Schwungradmotor

Dieses Thema im Forum "E-Motoren" wurde erstellt von 1N4001, 06.11.18.

  1. 1N4001

    1N4001

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    Habe dies gerade entdeckt. Ein nicht-elektrischer Hilfsmotor bestehend aus einem im hinteren Laufrad integrierten Schwungrades.



    Der Fokus ist momentan auf geringen Kosten. Im Moment fährt man damit nur 12km/h, aber das 45 Minuten lang. Das soll in Zukunft noch schneller/besser werden. Aufladung erfolgt innerhalb einer Minute durch Anstecken eines E-Motors.

    Demnächst kommen wohl mehr Informationen raus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 06.11.18
  2. christiank

    christiank

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    Irgend jemand hier mit besseren Physik-Kenntnissen als meinereiner
    wird sicher ausrechnen können wie schwer so ein Schwungrad sein muss
    und wie schnell es drehen muss um Energie für 12km während 45min speichern zu können.

    Und wie man die Entnahme steuern kann...
     
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  3. E-Strampler

    E-Strampler

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    Das erinnert mich an den Gyrobus
    https://systemdesign.ch/wiki/Gyrobus
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gyrobus

    Dort ist es aber so, daß das Schwungrad von einem angeschlossenen E-Motor "aufgeladen" wird, das Schwungrad gibt dann während der Fahrt seine Energie wieder an den dann als Generator wirkenden Motor zurück, der damit den Antrieb speist.
    Das jetzt rein mechanisch zu realisieren, das ist ne ganz andere Hausnummer.
    Wobei, ich hab außer diesem von @1N4001 verlinkten Video noch keinen schriftlichen Hinweis auf das CHAKRA gefunden.
    Tja, und das Ergebnis dieser Entwicklung, hat sich nicht bewährt.
    Wie schwer könnte das Rad sein?
    Wenn ich mich "frei" bewegen will, brauch ich überall, wo ich an meine Reichweite komme, eine Ladestation. Ist ja noch komplizierter als mit Akku laden. Schwungrad ist auf alle Fälle auch noch wesentlich schwerer als Akku und Motor. Und dann noch die Kreiselkräfte, wie werden die beherrscht? Ja und auch die Fahrregelung. Sieht im Video so wunderbar "leicht" aus.
    Hat für mich keine Zukunft, aber man soll ja nie nie sagen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 06.11.18
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  4. 1N4001

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    Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, rein mechanisch über eine Kupplung. Ich glaube hier wird auch der Knackpunkt für die Weiterentwicklung liegen.

    Sehe ich heute auch zum ersten Mal. Morgen soll ein Paper rauskommen, auf dem das Konzept näher erklärt wird.
     
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  5. KuNiRider

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    Meinetwegen kann man ja soviel Energie in einem Schwungrad spreichern aber von der sicher sehr kniffeligen Stuerung des Antriebs, wird das ganz sicher nicht Handlich, denn egal ob man langsamen schweren Rotor nimmt oder einen leichten ultrhochdrehenden - die Kreiselmomente dürften sowas wie Handling restlos blockieren!

    Bevor es die modernen Akkus gab, gab es auch solche Systeme im Versuch um bei Autos die Bremsenergie fürs Wiederanfahren zu speichern.
     
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  6. E-Strampler

    E-Strampler

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    @1N4001 wo hast Du denn dieses Video gefunden?
     
  7. 1N4001

    1N4001

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    Alles valide Kritik, und ich sehe auch Probleme, das hochzuskalieren. Andererseits will ich nichts voreilig schlechtreden. Lasst die Jungs mal machen, obs was wird sehen wir dann.

    Zwischenzeitlich ist auch eine rudimentäre Website am Start, und ein Paper mit etwas technischen Details.

    Der Entwickler hat das auf Reddit verlinkt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.11.18
  8. KuNiRider

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    Habe mir die Links mal angesehen und halte es für einen Betrugsversuch!
    Weil:
    • das Fahrrad im Video ist wendig wie ein normales Bike, bei den zusätzlichen Kreislkräften von rotierenden 5 kg imho nicht möglich.
      Das Video wurde mit einer popeligen Radverkleidung gedreht. Es gibt auch keinerleih 'Kupplungszug' o. Ähnliches zum HR
    • da rotieren +5kg Alu mit nur 5 Umdrehungen/s = 300 U/min die reichen für mangelnde Wendigkeit aber niemals als Speicher
      - die angegbenen 65 kJ habe ich nicht nachgerechnet - sind aber lächerlich wenig für 45 Minuten fahrt!
    • das Prinzipschaltbild ist Müll: Untersetzung zur Achse 42 --> 17--> 12 = 0,2 entspricht 100 U/min * Reifen-Umfang 2,1m = 210m/min = 12km/h
      --> mehr als 500 U/min kann das Schwungrad nicht drehen! Darum reicht es niemals als Speicher, die damaligen Schwungradversuche liefen mit > 50000 . . . 200000U/min
    • keinerlei Mechanik für die Einkopplung aufs Rad, nichtmal eine Andeutung wie geregelt werden soll
    • Aufladen: So grob 100 Wh für 45min mit 12km/h sollen per Elektromotor in kürzester Zeit auf das Schwungrad gebracht werden. Dafür ist ein fetter Motor mit kräftiger Kupplung notwendig und sein Rückdrehmoment will Lieschen Müller sicher nicht auf die zarten Handgelenke bringen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07.11.18
  9. christiank

    christiank

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    Sagen wir mal: Verarsche :whistle::cautious:
     
  10. KuNiRider

    KuNiRider

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    Verarsche um als Kickup Geld zu generieren ist für mich Betrug!(n)
    Am meisten Ärgert mich, dass solche Typen inzwischen scheinbar die Mehrheit sind und einen schlecht Ruf für Beteiligungen generieren, dadurch haben es echte innovative Startups dann leider sehr schwer.:mad:

    btw: die angegebene 65 kJ Energie sind umgerechnet satte 18 Wh :X3: (allein das Schwungrad hat schon 5kg! 18Wh hat eine 26650 Akkuzelle bei nur 94 gr)
    Wenn das für 45 Minuten mit 12 km/h reicht, sollte ich mit meinem 500Wh Bosch-Akku 1200 Minuten (20h= 240km) fahren können - ohne pedalieren!:ROFLMAO:
    . . . :unsure: funktioniert bei meinem Bike nicht - irgendwas mache ich falsch :(
    :rolleyes:vielleicht bekomme ich als Atheist aber auch vom lieben Gott keine Privatphysik wo das geht :whistle:
     
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  11. E-Strampler

    E-Strampler

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    Versuch über Kickstarter Geld zu generieren , dann nach gewisser Zeit wird man nichts mehr hören? So in etwa?
     
  12. andreas s

    andreas s

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    Der Entwickler spricht ja von 65 kJ (18 Wh) gespeicherter Energie. Das für sich betrachtet halte ich (ich hab es nicht berechnet) noch mit entsprechender Massenträgheit und Drehzahl in vernünftigen Größenordnungen für möglich. Auf 45 Minuten Nutzungszeit berechnet bleiben ohne Berücksichtigung von immer auftretenden wirkungsgradabhängigen Verlusten 24 W Leistung. Ein Rennrad erreicht mit dieser Leistung und unter günstigsten Bedingungen nach Kreuzotter etwa die angegebene Geschwindigkeit von 12 km/h. So weit, so gut.
    "Aufgeladen" werden (also auf Drehzahl gebracht) soll das Ding in "wenigen Sekunden". Nehmen wir mal an, dass 10 Sekunden den "wenigen" entsprechen, so muss die Energie von 65000 Ws in 10 s "geladen" werden, das könnte (wieder ohne Wirkungsgradverluste gerechnet) mittels eines Motors, der 6,5 kW (Anschluß an einer Drehstromsteckdose) an der Welle zur Verfügung stellt, bewerkstelligt werden. Bei einer "Ladezeit" von 30 - 60 Sekunden wären wir dann bei einer Antriebsmaschine, die einem 180 mm Winkelschleifer entspricht. Den könnte auch eine zarte Damenhand halten, sofern die entschlossen zugreift.
    Also in der Theorie und ohne Berücksichtigung allerseits auftretender Wirkungsgrade scheint so ein Schwungmassenspeicher möglich.
    Eine mechanische Leistungsentnahme aus dem Schwungmassenspeicher halte ich dagegen für unmöglich, weil die Drehzahl des Schwungmassenspeichers von der Nenndrehzahl bis zum finalen Stillstand genutzt und über das gesamte Drehzahlband immer gleich bleibende Leistung abgegeben werden muss. Eine gut gesteuerte Schwungrad-Generator-Motor-Kombination (wieder mit Wirkungsgrad) könnte das jedoch theoretisch leisten.

    Also das Prinzip wird funktionieren, die Größenordnungen jedoch müssten noch an die böse Realität angepasst werden.

    Dass das Rad mit voll geladenem Schwungmassenspeicher nur geradeaus fährt, muss man halt bei der Streckenplanung berücksichtigen. ;)
     
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  13. 1N4001

    1N4001

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    Es stimmt, seit dem technischen Paper ist auch mein Interesse verflogen. Ich bezweifle nach wie vor nicht, dass es funktioniert, aber angesichts der technischen Details kommt da nicht allzu viel bei raus.

    Zwei halb geladene 18650 Zellen beinhalten mehr Energie als 18Wh. Das ganze muss eine Größenordnung nach oben skalieren um sinnvoll zu werden.

    Die Leistungsentnahme erfolgt laut Erfinder über eine Kupplung. Das kann gehen, bringt aber seinen eigenen Kübel Probleme mit.

    Sinnvoller wäre es wohl, das Schwungrad direkt an einen Generator zu koppeln und damit einen Ebike-Akku zu ersetzen.

    Trotzdem ist das ganze meiner Meinung nach eine schöne Idee. Vielleicht nicht für den Massenmarkt, aber durchaus als Bastelprojekt.
    Und ich bin immer daran interessiert, alternative Antriebe einer näheren Betrachtung zu unterziehen. ;)
     
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  14. andreas s

    andreas s

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    Denke ich nicht, ich halte das für eine Schnapsidee.

    Warum?

    Wie hier schon festgestellt, ist das System bei wenig gespeicherter Energie vergleichsweise viel zu schwer.
    Das "Aufladen" des Systems bedingt relativ schweres Gerät.
    Die kontinuierliche und gleichmäßige Leistungsentnahme aus dem Schwungrad halte ich für gänzlich ungeklärt.
    Ein vollelektrisches Akku-Motor-System der selben lächerlichen Leistungsklasse (18 Wh / 25 W) wäre um Größenordnungen leichter, preisgünstiger und kleiner.

    Das Wesen und die vornehmste Funktion von rotierenden Schwungmassen ist üblicherweise nicht, die gespeicherte Energie über einen vergleichsweise langen Zeitraum gleichmäßig abzugeben, sondern die gesamte Energie in sehr kurzer Zeit bei Laständerungen oder Antriebsleistungsänderungen zur Vergleichmäßigung der Drehzahl zur Verfügung zu stellen. Eine andere sinnvolle und erprobte Anwendung ist (z.B. in Satelliten) die Lagestabilisierung.
     
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  15. 1N4001

    1N4001

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    Deswegen sagte ich Bastelprojekt. Das hier gezeigte System ist zum bauen und spielen gut, mehr nicht.

    Wobei es tatsächlich Konzepte gab, Schwungräder als Energiespeicher in Fahrzeugen zu verwenden. Dann aber mit Magnetlagern, im Vakuum und bei irren Drehzahlen. Völlig abwegig ist das nicht.

    Hier wird allerdings nicht die Eigenschaft der Energiespeicherung genutzt, sondern allein die gyroskopischen Effekte schnell rotierender Massen.
     
  16. Skeptiker

    Skeptiker

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    Doch, die Idee ist schön. Und zwar spart sie die Akkus. Die Gewinnung und Entsorgung der Materialien geschieht zwar in China, muss uns also nicht jucken, aber umweltpolitisch geht das eigentlich nicht....:eek:
    Vom Umweltschutzgedanken ist die Idee prima. Ansonsten ist sie natürlich grütze, es sei denn ein Artist nutzt es um auf einem Drahtseil zu fahren. Aber wenn die mogeln wollen, würden die das weniger auffällig machen. :D
     
  17. andreas s

    andreas s

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    Sicher? Akkuherstellung und Entsorgung ist ganz sicher ein "schmutziges" Geschäft, aber ob im Vergleich zu 100 g Akku, die Gewinnung, Verarbeitung und Recycling von 5000 g Metall so viel umweltfreundlicher zu gestalten ist, wage ich zu bezweifeln.
     


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