S-Pedelec und ADFC

Diskutiere S-Pedelec und ADFC im S-Pedelecs und anderes mit E-Motor Forum im Bereich Diskussionen; ich soll unaufgeregt bleiben, obwohl du alle ADFC-Mitglieder als Dummkopf bezeichnest? Das fällt mir extrem schwer :censored:. Gruß Rolf
cubernaut

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@schmadde Ich bin ja beim Thema Fahrrad meist bei dir, aber "den" ADFC gibt es nicht. Ich meine mich zu erinnern, dass du das auch schon mal geschrieben hast.
Die von dir angeführten Inhalte gelten z. B. keineswegs so für den ADFC Hamburg.
Die Position zu S-Pedelecs kenne ich allerdings nicht.
Doch gerade die Alltagsradler spielen dort eine große Rolle.
 
Ich sehe, Du bist nachdenklich geworden. Das ist der erste Schritt! :notworthy:
Du hast absolut recht. Ich sollte den Weihnachtsbaum wohl am besten gleich mit dem Auto holen wie 99,9 Prozent. Denn ein S-Pedelec ist ja das Gleiche wie ein Auto, nicht wahr?
 
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Schaut Euch lieber um, wen man bestechen könnte! :ROFLMAO:
Ich denke das Spenden an Vereine die Fahrradverkehr begrüßen, schon Erfolg versprechen. Sei es VCD oder ADFC. Nichts anders macht die Autolobby doch auch. Die vereinigen sich (VDA) und unterstüzen Gruppen die ihre Interesse verfolgen. Nicht umsonst erhalten CDU und FDP die größten Industrie-spenden. Das hat auch großen Einfluss auf die Stadtplanung und die anerkannten Meinungen in der Gesellschaft. Vor allem mit dem Zusammenspiel von Marketing.
 
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Der ADFC will die Radwegebenutzungspflicht genauso wie der ADAC (beides gleichermassen Feinde jedes Alltagsradlers).
Bitte keine Fehlinformationen verbreiten! Aus dem Verkehrspolitschen Programm des ADFC:
Die Radwegbenutzungspflicht zwingt Radfahrer vielfach auf Radverkehrsanlagen, die den modernen Anforderungen an Verkehrssicherheit und Komfort nicht entsprechen. Deshalb verlangen wir prinzipiell die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Führungen. Gute Radverkehrsanlagen brauchen keine Benutzungspflicht. Wir fordern deshalb die Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht. [/ Quote]
 
Flatliner

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ich soll unaufgeregt bleiben, obwohl du alle ADFC-Mitglieder als Dummkopf bezeichnest?
Das fällt mir extrem schwer :censored:.

Gruß Rolf

Vielleicht solltest du mal lesen was ich geschrieben hatte. Mit der Bemerkung "Spacken" meinte ich den Typen vom ADFC der S-Peds als Spielzeug für weiße Jungs darstellte (s.S.2) und so hab ich es auch geschrieben ! :rolleyes:
Wenn du es jetzt immer noch nicht verstehst tut es mir leid, aber dann kann ich dir auch nicht mehr helfen.
 
ZMartin

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Könnte sein, dass bald wieder gewählt wird oder die von uns gewählten endlich mit Arbeiten anfangen. Dann sollten alle S-Pedelec Fahrer in die Tasten hauen und Ihnen Mails schreiben, wie ich es gemacht habe. Ich habe es schon vor ein paar Monaten hier vorgestellt, hier ist es noch mal:
www.speedpedelecbiker.blog/2017/08/23/wahlkampf-wie-stehen-die-kandidaten-meines-wahlkreises-zum-speedpedelec/
Antworten sind auch im Blog.

Hilfreich, um den Blödsinn der Einstufung des S-Peds als Kraftfahrzeug zu demonstrieren, auch diese kleine Übersicht:
www.speedpedelecbiker.blog/2017/09/09/unsere-stvzo-altes-aus-schilda/
Vielleicht auch mal Eurem örtlichen ADFC - Verband zukommen lassen, damit sie verstehen.

Von Herstellerseite wird definitiv nichts kommen. Ich habe nach der Eurobike und meinem Blogbeitrag www.speedpedelecbiker.blog/2017/09/06/eurobike-auf-der-suche-nach-dem-speed/ noch mal nachgefasst und sogar R&M traut sich nicht an die Politik ran.

So lange die Politik auf das Auto und den LKW als Hauptverkehrsmittel setzt, werden Fußgänger nach wie vor an den Rand gedrückt, Radfahrer lediglich ein Mittel fürs Stadtmarketing bleiben bzw. als Freizeitverkehrsteilnehmer gesehen werden und S-Pedelec-Fahrer ein Nischendasein führen. Und die Städte ersticken im Blech!
 
jm1374

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Kam denn schon mal eine Antwort von einem Politiker?
 
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So in meiner Wut habe ich eine Mail verfasst, die ich hier gerne veröffentliche, inzwischen kam auch eine (sehr enttäuschende) Antwort, dazu später mehr:

Gesendet: Freitag, 8. Dezember 2017 11:28
An: ADFC Kontakt
Betreff: S-Pedelec


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater ist Mitglied bei ihnen (Mitgliedsnummer und PLZ), auch ich möchte als passionierter Radfahrer gerne die Lobbyarbeit pro Rad unterstützen.

Ich besitze ein Mountainbike, ein Trekkingrad und zwei S-Pedelecs (bbH 20 km/h, die auch per Daumengas ohne Mittreten erreicht werden, bzw. Tretunterstützung bis 45 km/h).

Leider sind die von Ihnen angebotenen Versicherungen jedoch nicht für versicherungspflichtige Räder, wie ich sie hauptsächlich fahre (seit über drei Jahren mit insgesamt ca. 15 000 km). Dies wäre noch zu verschmerzen, habe ich zumindest für eines der beiden S-Pedelecs eine gleichartige Versicherung abgeschlossen.

Leider jedoch scheint ihr Vorsitzender Burkhard Stork einen irrationalen Hass auf S-Pedelecs zu hegen, das ist zumindest der Eindruck, den seine öffentlichen Äußerungen erwecken. Dazu zwei Beispiele:

"Mit dem großen Geschwindigkeitsunterschied machen wir das kaputt, was Radinfrastruktur ausmacht", sagt der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. Sein Argument: Es gebe gar keine große Nachfrage danach, mit den schnellen E-Bikes auf dem Radschnellweg zu fahren. Schließlich liege der durchschnittliche Pendlerweg auf dem RS1 nur bei zwölf Kilometer. "Wenn man dort unterbrechungsfrei 20 km/h fahren kann, kommt man unglaublich schnell voran", sagt Stork.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-09/s-pedelec-radfahren-strasse-langstrecke-pendler/seite-2

sowie

Rotthier’s presentation was met with a reaction from Burkhard Stork, director of the ADFC. It left many of the LEVS delegates baffled. The director of ADFC, the EU’s largest cyclists’ association, stated with a great deal of verve: “Speed pedelecs are toys for white boys, not a means of transport for commuting. They do not add anything to sustainable transport.” To which Bram Rotthier just noted that so far his research had provided evidence to the contrary.

http://www.bike-eu.com/shows-events/nieuws/2017/12/summit-shows-huge-potential-for-light-electric-vehicles-10132249#

Als debatierfreudiger Mensch würde ich ausgefeiltere Argumente begrüßen. Gibt es evtl. eine Seite, auf der die Positionen des ADFC bzgl. S-Pedelecs zusammengestellt sind und detailliert begründet werden? Oder z.B. ein Video/Transkript einer Podiumsdiskussion (wie https://www.velo-city2017.com/programme/schedule/?Event=ThSpeedPedelecDebateFriendorFoetotheCyclist)?

Ferner würde ich um Stellungnahme bitten:

Der große Geschwindigkeitsunterschied:
Es ist äußerst verwunderlich, dass Radinfrastruktur sich durch eine ähnliche Geschwindigkeit der Radfahrenden auszeichnen soll, wie Stork im Artikel der Zeit impliziert. Das genaue Gegenteil ist der Fall, auch ohne S-Pedelecs fahren Kinder, Rentner, Sportler, Behinderte, kurz Menschen unterschiedlichster körperlicher Verfassung Rad, auch die benutzten Räder unterscheiden sich, man denke nur an Rennräder, Pedelecs, Trekkingräder, Lastenräder, Räder mit Kinderanhänger, Liegeräder (weniger Luftwiderstand bedeutet höhere Geschwindigkeit) oder Mountainbikes. Genau deshalb zeichnet sich GUTE Radinfrastruktur dadurch aus, dass problemlos überholt werden kann.

Ich erreiche auch auf meinen normalen (nicht-elektrischen) Rädern dauerhaft 40 km/h in der Ebene, Rennradfahrer dürften auch die Unterstützungsgrenze von 45 km/h der S-Pedelecs knacken. Benutze ich lediglich das Daumengas, so fahre ich ja mit meinem S-Pedelec genau in der von Stork so favorisierten Geschwindigkeit von 20 km/h. Andererseits dürfen auch Porschefahrer in den verkehrsberuhigten Bereich, warum sollte es nicht auch möglich sein als S-Pedelecfahrer mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren? Es ist zudem eine Mär, dass S-Pedelecs stets 45 km/h fahren, viele der verbreiteten Mittelmotoren haben nur eine Nenndauerleistung von 350W, was für die meisten Fahrer eine niedrigere Geschwindigkeit bedeutet.

Ferner würde ein Verbot der S-Pedelecs auf dem Radschnellweg eben NICHT dazu führen, dass dieser nicht von ebenjenen benutzt wird, sondern viel mehr werden noch mehr S-Pedelecfahrer dazu übergehen das Nummernschild abzumontieren, um nicht aufzufallen.

Die Durchschnittslänge der Pendelstrecke besitzt keinerlei Aussagekraft, wenn die Verteilung nicht aufgeschlüsselt wird. Als Extrembeispiel: Die Hälfte pendelt 1 km, die andere 23 km. Damit erreicht man auch einen Durchschnitt von 12 km. Es stimmt, das S-Pedelecs auf längeren Strecken beliebter sind, da diese wegen der höheren Geschwindigkeit kürzer dauern, aber das gleiche Argument gilt auch für kürzere Strecken und ist auch der Grund, warum ich S-Pedelec fahre (fast alle Strecken unter 10 km).

Doch auch wenn Stork folgend die Nachfrage gering sein sollte, so schwächt dies eher sein Argument. Wenn eh nur wenige S-Pedelecs unterwegs sind, so sollten sie in der Gesamtheit nicht störend auffallen.

Ich hoffe sehr, dass das direkte Zitat im zweiten Artikel falsch oder verkürzt widergegeben worden ist, ansonsten hege ich wenig Hoffnung, dass Herr Stork bereit ist seine Meinung auf Basis von sachlichen Argumenten und Fakten zu ändern.

Spielzeuge für weiße Jungs und kein Pendelfahrzeug? Diese Aussage mutet rassistisch an, sind Herrn Stork Statistiken bekannt, dass im Vergleich zum deutschen Bevölkerungsdurchschnitt überproportional viele weiße S-Pedelecs fahren, so möge er mir diese bitte zukommen lassen. Was diese Feststellung, wahr oder nicht, mit einer zielführenden Debatte zu tun hat, lässt sich für mich leider nicht erkennen. Was war der Sinn hinter dieser Aussage?

Völlig ohne jedes Argument wird S-Pedelecs sodann das Zeug zum Pendelfahrzeug abgesprochen sowie jeglicher Beitrag zu einer nachhaltigen Verkehrsgestaltung.

Gerade wegen der höheren Geschwindigkeit SIND S-Pedelecs beliebte Pendlerfahrzeuge. Im Vergleich zu einem Pedelec fällt in der Tat ein etwas höherer Stromverbrauch an, wenn auch schneller gefahren wird, dies ist jedoch eine universelle physikalische Tatsache, die sich über alle Verkehrsmittel hinweg zeigt. Interessant ist deshalb nur, welche Art von Fahrten durch ein S-Pedelec ersetzt werden. Fallen Autofahrten weg, so ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit schon geleistet. Stork verkennt auch hier, dass ein S-Pedelec NICHT ZWINGED schnell bewegt werden MUSS. Ich kann in einer niedrigen Unterstützungsstufe meine Geschwindigkeit auf unter 25 km/h begrenzen. Wo ist dann der Unterschied zum Pedelec? Ich kann ebenso mit egal was für einem Rad ohne Unterstützung z.B. 30 km/h fahren.

In den Niederlanden und in der Schweiz zeigt sich, dass bei praktikableren Rahmenbedingungen (allen voran Radwegebenutzung) S-Pedelecs sehr viel beliebter sind als in Deutschland. Von nennenswerten Problemen ist mir bis dato nichts zu Ohren gekommen.

Auch auf dem S-Pedelec fühle ich mich den Radfahrern zugehörig (nicht Motorrad, Roller oder Autofahrern), warum schießt sich der ADFC unter Storks Führung auf die Unterschiede zwischen Pedelec und S-Pedelec ein, wo doch viel mehr Gemeinsamkeiten auszumachen wären? Ein wenig höhere Geschwindigkeit und Leistung ändern nichts daran, dass Bewegung gesund ist, jede ersetzte Autofahrt die Umwelt schont, die Innenstädte entlastet werden und nach Fußgänger alle Radfahrer die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind, die entsprechend durch geeignete Infrastruktur zu schützen sind.

Gerade durch das Verbot Radwege zu benutzen, bin ich persönlich bereits mehrfach Opfer von Beleidigungen, Nötigungen, Bedrohung und Gefährdungen durch LKW- und Autofahrer geworden (fast alle zur Anzeige gebracht), da diese selbsternannten Verkehrserzieher meinen mich auf den Radweg verweisen zu müssen. Mir leuchtet inzwischen nicht mehr ein, warum ich mich dieser Gefahr weiter stellen sollte, während der Radweg neben mir leer ist. Aber die Stadt Würzburg möchte mir nicht mal eine Ausnahmegenehmigung erteilen, wenn ich meine Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzen würde.

Ich würde mich freuen, wenn ich im ADFC einen Unterstützer sehen könnte und nicht ausgegrenzt werden würde oder zumindest die Ausgrenzung mit nachvollziehbaren Sachargumenten begründet werden könnte.

Allzeit gute Fahrt wünscht

[Mein Name]
 
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Ich habe ja schon fast mit keiner Antwort mehr gerechnet, aber sie kam. Bestärkt mich in meiner Absicht diesem Verein fernzubleiben. Aus rechtlichen Gründen nur ausgewählte Zitate:

S-Pedelecs sind Krafträder mit Anmeldung und Führerschein; sie verlieren diese Eigenschaft auch nicht, wenn sie mit geringerer Geschwindigkeit gefahren werden.

Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto. Keinerlei Berücksichtigung meiner Argumentation.

Eine Freigabe von Radwegen für S-Pedelecs wird vom ADFC nicht befürwortet. Eine Studie der UDV (Unfallforschung der Versicherer) aus dem Jahr 2014 zeigt, dass sich die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von herkömmlichen Pedelecs und S-Pedelecs signifikant unterschiedet: Während diese bei konventionellen Pedelecs nur 1,5 km/h höher ist als bei Fahrrädern, liegt diese bei S-Pedelecs um 9 km/h höher. Die Zahlen deuten außerdem darauf hin, dass S-Pedelecs nach Stopps an Ampeln etc. deutlich schneller sind als Fahrräder und konventionelle Pedelecs.

Schön wäre der genaue Name der Studie gewesen. Ich bin auf diese Seite und diese Studie gestoßen. Ich sehe diverse Probleme bei der Studie, aber bin ja erst mal froh, wenn man ein wenig faktenbasiert arbeiten kann. Die Studie sagt allerdings:
"Im Mittel fahren S-Pedelecfahrer am schnellsten (23,2 km/h), gefolgt von Pedelecfahrern (17,4 km/h) und Fahrradfahrern (15,3 km/h). Die Unterschiede sind jeweils statistisch signifikant." (S.9) Sind also andere Zahlen, kann natürlich sein, dass es sich um eine andere Studie handelt. Betrachtet man das Diagramm auf Seite 9 so wird ersichtlich, dass ohne S-Pedelecs Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 10 bis knapp über 30 km/h gefahren werden. Und mit? Kein nennenswerter Unterschied der erreichten Durchschnittsgeschwindigkeitsbereiche, wobei natürlich erwartungsgemäß die Verteilung bei S-Pedelecs anders aussieht.

Interessanterweise widerspricht die Seite der Aussage vom ADFC:
"Lediglich bei den leistungsstärkeren S-Pedelecfahrern dominieren die Arbeitswege." Oder aus der Studie:
"Pedelecs werden vor allem von älteren Nutzern zu Freizeit-/Erholungszwecken gefahren. S-Pedelecs werden von jüngeren, berufstätigen Personen vor allem für den Arbeitsweg eingesetzt." (S.21) Sind also nicht nur gefühlt Pendelfahrzeuge.

Dies bedeutet ein massives Gefälle zwischen den Geschwindigkeiten. Richtig ist, dass die Unfallzahlen bei S-Pedelecs in der Summe eher niedrig sind. Dies aber vor allem deshalb, da sie in Deutschland sehr wenig verbreitet sind. So schätzt der Branchenverband ZIV, dass 95 bis 97 Prozent der verkauften Zweiräder mit Elektromotor konventionelle Pedelecs und damit nach dem Gesetz Fahrräder sind. Eine Sonderregelung, die es Nutzern von S-Pedelecs trotz des Status als Kraftfahrzeug ermöglichen würde, Radwege zu benutzen, würde dem Ziel des ADFC entgegenstehen, entspannten Radverkehr für alle zu gewährleisten.
Mantraartige Wiederholung der Argumentation, die ich doch schon in meinem Schreiben angekreidet habe. Da kann mir doch kurz der Kragen platzen. HAT ER GELESEN, WELCHE MASSIVEN PROBLEME ICH HABE? Gehöre ich nicht zu ALLEN, denen sie einen entspannten Radverkehr gewährleisten wollen? Wenn es nur so wenige sind, wieso sperren sie sich dann dagegen? In der Studie steht außerdem (S.22):
"Die stärkere Variation der Fahrgeschwindigkeit von Pedelecfahrern im Vergleich zu Fahrradfahrern in Verbindung mit ihrer zunehmenden Verbreitung stellt besondere Anforderungen an die Dimensionierung der Radverkehrsanlagen. Sie sollte den Empfehlungen der ERA 2010 [15] folgend so ausgestaltet sein, das sichere Überholvorgänge von Zweiradfahrern untereinander möglich sind. Die ERA 2010 liefert hierzu geeignete Vorgaben und Maßnahmenvorschläge, um eine sichere Radverkehrsführung zu gewährleisten. Wie Hochrechnungsmodelle der UDV zeigen, ist es mit Blick in die Zukunft notwendig, diese Regelwerke auch konsequent anzuwenden und bereits heute keine Mindestmaße mehr zu planen [6]."
Abgesehen davon bin ich doch ein sozialer Mensch und fahre häufig mit meinem S-Pedelec neben unmotorisierten Freunden her. Dann fahre ich einfach deren Geschwindigkeit und ich sehe nicht, wieso die potenziell höhere Leistung, Geschwindigkeit oder Beschleunigung mir hier verbieten sollte die gleichen Verkehrseinrichtungen zu benutzen. Es gibt doch das Konstrukt gemeinsamer Fuß- und Radweg, bei dem sich die Radfahrer (theoretisch) der Geschwindigkeit der Fußgänger nötigenfalls anpassen müssen. Wieso sollte man das Konstrukt gemeinsamer Rad- und Kraftradweg von vorn herein ausschließen. Oder zumindest Radwege für S-Pedelecs freigeben. Blickt jemand bei diesem E-Bike frei Schild durch? Darf ich da mit bbH 20 km/h bzw. als Leichtmofa fahren?
Die Studie ist natürlich auch mit Vorsicht zu genießen, gerade mal 90 Teilnehmer, wobei immerhin mit 10 S-Pedelecs diese Gruppe häufiger vertreten ist, als rein nach Verkaufszahlen. Dann nennen sie auch Helmpflicht für S-Pedelecs, das hatten wir hier ja schon zur Genüge diskutiert.
 
Flatratte

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Man könnte ja alle Kleinkrafträder auf die Fahrradwege lassen ... können ja alle auch langsam fahren. :D

Kann ich mir gut vorstellen, daß Du angemacht wirst, wenn Du mit 25 neben einem Fahrradweg nebst Fahrradfahrer herfährst und damit 'ne Kfz-Fahrspur mutwillig blockierst.:rolleyes: Sowas habe ich noch nicht mal bei Autofahrern erlebt. Um sowas zu vermeiden Mutties dürfen ihre Kinder deshalb auf dem Bürgersteig auch mit Rad begleiten.

Du willst da ein Recht speziell nur für Dich, während der Club, wie heißt der doch gleich, eher das Ganze im Auge hat.:sleep:

Gruß
flatratte
 
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Es wäre tatsächlich begrüssenswert. wenn Radwege für alle einspurigen Fahrzeuge nutzbar wären. Man könnte dann ja auch eine Höchstgeschwindigkeit von z.B. 30Km/h für Fahrzeuge mit Zulassungpflicht auf den Radwegen einführen. Die Pflicht zur angepassten Geschwindigkeit gilt ja sowieso immer.

Edit: Flatratte war schneller.
 
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Flatratte

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Nö, bitte 20 km/h ... damit die Oma oder 'ne alte Flatratte auch noch fahren können! Oder die 50'er-Regelbegrenzung auf 30 senken ...

Mit Tempobegrenzung, Rechtsfahrgebot etc. hast Du bald so komplexe Fahrregeln wie auf der Straße ... kommt dann bald auch ein Fahŕrad-Führerschein? Wie sieht es künftig mit den Mini-E-Rollern und den Segways et altera aus ... gibt's wahrscheinlich jetzt schon mehr als 'S'. Wo fahren dann die nach einer Legalisierung? Hilft bestenfalls eines ... die Geschwindigkeiten zu harmonisieren. Und Patentrezepte, einfache Lösungen etc. gibt es wahrscheinlich nicht. Augenblicklich gilt jedenfalls eines, ein Fahrzeug kann und darf den derzeit für diese Klasse vorgesehenen Verkehrsraum beanspruchen. Sollte man vorher überlegen! Der größte Teil der Verkehrsregelungen ist mMn. entweder durch böse Erfahrungen enstanden oder immerhin ganz gut durchdacht. Manches weiß zwar jeder, aber ist nicht durchsetzbar.

Aber komisch finde ich es schon sich über unberechtigte Anmache von Autofahrern sich beim ADFC zu beschweren - und das als Kleinkraftradfahrer! Wie sähe es denn andersrum aus, S-Pedelecer Fahrradwegpflicht? Was käme denn da bei raus?

Gruß
flatratte
 
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Aber komisch finde ich es schon sich über unberechtigte Anmache von Autofahrern sich beim ADFC zu beschweren - und das als Kleinkraftradfahrer!
Ich habe mich über die verqueren Ansichten des Bundesvorstands bzgl. S-Pedelecs beschwert. Meistens bin ich natürlich als "Kleinkraftradfahrer" unterwegs, aber nicht selten fahre ich auch mit normalen Rad oder Pedelec.
Du willst da ein Recht speziell nur für Dich, während der Club, wie heißt der doch gleich, eher das Ganze im Auge hat.
Lieber wäre mir eine generelle gesetzliche Regelung, aber für den Anfang wäre ich auch mit einer Ausnahmegenehmigung zufrieden. Generell würde ich lieber Straße fahren, will aber weitere Konfrontationen mit Straftätern, die für mich potentiell tödlich enden könnten, aus dem Weg gehen und bin dafür bereit andere Nachteile in Kauf zu nehmen (schlechter geräumte Wege, mehr Ampeln, oft auch Bettelampeln, häufige enge Kurven, Gefahr durch rechtsabbiegende Autos etc.)
Der ADFC hat für sich selbst den Anspruch reklamiert: "entspannten Radverkehr für alle zu gewährleisten", schließt dann aber per definitionem "Kleinkraftradfahrer" aus. Schon allein dem Wortlaut nach sind Kleinkraftradfahrer auch Radfahrer. Laut der vom ADFC selbst genannten Studie schließen sie damit eine jüngere Zielgruppe und Berufspendler, die eben gerne schneller mit dem S unterwegs wären, aus. Das "Ganze" sehe ich eben gerade als die überfällige Verkehrswende sowie Vision Zero und finde es tragisch, wenn man von vornherein S-Pedelecs dogmatisch ausschließt.
Auf das Argument, dass man durch ein Verbot ja gerade Verhaltensweisen wie Kennzeichen abmontieren verstärkt, ist auch null eingegangen worden.
Ganz davon abgesehen, dass ich hier regelmäßig geführte Tourigruppen mit Segways auf Radwegen sehe. Mich stören die da nicht, aber ich bezweifle, dass sie die entsprechende Ausnahmegenehmigung haben. Ebenfalls fahren fast alle Rollerfahrer, die mir begegnen, auf den Angebotsstreifen. Dürfen sie eigentlich auch nicht, aber eigentlich ist es doch tatsächlich praktischer, sonst würden sie es ja nicht machen.

Wie schon so häufig geschrieben: S-Pedelecs sind aktuell Exoten, die sie aber nicht bleiben müssten, wenn es bessere Rahmenbedingungen gäbe. Es gäbe für mich durchaus nachvollziehbare Argumente, warum der ADFC nichts mit S-Pedelecs am Hut haben möchte, aber deren aktuelle Argumentation disqualifiziert sie doch sogar als Fahrradlobby. Geschwindigkeiten harmonisieren ist ja eben nicht die Lösung (auch wenn alle gleich leistungsfähig wären, so wollen manche die Gegend genießen, andere nur schnell zum nächsten Termin), sondern man sollte die Infrastruktur so auslegen, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten nicht zu übermäßig viel Konflikten führen. Und es ist doch nicht so, dass man so ein Konzept neu erfinden und erproben müsste, ein Blick nach Kopenhagen, in die Niederlande oder auch Schweiz genügt.
Den aktuellen Status Quo (S-Pedelecs müssen Straße fahren) mit dem aktuellen Status Quo (S-Pedelecs sind Kleinkrafträder) zu begründen ist ein schöner Zirkelschluss.

Reine Zeitverschwendung, sich über diesen komischen Verein auch noch die Finger wund zu schreiben.
Ich habe die leise Hoffnung, dass sich in meinem Ortsverband noch vernünftige Leute finden lassen, aber mal sehen, könnte schon stimmen. Zumindest der Bundesverband scheint ja unfähig zu argumentieren.
 
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Die Lösung kann keinesfalls sein, S - Pedelecs auf den schmalen deutschen Durchschnittsradweg zu verbannen. Sondern die Infrastruktur für Fahrräder muss auf eine akzeptable Mindestbreite verbessert werden, wie man das in einigen Nachbarländern sehen kann.
Und der Wissensstand der Führerscheininhaber zur StVO sollte verbessert und kontinuierlich aufgefrischt werden, um dem Reviergehabe mancher Kfz - Lenker mit entgegenzuwirken.
 
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AMM

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Kennt jemand die offizielle Linie des VCD zum Thema ?
Wenn ich den Satz von deren Seite richtig interpretiere, dann wollen sie Radwege für S-Pedelecs (u.a.) bei Begrenzung auf 25 km/h freigeben:
"Eine einfache Regelung, nach der alle E-Rad-Ausführungen bis 25 km/h auf Radwegen fahren dürfen, hätte genügt."
 
Fraenker

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"Eine einfache Regelung, nach der alle E-Rad-Ausführungen bis 25 km/h auf Radwegen fahren dürfen, hätte genügt."
Das ist nicht korrekt, da eine Tachopflicht nicht für "alle E-Rad-Ausführungen" besteht sondern nur für S-Pedelecs. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Fahrräder/Pedelecs wäre im Widerspruch zu der bisherigen STVO.
Es reicht ja auch eine Einführung von 25km/h Maximum für zulassungspflichtige Fahrzeuge mit Nummernschild.
 
Helena

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Wenn ich den Satz von deren Seite richtig interpretiere, dann wollen sie Radwege für S-Pedelecs (u.a.) bei Begrenzung auf 25 km/h freigeben:
"Eine einfache Regelung, nach der alle E-Rad-Ausführungen bis 25 km/h auf Radwegen fahren dürfen, hätte genügt."
Dann kommt der Hobby-Armstrong-/Ullrich und überholt einen mit 40 km/h und einem Grinsen auf dem Radschnellweg...

Bin ich froh, lebe ich in der Schweiz. ProVelo, unser Fahrradverband hier, sieht auch S-Peds klar als Fahrräder (auch wenn sie als Motorfahrräder klassiert sind mit Mofanummer und Velohelmpflicht) und befürwortet ihre Teilnahme auf der Velo-Infrastruktur. Klappt eigentlich sehr gut, spreche aus Erfahrung. Man passt das Tempo einfach an und überholt erst, wenn es sicher ist.

Das einzige «Problem» ist nun die starke Zunahme von Pedelecs wie auch S-Peds; unsere Standard-Velostreifen sind 1.25 bis 1.50 m (gelbe Linie, selten mal abgesetzt oder auch sehr häufig: Mischzone) und das reicht nicht zum Überholen. Man muss den Platz den Autofahrern wegnehmen und die Radwege ausbauen, sprich verbreitern. Oder vermehrt häufig frequentierte Strassen entweder zu Fahrradstrassen erklären oder gleich für Autos sperren. Tempo-30-Zonen sind sehr häufig hier in Zürich und die mag ich auch sehr, denn da kann man mit dem S-Ped wunderbar in der Mitte fahren, ein sehr angenehmes Tempo.

Wir haben jetzt eher Probleme mit vermehrten FreeFloating-Systemen. OBike hat die Stadt schon «geflutet» mit 1-Gang-Billigsträdern, jetzt kommt dann noch ein amerikanischer Anbieter; Smide ist mit seinen 250 Stromern da eher gesittet (kommt dafür sehr gut an, ist ja auch hügelig hier) und nun steht sogar ein E-Roller-Freefloating in den Startlöchern. Die sind zwar als Leichtmotorräder klassifiziert (max. 45 km/h), dürfen daher die Velowege nicht benützen. Dürfen... aber wenn sogar schon normale Motorräder und Scooter nach Gutdünken mal rechts vorfahren... Ich finde immer mehr E-Mobilität auf 2 Rädern ja sehr gut, aber die darf nicht zulasten von Fussgängern oder Veloabstellplätzen gehen.
 
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Soviel zum Thema S-Pedelec-Rambos auf Radwegen verhindern wollen.

An die Herren vom ADFC:
Wie wäre es mit einer Dienstreise in die Schweiz?
Ist ja jetzt nicht so übermäßig weit weg. Zwar etwas teurer, aber das wird sich der ADFC schon leisten können.
 
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