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Reifendruck für Schwalbe BigBen 50-622?

Dieses Thema im Forum "Fahrradkomponenten" wurde erstellt von Onkel Manuel, 13.05.17.

  1. cephalotus

    cephalotus

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    Wenn breite Reifen dann mit niedrigem Druck.

    Wenn man die mit 4 bar tot pumpt fährt man besser gleich schmalere Reifen. (außer natürlich wir reden hier von 200kg Systemgewicht)

    Aber Du musst mir das nicht glauben, Du hast das Ding ja vor Dir, was hindert Dich daran, das selber auszuprobieren?
     
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  2. EmilEmil

    EmilEmil

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    Die Frage ist durchaus berechtigt. Man kann da eine Antwort finden, indem man sich auf die Festigkeit und Steifigkeit des Faden-Materials fokussiert.
    Gummi-Werkstoffe (Auch, wenn es ich dabei um synthetische Materialien (eigentlich Kunststoffe handelt) zeichnen sich durch große Elastizität (100 % Dehnung und mehr !) aus. Ohne auf die Einzelheiten (Es gibt auch Setzungen = permanente Deformation) einzugehen, sind die großen Dehnungen reversibel (also elastischer Natur). Die Kennlinie einer Gummiprobe ist aber trotz der Elastizität nichtlinear. Dazu kommen viskose Effekte, die zu einer Hysterese der Spannung-Dehnung-Kurve führen. Die Fläche unter der Hysterese bedeutet Energie-Dissipation. Banal ausgedrückt: Die "Gummi-artigen" Werkstoffe besitzen eine große Eigendämpfumg.
    Damit die Reifendeformationen nicht außer Kontrolle geraten, wurden schon am Anfang der Reifen-Entwicklung die Fäden als Stützgerüst eingebaut.
    Die Fäden selbst sind biegeschlaff, aber in Längsrichtung relativ steif und fest. Die Bruch-(Reiß-)Festigkeit der Fäden gibt dann über die Membranspannungen der Torusschale des Reifens einen Grenzwert für den Reifeninnendruck vor. Fälle von Trekkingradreifen mit einer Reifenbreite (Durchmesser der Schale) von 50 [mm] , die durch Aufpumpen auf 7 oder 8 [bar] ihren "Geist" aufgegeben haben, kommen öfter vor als deren Besitzer lieb ist. Davon liest man im Internet kaum etwas. Wer will zum Schaden auch noch den zugehörigen Spott auf sich ziehen.
    Der Reifen ist mit seinem Schichten-Aufbau, der Bewehrung durch die Fäden, der Bettungsmatrix durch den Gummi, der bei fortschrittlichen Schlauchlosreifen auch der Druckhaltigkeit dient, einem Verbundwerkstoff (CfK, GfK u.a.) sehr ähnlich. In der Flexibilität, sich mit seiner äußeren Form an verschiedene Fahrbahnarten (ZB feste Beton-Fahrbahn oder strukturierte Schotterpiste) anzupassen, läßt die Reifen-Konstruktion auch moderne (starre) Verbundwerkstoffe hinter sich.
    Der Maximaldruck wird also neben der Festigkeit und Steifigkeit der Felge durch die Festigkeit des Fadenmaterials vorgeben, und da der Reifenhersteller im Prinzip über die Felge nichts weiß, kann der Reifenhersteller beim Maximaldruck nur von seinen eigenen Kenntnissen und Vorgaben ausgehen.

    MfG EmilEmil
     
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