wünschen zusammenbaut, damit ich anschließend auf dieser Grundlage einen Umbausatz einbauen kann. Ein kurzer Ausflug zu Tout Terrain (hier machte ich erstmals per Zufall mit einem Rennlenker-Rad Bekanntschaft) wurde jedoch auch nicht weiter verfolgt (der anvisierte Shengyi-X2 passte leider nicht mit den 2x11-er Schaltungen des Tout Terrain zusammen - danke nochmals an Didi28 für die „Testreihe“!). Schließlich landete ich bei Velotraum, denn hier gibt es ein paar Wahlmöglichkeiten – und v.a. 10-er Kassetten. In den Speedster hatte ich mich rasch verguckt, der Rahmen (wenn auch Alu) schien mir hinreichend stabil und auch noch leicht genug für mein Vorhaben.

Der Speedster wurde zusammen mit einem Händler konfiguriert und bestellt.

Die Eckdaten:
Alu-Rahmen: Velotraum SP 200, Größe „L“ (max. erlaubtes Systemgewicht: 140kg)
Alu-Vorderradgabel: A-405-Disc (max. erlaubtes Systemgewicht: 140kg)
3x10 XT-Kettenradgarnitur (26-36-48)
Tiagra-Schaltwerk
XT-Kassette (11-32)
Mechanische Scheibenbremsen (TRP Spyre)

Gleichzeitig orderte ich bei EBS den – lang ersehnten – Shengyi-X2-HR-Umbausatz (Bild 1), zusammen mit zwei Akkus (Hi-Power Ebike Akku 36V 13,8Ah 497Wh).
Der Anfang Mai von Velotraum gelieferte Speedster (Bild 2), wog - ohne Lichtanlage, ohne Gepäckträger, mit breiten Reifen (Schwalbe Marathon Supreme 50-584) - 12,8 kg.

Dann begann der Umbau.
Ziel war es, ein voll (!) STVO-taugliches Rad zu bauen, dass auch genügend Akku-Power für längere Strecken unterbringen kann. Als Gewichtsziel waren ursprünglich möglichst 16-17 kg, (voll ausgestattet, mit Akku) angestrebt, zumindest jedoch sollte der gesamte Umbau unter 20 kg bleiben, mit allem Zipp und Zapp.

Die gelieferten Laufräder (27,5 Zoll-Räder) wurden ausgebaut, und (für den Fall späterer Bio-Rad-Ambitionen) beiseite gelegt.
Zwei Felgen (Alexrims FR 30, 36-Loch, 23-er Maulweite) konnte ich nach langer Suche letztlich über einen E-Bike Shop ergattern. Eine Felge verschickte ich zu EBS zwecks Einspeichen des HR-Motors, für die Vorderradfelge besorgte ich mir eine Hope-4-Pro-Nabe und ließ sie beim Händler um die Ecke ebenfalls einspeichen.

Die Reifengröße erschien mir mit 50/584 doch ein wenig oversized. So besorgte ich mir die Schwalbe Marathon Supreme in 42-584 und zog sie mit leichten Schwalbe-Schläuchen auf (trotz einiger Plädoyers für „schlauchlos“ im Forum bleibe ich hier konservativ).
So wurden auch schmalere Schutzbleche erforderlich. Ich entschied ich mich für die SKS Bluemels Primus, kombinierte sie aber letztlich mit den Bluemels-Schutzblechen von Velotraum aufgrund der filigraneren Streben und der (pro Blech) verdoppelten Befestigungspunkte.

Der Gepäckträger (ob nun optisch cool oder uncool) war ein Muss für mich, sollte jedoch so leicht wie möglich sein. Deshalb spendierte ich mir den Tubus Airy aus Titan. Das nächste Problem stellte die Befestigung des Rücklichts dar. Die Lichtanlage ist von Supernova (Frontlicht vom Pedelec-Akku mit 36V versorgt, das Rücklicht über den 6V-Ausgang des Frontlichts). Leider fand sich zunächst keine akzeptable Möglichkeit, das Rücklicht anzubringen. Für die Sattelrohr-Montage war schon der (hübsch-hässliche, jedoch gesetzlich vorgeschriebene) Z-Reflektor vorgesehen. Dort sollte nicht auch noch das zierliche Rücklicht mit konkurrieren. Der Tubus Airy bietet praktisch keine optisch ansprechende Möglichkeit, ein Rücklicht zu montieren. Die von Tubus mitgelieferten Plastikschellen sind - schon rein mechanisch - ein Witz und sehen einfach sch…e aus. Also hab ich mir aus einem Alu-Winkel eine Lösung selbst gebaut und mit Uhu Endfest an den Gepäckträger geklebt (Bild 3 und 4). Das Kabel des Rücklichts wurde (wie auch das Kabel vom PAS-Sensor) innerhalb des rückwärtigen Schutzblechs verklebt (wenn ich hier mal ran muss, ist wohl gleich ein neuer Satz Kabel plus ein neues Schutzblech fällig ).

Das Wechseln der Kassette auf die neue HR-Shengyi-Nabe sowie der Aus- und Einbau des Hollowtech-II-Kurbellagers ging recht simpel vonstatten, wenn man erst einmal das richtige Werkzeug hat. Etwas Tricksen musste ich beim Befestigen der PAS-Magnetscheibe, da mein kleinstes Kettenblatt aus Alu besteht und den Haft-Magneten keinen Halt bietet. Auch hier kam mal wieder (wie schon so oft in den letzten Monaten) die zündende Anregung aus dem Forum: Ich klebte die PAS-Scheibe einfach mit FIX All (der „Allzweck-Geheimwaffe“ vom Meister783) ans Kettenblatt – und feddisch.
Beim PAS-Sensor musste ich jedoch ziemlich rumdengeln, weil er zunächst zu dicht an der Magnetscheibe lag und schleifte, doch irgendwann war auch das geschafft.

GROSSES Kopfzerbrechen bereitete mir die Suche nach einer stabilen und dabei optisch halbwegs ansprechenden Unterbringung des großen Akkus (10s4p mit 2,3kg) und des Controllers. Inzwischen hatte ich mich – mit Blick auf geplante längere Touren - auf 10s4p festgelegt.

Der offizielle „Trinkflaschenakku“ von EBS (und anderen Anbietern) ist mir zu wuchtig, der Hailong-Akku erscheint mir zwar sauber aufgebaut und bietet wohl auch viel für´s Geld, aber gefällt mir optisch ebenfalls nicht so. Andere Anbieter „echter“ Trinkflaschenakkus wurden mir vom Forum genannt, hier hatte ich jedoch Zweifel hinsichtlich der Güte der verbauten Zellen und das P/L-Verhältnis scheint mir nicht zu stimmen. An einen Selbstbau-Trinkflaschenakku inkl. Akku-Löten traute ich mich nicht ran.

Also – eine Akkutasche suchen, in der neben dem Akku auch noch der (recht wuchtige) Standard-Controller von EBS Platz findet.
Letztlich beschaffte ich mir die Ortlieb Frame-Pack Top-Tube. Sie ist sehr leicht, wasserdicht (zumindest, bevor ich Sie für meine Zwecke missbrauchte ), recht stabil gebaut und passt so gerade noch in meinen Speester-Rahmen.
Da ich mehrfach davon gelesen hatte, dass der Controller gut belüftet sein muss, machte ich mir Gedanken über eine Controller-Kühlung. Die Lösung waren für mich 4 kleine Alu-Kühlkörper aus dem PC-Bereich (35 x 35 x 6mm), die ich mit Wärmeleitkleber an das Controllergehäuse pappte. Der Controller sollte dann (kopfüber) aus der Unterseite der Rahmentasche ganz knapp herausragen, um so die Kühlluft abzubekommen. Dazu musste eine entsprechend große Öffnung in die Ortliebtasche geschnitten werden. Damit das Ganze nicht ausreißt und der Controller noch in der Tasche festen Halt hat, baute ich mir (wieder mal aus Alu-Winkeln) einen kleinen Controller-Halter, der anschließend in die Frame Bag eingeklebt wurde (Bild 5 und 6). Anschließend musste ich noch vorn und hinten Kabeldurchführungen in die Tasche schneiden, die mit einem aufgebohrtem Alublech hinterklebt wurden. Die Öffnungen sind von außen anschließend durch einen kleinen Lederstreifen wieder abgedeckt. Das ist sicher nicht mehr völlig wasserdicht, sollte jedoch für meine Zwecke ausreichen.
Damit waren die meisten Hürden genommen und das Endergebnis sieht nun so aus, wie auf den Bildern 7, 8, 9 und 10.
Und – bevor die Frage von Euch kommt:
Mein E-Speedster bringt insgesamt (inkl. Akku) 19,3 kg auf die Waage. Nein – dass ist wohl nicht leicht (zumindest für die puristisch inspirierte Lightweight-Fraktion unter Euch - die ich übrigens sehr schätze). Der eine oder andere mag meinetwegen auch „sackschwer“ dazu sagen. Für mich sind es etwa 2 kg mehr geworden als ursprünglich erhofft, aber ich wollte nun mal weder auf den etwas schwereren Shengyi-X2, noch auf den großen Akku verzichten. Auch war mein Anspruch, alles STVO-konform zu halten, gesetzt. Zumindest einen etwas leichteren Hinterbauständer hätte ich zwar gern gefunden - doch ein Hebie FIX 40 Lite passt aber schonmal nicht, wg. der Scheibenbremse. Und wer weiß, vielleicht baue ich irgendwann einmal auf eine 2x10-er Schaltung um.

Das wichtigste Gewichtsziel für mich hab ich jedoch erreicht, denn ich wollte auf jeden Fall unter 20 kg bleiben. Und damit bin ich zufrieden.

Für mich relativiert sich die ganze Gewichts-Thematik auch deshalb, weil ich von meinem ehemaligen (2011-er) S-Flyer (27-29kg mit 26V,11 Ah-Akku) gewichtsmäßig sicherlich nicht verwöhnt wurde. Auch das Flyer-Pedelec (von 2012) meiner Frau bringt 29 kg auf die Waage. Da liest sich 19,3 kg doch schon ganz anders – und fühlt sich auch anders an beim Fahren und Tragen.

Abschließend nun zu meinen ersten Fahr-Erfahrungen:

Vorgestern Abend wurde das Rad fertig, da es dunkel war, reichte es nur für einen ersten kurzen Ausritt in meiner Siedlung – noch nicht mal das Schalt-Display war konfiguriert.

Mein erster Eindruck: Uuuuuuuih, das geht ja ab wie ne Rakete (jaaa – ich bin noch keinen Puma gefahren). Jedenfalls funktionierte mein Bike auf Anhieb, sofort fiel mir auch auf, dass der Motor praktisch nicht zu hören ist. Dass die Beschleunigung auf Werte jenseits der 30 km/h geradezu spielend erfolgte, erfreute mich besonders, wobei ich sogleich ahnte, dass hier die vorgeschriebene Drosselung auf 25 km/h noch nicht aktiviert war (sie stand auf 40 km/h, wie sich am Tag darauf herausstellte). Jedenfalls war ich gleich bei den ersten Pedalbewegungen sehr angetan von meinem E-Speedster - und bin es immer noch.

Gestern Nachmittag kam ich dann erst relativ spät dazu, das Display ein wenig zu konfigurieren (dazu im Anschluss noch ein paar Fragen). Anschließend wollte ich das Radl mal ein wenig ausgiebiger testen. Dazu verstaute ich ein wenig Werkzeug, Flickzeug, eine Jacke, sowie den zweiten 500 Wh-Akku (man kann ja nie wissen) in meine Ortlieb Commuter-Bag am Gepäckträger und machte mich um 15:30 Uhr „für eine kleine Spritztour“ auf den Weg… .

… aus der kleinen Spritztour wurde eine richtige Strecke, zunächst die Ems aufwärts (ich wohne am Stadtrand von Münster) in Richtung Ost-Westfalen, später mit einem Schwenk nach Norden bis zu den ersten Hängen des Teutoburger Waldes. Hier gab es ein paar Steigungen, sowie tolle Waldwege, und Pisten mit „Gravel-Charakteristik“. Schließlich – es wurde allmählich dunkel - bog ich wieder „talwärts“ gen Südwesten ab und rauschte, teilweise am Dortmund-Ems-Kanal entlang in Richtung Heimatort.

Um 22:15 Uhr stand ich dann mit fast ausgelutschtem ersten (!) Akku (der letzte Balken war 4 km zuvor angebrochen) und mit 131 km auf dem Tages-Tacho vor der Haustür. Ich war begeistert – jedoch auch k.o., denn ein wenig mitstrampeln muss man ja schon noch.

Die Fakten zur Tour:

Systemgewicht: ca. 110 kg
Gewählte Unterstützungsstufen:

- zu 80% Stufe 3

- zu 15% Stufe 4

- Stufe 2 und 5 jeweils nur ganz kurzzeitig

- Stufe 1 gar nicht

Eingestellte Abregelgeschwindigkeit: Bei 75% der Strecke wählte ich die Pedelec-konformen 25 km/h, am Ende der Tour erhöhte ich den Cut-Off-Wert jedoch auf 30 km/h – dazu später mehr.

Durchschnittsgeschwindigkeit: laut Display 23 km/h, wenn ich meine ¾-Stunde Pause rausrechne, sollten es eher ca. 25 km/h sein.

Terrain: zu 85 % sehr flach (Münsterland halt), beim Teutoburger Wald leichte (zu 10%) und ganz wenige (zu 5%) mittelstarke Steigungen.

Wind: Anfangs recht frischer Rückenwind, der entsprechende Gegenwind auf der Rückfahrt war geringer.

Das Akkuverhalten – ermittelt mit der 5-Balken-Anzeige des Displays:

- bei Kilometer 65,9: erster Balken weg

- bei Kilometer 91,7: zweiter Balken weg (kurz zuvor wurde die Abregelungsgrenze auf 30 km/h erhöht. Unterstützungsstufe wurde auf Stufe 4 erhöht (ganz kurzzeitig auch mal Stufe 5)

- bei Kilometer 112,9: dritter Balken weg, (bis Kilometer 117 auf Stufe 3 runtergeschaltet – damit waren Unterstützung bis etwa 23km/h zu erreichen), danach wieder auf Stufe 4. Damit ließ sich eine reale Motorunterstützung bis gut 26 km/h erreichen - obwohl 30 km/h Abregelungsgrenze eingestellt war.

- bei Kilometer 127,4: vierter Balken weg (d.h. letzter Balken angebrochen), Stufe 4 blieb eingestellt- noch ca. 4km bis zu Hause.

Kilometer 131,2: Ankunft zu Hause – letzter Balken noch vorhanden, blinkt noch nicht.

Kondition des Fahrers: Derzeit keine sonderlich gute Kondition bei 59 Jahren und 84 kg Fahrergewicht. Die 131 km machten sich muskulär nach der Fahrt und heute noch gelegentlich bemerkbar.



Fazit:

- Der E-Speedster hat sich bei der ersten großen Tour als sehr zuverlässig erwiesen. Ich hatte anfangs Sorge, ob ich mich mit dem Rennlenker anfreuden könnte, doch gerade auf dieser längeren Strecke kam mir die gestrecktere Sitzposition und die Möglichkeit unterschiedlicher Griffpositionen sehr entgegen.

- 25 km/h sind schon bei legaler Abriegelungsgrenze mit dem Speedster leicht erreichbar, auch als Reisegschwindigkeit sind 25 km/h über längere Strecken - zumindest im Flachland) kein Problem.

- Der Motor läuft ausgesprochen leise und erscheint mir für die Großzahl der von mir angestrebten Steigungen ausreichend kraftvoll.

- Auch ohne Motor fährt sich das Bike durchaus angenehm, d.h. der Freilauf des Shengyi-X2 ist sehr brauchbar. Einen stressfreien Ausritt (noch ganz ohne Elektro-Installation) über 20 km Strecke gab es schonmal vor ein paar Tagen.

Das Einzige, was mich noch ein wenig verwirrt / irritiert ist folgendes:

Wenn man über die Abriegelungsgrenze - auch bei vollem Akku – hinausfährt, schaltet der Motor ab – na klar. Doch lasse ich mich nun - trotz Weiterpedalierens – unter die 25 km/h zurückfallen, springt der Motor auch bei 22-23 km/h nicht gleich wieder an. D.h. erst dann, wenn ich mit dem Pedalieren kurz aufhöre und z.B. bei 22 km/h wieder zu treten beginne, schaltet sich der Motor wieder zu. Dieser Effekt scheint sich zu verstärken, je leerer der Akku ist. Gegen Ende der Tour konnte ich mit legaler Abriegelungsgrenze von 25 km/h und mit Stufe 3 nicht mehr erreichen, dass der Motor bis 25 km/h unterstützt. Dazu musste ich schließlich auf Stufe 4 hochschalten, dann gab der Controller (zunächst) wieder Motorleistung bis 25 km/h hinzu, mit Stufe 5 ging das noch leichter. Als die Akkuleistung zunehmend nachließ, reichten auch diese Kunstgriffe nicht mehr. Deshalb änderte ich für das restliche Viertel der Tour die Abriegelungsgrenze auf 30 km/h. Das führte dazu, dass ich den nun müderen Akku dazu bewegen konnte, mich bei Stufe 4 noch bis gut 26-27 km/h zu unterstützen, bei Stufe 3 wurde noch bis 23-24 km/h mitunterstützt.

- Kennt Ihr dieses Verhalten von Euren Controllern auch?
- Kann ich da noch etwas am Steuerdisplay konfigurieren, um auch einen fast leeren Akku dazu zu bewegen, bei legaler Abregelungsgrenze noch bis 25 km/h zu unterstützen? Oder würde das den (müden) Akku zu sehr stressen und es handelt sich hier eher um einen zweckmäßigen Schutzmechanismus in der Steuerung? Ich habe auch bisher noch keinen Weg gefunden, in die tieferen Menüebenen des Displays reinzukommen. Irgendwie stimmt hier die (noch nicht ganz fertige) Beschreibung des Displays nicht, so scheint es mir.


Insgesamt gesehen bin ich jedoch mit meinem neuen Pedelec sehr zufrieden und freue mich auf die kommenden Touren (nun sicher mit deutlich vergrößertem Aktionsradius), die ich im Sommer unternehmen will.

Ich will an dieser Stelle aber auch Euch allen - die Ihr mir in den vergangenen Monaten dabei geholfen habt, mein Projekt fertig zu bekommen, ganz herzlich zu danken. Das Forum ist wirklich eine sehr große Unterstützung für mich gewesen!

Ein besonderer Dank gilt (nein- ich werde nicht dafür bezahlt) nochmals Didi28 und seiner Crew von EBS, denn dort habe ich stets geduldige Unterstützung und manch wertvollen Rat - auch am Telefon - erhalten. Mit dem von EBS gelieferten Umbausatz bin ich sehr zufrieden.


So – das war nun ein echter Roman von mir und ich hoffe sehr, dass er Euch nicht nur gelangweilt hat, sondern den ein oder anderen Neuling vielleicht sogar dazu inspirieren konnte, sich ebenfalls an einen Pedelec-Umbau zu wagen.
01-Shengyi-X2.jpg
02-Velotraum Speedster - Ausganszustand.jpg
03-Rücklichthalterung.jpg
04-Velotraum Speedster - Rücklicht nach dem Einbau.jpg
05-Controller mit Kühlkörper + Einbaurahmen.jpg
06-Akkutasche Ansicht von unten.jpg
07-Velotraum Speedster - nach dem Umbau.jpg
08-Velotraum Speedster - nach dem Umbau.jpg
09-Velotraum Speedster - nach dem Umbau.jpg
10-Velotraum Speedster - nach dem Umbau.jpg
 
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Chrisol

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Supergeiles Reiserad(y)
Und auch optisch der Renner:love:
Die "schmalen" Reifen rollen weniger energieffizient und komfortabel und sind doch recht schwer.
Gute Fahrt auf vielen Kilometern!

Edit: als Sattelstütze empfehle ich die Syntace P6 Carbon.
Über Display ist leider nichts weiter einzustellen.
Was ich schade finde. Liegt an der Firmware.
Wenn du dir so etwas anbaust, wirst du bei EBS sicher geteert und gefedert;)
 
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lightart

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Über Display ist leider nichts weiter einzustellen.
Was ich schade finde. Liegt an der Firmware.
So, wie ich Didi28 verstand, hast Du doch eine ganz andere Firmware? In der Display-Anleitung, die er mir schickte, ist von tieferen Menü-Ebenen die Sprache, die man über diverse Passwörter erreichen kann. Nur - in einem Schalt-Display finde ich erst gar keine Einstell-Ebene, bei der man ein Passwort eingeben könnte.
 

Fubak

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Toller Bericht und noch tolleres Fahrrad, gefällt mir sehr gut.
Man sieht dich beim lesen förmlich grinsend mit dem Bike fahren.
Und 130 km, mit einem Akku, nicht schlecht.
 

lightart

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??? ( tl = too long ? Da könnte was dran sein ;) ).
Würde mich nach sowas umsehen:
Display soll möglichst unauffällig platziert sein, außerdem ist genau dort, wo ich es angeflanscht habe, die Bedien-Einheit gut mit dem Daumen zu erreichen, ohne dass ich die linke Hand vom Oberlenker nehmen muss.
Die Klingel könnte ich auch noch etwas in Richtung Steuerrohr verschieben - mal sehen.
 

cephalotus

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Ich finde solche Umbauberichte super. Danke. Ist ein schönes Rad geworden. Wie lange hast Du dran gebastelt mit den ganzen Details?
 

lightart

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Ich finde solche Umbauberichte super. Danke. Ist ein schönes Rad geworden. Wie lange hast Du dran gebastelt mit den ganzen Details?
Vielen Dank für den Zuspruch, obwohl mir klar ist: Der Bericht ist insgesamt schon seeeehr ausführlich geworden - für viele hier im Forum wahrscheinlich zu langatmig:sleep:.
Ich hatte eigentlich vorgehabt, noch mehr Fotos reinzupacken (bei Interesse kann ich also noch was nachliefern) und diese immer zwischen die entsprechenden Textpassagen zu platzieren. Das hätte den Bericht sicher etwas aufgelockert und insgesamt lesbarer gemacht. Erst beim Hochladen bemerkte ich jedoch, dass ich auf 10 Fotos beschränkt werde und dass Fotos von der Forum-Software immer erst am Schluss eines Berichts als Block hinten angefügt werden. - Wieder was gelernt:).
Zu Deiner Frage: Die meiste Zeit habe ich mit Planen und Internetrecherchen (Forumthreads-Durchwühlen!), z.T. auch mit dem Warten auf bestimmte Umbauteile verbracht. Das Velotraum-Rad im Ur-Zustand konnte ich am 9. Mai beim Händler abholen (der EBS-Umbausatz war schon seit Ende April bei mir zu Hause). Der reine Umbau dauerte also gut 3 Wochen, wobei ich mir bei den Dingen immer wieder Zeit lasse und um mein Rad - oder um eine halbfertige Komponente - herumschleiche. Ich brüte also viel über den Dingen, bis ich eine Lösung finde. (Arbeiten gehen muss ich zwischendurch natürlich auch noch:eek:). Die Rücklichtlösung, das Auftreiben der richtigen Akku-/Controllertasche und vor allem die Controllerhalterung und -kühlung haben mich schon recht aufgehalten. Dafür weiß ich jetzt ein wenig mehr über die (Un-) Tauglichkeit diverser Klebstoffverbindungen und habe erfahren, dass es nicht nur Wärmeleitpaste sondern auch Wärmeleitkleber gibt. So ein Umbau macht einen also nicht dümmer (jedoch ärmer:D), kostet in "zähen" Planungs- und Bauphasen aber auch ein paar Nerven.
Hab´s aber nicht bereut:rolleyes:.
 

Chrisol

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lightart

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Heute hab ich nochmal ne Runde (mit dem zweiten Akku) durchs nordwestliche Münsterland unternommen. Insgesamt nur an zwei Stellen etwas hügeliger, ansonsten alles recht flach. Frischer Seitenwind. Durchschnittstempo 24 km/h, und nach 113 km war ich wieder zu Hause.
Leistungsstufe 3 (von 5) war von km 0 bis km 75 gewählt, von km 76 bis km 113 war es Stufe 4. Der letzte Balken brach diesmal bereits bei km 110 an.
Einzige leichte Irritation: um die 25 km/h auch bei Bedarf wirklich motorunterstützt zu bekommen, muss die Leistungstufe im Laufe der Tour erhöht werden. Die 25km/h mit Motorunterstützung sind nochmals leichter zu erreichen, wenn man als Abregelgeschwindigkrleit 30 km/h einstellt. Dies ist jedoch mit etwas Einbußen bei der Fahrtstrecke und vor allem mit den bekannten juristischen Problemen verbunden. Also - wer auf Nr. sicher gehen will, nimmt in Kauf, dass im Laufe einer längeren Tour nicht mehr die vollen 25km/h vom Motor unterstützt werden, es sei denn, man schaltet früher hoch in Stufe 4 oder gar Stufe 5 was natürlich Reichweite kostet. Alles andere kann/darf man an dieser Stelle einfach nicht anraten.
 
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