Testbericht BionX PL250-HT

Diskutiere Testbericht BionX PL250-HT im Umbau-Pedelecs Forum im Bereich Diskussionen; Hallo, Hier nach ca. 350 km mal ein Testbericht für meinen BionX Pedelec Umbau auf Basis des Giant Terrago 2 (Disc). Das Giant Terrago würde ich...
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equinox

Hallo,

Hier nach ca. 350 km mal ein Testbericht für meinen BionX Pedelec Umbau auf Basis des Giant Terrago 2 (Disc). Das Giant Terrago würde ich mal als Mittelklasse-MTB bezeichnen. Nichts besonderes, aber ein durchaus robustes Fahrrad. Es ist vorne gefedert, hat Scheibenbremsen und einen Alurahmen. Im Prinzip hatte ich die Wahl auf ein Rad von BikeTec (Flyer X-Serie oder S-Serie) und eines mit BionX system (KTM e-Race, KTM e-Cross od. Umbau) eingeengt. Da der BikeTec Flyer nicht unter 3500 Euro in einer mir gefallenden Aufbauvariante (MTB; S-Serie umgebaut) zu haben ist und das KTM e-Race derzeit offenbar ausverkauft ist, habe ich mich für den Umbau entschieden. Ich habe also das BionX PL 250 HT system vom Fachhändler einbauen lassen. Zum Preis des Systemes von um die 2000 Euro wurde hier schon viel geschrieben und auch ich muß sagen, daß BionX hier wirklich bis an meine Schmerzgrenze geht. Zum Vergleich sei nur mal darauf hingewiesen, dass das KTM e-Race mit dem gleichen BionX Antrieb derzeit für um die 2500 Euro angeboten wird und da ist noch ein gutes Fahrrad dran. BionX positioniert sich hier also eindeutig als Premiummarke und muß sich demzufolge auch an diesem Anspruch messen lassen.

Systemkomponenten und Technische Daten:

Das System besteht aus folgenden Komponenten:

Motor:
- Eingespeichter Hinterradmotor
- Gewicht 4,15 Kg
- Leistung 250 Watt nominal; 650 Watt maximal
- Drehmoment 9Nm (max. 32 Nm)

Akku:
- Im Rahmen montiert
- Gewicht 3,7 Kg
- Spannung 36 Volt

Sonstiges:
- Bedienkonsole am Lenker
- Magnetschalter für die Bremse, der den Motorabzuschalten
- Akkuladegerät

Gesamtgewicht nach Umbau:
- 25 Kg (Inklusive schwerem Fahrradschloß)

Die Konstruktion wirkt durchdacht, die Verarbeitung ist sehr gut. Die Teile integrieren sich gut in das Gesamtsystem. Der Akku gleitet sicher auf einer Schiene in seine Position und ist leicht an und abmontierbar. Er ist mit einem Schloß gesichert. Das Schloß macht allerdings nicht den Eindruck einem ernsthaften Einbruchsversuch viel entgegensetzen zu können. Das System kann zusätzlich über einen Pincode an der Konsole gesichert werden, was aber vermutlich kein echtes Hindernis für einen Diebstahl darstellt. Die am leichtesten zu stehlende Komponente an einem angeschlossenen Rad dürfte der Akku sein. In der Regel wird man diesen also abmontieren wenn man des Rad stehen läßt. Negativ ist noch anzumerken, daß der Akku, da er im Rahmen montiert wird beide Flaschenhalter blockiert.

Fahrleistungen:

Das Bionx 250 HT System verfügt über 4 Unterstützungsstufen (+35%, +75%, +150%, +300%) und 4 weitere Stufen für die Energierückgewinnung. Die Einstellung erfolgt über die am Lenker montierte Konsole. Die Bremswirkung bei aktivierter Energierückgewinnung ist insbesondere bei längeren Abfahrten praktisch und bringt zumindest ein wenig mehr Reichweite. Überschätzen sollte man den Effekt aber nicht.

Daß Rad kann auch noch komplett ohne Unterstützung gefahren werden, aber das wird man nur im Notfall tun, also wenn der Akku leer ist. Es fährt sich dann nämlich nicht wie ein normales Fahrrad sondern eher wie ein Rad aus dem man einen Teil der Luft abgelassen hat. Der Grund ist das erhöhte Gewicht und der deutlich stärkeren Widerstand des Nabenmotors im Freilauf. Das ist wohl prinzipbedingt, da im Motor immer Ströme induziert werden, wenn er sich bewegt. Ich hab aus interesse mal an einem längeren Berg die Unterstützung abgestellt und mich dann mit ca. 5-7 km/h hochgequält. Mit einem normalen Rad leichten Tourenrad fahre ich dort sonst um die 10 km/h. Überhaupt ist mein Eindruck, daß man auf ebener Strecke erst ab Unterstützungsstufe 2 mit einem normalen Rad gleichzieht und erst ab Stufe 3 einen Energiegewinn spürt. BionX schreibt dazu im Handbuch übrigens auch selbst das Stufe zwei sich wie ein "gewichtsloses" Fahrrad fährt. Das kann ich so bestätigen, muß aber auch gleich einschränken, daß ein Großteil dieses Gewichts ja erst durch den Umbau dazugekommen ist und das ganze natürlich nur bis 25 km/h gilt. Alles darüber hinaus wird anstrengend (egal auf welcher Stufe).

Da man sich ein Pedelec nicht besorgt um mit elektrischer Unterstützung so fahren zu können wie mit einem normalen leichten Rad gehe ich jetzt mal näher auf die Unterstützungsstufen 3 und 4 ein. Die zeigen in der Tat deutliche Wirkung. Man spürt beim Anfahren, daß in dem Antrieb richtig Kraft steckt. Die 25 km/h sind mit drei Pedaltritten erreicht, es fährt sich, als ob man massiv angeschoben werden würde. Die Beschleunigung ist also sehr gut. Anstiege werden schlicht eingeebnet. Der Kraftaufwand ist deutlich geringer, was ja auch nicht überraschen sollte, wenn einem der Motor noch mal 300% Kraft dazu gibt. Es fährt sich einfach wesentlich entspannter. Mit einem normalen Rad mochte ich die Ebenen, jetzt mag ich die Anstiege. Das liegt allerdings auch einfach daran, daß das Pedelec bei 25 Km/h auf der Ebene die Unterstützung einstellt und einen dann mit seinem ganzen Zusatzgewicht alleine läßt. Dafür kann allerdings BionX nicht, das muß laut Gesetz so sein, schade eigentlich... Es gibt zwar Kontrollcodes für die Konsole um diese Limits ein wenig aufzuweichen allerdings unterimmt BionX offenbar einige Anstrengungen das durch Firmwareupdates zu unterbinden. Ich kann deren Position da durchaus verstehen, denn schließlich trägt der Hersteller auch eine gewisse Verantwortung und man sollte sich auch selbst fragen, ob es sich lohnt seinen Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls zu riskieren indem man das System nicht zulassungskonform umprogrammiert.

Die Motorsteuerung macht einen sehr guten Eindruck, die zusätzliche Kraft wird recht sanft zugegeben. Man spürt vielleicht mal einen leichten Ruck aber das wirkt auf mich nicht störend. Durch die Abriegelung bei 25 km/h und den vergleichsweise hohen Aufwand wenn man schneller fahren will hat sich das als meine "Reissegeschwindigkeit" eingependelt. Sicher man fährt auf der Ebene und Bergab auch mal schneller aber das ist eher selten. Das Pedelec fährt sich insofern anders, als daß man eigentlich ständig um die 25 km/h fährt egal ob man gerade an einem Berg ist oder in der Ebene. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist jedenfalls höher als auf einem normalen Fahrrad. Mit einem Normalen Rad wird man in der Ebene eher um die 30 km/h fahren und am Berg dann vielleicht 10-15 km/h. Insofern könnte es schwierig werden, wenn man mit Freunden unterwegs ist, die normale Räder haben. Die werden einen in der Ebene abhängen während man an Bergen auf sie warten muß.

Reichweite:

BionX bewirbt das system mit 90 km Reichweite. Hört sich gut an, stimmt so vermutlich auch, gilt aber nur für Unterstützungsstufe 1 und eine Gewicht des Fahrers von 68 kg. Also ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht aber ich bin recht weit von 68 kg entfernt und wie ich oben erläutert habe kann man Unterstützungsstufe 1 eigentlich komplett vergessen. Um es mal klar zu sagen: Wenn ich eine 90 km Tour machen müßte und die Wahl zwischen meinem Pedelec auf Stufe 1 und einem Rennrad hätte, dann würde ich das Rennrad nehmen. Realistischerweise wird man also immer mindestens mit Stufe 2, wahrscheinlich aber eher mit 3 und 4 fahren. Ich wohne im Mittelgebirge und die hier von mir erzielte Reichweite pro Akkuladung liegt in etwa bei 35 km. In aller Regel fahre ich nur auf Stufe 3 und 4 auf längeren Geraden auch mal Stufe 2. Die Reichweite entspricht meinen Erwartungen. Mehr kann ich bei meinem Gewicht, dem Gewicht des Rades und den Bergen hier nicht erwarten.

Aufgetretene Probleme / Support:

Echte Probleme sind bislang nicht aufgetreten. Anfänglich hatte ich zwar Schwierigkeiten mit der Firmwareversion der Konsole (Rev 4.4) welches dazu geführt hat, daß die Gesamtkilometeranzeige und die Akkuladestandsanzeige nicht funktioniert haben. Das konnte aber nach kurzer Rücksprache mit BionX durch ein Firmwareupdate auf Rev 4.6 beseitigt werden. Der BionX Support hat schnell reagiert und meinem Händler die aktualisierte Firmware zur Verfügung gestellt. Das Update hat alle Probleme behoben. Eine weitere Kleinigkeit die aufgetreten ist war, daß der Magnetsensor sich von der Bremse gelöst hat. Der ist ursprünglich nur durch einen Klebestreifen fixiert, der nicht besonders gut gehalten hat. Um den wieder richtig zu positionieren mußte ich eine Weile probieren, fixiert hab ich ihn jetzt mit Sekundenkleber. Das war nicht ganz einfach aber seitdem hab ich keine Probleme mehr. Es wäre zwar nicht schlecht, wenn es da eine bessere Lösung gäbe, aber es ist eben eine Nachrüstung und so etwas kann da schon mal passieren.

Fazit:

Das BionX 250 HT ist ein sehr gutes System. Der Nachrüstsatz konnte ohne Probleme an mein Rad angepaßt werden. Die Leistung ist sehr gut, die Reichweite angemessen. Ich kann das System empfehlen würde mir aber einen niedrigeren Preis wünschen. Wer in der Stadt oft Stop & Go fährt, der wird die Beschleunigung lieben, wer im Bergland wohnt, wird die Kraft und die Ausdauer schätzen.
 

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

Hallo
Sehr guter Bericht !
Kann mich dem nur anschließen.
Wobei bei meinem Rad der einzige Unterschied die Bremshebel sind.
Hier verbaut KTM Bremshebel wo die Schalter im Bremshebel integriert sind .
Sind anscheinend für dieses System extra gebaut worden.
( Tektro Auriga E-Comp Hydraulisch- Mineralöl)

lg Hans
 
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grosserschnurz

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

Hallo equinox,

toller Bericht und echt wertungsneutral.

Ein paar Anmerkungen:

Ich war in der Schweiz im Urlaub und habe dort jede Menge KTMs bei Händlern stehen sehen.
Ich vermute, dass die Händler dort eher und grosszügiger disponiert haben, als ihre deutschen Kollegen.

Die Händler waren aber nicht bereit, mir die Räder für eine längere Probefahrt zu überlassen, obwohl ich meinen Personalausweis hinterlegen wollte, eigentlich schade, denn ich hatte schon mal meine Urlaubskasse hochgerechnet.

Wenn ich jetzt dieses Teil (KTM und auch deinen Umbau) mit meinem Cannondale Raven mit 36 V Frontbafang und 36 V Akku vergleiche, dann bin ich der Meinung, dass dein Umbau preislich wirklich an der Schmerzgrenze liegt.

Mein Teil hat sicher ähnliche Fahrleistungen, wiegt mit dem Akkusystem (36 V 10 Ah), als Fully unter 20 kg und fährt sich, da ich gerne Rad fahre, "unbestromt" wie ein gutes Mountainbike.

Deshalb fährt man damit auch locker ehrlich über 60 km (illegal, Daumengas) mit einem 90 kg Fahrer, obwohl nicht rückgespeist.

Dafür kann ich aber auch auf Gefällestrecken mein Bike laufen lassen.
Ok, ich brauche mehr Bremsen, habe aber, wenn ich den Akku ziehe ein 17 kg Bike, mit dem ich auch "stromlos" gerne unterwegs bin.

Was hätte mich an dem KTMs gereizt:
Sicher die Variante mit dem 500 W Antrieb und der Gedanke legal sein zu dürfen.

Da ich bis auf die Bremsabschaltung bei mir eher höherwertige Komponenten als am KTM verbaut habe, bin ich eigentlich froh, dass man mir die Probefahrt mit beiden Bikes verweigert hat; bei der 500 W Variante wäre ich vielleicht doch eingeknickt.

grosserschnurz

Ps.: Berichte mal weiter von deinen Erfahrungen und wie sich dei Hinterrad ausbauen läßt. Schien mir bei den Scheibenbrems-KTMs nicht so ganz unproblematisch.




Die dort angebotenen KTM E Race waren mit Magura Hydraulikbremssysteme ausgestattet, die in der Hydraulikleitung die Motorabschaltung integriert hatten.
 
boddele

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Bafang, Shimano
AW: Testbericht BionX PL250-HT

Bei Heiss in Memmingen steht noch ein KTM E Race.

Ich bin kürzlich auch einen Bion-x probergefahren.

Ich finde das System sehr gut. 2000€ sind jedoch happig.

Dann lieber doch Bafang oder sonst was. Ich komme übrigens mit meinem Fully (Frontbafang) sehr gut durch den Wald.
 
BerndBaumann

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Draußen vor der großen Stadt ...
AW: Testbericht BionX PL250-HT

Netter Bericht nur kann ich den Kritikpunkt Leerlauf ohne Antrieb nicht bestätigen. Ich hab den BionX an einem Cube Comp verbaut und hab ein Gesamtgewicht von 19,9kg und damit kann ich Problemlos ohne Antrieb auf der Ebene fahren da kommt das Mehrgewicht nicht zum tragen (nur der Antritt ist etwas schwerer da das Hinterrad ja mehr Gewicht hat das gibt sich aber wenn das Rad erst mal auf Touren ist) ab Stufe 1 fährt sich das Rad auch bei leichten Steigungen wie vor dem Umbau daher fahre ich meistens Stufe 1 (da komm ich dann mit diversen kleineren Steigungen immer auf rund 75-85km) ab Stufe 2 ist es mir schon zu "Einfach" von Stufe 3 und 4 mach ich nur am Berg oder in der Stadt beim Beschleunigen Gebrauch. Zum Aufladen und wenn ich mal ein bissl Warm werden will eignet sich Rekupation Stufe 1 auch in der Ebene. Den Topspeed von 27km/h bei dem 28" KTM eCross überfahre ich regelmäßig da Bremst nichts aus nur wird halt die Unterstützung zurück genommen aber in der Ebene sind auch locker 30km/h+ möglich. Mit meinem Cube pendel ich mich meist so um die 30km/h ein da geht es aber wegen der Bereifung schwerer. Mit beiden BionX hab ich zusammen jetzt etwas über 1000km drauf und beide machen keine Probleme *Holzklopf* ;-) eine Platten hatte ich schon im KTM eigentlich ist der Hinterradwechsel auch nicht groß anders aber ich vermisse da den Schnellspanner und das gefriemel mit dem Stecker ist nervig daher habe ich am KTM gleich die Pannensicheren Schwalbe aufgezogen ;-) Ich denke das Beste ist sich beim BionX Pannensichere Reifen zu besorgen da der Wechsel Unterwegs in der Pampa ohne helfende Hände ne Qual ist ...

Achja die 2000€ sind schon für das Gebotene OK aber ein Ersatzakku für knapp 980€ ist schon Grenzwertig laut meinem Händler sind 90% der Probleme mit dem Akku in Verbindung zu bringen - Meine Bremsabschaltung ist auch noch nicht aktiv da ich noch auf den passenden Sensor warte daher wird im Moment beim Bremsen auch nicht Aufgeladen ...
 
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equinox

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Das Gesamtgewicht von 25 Kg ist schon recht hoch, aber das ist wie gesagt wirklich komplett, also auch mit Schloß. Das Giant war eben auch vorher schon kein Leichtgewicht. Die Pannensicheren Reifen bringen sicher ein paar Gramm dazu und ich hab einen ziemlich großen Rahmen. Bin gestern nochmal permanent auf Stufe 4 gefahren und genau 30 km weit gekommen. Ich finde das vollkommen in Ordnung. Da wird dann aber wirklich ordentlich geschoben. Zum Thema Widerstand des Motors hab ich mal einen Test gemacht: Hinterrad angehoben und durch eine halbe Pedaldrehung in Bewegung gesetzt. Das Rad steht nach 15 Sekunden.

Zu den Akkupreisen: Die sind derzeit bei um die 700 Euro. Das ist schon heftig aber ich hoffe die Preise werden sich noch nach unten entwickeln. Die Stückzahlen dürften ja mittlererweile ziemlich hoch sein (KTM, Diamant usw...) und auch die Konkurrenz sollte für fallende Preise sorgen.

Mein Test wäre sicher euphorischer Ausgefallen, wenn das System nur 1500 Euro kosten würde. Das System ist sehr gut und es macht auf mich auch einen professionellen Gesamteindruck. Ob es das beste am Markt ist kann ich nicht beurteilen. Ich glaube aber es ist das teuerste System am Markt. Ich hab es genommen weil mir 3500-5000 Euro für den BikeTec Flyer zu viel waren. Verglichen damit war es dann fast noch günstig. Selbst umbauen war für mich kein Thema, da fehlt mir einfach die Erfahrung.
 
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pico

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BionX PL-250 HT / BionX P 250 DX
AW: Testbericht BionX PL250-HT

Da ich auch seit drei Wochen ein Bionx 250 HT in meinem MTB (Hai Spirit) verbaut habe, muss ich doch den Bericht direkt mal kommentieren.
Auch mein MTB hat durch den Umbau grob über den Daumen 8 kg zugenommen. Wenn ich dazu allerdings in Relation setze, dass ich in zwanzig Ehejahren selber etwa 10 kg zugenommen habe, so wäre es ziemlich unfair, das hohe Gesamtgewicht aus Bike+Fahrer allen dem Bike bzw. dem Bionx System zuzuschreiben.

Mein erster Eindruck des Rades war allerdings etwas anders als das von equinox. Das Rad fährt sich, zumindest auf der Ebene, eigentlich genau wie früher auch. Mag sein, dass der Freilauf etwas schwergängiger ist als vorher, dass fällt mir aber nicht wirklich auf.
Auch ist mein Einsatzzweck ein ganz anderer, wodurch ich auch komplett andere Ergebnisse habe. Ich wohne am Rande der schwäbischen Alb und zwar im Tal. Wenn ich eine größere Tour machen will, dann muss ich erst einmal die Albkante hoch. Da ich es hasse auf viel befahrenen Straßen zu fahren bedeutet das: Schotter, 15-18% Steigung, 400-500 Höhenmeter. Da die Albkante auch nicht schnurgerade ist und viele Seitentäler hat, bestehen die meisten Touren aus mindestens zwei solchen Anstiegen. Genau für diese Anstiege habe ich mir das Bionx System gekauft. In Stufe 3 kommt man diese Anstiege mit ca. 10km/h hoch, bei mäßiger Anstrengung. Zumindest bin ich oben nicht aus der Puste - und das ohne wirklich trainiert zu sein. Mehr als 80-100W Dauerleistung bringen meine Beine nicht, wenn ich den Puls in akzeptablem Rahmen halten will. An der Anzeige der Leistungsabgabe erkennt man aber, dass bei ca. 18% Steigung wohl das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Das Display zeigt hier eine Leistungsabgabe von ca. 90% vom Maximum an.
In der Ebene schalte ich das System immer in den Fahrradmodus, also ohne Unterstützung. Für leichte Anstiege finde ich die Stufen 1 und 2 durchaus hilfreich und rein subjektiv geht das auch leichter als vorher ohne Bionx System.
Geschwindigkeit ist für mich kein Thema. Wenn ich 15 km/h ohne Bionx erreichen kann, dann schalte ich es ab. Ich bin kein Geschwindigkeitsfetischist. Mein Ziel ist es anzukommen und das ohne aus der Puste zu sein. Die 25 km/h erreiche ich daher auch nur bergab.
Dieses Verhalten wirkt sich natürlich dramatisch auf die Reichweite aus. Meine längste Tour waren bisher 70 km und ca. 900 Höhenmeter. Am Ende der Tour war der Akku immer noch nicht leer. Allerdings habe ich noch den von equinox beschriebenen Bug und bisher kein Firmware Update, weswegen ich nicht sagen kann, wie viel jetzt letztendlich noch im Akku drin war.

Zugegeben, das System ist sauteuer (ca. 1900 EUR incl. Einbau) allerdings kann ich damit genau das machen, wofür ich es gekauft habe. Das ist mir weit mehr wert als vielleicht 1000 EUR gespart zu haben, aber am Albaufstieg hängen zu bleiben, weil der Motor es nicht schafft oder nach 600 Höhenmetern der Akku leer ist.
 
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equinox

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Hallo Pico,

versteh mich bitte nicht falsch, ich laste das hohe Gewicht nicht dem System an. Ich wollte nur Vergleichszahlen liefern. Meiner Meinung nach ist das Gewicht kein Problem. Ich denke ein Fahrrad ist da um den Fahrer leichter zu machen und nicht umgekehrt. Insofern denke ich auch daß man die paar Kilo nicht am Rad sparen muß.

Mein Fahrradhändler meinte auch noch der Wiederstand des Motors würde noch zurück gehen. Das wäre wirklich schön, so richtig vorstellen kann ich es mir aber nicht. Ist für mich nicht so ein Problem. Was die Reichweite angeht hast du sicher recht, daß man mit 15 km/h deutlich weiter kommen sollte. Es gilt ja:

E = 1/2 m * v²

für die kinetische Energie. Die Geschwindigkeit hat also einen wesentlich größeren Einfluß als die Masse. Aber ehrlich, wenn ich weiß, daß ich an einen Tag nicht mehr als 30 km fahren muß schaff ich es nicht den Regler untern zu lassen. Geht nicht, halt ich nicht aus. Ich weiß da sind ein paar hundert Watt im Motor eingesperrt und die wollen einfach raus. Für den Akku ist es auch besser ihn runter zu fahren und 15% Ladung nutzen mir am nächsten Tag auch nichts. Das fahren macht spaß und darum gehts ja. Den direkten Weg von A nach B hab ich abgeschaft.

p.s. Das Firmware Update kann ich dir echt empfehlen. Die Anzeige funktioniert endlich richtig. Ich hab keinerlei Probleme mehr.
 
P

pico

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

Hallo equinox,

ich wollte Dich in keiner Hinsicht kritisieren. Ich wollte nur allgemein feststellen, dass bei der Diskussion um das Gewicht, (das von vielen hier geführt wird) das Gewicht am eigenen Bauch nicht vernachlässigt werden darf.

Außerdem ging es mir noch darum festzustellen, dass es unterschiedliche Anforderungen an ein System gibt, was natürlich zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.

Das fahren macht spaß und darum gehts ja. Den direkten Weg von A nach B hab ich abgeschaft.

100% Zustimmung
 
K

Komposti

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Hallo equinox,
Ich habe gerade deinen Beitrag zum Bion X gelesen.
Bin auch Besitzer diese Antriebs in meinem Giant MTB.
Ich fahre damit aus dem Odenwald zur Arbeit nach Darmstadt 25 km mit 2 ziemlichen Steigungen - Aufladen des Akkus in der Arbeit (zum Glück erlaubt).

Einziges Problem bei mir ist die Erwärmung des Motors bzw. der Steuerung im Motor bei einer langen Steigung die am Ende nochmal ein paar % zulegt.
Der Antrieb schaltet dann zurück und ich bin mit meiner Beinleistung ziemlich alleine.

Mein Kampfgewicht beträgt übrigens ca. 110 Kg.

Ansonsten finde ich den Antrieb große Klasse, eben deshalb weil er in mein vorhandenes MTB eingebaut werden konnte.

Viele stressfreie km wünscht allen im Forum Koposti
 
S

stadtrad46

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

komposti, was ist für dich eine lange steigung?
ab wann (hm, zeit oder anstieg in %) hast du das gefühl, dass dich der motor kaum mehr unterstützt?

danke
 
E

equinox

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Ein runterregeln an Steigungen habe ich noch nicht bemerkt. Die Rekuperation verhält sich ein wenig seltsam. Die ist bei ca. 10-15 km/h am stärksten und wird schwächer wenn man beschleunigt. Ich nehme mal an, daß soll vor Überhitzung schützen.

Was sind eure Erfahrungen mit der Reichweite? Da bin ich positiv überrascht. Ich habe es noch nicht geschafft den Akku komplett bis zur Abschaltung leer zu fahren. Die Anzeige war zwar schon ein paar mal auf null aber Unterstützt hat er immer noch.

Mein erfahrungswerte bislang sind:
Stufe 4: 35-40 km (Akku lt. Anzeige leer)
Stufe 3: ca. 43 km (noch ein Balken übrig)
 
P

pico

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

Das Nachlassen der Unterstützung habe ich auch schon erlebt. Bei mir trat es das letzte mal nach ca. 350hm bei durchschnittlich 15% Steigung auf. Den gleichen Berg habe ich aber auch schon mit voller Unterstützung bis zum Schluss geschafft. Hier spielt vermutlich auch eine Rolle, wie stark ich mich selber anstrenge.
Oben angekommen habe ich dann auch das subjektive Gefühl, dass das Rad die ersten paar Minuten, bei abgeschalteter Unterstützung, recht schwergängig ist. Das ist aber wie gesagt sehr subjektiv und kann natürlich auch eine Täuschung sein.
 
H

HDH

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Ich habe seit Samstag mein Cannodale Rize 1 mit Bionx 250 HT.
Ich kann sagen, dass es sich sehr sehr gut ohne Unterstützung fährt.
Reichweite bei Stufe 3 bei gemischtem Betrieb ca. 40 km.
Ist für meine Belange völlig ausreichend. Ich bin bis dato zufrieden.
 
N

nunaber

AW: Testbericht BionX PL250-HT

Das Nachlassen der Unterstützung habe ich auch schon erlebt. Bei mir trat es das letzte mal nach ca. 350hm bei durchschnittlich 15% Steigung auf. Den gleichen Berg habe ich aber auch schon mit voller Unterstützung bis zum Schluss geschafft. Hier spielt vermutlich auch eine Rolle, wie stark ich mich selber anstrenge.
Oben angekommen habe ich dann auch das subjektive Gefühl, dass das Rad die ersten paar Minuten, bei abgeschalteter Unterstützung, recht schwergängig ist. Das ist aber wie gesagt sehr subjektiv und kann natürlich auch eine Täuschung sein.

hallo Alle miteinander,
heute habe ich mich beim Forum angemeldet, weil ich genau einen Beitrag wie diesen hier suchte ....
auch ich habe oft das Gefühl, dass das Rad nach einer längeren Bergauffahrt in den ersten Minuten manchmal sehr schwergängig läuft, die Unterstützung schalte ich auf der Kuppe auf Null, und die Balken zeigen nichts an ...
die Schwergängigkeit kommt, obwohl es jetzt bereits Bergab geht, alles rumschalten an meiner 27Gang nützt nichts, Motor aus und an, Stufe rauf runter wieder auf Null nützt nichts, ich bin am verzweifeln ...
und jetzt kommt es: auf einer Ebene oder auch hier wenns sogar leicht bergab geht gibt es manchmal aus heiterem Himmel einen Tretwiderstand der nach einiger Zeit wieder verschwindet ... dies tritt manschmal erst nach ca. 30km Strecke auf oder auch schon vorher und immer mal wieder zwischendurch und trotz eingelegter Stufe Null ... und auch wenn ich bei auftretender Schwergängikeit auf z.B. Stufe 2 schalte spüre ich einen Widerstand der dann irgendwann wieder weg ist ...
ich fahre übrigens meistens mit Stufe Null und auf der Ebene bis zu 27Km schnell und nutze die Unterstützung nur bei Steigung, Gegenwind und wenns mal wieder blockiert ...

wer hat so etwas auch bemerkt, mein Händler traut mir nicht ...
 
P

pico

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AW: Testbericht BionX PL250-HT

Also wie bereits geschrieben, ist mir die Schwergängigkeit nur nach einer Bergauffahrt passiert. Irgendwie scheint es so, dass der Motor schwergängig wird, wenn er warm, wird. Eine Minute Pause wirkt bei mir in diesem Fall Wunder.
Auch auf der Ebene habe ich manchmal das subjektive Gefühl, dass es schwergängig ist. Allerdings erfolgt dann in der Regel die Ernüchterung, wenn die entgegenkommenden Radfahrer ihr Rad einfach rollen lassen können. Also ist es doch nicht so eben, wie es den Anschein hat oder der Wind ist stärker, als ich ihn einschätze. Durch das An- und Abschalten des Motors verliere recht schnell das Gefühl, ob die Schwergängigkeit von Gelände/Wind/usw. kommt oder vom Rad selbst.
 
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