Pendix Nachrüstsatz am Lastenrad

Diskutiere Pendix Nachrüstsatz am Lastenrad im Umbau-Pedelecs Forum im Bereich Diskussionen; Es hat ja schon Berichte zum Pendix-Nachbausatz gegeben, soweit ersichtlich aber nur zu "normalen" Rädern oder MTBs. Daher hier zur...
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DasWusel

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Es hat ja schon Berichte zum Pendix-Nachbausatz gegeben, soweit ersichtlich aber nur zu "normalen" Rädern oder MTBs. Daher hier zur Heavy-Duty-Fraktion.

Ich benutze den Pendix Nachbausatz an einem Lasten-, genauer gesagt Zustellfahrrad VSC Bikes AN01. Obgleich ein Nachbausatz, wird dieser bereits vom Hersteller (der jetzt von Pendix übernommen wurde) angebracht. Ansonsten handelt es sich um normale Komponenten: Shimano Nexus 7-Gang-Nabenschaltung mit Rücktrittbremse, übliche Kette, Kettenblatt, Ritzel, vorne eine 70 mm Trommelbremse nebst Nabendynamo. Das Rad ist einschließlich Motor und Akku ca. 45 kg schwer, das maximale Gesamtgewicht beträgt 210 kg.
Der Einbau kann nur vom Fachhändler vorgenommen werden. Das ist nicht nur eine Empfehlung, das wird durchgesetzt: Pendix liefert nicht an Endverbraucher. Das spielt hier aufgrund der Anbringung schon beim Hersteller allerdings keine Rolle.
Der Pendix Antrieb ist schon beschrieben worden. Daher hier in aller Kürze. Zuerst die Vorzüge:
Das Design verdient eine "1". Es kommt ohne das übliche Mäusekino nebst Infotainment (Strecke, Geschwindigkeit, Ladestatus, Fettverbrennung, Knieverschleiß, Steuerersparnis etc.) aus: der Leuchtring am wie eine AA-Batterie in Übergröße designten Akku zeigt – recht grob gerastert – den Ladestatus an. That's it. Wer mehr Informationen braucht, kann auf die Pendix App zurückgreifen, die weitere Details auf dem Smartphone anzeigt. Eine Rekuperation (Stromeinspeisung bei Gefälle oder Ausrollen) ist nicht möglich. Es gibt drei Fahrstellungen: „eco“, „smart“ und „sport“. Die Reichweite liegt – je nach Beladung – bei Nutzung der Stellung „smart“ ca. 40 bis 50 km. Für den Winter ist eine Neoprenhülle für den Akku erhältlich, bei deren Nutzung der Ladezustand weiter abgelesen werden kann.
Der unauffällige (nur eine Scheibe am Tretlager) Motor verrichtet vollkommen geräuschlos seinen Dienst. Die Kraftentfaltung ist beachtlich: schon in der Stellung „smart“ erfährt man erheblichen Vortrieb, die Stellung „sport“ braucht man – jedenfalls im Flachland – selten.
Und da fangen die Probleme an: die weiteren Komponenten müssen für diese Kräfte gebaut sein, und zumindest beim von mir genutzten Rad sind sie es nicht. Es ist mir gelungen, binnen zweier Jahre (rund 10.000 km) bei normaler Nutzung ohne besondere Stunt-Einlagen oder sonstige Brutalität vier 7-Gang-Rücktrittsnaben, ein Kettenblatt, ein Ritzel und eine Kette kaputt zu kriegen (Bruch bzw. Riss), dazu eine gebrochene Vorderradfelge, diverse Speichenbrüche, und eine verschlissene Trommelbremse nebst Bremszug.
Unabhängig von vermehrtem Bruch erhöht sich der Wartungsaufwand: die Kette längt sich sehr schnell mit der Folge, dass binnen deutlich kürzerer Zeitabstände die Kettenspannung kontrolliert und ggf. korrigiert werden muss, will man kein Abspringen riskieren. Kommt es dazu, ist aufgrund der üblichen Enge zwischen Nabe und Rahmen bzw. Kettenschutz das Wiederauflegen oft mit erheblicher Fummelei verbunden und ohne Werkzeug kaum möglich. Eine Kettenspannrolle sollte angesichts des Gesamtpreises nicht zuviel verlangt sein (Ganz am Rande: auch sonst ist VSC recht knickerig: das Rad wird mit den billigsten Prophete Scheinwerfern ohne Standlichtfunktion und serienmäßig ohne Reifen mit Pannenschutz ausgerüstet). Auch sonst muss vor allem die Spannung der Speichen engmaschig kontrolliert werden: haben sie sich einmal auch nur leicht gelockert, halten sie nur noch wenige Tage.
Das alles muss nicht unbedingt ein Fehler des Pendix-Systems selst sein. Natürlich spielen auch die Benutzung als Zustellfahrrad auf dem Land (schlechte Wege) mit vielen Stopps (alle 10 bis 50 m) eine Rolle wie auch die Einladung zum Überladen des Fahrrades (selbst ca. 50 kg Übergewicht ändern wenig am Vortrieb). Gleichwohl sollte sich jeder der Tatsache bewusst sein, dass ein Mittelmotor ohne weitere Untersetzung sehr am Antriebsstrang reißt und zudem ein für für ein voll beladenes (wir reden über eine Verdoppelung der üblichen Last) Fahrrad hohes Tempo erlaubt. Beides bedeutet erheblichen Stress für die Bauteile; ganz offensichtlich hat der Hersteller des Zustellfahrrades dies nicht hinreichend berücksichtigt.
Das Problem des nachlaufenden Motors ist schon von verschiedenen Testern besprochen worden. Zumindest ich empfinde es als sehr störend, zumal es fast eine halbe Umdrehung ausmacht. Das sind im großen Gang immer noch ca. vier Meter und können damit den Unterschied zwischen Schrecken und Notaufnahme ausmachen, zumal das voll beladene Bike ohnedies schwer genug zu bremsen ist.
Anders als in Tests behauptet, ist das Fahrrad ohne Motorunterstützung nicht zu fahren: die Bremswirkung des Motors ist erheblich; ist das Rad auch noch beladen, bekommt man es kaum vom Fleck. Hinzu kommt, dass bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h der Motor sofort stromlos wird mit der Folge, dass übergangslos ein erheblicher Tretwiderstand spürbar wird.
Der letzte Punkt mag zunächst nur eine Frage der Ästhetik sein, könnte aber Probleme für die Zukunft bergen: während die Außenseite des Motors eine glatte Scheibe und damit leicht zu reinigen ist, befinden sich auf der Innenseite Belüftungsöffnungen, in denen sich nach kurzer Zeit Schlamm, Sand, Staub, Grassamen etc. ansammeln, aber kaum wieder zu entfernen sind, sodass die Öffnungen bzw. die Lamellen mittlerweile porentief verdreckt sind.
Zusammenfassung: jenseits der unterschiedlichen Beurteilung von Nachbausätzen im Allgemeinen und Pendix im Besonderen sollte man sich seine Verwendung bei Lastenrändern sehr genau überlegen, desgleichen die Verwendung mit Nabenschaltungen und Rücktrittbremse (die Belastung und Verschleiß der Kette sowie des Hinterrades weiter erhöht). Zumindest der Antriebsstrang sollte auf die stark erhöhten Kräfte ausgelegt sein. Das ist beim VSC AN01 ganz klar nicht der Fall.
Ob entsprechende Komponenten überhaupt erhältlich sind, weiß ich nicht. Es wird behauptet, dass eine 5-Gang-Nabenschaltung von Shimano robuster sei. Selbst wenn das zutreffen sollte, bleiben immer noch Kette, Kettenblatt und Ritzel als Schwachstellen, ganz abgesehen von der offensichtlichen Überlastung der Laufräder.
 
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hansmeier2018

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eco“, „smart“ und „sport“.
Also ohne Smartphone kann ich nicht umschalten?
Neoprenhülle für den Akku erhältlich
Was bringt die?
vier 7-Gang-Rücktrittsnaben, ein Kettenblatt, ein Ritzel und eine Kette kaputt zu kriegen (Bruch bzw. Riss), dazu eine gebrochene Vorderradfelge, diverse Speichenbrüche, und eine verschlissene Trommelbremse nebst Bremszug.
Das wäre meine Erwartung gewesen.

Der Bericht deckt sich komplett mit meiner Erwartung.


Falls du was Neues suchst. Ich bin mit meinem Umbau sehr zufrieden.
1200Euro (heute vielleicht so 1500) als Einkaufs/Alltagsrad.
Frontmotor, Kette, Nabengangschaltung, PAS mit Bremsabschalter (könnte man gg Tretsensor tauschen), 180mm Zweikolben Scheibenbremsen.
Steht immer draußen und hatte noch gar nichts.
Über 1000 KM, zähle nicht weiter mit.
 
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malajo

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meines Wissens geht das Modi umschalten auch am Akku.....
Die Aussage das es die Pendixsets nicht zum selbst nachrüsten gibt, ist Unsinn, sie werden weiterhin zum Versand angeboten. Empfohlen wird ein Einbau in einer Vertragswerkstatt.
Ich selbst habe ein Rethink Bike aus Dresden mit der anderen Axialfluß Motoreinheit aus Sachsen (Binova). Die Units gibt es wenn sie mal Elektronikteile geliefert bekommen auch in der Lastenradvariante...oder einfach da anrufen, ob sie Sätze da haben. Dort gibt es aber alles nur mit Einbau, aus Produkthaftungsgründen.
 
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Habberdash

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Es wird behauptet, dass eine 5-Gang-Nabenschaltung von Shimano robuster sei.
Es wäre sinnvoll, die speziell für E-Bikes entwickelte, deutlich robustere Shimano 5-E zu verbauen. Auch gibt es für E-Bikes verstärkte Ketten, Ritzel und Kettenblätter.
 
Garagentor

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Nach sechs Jahren mit Pendix, an einem Reiserad das im Fahrzustand seine 140 kg auf die Waage bringt, erlaube ich mir ein paar kleine Anmerkungen.
Der Antrieb wird seit einigen Jahren im Direktvertrieb an Endkunden ausgeliefert. Es bringt nur nichts, da im Vergleich zum Handel kein Rabatt angeboten wird.

Die Bedienung der Leistungsstufen erfolgt am Drehring des Akku. Die App ist nicht notwendig.

Der Neoprenstrumpf hält den Akku im Winter warm und soll die Leistung verbessern.

Der Einsatz von speziell für E- Bike entwickelten Komponenten zu verbauen ist Augenwischerei da nicht gegeben. Doch, die Verpackung wurde geändert und mit einem zusätzlichen Aufdruck versehen.

Woher kommt der hohe Materialverschleiß? Durch Missachtung der Schaltung und einer unorthodoxen Fahrweise! Anstelle beim Anfahren einen oder zwei Gänge runter zu schalten wird der Motor auf Sport gestellt und das geht richtig aufs Material und auf den Stromverbrauch.
Zu erkennen an dem "Schlagen", dass nur auftritt wenn die Fahrweise des Nutzer nicht auf die Leistung des Motors und Schaltung abgestimmt ist.
Bei dem Verbrauch an Speichen, Felgen und Verschleißartikel würde ich mir Gedanken über die Fahrweise machen. Ein Lastenrad bis zum Maximum zu belasten und dann den Bordstein rauf und runter geht nun mal ans Material.
Fazit: Ein interessanter Statusbericht wie man sein Rad nicht verwenden sollte.
 
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DasWusel

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Zum letzten Beitrag: das Rad wurde vom Arbeitgeber gestellt. Ich habe also keinen Einfluss auf die Konfiguration.
Die Stellung "SPORT" benutze ich nicht - nur "ECO" und "SMART". Angefahren wird im ersten Gang - es befindet sich bereits ein entsprechender Aufkleber am Fahrrad. Ich fahre auch keine Bordsteine rauf (das ginge in beladenem Zustand gar nicht) und runter. Auch sonst meide ich Bodenunebenheiten so gut es geht, weil dadurch die zuvor aufwändig sortierte Ladung durcheinandergeworfen würde. Es sind schlicht die normalen Rüttelstrecken, die hierzulande leider Radwege heißen.
Fazit: anstelle löbbyistischer, durch nichts gedeckter Unterstellungen wäre ein konstruktiver Beitrag hilfreicher gewesen.
 
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Habberdash

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Der Einsatz von speziell für E- Bike entwickelten Komponenten zu verbauen ist Augenwischerei da nicht gegeben. Doch, die Verpackung wurde geändert und mit einem zusätzlichen Aufdruck versehen.
Das greift etwas zu kurz, es gibt sehr wohl deutlich langlebigere Teile welche sich beim Mittelmotorpedelec lohnen können. So ist z.B. die Shimano 5-E ist anders, deutlich solider, aufgebaut als eine Nexus 7 oder 8. Auch Kettenblätter und Ritzel sind nicht alle gleich haltbar, diese unterscheiden sich schon vom Material und Gewicht. Unterschiedliche Qualitäten gab es schon immer, nur werden die stabileren Teile heute oft mit E-Bike tauglich beworben.
 
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Jaap

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Es ist mir gelungen, binnen zweier Jahre (rund 10.000 km) bei normaler Nutzung ohne besondere Stunt-Einlagen oder sonstige Brutalität vier 7-Gang-Rücktrittsnaben, ein Kettenblatt, ein Ritzel und eine Kette kaputt zu kriegen (Bruch bzw. Riss), dazu eine gebrochene Vorderradfelge, diverse Speichenbrüche, und eine verschlissene Trommelbremse nebst Bremszug.

Die typischen Industrieräder die ich ich kenne, sind vor allem günstig.
Was in diesem Fall nicht anders ist.
https://www.basicthinking.de/blog/2020/03/17/pendix-briefzusteller-e-bike/

Die Nexus 5E wird Konstruktionsbedingt in den niedrigen Gängen wesentlich weniger belastet wie eine 7/8 Shimano Nabe.
Hat aber eine Einbaubreite von 135mm. Die 3 und 7 Gang Nabe die der VSC verbaut haben üblicherweise 127mm.

Was Speichenbrüche angeht.
Frage ist wo die Speichen brechen.
Bei nicht ausreichend stabiler Felge oder zu geringer Speichenspannung brechen die Speichen an der Nabe.
Wenn sie an den Speichennippel brechen, dann kommt es durch die Belastung beim Bremse. Bei Scheiben, Trommel und Rücktritt werden die Bremskräfte über die Speichen übertragen.
Üblicherweise werden Speichen 3fach gekreuzt. Bei kleinen Laufrädern in Kombination mit großen Nabendurchmessern benötigt man dafür aber Felgen mit speziellen Bohrungen.
Die meisten Hersteller verwenden normale Felgen und kreuzen weniger. Wodurch die Belastung für die Speichen noch größer wird.

Ryde hat mit der Andra Serie sehr stabile Felgen die für größere Nabendurchmesser optimiert sind.

Generell ließe sich die Speichen Brüche durch die Verwendung von Felgenbremsen reduzieren.
Was aber auf Grund der Gepäckträger oft nicht geht.
Ich empfehle deswegen beide Bremsen zu benutzen. Und nicht abrupt zu bremsen.
 
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DasWusel

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Zu den Speichenbrüchen: die Speichen (zweifach gekreuzt) lockern sich, oft schon nach kurzer Zeit. Auch dies wird die Folge der erheblichen Belastung sein, zumal beide Bremsen auf die Nabe wirken, also die Speichen die gesamte Verzögerung aufnehmen müssen. Zudem erlaubt der Antrieb auch bei voll beladenem Rad erhebliche Geschwindigkeiten. Da werden auch die hierzulande leider nicht unüblichen 1,5 cm Unterschied zwischen zwei Betonplatten auf dem Radweg oder die 2 cm hohen Kanten an sog. "Bordsteinabsenkungen" zu erbarmungslosen Schlägen, die früher oder später jeden Speichennippel lockern. Wie bereits gesagt, habe ich die Motorunterstützung bereits auf das Minimum (ECO) reduziert.
Da das Kontrollieren/Nachspannen der Speichen Arbeitszeit ist (also Geld kostet), wird daran gespart. Es reicht bestenfalls für eine kurze "Harfenprüfung" (einmal an jeder Speiche gezupft und offensichtlich lockere nachgezogen). Das reicht auf die Dauer nicht aus.
Ich muss schon deshalb beide Bremsen benutzen, weil ansonsten entweder der Bowdenzug (eine hydraulische Bremse ist nicht verbaut) oder der Mantel des Hinterrades nach kurzer Zeit durch ist. Zudem sind bei voll beladenem (oder auch überladenem) Fahrrad auch bei 20 km/h ein Bremsmanöver schwierig genug.
Wie gesagt: das Rad selbst hat der Arbeitgeber gekauft (und dabei am falschen Ende gespart). Mir geht es hier vor allem darum, hier vor der Verwendung des Pendix-Nachrüstsatzes bei Lastenrädern zu warnen. Die Belastungen des Antriebsstrangs sind einfach zu hoch; "normale", also für nicht unterstützte Fahrräder konstruierte Komponenten halten die Kräfte auf Dauer nicht aus. Das Problem verschärft sich, auch noch eine Rücktrittbremse verbaut wurde, weil dann nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Bremsen erhebliche Kräfte auf den Antriebsstrang einwirken, denen er auf Dauer nicht gewachsen ist. Bei Mountainbikes o.ä., die leichter sind und bei denen aufgrund einer Kettenschaltung die Last auf mehrere Kettenblätter/Ritzel verteilt sind, mag das anders sein.
 
UR-MIFA

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Mir geht es hier vor allem darum, hier vor der Verwendung des Pendix-Nachrüstsatzes bei Lastenrädern zu warnen. Die Belastungen des Antriebsstrangs sind einfach zu hoch; "normale", also für nicht unterstützte Fahrräder konstruierte Komponenten halten die Kräfte auf Dauer nicht aus.

Dem Motor scheint das doch bisher nicht zu schaden oder gab es da einen Defekt? Es ist doch eine ganz solide Konstruktion eines Direktläufers.

Pendix.JPG

Bei den Komponenten und Verschleißteilen gibt es unterschiedliche Qualitäten zu unterschiedlichen Preisen. Da kann Dein AG ja mal ermitteln, womit man insgesamt am kostengünstigsten unterwegs ist.

Sehr stabile und perfekt hergestellte Laufräder bekommt man bei SES Sandmann Ersatzteil Service aus Hagen.

720BIKE Shop

Nicht nur die Laufräder sind perfekt verarbeitet, auch die Verpackung ist vorbildlich.

ses.JPG ses2.JPG
 
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Jaap

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Zu den Speichenbrüchen: die Speichen (zweifach gekreuzt) lockern sich, oft schon nach kurzer Zeit. Auch dies wird die Folge der erheblichen Belastung sein, zumal beide Bremsen auf die Nabe wirken, also die Speichen die gesamte Verzögerung aufnehmen müssen.

Es gibt selbstsichernde Speichennippel.
Die werden bei schlecht aufgebauten Laufrädern und geringer Speichenspannung aber auch nicht viel helfen.
Mein Cousin hat seit 25 Jahren als Postbote in den Niederlanden die gleichen Erfahrungen mit Rücktritt und Speichenbrüchen.
In Zwischenzeit mache ich mir nicht mehr die Mühe im zu erklären. Wieso an seinem Reiserad nie eine Speiche reißt und an seinem Postrad ständig.
 
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DasWusel

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@ Ur-Mifa: der Motor ist in Ordnung. Das gilt auch sonst für den Nachrüstsatz. Probleme haben/machen die anderen Komponenten.
Das allerdings ist Folge des Konzeptes: es werden schlicht die Kräfte/Drehmomente erhöht. In der Stellung "Smart" werden die Kräfte bereits um 200% erhöht (also verdreifacht). Wenn jetzt die anderen Bauteile darauf nicht angepasst wurden, dauert es nicht lange, bis es zum Bruch kommt. Bei anderen Nachrüstsätzen werden entweder die Motoren in den Rädern selbst verbaut (und damit der Antriebsstrang nicht weiter belastet), oder beim Mittelmotor eine Untersetzung eingebaut mit der Folge, dass der Motor den Vortrieb aus der Drehzahl holt und nicht aus dem Drehmoment.
Ein weiteres Manko ist gerade bei Lastenrädern die fehlende Möglichkeit der Rekuperation. Damit wird nicht nur Energie verschenkt - bei Bergabfahrten kann diese als Bremse eingesetzt und so zum einen eine Überlastung der Bremsen verhindert werden, zum anderen überhöhte Geschwindigkeiten, bei denen das Rad unbeherrschbar wird.
@Jaap: das Fahrrad und die Komponenten kauft der Arbeitgeber. Ich habe darauf keinen Einfluss. Lockere Speichen sind - auch bei den Rädern ohne Motor - ein Dauerproblem; es hat schon mehrere Stürze gegeben. Allerdings verfolgt der AG die Politik, wonach ein Teil ausgewechselt wird, wenn es kaputt geht - und dann nimmt man, was man gerade kriegen kann.
 
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Jaap

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Lockere Speichen sind - auch bei den Rädern ohne Motor - ein Dauerproblem; es hat schon mehrere Stürze gegeben. Allerdings verfolgt der AG die Politik, wonach ein Teil ausgewechselt wird, wenn es kaputt geht - und dann nimmt man, was man gerade kriegen kann.
Das wäre dann ein Fall für die Berufsgenossenschaft.
Und dies ist kein Scherz, sondern ernst gemeint.
Arbeitsgeräte von denen eine Unfallgefahr ausgeht, sehen die ungern. (Die bezahlen schließlich die Kosten bei Berufsunfall)
Beim Pedelec greift dazu im gewerblichen Bereich die Maschinenrichtlinie.
Einfach was anderes verbauen ist unzulässig.
Bauteiletausch E-bikes | Fahrradteile Online Shop - bike-components

ROTWILD CE-Kennzeichnung
ROTWILD Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
 
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DasWusel

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@ Jaap: danke für den Tip. Der AG wird sich damit herausreden, dass er die Teile nimmt, die der Hersteller (VSC Bikes) bereits verbaut hat. Und der verbaut in motorisierte wie unmotorisierte Räder das gleiche.
 
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