Trekking-Rahmen heutzutage zu kurz?

Diskutiere Trekking-Rahmen heutzutage zu kurz? im Fahrradkomponenten Forum im Bereich Diskussionen; Ich dachte, vielleicht gab es hier im Forum dazu schon Diskussionen, hab aber fast nichts gefunden. Hab gestern mal in unserer Bücherei gestöbert...
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SpeedyGonzalez

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Ich dachte, vielleicht gab es hier im Forum dazu schon Diskussionen, hab aber fast nichts gefunden. Hab gestern mal in unserer Bücherei gestöbert und folgendes Buch gefunden und fast durchgelesen:

"Richtig sitzen locker Rad fahren" von Juliane Neuss

Letztendlich geht es in dem Buch darum, eine für den Körper bequeme gleichverteilte Position auf dem Fahrrad einzunehmen. Es werden alle möglichen Aspekte wie Sitzhöhe, Sitzwinkel etc. sowohl für Trekking-Räder als auch für Rennräder ausführlich thematisiert.

Was in dem Buch aber vor allem kritisch angesprochen wird, dass mit den heutigen Trekking-Rädern eine wirklich vollständig gesunde sportliche Position auf dem Rad gar nicht mehr möglich sind, weil die Rahmen heutzutage für die meisten Leute dazu anscheinend viel zu kurz sind. Die Rahmen waren vor 30 Jahren offensichtlich noch ganz anders gebaut. Was Frau Neuss schreibt, klingt letztendlich plausibel: Durch eine flachere und gestrecktere Sitzposition werden die Muskelgruppen im Becken, Rücken, Schulter, Armen und Händen wohl viel gleichmäßiger verteilt. Ist eine solche Position nicht gegeben, rutscht das Becken irgendwann nach hinten (der Po nach vorne) und der Rücken macht einen Katzenbuckel. Dies wird an Hand verschiedener Schaubilder erläutert.

Das gedachte Dreieck von Hand (Lenkergriff) - Schulter, Schulter zu Becken (hinteres Ende des Sattels), Becken - Hand sollte einen rechten Winkel an der Schulter ergeben. Man kann die oberen beiden Seiten des Dreiecks recht leicht ermitteln und so die erforderliche Länge des Abstands zwischen Lenkergriff und hinterem Ende des Sattels errechnen.

Berechnung der Armlänge (Hand - Schulter):
Aufrecht stehen und die Schulterhöhe (oben beim Schulterblatt) sowie die Höhe der Mitte der Faust bei hängendem Arm (nicht durchgestreck) berechnen.
Armlänge = Schulterhöhe - Faustmitte

Berechnung der Rückenlänge (Schulter zu Becken):
Sich aufrecht auf einen Hocker setzen und wieder die Schulterhöhe sowie die Hockerhöhe messen:
Rückenlänge = Schulterhöhe - Hockerhöhe

Berechnung des erforderlichen Abstands zwischen Lenkergriff und Sattelende nach Pythagoras:
Länge = Wurzel aus (Armlänge^2 + Rückenlänge^2)

Bei mir ergab sich so ein Wert von ca. 95 cm wohingegen der reale Abstand bei meinem Bike nur ca. 80 cm entspricht. Leider habe ich auch kein Rad zur Verfügung wo ich eine solche Länge einstellen könnte um das mal auszuprobieren. Ich habe aber schon seit Jahren beim Rad fahren immer wieder Rückenprobleme und kann mich noch an die Rahmen in meiner Jugend erinnern. Die waren wirklich länger und Rückenprobleme hatte ich da nie. Ich glaube also wirklich da ist was dran. Frau Neuss empfiehlt daher Maßanfertigungen, falls sich die erforderliche Länge nicht realisieren lässt.

Kennt Jemand von euch das Buch und was haltet ihr davon? Vielleicht könnt ihr bei euch Mal nachmessen und eine Einschätzung geben, ob das bei euch passt und wie ihr auf dem Rad sitzt.

Es gibt wohl auch Radläden und Dienstleister, die einen auf einen Fahrrad-Messbock setzen, der in alle möglichen Freiheitsgrade verstellbar ist (Velochecker). So kann dann die optimale Position und Fahrradgeometrie ermittelt werden. Hat das schon Mal Jemand von euch gemacht?

Ich muss sagen, das ganze hat mich schon etwas geschockt. Da ich vor kurzem ein neues Pedelec gekauft habe und mir jetzt erst klar wird, dass es irgendwie nicht richtig passt und das Rad fahren vielleicht viel bequemer sein könnte.
 
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Jaap

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Ich kenne das Buch nicht, habe aber vor Jahren einen Vortrag von Juliane gehört.

Und ja die Dame hat Ahnung und vor allem auf ihrer Hompage eine Anleitung wie man die Sitzposition anpasst. (Hat bei meinen Rückenproblemen geholfen)

Entscheidend bei Rückenproblemen ist dass man keinen Rundrücken im unteren Bereich hat.

Ob die Oberrohrlänge zu kurz ist, hängt davon ab wie weit man sich nach vorne neigt. Bei sportlicher Sitzposition sind die Rahmen heute oft zu kurz und das Steuerrohr zu hoch.
Wer eine gemäßigte Sitzposition bevorzugt kann aber durchaus damit zu recht kommen.

Für eine sportliche Sitzposition benötigt man eine gute Rückenmuskulatur.
Ohne muss man auch mit Rückenproblemen rechnen.

Ging mir auf meinen alten Reiserad so. Als ich noch Tischtennis spielte und eine gute Rückenmuskulatur hatte fuhr ich den 120km ohne Probleme. Ohne TT fingen nach 50-60km die Schmerzen an.
 
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Mit den Rahmen, wie sie in den 80ern 90ern waren, konnte ich schon seit Jahren nicht mehr Radfahren. 30 Minuten aufs Rad und die HWS machte Probleme und ich bekam Tinnitus, Nackenschmerzen und Hörausfälle. Erst nach Tagen normalisierte sich das wieder.
Moderne, zu kurze, zu kleine Rahmen: Touren von 5 Stunden sind überhaupt kein Problem.
 
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Ich kann ein Bikefitting nur empfehlen, wenn man entweder schnellfahren will oder Beschwerden hat. Wichtig finde ich, dass der Bikefitter eine chiropraktische, ergotherapeutische oder krankengymnastische Ausbildung oder zumindest umfassende Fortbildung hat. Denn es geht um eine Erhebung des körperlichen Status und oft kann es sein, dass man Übungen aufgetragen bekommt. Gerade bei Älteren ist es nur sehr selten möglich, alles durch Einstellungen am Rad zu beheben. Meist ist es sogar ein Prozess, so dass es eine vorübergehende Haltung ist, bis man einen besseren Trainingslevel an ganz anderer Stelle erreicht hat.

Ich lache und weine gleichzeitig, wenn ich die Legionen an Entenschnabelgriffen ( sog. Ergo-Griffe) hier an Rädern sehe. Jeder zweite scheint sie zu haben, obwohl statistisch vermutlich eher 2% der Radfahrer ein Thema haben, wo die wirklich helfen. Oft sind sie tragischerweise auch noch falsch montiert. Sie werden wie spezielle Sättel eher als Placebo eingesetzt. Spezielle Sättel werden zwar viel häufiger benötigt, aber fast immer falsch gekauft, wenn man nicht beim Bikefitter war. Denn der Sitzwinkel ist oft falsch, aber entscheidend für die Druckverteilung. Der Sitzknochenabstand alleine bringt oft nicht den Erfolg. Praktisch nie überlegen Tourenfahrer und eMTB Fahrer einen Lenker mit passendem Backsweep zu bestellen. Da scheint wohl die Materie zu kompliziert...dabei wäre das eine der wenigen Sachen, die man selber sehen könnte.

Radhändler, die Bikefitting anbieten? Da sage ich: Nein. Nicht machen lassen. Auch nicht bei Vit-Bikes.
 
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Tom12

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Ich lache und weine gleichzeitig, wenn ich die Legionen an Entenschnabelgriffen ( sog. Ergo-Griffe) hier an Rädern sehe. Jeder zweite scheint sie zu haben, obwohl statistisch vermutlich eher 2% der Radfahrer ein Thema haben, wo die wirklich helfen. Sie werden wie spezielle Sättel eher als Placebo eingesetzt.
seit ich diese Hilfgriffe habe schlafen mir meine Hände nicht mehr ein, habe es durch diese Videoreihe herausgefunden . CocKpit am Fahrrad
 
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Die Videoreihe ist gut und der Typ ist einer der besten Bikefitter. Die meisten haben ja nur Probleme, weil das Rad völlig verstellt ist. Dann ist Abhilfe leicht. Und dann schaden die Entenschnäbel auch nicht, wenn man sie wenigstens richtig montiert.
 
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SpeedyGonzalez

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Oops, mein Thema ist im falschen Unterforum gelandet. Eigentlich wollte ich damit in die Plauderecke.

Ich kenne das Buch nicht, habe aber vor Jahren einen Vortrag von Juliane gehört.

Und ja die Dame hat Ahnung und vor allem auf ihrer Hompage eine Anleitung wie man die Sitzposition anpasst. (Hat bei meinen Rückenproblemen geholfen)

Entscheidend bei Rückenproblemen ist dass man keinen Rundrücken im unteren Bereich hat.

Ob die Oberrohrlänge zu kurz ist, hängt davon ab wie weit man sich nach vorne neigt. Bei sportlicher Sitzposition sind die Rahmen heute oft zu kurz und das Steuerrohr zu hoch.
Wer eine gemäßigte Sitzposition bevorzugt kann aber durchaus damit zu recht kommen.

Für eine sportliche Sitzposition benötigt man eine gute Rückenmuskulatur.
Ohne muss man auch mit Rückenproblemen rechnen.

Ging mir auf meinen alten Reiserad so. Als ich noch Tischtennis spielte und eine gute Rückenmuskulatur hatte fuhr ich den 120km ohne Probleme. Ohne TT fingen nach 50-60km die Schmerzen an.
Für Neuss gibt es die gemäßigte Sitzposition quasi nicht (Ausnahme die aufrechte Hollandradposition für Stadtradler). Sie empfiehlt nur die sportlich geneigte Sitzposition bei Trekkingrädern oder bei Rennrädern eben die flache Position. Ich hinterfrage das ja auch, ob es nicht doch eine gemäßigte Sitzposition geben kann, wo Becken und Rücken nicht nach ein paar Kilometern wieder zusammensacken. Eine gute Rückemuskulatur ist natürlich immer förderlich, aber sie ist für die richtige Sitzposition wohl nicht von Anfang an notwendig.

Mit den Rahmen, wie sie in den 80ern 90ern waren, konnte ich schon seit Jahren nicht mehr Radfahren. 30 Minuten aufs Rad und die HWS machte Probleme und ich bekam Tinnitus, Nackenschmerzen und Hörausfälle. Erst nach Tagen normalisierte sich das wieder.
Moderne, zu kurze, zu kleine Rahmen: Touren von 5 Stunden sind überhaupt kein Problem.
Vielleicht haben dann andere Parameter nicht gestimmt oder der Rahmen war trotzdem noch etwas zu kurz. Ich glaube ehrlich, dass kaum Jemand sein Rad so eingestellt hat wie es in dem Buch vorgeschlagen wird, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Ich kann ein Bikefitting nur empfehlen, wenn man entweder schnellfahren will oder Beschwerden hat. Wichtig finde ich, dass der Bikefitter eine chiropraktische, ergotherapeutische oder krankengymnastische Ausbildung oder zumindest umfassende Fortbildung hat. Denn es geht um eine Erhebung des körperlichen Status und oft kann es sein, dass man Übungen aufgetragen bekommt. Gerade bei Älteren ist es nur sehr selten möglich, alles durch Einstellungen am Rad zu beheben. Meist ist es sogar ein Prozess, so dass es eine vorübergehende Haltung ist, bis man einen besseren Trainingslevel an ganz anderer Stelle erreicht hat.

Ich lache und weine gleichzeitig, wenn ich die Legionen an Entenschnabelgriffen ( sog. Ergo-Griffe) hier an Rädern sehe. Jeder zweite scheint sie zu haben, obwohl statistisch vermutlich eher 2% der Radfahrer ein Thema haben, wo die wirklich helfen. Oft sind sie tragischerweise auch noch falsch montiert. Sie werden wie spezielle Sättel eher als Placebo eingesetzt. Spezielle Sättel werden zwar viel häufiger benötigt, aber fast immer falsch gekauft, wenn man nicht beim Bikefitter war. Denn der Sitzwinkel ist oft falsch, aber entscheidend für die Druckverteilung. Der Sitzknochenabstand alleine bringt oft nicht den Erfolg. Praktisch nie überlegen Tourenfahrer und eMTB Fahrer einen Lenker mit passendem Backsweep zu bestellen. Da scheint wohl die Materie zu kompliziert...dabei wäre das eine der wenigen Sachen, die man selber sehen könnte.

Radhändler, die Bikefitting anbieten? Da sage ich: Nein. Nicht machen lassen. Auch nicht bei Vit-Bikes.
Wo schlägst du denn ein Bikefitting vor? Weißt du, wo es denn sogenannte Velochecker gibt, wo man sämtliche Parameter verändern kann?

Von den Ergogriffen halte ich auch nichts, die behandeln nur ein Symptom. Auch nicht von zu gebogenen Lenkern. Diese verkleinern außerdem wiederum den horizontalen Abstand. Ein Hörnchen an der Seite dagegen kann eine Entlastung bringen - es kommt der Rennradhaltung ja ein bisschen näher.

seit ich diese Hilfgriffe habe schlafen mir meine Hände nicht mehr ein, habe es durch diese Videoreihe herausgefunden . CocKpit am Fahrrad
Sehr interessant. In dem Video wird eher davon gesprochen, dass das Rad bei der Dame evtl. zu lang sei und man grundsätzlich darauf achten sollte, dass beim Kauf der Rahmen nicht zu lang ist. Also Frau Neuss scheint mit Ihrer Erkenntnis wirklich allein auf weiter Flur zu sein.

Also, vielleicht schaut sich Jemand von euch das Buch mal an. Es stehen wirklich sehr interessante Dinge drin. Es fristet bislang aber wirklich ein Schattendasein. Selbst im Netz findet man nicht so viel drüber.

Andererseits ist es gerade für größere Personen mit längerem Oberkörper und längerem Armen sehr frustrierend zu lesen, weil es offensichtlich kein geeignetes Rad dafür gibt. Als Beispiel: Ich bin 1,77 groß, Meine Armlänge ist 69 cm und meine Rückenlänge 63,5 cm. Das sind jetzt keine extremen Maße. Aber ich bräuchte jetzt ein Rad mit einer horizontalen Oberrohrlänge von 70 cm und selbst dann bräuchte ich immer noch einen sehr langen Vorbau. Sowas gibt es einfach nicht (oder doch?).
 
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Ich kann dir keinen Bikefitter empfehlen. Ich bin bei einem leistungssport-orientierten Fitter. Und in Berlin.

70 cm Oberrohrlänge? Hat mein Racebike nicht annähernd, sondern 62. Gut, plus 13 cm Vorbau und Aerolenker mit 2 cm Reach am Oberlenker. Aber das ist auf niedrigen Luftwiderstand optimiert, also reines Race, kein Marathonrenner und schon gar nicht ein Tourenrad. Was für einen Reach willst du denn dann haben? 50 cm?

P.S.: Ich bin einen guten Kopf größer als du und normal proportioniert.
 
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Jaap

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Oops, mein Thema ist im falschen Unterforum gelandet. Eigentlich wollte ich damit in die Plauderecke.



Für Neuss gibt es die gemäßigte Sitzposition quasi nicht (Ausnahme die aufrechte Hollandradposition für Stadtradler). Sie empfiehlt nur die sportlich geneigte Sitzposition bei Trekkingrädern oder bei Rennrädern eben die flache Position.
Ich hinterfrage das ja auch, ob es nicht doch eine gemäßigte Sitzposition geben kann, wo Becken und Rücken nicht nach ein paar Kilometern wieder zusammensacken.
Juliane empfiehlt deswegen 45° weil damit die geringste Last auf den Händen liegt. (Dazu hat man mehr Druck auf dem Vorderrad und der Luftwiderstand nimmt ab)
Wenn man weniger geneigt fahren will dann geht dies auch. Nur liegt dann etwas mehr Gewicht auf den Händen und Füßen.
Sieht man hier unter dem Punkt geeignete Sitzhaltung. (Komfort,Dynamik, Speed)
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Wichtig ist daß die Wirbelsäule ihre natürliche Form behält und dafür benötigt es die Rückenmuskulatur um so längere Strecken zu fahren.
Laut Juliane merkt man dies aber erst nach 2h. Darunter kann man fast alle Sitzpositionen fahren.
Dies kann ich aus eigener Erfahrung von 3 nicht optimal eingestellten Rädern bestätigen. Schmerzen kamen erst nach 40-50km.
 
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detritus

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Nach der Berechnung komme ich auf einen empfohlenen Abstand Sattelmitte zu Griffposition von ca. 87,5 cm. Bisher habe ich mich um solche Berechnungen nicht gekümmert, sondern nach Gefühl eingestellt... Und anscheinend habe ich das ganz gut getroffen. An meinen 4 sehr unterschiedlichen Rädern (die ich jetzt bis auf das Rennrad nicht in die verbreiteten Kategorien einordnen kann) habe ich immer ca. 85cm Abstand Sattelkontaktpunkt zu der jeweiligen Standard-Griffposition. Die 2,5 cm Unterschied nehme ich Mal als Messungenauigkeit bei den Körpermaßen hin. Passt für mich also grob.

Die "effektive Oberrohrlänge" meiner Rahmen ist dabei zwischen 610 und 620mm.
Da ich meistens zwischen zwei Rahmengrößen liege, habe ich jeweils die größere genommen.

Nachtrag:
Ein gutes Bikefitting halte ich auch für wichtig, wenn man noch nicht weiß, welche Werte für den eigenen Körperbau wichtig sind oder man Beschwerden hat oder diese vermeiden möchte. Die meisten Probleme kann man ja mit wenigen mm Veränderung an der richtigen Stelle lösen, wenn die Rahmengröße grundsätzlich passt.
 
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SpeedyGonzalez

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Ich kann dir keinen Bikefitter empfehlen. Ich bin bei einem leistungssport-orientierten Fitter. Und in Berlin.

70 cm Oberrohrlänge? Hat mein Racebike nicht annähernd, sondern 62. Gut, plus 13 cm Vorbau und Aerolenker mit 2 cm Reach am Oberlenker. Aber das ist auf niedrigen Luftwiderstand optimiert, also reines Race, kein Marathonrenner und schon gar nicht ein Tourenrad. Was für einen Reach willst du denn dann haben? 50 cm?

P.S.: Ich bin einen guten Kopf größer als du und normal proportioniert.
Ich weiß nicht was ein Reach ist, sorry. Es ging mir eigentlich darum, die errechnete Länge (siehe Eingangsposting) zwischen Lenker und Sattelende zu erreichen. Dazu wäre meiner Meinung nach wie gesagt ein Rahmen mit einer Oberrohrlänge von ca. 70 cm notwendig, was wie gesagt ja kein Rad hat. Anscheinend war das bei den alten Rädern anders.
 
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Nach der Berechnung komme ich auf einen empfohlenen Abstand Sattelmitte zu Griffposition von ca. 87,5 cm. Bisher habe ich mich um solche Berechnungen nicht gekümmert, sondern nach Gefühl eingestellt... Und anscheinend habe ich das ganz gut getroffen. An meinen 4 sehr unterschiedlichen Rädern (die ich jetzt bis auf das Rennrad nicht in die verbreiteten Kategorien einordnen kann) habe ich immer ca. 85cm Abstand
Bei mir sind es 80-92 cm. Je nach Rad. Und das mit 80 cm passt genauso gut wie das mit 92 cm. Dieses Maß hat also alleine keine Aussagekraft. Aber wir stimmen überein, er braucht den Fachmann.
 
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Praktisch nie überlegen Tourenfahrer und eMTB Fahrer einen Lenker mit passendem Backsweep zu bestellen.
Da wird die Luft sehr dünn... ich bräuchte einen Backsweep von um die 30 Grad - am Markt finde ich nur max. 16 oder aber von Ergon gleich 45. Dazwischen ist nix. Und dummerweise bräuchte es dann auch einen deutlich längeren Vorbau sowie längere hydraulische Leitungen für die Bremse. Und diese stark nach hinten abgewinkelten Lenker machen ausreichend Platz zur Unterbringung der ganzen Instrumente und Elektronik auch nicht gerade einfacher. Und so behelfe ich mir mit einem umgedrehten Lenker und den viel geschmähten Ergogriffen.

Ach ja - fürs S müsste der Lenker ja sogar auch noch ne Zulassung haben.
 
linzlover

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M - Lenker ermöglichen einen entsprechend kürzeren Vorbau, bzw Backsweep ohne Platzverlust.....

Sinngemäß

FSA Metropolis 31.8 Lenker
Genau den hatte ich am letzten Rad - mit allen Problemen: Sehr wohl Platzverlust für die Montage von Allerlei durch die starke Krümmung, und die eigentliche Griffposition kommt auch mit diesem Lenker deutlich weiter nach hinten - das (und den Verlust der sportlichen Sitzposition) hatte ich dadurch abgemildert, dass ich den Lenker "nach unten" montiert hatte nebst flach gestelltem Vorbau, Rausschmiss der Spacer und leichter zusätzlicher Abwinkelung der Lenkerenden nach unten. Dass die Bremsleitungen und Züge plötzlich viel zu kurz waren brauche ich nicht zu erwähnen. Saumäßig bequem war das Ding allerdings.
Der Lenker ist dann ans RR meiner Mutter gewandert, da sie die tiefe RR-Haltung nicht mehr schafft. Mit gleichen Folgen: Vorbau zu kurz, Züge zu kurz...

Der hier: Surly Moloko Bar - JustPedal.nl könnte meine Probleme (bis auf zu kurze Züge/Leitungen) eliminieren, der Preis ist für einen Lenker allerdings auch für meine Verhältnisse sportlich - und am S darf ich ihn (theoretisch) auch nicht fahren, aber das ist das kleinste Problem.

Ich denke, diese Saison fahre ich noch wie gehabt, und dann stehen eh größere Umbauten an. Wechsel von Tektro Dorado auf Magura MT5E (da braucht es dann eh neue Leitungen), Wechsel von Tubus Logo auf Topeak-Träger (Tubus ist oben zu schmal), kompletter neuer Antriebsstrang, Umbau auf Dualakku mit zweiter Halterung unter dem Oberrohr a la R+M, Step-Up 6 auf 12V (Blinkeranschluss direkt am Lichtausgang statt Zusatzakku), Reifen 57-622 statt der bisherigen 50er (das ist sogar zulässig!), 75er oder 80er Schutzbleche, Hupe zusätzlich zum Blinker. Und ein paar Kleinigkeiten (E-Satz für AHK zum Betrieb von Blinker und Bremslicht am Trailer z.B.) finde ich sicher noch :).
 
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detritus

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Der hier: Surly Moloko Bar - JustPedal.nl könnte meine Probleme (bis auf zu kurze Züge/Leitungen) eliminieren, der Preis ist für einen Lenker allerdings auch für meine Verhältnisse sportlich
Den finde ich super, allerdings ist der Preis ganz schön hochgegangen, ich habe den vor etwa einem Jahr ohne Rabatt oder ähnliches für 99,- gekauft.
Dafür hat man aber echt (zumindest für mich) tolle Griffposition, wenn man die Anbauteile gut positioniert.

Nachtrag: kurze Suche findet ihn auch für 92,99 😉
 
Chrisol

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Jeder zweite scheint sie zu haben, obwohl statistisch vermutlich eher 2% der Radfahrer ein Thema haben, wo die wirklich helfen.
Bei mir helfen sie.

Radhändler, die Bikefitting anbieten? Da sage ich: Nein. Nicht machen lassen.
Sorry, das ist eine Verallgemeinerung und damit Unsinn.
Bei meinem Händler kann man sich und das Rad laservermessen lassen und das kostenlos.
Unbedingt machen lassen!

Da ich Probleme mit den Fuß- und Beinsehnen habe, ist ein korrekt eingestelltes Rad für mich wichtig.

Anfang des Jahres hatte ich "Hexenschuß".
Da hat es mir sehr geholfen, ein paar Runden mit dem Crosser zu fahren🤗
 
Electric

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Sorry, das ist eine Verallgemeinerung und damit Unsinn.
Bei meinem Händler kann man sich und das Rad laservermessen lassen und das kostenlos.
Unbedingt machen lassen!
Gut, wenn man hier keine Romane schreibt, sondern versucht, es kurz zu beschreiben, wird es unexakt. Klar, geschätzt 80% der Leute sind ja gar nicht einstellungssensibel. Da hilft es total, sich das Rad vom geübten Radhändler einstellen zu lassen. Der kann das allemal besser als man selber aus dem Internet mit tollen Tipps. Also, ja, immer die Vermessung im Radladen nutzen. Allerdings habe ich auch schon erlebt bzw. glaubhaft berichtet bekommen, wie Ladenhüter mit unpassenden Rahmengrößen stumpf verkauft wurden.

Was ich meinte ist, wenn man Beschwerden hat oder wirklich sportlich fahren will, dann in keinem Fall zum Radhändler zu gehen. Denn es muss der Mensch, also der Körper angeschaut und durchbewegt werden. Nach der Anamnese führt also Station 2 eines guten Bikefitters auf die Massageliege. Das meinte ich. Ja, das ist auch eine Verallgemeinerung. Also, wenn dein Radhändler Physiotherapeut ist und im Radladen eine Liege hat und zum Bikefitting benutzt, ja, dann kann man dahin gehen. Übrigens, nicht alles was gefühlt hilft, ist richtig.
 
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