Projekt Elektr(on)ische (Ketten-)Schaltung

Diskutiere Projekt Elektr(on)ische (Ketten-)Schaltung im Fahrradkomponenten, Zubehör, Ausrüstung Forum im Bereich Diskussionen; Ich würde gerne (m)eine Kettenschaltung elektrifizieren. Also am Lenker nur noch drei Taster, mit denen man einem Minicomputer "-", "+" und "A"...
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Ich würde gerne (m)eine Kettenschaltung elektrifizieren. Also am Lenker nur noch drei Taster, mit denen man einem Minicomputer "-", "+" und "A" (Automatik) signalisiert und der schaltet dann.

Das Projekt sollte modular wachsen können:

1) Nur der hintere Derailleur wird elektrifiziert, und man kann nur manuell ("-", "+") schalten. Vorne bleibt der Bowdenzug-Schalthebel.
2) Schaltautomatik kann mit Taste "A" aktiviert werden, aber nach wie vor muss der vordere Umwerfer per Schalthebel bedient werden. Die Tasten ("-", "+") schalten zurück in den manuellen Modus.
3) Auch vorne wird elektrifiziert. Die Software schaltet ggf. beide Umwerfer obwohl nur ein Paar Taster ("-", "+") existiert.

Man könnte entweder durch die Länge des Tastendrucks entscheiden, also kurz drücken schaltet hinten, lange drücken schaltet vorne. Oder die Software berechnet die Entfaltung, und schaltet z.B. beim Druck auf "+" entweder nur hinten ein Ritzel weiter oder sogar eines zurück und dafür vorne ein Blatt weiter, weil das die nächste Zwischenstufe ergibt. Letzteres macht mMn mehr Sinn, dann kann man nämlich den LongPress verwenden um gleich mehrere Gänge auf einmal zu schalten.

Die Automatik kann man ebenfalls stufenweise erweitern
a) Kadenz. Der Tretsensor wird ausgewertet, und man kann seine gewünschte Kadenz vorgeben. Wird die um X unter- oder überschritten schaltet die Automatik
b) Neigung. Es wird erkannt ob man bergauf oder bergab fährt, und anhand dessen kann die Wunschkadenz verschoben werden. Oder beim mehrfach-schalten bergauf/bergab wird automatisch auch vorne das Blatt gewechselt, nicht nur hinten.
c) Drehmoment. Die Fahrerleistung (Drehmoment mal Kadenz) wird berechnet, und eine gewünschte Wattzahl kann eingestellt werden.

Auch für den Derailleur gibt es drei Möglichkeiten. Da kann man aber nicht erweitern, sondern muss sich gleich am Anfang für eine entscheiden:
• Linearer Aktuator (Elektromotor mit Schraubenspindel), der am Schaltzug zieht (und loslässt) wie ein Schalthebel auch.
• Digital-Modellbauservo, das am Schaltzug zieht.
• Servo direkt am Derailleur befestigt/eingebaut. Das machen Shimano (DI2), SRAM (Eagle AXS), und Campagnolo (EPS). Teuer und unflexibel.

Den Aktuator verwenden z.B. die kommerziellen Nachrüst-Produkte "Archer Components D1x" (USA) und "X-Shifter" von Cell-Systems (Taiwan). Der Vorteil daran ist dass der Motor klein und billig ausfallen kann, weil die Spindel verhindert dass die Rückstellfedern den eingestellten Gang verschieben.
Den Servo am Schaltzug verwendet u.a. das Hobbyprojekt "Shift4Me". Nachteil ist dass das Servo ständig gegen den Zug der Rückstellfeder gegenhalten muss, und somit ständig Strom verbraucht.
Ein paar Selbstbauprojekte (z.B. "Diyshift") verbauen direkt ein Servo in den Derailleur und entfernen die Rückstellfedern, weil das Servo in beide Richtungen arbeitet. Dadurch kann man ein deutlich leistungsschwächeres und billigeres Servo verwenden als wenn man am Schaltzug zieht. Das Projekt mit Direkteinbau eines Servos in ein SRAM 5 Schaltwerk gefällt mir zwar gut, aber meine mechanischen Bearbeitungsmöglichkeiten (Ausrüstung, Werkstatt) sind eher begrenzt. Auch ist das Projekt schon 9 Jahre alt - ich würde lieber eine aktuellere Schaltung verwenden.

Der riesige Vorteil der Schaltzug-Nachrüster ist, dass sie mit jeder Schaltung funktionieren, die nur einen Bowdenzug zum Betätigen braucht. Also auch mit vielen Nabenschaltungen. Und man kann jedes Ketten-Schaltwerk mit jeder Kassette kombinieren, weil man beliebig einstellen kann wie weit der Motor fahren muss damit die Kette genau einen Gang weiterspringt. Man braucht also nicht mehr unbedingt ein 10-Gang-Schaltwerk für eine 10-Gang-Kassette, sondern kann auch andere nehmen.
Außerdem muss man nichts am Schaltwerk selber umbauen - man wechselt nur den Schaltzug. D.h. man kann auch sehr einfach wieder auf Schalthebel zurückrüsten und seine Elektronik mit Servo/Aktuator einfach zum nächsten Fahrrad/Pedelec mitnehmen.
Wenn man ein Digitalservo verwendet, braucht man mindestens eines mit 20kg Zugkraft. Da man nicht alle 2 Sekunden schaltet muss es nicht unbedingt ein Metallgetriebe sein. In Flugmodellen (insbesondere Heli) werden die Dinger viel mehr belastet als hier. Notfalls kauft man nach ein paar Jahren ein neues Servo für 25€...
Aber eigentlich gefällt mir der lineare Aktuator am besten, weil er wenig Strom verbraucht. Man wird mit einer Akkuladung wochenlang auskommen.
Da gibt es prinzipiell zwei Typen: mit Schrittmotor und die Billigvariante. Bei letzterer hat man das Problem dass man irgendwie feststellen muss wo genau die Spindel ist. Beim Schrittmotor zählt man einfach die Schritte. Shimano verbaut in der DI2 einen Billigmotor, und hat ein Flügelrad auf der Drehachse um mit einer Lichtschranke mitzählen zu können wieviel Umdrehungen der Motor gemacht hat.

Für den vorderen Umwerfer gibt es Projekte auf Youtube die ein Modellbauservo direkt auf die Mechanik einwirken lassen. Das geht deutlich einfacher zu realisieren als hinten. Alternativ kann man den Umwerfer so lassen und einfach am Schaltzug ziehen.
In jedem Fall reicht ein Controller und Akku für beide Schaltungen. Nur Servo/Aktuator braucht man zwei.


Archer Components D1x finde ich persönlich zu teuer. Kostet 417,50€ beim deutschen Vertrieb, kann nur einen Umwerfer (man braucht also zwei D1x für vorne und hinten, macht 835€ zusammen), keine Automatik. Die Software (iPhone, Android) ist auch schon ein Jahr alt...
Klar, der Trend geht zu 1x12 oder gar 1x13 statt 3x10. Dann braucht man eh nur einen Shifter. Mein Rad hat halt noch 3x8.
Der X-Shifter kostet zwar nur 248$, hat aber keinen deutschen Vertrieb, keine Automatik, kann nur einen Umwerfer. Was mich am meisten abschreckt sind nicht die Berichte dass die Kickstarter-Aktion fehlgeschlagen ist (war 2015-16 eine amerikanische Entwicklung, wurde 2018 von der taiwanesischen Firma Cell-Systems aufgekauft), sondern dass die Smartphone-Software zum Einstellen seitdem nicht aktualisiert wurde und immer noch auf den amerikanischen Entwickler verweist. Solange da nichts Neues von Cell-Systems selber kommt sollte man die Finger davon lassen.


Ich selber bin iPhone-Software-Entwickler, und würde eine iPhone.app für dieses Projekt entwickeln die mit den Möglichkeiten der Schaltung wächst. Gerne als Open Source. Für die Schaltung selber würde ich einen Arduino Nano 33 BLE verwenden, den man via Bluetooth mit dem Phone koppeln kann um die gewünschten Parameter einzustellen. Beispielsoftware um damit ein Digitalservo oder einen Aktuator anzusteuern gibt es zuhauf.


Wer sich beteiligen will - ich würde zunächst mal Beispiele von Projekten sammeln, wo man sich Erfahrungen abschauen kann. Phase 1.
Dann diskutieren welche Technik (Aktuator, Servo mit Zug, Servodirekteinbau) man verwendet. Phase 2
Dann das Servo bzw. den Aktuator besorgen, und die Basisansteuerung des Arduino erstellen. Phase 3
Parallel zu Phase 3 würde ich ein Rumpfprojekt einer iPhone.app erstellen welche mit dem Arduino via BLE kommunizieren kann.

Was danach kommt (Automatik, vorderer Umwerfer), sieht man dann...


P.S.: Im Titel steht zwar Kettenschaltung, aber die Zugvariante funktioniert natürlich auch mit jeder Nabenschaltung die nur einen Bowdenzug hat. Eine Enviolo Nuvinci, Rohloff oder uralte Sachs Pentasport geht damit erstmal nicht. Man könnte sich natürlich was basteln, dass an dem zweiten Zug gezogen wird wenn der erste Zug zurückgestellt wird.
 
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Marc

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Phase 2: Technikdiskussion

Grundsätzlich muss man sich überlegen, wie und wo man die benötigten Teile unterbringt. Akku, Elektronik, Mechanik (Aktuator/Servo).
Weil nicht jeder Strom im Fahrradraum hat, sollte man den Akku entweder entnehmen und in der Wohnung laden können, oder gleich ansteckbar machen.


Noch ein Vorteil von linearen Aktuatoren: es gibt sie in lang, dafür schmal und niedrig. D.h. man kann solche Aktuatoren unter der rechten Kettenstrebe montieren (wo auch D1x und X-Shifter montiert werden) und somit den Schaltzug sehr kurz halten (20cm oder kürzer).

Ein Servo samt benötigter Mechanik um die Drehbewegung des Motors in eine lineare Bewegung zu wandeln (z.B. eine Scheibe mit Rille wo der Zug aufgewickelt wird, ähnlich einem Motorrad-Gasgriff) ist eher kompakt als lang, passt also schlecht unter die Kettenstrebe.
 
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MarkusSi

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Interessantes Projekt. Auch wenn ich im Moment keine Automatik am E-Bike brauche...
Weil nicht jeder Strom im Fahrradraum hat, sollte man den Akku entweder entnehmen und in der Wohnung laden können, oder gleich ansteckbar machen.
Ich fürchte, das macht es unnötig kompliziert. 18650er Zellen lassen sich ziemlich unkompliziert im Rahmen verstecken. Mit einem entnehmbaren Akkupack wird das viel schwieriger.

Wenn ich es bauen müsste, würde ich den Akku (natürlich austauschbar) im Rahmen unterzubringen. Incl. Ladeelektronik und irgendwo ein USB-Anschluss nach außen führen für die Ladung. Aufladen dann über eine handelsübliche Powerbank, dann geht das auch im Fahrradschuppen ohne Stromanschluss.

Gruß Markus
 
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Rollerfahrer

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@Marc
Eine Menge Text...
Klar, man kann vieles machen.

Was ich mich nur frage ist:

Muss man wirklich alles wie, Hirnfunktionen und biologische Motorik an Elektronik abgeben?

Lebt man dann glücklicher?
Ich zweifel das an...
 
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Kraeuterbutter

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ich denke der Threadersteller hat sich entschieden sowas zu bauen
da muss man jetzt nicht hinterfragen..
dafür gibts ja die Plauderecke:
da könnte man dann Threads aufmachen wie:
"braucht es einem Fahrrad wirklich einen Pedelec Motor?"
"braucht es in einem Fahrrad wirklich eine Federgabel?"
"braucht es in einem Fahrrad wirklich mehr als 3 Gänge"?
usw. usf.

ich persönlich habe selber so ein (viel kleineres) Projekt gestartet:

a) 3- Fach Umwerfer vorne an meinem Liegerad per RC-Car Servo (staub und Wasserdicht, extra gegen vibrationen geschützt)

die Feder des Umwerfes hab ich für diesen Zweck weggedremelt...
eigentlich sollte es über Arduino und 2 Taster angesteuert werden.. schlussendlich hängt aber seit 2 Jahren ein Servotester (8 Euro eine 10er-Packung bei ebay) dran
lässt sich aber mit dem großen Potiknopf auch bei mit Handschuhen bedienen und auch bei Regen kein Problem
mag das (wobei vielleicht ein Stück weit Rosa-rote Brille dabei, weil ichs mir selber gebaut habe, Halterung laminiert etc.)

b) Archer D1X
(hab auf meinem youtube-Kanal einige videos dazu gemacht)

Test auf längere Zeit: vom Schalten her war ich zufrieden
das Handling und ab und zu "fehler" (1-2 mal Verbindungsabbruch)
bzw. Handling eben mit leer werdenden Akku (und der schlechten Wechelbarkeit der Zellen) hat genervt
irgendwann wollte es dann nimma verbinden..
zuerst nur noch über die App schaltbar, dann gar nicht mehr

c) dann kam die XShifter (Weil mit 200 Euro in Aktion)
wirkt feiner, filligraner..
Akku ist mit einem handgriff entfernt (oder gegen einen vollen getauscht)
Akku so klein und leicht dass man durchaus einen ERsatzakku mitnehmen kann, selbst bei einem Rennen
die Schalteinheit ist super-winzig am Lenker, fällt gar nicht auf
ist mit einem Silikon-überzug geschützt, der nach 3-4 Tagen unbemerkt verloren ging..
jetzt ist die Schaltung völlig offen, und ich drücke die Mikro-Taster
aus irgendeinem Grund baut auch diese Schaltung keine Verbindung mehr mit dem Schalter auf
(Akku nach wenigen Wochen leer ? sollte eigentlich 1-2 Jahre halten)

durch Corona (und abgerissenen Schaltauge) hab ich hier monate nix mehr gemacht


Schaltcharakteristik ist verschieden bei beiden:
Archer "merkt" sich Tastendrücke...
was angenehm ist
man drückt schnell 4mal auf den Taster.. und auch wenn der Umwerfer gerade beim arbeiten ist merkt er sich das und beendet dann mit 4 Schaltvorgängen..

das ist bei XShifter nicht so:
xshifter akzeptiert erst den nächsten Tastendruck, wenn der letzte Vorgang abgeschlossen wurde..
also wenn man schnell 4mal drückt,
fährt er vielleicht nur 2 Ritzel weit, weil z.b. sprung über 1 Ritzel dauert und so der Tastendruck 2 verschluckt wird...
Tasten Druck 3 als "nächster Tastendruck" wird wieder ausgeführt..
Tastendruck 4 verschluckt..
dann hat man 4mal schnell gedrückt, fährt aber nur 2 Ritzel weit
(das ist ein Beispiel)

dafür kann Xshifter etwas anderes: langer Tastendruck !

bei Archer kann man definieren was ein langer Tastendruck bedeutet...
z.b. 5 Ritzel auf einmal springen

bei XShifter ist so: so lange eine Taste gedrückt bleibt, solange "fährt" der Umwerfer..

sprich: man muss sich etwas umstellen..

mir hat glaub ich Archer besser gefallen in der Beziehung..

würde mir aber wünschen - @Marc - das man das auswählen könnte
oder kombinieren


das schöne an der elektrischen Schaltung:

vorher hatte ich am Liegerad 2 Probleme:

1.) innenverlegter Schaltzug nach hinten --> Tiller-Lenker --> ergibt langen Schaltzug (Tandemzug wegen der Länge)
mit dem Effekt, dass zwischen 40° im Sommer und -10° im Winter eine Längenänderung des Schaltzuges auftritt..

dies kann mit den kurzen 30cm die man beim Archer oder XShifter z.b. verwendet vernachlässigt werden

2.) vorne der Umwerfer am Liegerad: auch hier war Schaltzug teils innen verlegt, was das komplette ausziehen des Tretlagerrohres quasi verhindert hat
was beim Transport des Liegerades IM kleinen Auto extrem störend war
jetzt mit dem Servo vorne brauche ich nur eine Steckverbindung lösen und kann dann ohne Probleme den ganzen TRetlagermast vorne rausziehen, das Rad so kürzer machen fürs Auto

(lustigerweise bin ich die letzten 2 Jahre kein Rennen mehr gefahren, sodass das Rad nie wieder im Auto transportiert wurde)

achja: bei beiden Schaltungen hab ich von SRAM 1:1 auf Shimano 1:2 System umgerüstet, weil so doppelt so schnelle Schaltzeiten möglich sind

beide Systeme: Archer und Xshifter haben neuere Versionen angeblich rausgebracht die ansich schneller wurden. vielleicht gehts dann auch mit SRAM 1:1 zufriedenstellend schnell nun


ansonsten:
wenn man zügig fährt, hinten ne kassette mit 1-Zahn-Gangsprünge..
dann ist es wie im Formel-1 Wagen wenn man die Gänge mit kleinster Bewegung des Daumens (bisschen Druck auf Schalter wo der Daumen eh ständig rastet) hoch und runterschaltet...

also an das Schaltgefühl hab ich mich sehr gewöhnt und es genossen..
 
C

cephalotus

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Muss man wirklich alles wie, Hirnfunktionen und biologische Motorik an Elektronik abgeben?

Weitere Gründe:

- man muss das Rad regelmäßig zerlegen (z.B. bei meinem dagon Flo Bestandteil des Konzepts) und die Schaltzüge trennen (dann bessere eine Steckverbindung oder gleich Funk)
- man hat verschiedene Griffpositionen, z.B. normaler Lenker und Trialenker und will in beiden Positionen schalten können
- dazu kann ich nix sagen, aber andere: Belastung der Finger bei sehr langen Strecken: Bike Gear Shifting Systems & Derailleurs – Ride Far
 
Marc

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Interessantes Projekt. Auch wenn ich im Moment keine Automatik am E-Bike brauche...

Ich fürchte, das macht es unnötig kompliziert. 18650er Zellen lassen sich ziemlich unkompliziert im Rahmen verstecken. Mit einem entnehmbaren Akkupack wird das viel schwieriger.

Wenn ich es bauen müsste, würde ich den Akku (natürlich austauschbar) im Rahmen unterzubringen. Incl. Ladeelektronik und irgendwo ein USB-Anschluss nach außen führen für die Ladung. Aufladen dann über eine handelsübliche Powerbank, dann geht das auch im Fahrradschuppen ohne Stromanschluss.

OK, kann man machen.

Beim D1x (alte Version) sind zwei Akkuzellen hinter einer abschraubbaren Abdeckung. Man braucht einen kleinen Inbusschlüssel, muss - evtl. im Dunkeln oder Halbdunkeln - zuschauen dass man die Schraube nicht verliert und dann das Vorderrad hochnehmen damit die Zellen rausrutschen. Bei der neuen Version wurde das verbessert, man kann jetzt den ganzen Deckel abschrauben wie bei Taschenlampen, und die Zellen sind per Feder vorgespannt, kommen also leichter raus.

Beim X-Shifter sind die zwei Zellen in einem eigenen Akkugehäuse welches man auf das Shiftergehäuse aufsteckt.

Beides gefällt mir nicht so ganz. Aber mein Rad hat keine Möglichkeit Akkus im Rahmen unterzubringen, deshalb scheidet das für mich auch aus. Ich würde wahrscheinlich zwei 18650er Zellen mit einem BMS zusammenlöten und einschrumpfen, und diesen Akkupack einfach mit einem kurzen Kabel anstecken.
 
Marc

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ich denke der Threadersteller hat sich entschieden sowas zu bauen
da muss man jetzt nicht hinterfragen..
dafür gibts ja die Plauderecke:
Eben. Bitte in diesem Thread KEINE Diskussion über Pro/Contra von elektr(on)ischen Schaltungen, sondern ausschließlich über Technik.

ich persönlich habe selber so ein (viel kleineres) Projekt gestartet:
a) 3- Fach Umwerfer vorne an meinem Liegerad per RC-Car Servo (staub und Wasserdicht, extra gegen vibrationen geschützt)

die Feder des Umwerfes hab ich für diesen Zweck weggedremelt...
eigentlich sollte es über Arduino und 2 Taster angesteuert werden.. schlussendlich hängt aber seit 2 Jahren ein Servotester (8 Euro eine 10er-Packung bei ebay) dran
lässt sich aber mit dem großen Potiknopf auch bei mit Handschuhen bedienen und auch bei Regen kein Problem
Magst Du mal ein paar Fotos davon posten?

b) Archer D1X
(hab auf meinem youtube-Kanal einige videos dazu gemacht)

Test auf längere Zeit: vom Schalten her war ich zufrieden
das Handling und ab und zu "fehler" (1-2 mal Verbindungsabbruch)
bzw. Handling eben mit leer werdenden Akku (und der schlechten Wechelbarkeit der Zellen) hat genervt
irgendwann wollte es dann nimma verbinden..
zuerst nur noch über die App schaltbar, dann gar nicht mehr
D.h. das Teil liegt nur noch rum und funktioniert nicht mehr?
Garantie abgelaufen?

c) dann kam die XShifter (Weil mit 200 Euro in Aktion)
wirkt feiner, filligraner..
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Akku so klein und leicht dass man durchaus einen ERsatzakku mitnehmen kann, selbst bei einem Rennen
die Schalteinheit ist super-winzig am Lenker, fällt gar nicht auf
ist mit einem Silikon-überzug geschützt, der nach 3-4 Tagen unbemerkt verloren ging..
jetzt ist die Schaltung völlig offen, und ich drücke die Mikro-Taster
aus irgendeinem Grund baut auch diese Schaltung keine Verbindung mehr mit dem Schalter auf
(Akku nach wenigen Wochen leer ? sollte eigentlich 1-2 Jahre halten)
Na das sollte doch schnell gehen, da mal eine neue 2032 einzusetzen...

durch Corona (und abgerissenen Schaltauge) hab ich hier monate nix mehr gemacht
Zweite Fehl-Investition?

Schaltcharakteristik ist verschieden bei beiden:
Archer "merkt" sich Tastendrücke...
was angenehm ist
man drückt schnell 4mal auf den Taster.. und auch wenn der Umwerfer gerade beim arbeiten ist merkt er sich das und beendet dann mit 4 Schaltvorgängen..
Klar, so gehört sich das.

das ist bei XShifter nicht so:
xshifter akzeptiert erst den nächsten Tastendruck, wenn der letzte Vorgang abgeschlossen wurde..
also wenn man schnell 4mal drückt,
fährt er vielleicht nur 2 Ritzel weit, weil z.b. sprung über 1 Ritzel dauert und so der Tastendruck 2 verschluckt wird...
Tasten Druck 3 als "nächster Tastendruck" wird wieder ausgeführt..
Tastendruck 4 verschluckt..
dann hat man 4mal schnell gedrückt, fährt aber nur 2 Ritzel weit
Das ist schlichtweg nicht fertig-entwickelt. Genauso wie die App seit 2 Jahren...
Die Taiwaner haben was unfertiges gekauft und bringen es nicht zuende.

dafür kann Xshifter etwas anderes: langer Tastendruck !
bei Archer kann man definieren was ein langer Tastendruck bedeutet...
z.b. 5 Ritzel auf einmal springen
bei XShifter ist so: so lange eine Taste gedrückt bleibt, solange "fährt" der Umwerfer..

mir hat glaub ich Archer besser gefallen in der Beziehung..

würde mir aber wünschen - @Marc - das man das auswählen könnte
oder kombinieren
Klar, kommt ins Auftragsheft. Beides ist ja nicht schwer zu implementieren.

das schöne an der elektrischen Schaltung:
vorher hatte ich am Liegerad 2 Probleme:
1.) innenverlegter Schaltzug nach hinten --> Tiller-Lenker --> ergibt langen Schaltzug (Tandemzug wegen der Länge)
mit dem Effekt, dass zwischen 40° im Sommer und -10° im Winter eine Längenänderung des Schaltzuges auftritt..
dies kann mit den kurzen 30cm die man beim Archer oder XShifter z.b. verwendet vernachlässigt werden

2.) vorne der Umwerfer am Liegerad: auch hier war Schaltzug teils innen verlegt, was das komplette ausziehen des Tretlagerrohres quasi verhindert hat
was beim Transport des Liegerades IM kleinen Auto extrem störend war
jetzt mit dem Servo vorne brauche ich nur eine Steckverbindung lösen und kann dann ohne Probleme den ganzen TRetlagermast vorne rausziehen, das Rad so kürzer machen fürs Auto
Genau, Kabel sind leichter zu trennen (Stecker) als Züge oder gar Hydraulikleitungen.
Und noch besser ist Funk (wenn es funktioniert - bei Dir anscheinend ja nicht).

Für den Kontakt zur iPhone-App geht nur Funk - deswegen will ich den Arduino 33 BLE verwenden. Für die Taster am Lenker bin ich nicht sicher...
Die X-Shifter Tastereinheit wird ja separat verkauft. Das ist auch nur Bluetooth Low Energy, aber eben halt fix und fertig samt Halterung und Silikonüberzieher. Sowas können die Asiaten gut.
Ich war schon am Grübeln ob man die nicht verwenden sollte... Umso mehr stört mich dass es bei Dir nicht mehr funktioniert. Bitte teste doch mal ob es wirklich nur an der leeren Batterie liegt.

achja: bei beiden Schaltungen hab ich von SRAM 1:1 auf Shimano 1:2 System umgerüstet, weil so doppelt so schnelle Schaltzeiten möglich sind
Man könnte auch einfach größere und schnellere Aktuatoren verwenden. Archer und X-Shifter haben da wohl eher auf kleine Baugröße und Preis optimiert als auf Schaltgeschwindigkeit.

beide Systeme: Archer und Xshifter haben neuere Versionen angeblich rausgebracht die ansich schneller wurden. vielleicht gehts dann auch mit SRAM 1:1 zufriedenstellend schnell nun
Könnte sein. Wer testet es?

ansonsten:
wenn man zügig fährt, hinten ne kassette mit 1-Zahn-Gangsprünge..
dann ist es wie im Formel-1 Wagen wenn man die Gänge mit kleinster Bewegung des Daumens (bisschen Druck auf Schalter wo der Daumen eh ständig rastet) hoch und runterschaltet...
also an das Schaltgefühl hab ich mich sehr gewöhnt und es genossen..
Eben. Wenn Rollerfahrer oder andere meinen sie brauchen das nicht - will ich ihnen das auch überhaupt nicht aufdrängen. Bitte dann in anderen Threads posten und uns hier in Ruhe über Technik diskutieren lassen.
Danke
 
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zum Funk:
Archer hab ich mal unterwegs - nach 3 Wochen Betrieb - funk verloren..
ging nicht mehr..
konnte - Handy mit - mit der App weiterfahren..
zuhause Batterien entfernt, wieder reingegeben..
und dann funktionierte es wieder problemlos (1 ganzes Jahr lang keine Funkaussetzer - 10.000(te?) Schaltvorgänge

bei den XShiftern hatte ich immer wieder mal den Fall (ich pendle täglich zweimal 11 bis 26km),
das Gefühlt dass ein Schaltvorgang "verschluckt" wurde
also hatte den Eindruck, dass die Funkverbindung nicht so stabil war..
also nicht ständig..
aber wenn man am Tag 2mal den Fall hat, dass man nochmal drücken muss fällt es auf
jetzt kein Dealbreaker aber es fällt halt auf

ansich ist die Distanz von Schalteinheit zur Motoreinheit bei mir am Liegerad geringer als bei einem UP, halbe Distanz nur
also daran sollte es auch nicht liegen
 
Kraeuterbutter

Kraeuterbutter

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paar Bilder:

das Rad ist im Moment - da Schaltauge gebrochen und Kette am Boden - in einem Winkel des Radraums verräumt:
IMG_20210120_121402.jpg


steht ganz hinten an der Wand

IMG_20210120_121214.jpg

deshalb gard keinen Zugriff...
Räder die Fahrbereit sind und wo ich ständig zugriff brauche, hab ich vorne stehen, so z.b. mein Trike, platzsparend
IMG_20210120_121521.jpg

deshalb schwierig jetzt Fotos bei gutem Licht zu machen..
auch ist das Liegerad noch recht dreckig von den letzten Regenfahrten

jedenfalls: so schaut das bei mir vorne aus:

Fujin Schaltung.JPG


das ist ein ich glaub 25Gramm Modellbauservo
irgendwas um 5kg Stellkraft glaub ich, wasserfest
hier die technischen Daten:
Savox - Servo - SW-0250MG - Digital - DC Motor - Waterproof - Metal Gear » Brushed Motor » Servos » SAVOX-SERVO.COM

unter Last schalten geht damit nicht wirklich - aber das mach ich sowieso nicht
sonst schaltet es sich aber butterweich damit, rauf wie runter

IMG_20210120_121017_1.jpg


Kugelköpfe hab ich verwendet, die vorhanden waren..
mit Kohlefaserrovings gesichert
die Rückstellfeder des Umwerfers hab ich mit einem Dremel einmal durchtrennt..
die Federn sitzen noch auf der Welle, aber halt durchtrennt, somit wirkungslos

IMG_20210120_121028.jpg


die Halterung ist aus Kohlefaser laminiert

(zuerst ein mit Frischhaltefolie umwickeltes Balsabrett-Dreieck reingeklemmt, dann Kohlefaser drüberlaminiert und dann wieder getrennt
die Halterung passt somit perfekt auf den Rahmen, arritiert sich von selbst..
ist nur mit 2 Kabelbindern gesichert, wiegt nix, ist wie Papier

IMG_20210120_121051.jpg



das schaut jetzt alles dreckig aus..
aber ich wasche mein Rad nur 1mal im Jahr (wenn überhaupt)
und es war halt bis zum Schaltaugen-Hoppala täglich bei jedem Wetter im Einsatz

ist halt ne richtige Fahrmaschine die mich bis zu 360km an einem Tag schon getragen hat
10,5kg "schwer"
kein Motor verbaut, noch nötig
 
Marc

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Jepp, der vordere Umwerfer ist super-easy mit einem Modellbauservo elektrifizierbar. Statt Deiner laminierten Halterung würden auch zwei Schlauchschellen aus dem Baumarkt ausreichen.
Aber hinten ist es halt nicht so einfach. Hier mal die Bilder von DiyShift, wo das Servo im Parallelogramm eines SRAM X5 verbaut wurde:

Diyshift/Parts
Diyshift/Detail
Diyshift/Top

Hätte ich eine Werkstatt zur Hand wo ich die Metallteile bearbeiten könnte, würde ich lieber das machen als einfach nur am Schaltzug zu ziehen.
 
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Kraeuterbutter schrieb am 10.4.2011 (also vor fast 10 Jahren)
AW: elektrische Schaltung

der Preis müsste ja auch ein Anreiz sein für Bastler sowas selbst zu bauen
zwei hochwertiges Brushless-SErvos mit viel Stellkraft kosten sagen wir zusammen 150 Euro
heute eher die Hälfte...

ein Arduino-Board bist für 100Euro dabei
20€ ohne Bluetooth, 35€ mit


Akku für 20 Euro
2S1P 18650 plus BMS 10€

und dann halt noch a bissal Klimbim wie Schalter, Kabel, Bastelmaterial um Servo mit Umwerfer und co zu "verheiraten"
jupp

also das sollte für deutlich unter 500Euro machbar sein
Nein, deutlich unter 200€. Für beide Umwerfer...
 
Kraeuterbutter

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ja, die Zeit schreitet voran..


nochwas ist mir eingefallen:
Xshifter hat nen riesen Design-Fehler:

es merkt sich NICHT die Gangposition!

wenn du das Rad parkst und das System sich dann ausschaltet, und
du es später wieder in Betrieb nimmt:

dann schaltet das System das Schaltwerk runter aufs kleinste Ritzel, entspannt also den Seilzug komplett
ich weiß nicht wie man bei einem kommerziellen Produkt so einen Fehler machen kann

gerade beim Anfahren - gerade mit Liegerad wo ich vorne ein 53er Kettenblatt oder im VM ein 70er habe -
ist es wichtig dass "nix kracht", weil der Umwerfer irgendwo steht wo die Kette nicht liegt
und schon gar nicht auf dem kleinsten, gleich "schwersten" Gang

sprich: man startet das Sytem, wartet kurz wärend Umwerfer aufs kleinste Ritzel fährt und drückt dann wieder so lange hoch bis es "ungefähr" passt und fährt dann vorsichtig los, weil vielleicht doch nicht das aktuelle Ritzel getroffen wurde und die Kette erst springen muss

also diesen Designfehler bitte nicht nachmachen ;)
 
Marc

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Erst Archer D1X, dann kam die XShifter (Weil mit 200 Euro in Aktion)
achja: bei beiden Schaltungen hab ich von SRAM 1:1 auf Shimano 1:2 System umgerüstet, weil so doppelt so schnelle Schaltzeiten möglich sind

D.h. Du hast einen alten 6-fach bis 9-fach Derailleur verbaut mit "rear shift ratio" 1,7.
Shimano hat ja bei 10-fach MTB - Road blieb bei 1,7 - das shift ratio umgestellt auf 1,2 (was zu nichts und niemand kompatibel ist), und dann ab 11-fach (MTB und Road) nochmal auf 1,1 - und das ist genau das was SRAM 1:1 nennt.

Mit 1,7 (1:2) gibt es bei SRAM Schaltungen mit 6 bis 9 Gängen (wie Shimano), und mit 1,1 (1:1) 7 bis 12 Gänge (Shimano nur 11 und 12). Da muss man aufpassen...

Hier ist eine Kompatibilitäts-Übersicht.
 
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Xshifter hat nen riesen Design-Fehler:
es merkt sich NICHT die Gangposition!
...
also diesen Designfehler bitte nicht nachmachen ;)

Das ist wahrscheinlich dem Aktuator geschuldet. Ich habe noch keinen zerlegten X-Shifter gesehen, aber vermute mal die haben einen billigen Motor mit einer Gewindespindel ausgerüstet, und mussten dann irgendwie feststellen wo genau die Spindel ist.
Schon 1978 hat Steve Wozniak exakt dieses Problem lösen müssen, als er selber einen Floppy-Controller für den Apple ][ entwickelte weil der Standard-Chip von Shugart zu teuer war. Seine Lösung war, einfach 35mal einen Track runterzufahren, danach ist man sicher auf Track 0.
Die bessere Lösung wäre gewesen einen Mikroschalter oder eine Lichtschranke vorzusehen was dem Controller signalisiert dass Track 0 erreicht ist und man nicht mehr weiter gegen den Anschlag rattern muss...

Bei einer Kettenschaltung ist es natürlich fatal, wenn man überhaupt die Position wechseln muss um in einen definierten Zustand beim Starten (Einschalten oder Akku-Wechsel) zu kommen.
Hör doch mal genau hin wenn Du den X-Shifter einschaltest - fährt der nur in Nullposition oder rattert er auch darüber hinaus?

Im Gegensatz zu 1978 haben moderne Controller Flash-Speicher und können sich somit Zustände merken auch wenn der Strom ausgeschaltet wird. Es wäre also kein Problem, Aktuator / Servo einfach in der Position zu belassen und beim Einschalten mit der gemerkten Gangstufe weiterzumachen ohne auf Nullposition zu fahren. Archer schafft das ja auch...
 
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Ich bin ja ursprünglich auf die Idee gekommen meine Schaltung zu elektrifizieren, weil die 3x8 Deore LX mittlerweile 18 Jahre alt ist und nicht mehr sauber schaltet. Habe letzten Mai Kette und Kassette erneuert und den Derailleur geputzt und gefettet, aber den Verschleiß bekommt man halt damit doch nicht ganz ausgemerzt. Und der Schalthebel dürfte auch ausgeleiert sein.

Mein Tretlager (4-Kant) habe ich gerade gegen ein neues getauscht (sogar mit Karbon), Kurbel und Blätter (22, 32, 42) sind noch prima, der vordere Umwerfer und Hebel wurde nicht viel benutzt (ich schalte zu 98% nur hinten) - eigentlich müssten nur Derailleur und rechter Schalthebel neu.

Habe mir überlegt die Schaltung upzugraden auf Deore XT, aber in 3x8 gibt es schon lange keine Neuteile mehr und bei eBay was gebrauchtes kaufen ist halt auch Katze im Sack - kann gutgehen, muss aber nicht. 9-fach gibt es genauso wenig neu, und 10-fach wird auch gerade überall rausgeworfen, nur noch Reste...
Klar, Kassetten und Ketten wird man noch lange bekommen, gibt es ja auch noch für 8-fach neu - aber alles andere halt nicht mehr.

Und eigentlich will ich auch gar nicht mehr in veraltete Technik investieren. Nur ist halt ein modernes 11-fach oder 12-fach Schaltwerk (rear shift ratio 1,1) nicht mit dem 8-fach Schalthebel (1,7) kompatibel. Da gäbe es zwar die Möglichkeit, mit Kettenglück 5.0 den Hebelarm so zu verlängern dass der Faktor passt, aber wie Erwin schreibt wird das nicht sauber in allen Gängen funktionieren. Schade...

Deswegen eben die Idee, ein aktuelles Schaltwerk elektr(on)isch mit meinen 3x8-Komponenten zu kombinieren. Sollte ich irgendwann auf x10 oder mehr umsteigen wollen, könnte ich Schaltwerk und Elektronik einfach umprogrammieren und weiterbenutzen.

Arduino Nano via Bluetooth mit iPhone.app koppeln wollte ich eh schon immer mal machen. Aber ich bin eher der Softwerker, für Hardware bräuchte ich Unterstützung. Deswegen suche ich mit diesem Thread nach Leuten die mitmachen würden, ähnlich wie beim Forumscontroller.

Wenn ich hier alleine bleibe, lasse ich das. Stattdessen würde ich entweder versuchen noch ein gutes 1:2 (1,7) 9-fach Schaltwerk zu bekommen, und meinen 8-fach Hebel mal zerlegen, reinigen und fetten und evtl. auf SRAM Grip-Shift (1:2) umsteigen wenn das nichts bringt.

Oder aber ich wechsele auf 1x12: Die SRAM NX Eagle Kassette (11..50) sollte auf meinen Shimano HG Freilauf passen, Schaltwerk GX Eagle, Schalthebel entweder X01 Eagle oder sogar Deore XT.
Von meiner jetzigen Kurbel schraube ich die drei Kettenblätter ab und montiere statt dessen ein ovales von absoluteBLACK.
 
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Eventuell wäre das etwas als Stellantrieb , leider ohne Possitionsrückmeldung fährt von Anschlag zu Anschlag und wieder zurück , müsste man nachrüsten . Spannung 12 Volt DC
https://pics.rotek.at/zspgen/zspgen...157_01_ebay_automatic_2018-10-25_17-19-25.jpg
eBay-Artikelnummer: 121423188007
Absteller Abstellmotor Solenoid Stopmagnet Magnetventil 12V ETS Stellmotor | eBay

Hmm. Hub 40mm reicht. Stellzeit 1,66sec für 40mm reicht auch, wäre bei 8fach knapp über 0,2 sec pro Gang. Kraft 100N ist zuwenig. Das müsste doppelt soviel sein. 385g Gewicht ist eindeutig zuviel für sowenig Kraft...
Archer Components D1x wiegt 193g incl. Akkus, und zieht mit doppelt soviel Kraft.
12 V heißt mind. 3, besser 4 Akkuzellen (4s1p) - ich würde lieber mit 2s1p auskommen, d.h. max 8,4V min 6,0V. Der Antrieb sollte auch mit 6V (also fast leerem Akku) noch funktionieren wenn man mit sehr wenig Kraft tritt, darf dann halt gerne etwas länger brauchen für den Gangwechsel.

Fazit: zu schwer, zu schwach, erforderliche Spannung zu hoch.
 
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Phase 2: Technikdiskussion

Noch ein Vorteil von linearen Aktuatoren: es gibt sie in lang, dafür schmal und niedrig. D.h. man kann solche Aktuatoren unter der rechten Kettenstrebe montieren (wo auch D1x und X-Shifter montiert werden) und somit den Schaltzug sehr kurz halten (20cm oder kürzer).

Ein Servo samt benötigter Mechanik um die Drehbewegung des Motors in eine lineare Bewegung zu wandeln (z.B. eine Scheibe mit Rille wo der Zug aufgewickelt wird, ähnlich einem Motorrad-Gasgriff) ist eher kompakt als lang, passt also schlecht unter die Kettenstrebe.

Zur erforderlichen Kraft habe ich in einem anderen Forum was gelesen: Wenn man ein Modellbau-Servo einsetzt und eine Zugfeder dazu gibt die mit annähernd derselben Kraft am Schaltzug zieht wie das Schaltwerk selber, gleichen sich diese Federkräfte aus. Das Servo muss nur noch die Kräfte der Kette und die Reibung des Systems überwinden, aber nicht mehr gegen die Schaltwerkfeder arbeiten. Vor allem muss es keine dauernde Rückstellkraft mehr gegenhalten, was ja zu erhöhtem Stromverbrauch und Verschleiß führt. Man kann also ein kleineres und schwächeres, dafür qualitativ hochwertigeres (Metallgetriebe statt Kunststoff) Servo verbauen.
D.h. man hätte die Vorteile eines im Schaltwerk eingebauten Servos (klein, günstig, Positionsbestimmung bereits im Servo) ohne die Nachteile (mechanische Bearbeitung des Schaltwerks, kein Rückbau möglich).

Wenn ich nicht bald einen bezahlbaren linearen Aktuator mit Schrittmotor finde, werde ich wohl ein Servo mit zusätzlicher Zugfeder verwenden.
 
Thema:

Projekt Elektr(on)ische (Ketten-)Schaltung

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