Motorantrieb über Zahnriemenscheibe an den Speichen des Hinterrads selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Diskutiere Motorantrieb über Zahnriemenscheibe an den Speichen des Hinterrads selbst gebaut - Erfahrungsbericht im Umbau-Pedelecs Forum im Bereich Diskussionen; Nach über einem Jahr Fahrbetrieb (täglich 16km in die Arbeit) und Ermunterung nach einem Beitrag im Mitgliederbereich traue ich mich nun mein Baby...
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purligar

Nach über einem Jahr Fahrbetrieb (täglich 16km in die Arbeit) und Ermunterung nach einem Beitrag im Mitgliederbereich traue ich mich nun mein Baby vorzustellen. In einer Zeit, wo die eBike Anbieter nur so aus dem Boden spriessen, fragt man sich wozu denn einen Umbausatz selber entwickeln, aber:

  • ich wollte keine >600€ ausgeben sonder <100€
  • einen Antrieb der auf möglichst viele Radtypen ohne Umbau passt, also mein altes Stahlross weiterverwenden.
  • der es mir im Winter ermöglicht bei gleicher moderater Tretleistung wie im Sommer auf dem Rennrad, mit 30km/h zu radeln
  • schnell montierbar&demontierbar
  • wintertauglich für die tägliche Fahrt in die Arbeit
  • nur robuste&günstige Teile mit langer Bezugssicherheit (Ersatzteile von e-Scootern) verwenden.
  • ich akzeptiere Blei-Akkus, da der Motoranbau selber sehr leicht ist
  • ich kann mir die benötigten Plastikteile selber fertigen, mittels Laser Sintern
  • Pedelec-Sensor ... irgendwannmal
und das ist dabei rausgekommen:
Fazit:

  • fahre seit 1 Jahr zufrieden und schweissfrei in die Arbeit
  • Reichweite: 20-40km bei 30km/h je nach Eigenleistung. Gefühlt: man tritt für 30km/h so wie ohne Antrieb für 20km/h
  • kein wesentlicher Vorteil bei Start und Bergauf. Der Motor liefert erst bei Drehzahl Leistung.
  • robust & China-Teile geht, die verwendeten Unite 24V 200W Motoren + Elektronik bewährten sich. Keine Lagerschäden oder Ausfälle
  • die verwendeten 2x12V 7.2Ah Panasonic Bleiakkus mit IVT Ladegerät halten besser als gedacht (2x17€+30€IVT Ladegerät)
  • ich darf nun für Familie und Arbeitskollegen Umbausätze fertigen.
  • werde vielleicht den kleineren und stärkeren Unite 1016 250W Motor testen
Fortlaufend aktualisierte technische Details findet ihr unter: http://jp3d.lima-city.de/ebike.html
 
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Eheli

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AW: Zahnriemenantrieb selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Das Ding greift einfach in die Speichen und schiebt diese weiter? Sachen gibts...
Cool, danke!
 
mojitoklaus

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Die einseitige und massive Belastung der Speichen muss ja irgendwann zum Crash führen. Ich hoffe Du hast gute Schutzkleidung an.
 
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labella-baron

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Klar.
200W/max. 18 Speichen = 11,11 W/Speiche. :D

Auf den "ersten" Blick eine durchaus interessante und gute Idee. Ich würd mich aber nicht trauen damit mehr als ´ne Probefahrt zu machen.
 
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labella-baron

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Klar.
200W/max. 18 Speichen = 11,11 W/Speiche. :D
Na, das ist doch Pipifax :p
Du weißt sicher auch, dass die Speichen auf der Ritzelseite sehr viel steiler stehen und daher eine erheblich höhere Spannung haben.
Selbst wenn man annimmt, dass ungefähr 36Nm Drehmoment eingeleitet werden, dann ist dies bei dem Radius von ~0,1m eine Kraft von 360N, welche sich auf 18 Speichen verteilt, also 20N = 2 Kilo pro Speiche. Hast du schon mal mit deinem Daumen mit zwei Kilo auf eine Speiche gedrückt und ist sie dabei gerissen :D
 
Eheli

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Naja, wieso, es werden ja wohl nicht alle Speichen gleichzeitig abbrechen.
 
mojitoklaus

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Bei einmaligem Druck reisst die Speiche sicherlich nicht aber hier wird permanenter Druck auf die Speichen der Ritzelseite (die zwar belastbarer sind als die auf der anderen Seite) ausgeübt und das führt zwangsläufig entweder zum Crash oder zum wesentlich höheren Wartungs- und Beobachtungsaufwand. Wenn hier, nach enstprechender Ermüdung der Speichen, Grenzkräfte aufterten bricht auch nicht 1 Speiche sondern es sind dann sicherlich gleich mehrere und das ist dann nicht mehr schön.
Wie gesagt auf den ersten Blick eine nette Idee aber ich find´s Schade dass soviel Energie und KnowHow in eine für mich eher abwegige Antriebsart investiert werden.
 
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didi28

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Ein Antrieb ähnlicher Art wird schon viele Jahre von www.akkubike.com verkauft und ich habe noch nie gelesen, dass es da Probleme mit den Speichen gibt.
 
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vmax

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Den hab ich noch nicht gekannt.
Bin jetzt etwas verwirrt dass das anscheinend schon Serienreife und sich bewährt hat.
Vielleicht denke ich beim nächsten Umbauprojekt nochmal über so einen Antrieb nach.
 
V

vmax

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AW: Zahnriemenantrieb selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Um so etwas auf den Aktuellen Stand zu bringen, sollte man mittels einer Bremsscheiben Aufnahme die Kraft auf die Nabe bringen, dazu Bürstenlosen Motor und Lipo Akku, nur wo hat der gezeigte antrieb den Freilauf im Motorritzel?
 
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didi28

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purligar

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Wie im Text beschrieben, kein Freilauf und kein Getriebe. Trotzdem, es ist nicht schlimm wenn man mal ohne Akku bleibt, tritt sich nicht schwerer als bei einem Dynamo der am Mantel abrollt. Und dabei ist der verwendete Motor eher primitiv.
 
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purligar

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Um so etwas auf den Aktuellen Stand zu bringen, sollte man mittels einer Bremsscheiben Aufnahme die Kraft auf die Nabe bringen, dazu Bürstenlosen Motor und Lipo Akku, nur wo hat der gezeigte antrieb den Freilauf im Motorritzel?

Die Bremsscheibe als Montageplatte für eine Zahnriemenscheibe zu verwenden ist mein nächstes Ziel...
 
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Ich finde einfach den von dir angegebenen Zahnriemen 843-3M-12 nicht - wieviel Zähne hat dieser? Die Untersetzung ist offenbar 1:10. Damit benötigt man mit einem langsamgewickelten Motor keinen Getriebemotor mehr.
Du hast ja keinen "Gleichlauf", ich nehme an du meinst Freilauf. Kannst du abschätzen um wieviel der stromlose Motor bei 45 km/h einen langsamer macht?

Die Pedelec-Nenngeschwindigkeit beträgt ja 25km/h (z.B. bergauf). Bis 45km/h (eben) kann ich im Velomobil mit Eigenleistung fahren. Über 45km/h (bergab) möchte ich dann Rekuperieren (mit Motor bremsen). Dabei wird dann jedoch die Anpressrolle angehoben und die Ritzelumschlingung geht flöten.

Was meinst du: könnte es ohne Anpressrolle und Zugkräfte in beide Richtungen (Motor- und Reku-Betrieb) auch funktionieren?
 
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labella-baron

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Ich finde einfach den von dir angegebenen Zahnriemen 843-3M-12 nicht - wieviel Zähne hat dieser?
Ich glaub' ich habs: Offenbar ist dieser 843mm lang und bei 3mm-Teilung sind das dann 281 Zähne bei 12mm Breite.
 
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purligar

AW: Zahnriemenantrieb selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Ich glaub' ich habs: Offenbar ist dieser 843mm lang und bei 3mm-Teilung sind das dann 281 Zähne bei 12mm Breite.

Habe bisher drei Zahnriemenlängen probiert. 816-3M-12 843-3M-12 und 882-3M-12. Diese kann man bei ATG Gommern bestellen.
In der Liste werden diese Typen zwar nicht mit 12mm angegebn, aber auf Anfrage liefert er zum gleichen Preis wie 15mm 12er.

Freilauf: meinte natürlich Gleichlauf
 
themountain

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AW: Zahnriemenantrieb selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Zahnriemenscheibe lasergesintert (z.B. bei http://www.shapeways.com/model/166119/ bestellbar) mit folgender Verfeinerung: damit im Winter nicht Schmutz und Schnee die Rillen zusetzt, sind kleine Spalte zw. den Zähnen, wo der Dreck durchgedrückt wird.
Hast du vielleicht eine .stl Datei für die Scheibe??...oder weßt wo man sie runterladen kann??
 
E-Bernd

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AW: Zahnriemenantrieb selbst gebaut - Erfahrungsbericht

Könntest Du noch etwas mehr zu deinem Arbeitsweg sagen, also Höhenmeter hin und zurück, 8 Km oder 16 einfach, wie ist deine durchschnittliche Geschwindigkeit hin/zurück? Welches Gewicht muss der Motor denn bewegen? Seit ca. 2 Jahren (auch im Winter) und über 10.000 Km fahre ich als Pendler jetzt den Buchnerantrieb (www.akkubike.com) der ja deinem stark ähnelt. Da ich den Motor nicht ständig benutze war es mir schon wichtig das der Motor nicht bremst wenn ich mal nicht am Gashebel ziehe. Der Freilauf ließe sich auch durch abhängen des Zahnriemens herstellen :D das wäre aber nur eine Notlösung. Da der Motor auch ein Getriebe hat passt sich die Drehzahl beim Gas geben dann an. Meine Pendelstrecke sind ca. 55 Km Gesamt, da ich auch etwa 125-130 Kg (mit Rad) die ca. 700 Hm hoch bewegen muss bin ich auch mit Unterstützung froh wenn ich Freitags nach dem 5.Tag die Füße hochlegen kann ;) . Zur Zeit fahre ich das Motorritzel mit 16 Zähnen das hat den Vorteil das ich mit um die 20 Kmh meine Steigungen (einmal 300 Hm am Stück) hoch komme, dafür bleibe ich in der Ebene etwas unter 25 Kmh, habe aber einen Schnitt von ca. 22-23 Kmh für die 55 Km und strenge mich weniger an. Davor bin ich kurze Zeit auch mal das Ritzel mit 25 Zähnen gefahren, Schnitt 24-25 Kmh (hinzu sogar 29 kmh), berghoch hatte ich da weniger Unterstützung und es war schon anstrengender . Davor hatte ich auch das Ritzel mit 23 Zähnen das dann etwas dazwischen lag.
Mein Ersatzrad mit Bionix-Nachrüstung ist im Vergleich etwas leichter da schon das Rad selber 4-5 Kg leichter ist, es fährt sich deshalb auch eher in Richtung Fahrrad. Im Vergleich bin ich damit aber auch nicht schneller und es ist auch nicht weniger anstrengend (da ich wegen dem kleinen Akku selten Stufe 3, 4 benutzen kann) . Vorteile aber durch Rekuperation und Motorbremse bergab.
 
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