Nie wieder positive Zinsen

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didi0815

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Vielleicht ist das 500.000€ Haus in 10 Jahren mehr wert, vielleicht aber auch nicht.
Schau mal zurück, wann sind die Immo-Preise in den letzten 70 Jahren mal dauerhaft gefallen und nicht nur für vielleicht 1 oder 2 Jahre seitwärts gelaufen?
Wenn du mal in einem Zeitrahmen von 10 Jahren+ denkst, dann wirst du niemals draufzahlen bei einem Immo-Kauf.

Mir wäre das viel zu riskant, da nach 10 Jahren dann mit 400.000€ Schulden zu einem noch unbekannten Zinssatz dazustehen.
Das ist eben der Punkt, No Risk No Fun.
Wir hätten in D keinen einzigen Unternehmer, wenn alle so denken würden wie du.

Der durchschnittliche Immobilienbesitzer schafft auf alle Fälle mehr Vermögen ran als der durchschnittliche Nicht-Immobesitzer, mal ganz ohne Wertung. Muß man ja nicht immer als positiv ansehen.

Man muß sich keine Immobile anschaffen, klar, wenn man parallel dazu z.B. in Aktien investiert (gaanz langfristige Sichtweise).
Aber das sollte man dann genauso gezielt angehen wie der Immo-Käufer, der jeden Monat seine Tilgung und seinen Zins bezahlt bzw. bezahlen muß.
Nur wenn man das macht, also jeden Monat den gleichen Betrag wie der Immokäufer abzgl. der Miete direkt in Aktien spart oder alle 3 Monaten für diesen fixen Anteil Aktien kauft, immer, ohne wenn und aber, nur dann schätze ich den Mieter in einer ähnlichen Vermögenslage ein wie den Käufer..

Aber wenn ich oben lese "Mir wäre das viel zu riskant", dann sehe ich da auch keine Aktien im Portfolio, nicht mal Fonds, allerhöchstens festverzinsliche Staatspapiere, die mit 0 rentieren...
 
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HHF

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Ich halte im Moment weder Immobilien noch Aktien für eine sinnvolle Geldanlage. In diesen verrückten Zeiten mit Negativzinsen etc. spricht viel dafür, physisches Gold zu kaufen. Das machen ja auch immer mehr, nicht ohne Grund. Der Goldkurs ist seit Jahresbeginn auf Eurobasis um 25% gestiegen und da ist noch sehr viel Luft nach oben. Auc sollte es einen hellhörig machen, dass der Goldkauf ab Januar 2020 weiter erschwert wird (absenken der Grenze für Tafelgeschäfte auf 2000,- Euro wegen den pöööhhsen Terroristen, ja ne is klar). Der Staat will Kontrolle und Zugriff auf unser Geld und beim Gold hat er die nicht. Außerdem sind die weltweiten Schulden so exorbitant hoch, dass es irgendwann zu einem Anziehen der Inflation kommen muss. Wohl dem, der dann etwas goldenes hat ;-)...
 
H

HHF

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Dann hoffen wir mal, dass sie dir nicht irgendwann einmal eine Zwangshypothek auf dein Betongold geben. Das gab es weltweit schon öfter als man denkt. Begründen kann der Staat so etwas ja immer gut, mit dem Klima, Solidarbeitrag Europa oder ähnliches.

Zwangshypothek – Wikipedia
 
Electric

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Nun, man kann auch zwangsenteignet werden, Artikel 14 GG. Es kann auch vergesellschaftet werden, gehört also dann „allen“, Artikel 15 GG. Das steht weit vorne im Grundgesetz, kann jederzeit angewendet werden. Schadensersatz ist übrigens nicht vorgesehen. Auch kann „kalt enteignet“ werden, das meint Maßnahmen nach §172 BauGB oder es kann eine Baulandumlegung nach §§45ff. BauGB angeordnet werden. Beliebter in der Praxis sind Maßnahmen nach dem Kommunalabgabengesetz, also Beteiligung an Infrastrukturkosten, die gerne auch sechsstellige Beträge erreichen können. Ebenso sind die Hebesätze für die Grundsteuer kommunal schnell anpassbar.
 
BikeX

BikeX

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Ja, gibt’s alles. Wird aber nicht passieren, warum auch.
Die Infrastruktur ist für die nächsten 30 Jahre gesichert, da fertig ausgebautes Neubaugebiet.
Spätestens in 20Jahren vertick ich das eh und schipper noch ein bisschen um die Welt solange es noch geht.
 
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Boerni556

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Du haust hier zwei verschiedene Dinge zusammen. In der Kneipe lässt du dein Geld nicht arbeiten sondern du konsumiert und bezahlt somit den Kellner für seine Arbeit.
Wenn dir die Kneipe gehört, hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du bezahlst deinem Angestellten, dem Kellner, den Lohn der ihm zusteht oder aber du gibst ihm weniger und erhöhst deine Rendite. Das ist im Grunde der Zweck des Kapitalismus, mit der Arbeit des Menschen wird Mehrwert geschaffen den sich der Kapitalist in seine Tasche steckt.
Lieber @jm1374
ich habe über Dein Statement nachgedacht. Das mit dem Kapitalismus ist ja so nicht richtig. Kapitalismus ist was anderes. Karl Marx sprach von der Herrschaft des Kapitals unter Ausbeutung der Arbeiter. Das kommt aus der Klamottenkiste des 19. Jahrhunderts.

Heute kann jeder die Seite wechseln und selbst Unternehmer werden. Finanziert zu 100% von den Landesförderbanken oder der KfW, kommt „das Kapital“ zu äußerst moderaten Konditionen letztlich vom Staat, das Risiko trägt der Unternehmer natürlich persönlich. Das wollen viele nicht, was ja ok ist. Denn geht es schief ist er der Gelackmeierte. Geht es gut, wird er beneidet und besteuert bis der Arzt kommt.

Wir haben hier die soziale Marktwirtschaft mit Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Tarifverträgen und Gewerkschaften, Betriebsräten einschließlich Mitbestimmung, Elternzeiten, Mutterschutz, Urlaubsgesetz, Berufsgenossenschaften, Arbeitsschutz, Arbeitszeitgesetz und nicht zuletzt dem Mindestlohn. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Wer Mitarbeiter findet, hegt und pflegt sie. Mitarbeiter dürfen bezahlt krank feiern, gehen mitunter wochenlang auf Kur, werden auf Arbeitgeberkosten aus- und fortgebildet, erhalten Studienzuschüsse und wechseln schließlich für eine Handvoll Euros mehr direkt zur Konkurrenz.

Als mittelständischer Arbeitgeber erlebt man einen tagtäglichen Spießrutenlauf u.a. durch die Gesetzeswüste, muss sich allerhand gefallen lassen und schluckt jeden Tag einiges runter. Wir haben einen Arbeitnehmermarkt. Arbeitnehmersuche kostet tausende von Euros. Wunsch-Gehälter werden oftmals bezahlt. Übrigens in Bezug auf Gaststätten ist meine Erfahrung, dass hier ein Restaurant schließen musste, weil der Koch gekündigt hatte. Das lief richtig gut und hatte jeden Abend volle Hütte. Ein anderer Wirt kann seine Mittagstischbeize nicht mehr öffnen, weil er ebenfalls keinen Koch findet. Wer da als Mitarbeiter schlecht behandelt oder bezahlt wird, wechselt.

Gibt es Alternativen zur sozialen Marktwirtschaft? Meiner Meinung nach, nein. Nur Utopien, real sind dagegen totalitäre Systeme, die unterschiedliche Überschriften tragen.
 
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jm1374

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Wir haben hier die soziale Marktwirtschaft...
Das gab es in Europa teilweise bis 1990 um eine attraktive Alternative zum Sozialismus in Osteuropa zu bieten. Schon in den 80er Jahren startete der heute verbreitete Neoliberalismus in verschiedenen Formen durch und der ist mittlerweile weltweit verbreitet. Seit dem Ende des Sozialismus existiert wieder der Kapitalismus wie Marx ihn beschreibt.

Du kannst ja mal versuchen dein positives Bild vom Kapitalismus den Millionen prekär Beschäftigten im Niedriglohnsektor schmackhaft zu machen und denen erklären wie sie selbst ihre Situation verbessern können. Knapp die Hälfte der Beschäftigten bekommt weniger als 2500€ brutto im Monat und darf sich in Zukunft auf Altersarmut freuen. Und dabei haben wir hier in Deutschland noch mit die besten Chancen. In anderen Ländern sieht es deutlich schlechter aus.
Die von dir erklärten Auswüchse auf dem Arbeitsmarkt sind Ausnahmen. Teilweise der schlechten Bildungspolitik geschuldet.

Im Kapitalismus kann jeder reich werden, aber nicht alle. Der Satz stammt nicht von mir, stimmt aber trotzdem.
Wenn Kapitalismus eine Zeitangabe funktionieren soll, wird eine funktionierende Demokratie benötigt die die Auswüchse begrenzt und regulierend eingreift.
Ein unregulierter Kapitalismus zerstört sich selbst, denn das Ziel ist dass einem alles gehört. Wer das nicht glaubt , kann sich die Berichte zur sozialen Ungleichheit anschauen die Oxfam jährlich erstellt. Das Kapital konzentriert sich immer mehr auf immer weniger Menschen.
 
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Pustefix

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marx ist murks!
 
cubernaut

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Marx hat viele Entwicklungen richtig beschrieben und prognostiziert, in anderen Punkten hat er sich nachweislich geirrt.
Er ist halt verbrannt durch dessen absurde Pervertierung in totalitären Systemen wie der UdSSR und der DDR, wo alles Mögliche marxistisch-leninistisch genannt wurde, derenthalben sich die Namensgeber ruhelos im Grab wälzen dürften.
 
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helmut-on-the-road

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Der Manchesterkapitalismus lebt - in Gestalt von Boris Johnson. Nach erfolgreichem Brexit wird England zum Niedriglohnland ohne Sozialstandards. Wie im viktorianischen Zeitalter halt.
 
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Pustefix

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die machen es halt D nach, das im ausland längst als europäisches niedriglohnland gilt (trotz eu-mitgliedschaft).
 
flavor82

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Entweder du bezahlst deinem Angestellten, dem Kellner, den Lohn der ihm zusteht oder aber du gibst ihm weniger und erhöhst deine Rendite. Das ist im Grunde der Zweck des Kapitalismus, mit der Arbeit des Menschen wird Mehrwert geschaffen den sich der Kapitalist in seine Tasche steckt.
Der Zweck des Kapitalismus ist es knappe Ressourcen möglichst Effizienz einzusetzen. Aber schon Adam Smith wusste, dass es für einen funktionierenden Markt den Wettbewerb braucht. Ohne Wettbewerb steigen Immobilienpreise in astronomische Bereiche. Auf der anderen Seite fallen die Preise im ländlichen Raum dafür umso stärker. Für Arbeitnehmer ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt eben besonders gut. Natürlich nur wenn man den richtigen Beruf gelernt hat. Als Elektroniker kann man sich im Moment den passenden Arbeitgeber aussuchen und auch beim Wunschgehalt ist Verhandlungsspielraum nach oben drin. Da muss man dem Kellner schon was bieten damit er bleibt. Und das der Gastwirt eine Rendite für sein eingesetztes Kapital bekommt ist nur Fair und logisch sonst könnte er ja zu Hause bleiben und von Hartz 4 leben. Wäre Schade, denn dann gäbe es keine Restaurants, Kneipen etc. mehr.
Das ist die Wahrheit die niemand hören möchte.
Es ging aber um Kapitalerträge und nicht um Billig-Lohn Länder. Deine Aussage war das Kapitalerträge per se unmoralisch sind. Wenn jemand einer Firma Geld leiht, weil er an ihre Produkt glaubt, dann ist das für die Gesellschaft gut.
Hier z.B. mal ein paar Beispiele wo Investoren Mut hatten und an ein Produkt geglaubt haben un dadurch Millionen verloren:
-Cargo-Lifter
-Skysails
-Loremo
Die oberen Erfindungen wären für die Gesellschaft/Umwelt sehr gut gewesen. Leider hat sich das Risiko der Investoren nicht ausgezahlt. Trotzdem ist es gut das es mutige Investoren & Unternehmen gibt. Wer nicht wagt der nicht gewinnt.
Ich habe z.B. Windenergie und Photovoltaik Aktien. Durch diese Aktien könnte ich eine Menge Geld verlieren, dennoch glaube und hoffe ich an deren Erfolg. Wenn die Unternehmen sich irgendwann etablieren und Gewinn machen, warum sollte ich als Investor nicht beteiligt werden? Das ist doch nur Fair.
Gruß
 
jm1374

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Deine Aussage war das Kapitalerträge per se unmoralisch sind.
Darüber kann man stundenlang philosophieren. Ich hab es schon erwähnt und finde das ist ein wichtiger Punkt. Kapitalerträge müssen Menschen erarbeiten. Die fallen nicht einfach so vom Himmel und man kann auch keinem 50€ Schein ne Schippe in die Hand drücken und sagen nu mach mal. Wir sind an einem Punkt angelangt an dem ganz wenige Menschen unglaublich viel Kapitalertrag bekommen ohne eine Leistung dafür zu erbringen. Teilweise haben sie das Vermögen, „das für sie arbeitet“, geerbt. Und ja, das finde ich unmoralisch. Es funktioniert nicht wenn Millionen Menschen für einen schuften nur weil der irgendwie das Geld zur Verfügung stellt.
Ebenso unmoralisch finde ich dass Kapitalerträge geringer besteuert werden als Einkommen aus Arbeit.

Und das der Gastwirt eine Rendite für sein eingesetztes Kapital bekommt ist nur Fair und logisch sonst könnte er ja zu Hause bleiben und von Hartz 4 leben.
Warum kann der Gastwirt nicht mitarbeiten? Wie ist er an das Geld gekommen? Was hat das Ganze mit Hartz4 zu tun?
Mir geht es um was ganz anderes.
Ich spreche von riesigen Kapitalgesellschaften die mit Billionen Euro hantieren. Die mittlerweile fast mit Lichtgeschwindigkeit Wertpapier- und Devisengeschäfte tätigen und mit Veränderungen, die 3 Stellen hinterm Komma stattfinden, ihren „Gewinn“ generieren. Dieser „Gewinn“ wird dann nicht mal versteuert und dank Cum-Cum und Cum-Ex wird nicht gezahlte Umsatzsteuer zurück erstattet.
Und diesen „Gewinn“ müssen mehrere Milliarden Menschen erwirtschaften. Was ist da dran moralisch?
 
zilp

zilp

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...., die gerade alle von 2 Jahre Weltreise mit dem Segelschiff zurück sind. Eine ehemalige Schulkameradin meiner Frau umsegelt seit 15 Jahren mit ihrem damals Freund heute Mann die Welt in einer Nussschale.
Sowas liegt nicht jedem.
Wäre vielleicht auch gar nicht so gut, wenn viele Menschen (gleichzeitig) so leben würden.
Würde unser (global/isiert/es) Gesellschafts-Wirtschafts-Politik-System dann noch funktionieren? :unsure:
 
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Boerni556

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@jm1374
Der Marxismus geht von einem verklärten Menschenbild aus. Diese Fiktion treibt den Ansatz eben ins Abseits. Genauso kann ich über Ausserirdische philosophieren und welche Motive sie in ihre Raumschiffe treiben würde.
 
Vito

Vito

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@jm1374
Der Marxismus geht von einem verklärten Menschenbild aus. Diese Fiktion treibt den Ansatz eben ins Abseits. Genauso kann ich über Ausserirdische philosophieren und welche Motive sie in ihre Raumschiffe treiben würde.
Nun ja, Marx war schon ein brillanter Analytiker und da auch realistischer, als z. B. Hegel.

Als negativ würde ich - ganz verkürzt wiedergegeben - seine Ideologie, die wie Hannah Arendt mehrfach betonte zu einer Vergöttlichung des Menschenbildes führte bzw. schon davon ausging, bezeichnen.

Nicht umsonst kam denen, die den Marxismus als "Staatsideologie" erleben durften, dieser oft wie eine Ersatzreligion vor.
 
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