NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht

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  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #1
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26Zoll

Hallo liebe Radler,

Hier folgt mein Erfahrungsbericht zum NCM Berlin 2015
mit Urlaubsfahrt über ein paar Alpenpässe

Aktueller km-Stand: 3.200
Gekauft: Frühjahr 2015
Preis: 699,-

zeitweise mit Motor vom Praque gefahren(ca. 300 km), als Nachrüstkit gekauft
  • der geht noch besser ab, kratzt und schleift aber heftig!
  • dabei beim Pseudopedalieren Vmax ca. 32 km/h
  • Reichweite (Rest Akku 2 Balken) bei Stufe 6 und Ebene(mit ein paar kurzen Steigungen) ca 30-35 km; V-durch ungefähr 30 km/h
  • Reichweite (Rest Akku 2 Balken) bei Stufe 3 und Ebene(mit ein paar kurzen Steigungen) ca 60-70 km; V-durch ungefähr 25 km/h

mittlerweile wieder Orginalmotor, der läuft ruhig
  • dabei beim Pseudopedalieren Vmax ca. 28 km/h
  • Reichweite wie oben, aber V-durch ungefähr 5 km/h weniger

immer mit Krafteinsatz!

Umbau:
  • Klickpedale
  • anderer Lenker mit Hörnchen
  • Suntour Sattelstütze
  • anderer Sattel (diverse Versuche)
  • Schutzbleche
  • Marathon Plus
  • hydraulische Scheibenbremsen Tektro Auriga
  • (bei 350er Motor anderes Ritzelpaket mit 11)
  • Gepäckträger
  • Klingel
  • Batteriebefestung mit Klebeband modifiziert
  • ganz neu: Akku mit 10 Ah, erfordert neue Halterung, die aber mit Schnellverschluß. Und etwas Bastelarbeit, da andere Kabelanschlüsse. Kann aber jetzt wechsel, da zwei Akkus vorhanden und Ausbau geht ohne Pfrimmelei!

Reparaturen:
  • Luft nachfüllen und regelmäßig duschen!

Und nun der Reisebericht:
Eine Woche von Reutte/Tirol nach Meran und wieder zurück über anderen Weg nach Lindau.
An- und Abreise mit dem Zug. Gepäck für 2 Jahre auswandern dabei: 2 Packtaschen á 4 kg und Rucksack mit 3 kg

Die Planung war inspiriert von einem Buch: Leichtes Alpencross
Da sind viele Touren fürs MTB über die Alpen genau beschrieben. Ich habe mehrere kombiniert und abgewandelt, teilweise in anderer Richtung gefahren.
Die Tagesstrecken liegen dabei bei 50-70 km, berechnet für MTB ohne Motor, von leicht bis anstrengend(das hätte ich mir genauer anschauen sollen!).

Ich haben mir die GPS-Dateien aus dem Buch aufs Smartphone geladen, abweichende Streckenabschnitte mit BRouter erzeugt und auch geladen.
Navigiert nach Track mit OSMAND. Das ging auf dem S3 mini so einigermaßen beim Routen nach Track, beim freien Routing nervt das Ding ziemlich mit unsinnigen Ansagen.

Die Touren sind aber gut ausgeschildert, Karten find ich doof, weil ich ständig anhalten muss und das bringt meine Laune durcheinander.

Fazit: Absolut empfehlenswert, aber schon gut anstrengend!!
Die im Buch genannten Tagesetappen habe ich gut geschafft, teilweise erheblich überschritten, der Akku hat nie schlapp gemacht, ich schon. Powerriegel sei Dank!

Grobe Strecke:
Fernpass/Timmelsjoch/Reschenpass/Silvretta Hochalpenstrasse

Die Angaben zu den gefahrenen Strecken sind nachträglich mit BRouter berechnet, entsprechen nicht genau den gefahrenen. Grund: die aufgezeichenten GPX-Dateien sind löchrig.
Es kommt aber von der Größenornung her schon einigermaßen hin.

1.Tag
  • Anfahrt aus Raum Stuttgart bis Pfronten geplant, dann doch bis Reutte, wegen der Zeit!
  • Start um 11 Uhr in Reutte/Tirol bis Sauters im Ötztal
  • ca. 69 km
  • höchster Punkt: 1270 m
  • gefahrene Höhenmeter: ca. 1000
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 2 Balken

Der erste Tag war zum Einfahren gedacht, hat mich aber fast zum Umkehren gebracht,.
Der Fernpass ist auf der Strasse gut zu fahren, die Route ging aber auf Radwegen, teils grob geschottert. Und kurze heftige Steigen dabei, die alle zum Schieben gezwungen haben. Da musste Stufe 2 und 3 her, sonst hätte ich mitschieben können.
Außerdem geht es höher als bei der Straßenführung. Ich dachte, wie soll das bei den richtigen Pässen werden.
Als Abfahrt habe ich mir die Straße gegönnt, war aber auch nicht so dolle, weil ich immer wieder die Autos überholen musste.
In Imst hätte ein Blick auf die Karte geholfen, um ein paar sinnfreie Runden einzusparen.
Dann das Inntal entlang bis ins Ötztal/Sauters.

2. Tag
  • Von Sauters das Ötztal hoch bis Hochgurgl
  • ca. 52 km
  • höchster Punkt Hochgurgl ca. 2120
  • gefahrene Höhenmeter 1534
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 2 Balken

Zunächst regelmäßiger aber erträglicher Anstieg, wieder viel auf Radwegen, irgenwann wurde mir das ständige Auf und Ab zuviel. Die Fahrt auf Schotter mit den Trekkingreifen ist anstrengend.
Deshalb bin ich auf die Straße! Da geht es mit Steigungren einigermaßen nach RASt. Ab Zwieselstein ist eh besser. Dort wollte ich auch übernachten, es war aber erst 14 Uhr rum, deshalb dachte ich, ich fahr den Akku und meine Beinen leer. Wenn ich auf der Streck schlapp machen würde, könnte ich ja wieder zurück rollen.
Hat dann aber bis Hochgurgl gereicht, allerdings mit Powerriegel am Straßengrabenkurz vorm Ziel.
Viele Motorräder unterwegs, logisch!+
Und dann erst gemerkt, dass ich ja schon fast oben bin. Das Timmelsjoch konnte ich fast schon riechen(oder war das mein Angstschweiß?)

3. Tag
  • Übers Timmelsjoch jucheeeee! Ab nach Südtirol, bis Meran.
  • ca. 58 km
  • höchster Punkt ca. 2500
  • gefahrene Höhenmeter 700
  • Abfahrt 30 km mit 1800 Höhenmetern
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 3 oder 4 Balken


Von Hochgurgl an der Mautstelle vorbei und kurze Abfahrt und dann die restlichen Kehren hoch zum
25xx hohen Timmelsjoch. Schade das Restaurant hatte zu, wegen Renovierung. Nach dem ersten Tunnel dann eine Jausenstation und erst mal einen Kaffee zur Aussicht getrunken.
Da vesperte gerade auch ein Rennradler, den hab ich gefragt, ob ich mal sein Radl lupfen darf.....
Ohne Kommentar!
Und dann die Abfahrt: 30 km bis Leonhard mit insgesamt 1800 Höhenmeter. Da brauch ich auch nix dazu sagen, oder?
Das Rad fährt wie auf Schienen, auch mit Gepäck und hoher Geschwindigkeit. Später an der Silvretta waren es fast 80 Sachen.
Von Leonard bis Meran im Passertal dann gemütlicher Schotter/Asphaltradweg leicht abwärts.

Tag 4 Pause!

to be coninued!
 
  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #2
Hasso123

Hasso123

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Sehr schöner Bericht, lese sehr gern sowas (y)
 
  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #3
rebecmeer

rebecmeer

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Toller Bericht. Gibt es auch Photos dazu?
 
  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #4
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26Zoll

...Fortsetzung Reisebericht, nun mit Bildern!
zunächst die Tagesetappen aus BRouter als Screenshots, nachträglich erfasst, also nicht mehr ganz die Strecke die ich gefahren bin!
Die Etappen und der Höhenverlauf sind gut zu sehen.
Um selber schnell eine Route zu planen ist der BRouter sehr gut. Habe ja oben beschrieben, wie ich das mache.

Tag 1
Bescheibung s.o.!
Tag1.JPG



Tag 2
Bescheibung s.o.!
Tag2.JPG


image003.jpg

So ähnlich lag ich auch im Graben und mampfte einen Riegel, sonst hätte ich die restlichen 2 km nach Hochgurgl nicht mehr geschafft!

Tag 3
Bescheibung s.o.!
Tag3.JPG

Tag 4
Pause in Meran, Besuch der Gärten von Trauttmannsdorf und Betrachten der Schönen und Reichen am Abend, oder diejenigen die's gern wären!

Tag 5
Tag5.JPG

  • Von Meran durchs Etschtal nach Nauders
  • ca. 82 km
  • höchster Punkt Reschenpass ca. 1500 m
  • gefahrene Höhenmeter ca. 1380
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 2 Balken mit unterwegs teilweise laden!
Von Meran im Etschtal lange Zeit mit wenig Steigung lange bergan. Das ist gemütlich zu fahren, auf den unteren Stufen merkt man den Motor kaum. Bin manchmal auch auf Stufe 0 gefahren.
Ich hatte dann auch die einzige Panne auf der Reise: einen Bremsbelag vorne verloren! Germerkt hatte ich das beim anhalten, es ging schöne ins Leere. Zum Glück ist das nicht auf der Hochgeschwindigkeitsrennstrecke passiert. An der Strecke mit Bahnlinie sind viele Fahrradwerkstätten, die Bikes verleihen und reparieren. So eine suchte ich dann auf, hatte gute Unterhaltung mit dem Monteur. Ursache für den Verlust waren die Sicherungsschräubchen für die Bremsbeläge. entweder von mir als Trommelbremsen-Geübter übersehen oder nicht ausreichend gesichert. Neue Beläge rein, Sicherung angebracht und 1/2 Stunde Akku laden. Und dann war die gute Laune wieder da.
in der Kneipe nebenan machten ein paar Porschefahrer gerade Rast:
image009.jpg

Der Reschenpass wird von dieser Seite aus nicht sehr deutlich vom Streckenverlauf. Wahrscheinlich auch, weil ich viel neben der Straße war.
Es kam dann aber noch ein heftiger Anstieg vor den beiden Seen. Eine Pause mit 1/2 Stunde Ladezeit hab ich mir noch gekönnt.
image011.jpg

Danach noch eine kurze Strecke bis Nauders. Das war dann die längste Strecke der Tour, wahrscheinlich hätte die Akkukapazität auch ohne Laden zwischendurch gereicht. Ich wollte aber mal testen, wie die Leute darauf reagieren: immer freundlich!
Tag 6
Tag6.JPG

  • Von Nauders ins Inntal nach Landeck und das Paznauntal hoch bis Galtür
  • ca. 90 km
  • höchster Punkt Galtür ca. 1580 m
  • gefahrene Höhenmeter ca. 1400
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 2 Balken
Der Tag begann erst mit einer Enttäuschung und darauf folgender Anstrengung. Der Reschenpass ist für Fahrräder gesperrt und eine Ausweichroute nach Martina notwendig. Da ging es dann halt erst mal hoch, gleich nach dem Frühstück und mit Nieselregen. Dann aber doch eine Passabfahrt, leider nass!
Der Tag war insgesamt etwas verregnet, da bleibt der Spaß dann etwas auf der Strecke. Es gibt auch keine Bilder, außer einem Werbeplakat einer Holzhandlung: "Wir haben Holz vor der Hütte-Greifen Sie zu!" Das zeig ich aber nicht! Auf jeden Fall ein deutliches Zeichen der christlich-abendländischen Kultur!
Der Streckenverlauf erst mal entspannt bergab, ab Landeck dann wieder teils anstrengend bergauf bis Galtür. An Ischgl und den anderen Skiorten vorbei. Eindrucksvoll, wie man die Alpen verbauen kann. In Galtür haben dann die gefährdeten Häusser imposante Schutzwälle zum Berg hin.

to be continued!
 

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  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #5
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26Zoll

Fortsetzung Reisebericht

Tag 7
Tag7.JPG

  • Von Galtür über Silvretta Hochalpenstraße nach Bludenz
  • ca. 57 km
  • höchster Punkt Silvretta-See ca. 2034 m
  • gefahrene Höhenmeter ca. 550
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 3 oder 4 Balken
Zuerst eine richtige Passfahrt nach oben! Wie beim Timmelsjoch aber nur ca. 600 Höhenmeter auf ca. 10 Kilometer Strecke, das ist zu machen.
Am See dann kurze Rast und dann wieder eine sensationelle Abfahrt. Auf einem kurzen geraden Stück fast 80 Sachen, oder eine Fata Morgana. Ich könnte mal im Display nachschauen, ob das wirklich stimmt.
image014.jpg

Die Harley-FahrerInnen waren auch hier mächtig stolz, ihre Eisenhaufen herumgewuchtet zu haben. Ich auch!
Irgendwann wurde die Strecke dann wieder gemächlich und die Aussicht, keine nennenswerte Steigung mehr in Aussicht zu haben, fast schon wehmütig.
Urlaub fast zu Ende!

Tag 8
Tag8.JPG

  • Von Bludenz nach Lindau
  • ca. 70 km
  • höchster Punkt Silvretta-See ca. 2034 m
  • gefahrene Höhenmeter ca. keine
  • Stufe 1 hauptsächlich, manchmal 2, selten 3
  • Akku hatte noch 3 oder 4 Balken
Ja! das war es dann auch fast schon! Mit ein paar Kaffee-Pausen über Brengenz nach Lindau auf den Zug! Fertig!
Experiment gelungen!
Das Pedelec-Urlaub-fahren ist eine geniale Möglichkeit zu reisen. Strecken, die ich niemals ohne Motor fahren würde sind zu schaffen.
Tagesetappen von 50 bis fast 100 km sind möglich!

Grüße Jörg
 
  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #6
luki1

luki1

Dabei seit
07.04.2016
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95
Ort
Kiel
Details E-Antrieb
Bosch Perf.Line, 500W,36V
moin,
schön geschrieben(y) , vom Wasser im Norden, bis zu den Bergen in den Süden sinds erst mal rd. 900km
und dann die Tour, das wärs:whistle:.
und das mit so einem preiswerten Rad, ob der Performens Line das auch schafft ? Er ja, aber ich ?:notworthy:
 
  • NCM Berlin 2015 Erfahrungs- und Reisebericht Beitrag #7
M

Mabra1960

Dabei seit
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19
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4
Ein wirklich toller Bericht, der mich motiviert, zumindest längere Touren mit meinem Berlin zu unternehmen.
Danke!
 
Thema:

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