Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Diskutiere Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps im S-Pedelecs und anderes mit E-Motor Forum im Bereich Diskussionen; Nachdem ich schon einige Tage im Web recherchiert und in diesem Forum mitgelesen habe, möchte ich Euch um Eure Hilfe bei der Planung eines...
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Nachdem ich schon einige Tage im Web recherchiert und in diesem Forum mitgelesen habe, möchte ich Euch um Eure Hilfe bei der Planung eines S-Pedelecs bitten.

Ich bin absolut unerfahren in Sachen Elektroantriebe, habe aber ein wenig handwerkliches Geschick und denke, dass ich einen Umbau meines bestehenden Rades bewerkstelligen könnte.

Vielleicht erst einmal ein paar Worte zum Ziel des Umbaus: Meinen nahezu flachen Arbeitsweg mit einer einzigen kurzen, dafür deftigen Steigung (erster Gang, Schrittgeschwindigkeit) zurücklegen.

Die Streckenlänge beträgt 27 Km, eine Akkuladung sollte wenn möglich auch noch für den Rückweg reichen. Angepeilte Geschwindigkeit mit Tretunterstützung sollte so um die 40 Km/h sein, falls möglich gerne auch ein wenig mehr. Bis jetzt fahre ich den Weg ohne Unterstützung mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 24 Km/h auf meinem selbst gebauten Tourenrad.

Ein paar Worte zum Rad: Ich habe einen Velotraum Stahlrahmen mit Starrgabel ebenfalls aus Stahl und eine 3x8 Alfine Nabenschaltung mit 3-Fach Wechsler vorne. Derzeit fahre ich 50er Big Apple 26' Reifen. Da ich möglichst wenig am Rad ändern möchte, tendiere ich zu einem Motor in der Vorderradnabe.

Meine Wenigkeit wiegt 95Kg und ich würde mich als sportlichen Freizeitfahrer bezeichnen.

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand würde wohl ein NC205 mit 48V (oder mehr?) eine Lösung für mein Problem darstellen.

Dennoch habe ich da noch etliche Fragen im Kopf, bei denen ihr mir sicher weiterhelfen könnt:

1) Zulassung in der Schweiz
Leider habe ich hierzu sehr wenige Informationen gefunden. Einzig in diesem Beitrag (https://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=16917&postcount=9) wird erwähnt, dass das in der Schweiz deutlich einfacher sein soll als in Deutschland. Hat da jemand Erfahrungen? Ich denke mit der Zulassung steht und fällt das ganze Projekt.

2) Wahl der Komponenten
Ich bin für jeden Tipp bezüglich der Komponenten inkl. Motor dankbar. Ich kenne mich einfach noch zu wenig in der Materie aus.

3) Schalt- und Gashebel
Da ich im Moment meine Alfine mit einem Drehschaltgriff rechts betreibe, wird die Montage eines Gashebels wohl mühsam werden. Entweder stelle ich meine Alfine auf einen Rapidfire-Hebel um und habe so Platz für einen Gasdrehgriff oder ich montiere einen Daumenhebel. Hat jemand Erfahrungen diesbezüglich gemacht?

4) Umbau auf Bergtauglichkeit
Irgendwo im Forum habe ich gelesen, dass es den 205er als Speed- und als Bergversion geben soll. Es wäre gut möglich dass sich in den nächsten 6 Monaten mein Arbeitsweg grundlegend verändert und ich dann einen sehr steilen Arbeitsweg zurücklegen muss. Ist es unter diesen Umständen überhaupt sinnvoll ein S-Pedelec zu bauen und kann ich dieses später mit einem anderen Motor/Controller/Akku/was-weiss-ich bergtauglicher machen?

5) Wo kaufen?
Bin an Angeboten und Hinweisen interessiert. Würde gerne einen kompletten Umbausatz mit hochwertigen Komponenten kaufen statt mir jede Schraube einzeln zusammen zu suchen. Wer exportiert in die Schweiz? Wer liefert zumindest nach Deutschland zu meinen Verwandten?

6) Fallback?
Wenn alle Stricke reissen (Zulassung, usw). Wäre dann ein Bionx 500 HS Umbausatz eine Lösung für mich? Oder so etwas wie ein Dolphin izip Express?

Vielen Dank schon einmal im Voraus für Eure Antworten.
 
Nader

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Alles ist machtbar, was aber nicht machtbar bzw. sehr schwierig realisierbar ist, ist die Einzelzulassung für ein selbstgebautes S-Pedelec zu bekommen. Wenn du dieses Problem gelöst hast, dann kannst du über die Technik nachdenken.

Für Schweiz wäre Bionx-500HS die bessere Alternative! ;)
 
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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Danke für Deinen Beitrag. Klar, die rechtliche Sache muss zuerst geklärt werden, das sehe ich auch so. Bis jetzt hatte ich hier im Forum den Eindruck, dass die Zulassung vor allem in Deutschland problematisch ist. Ich denke, ich werde einfach mal beim Strassenverkehrsamt nachfragen müssen.

Bionx ist für mich schon deswegen zweite Wahl, weil ich eigentlich meine Hinterrad-Nabenschaltung nicht hergeben möchte und zudem der Basteltrieb mit einem derart geschlossenen System nicht ausreichend befriedigt wird. Mal sehen, vielleicht gibt es ja weitere Alternativen, falls ich keine Zulassung bekomme.
 
Nader

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Bis jetzt hatte ich hier im Forum den Eindruck, dass die Zulassung vor allem in Deutschland problematisch ist...
also wenn die Zulassung in Schweiz nicht zu problematisch wäre wie hier in Deutschland, dann würde ich ein Selbstbau S-Pedelec bevorzugen!

Alternativen dafür gibt es viele, als alle erste käme der Puma in Frage, schon mit 36V fährt der über 40km/h. Oder einen VR-Bafang oder VR-elfKW nehmen und die außerhalb deren Spezifikationsbereich betreiben (also mehr Volt) und evtl. selber sportlich mittreten, damit wäre man auch schnell unterwegs .
 
didi28

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Der Puma fährt sich fast wie ein Moped, auch steil bergauf muss man mit einem entsprechendem Power-Regler und Akkus, die richtig Dampf liefern, kaum mittreten.

Für einen S-Pedelec-Eigenbau würde ich nur den Puma nehmen. Der ist für die höheren Geschwindigkeiten und Spannungen auch ausgelegt.

Mit 48V fährt unterstützt der bis über 50 km/h ... da kannst Du auch den BionX 500 HS vergessen.

Angeblich gibt es ja keine Geschwindigkeitsbegrenzung für schnelle Pedelecs in der Schweiz:

http://www.extraenergy.org/main.php?language=de&category=information&id=755

In der Schweiz gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung für Pedelecs. Sie brauchen lediglich eine Typenprüfung und ein Versicherungskennzeichen.
Das Erfordernis einen Typenprüfung klingt jedoch ähnlich teuer wie in Deutschland ...
 
Hey

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Ich habe zwar noch nicht beim Strassenverkehrsamt nachgefragt, aber der Verdacht erhärtet sich, dass der Aufwand für eine Zulassung eines Eigenbaus auch in der Schweiz relativ hoch ist. Ich habe inzwischen gesehen, dass sich der oben von mir zitierte Beitrag von halohase (https://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=16917&postcount=9) nur auf den BionX 500 bezieht.

Bei BionX selber gibt es ein Formular (http://www.bionx.ch/image/BionX/News/Genehmigung.pdf), auf dem man unterschreiben muss, dass das Fahrrad der Typenprüfung entspricht. Es sieht also so aus, als ob BionX eine Typenprüfung gemacht hätte und man in der Schweiz per Unterschrift bestätigen muss, dass das eigene Fahrrad in den wesentlichen Merkmalen (z.B. Bremsanlage) mit dem typengeprüften Fahrzeugs übereinstimmt. Lustigerweise scheinen nur V-Brakes und hyd. Scheibenbremsen zulässig zu sein. Ich hätte gerne eine Magura-Felgenbremse verbaut. Die zieht sicher besser als meine jetzigen Deore-Brakes.

Ich werde den 500 HS Antrieb am Wochenende bei Velociped.ch Probe fahren. Da die Jungs relativ fit sind werde ich dort mal nachfragen, wie es um die Zulassung von "Bastelsystemen" in der Schweiz steht.
 
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Christian

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Bei BionX selber gibt es ein Formular (http://www.bionx.ch/image/BionX/News/Genehmigung.pdf), auf dem man unterschreiben muss, dass das Fahrrad der Typenprüfung entspricht. Es sieht also so aus, als ob BionX eine Typenprüfung gemacht hätte und man in der Schweiz per Unterschrift bestätigen muss, dass das eigene Fahrrad in den wesentlichen Merkmalen (z.B. Bremsanlage) mit dem typengeprüften Fahrzeugs übereinstimmt.
Danke für den Hinweis. Das Formular selbst schreibt ja so gut wie nichts vor. Sollte die Zulassung eines S-Pedelec (mit BionX 500 HS) in der Schweiz wirklich so einfach sein? Berichte mal bitte, falls Du mehr über dieses Verfahren herausfindest.

Gruß,

Christian
 
didi28

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Ich kann es kaum glauben. Dadurch wären mit dem BionX 500 HS 45 km/h (oder sogar mehr ?) praktisch mit jedem Baumarkt-Fahrrad mit V-Bremse legal möglich.

Sind die Behörden der Schweiz jetzt alle zu Easy-Rider-Fans geworden ;) ?
 
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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Wenn ich schon keinen Bastelsatz genehmigt kriege, dann will ich wenigstens einen BionX 500 HS an mein bestehendes Fahrrad schrauben dürfen. Schon recht so, dass wir hier in der Schweiz nicht so strenge S-Pedelec-Regelungen haben :)

Da ich mein Hauptrad behalten möchte wie es ist, wird wahrscheinlich mein Zweit- und Gästerad mit dem BionX aufgebaut. Das ist zwar kein Baumarkt-Rad, aber bis auf den Aarios Stahlrahmen sind die verbauten Komponenten nicht gerade mustergültig. Ich werde dann das Billigzeug wohl nach und nach ersetzen müssen, weil im Dauerbetrieb sicher immer mal wieder was kaputtgehen wird.
 
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Titanix

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Ich habe gerade ein alter Titanrahmen wieder aufgebaut und dort alte Magura-Hydraulik-Felgenbremsen montiert. Das war nun für die Einlösung für den BionX 500 HS kein Problem. Ich habe einfach V-Brake angekreuzt und die eine Ergänzung gemacht "Hydr. Magura-Bremsen". In der Zwischenzeit habe ich mit dem Code 3773 die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h geändert und die Gasgriff-Unterstützung (Code 3775) ebenfalls, obwohl zu meiner Überraschung das noch hätte weiter hinauf geschraubt werden können. Die Startgeschwinigkeit habe ich von 3 Km/h auf 2 Km/h hinuntergefahren, was das Ansprechverhalten bereits deutlich verbesserte. Das Ding geht nun ab wie ein Zäpfchen. Der Gasgriff ist so einfach ein Ergänzung, vorallem wenn du zwischendurch die Beine hängen lässt, drückst du drauf und das System gibt dann ordentlich Gas. Ich bin mir sicher, dass du mit dem BionX 500 HS zufrieden sein wirst.
 
Hey

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Danke für Deinen Erfahrungsbericht Titanix. Da Du offenbar so ein Velo gebaut hast, erlaube ich mir gleich noch ein paar Fragen zu stellen.

- Wie ist denn das eigentlich mit der Höchstgeschwindigkeit bei Gefälle? Bremst Dein Motor bei mehr als 50 Km/h?

- Wie wirkt sich der Direktantrieb beim Bergfahren aus? Welche Steigungen kann man mit dem 500er noch machen ohne zu viel an Geschwindigkeit einzubüssen und ohne den Akku leerzusaugen? In diesem Punkt haben ja die S-Pedelecs von Flyer und der Velocity Dolphin einen systembedingten Vorteil. Merkt man den Unterschied in der Praxis?

- Wie sieht eigentlich dieser Gashebel aus? Ich frage deshalb weil ich nicht auf meine schönen Ergo-Handgriffe verzichten möchte. Ist das so ein Griff wie bei einem Moped oder so ein halbierter Griff wie bei einer Grip-Shift Schaltung?

- Was macht eigentlich dieser Gasgriff bei Geschwindigkeiten über 20 km/h? Übersteuert er vollständig die Pedalkraftmessung oder wird damit nur die Unterstützungsstufe erhöht wie mit den Knöpfen an der Steuerkonsole? Oder wirkt der Hebel nur bis 20 Km/h (also in deinem Fall wohl bis 50 :))

- Wie sieht es mit der Kettenschaltung aus? Ich habe mal ausgerechnet, dass ich bei einem 13er Ritzel hinten ja schon fast ein Kettenblatt mit 60 Zähnen brauche, um die 45 km/h mit meiner Trittfrequenz zu erreichen. Oder ist diese Geschwindigkeit sowieso nur unter Laborbedingungen zu erreichen?
 
Omnium

Omnium

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Hallo an alle.
Bin auch neu im Forum und aus der Schweiz. Mein Umbausatz ist auch auf dem Weg.

Habe folgendes gefunden. Geltend für die Schweiz!

Definition
- Motorfahrräder sind gemäss Artikel 18 Buchstabe b der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen
Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) einplätzige Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit
von nicht mehr als 30 km/h in eingefahrenem Zustand auf ebener Strasse und einem Hubraum von höchstens
50 cm3 bei Verbrennungsmotoren.
- Leichtmotorfahrräder ist eine Unterkategorie der Motorfahrräder. Leichtmotorfahrräder sind einplätzige, einspurige
Fahrzeuge mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h und einer maximalen Nennleistung von 0,25 kW
(Art. 18 Bst. a VTS).
Der Begriff „Tretunterstützung“ bedeutet, dass der Elektromotor nur wirksam ist, solange getreten wird. Fahrzeuge,
bei denen ein rein elektromotorischer Betrieb möglich ist oder die über keine Pedale verfügen, gelten demnach
nicht als Leichtmofas.
Es gelten folgende Erleichterungen:
⇒ Sie sind von der Typengenehmigung ausgenommen (Anh. 1 Ziff. 1 TGV). Die massgebenden Vorschriften
müssen aber eingehalten sein (z.B. auf NEV1)
⇒ Ein Führerausweis ist nicht erforderlich (Art. 5 Abs. 2d VZV), ausgenommen für 14 bis 16-jährige Personen
(Art. 6 Abs. 1b VZV)
⇒ Sie benötigen weder Fahrzeugausweise noch Kontrollschilder (Art. 72 VZV), eine Velovignette genügt
(Art. 37 VVV)
- Fahrräder, die zusätzlich mit Elektromotor und Batterie ausgerüstet sind, gelten definitionsgemäss als Motorfahrräder.
Die Bau- und Ausrüstungsvorschriften für Motorfahrräder sind damit anwendbar. Zusätzlich unterstehen
sie den Vorschriften gemäss Artikel 51 VTS.
Motorfahrräder mit Elektro- oder Verbrennungsmotor
Seit dem 15. Oktober 2000 gelten in der Schweiz neue Vorschriften betreffend Zulassung von Motorfahrrädern. Diese
ermöglichen unter gewissen Voraussetzungen „Trottinetts“ als Motorfahrräder für den Strassenverkehr zuzulassen.
Ausrüstung Bemerkungen
Verbrennungsmotor
(> 30 km/h)
Diese Fahrzeuge müssen als Kleinmotorräder oder als Motorräder zum Strassenverkehr zugelassen
werden. Sie müssen sämtliche Vorschriften für die entsprechende Fahrzeugkategorie
erfüllen (z.B. Abgas, Lärm, Bremsen, Beleuchtung usw.). Kleinmotorräder nach schweizerischem
Recht sind zwei- oder dreirädrige Motorfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit
von nicht mehr als 45 km/h und einem Hubraum von höchstens 50 cm3 bei Verbrennungsmotoren.
Helmtragpflicht ist obligatorisch.
Verbrennungsmotor
(≤ 30 km/h)
(⇒ kein Trottinet möglich)
Diese Fahrzeuge müssen als Motorfahrräder nach Art. 18 Bst. b VTS zum Strassenverkehr
zugelassen werden (Erläuterungen siehe oben)
Helmtragpflicht ist obligatorisch.
Elektromotor
(≤ 30 km/h)
(⇒ kein Trottinet möglich)
Fahrzeuge mit Elektromotor können als Motorfahrrad zugelassen werden, wenn ihre Höchstgeschwindigkeit
30 km/h nicht übersteigt und sie in allen Punkten den Vorschriften über Motorfahrräder
entsprechen. Sie müssen u.a. Pedalantriebe, eine zentrale Abstellstütze und einen
Führersitz aufweisen. Die Dauerleistung des Elektromotors darf höchstens 0,9 kW betragen
(es gelten zusätzlich die Anforderungen von Art. 51 VTS).
Helmtragpflicht ist obligatorisch.
Elektromotor
(< 20 km/h)
Für Motorfahrräder mit elektrischem Antrieb, einer Dauerleistung von höchstens 0,50 kW und
einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 20 km/h im reinen Elektrobetrieb gelten gewisse
Erleichterungen.

Für mich bedeutet das ohne eine spezielle Zulassung für mein Pedelec, kein "Gasgriff", max 250 Watt und max 25 Kmh beim mittreten. Ohne zu treten = keine Unterstützung.
 
T

Titanix

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Danke für Deinen Erfahrungsbericht Titanix. Da Du offenbar so ein Velo gebaut hast, erlaube ich mir gleich noch ein paar Fragen zu stellen.

- Wie ist denn das eigentlich mit der Höchstgeschwindigkeit bei Gefälle? Bremst Dein Motor bei mehr als 50 Km/h?

- Wie wirkt sich der Direktantrieb beim Bergfahren aus? Welche Steigungen kann man mit dem 500er noch machen ohne zu viel an Geschwindigkeit einzubüssen und ohne den Akku leerzusaugen? In diesem Punkt haben ja die S-Pedelecs von Flyer und der Velocity Dolphin einen systembedingten Vorteil. Merkt man den Unterschied in der Praxis?

- Wie sieht eigentlich dieser Gashebel aus? Ich frage deshalb weil ich nicht auf meine schönen Ergo-Handgriffe verzichten möchte. Ist das so ein Griff wie bei einem Moped oder so ein halbierter Griff wie bei einer Grip-Shift Schaltung?

- Was macht eigentlich dieser Gasgriff bei Geschwindigkeiten über 20 km/h? Übersteuert er vollständig die Pedalkraftmessung oder wird damit nur die Unterstützungsstufe erhöht wie mit den Knöpfen an der Steuerkonsole? Oder wirkt der Hebel nur bis 20 Km/h (also in deinem Fall wohl bis 50 :))

- Wie sieht es mit der Kettenschaltung aus? Ich habe mal ausgerechnet, dass ich bei einem 13er Ritzel hinten ja schon fast ein Kettenblatt mit 60 Zähnen brauche, um die 45 km/h mit meiner Trittfrequenz zu erreichen. Oder ist diese Geschwindigkeit sowieso nur unter Laborbedingungen zu erreichen?
Uih, viele Fragen:

- Nein, der Motor unterstüzt einfach bis 50 Km/h, dann kommt einfach keine Unterstützung mehr. Aber bei Abfahrten stelle ich das System sowieso auf Stufe 2 der Rekuperation. Dann bremst das System.

- In der Steigung fällt das Tempo schon zusammen, aber du lässt Rennradfahrer locker stehen und auch die Flyer's. Bei mir geht es am Schluss ordentlich hoch, so dass natürlich entsprechend zurückgeschaltet werden muss. Auffallend, wenn du vorne herunter schaltest, kommt das Ding gleich wieder mehr Kraft. Mit Stufe 4 und voll Druck saugt es aber schon ordentlich den Akku leer. Mein Arbeitsweg ist knapp drei Kilometer. Bin jetzt aber die ganze Woche damit zur Arbeit gefahren.

- An der Schaltzentrale ist einfach noch ein Hebel, den man drücken kann. Also nichts dergleichen wie ein Drehgriff. Ich habe zu den zwei Schalthebeln gewissermassen noch ein dritter Hebel. Also musst du auf keinen Fall auf deine Ergogriffe verzichten. Die Grundeinstellung ist so, dass das System beim Treten bis 25 km/h unterstützt und wenn du darüber Unterstützung willst, muss du den Gashebel drücken. Jetzt ist es einfach so, dass wenn ich zum Beispeil beim Treten nachlasse, kann ich mir damit gleich wieder Schub holen. Oder wenn ich nicht trete, kann ich über den Gashebel Schub holen. Ist echt witzig. Mein Nachbar hat ein Flyer. Der ist deswegen beim Probefahren fast ausgeflippt. Wenn ich von einer Abfahrt in die Fläche komme, drücke ich beim Nachlassen des Tempos oft auf den Gashebel ohne zu treten. Das sieht dann so aus, als ob dein Fahrrad auf der Fläche dann gar nicht langsamer wird :D.

- Die Kettenschaltung ist echt ein Problem. Als Rennradfahrer bin ich mich aber eine hohe Kadenz zu treten gewohnt. Mit der 50 (vorne) X 13 (hinten) Übersetzung am Rennrad fahre ich in einer Abfahrt locker über 50 km/h. Aber es ist tatsächlich so, dass du auf der Fläche mit einem 48 x 13 Übersetzung (übliches MTB) kaum damit mit 50 Km/h unterwegs bist. Aber den 8-fach-Kranz gibt es meines Wissens mit einem 11er-Ritzel. Dann geht es. Ich bin da aber auch noch am Überlegen, was ich tun soll. Habe mir auch schon Gedanken gemacht, ob ich vorne von einem Rennrad die 53/39iger Kettenblatt-Version montieren soll. Da würde die Post ordentlich los gehen.

Wichtig: Geh das Ding bei einem Fachhändler testen. Und vielleicht stellt er dir als Ausnahme auch den Code 3773 sowie den Gashebel-Code 3775 auf 50 km/h. Dann wirst du es sehen. Von der Schubkraft her ist das Ding schon Klasse. Und wenn du bereits ein Fahrrad hast, auf dem es dir wohl ist, warum nicht dieser Umbau?

Ich hoffe, mal vorerst zu dienen.
 
Hey

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AW: Plane ein S-Pedelec Umbau für die Schweiz und suche Tipps

Danke Titanix für deine ausführlichen Schilderungen. Ich bin das System am Wochenende Probe gefahren und habe mir gestern gleich einen 500 HS bestellt.

Den Gashebel und die Unterstützung habe ich auf der Probefahrt dank der Codeliste aus dem Wiki schnell umprogrammiert :)

Das Testrad hatte eine maximale Übersetzung von 48:13. Das ist definitiv zu wenig. Ich habe mir nun einen 11er Schraubkranz bestellt. Allerdings bin ich sehr gespannt, wie haltbar der 11er Ritzel sein wird, wenn ich die meiste Zeit auf so einem kleinen Ritzel fahre. Ich werde mir wohl gleich noch ein paar weitere Schraubkränze auf Lager legen.

Im Moment habe ich vorne noch eine 48er Kurbel weil mein Händler meinte, für MTB-Kurbeln gäbe es keine grösseren Kettenblätter und ich müsste sonst komplett auf Rennrad-Kurbeln umsteigen. Als Alternative habe ich auch noch ein Schlumpf Speed-Drive im Hinterkopf, allerdings wird das wieder ein teurer Spass und ich bin vom Schaltprinzip mit der Ferse nicht so überzeugt.

Mein Rad hat eine 7-fach Schaltung und das wird auch so bleiben. Bei der Probefahrt habe ich gemerkt, dass viele Gänge und kleine Gangsprünge bei so einem starken Motor eher nerven. Beim Anfahren aus dem Stand musste ich nur 3-4x schalten um auf Höchstgeschwindigkeit zu kommen. Da stört gerade bei einer Kettenschaltung jeder zusätzlich vorhandene Gang.

Probleme gibt es nun noch mit der Beleuchtung. Eigentlich wollte ich den zusätzlichen Lichtanschluss am Akku haben. Leider ist der derzeit in der Schweiz schlecht lieferbar und mein Händler meinte, man müsse ein Loch in den (zugegeben optionalen) Neoprenüberzug schneiden oder brennen.

Ich bin nun am Überlegen ob ich noch ein neues Vorderrad mit SON-Nabendynamo einbauen soll. Zwei Dinge halten mich aber (noch) davon ab. Einerseits kostet das gleich noch eine Stange Geld und ein Laufrad ist ja bereits vorhanden. Zweitens finde ich so eine Konstruktion vom Wirkungsgrad her ziemlich schwachsinnig. Schliesslich wandle ich elektrische Energie in Bewegungsenergie dann wieder in elektrische Energie und zum Schluss noch in Licht um :-(.
 
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Titanix

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Hallo Hey, dann wünsche ich dir viel Spass mit dem BionX. Der 11er wird schon halten, da sehe ich keine Probleme. Das mit dem Licht habe ich mir noch gar nicht überlegt. Da muss ich noch über die Bücher. Ich habe noch so Ansteckpfunzeln. Die sind ja dann nicht gerade das gelbe vom Ei. An einer intelligenten Lösung bin ich schon auch interessiert.
Gruss, Titanix
 
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