StVO-Novelle: Verbot des Parkens von Fahrrädern am Fahrbahnrand

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stan

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In einer PM des RLVD bin ich auf folgenden Absatz gestoßen:
"Der Gesetzentwurf zur anstehenden StVO-Reform sieht zudem ein Parkverbot für Fahrräder am Fahrbahnrand vor. Das bedeutet de facto eine Diskriminierung von emissionsfreien und stadtverträglichen E-Lastenrädern gegenüber Kraftfahrzeugen, die für die Förderung nachhaltiger urbaner Logistik absolut kontraproduktiv ist."

Pressemitteilung 04.09.2019 - Radlogistik Verband Deutschland e.V.

Warum das nicht nur für die Logistiker, sondern auch für Fuß- und Radverkehr ein Riesenproblem werden dürfte, brauche ich hier niemandem zu erklären. Die geplante Änderung würde auch die Einrichtung von Fahrradabstellanlagen am Fahrbahnrand erschweren bzw. untersagen.

Ich habe die Information inzwischen informell bestätigen können, der Gesetzesentwurf des BMVI sieht genau dieses Verbot vor. Neben weiteren Verschlechterungen für den Radverkehr, die natürlich nicht an die große Glocke gehangen werden.

Details wird es zum 25.9. geben: "Öffentliche Anhörung zu dem Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Das Straßenverkehrsrecht reformieren [...]. Dazu können hier Stellungnahmen gelesen werden (die vom ADFC wird wohl noch eingestellt):
https://www.bundestag.de/ausschuess...anhoerungen/050-sitzung-stellungnahmen-656036 "

Mehr dazu auch hier: StVO-Novelle: Verbot des Parkens von Fahrrädern am Fahrbahnrand?

Beste Grüße
stan
 
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hier stand mist
 
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Ich halte das Lastenrad für den SUV unter den Fahrrädern - zu viel Verkehrsfläche für zu wenig Transportgut. Da es Mode ist und sich die Zahlen stetig erhöhen, wird es zum echten Problem. Damit meine ich nicht schlaue Varianten wie das Tern GSD, sondern klassische Ungetüme wie die Load und Packster von Riese&Müller oder die dreirädrigen Varianten, die, zumindest bei uns, gerne auch nur mit einer Person besetzt und ohne große Ladung gefahren werden.
 
cubernaut

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Stimmt, ich sollte meine Erledigungen (Familiengroßeinkauf, Sperrmüll, Matratzenkauf, Baumarkteinkauf ...), die ich mit dem "Ungetüm" Lastenrad (2 m lang, 0,9 m breit) umsetze, dringend wieder mit dem platzsparenden und ökologischen PKW (Durchschnitt: 4,40 m lang, 180 breit) erledigen. Dann kann ich wenigstens überall parken, einschl. Radwegen.
Edit: Und während ein Auto-SUV weder sportlich noch nützlich ist, ist ein Lastenrad sogar beides - insofern ja: ein echtes SUV.
Zudem geht es in der geplanten Novelle um alle Fahrräder.
 
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Wurzelsepp

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Ich halte das Lastenrad für den SUV unter den Fahrrädern - zu viel Verkehrsfläche für zu wenig Transportgut. Da es Mode ist und sich die Zahlen stetig erhöhen, wird es zum echten Problem. Damit meine ich nicht schlaue Varianten wie das Tern GSD, sondern klassische Ungetüme wie die Load und Packster von Riese&Müller oder die dreirädrigen Varianten, die, zumindest bei uns, gerne auch nur mit einer Person besetzt und ohne große Ladung gefahren werden.
Privat dürfte die Hälfte der Fahrten tatsächlich leer oder fast leer erfolgen. Was nimmst du denn zum einkaufen mit, außer vielleicht Leergut ? Macht ja keinen Sinn, mit vollem Laderaum da hin zu fahren. ;)
 
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Tomcat1960

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Privat dürfte die Hälfte der Fahrten tatsächlich leer oder fast leer erfolgen. Was nimmst du denn zum einkaufen mit, außer vielleicht Leergut ? Macht ja keinen Sinn, mit vollem Laderaum da hin zu fahren. ;)
Das gilt aber für jedes Verkehrsmittel. Sogar Fußgänger gehen mit leerem Einkaufskorb hin.
 
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detritus

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Na dann: einfach nicht mehr einkaufen gehen/fahren. Würde jedenfalls einige Probleme lösen... Zwar auch neue schaffen, aber um die können wir uns ja dann kümmern.
 
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Loehm

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Wenn es verboten werden soll, ist es momentan ja anscheinend erlaubt. Hat das mal jemand probiert? Hab ich noch nie gesehen, dass ein Fahrrad/Lastenrad einfach am Straßenrand steht. Was passiert dann? Beim Einkaufen gibt es ja idR einen Parkplatz, auf den man fährt.
 
stan

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Nur mal so nebenbei: Damit wäre auch das Abstellen in zB Erschließungsstraßen ohne Gehwege hinfällig bzw. verboten (und entsprechend straftbewehrt, inkl. "Abschleppen"). Wie dann der Herr Scheuer 20% Fahrradanteil an der innerstädtischen Logistik erreichen will, muss mir auch mal jemand erklären. Also, ohne die ganzen Armadillos und Rytles (illegal) auf den Gehwegen zu fahren bzw. dort zu parken. Letzteres wäre dann wohl legal, aber - mit Verlaub - völlig bescheuert.

Das wäre letztlich ne ganz massive Umverteilung der zukünftigen bzw. gerade anlaufenden Nutzung des Verkehrsraumes weg vom Fuß- und Radverkehr hin zum KFZ. In gewisser Weise wäre es für den ganzen Fahrradlogistikbereich ein faktisches Berufsverbot, sehr viele Konzepte, die gerade den innerstädtischen Raum autofrei und lebenswerter machen sollen, wären auf einen Schlag illegal.

Es kann sogar sein, dass dann zB Ladezonen, die auf Fahrbahnen bzw. Seitenstreifen (darauf bezieht sich die VO) eingerichtet würden, nur für KFZ zugänglich wären.
 
Tomcat1960

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Deutschland - Autoland. Hat irgendwer hier etwa ernst genommen, was der Scheuer zum Thema „Förderung des Radverkehrs“ erzählt hat?

Selbst schuld... (n)
 
stan

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@Loehm
Hier in Berlin sieht man das gelegentlich, ich mache das selbst regelmäßig, weil ich den Fußverkehr nicht behindern möchte. Für Kuriere/Logistiker ists essentiell, es sind auch eine Reihe von Fahrzeugen in der Pipeline, die darauf basieren (Schaeffler, Citkar usw.), dass sie KFZ-Infrastruktur als Fahrrad nutzen (klassisch: Velomobile). Und die extrem viel Potential haben (historisch gesehen sind die 1920er-1940er interessant, der Begriff Velocar ebenso), sofern sie nicht gezielt ausgebremst werden.

Der Knackpunkt ist, dass die gesamte Verkehrswende letztlich darauf fußt, dass dem KFZ Raum genommen wird und nützlichen (statt schädlichen) Verkehrstypen zugeführt wird. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass KFZ unbequem und teuer (statt bequem und subventioniert) und wohlfahrtsschaffende Verkehre (Fuß und Rad) bequem, gefühlt sicher und attraktiv gemacht werden müssten, wenn das BMVI einen ernsthaften Beitrag zum Klimaschutz und lebenswerten Stadt- (und Land-!)räumen leisten will.

Und genau dagegen richtet sich dieser Teil der Novelle.
 
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Nur mal so nebenbei: Damit wäre auch das Abstellen in zB Erschließungsstraßen ohne Gehwege hinfällig bzw. verboten (und entsprechend straftbewehrt, inkl. "Abschleppen"). Wie dann der Herr Scheuer 20% Fahrradanteil an der innerstädtischen Logistik erreichen will, muss mir auch mal jemand erklären.
Ganz einfach 🤪
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Biker9000

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Letztlich läuft es darauf hinaus, dass KFZ unbequem und teuer (statt bequem und subventioniert) und wohlfahrtsschaffende Verkehre (Fuß und Rad) bequem, gefühlt sicher und attraktiv gemacht werden müssten
What the Fuck ist an einem Fahrad oder Fußgänger bitte "wohlfahrtschaffend" ? 🤣 Das ist im Zusammenhang mit Fahrädern - mit Verlaub gesagt - die bei weitem blödste und sinnfreieste Wortschöpfung, die ich je gehört habe! (n)
 
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Wenn man es zu Ende denkt, macht der Begriff "wohlfahrtsschaffend" durchaus Sinn: Man kommt genau so gut zu dem Geschäft/der Firma/dem Büro/der Behörde/dem Verein/dem Event wie mit dem Auto, benötigt dafür aber wesentlich weniger Raum im Verkehr, verursacht keine Abgase und gefährdet andere Verkehrsteilnehmer weit weniger als ein Auto. Darüberhinaus tut man was für seine Gesundheit und liegt folglich der Allgemeinheit weniger auf der Tasche.

Für mich ist das durchaus "wohlfahrtsstiftend." Im besten Sinne des Wortes.
 
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Auch wenn du mich ausdrücklich ausgenommen hast 😁 bleibst du im Unrecht, was deinen Vergleich zwischen Lastenrad und SUV angeht: Ein SUV ist durchschnittlich knapp 5 Meter lang und knapp 2 Meter breit, zuzüglich etwas Platz vorne und hinten zum Rangieren. Es wiegt im Durchschnitt zwischen 1,6 und 1,9 Tonnen. 12 m² Verkehrsfläche und knapp 2 t Gewicht, um (statistisch) 1,2 Personen zu transportieren.

Dem gegenüber hast du ein (großes) Lastenrad von 2,4 Meter Länge und 90 cm Breite mit einem Systemgewicht von ca 220 kg (voll beladen). Macht ein Viertel der Fläche und etwas mehr als ein Zehntel des Gewichts, um eine erwachsene Person zu transportieren, sowie bis zu vier Kinder.

Diesen Vergleich müsstest du ziehen, wenn du seriös wirken willst, nicht den mit ganz normalen Fahrrädern (die übrigens soooo viel kleiner auch nicht sind: ein Trekking-Bike bspw. ist etwa 1,8 Meter lang, auch von denen bekommst du auf den SUV Parkplatz wohl in Summe nur vier Stück.) Und lustig ist ja, dass fast nie verglichen wird, wie viele Smarts auf einem SUV-Parkplatz unterkämen. Wobei ... der aktuelle Smart ist auch schon größer als der alte Fiat 500. In dem fuhren vier Erwachsene (Italiener) aber recht kommod. ;)
 
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