S-Pedelec auf dem Radweg: Praxisversuch in Rotterdam

Diskutiere S-Pedelec auf dem Radweg: Praxisversuch in Rotterdam im S-Pedelecs und anderes mit E-Motor Forum im Bereich Diskussionen; Hier gibt es sogar immernoch einige S ohne Tacho, die sind jedoch meistens über 10 Jahre alt.

Noah

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Und da Fahrräder und Pedelecs ohne S keinen Tacho haben (müssen) dürfte das rechtlich auch schwierig sein denen wegen 5kmh Übertretung ein Knöllchen zu geben. Aber das ist doch wie @schmadde oben schon ausgeführt hat in der Praxis eh völlig irrelevant.
Ich hoffe sehr dass auch zukünftig kein Beamter oder Richter Zeit dafür verschwenden muss sich darum zu kümmern.
Hier gibt es sogar immernoch einige S ohne Tacho, die sind jedoch meistens über 10 Jahre alt.
 

tehdon

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45 km/h als maximale Geschwindigkeit wären bei dem Radwegenetz, das wir inzwischen haben, überhaupt kein Problem, bestünde der stolze Besitzer eines solchen Rades nicht auf "seinem Recht", diese immer und überall ausfahren zu können.
[...]
Erlauben wir aber dort unterstützte 45 km/h, so wünschenswert das auch sein mag, bricht umgehend das Chaos aus.

Du meinst das gleiche "Chaos" wie das, welches ich nahezu jeden Tag auf meinem Arbeitsweg erlebe, weil Autofahrer auf "ihrem Recht auf 100km/h" beharren, mich mit 60 km/h Geschwindigkeitsdifferenz überholen und dabei weder auf durchgezogene Linien, Überholverbote und den Gegenverkehr achten?

Oder das "Chaos", wie ich es im Urlaub erlebt habe, als die ganzen Pedelec-Hobbypiloten von "ihrem Recht auf 25km/h" gebrauch machten und an der übervollen Strandpromenade zwischen querenden Kindern und Spaziergängern fröhlich an der Unterstützungsgrenze durchpflügten, wild klingelnd (ist ja schließlich für Fahrräder freigegeben, also weg da)?

Dein Chaos ist doch schon längst da. Immer wieder drauf zu beharren, dass die Sicherheit im deutschen Straßenverkehr zusammenbrechen würde, sobald man SPeds eine wie-auch-immer-geartete Radwegmitbenutzung zugesteht, ist vollkommen realitätsfremd.

Wir sind offensichtlich nicht in der Lage, Vernunft walten zu lassen.

Das trifft sicher auf eine gefährliche Minderheit an Personen zu, die am Straßenverkehr teilnehmen - ungeachtet ihres Verkehrsmittels. Deshalb das SPedelec verkehrsrechtlich so zu verstümmeln und klein zu halten, ist jedoch nicht zielführend und setzt komplett am falschen Ende an. Dass das S-Pedelec als Verkehrsmittel sinnvoll die bestehenden Strukturen erweitern kann, beweisen mittlerweile mehrere Länder um uns herum. Und aus denen hört man noch nichts vom ultimativen Verkehrskollaps.
 

StromerLE_ST1

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Du meinst das gleiche "Chaos" wie das, welches ich nahezu jeden Tag auf meinem Arbeitsweg erlebe, weil Autofahrer auf "ihrem Recht auf 100km/h" beharren, mich mit 60 km/h Geschwindigkeitsdifferenz überholen und dabei weder auf durchgezogene Linien, Überholverbote und den Gegenverkehr achten?

Oder das "Chaos", wie ich es im Urlaub erlebt habe, als die ganzen Pedelec-Hobbypiloten von "ihrem Recht auf 25km/h" gebrauch machten und an der übervollen Strandpromenade zwischen querenden Kindern und Spaziergängern fröhlich an der Unterstützungsgrenze durchpflügten, wild klingelnd (ist ja schließlich für Fahrräder freigegeben, also weg da)?

Dein Chaos ist doch schon längst da. Immer wieder drauf zu beharren, dass die Sicherheit im deutschen Straßenverkehr zusammenbrechen würde, sobald man SPeds eine wie-auch-immer-geartete Radwegmitbenutzung zugesteht, ist vollkommen realitätsfremd.



Das trifft sicher auf eine gefährliche Minderheit an Personen zu, die am Straßenverkehr teilnehmen - ungeachtet ihres Verkehrsmittels. Deshalb das SPedelec verkehrsrechtlich so zu verstümmeln und klein zu halten, ist jedoch nicht zielführend und setzt komplett am falschen Ende an. Dass das S-Pedelec als Verkehrsmittel sinnvoll die bestehenden Strukturen erweitern kann, beweisen mittlerweile mehrere Länder um uns herum. Und aus denen hört man noch nichts vom ultimativen Verkehrskollaps.
Schade dass man nur 1-mal „gefällt mir“ sagen kann.
Danke!
 

Blackbird

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Gut, man könnte nun so argumentieren, dass das eben geändert wurde, weil man das als Fehler erkannt hat. Nicht dass ich das täte, ich finde es einen riesen Schwachsinn. Aber das Gegenteil beweist die Tatsache dann halt auch nicht.
Stimmt vollkommen, aber Tikey hat so argumentiert, dass das Fahren auf dem Radweg nach einer Gesetzesänderung ok ist, vorher nicht.
Also habe ich mich dieser Argumentationsweise angepasst. ;)

Ich muss sagen, nach all den Berichten hier habe ich scheinbar riesen Glück, in einer Region zu leben, in der die Autofahrer noch größtenteils respektvoll fahren.
 

MisterFlyy

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Grundsätzlich finde ich den belgischen Weg sehr gut. Die haben ein neue Klasse für das S-Pedelec geschaffen. Je nach Situation dürfen, müssen sie Radwege unter bestimmten Bedingungen nutzen.

Es ist doch nicht so kompliziert. Beim googlen bin ich auf folgenden Text gestoßen.

Ein weiteres Beispiel ist Belgien. S-Pedelecs werden hier nicht als Mofa eingestuft, sondern es wurde eine eigenständige Fahrzeugkategorie ins Leben gerufen – einmalig in der EU. Innerstädtisch dürfen S-Pedelec-Fahrer selbst entscheiden, ob sie am Radweg oder der Fahrbahn fahren, außerorts müssen sie den Radweg nutzen. Zusätzlich gibt es steuerliche Subventionen. Die Folge: Die Verkaufszahlen gehen stetig nach oben.

Quelle: S-PEDELECS - AB AUF DEN RADWEG!?.

Ich finde die Schweizer Lösung am einfachsten. S-Pedelec sind Fahrrädern und Pedelecs gleich gestellt.
Die hohe Verbreitung gibt den Schweizern recht.

Gibt es in der Schweiz innerorts auch die freie Wahl oder muss der Radweg genutzt werden?
 

StromerLE_ST1

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Stromer ST1
Ich muss sagen, nach all den Berichten hier habe ich scheinbar riesen Glück, in einer Region zu leben, in der die Autofahrer noch größtenteils respektvoll fahren.
Dazu meinen Glückwunsch!
Größtenteils fahren sie hier auch vernünftig und respektvoll aber der kleine Teil der das nicht tut ist mir halt schon gefährlich genug. Als ich im März mit dem S angefangen habe bin ich von 30km einfach noch ca. 10-12km Straße gefahren, den Rest auf Rad- bzw Feldweg (nur außerorts, innerorts fahre ich nur Fahrbahn). Mittlerweile bin ich nur noch bei ca. 5km Straße und das fast nur noch innerorts. Trotzdem gibt es auf dem ca. 1km außerorts mindestens 2 mal die Woche einen Autofahrer der z.B. trotz Gegenverkehr mit 50cm Abstand vorbei drängelt oder schneidet.
Leider ist dort keine vernünftige Ausweichmöglichkeit gegeben.
Ich würde sehr gerne mehr Straße fahren - ist schneller und der Belag ist auch besser. Geht aber leider nicht.
 

Noah

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Bionx D
Es ist doch nicht so kompliziert. Beim googlen bin ich auf folgenden Text gestoßen.



Quelle: S-PEDELECS - AB AUF DEN RADWEG!?.



Gibt es in der Schweiz innerorts auch die freie Wahl oder muss der Radweg genutzt werden?
Also was soll ich sagen. Ich weiss es nicht denn man muss es auch nicht wissen. 😂 In der Stadt (Thun) gibt es eigentlich fast keinen Radweg meisten alles einfach Rad und Fussgängerweg. Nur bei uns ist der Unterschied das das S-Pedelec akzeptiert ist und man einfach auf Rad-Fuss wegen das Tempo anpasst. Mofas sind dort jedoch nicht so gerne gesehen. Ich glaube hier hat mN oft die Wahl. Auf Landstrassen würde ich jedoch immmmmmmmmer den Radweg wählen. Auch übrigens bei uns gibt es schon seit 20Jahren S-Pedelecs. Aber es gibt schon viele kleinere Wege(Landwirtschaftswege.....) und auch Radweg fällt mir gerade ein. Ich fahre jedoch nur von Steffisburg nach Thun ca 4km und da bleibt mir nur die Hauptstrasse (50kmh). Oder ich könnte auch am Berg entlang fahren was jedoch einen Umweg von ca 10min wäre.
 

Kulrich

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Es ist doch ganz einfach ...

Ein Pedelec in D ist ein Fahrrad, wenn es motorunterstützt nicht schneller als 25 km/h fährt. Wenn es darüber hinaus per reiner Muskelkraft schneller unterwegs ist, macht das nichts. Fahrräder machen das ja auch.

Ein S-Pedelec in D ist ein Kleinkraftrad, für das bestimmte Bedingungen gelten. Es darf nicht schneller als 45 km/h fahren, muss bestimmte Ausstattungsmerkmale aufweisen und ist versicherungspflichtig.

Ein solches S-Pedelec darf nicht auf Radwegen verkehren, es sein denn, diese sind mit einem besonderen Schild "Mofas erlaubt" zusätzlich gekennzeichnet.

Verursacht ein verbotswidrig auf dem Radweg fahrendes S-Pedelec einen Unfall mit Personen- oder Sachschaden, dann kann man dem verantwortlichen "Fahrzeugführer" nur noch "alles Gute" wünschen und ihn der göttlichen Barmherzigkeit anempfehlen.

Grüße
Kulrich
 

MisterFlyy

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@Kulrich darf man eine rote Ampel überfahren? Darf man zu schnell fahren? Darf man Radfahrer von die Straße hupen? Darf man abdrängen und schneiden oder nach dem überholen ausbremsen? Darf man auf Geh- und Radwegen parken? Darf man durch ein solches Verhalten einen Unfall verursachen?

Ich denke alle Antworten sind zu verneinen, kommt es trotzdem zum Unfall, wer bezahlt dann den Schaden? Der Verursacher aus seiner privaten Tasche?

Verursacht ein verbotswidrig Fahrender einen Unfall mit Personen- oder Sachschaden, dann kann man dem verantwortlichen "Fahrzeugführer" nur noch "alles Gute" wünschen und ihn der göttlichen Barmherzigkeit anempfehlen.

Oder zahlt vielleicht doch die Kfz-Haftpflichtversicherung? Wofür ist diese eigentlich nötig?
 

Seemann

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Verursacht ein verbotswidrig auf dem Radweg fahrendes S-Pedelec einen Unfall mit Personen- oder Sachschaden, dann kann man dem verantwortlichen "Fahrzeugführer" nur noch "alles Gute" wünschen und ihn der göttlichen Barmherzigkeit anempfehlen.

Könntest du das mal bitte etwas genauer beschreiben.
Was passiert dann ?
Was sind die rechtlichen Konsequenzen ?
Bitte mit Urteilen, Paragraphen oder zumindest Zeitungsartikeln belegt.

Das wurde hier im Forum alles schon hundert mal durchgekaut.
Wenn du noch nicht lange dabei bist, ist ja kein Problem,
aber bitte nicht völlig unbedarft in Diskussionen reingrätschen, ohne sich vorher darin eingelesen zu haben.

Danke !
 

n8breeze

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...

Gedanken/Ideen für Massnahmen:
  • Es müssen dringendst Radlautobahnen für s-Pedelecs freigegeben/ausgelegt werden.
  • In Innenstädten sind Radlfurten freizugeben.
  • Radwegbenützung zu erlauben,
  • gegen die Einbahnstrasse fahren,
  • rechts bei Rot abbiegen,
  • Parken auf Gehwegen erlauben,
  • Feldwege freizugeben.
  • da geht sicher noch mehr-> bitte helft mir! ;-)
Von mir aus können sie dann im Gegenzug auch Steuern für die Kiste erfinden oder die TüV- und Führerscheinlobby alimentieren. Das wäre mir das wert. Widerspräche aber dem geäußerten Gedanken, die Kategorie möglichst attraktiv zu gestalten.
Möchte ich so 1:1 unterschreiben, danke.
In Kurzform könnte man auch sagen: Behandelt uns wie andere Radfahrer, genau das sind wir, nur könnten wir auch schneller.
Gilt analog für Autos, dass sie trotz bauartbedingter möglicher Höchstgeschwindigkeit >100km/h trotzdem in 50er Zonen fahren dürfen.

Wie kommt man eigentlich dazu, einem S-Ped Fahrer pauschal die höchstmögliche Geschwindigkeit zu unterstellen?

Ich habe heute mit Mühe die 40km/h geknackt, das mache ich mal kurz, aber der Sweetspot ist für mich bei etwas über 30km/h. in der Regel fahre ich aber eher 20-30km/h, und wo es eng wird, lasse ich alle anderen vor.
Vermutlich wie jeder andere verantwortungsbewusster Radler auch...

An den Rädern selbst kann es ein Nichtfachmann sicher nicht feststellen, ergo gibts da auch keinen Grund mit Vergleichen gegen Motorräder, wenn dann gegen 25km/h Bikes
Gibt keinen wesentlichen technischen Unterschied, mein XD2 gibts für beides, mit minimalen Änderungen.
Aktuelle 25km/h Pedelecs sind ja wohl auch so konstruiert, dass sie theoretisch die 40-45km/h erreichen können, strammes Mitradeln vorausgesetzt.

Die ganzen Einschränkungen nach Motorstärke sind eigentlich völlig Banane, bei Autos würde das niemand so mitmachen.
Wie kann man für spezielle Zwecke leistungsgerechte Antriebe liefern, wenn es keine Klasse dafür gibt?
Es handelt sich ja wohl um ein reines Bürokratieproblem, technische Schwachstellen sind bei dieser relativ altbewährten Technik nicht wirklich zu erwarten^^
 
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Kulrich

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Wurde in der Tat schon mehrfach durchgekaut:

S-Pedelec Haftpflichtversicherung und Vorsatz

Nächtlicher Telegrammstil: Möglicher Vorsatzausschluss auch für dolus eventualis; §§ 81, 103 VVG (VersicherungsVertragsGesetz), Versicherer möglicherweise dann leistungsfrei trotz § 3 PflichtVersicherungsGesetz.

Schwächer: Regressanspruch des Versicherers gegen den Verursacher bei bestehender Leistungspflicht gegenüber dem Dritt-Geschädigten, §§ 116 VVG, 426 BGB, wegen Gefahrerhöhung, §§ 23 ff. VVG.

Soviel fürs Erste. Ich hätte immer, wenn schon -rechtswidrig- mit dem S-Pedelec auf dem Radweg fahrend - was ich nicht tue -, ein rundes 25 km/h Schild angebracht und diese Geschwindigkeit dann sorgsamst in keinem Fall überschritten. Ob das im Fall des Falles helfen würde, steht aber in den Sternen; eher nicht, da nicht rechtsrelevant. Da käme es auf die genauen Umstände und den Goodwill des Richters zur Frage des dolus eventualis an ... und der ist in seiner möglichen Ermessensentscheidung auch nicht frei ... .

Meine Empfehlung: Bleibt bloss weg mit dem S-Pedelec von den reinen Radwegen; wenn ein Mofa-Erlaubnisschild dranhängt, ist wohl alles ok. Aber auch dann muss man mit den Gefahren des Radweges rechnen, kann nicht wie eine Wildsau fahren sondern muss aufpassen und sich der schwächsten Fahrer bewusst sein: unberechenbare Kinder, Oma mit Einkaufsrad etc. ... .

Bin aber überzeugt, dass sich der Gesetzgeber in der nächsten Legislaturperiode der Klärung, ob den S-Pedelecs Radwege zumindest ausserorts erlaubt sein sollen, annehmen wird. Soweit sind wir aber leider noch nicht ... .
 
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Morsi65

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Meine Empfehlung: Bleibt bloss weg mit dem S-Pedelec von den reinen Radwegen; wenn ein Mofa-Erlaubnisschild dranhängt, ist wohl alles ok. Aber auch dann muss man mit den Gefahren des Radweges rechnen, kann nicht wie eine Wildsau fahren sondern muss aufpassen und sich der schwächsten Fahrer bewusst sein: unberechenbare Kinder, Oma mit Einkaufsrad etc. ... .
Allein dieser Absatz lässt mich vermuten, dass das...
Wenn du noch nicht lange dabei bist, ist ja kein Problem,
aber bitte nicht völlig unbedarft in Diskussionen reingrätschen, ohne sich vorher darin eingelesen zu haben.
...vielleicht doch noch nicht gänzlich beherzigt wurde.

Und in dem verlinkten Thread zum Thema S-Pedelec Haftpflichtversicherung und Vorsatz steht eben am Ende kein völlig klares und eindeutiges Ja als Antwort auf den Dreisatz Radweg-Vorsatz-Regress, eher ein Vielleicht. Kommt wie immer im Leben auf den konkreten Einzelfall an und ganz am Ende auf den Richter. Und schon gar nicht ist es in dem Thread klar alles selber zahlen zu müssen. Maximal steht die Frage des Regresses im Raum. Insoweit ist es wohl weniger eine Frage der göttlichen Barmherzigkeit als vielmehr der Größe der Geldbörse.
Bin aber überzeugt, dass sich der Gesetzgeber in der nächsten Legislaturperiode der Klärung, ob den S-Pedelecs Radwege zumindest ausserorts erlaubt sein sollen, annehmen wird.
Das finde ich interessant. Wie kommst du zu der Überzeugung?
 

kawajan74

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Wie kommt man eigentlich dazu, einem S-Ped Fahrer pauschal die höchstmögliche Geschwindigkeit zu unterstellen?

Ich habe heute mit Mühe die 40km/h geknackt, das mache ich mal kurz, aber der Sweetspot ist für mich bei etwas über 30km/h. in der Regel fahre ich aber eher 20-30km/h, und wo es eng wird, lasse ich alle anderen vor.
Vermutlich wie jeder andere verantwortungsbewusster Radler auch...

An den Rädern selbst kann es ein Nichtfachmann sicher nicht feststellen, ergo gibts da auch keinen Grund mit Vergleichen gegen Motorräder, wenn dann gegen 25km/h Bikes
Gibt keinen wesentlichen technischen Unterschied, mein XD2 gibts für beides, mit minimalen Änderungen.
Aktuelle 25km/h Pedelecs sind ja wohl auch so konstruiert, dass sie theoretisch die 40-45km/h erreichen können, strammes Mitradeln vorausgesetzt.

Es kommt wohl stark auf die Gegend an wo du hauptsächlich Unterwegs bist. In meiner Region fahren mehrheitlich Stromer und von denen sind gefühlte 90% immer mit Vollgas dabei. Ich zähle mich auch dazu , ich kenn auch nur ein Gas und das ist Vollgas . Meine Strecke und die Verhältnisse und Gegebenheiten lassen es auch zu . Fahre auf Haupt ,Nebenstrassen ,Rad und Waldwegen zu Uhrzeiten wo sonst kaum einer Unterwegs ist . Wenn den mal einer überholt werden muss mach ich mich bemerkbar und reduziere gegebenenfalls die Geschwindigkeit.Fahre so seit Jahren ganz gut und ich glaub die anderen haben grösstenteils nix zu meckern dabei .
Meine Durchschnittlichsgeschwindigkeit auf meinen 25km liegt bei gut 43km/h . Der Gesamtdurchschnitt bei 37km/h.
Nein es gibt bei den meisten Bikes wo es beide Varianten von gibt keine technischen Unterschiede was Stabilität und Sicherheit angeht , die verbauten Komponenten sind die gleichen.
Grüsselis Jan
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schmadde

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Es ist doch ganz einfach ...

Ein Pedelec in D ist ein Fahrrad, wenn es motorunterstützt nicht schneller als 25 km/h fährt. Wenn es darüber hinaus per reiner Muskelkraft schneller unterwegs ist, macht das nichts. Fahrräder machen das ja auch.

Ein S-Pedelec in D ist ein Kleinkraftrad,
Das sind die derzeit in Deutschland geltenden Regeln. Die sind aber weder für immer in Stein gemeisselt, noch sinnvoll. Über die Sinnhaftigkeit der Regeln wird hier diskutiert. Und nebenbei über die Rechtslage im Ausland, die sich von der Deutschen unterscheidet.

Ein solches S-Pedelec darf nicht auf Radwegen verkehren, es sein denn, diese sind mit einem besonderen Schild "Mofas erlaubt" zusätzlich gekennzeichnet.
Das gilt aber nur für historische L1e-A S-Pedelecs, halbwegs aktuelle S-Pedelecs sind L1e-B und damit keine Mofas sondern Mopeds und dürften dort auch nicht fahren. Und Ausserorts sind mittlerweile alle Radwege für Mofas freigegeben, da darf das Schild gar nicht mehr stehen. Innerorts interessiert S-Ped Fahrer ein Radwege meist gar nicht (ausser an autobahnähnlich ausgebauten Ein- und Ausfallstraßen).

Verursacht ein verbotswidrig auf dem Radweg fahrendes S-Pedelec einen Unfall mit Personen- oder Sachschaden, dann kann man dem verantwortlichen "Fahrzeugführer" nur noch "alles Gute" wünschen und ihn der göttlichen Barmherzigkeit anempfehlen.
Das gilt ja wohl für jeden Rad- und Pedelecfahrer auch oder worin unterscheidet sich die Situation hier?

Nächtlicher Telegrammstil: Möglicher Vorsatzausschluss auch für dolus eventualis; §§ 81, 103 VVG (VersicherungsVertragsGesetz), Versicherer möglicherweise dann leistungsfrei trotz § 3 PflichtVersicherungsGesetz.
Vorsatz bedeutet: er hat den Unfall absichtlich herbeigeführt. Ist also mit voller Absicht in den Unfallgegner reingefahren. Das ist was völlig anderes als einfach ordnungswidrig auf dem Radweg gefahren.

Regressansprüche wären theoretisch denkbar, aber da Autofahrer regelmäßig nicht in Regress genommen werden wenn sie Unfälle verursachen weil sie irgendwo fahren wo sie nicht dürfen sehe ich das als ziemlich unwahrscheinlich an.
 

Noah

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Wurde in der Tat schon mehrfach durchgekaut:

S-Pedelec Haftpflichtversicherung und Vorsatz

Nächtlicher Telegrammstil: Möglicher Vorsatzausschluss auch für dolus eventualis; §§ 81, 103 VVG (VersicherungsVertragsGesetz), Versicherer möglicherweise dann leistungsfrei trotz § 3 PflichtVersicherungsGesetz.

Schwächer: Regressanspruch des Versicherers gegen den Verursacher bei bestehender Leistungspflicht gegenüber dem Dritt-Geschädigten, §§ 116 VVG, 426 BGB, wegen Gefahrerhöhung, §§ 23 ff. VVG.

Soviel fürs Erste. Ich hätte immer, wenn schon -rechtswidrig- mit dem S-Pedelec auf dem Radweg fahrend - was ich nicht tue -, ein rundes 25 km/h Schild angebracht und diese Geschwindigkeit dann sorgsamst in keinem Fall überschritten. Ob das im Fall des Falles helfen würde, steht aber in den Sternen; eher nicht, da nicht rechtsrelevant. Da käme es auf die genauen Umstände und den Goodwill des Richters zur Frage des dolus eventualis an ... und der ist in seiner möglichen Ermessensentscheidung auch nicht frei ... .

Meine Empfehlung: Bleibt bloss weg mit dem S-Pedelec von den reinen Radwegen; wenn ein Mofa-Erlaubnisschild dranhängt, ist wohl alles ok. Aber auch dann muss man mit den Gefahren des Radweges rechnen, kann nicht wie eine Wildsau fahren sondern muss aufpassen und sich der schwächsten Fahrer bewusst sein: unberechenbare Kinder, Oma mit Einkaufsrad etc. ... .

Bin aber überzeugt, dass sich der Gesetzgeber in der nächsten Legislaturperiode der Klärung, ob den S-Pedelecs Radwege zumindest ausserorts erlaubt sein sollen, annehmen wird. Soweit sind wir aber leider noch nicht ... .
Du musst dir so oder so der Gefahren bewusst sein sonst gehörst du nicht in den Verkehr.
 

Radlerhai

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Kulrich schrieb:
Verursacht ein verbotswidrig auf dem Radweg fahrendes S-Pedelec einen Unfall mit Personen- oder Sachschaden, dann kann man dem verantwortlichen "Fahrzeugführer" nur noch "alles Gute" wünschen und ihn der göttlichen Barmherzigkeit anempfehlen.
Das gilt ja wohl für jeden Rad- und Pedelecfahrer auch oder worin unterscheidet sich die Situation hier?

@schmadde Ich denke mal dass sich die Situation in dem Wort "verbotswidrig" unterscheidet. Wenn ich als Biobiker oder Pedelecer auf einem Radweg fahre, dann bin ich im Falle eines Unfalls versichert.
Wenn ich als S-Pedelecer auf einem Radweg fahre, egal ob angemessen oder unangemessen, mit Schild, ohne Schild, oder wie auch immer dann kann sich meine Versicherung auf diesen Fall berufen und die Zahlungen verweigern oder entsprechend einschränken bzw. kürzen.
 

andreasDo

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Als ehemaliger S-Pedelecfahrer* ... der auch mal den ein oder anderen Radweg befahren hat ... freue ich mich immer wieder über die Gesetzetreue vieler Fahrrad-/Pedelecfahrenden in diesem Forum ... auch wenn die Alltagsbeobachtung eher anderes zeigt:
Wie ist es denn mit der Schrittgeschwindigkeit auf Fußwegen die für Fahhräder freigegeben sind? Wird diese eingehalten auch wenn der Fußweg komplett frei ist?
Wer von den Mitdiskutiernden steigt am Zebrastreifen ab, schiebt sein Rad, bzw. verzichtet fahrend auf den Vorrang vor dem Autoverkehr?
Wer fährt mit dem Fahrrad im verkehrsberuhigten Bereich konsequent Schrittgeschwindigkeit?

* gäbe es mein Coboc als S würde sich das schnell ändern ...
 
Thema:

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