Panasonic Nabenmotor, erster Test

Diskutiere Panasonic Nabenmotor, erster Test im E-Motoren Forum im Bereich Diskussionen; Ich habe mein KTM erace P bekommen und nun einem ersten Test unterzogen, welcher temperaturbedingt zeitlich sehr überschaubar ausgefallen ist...
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Helm

Ich habe mein KTM erace P bekommen und nun einem ersten Test unterzogen, welcher temperaturbedingt zeitlich sehr überschaubar ausgefallen ist. Vielleicht interessiert doch einige, was ich dabei herausgefunden habe:
1. Optik: Das Ding macht was her, matter schwarzer Lack, Motor und Gabel in knalligem Orange, ordentliche Verarbeitung. Der Akku allerdings sieht wie ein aufgeschnallter Seekoffer für die Weltumrundung aus, riesig groß, da braucht es schon Mut, das Argument vom dezent kleinen Motor als auf den ersten Blick nicht als Pedelec zu erkennendes Rad zu verwenden.
2. Antritt auf der Ebene: Man gönnt sich doch sonst auch alles, sagte ich mir, schaltete "High" am großen Display ein und trat in die Pedale. Und da waren sie wieder, die Reminiszenzen an mein erstes Pedelec, ein Erace mit Bionx. Der Gaul geht trotz aufgeschnallter Seekiste erschütternd ab, dem Nabenmotor sei Dank spielt dabei im Unterschied zu meinem Bosch Macina auch der gerade eingelegte Gang nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wegfahren im 30.? Kein Problem. Nach vielleicht einer viertel Kurbelumdrehung weiß dann auch der Motor, dass es Arbeit gibt und bringt sich vehement ein. Unterschied zum Bionx: Er möchte dabei samt seinem Getriebe gehört werden, Geräuschniveau unstörend und vielleicht dem Bosch vergleichbar, wenn auch mit anderer Frequenz.
3. Berg und Tal: Steigungen bis etwa 10 Prozent sind meinem Eindruck nach noch nie so leicht zu fahren gewesen, viel Kraft ist spürbar, ab dann wird es leicht schwieriger und ich war immer relativ schneller als mit dem Bosch, weil ich das Ding irgendwie auf Drehzahl halten wollte, so wie seinerzeit das Bionx. Als ich es dann doch langsamer angehen ließ und bis auf 6,5 km/h verlangsamte, war dennoch noch viel Unterstützung da. Aber: Nach meinem ersten Bergtest stelle ich hiermit fest, dass für das langsame Klettern steiler Passagen für mich Bosch immer noch erste Wahl bleibt. Gar nicht deshalb, weil der Panasonic weniger unterstützt, sondern weil das Gefühl, dass jeder Tritt ganz unmittelbar und sehr direkt unterstützt wird, für mich beim Bosch derzeit noch unerreicht ist. Vielleicht Gewöhnung, wird sich zeigen. Weitere Subjektive Einschätzung: Der Motor geht spendabel mit dem Saft um, ich wette, dass die Reichweite nicht mehr als vielleicht zwei Drittel des großen Boschakkus ergibt. Rekuperationsbedingte Motorbremse bergab hält sich in Grenzen und über 30 km/h ist es vorbei mit Rückgewinnung. Das ist bescheiden und geht an der Praxis vorbei, hier war mir Bionx mit seiner mehrstufigen Rückladungsintensität lieber, und über 30 km/h ist man beim Bergabrollen schnell, somit muss man fast immer manuell mitbremsen, wenn man im Rückladefenster bleiben möchte - nicht mein Ding!
Fazit: Ein Renngerät erster Güte mit hohem Unterhaltungsfaktor, stark, schnell, spricht Verspielte wie mich schon sehr an, ist auch am Berg dem Bionx überlegen und dem Bosch zumindest auf der Spur, Reku kann man (ich) vergessen. Insgesamt, wenn ich es abschließend noch einmal mit dem Bosch vergleiche, so erscheint mir dieser als der seriösere und wohl auch effizientere Antrieb. Panasonic P allerdings bedient die reine Freude an einer (nun auch lange bergauf) ungehemmten Unterstützung im subjektiv empfundenen Überfluss.
Schöne Grüße
Helm
 
RFTEC

RFTEC

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Vitenso AHRSB, Bafang BPM Climber
AW: Panasonic Nabenmotor, erster Test

hallo Helm,

danke für deinen Bericht.
Bist ihn auch ohne Strom gefahren? Wie ist er da?
 
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raptora

AW: Panasonic Nabenmotor, erster Test

Etwas spät aber vielleicht darf ich darauf antworten:

Auf einem Fahrradweg mit vernachlässigbarer Steigung kann ich die 25er Grenze locker überfahren und auf 35 km/h beschleunigen.
Das halten dieser Geschwindigkeit hängt natürlich vom Trainingszustand ab, für kurze Zeit kein Problem auf längere Sicht für mich nicht zu halten.

Der Boschantrieb verhält sich aber in dieser Disziplin eindeutig besser, hier konnte ich auch für längere Zeit Geschwindigkeiten von über
27 km/h fahren und auch halten.

Bein einem früheren Bulls Trekkingrad hab ich nie versucht die Begrenzung zu "überfahren" da einfach sinnlos und anstrengend (für mich jedenfalls)

Ganz ohne Strom fahren ist möglich aber nicht unbedingt Spaßfördernd, mein knapp 15 kg schweres Canyon Strive ohne Antrieb ist auch
fahrbar nur so richtig Freude im Gegensatz zu einem 9kg Hardtail kommt da auch nicht auf.
Ein 20kg schweres Rad ohne Antrieb kann man natürlich den entsprechenden Trainingszustand vorausgesetzt fahren,
Fahrfreude ist dann aber was anderes :D

Zum Vergleich:
Das Bosch läßt sich ohne Motor eindeutig besser und angenehmer fahren.

und dem Bosch zumindest auf der Spur

Mich würde interessieren wie Du jetzt nach längerer Erfahrung darüber denkst ??
Ich bin am Anfang beide Antriebe parallel gefahren und meine Erfahrungen decken sich mit deinen um fast 100%,
mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen das der Panasonic dem Bosch am Berg nicht auf der Spur ist sondern
auch mit weniger Eigenleistung spürbarst stärker ist.

Das mit der direkten Kraftübertragung des Mittelmotors empfinde ich genauso, ist natürlich Systemtypisch und mit einem Nabenmotor wahrscheinlich nie 1:1 zu erreichen.
Insgesamt empfinde ich das Fahren mit Heckmotor aber deutlich entspannter und bringt mir mehr Fahrspaß.

Gerade das Rausbeschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten im hohen Gang ist mit einem Mittelmotor nicht möglich und deshalb auch schwer nachvollziehbar.

Eine Bereicherung ist der neue Panasonic auf jedenfall, bisher kam für mich persönlich nur der Boschantrieb in Frage da keine Alternative auf dem Markt.
Jetzt habe ich einen Antrieb gefunden der mir noch mehr Fahrspaß vermittelt, die Standfestigkeit des Systems auf Dauer wird sich zeigen.

Ich möchte auch keinem sein Boschsystem madig machen, Bosch hat einen hervorragenden Motor auf die Beine gestellt der relativ problemlos läuft
und für fast jedes Fahrerprofil einsetzbar ist. Vielleicht sollte man bei einem Neukauf einfach mal eine Probefahrt mit dem Panasonic als Alternative in Betracht ziehen
und wenns nicht passt kann man mit dem Bosch nicht viel falsch machen und liegt auf der sicheren Seite.

PS: Ich freue mich schon auf die ersten ernsthaften Fahrberichte (nicht nur in der Halle rumgeschaukelt) vom neuen Xion-Antrieb,
mein Händler ist den zwar auch nur kurz gefahren aber da scheint noch ein vielversprechender Antrieb auf uns zuzurollen :)


Nochmal ein kleiner Nachtrag zur Rekufunktion:

Stand Anzeige 66% Akku,
Wir starten bei 308 Höhenmeter nutzen ernsthaft die Rückladefunktion und fahren nicht über 25 km/h,
Streckenlänge bis unten auf 189m = 2,11 km bergab / die Anzeige zeigt 70% Akkustand (Berg fällt ziemlich linear wie auch der folgende Anstieg)

Jetzt geht es von 189m rauf auf 301m, die Streckenlänge beträgt 2,25 km alles auf Stufe High, der Akkustand zeigt 60% bei 120 kg Fahrergewicht.
Gefahrene Geschwindigkeit bergauf = 25 km/h
 
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benat

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AW: Panasonic Nabenmotor, erster Test

Vieen Dank für den ausgezeichneten Bericht!
Für mich ist ein Hauptkriterium, ob es möglich ist, längere und teilweise steile Anstiege über 800 - 1000 hm effektiv und akkusparend zu bewältigen, wobei man dabei im Tempobereich
von ca. 8 - 12 km bleibt, etwa im Schwarzwald oder in den Alpen.
Da scheint Bosch weiterhin die beste Lösung zu sein, insbesondere mit dem neuen 400 Wh-Akku.
 
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raptora

AW: Panasonic Nabenmotor, erster Test

Vieen Dank für den ausgezeichneten Bericht!
Für mich ist ein Hauptkriterium, ob es möglich ist, längere und teilweise steile Anstiege über 800 - 1000 hm effektiv und akkusparend zu bewältigen, wobei man dabei im Tempobereich
von ca. 8 - 12 km bleibt, etwa im Schwarzwald oder in den Alpen.
Da scheint Bosch weiterhin die beste Lösung zu sein, insbesondere mit dem neuen 400 Wh-Akku.

Ich vermute mal das es für diesen Einsatzbereich nichts besseres gibt als den Boschantrieb.
Wäre aber schön wenn sich einer meldet der den Panasonic unter den oben genannten Bedingungen einsetzt.
 
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road-movie

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AW: Panasonic Nabenmotor, erster Test

Ich bin den Panasonic mal kurz beim Händler i.d. Halle Probe gefahren. Hat Spaß gemacht. Habe aber keinerlei Vergleich.

Hat der Motor einen eingebauten Drehmomentsensor bzw. wie ist das bei KTM gelöst?
 
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disch

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Hat jemand einen Vergleich des Panasonic zum go Swiss drive ?

Lg
 
marci

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Ich würde den Panasonic Antrieb auch gerne mal 500km bei uns in den Bergen mit gemischten Höhenprofilen fahren. Kann man den eigentlich auch "standalone" kaufen?
Und kann man die Reku auch zum "echten Bremsen" benutzen und bremst die Reku fast gar nicht? (Wenn man z.B. die Bremshelbel nur leicht anzieht, so dass die Hydraulsichen noch nicht anbeißen...)

? :)
 
Schnipp

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Zum nachrüsten gibt es den Antrieb nicht.
Die Reku soll ganz ordentlich sein, man kann sowohl automatisch rekuperieren oder auch über die Bremshebel. Die Rekuperationsstärke lässt sich auch einstellen.
 
marci

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Ahh, oki, quasi wie bei dem Bionx. Hmm. mich interessiert hauptsächlich das Bremsen, von der Rückspeisung erwarte ich mir nicht so viel bei meinem gemischten Höhenprofil ohne dramatisches Gefälle. Hätte es heute doch mal testen sollen. Dank dir :)
 
Schnipp

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<MM> hat damals ein paar Videos zum Panasonic Heckmotor bei Youtube hochgeladen, in diesem hier wird auch die Rekuperation im Auto-Modus kurz angesprochen:
Ab etwa Minute 12.
 
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