Rennstahl 853 Pinion c1.9 Go Swissdrive Pedelec Erfahrungsbericht

Diskutiere Rennstahl 853 Pinion c1.9 Go Swissdrive Pedelec Erfahrungsbericht im sonstige Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; Hallo Gemeinde, ich möchte euch nach über 2 Jahren und knappen 8000 km einen Erfahrungsbericht zum in Tests hochgelobten Rennstahl 853 Pedelec mit...
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Pannenkönig

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Hallo Gemeinde, ich möchte euch nach über 2 Jahren und knappen 8000 km einen Erfahrungsbericht zum in Tests hochgelobten Rennstahl 853 Pedelec mit Pinion Getriebe abliefern.

Im Herbst 2016 fasste ich den Entschluss, endlich ein gescheites Rad anzuschaffen. Ich hatte zuvor vom Piniongetriebe gehört, da sollte unbedingt an meinem Rad sein. Da ich zu diesem Zeitpunkt mehr als 160 kg wog, floss auch dieser Faktor in die Produktauswahl mit ein, und es blieben zwei Räder übrig, die die Faktoren Pinion und Zuladung bis 180 kg erfüllten.
Ein Rad von Radrezept mit maßgeschneidertem Alurahmen oder ein Rennstahl/Falkenjagd Pedelec. Falkenjagd war wegen des Preises raus, Radrezept hat beim Probefahren nicht so überzeugt (und ist inzwischen soweit ich weiß zum 2. mal Pleite), Rennstahl aber sofort begeistert, und war nicht weit über der preislichen Schmerzgrenze.das Rad wurde dann im Frühjahr 2017 bestellt, und Ende Mai abgeholt. Hier sei lobend erwähnt, dass ich mich eine Woche vor Auslieferung von der Shimano- auf die Magura-Bremsanlage umentschieden habe, dies wurde ohne Aufpreis umgesetzt.
Ich war hochglücklich mit dem Rad, und fing sofort an, damit meinen 25km langen Arbeitsweg zu pendeln. Leider währte die Freude nur kurz, (ca. 800 km) da der Mantel am Hinterrad, ein Continental Race-King wohl meinem Gewicht nicht gewachsen war. Zwei mal riss die Reifenwand, so dass der Schlauch herausquellen und im Hinterbau aufscheuern konnte. Darufhin habe ich auf einen Hinterradmantel von Schwalbe, den Smart Sam Plus umgesattelt, dieser hielt viermal so lange, der zweite bis heute. Bei ca. 2500 km Laufleistung stellte ich beim Putzen meines Rades fest, dass das Getriebe Öl verliert. Daraufhin wurde dieses über einen Fachhändler eingeschickt, binnen 8 Tagen repariert und wieder montiert, bedeutete für mich jedoch knapp zwei Wochen im August nicht radfahren zu können.
Bis November war dann ein fast ereignisloser Betrieb möglich, lediglich Bremsbeläge mussten getauscht werden. Dann, als ich mein Rad mal wieder putzte, stellte ich einen Speichenbruch fest, dachte mir im ersten Moment nichts dabei. Dann sah ich die Felge: Fast jedes Nippelloch zeigte einen Riss. Also Hersteller kontaktiert, Rad eingeschickt und nach ca. einer Woche mit neuer Felge und alten Speichen zurückerhalten. Dies sollte bald das nächste Problem werden, doch erst einmal kam Weihnachten. Da gönnte ich mir Klickpedale von Crankbrothers, die ich bis heute (mit neuem Lagersatz) fahre. Aber aller Anfang ist schwer, und im Januar 18 fiel ich im Stand mit dem Rad um, weil ich nicht schnell genug ausklinken konnte. Dabei habe ich das Display des Go Swissdrive aus der Halterung gerissen und die Haltenasen auf der Displayrückseite abgebrochen. Reparatur dauerte 2 Wochen, Kosten ca. 80 EUR um die Gehäuserückseite zu tauschen.
Im April gab die Pinion dannn wieder den Geist auf, diesmal war kein Schalten mehr möglich, weil im inneren des Getriebes etwas gebrochen war. Zwei Wochen Radlos, bis ein Austauschgetriebe an meine Werkstatt geliefert wurde. Begeistert weitergeradelt, bis in den Sommer. Doch dann verabschiedeten sich mehr und mehr der Speichen, bis ich das Rad komplett neu einspeichen lassen wollte. Dabei bemerkte ich auch, dass der Slider, in dem das Rad hängt, defekt war. verschiedene Werkstätten nannten horrende Wartezeiten, also Hersteller kontaktiert, dieser wollte es wesentlich schneller besorgen.
Aufgrund von Krankheit/Urlaub des Mechanikers wurde daraus nichts. Deshalb war ich dann ca. 8 Wochen Radlos im Sommer, bis Laufrad und Ersatzslider montiert und weitergefahren werden konnte. Im Herbst wurde der Mantel des Hinterrades wieder getauscht, nachdem auch der Schwalbemantel seitlich aufgerissen war. Gleichzeitig wurde auch ein neuer Sattel fällig, da eine Strebe meines Brooks-Sattels gebrochen war. Seitdem ist nicht mehr viel passiert, ich habe im Mai 2019 7000 km erreicht, im Juni die Lager meiner Tunenabe nach einem Lagerschaden gewechselt und im Juli 2019, nachdem sich der Freilauf verabschiedet hatte (die Klinken rasteten nicht mehr), diesen gewartet und teilweise ersetzt.

Mein Fazit nach 2 Jahren und vielen Pannen: Ich werde weiterfahren. Ich bereue meinen Kauf fast nicht, auch wenn die Instandhaltungskosten höher als gedacht sind. Aber eines ist mir zwischenzeitlich klar: Leichtbauteile und maximale Zuladung vertragen sich nicht. Das Sprichwort mit der Kette und dem schwächsten Glied beruht auf Tatsachen. Und wer nicht selbst viel basteln möchte oder kann, sollte vor dem Kauf dieses Rades sicherstellen, dass ein Händler in der nähe die Reparaturen macht, denn dies ist keinesfalls selbstverständlich. Ich war bei sechs verschiedenen Fahrradwerkstätten, bis ich eine gefunden hatte, die mich betreut. Und auch die macht ungern die Abwicklung bei Motorproblemen. Beim Selbermachen lernt man sein Rad aber auch auf ganz andere Art schätzen und lieben, also gerne mal selbst Hand anlegen.
 
rio71

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schönes rad soweit.. gratulation zur entscheidung.. (y)
die felgen + reifenwahl scheint mir nicht passend für diese zuladung..
da gibts eigentlich nur ne mindestens 35 mm breite felge, standard 40mm, mit dem supermoto-x von schwalbe drauf, der dafür passt.
klickpedale... ja.. selber schuld.. 😁
ansonsten wäre nen rennstahl 853 auch mein favorit, wenn auch in etwas anderer konfig..
der motor ist sicher klasse.. durfte ich mal im youmo probefahren.. 😍
 
zuhörer

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geero 2017
Danke für Deinen interessanten Erfahrungsbericht. Das Rennstahl 853 E habe ich auch recht weit oben auf meinem Einkaufszettel wenn mein geero mal den Geist aufgeben sollte.

Was mich ehrlich gesagt etwas erschrocken hat ist der zweimalige Defekt der Pinion innerhalb 8000km. Ich wähle ja eine Pinion u.a. eben gerade deswegen weil ich Ruhe haben will mit defekten/verbogenen Kettenschaltungen usw. .
Es stellt sich die Frage, ob das a) Zufall/Pech war oder b) der günstigeren C-Version der Pinion geschuldet ist.
Dein Körpergewicht spielt sicher eine Rolle bei den vielen Speichenbrüchen, aber der Pinion dürfte das kräftigere Treten eigentlich nichts ausmachen.
 
Electric

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Ich sehe kein Foto von dem Rad. Auch die Bilder von der Felge taugen nicht, um den Schaden zu zeigen. Bilder kann man hier einfach hochladen...

...habe mal gegoogelt...hmmm...sieht nach Elektrorad von vor 10 Jahren aus. Was für Leichtbauteile meinst du? Ich vermute, die Tune Naben. Die gehören sicher nicht in ein Schwerlastrad. Aber, gut, bei 160 kg Lebendgewicht hätte ich eh in handaufgebaute Laufräder vom Fachmann investiert. Warum die Pinion-Schaltung dem Betrieb nicht gewachsen war, kann eher nicht dem Gewicht des Fahrers in die Schuhe geschoben werden. Ich denke, diese Getriebenaben sind oft Dauerbaustellen. Aber das wollen die Nabenfans nicht hören, dass Kettenschaltungen zwar profan aber deutlich zuverlässiger sind.
 
mike8888

mike8888

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Hinterradantrieb und das hohe Fahrergewicht sind natürlich eine wahnsinnige Belastung für Felge und Speiche. Da solltest du regelmäßig die Speichenspannung und Felge sichtbare Schäden überprüfen und sofort handeln wenn etwas ist.
Ich fahre auch fast in deiner Gewichtsklasse und habe bisher noch jedes orginal Hinterrad klein bekommen, deswegen lasse ich mir zumindest das Hinterrad von einem Spezialisten bauen. Das hält dann auch...
 
Oliver1

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Wie wäre es den mal mit abnehmen. Ist doch der bessere Weg als Spezialanfertigung. ;) 🚴‍♂️
Ich bin ja mit 183 und 99 kg auch kein Leichtgewicht aber 160 kg das muss nicht sein.
Da verschleißt doch das beste Rad sehr schnell.

Das Rennstahl 853 Pedelec mit Pinion Getriebe ist ja nicht gerade preiswert, und vom Aussehen doch recht altbacken. Das ist aber auch Geschmacksache. Meins wäre es nicht auch viel zu teuer.
 
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scheng

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Finde gerade das altbackene Aussehen gut. Vor allem bei Rädern mit Heck - oder Frontantrieb lässt sich ggf. dann auch ein neuer Antrieb nachrüsten, wenn der alte das zeitliche gesegnet hat. Bei der ganzen Systemintegration wird die Wartung schwieriger und das ganze Pedelec zum Wegaerfprodukt, wenn Akku oder Motor nicht mehr zu ersetzen sind. Das man mit Akku unterwegs ist sieht man ohnehin, Akku integriert oder nicht.
Vor allem mag ich an klassischen Fahrradrahmen, dass man Zubehörteile nach eigenem Geschmack austauschen kann, was ja selbst bei Biobikes schon immer schwieriger wird.
 
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lipo

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ich hab ja keine ahnung....aber die hintere achsaufnahme sieht filigran und nicht schlüssig aus....
ich schätze, die reparaturen waren recht teuer, oder gings noch auf garantie/ gewährleistung?

gruß, stefan
 
Oliver1

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Bei der ganzen Systemintegration wird die Wartung schwieriger und das ganze Pedelec zum Wegaerfprodukt, wenn Akku oder Motor nicht mehr zu ersetzen sind
Dann ist also die große Masse deiner Meinung nach mit einem Wegwerfprodukt unterwegs.
 
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scheng

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Zumindest ist man darauf angewiesen das Bosch & Co auch alte Akku und Motorensysteme als Ersatz vorhalten, ansonsten wird der Rahmen unbrauchbar.
 
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Pannenkönig

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Wie wäre es den mal mit abnehmen. Ist doch der bessere Weg als Spezialanfertigung. ;) 🚴‍♂️
Ich bin ja mit 183 und 99 kg auch kein Leichtgewicht aber 160 kg das muss nicht sein.
Da verschleißt doch das beste Rad sehr schnell.

Das Rennstahl 853 Pedelec mit Pinion Getriebe ist ja nicht gerade preiswert, und vom Aussehen doch recht altbacken. Das ist aber auch Geschmacksache. Meins wäre es nicht auch viel zu teuer.
Das mit dem Abnehmen ist ein guter Tipp, ich weiß nicht warum ich nicht schon selbst drauf gekommen bin.

Bezüglich des altbackenen Aussehens: Was mir am Rennstahl sehr gefällt, ist der Umstand, dass ich durch einen Hinterrradwechsel und Ausbau des Akkus in unter 5 Minuten ein klassisches Fahrrad habe. Dass der Preis nur schwer anhand der Komponenten zu rechtfertigen ist, steht ausser Frage. Mein Beitrag wurde mit dem Hintergedanken verfasst, ein differenzierteres Bild zu vermitteln, als die Tests in einschlägigen Publikationen vermitteln, die dieses Rad in der Vergangenheit mehrmals auf die vordersten Ränge gelobt haben.
 
Oliver1

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Zumindest ist man darauf angewiesen das Bosch & Co auch alte Akku und Motorensysteme als Ersatz vorhalten, ansonsten wird der Rahmen unbrauchbar.
Man wird sehen, ob ich mein Pedelec auch 20 Jahre fahren kann wie mein letztes Auto.
 
ThomasM68

ThomasM68

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Dann ist also die große Masse deiner Meinung nach mit einem Wegwerfprodukt unterwegs.
Ist leider so. Wer nicht basteln kann hat ein Problem oder benötigt viel Geduld und einen großen Geldbeutel. Ein Beispiel hab ich dazu. An meinem Stevens eTriton war das hintere Schutzblech gebrochen. Ist ein SKS, extra für dieses Rad hergestellt. Wollte mir das Blech dann kaufen, war mir aber a: mit knapp 70.-€ zu teuer und hatte b: einen Einbauzwang durch den Händler. Du selbst kannst es nicht bestellen. In Summe wäre das auf knapp 210.-€ gekommen und das für ein eigentlich 10.-€ Teil. Hab mir dann Wingees geholt, und die hinten selbst angepasst.
 
Oliver1

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Das mit dem Schutzblech ist natürlich total überteuert. Nicht jeder kann sich ein Pedelec zusammen Basteln. Ich gehöre auch dazu.
 
ThomasM68

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Mein Beitrag wurde mit dem Hintergedanken verfasst, ein differenzierteres Bild zu vermitteln, als die Tests in einschlägigen Publikationen vermitteln, die dieses Rad in der Vergangenheit mehrmals auf die vordersten Ränge gelobt haben.
Das sind leider Momentaufnahmen. Während der kurzen Testzeit sollten ja bei den meisten Rädern keine Defekte auftreten. Wenn man sich dann die Verarbeitung anschaut sind die schon klasse. Wer klassisch und Stahlrahmen mag (ich auch) hat heute leider keine große Auswahl mehr. Und überleg mal selbst, wie viele anderen Pedelecs werden mit der Belastung fertig? Mit meinem Triton war ich mal zelten. Ich, das Rad und ordentlich Gepäck (geschätzt 130kg) damit war ich noch deutlich unter Dir, das ganze war aber schon grenzwertig zum Fahren.
 
ThomasM68

ThomasM68

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Nicht jeder kann sich ein Pedelec zusammen Basteln. Ich gehöre auch dazu.
Geht nicht um einen Selbstbau, einfachere Dinge sind aber einfach zu lernen und benötigen keine Riesen Werkstatt. Nur Mut. Angenehmer Nebeneffekt das Spezialwerkzeug das Du insgesamt benötigst ist in Summe günstiger als eine Pedelecinspektion. Und wenn Du das selbst machst, weißt Du auch das es gemacht ist.
 
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Falco

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Dass an Pedelecs hin und wieder gebastelt werden muss, habe ich auch feststellen dürfen. Dass mit dem Piniondefekten find ich "erschreckend", ...also doch nicht das Non+Ultra?
Speichnbrüche bei Nabenmotoren und Nabenschaltungen ist anscheinend auch ein Problem was va bei stärkerer Belastung häufiger vorkommt als bei Mittelmotor mit Kettenschaltung. So hat jedes System seine Vor und Nachteile, nichts ist 100%ig zuverlässsig?! Ich habe für meine beiden Bikes mittlerweile Komplettlaufräder auf Ersatz, d.h lässt mich eines mal im Stich wird erstmal das Ersatzlaufrad eingebaut.

Was Reifen anbelangt sind Schwalbe SMART SAM PLUS ADDIX unkaputtbar. Diese fuhr ich ne zeitlang aufm S-Ped, nun umgesattelt auf das normale Ped. Fahrwege sind die gleichen (überwiegend Schotterwege) nur Geschwindigkeit eben unterschiedlich, die Reifen halten was aus, empfohlenen Reifenluftdruck beachten.

Hope Naben kann ich ebenfalls empfehlen.
 
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