Motorleistung verschiedener Pedelecs

Diskutiere Motorleistung verschiedener Pedelecs im Kaufberatung Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; Servus, ich heiße Rafael und habe noch kein Pedelec. Bin 40, komme aus dem LKR Freudenstadt. Ich habe vor, mir mein Fahrrad zu einem Pedelec um...
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Busy1979

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Servus,

ich heiße Rafael und habe noch kein Pedelec. Bin 40, komme aus dem LKR Freudenstadt.
Ich habe vor, mir mein Fahrrad zu einem Pedelec um zu bauen, davor hätte ich jedoch einige Fragen:

Aktuell habe ich leihweise ein Prophete-Pedelec meiner verstorbenen Tante um die Thematik kennen zu lernen. Dieses hat einen Front-Nabenmotor mit 250Watt. Es hat 5 Leistungsstufen und eine 7-Gang Nabenschaltung. Ehrlich gesagt macht es mir nicht wirklich Spaß, damit zu fahren, allein von der Bauform her. Aber auch ist der Motor gefühlt "sehr schwach". Sobald eine leichte Steigung kommt, packt der Motor auf höchster Leistungsstufe nicht, mich auf Geschwindigkeit zu halten. Ich muss also selbst Kraft aufwenden. Bei größeren Steigungen (würde sagen, ab 3%), muss ich schon ordentlich reintreten, dass ich vorwärts komme. Ich das so gewollt bei einem Pedelec?

Zum Vergleich bin ich mal ein aktuelles Pedelec von einem Kumpel gefahren, auch dieses hat einen 250W Motor, jedoch als Mittelmotor. Da hatte ich das Gefühl, dass da deutlich mehr Power kommt. Aber beide Motoren sind doch von der Leistung her gleich (keine illegalen Umbauten etc). Da ich von Elektrik null plan habe, wollte ich hier mal fragen, wie sich das verhält.

Ich dachte immer, 250W sind 250W. Oder hat da z.B. noch der Akku einen Einfluss etc.?

Grüße Rafael
 
Sack84

Sack84

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Hi,
ein Mittelmotor ist einfach effektiver, da die Schaltung mit einbezogen wird.
Wenn du kein aktiver, oder ehermaliger Spitzensportler bist, wäre ein Mittelmotor wohl die bessere Wahl, gerade im Schwarzwald.

Die 250W Problematik ist komplex. Genügt zu sagen, dass ein 250W Vorderradmotor nichts mit der Leistung z.B. eines Bosch Mittelmotors von "250W" zu tun hat.
 
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Busy1979

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Danke, und wie sieht es aus mit einem nachgerüsteten Hinterrad-Nabenmotor? Ich wollte sowas an mein Merida-Fahrrad bauen. Ist das dann eher wie der schwache Vorderrad-Motor oder eher wie ein Mittelmotor?
 
Electric

Electric

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Die Fertigbikes mit Mittelmotor sind eine Macht, weil sie mit viel Aufwand als Komplettlösung entwickelt wurden, um im Alltag zu bestehen. Sie haben nicht 250 W, das ist nur eine Leistungsangabe gemäß der Messnorm. Sie haben zumeist tatsächlich 350-1000 W. Der in elektrischen Mountainbikes übliche Bosch CX hat z.B. gut 630 W Motorleistung. Also täuscht dein Gefühl nicht.

Ein Nabenmotor ist am richtigen Berg nicht gut aufgehoben, besonders nicht wenn du schwer bist.
 
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Teelöffel

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... und wie sieht es aus mit einem nachgerüsteten Hinterrad-Nabenmotor? Ich wollte sowas an mein Merida-Fahrrad bauen. Ist das dann eher wie der schwache Vorderrad-Motor oder eher wie ein Mittelmotor?
Eher wie der schwache Vorderrad-Motor. Wobei 250W heute eher 600W bedeuten. Es wird also etwas besser gehen, als bei der Tretmühle der Tante. 5% Steigung müssten noch gut gehen.
 
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Jenss

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"Genügt zu sagen, dass ein 250W Vorderradmotor nichts mit der Leistung z.B. eines Bosch Mittelmotors von "250W" zu tun hat."

Völlig korrekt, moderne Vorderradmotoren halten mehr als 600W dauerhaft aus.

Beim Beschleunigen in der Ebene sind sie auch schneller, weil keine Schaltaussetzer nötig sind.

Bei nur ca 3% Steigung klare Empfehlung für einen einfach nach zu rüstenden Vorderradmotor!

Allerdings....halt....merida???....was ist das für ein bike? Lohnt es überhaupt, das umzurüsten? Bremsen und Ramen usw. sollten schon eine gewisse Leistungsfähigkeit besitzen, um nachhaltig Spaß zu haben.
 
Sack84

Sack84

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Genau wie mittlerweile alle Händler muss man bei so wenigen Angaben: Gewicht, Fitness, Gelände bzw. Einsatzbereich, einen Mittelmotor empfehlen. Die anderen Motoren können natürlich, unter speziellen Umständen, auch funktionieren.

Für Nicht-Sportler, und Leute die kein bergtaugliches Nabenmotor-Set für 1500€ kaufen können, oder wollen, bleibt nur der Mittelmotor.

Wobei ich stark annehme, dass @Busy1979 auf einen Ebay Hinterrad Umbausatz spekuliert? ;)
 
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Üps

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Sobald eine leichte Steigung kommt, packt der Motor auf höchster Leistungsstufe nicht, mich auf Geschwindigkeit zu halten.
Das ist bei meinem Auto auch nicht anders: In der Ebene: 200 km/h kein Problem. Bissle den Berg hoch: Fährt halt langsamer. Ganz normal.
größeren Steigungen (würde sagen, ab 3%), muss ich schon ordentlich reintreten, dass ich vorwärts komme.
Mal abgesehen davon, dass man bei den ganzen Marken-eBikes immer rein treten muss, um vorwärts zu kommen, da es Fahrräder und keine Motorräder sind und das Reintreten mit einem Drehmomentsensor kontrolliert wird, glaube ich das nicht. Außer der Akku wäre leer oder kaputt gewesen, oder du wiegst 200 Kilo.
 
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Oldie1947

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Für alle Motoren gilt: Die abgegebene Leistung ist Motordrehzahl abhängig, also höhere Motordrehzahl ergibt mehr Leistung.
- Für Hinternabenmotor oder Vordernabenmotor gilt daher: Schlecht für das Langsamfahren. Grund: niedrige Motordrehzahl.
- Beim Mittelmotor ist langsam fahren auch mit hoher Motordrehzahl möglich, weil die Motordrehzahl mit einem kleinen Gang hoch gehalten werden kann.
- Beim Nabenmotor muss man also in Steigungen sehr fit sein um die Motordrehzahl (also auch die Fahrgeschwindigkeit) hochzuhalten.
 
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Teelöffel

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Beim Nabenmotor muss man also in Steigungen sehr fit sein um die Motordrehzahl (also auch die Fahrgeschwindigkeit) hochzuhalten.
Sicher richtig, man kann an zu heftigen Steigungen aber auch mal schieben. 99% meiner Strecken sind unter 5%, ich fahre ich alles im selben Gang und Schalten war mal. Freude ohne Ende.
 
Electric

Electric

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"Ein Nabenmotor ist am richtigen Berg nicht gut aufgehoben, besonders nicht wenn du schwer bist"
und 74 mußt du mindestens sein damit das klappt :)
Tour - Pässefahren mit meinem Simplon Silkcarbon mit Alber Z20 Nabenmotor
Das ist abgehobenes Zeug, was in Kaufberatungen nichts hilft. Es gibt auch jemanden, der mit seinem Tesla durch ganz Europa mit 90 km/h hinter LKW her fährt und erklärt, es gäbe kein Reichweitenproblem. Mir ging auch immer auf die Nerven, wie viel einige mit dem BionX-Antrieb rekuperiert haben wollen und 250 km mit einem Akku gefahren sind. Mag stimmen, wenn man es darauf anlegt und alle externen Parameter solche Rekorde unterstützen.

Auch ist jemand mit seinem Reibrollenantrieb den Mont Ventoux hochgefahren. Das geht immer, wenn man unter 80 kg wiegt und sehr radfit ist. Wer eine Stunde lang 250 W tritt kann man das alles nämlich auch ohne Motor recht zügig fahren. Und der Motor ist nur ne winzige Zusatzhilfe. Wie eben der Vivax-Motor, der ja auch einigen gereicht hat, auf Amateurrennen in den Bergen zu glänzen. 😜

Aber Kaufberatung sucht der Laie. Wir wissen nicht, wie fit der Mann auf dem Rad ist, vermutlich nicht so fit. Wenn der mit einem Frontmotor mit Getriebe an die erste echte Rampe kommt, wird der Speed nicht vergleichbar mit einem Bosch CX sein. Den hat er vermutlich als Vergleich gefahren. Und dann ärgert er sich über die „Beratung“.
 
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Teelöffel

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Wir wissen nicht, wie fit der Mann auf dem Rad ist, vermutlich nicht so fit.
Bei den Mittelmotorkonzepten mit Drehmomentsteuerung an Steigungen auch daran denken, dass man über 200W Input bringen und treten muss wie ein Hamster, wenn man die volle Motorleistung abrufen will.

Da bleibt ein supertolles Mittelmotor Bike von Bosch & Co an einer Steigung schon mal stehen, während ein Radler auf einem preiswerten Discounterbike mit Nabenmotor und PAS-Motorsteuerung ganz entspannt die Steigung hoch flitzt.
 
Ü

Üps

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Die Räuberpisole, dass man beim Nabenmotor rein treten muss wie ein Ochse, damit es bei 3% nicht stehen bleibt, glaube ich trotzdem nicht.
 
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Teelöffel

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Die Räuberpisole, dass man beim Nabenmotor rein treten muss wie ein Ochse, damit es bei 3% nicht stehen bleibt, glaube ich trotzdem nicht.
Der Nabenmotor der Tretmühle seiner seligen Tante stammt möglicherweise noch aus einer Zeit, wo die Motoren noch wirkliche 250 Watt hatten.
 
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Üps

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Mein Q100 aus dem Jahr 2011 (Aldi Frühling 2012) mit diesem komischen Lipo-Akku hatte keine 250 Watt am Berg und das Rad war eher noch altertümlicher als beschrieben. Omarad, Rücktritt, 7-Gang-Nabe, Tiefeinsteiger, nur 3 Leistungsstufen. Ab 2013 hatten die erst 5 Stufen und einen Li-Ionenakku.
Bis 5% Steigung musste man da genau gar nicht treten und bei 7% Steigung braucht man vielleicht 50 Watt Eigenleistung, die auch jeder Gesunde ohne Anstrengen treten können sollte.
 
andreasDo

andreasDo

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Coboc Montreal
Bis 5% Steigung musste man da genau gar nicht treten und bei 7% Steigung braucht man vielleicht 50 Watt Eigenleistung, die auch jeder Gesunde ohne Anstrengen treten können sollte.
Wobei man ja unterschiedliche Ergebnisse bekommen kann. Wenn man 60 kg wiegt sind für 15 km/ an 105 Steigung keine 400 W Gesamtleistung notwendig ... wenn man 80 kg wiegt sind es schon deutich über 400 W ... und sollte man 120 kg auf die Wagge bringen sind wir unter denselben Voraussetzungen bei deutlich über 600 W für 15 km/h an 10 %.

Ich hatte mit dem Coboc bisher auch keine Probleme an Steigungen. Ich merke aber schon, dass ich im Unerschied zum Panasonic bei stärkeren Steigungen mehr Eigenleistung bringen muss um das Rad auf Tempo zu halten.
 
Georg

Georg

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Raleigh Dover Lite (Panasonic) 26V, 25 Ah - Akku
Wie ich so lese, haben die meisten Motore wesentlich mehr als 250 Watt.
Das heißt aber auch, dass sie wesentlich mehr Strom verbrauchen?
 
dilledopp

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Klever Biactron GoSwiss 500W Yamaha PW-Pro (X)
Da bleibt ein supertolles Mittelmotor Bike von Bosch & Co an einer Steigung schon mal stehen, während ein Radler auf einem preiswerten Discounterbike mit Nabenmotor und PAS-Motorsteuerung ganz entspannt die Steigung hoch flitzt.
Lach, deshalb haben eMTB`s auch alle Nabenmotoren.
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Teelöffel

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Es geht nicht um den Motor, sondern um die Motorsteuerung.
Nicht jeder hat Freude an einem Hamsterlaufrad.
 
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