Rechtliches Wandlung Fahrradrücknahme

Diskutiere Rechtliches Wandlung Fahrradrücknahme im Plauderecke Forum im Bereich Community; Ich hätte mal eine rechtliche Frage ins Forum und bitte um Hilfe. Ich habe mir vor einem Jahr ein Stromer ST1X für 3900 Euro in einem...
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Janine

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Ich hätte mal eine rechtliche Frage ins Forum und bitte um Hilfe.

Ich habe mir vor einem Jahr ein Stromer ST1X für 3900 Euro in einem Fahrradladen gekauft. Das Rad war ein Vorführrad und hatte seiner Zeit 1000 km. Ich habe es ein Jahr gefahren und die letzten Monate dann viel Ärger. Der zuständige FH hatte es mehrfach in Reparatur, konnte aber den Fehler nicht beheben. (Die Leistungsangaben war nicht ok, wahrscheinlich der Drehmomentsensor) jetzt nimmt er das Rad zurück, innerhalb der Zwei Jahres Garantie. Ich erhalte von ihm für das Rad im Rahmen einer Wandlung noch 2000 Euro. Ich selbst habe das Rad 4000km bewegt.
Ist das rechtlich so ok? Schließlich war es in der Garantie, hat man da nicht Anspruch auf mehr?

Ich danke für die Hilfe.....
 
camper510

camper510

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2 Jahre Gewährleistung oder doch Garantie?
Nach fast 2 Jahren noch 50% des Neupreises und das als Zweitbesitzer (Vorführrad) ist doch okay.
 
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Tom12

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lass dir`s reparieren, 2k verbraten für 1 Jahr, finde ich viel
hast ja Gewährleistung und Garantie
 
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10tausender

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Die knapp 50 Cent Wertminderung pro Kilometer, die dir der Händler berechnet, halte ich für viel zu hoch gegriffen (es sei denn denn, du hättest noch zusätzlich Unfallschäden am Rad verursacht).
 
Scholty

Scholty

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Na htfertigt.
Der Händler bekommt das Problem nicht in den Griff, da finde ich den Abschlag nicht gerechtfertigt.
 
Hasso123

Hasso123

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Hallo.
Vor allem: du gibst es ja zurück wegen Problemen, die nicht behoben worden sind.
Für Mangelhafte Ware finde ich auch 2.000€ keine Option.
 
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Janine

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Bitte nicht böse sein, ich wollte keine Meinung, sondern eher wissen, ob das rechtlich so in Ordnung ist, oder ich vielleicht doch nen Anwalt einschalte....
 
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Tom12

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ohne deine Zustimmung kann er garnichts, er soll seinen Vertrag lesen , wäre ja noch schöner, lol
 
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10tausender

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Schalt einen Anwalt ein. Du hast hast das Rad gefahren, dafür steht dem Verkäufer bei deinem Rücktritt vom Kaufvertrag ('Wandlung' gibt es nicht mehr) afaik ein Nutzungsersatz zu. Diesen halte ich mit knapp 50 cent/km als zu hoch berechnet. Wie hoch der Nutzungsersatz sein darf, bzw ob der Mangel an deinem Rad überhaupt schwerwiegend genug für einen Rücktritt ist und welche Fristen einzuhalten sind, diese Fragen kann ein Anwalt klären.
 
Blackburn5

Blackburn5

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Ich hab zwar kein Fahrrad gewandelt sondern ein teures Smartphone, aber auch da wurde die Nutzung abgezogen. Also m.M.n. ist der Abzug der Nutzung rechtlich richtig. Auch wenn es während der Garantie/Gewährleistung gewandelt wird. Schließlich wurde das Teil ja auch genutzt (wenn auch nur teilweise).
Ich dächte damals im Internet eine Tabelle gefunden zu haben, wie man diese Nutzung berechnet. War so ala (Beispiel) ein Rad nutzt man 8 Jahre. 11 Monate wird es benutzt. Also rechnet man 3900/96=54,16x11=596. Dies wird dann abgezogen (bei meinem Smartphone kam das ungefähr hin). Gröbere Benutzungsspuren können natürlich zu stärkeren Abzug führen.
Schon deshalb solltest du evtl. mal den Verkäufer Fragen bzw. deinen Anwalt.
 
Hasso123

Hasso123

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Interessant, auch das es Urteile darüber gibt und Verbraucher stärkt. :)
 
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felsen2000

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Schwer zu sagen, jeder Fall ist anders. Anders rum gefragt: Lohnt sich der Stress, für eventuelle paar hundert Euro vor Gericht zu ziehen? Am Ende könnte es ein Vergleich werden - und in dem Fall bleiben Sie auf Ihren Anwaltskosten sitzen! Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Fall komplett gewinnen- denn nur in dem Fall können die Anwaltskosten abgewälzt werden?
 
Chrisol

Chrisol

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Mit je einem Urteil von EuGH und BGH ist die Erfolgschance nahezu 100%.
 
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MrMurphy

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Das ist falsch. Glaubt doch nicht jeden Unsinn aus dem Internet.

Hat von euch überhaupt mal jemand das genannte Urteil gelesen? Offensichtlich nicht.

In dem Urteil geht es um einen Austausch eines defekten und unreparablen Geräts. In solchen Fällen haben Händler früher rechtswidrig einen Nutzungsausfall gefordert. Nach dem Urteil wurde das deutsche Gesetz angepasst. § 475 Abs. 3 S. 1 BGB

Es steht sogar direkt im Urteil, dass es nicht um eine Wandlung, also die Rückgängigmachung des Kaufvertrags geht. In solchen Fällen darf für die Nutzung eines Gegenstandes ein Anteil verlangt werden. Die Frage ist also nur wie hoch der Nutzungsanteil ist.

Dabei geht es in der Regel nur um den Kaufpreis und die übliche Nutzungsdauer des Gegenstandes, hier eines Pedelecs. Hier weiß ich nicht ob zwischen Fahrrädern und Pedelecs unterschieden wird und ob sogar die Art eine Rolle spielt. E-MTB verschleißen in der Praxis ja eher als Trekkingräder.

Wenn die übliche Nutzungdauer (Haltbarkeit) des Pedelecs 6 Jahre betrüge (Konjunktiv, ich kenne die Dauer wie schon geschrieben nicht) sähe die Rechnung folgendermaßen aus:

3.900 : 6 = 650,00 Euro pro Jahr : 12 = 54,16 Euro pro Monat. Die Rechnung erfolgt monatsgenau.

Da Janine das Stromer ein Jahr genutzt hat ergäbe sich ein Nutzungsanteil von 650,00 Euro. Janine hätte einen Anspruch auf 3.250,00 Euro.

Bei 7 Jahren Nutzungsdauer hätte Janine einen Anspruch auf 3.342 Euro.

Die tatsächliche Nutzung (hier die gefahrenen km oder der Zustand des Pedelecs) spielt nur eine Rolle wenn sie deutlich über dem üblichen liegt. Das sehe ich hier nicht. Und bitte nicht noch die steuerliche Nutzungsdauer anbringen, die hat hier nichts zu suchen. Die kann, muss aber nicht, übereinstimmen.

Da ein Fahrrad / Pedelec bei Nutzung mehrere Jahre hält (6 bis 10 Jahre erscheinen mir realistisch) sind die angebotenen 2.000 Euro deutlich zu wenig.
 
J

Janine

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Das ist falsch. Glaubt doch nicht jeden Unsinn aus dem Internet.

Hat von euch überhaupt mal jemand das genannte Urteil gelesen? Offensichtlich nicht.

In dem Urteil geht es um einen Austausch eines defekten und unreparablen Geräts. In solchen Fällen haben Händler früher rechtswidrig einen Nutzungsausfall gefordert. Nach dem Urteil wurde das deutsche Gesetz angepasst. § 475 Abs. 3 S. 1 BGB

Es steht sogar direkt im Urteil, dass es nicht um eine Wandlung, also die Rückgängigmachung des Kaufvertrags geht. In solchen Fällen darf für die Nutzung eines Gegenstandes ein Anteil verlangt werden. Die Frage ist also nur wie hoch der Nutzungsanteil ist.

Dabei geht es in der Regel nur um den Kaufpreis und die übliche Nutzungsdauer des Gegenstandes, hier eines Pedelecs. Hier weiß ich nicht ob zwischen Fahrrädern und Pedelecs unterschieden wird und ob sogar die Art eine Rolle spielt. E-MTB verschleißen in der Praxis ja eher als Trekkingräder.

Wenn die übliche Nutzungdauer (Haltbarkeit) des Pedelecs 6 Jahre betrüge (Konjunktiv, ich kenne die Dauer wie schon geschrieben nicht) sähe die Rechnung folgendermaßen aus:

3.900 : 6 = 650,00 Euro pro Jahr : 12 = 54,16 Euro pro Monat. Die Rechnung erfolgt monatsgenau.

Da Janine das Stromer ein Jahr genutzt hat ergäbe sich ein Nutzungsanteil von 650,00 Euro. Janine hätte einen Anspruch auf 3.250,00 Euro.

Bei 7 Jahren Nutzungsdauer hätte Janine einen Anspruch auf 3.342 Euro.

Die tatsächliche Nutzung (hier die gefahrenen km oder der Zustand des Pedelecs) spielt nur eine Rolle wenn sie deutlich über dem üblichen liegt. Das sehe ich hier nicht. Und bitte nicht noch die steuerliche Nutzungsdauer anbringen, die hat hier nichts zu suchen. Die kann, muss aber nicht, übereinstimmen.

Da ein Fahrrad / Pedelec bei Nutzung mehrere Jahre hält (6 bis 10 Jahre erscheinen mir realistisch) sind die angebotenen 2.000 Euro deutlich zu wenig.
Ich bin am Mittwoch nochmal beim Händler, ich denke, die 2 Monate, die das Rad bei ihm zur Reparatur bei ihm rumstand, werde ich noch hinzurechnen.....

Wären dann 54,16 Euro x 10 = 541,60 Euro, die er mir abziehen darf
Mal sehen, was mein freundlicher FH dazu sagt....
 
Leonid

Leonid

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Und bitte nicht noch die steuerliche Nutzungsdauer anbringen, die hat hier nichts zu suchen. Die kann, muss aber nicht, übereinstimmen.
Die steuerliche Nutzungsdauer beträgt 7 Jahre für E-Bikes wie bei normalen Fahrrädern. Da es vermutlich noch keine belastbaren Daten für eine tatsächliche Nutzungsdauer von E-Bikes gibt, ist das auf jeden Fall ein Anhaltspunkt. Mit weniger würde ich mich zunächst nicht zufrieden geben.
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iGude

iGude

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Stromer ST1X
Da ich auch schon mitbekommen habe dass Stromer in solchen Fällen einen links liegen lässt und viele Händler deshalb auch schon keine Lust mehr haben Stromer zu verkaufen habe ich vor so einem Supergau auch extrem Angst.

Schade das dein ST1X solche Probleme macht. Wenn es funktioniert ist es ja ein echt geniales Gefährt.

Mal ganz vom rechtlichen Abgesehen.
Wenn man sich für 4K ein S-Pedelec kauft, es dann nicht richtig funktioniert und es soweit kommt das der Händler es sogar zurück nimmt, weil er und der Hersteller das Problem nicht lösen können, dann kann es einfach nicht richtig sein das du dann auf einmal nur mit 2K da stehst.

Das wäre für mich der noch größere Worstcase. Denn was bekommt man denn für 2K als Alternative zu einem ST1X - Nichts!

Ich würde da wenn drauf bestehen das er Dir ohne Kosten in ein neues ST1X wandelt, bzw. bei einem Upgrade auf ST2 - ST3 - ST5 du eben was drauf zahlst.
Denn wenn du es zurück gibst und 2K bekommst, musste eh nochmal weit mehr als das doppelte in die Hand nehmen um was anderes zu kaufen.
 
Tomcat1960

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In dem Urteil geht es um einen Austausch eines defekten und unreparablen Geräts.
Aber genau das liegt hier doch vor, oder nicht?

Es steht sogar direkt im Urteil, dass es nicht um eine Wandlung, also die Rückgängigmachung des Kaufvertrags geht.
Genau gesagt geht es um einen "Rücktritt wegen der Mangelhaftigkeit der Kaufsache". Ist das nicht das Selbe? Worin besteht anderenfalls der Unterschied?

Das EUGH-Urteil sagt explizit, dass der Händler "keine Nutzungsentschädigung verlangen (darf) wenn der Rücktritt wegen der Mangelhaftigkeit der Kaufsache erfolgt."

Wieso kann sich Janine darauf nicht berufen? Ich möchte das gerne verstehen.
 
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