Neue Steuerung für ein Pedelec

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Pendlerrad

Pendlerrad

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Ja, finde ich eine tolle Idee, mit der gleichen Hardware von Block auf Sinus zu gehen.

Aber wenn man die Vorarbeit von Atmel nutzen will, muss man wohl den gleichen Controller einsetzen. Oder ist es einfach, das Programm so weit aufzudröseln, das man es für andere Hardware anpasst?

Beim Anschauen der Aplication Notes ist mir noch ein Detail aufgefallen, das ich nicht bedacht hätte:
Atmel sieht Lastwiderstände an den Ausgängen des Controllers vor, diese sollen die Eingänge des Treibers undd damit alle Mosfet der Brücken sicher auf "aus" halten, so lange sich der Controller im Reset befindet, keine definierten Werte liefert. Ein entsprechend angesteueter "Enable" an den Brücken hätte wohl die gleiche Wirkung. Ohne diese Maßnahme riskiert man unkontrollierte Querströme durch die Wicklungen.
Gruß
Pendlerrad
 
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Joe23

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Hallo Pendlerrad,

mir ist natürlich schon bewusst, dass eine Sinusansteuerung äußerst wünschenswert wäre. Ich kenne die von dir angeführten Applikationsbeispiele nicht, werde mir diese aber ansehen. Allerdings soll man sich auch nichts vormachen lassen. Ein Hallsensorgeber ist schon für Blockkummutierung nicht so toll genau und das wird mit Sicherheit nicht wesentlich präziser, wenn man per Phase Locked Loop einen Sinus ansynchronisiert. Mein konzept wäre es jedenfalls nicht. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich mein ganzes Berufsleben mit Positionsmessungen verbracht habe.
Im Übrigen bilde ich mir nicht etwa ein, dass das was ich vorhabe etwas neues ist, trotzdem habe ich mich entschlossen, hier in diesem Thema zu posten, weil es mir nach wenigen Beiträgen, die ich nicht nett fand, verwaist erschien. Dummerweise steht jetzt für mein Vorhaben, nämlich die bisherigen Controller mit Hilfe eigener Basteleien besser kennenzulernen, die falsche Überschrift oben drüber. Was ich im Moment vorhabe ist, wie gesagt, nur ein Vorgang des besseren Kennenlernens, weil ich bei einem eigenen Controller dann eine Regelung des Motorstroms einführen möchte, was ja einer Regelung des Motordrehmoments entspricht. Soviel dazu .
Ich danke dir für die Benennung der Publikationen. Werde mir diese anschauen, sobald Zeit dafür ist. Momentan bin ich voll damit beschäftigt, den ATMEL kennen zu lernen und dazu ist mir eine einfache Blockkommutierung lieber.

Viele Grüße

Joe23
 
C

Christian

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Aber wenn man die Vorarbeit von Atmel nutzen will, muss man wohl den gleichen Controller einsetzen. Oder ist es einfach, das Programm so weit aufzudröseln, das man es für andere Hardware anpasst?

Ich sehe es so herum: Wenn der Transfer nicht gelingen sollte, würde ich mich nicht weiter damit beschäftigen. Es gibt zudem weitere gute Quellen für arithmetische Algorithmen (z.B. Jorke/Lampe/Wengel: "Arithmetische Algorithmen der Mikrorechentechnik").

Atmel sieht Lastwiderstände an den Ausgängen des Controllers vor, diese sollen die Eingänge des Treibers undd damit alle Mosfet der Brücken sicher auf "aus" halten, so lange sich der Controller im Reset befindet, keine definierten Werte liefert.

Danke für den Hinweis. Der IR2130 stellt dies über interne Pull-Ups an den invertierenden Eingängen sicher.

Ich werde mich am Wochenende mal in die von Dir verlinkten App-Notes einlesen.

Gruß,

Christian
 
C

Christian

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Ein Hallsensorgeber ist schon für Blockkummutierung nicht so toll genau und das wird mit Sicherheit nicht wesentlich präziser, wenn man per Phase Locked Loop einen Sinus ansynchronisiert.

Ich denke schon, dass das Konzept durchaus Vorteile bieten kann, um die vergleichsweise grobe 60°-Auflösung etwas zu verfeinern. Meine Erfahrungen mit PLLs zur Positionserfassung sind positiv, liegen allerdings schon ein paar Jahre zurück.

Um den Ansteuerwinkel der MOSFETs beeinflussen zu können ("Timing"), wird man übrigens auch bei der Blockkommutierung mal das feste Raster der Hallsensorsignale verlassen müssen, um vor dem Eintreffen des eigentlichen Signals schalten zu können. Ohne PLL wird das schwierig.

Was Du in der endgültigen Ausbaustufe tatsächlich implementieren willst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Gruß,

Christian
 
torcman

torcman

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

hallo Joe, vor 10 Jahren, als es noch keine günstige BLDC Controller gab, haben wir auf einfachsten ATMEL diesen hier gebaut. Er lief gut bis 90,000upm (elektr. polpare) Es sind einige Bilder der Kommutierung die dir helfen werden http://www.aerodesign.de/peter/2001/LRK350/SPEEDY-BL.html heute würde ich auf Texas Instruments Bausteine ausweichen die komplete 3-phasen BLDC sinus steuerung drin haben. Die Paar Zeilen Programcode sind als Beispiele auch immer dabei. Das heißt du kannst dich den höheren Aufgaben widmen und muss nicht zum 1000ten mal eine 3-ph ansterung schreiben. morgen im büro finde ich die unterlagen. jetzt schreibe ich aufm handy und da verschlucht die forum-SW jegliche formatierung.
 
torcman

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Um den Ansteuerwinkel der MOSFETs beeinflussen zu können ("Timing"), wird man übrigens auch bei der Blockkommutierung mal das feste Raster der Hallsensorsignale verlassen müssen, um vor dem Eintreffen des eigentlichen Signals schalten zu können. Ohne PLL wird das schwierig.Was Du in der endgültigen Ausbaustufe tatsächlich implementieren willst, bleibt natürlich Dir überlassen.Gruß,Christian
ja, so is es. Ohne PLL, die kleine statistische Fehler der HAL-Sensoren-Schaltpunkte ausgleichen UND die variablem Timings 15-30 elektr. Grad abhängig von Phasenstrom und Drehzahl, wirst du Joe keine Leistungen aus dem Motor entlocken können, d.h. bei Vorzündung Null wird der Motor nur im Leerlauf drehen. Wenn du ihm belasten wirst, verschluckt er sich und bleibt stehen. Also 3-phasen PLL und variables Timing (variable Vorzündung) ist das ABC eines Controllers. Beim Starten eines Sensorlosses, wie ich damals mitentwickelt hatte, kommt noch eine ganz andere Schwierigkeit, die EMK ist so klein, das man nicht weis wie die Pole zu den 3-phasen stehen. Deshalb fange zuerst mit HAL-Sensoren, es ist ungleich leichter so einen Controller zu programmieren. Viel Spaß dabei.
 
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Joe23

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Ich denke mal mit PLL-Schaltungen kann man Motoren nicht aus dem Stillstand herausführen. Liege ich da richtig?
Sollte ich darauf ein Ja zur Antwort erhalten, wäre meine nächste Frage, ab welcher Drehzahl kann ich bei üblichen Polpaarzahlen das PLL-Verfahren laufen lassen?
 
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Christian

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Ja. In dem Fall beziehst Du Dich aber auf die PLL, die durch die Spannungsnulldurchgänge einer sensorlosen Regelung getriggert wird. Bei einer PLL mit Hallsensoren ist der Anlauf aus dem Stand auf Basis der Hallsensorsignale möglich.

Gruß,

Christian
 
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Joe23

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Ja, aber nur auf Basis der üblichen Blockkommutierung, um dann bei einer Mindestdrehzahl (?) auf Sinuseinspeisung umzuschalten (?).
An einen Hallsensorrotorlagegeber lässt sich im Stillstand Kein Sinussignal ansynchronisieren. Sinussignale, die auf Basis eines genügend hoch auflösenden Rotorlagegebers erzeugt werden, Kann man auch auf gerade vorhandenem Momentanwert stehen lassen und natürlich können sie auch in der Phasenlage, bezogen auf die "Magnetik" variiert werden.
 
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torcman

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

natuerlich ist es schwierig mit sensorlosen Motoren zu starten

deshalb nimmt man die unsicheren und temperaturgefaehrdeten HAL-Sensoren ueberhaupt in die Schaltung,

nur um den Start, sehr langsamen Lauf, zu ermoeglichen. Wobei die PLL benoetigst Du in einem gutem Design genauso mit HAL-Sensoren, um die Phasen-Schaltpunkte zu errechnen.
 
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torcman

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Ich denke mal mit PLL-Schaltungen kann man Motoren nicht aus dem Stillstand herausführen. Liege ich da richtig?
Sollte ich darauf ein Ja zur Antwort erhalten, wäre meine nächste Frage, ab welcher Drehzahl kann ich bei üblichen Polpaarzahlen das PLL-Verfahren laufen lassen?

diese PLL ist eine digitalle PLL, hat mit der analogen PLL in einem Hochfrequenzgenerator zuerst wenig zu tun.

Du musst von Start heraus die PLL rechnen lassen, wobei bei 3 HAL-Sensoren ist es natuerlich einfacher als bei 2 oder sogar 1 HAL-Sensor, was auch angewandt wird.

Wenn Du auf das Bild hier schaust

6361.png


da siehst Du die 3 Phasen und das EMK-Signal, was in etwa dem HAL-Sensoren entspricht.

Die Zacken auf den 3 Phasenspannungen deuten auf die Schaltpunkte der MOSFETs, zB gruene Zacken sind immer dann, wenn der obere oder untere MOSFET der Phase magenta einschaltet.

Du siehst diese Zeitpunkte sind zu dem EMK versetzt, also muss intern eine PLL laufen die die 6 Schaltpunkte rechnet und dann mit bestimmte Phase verspaeter (zB 3 Grad am Anfang dann progressiv bis 18Grad bei scharfen Motor - 30Ampere). Es reicht nicht eine bestimmte, konstante Zeit zu addieren. Es muss dauernd die Periode berechnet werden und, zB die 18 Grad davon berechnet werden.

Dann muss die PLL-Nachlaufzeit (deren Frequenzcharakteritik) an den Motor angepasst sein, das heisst das Traegheitsmoment J des Motor unbelastet und belastet geht in die Entwurfsformel rein. Da du diese Werte wahrscheinlich nicht kennst, kann man die schnell aus der Rotationstraegheit des Motors (Gewicht und axialle Verteilung) berechnen.

Ganz am Anfang kannst Du natuerlich mit einer konstante Vorzuendung von 2-5 Grad (abhaengig von der Induktivitaet der Motor Spullen) starten, damit der Motor ueberhaupt dreht. Dann wirst Du ploetzlich festellen, dass der Motor ungewoehnlich viel Leerlaufstrom aufnimmt, wirst dann die Vorzuendung veraendern und feststellen, man kann den Leerlaufstrom damit perfekt minimieren.

Dann wirst Du Belastung dem Motor anbieten, bei unterschiedlichen Drehzahlen und die Vorzeundung varieren um die Leistung zu steigern.

Und somit bekommst Du einen Einblick in das statische Kennfeld

Vorzuendung = funktion (Belastung, Drehzahl)

Danach kommen dann die Beobauchtungen bei stark und ploetzlich varierenden Belastungen und somit wirst Du das statische Kennfeld mit dynamischen Korrekturen ergaenzen. Diese greifen nur ein paar hundert ms, sind aber extrem wichtig, sonst verschluckt sich dein Motor (Phase-Bestrommung total falsch) und die Strom-Abschaltung abschaltet - Motor steht.

Es ist ein sehr interessantes Hobby an sich, deshalb waere es vorteilhaft, wenn Du nicht den untersten Level programmieren muss, ich meine den 3 Phasen Kommutator.
 
torcman

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

ok bin im Buero:

ich kriege immer wieder Reklame :)

hier ein kompletes 3ph-BLDC System,

http://links.mkt102.com/servlet/Mai...r=ODkzNzcxODE0OAS2&j=MTI3MzU5NDk5S0&mt=1&rt=0

Du muss auf der WEB-Seite nach mehr Leistung schauen.

Aber Solaris hat alles drin, da kannst Du Dich "hoeheren Aufgaben" was den Pedelec betrifft, widmen.

Der Solaris hat den

InstaSPIN™-BLDC Solution

http://www.ti.com/ww/en/motor_drive...id_pod4=ODkzNzcxODE0OAS2&sp_mid_pod4=38716875


Es gibt ein Paar Lab-Uebungen

http://www.ti.com/lit/an/sprabn7/sprabn7.pdf

Ich meine,

anstatt Dich mit einzelnen Phasen :) zu beschaeftigen, zu disktutieren, und Zeit verlieren, gehe einfach 3 Stuffen hoeher und habe vom Anfang an etwas was laeuft, Spass macht, nicht wahr?

viel Spass dabei
Peter
 
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Joe23

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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Wovon reden wir jetzt, von einem Motor, der auf einer mehr oder weniger konstanten Drehzahl mit Sinusströmen zu betreiben ist und daher "nur" eine Anlaufhilfe benötigt, oder einem Motor, der von Drehzahlen ungleich Null aber nahe Null möglichst konstantes Drehmoment zu liefern hat. Ich würde mir für mein Pedelec eher das Letztere wünschen und hätte auch nichts dagegen wenn die Untere Drehzahlgrenze gleich Null wäre, das wäre sicher lustig beim Anfahren.:)

Ein Pedelecantrieb ist da nicht soweit von einem bürstenlosen Servoantrieb entfernt. Allerdings ist Blockkommutierung bei Servoantriebenauch nicht mehr "State of the Art". Aber nach meiner Marktkenntnis hat man dort die in den Motor hineinintegrierten Lagegeber auch verlassen und als eigene Einheit auf der Motorwelle angeordnet. Damit hatte man den Vorteil, die richtige Phasenlage wenigstens per einmaliger Justage einzustellen.
 
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AW: Neue Steuerung für ein Pedelec

Leider sind meine elektromotorischen Kenntnisse nicht so tief:

Ich weiß zwar, dass ein Sinus den "Idealfall" für einen Elektrotechniker darstellt (keine häßlichen Oberwellen), aber wie man an obiger trapezförmiger EMK-Kurve sieht, ist es doch gar nicht gesagt, dass man damit die beste Ansteuerung erreicht. Sollte diese nicht in jedem Zeitpunkt der EMK-Spannung entgegenwirken - mit etwas höherer Augenblicksspannung um den Strom durch die Wicklung zu treiben?

Wenn ich mir die komplexen Vorgänge bei der Kommutierung (Stromwendung) bei sich ändernder Last anschaue, frage ich mich, wie Gleichstrommotore mit mechanischem Stromwender überhaupt funktionieren. Es entsteht dann dabei wohl dieses Bürstenfeuer bei den Kohlebürsten.

Hat also die elektronische Kommutierung nicht nur den Vorteil das hierbei kein Verschleiß auftritt, sondern die Ansteuerung überhaupt günstiger wird - und welche weiteren Vorteile entstehen dadurch? Weniger Funkstörungen? Auch weniger Verluste? - Wenn ja, wieviel macht das ungefähr aus?
 
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torcman

torcman

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Leider sind meine elektromotorischen Kenntnisse nicht so tief:

Ich weiß zwar, dass ein Sinus den "Idealfall" für einen Elektrotechniker darstellt (keine häßlichen Oberwellen), aber wie man an obiger trapezförmiger EMK-Kurve sieht, ist es doch gar nicht gesagt, dass man damit die beste Ansteuerung erreicht.

Effizienz wichtig> Blockkommutierung
Laufruhe wichtig > Sinusanstuerung

beides wichtig > spezielle Statorbleche mit entsprechend geformten Hammerkopf um die magnetische Flussdichte beim ausfahren des Magneten aus dem Statorpolbereich entsprechend zu gestallten und quasi-sinus-ansterung

Wenn ich mir die komplexen Vorgänge bei der Kommutierung (Stromwendung) bei sich ändernder Last anschaue, frage ich mich, wie Gleichstrommotore mit mechanischem Stromwender überhaupt funktionieren. Es entsteht dann dabei wohl dieses Bürstenfeuer bei den Kohlebürsten.

1.

die mechanisch kommutierten Motoren erreichen niemals die Drehzahlen wie ein elektr.Kommutator, auch wegen der nicht adaptiven Vorzuendung/Winkelverstellung. Somit sind sie bei gleicher Magnetmasse und Statorblechmasse immer leistungschwaecher.

Der kleine TM350-12 mit 160g leistet dieselbe Leistung wie ein 600g buerstenmotor. Wobei der Buerstenmotor noch ein Getriebe braucht (Verluste) um auf die selbe Drehzahl der Achse z kommen.

2.

deshalb hat man schon in XIX Jh. Kommutatorwinkel mechanisch verstellt.

3.

Buerstenfeuer:

auch bei mechanischen Kommutator versucht man mit Kondensatoren es zu daempfen. Aber es ist klar, ein mechanischer Schalter abschaltet nicht auf einmal, sondern es sind viele Abbrisvorgaenge, mit entsprechenden Funken, die die Buersten langsam zestoerren.

Damit ist ein elektronische Abschalter im Vorteil.

Hat also die elektronische Kommutierung nicht nur den Vorteil das hierbei kein Verschleiß auftritt, sondern die Ansteuerung überhaupt günstiger wird - und welche weiteren Vorteile entstehen dadurch? Weniger Funkstörungen? Auch weniger Verluste? - Wenn ja, wieviel macht das ungefähr aus?

ja,

wie oben gezeigt 4fache Steigerung des Leistung/Gewicht-Verhaeltnisse. Lebenszeit nur durch die Lager begrenzt - sehe Papst-Luefter.
 
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Joe23

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Für mein Projekt habe ich beschlossen, fast unverändert bei dem ursprünglichen Vorhaben zu bleiben. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass ich anhand der Detailprobleme mehr über die Funktionsweise einer Blockkommutierung erfahren möchte und nicht etwa einen optimalen Pedeleccontroller erstellen möchte. Der Fahrbetrieb ist mir nicht wichtig, zumindest am Anfang. Durch die spätere Einführung eines Motorstromreglers möchte ich dann schon erreichen, dass mir die Suche nach der jeweils optimalen Gasgriffposition erspart bleibt. Also Reduktion von Gas wenn die Strecke steiler b.z.w. zu steil wird. Also sozusagen den unmittelbaren Einfluss des Gasgriffs auf die Geschwindigkeit herausnehmen. Ob das dann ein angenehmes Fahrgefühl vermittelt, wird noch zu testen sein. Bei fester Gasgriffposition stellt sich dann ja immer die Geschwindigkeit ein, die eben gerade noch mit dem kommandierten Drehmoment erreichbar ist. Ob das nicht das Gefühl vermittelt, dass der Antrieb am "Abschmieren" ist?
Die einzige Änderung wird sein, vielleicht doch als Zwischenschritt eine Kommutierung per hard wired logic ohne
PWM-Aufschaltung zu machen, aber nicht aus Gründen der geringeren Durchlaufzeit, sondern weils viel einfacher erscheint, als mit einer Softwarelösung anzufangen.
 
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torcman

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> eine Kommutierung per hard wired logic ohne PWM-Aufschaltung zu machen,

Null Chance,

es wird ein Bruchteil einer Sekunde dauern und dein Motor, wenn der MOSFET gut ist und der Akku stark genug, durchgebrannt ist.

Aber ja, bitte baue es und berichte.


Du hast so viel Hilfestellung bekommen, nicht nur von mir,

Links zu viel Information, fertigen BLDC-Steuerboards

und am Ende willst Du ein "hard wired" bauen >>>> Kopf schutteln

hätte ich mir wirklich die Zeit gespart....
 
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Christian

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Ich denke, das Ansinnen bezieht sich auf meinen Hinweis, eine hardverdrahtete Schaltlogik sei mit geringer Spannung testweise zum Drehen zu bringen.

Als "Fingerübung" sicherlich machbar, allerdings auch aus meiner Sicht nicht unbedingt sinnvoll. Eine "Übersetzungstabelle" (Hallsensoren --> IR2130) ist wirklich einfach zu programmieren ("Interrupt on Change" an den drei Hallsensoreingängen, Eingänge abfragen, Ausgänge gemäß Übersetzungstabelle setzen). Und von da aus geht's sofort und ohne Umbau weiter zur PWM und dann zum ersten praktisch brauchbaren Einsatz.

Man sollte dennoch berücksichtigen, dass die Beweggründe für einen Selbstbau sehr unterschiedlich ausfallen können. Unterstützung ist so oder so gefragt.

Gruß,

Christian
 
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Joe23

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Natürlich werde ich dabei (habe ich schon) die von Christian vorgeschlagenen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (ergriffen). Habe gestern versucht, das was ich durch Stromeinspeisung bewirken kann, in Beziehung zu bringen mit der Information, die ich zur Rotorlage haben kann.
Habe also einen üblichen Chinakontroller an den Motor angeschlossen allerdings eine Phasenleitung wieder abgeklemmt, und versucht die Position des Motors zu finden, bei der dieser Moment entwickelt, was leider schwer bis unmöglich ist, da ich die Motorposition nur durch Rückwärtsdrehen verändern Kann(Freilauf).Natürlich hatte ich dabei die 14A Strombebrenzung des Kontrollers zur Verfügung und auch die Spannung war per Gasgriff jederzeit im Griff (daher der Name "Gasgriff").
Ich werde das Experiment anders machen müssen. Ich werde den Strom statisch einspeisen müssen, (über zwei Phasenleitungen, das nur nochmals erklärt, damit mich auch alle verstehen können) und dann die Rotorlage an den Hallsensoren ablesen. Leider ist man auch hier nicht sicher, ob der Motor eine stabile Position eingenommen hat, da man nur in Rückwärtsrichtung ein Gegenmoment beim Wegdrehen verspüren kann.
Bevor ich weiterargumentiere und vielleicht einen weiteren Aufschrei der Spezialisten riskiere, wenn ich von Phasenbeziehung und anderen Größen reden sollte, wo es sich hier um Gleichströme handelt, ich bin flexibel genug, die statisch angelegten Gleichströme, im Falle des Drehenden Motors als Rechteckströme (natürlich mit transienten Anteilen) zu sehen, und mich schließlich auf die Grundwelle zu beschränken. Dieses also nur vorsorglich mal geäußert.
Es geht mir also darum, zu wissen bei welcher Rotorlage die Magnetwirkung des angelegten Stroms in "örtliche Phasengleichheit" mit dem Permanentfeld Kommt. Das ist dann die Stromorientierung, bei der ich zwar am meisten zum magnetischen Fluss beigetragen habe, aber auch keinerlei Kraftwirkung zu erwarten habe. also wieder in Wechselgrößen übersetzt nur Blindstrom in den motor hineinpumpe. Wenn ich das nicht will, sollte ich
diese Orientierung des Stroms meiden. Der Wirkstrom liegt davon +/-90 Grad im Phasenwinkel entfernt und wir sind in dem Dilemma, dass wir diesen Phasenwinkel aufgrund eines 60 Grad auflösenden Rotorlagegebers (der vermutlich diese groben Winkelintervalle nicht mal äquidistant zur Verfügung stellt) nicht annähernd richtig vorgeben können. Wenn ich das wollte, dann würde ich mir einen hochauflösenden Rotorlagegeber besorgen und wäre mir aber gleichzeitig bwewußt, dass ich um diesen anbauen zu können gleich noch einen Motor passend dazu konstruieren müsste. Darum bleibe ich halt auf dem Boden der Tatsachen und gebe mich halt mit einer Blockkommutierung zufrieden. Aber innerhalb meiner Bastelei möchte ich schon bestmöglich Bescheid wissen.
 
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Joe23

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Ich denke, das Ansinnen bezieht sich auf meinen Hinweis, eine hardverdrahtete Schaltlogik sei mit geringer Spannung testweise zum Drehen zu bringen.

Als "Fingerübung" sicherlich machbar, allerdings auch aus meiner Sicht nicht unbedingt sinnvoll. Eine "Übersetzungstabelle" (Hallsensoren --> IR2130) ist wirklich einfach zu programmieren ("Interrupt on Change" an den drei Hallsensoreingängen, Eingänge abfragen, Ausgänge gemäß Übersetzungstabelle setzen). Und von da aus geht's sofort und ohne Umbau weiter zur PWM und dann zum ersten praktisch brauchbaren Einsatz.
Ich glaube ich brauch das nicht weiter kommentieren, da geht es mir ähnlich wie dir, ich fühle mich halt in Hardware besser zu hause und hab immer noch eine Scheu, mich mit einem für mich neuen Prozessor zu beschäftigen und vor allem zuviel neues aufs erste mal einzuführen. das mit der Software kommt schon noch, das bin ich der Vorarbeit meines Sohnes schuldig.
 
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