Mit Sachwerten durch die kommende Inflation

Diskutiere Mit Sachwerten durch die kommende Inflation im Plauderecke Forum im Bereich Community; Ich vermute die größten Risiken sind Scheidung und längere Arbeitslosigkeit. Eine Immobilie ist halt für die meisten Haushalte für Jahrzehnte...
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cephalotus

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Und da liegt der Fehler. Bei niedrigen Zinsen noch wenig Tilgungsrate und kein Eigenkapital. Da zahlen die eigenen Kinder den Kredit später noch ab oder die Immobilie muss irgendwann zwangsversteigert werden, wenn die Zinsen mal wieder steigen sollten.
Ich vermute die größten Risiken sind Scheidung und längere Arbeitslosigkeit.

Eine Immobilie ist halt für die meisten Haushalte für Jahrzehnte alle Eier in einen Korb und da man sichs eigentlich nicht leisten kann eben stark mit Kredit gehebelt.

Natürlich ist das nicht ohne Risiko.

Ein Aktiendepot schwankt natürlich auch stark im Wert, aber bei einer Scheidung ist es schnell geteilt (wenn nicht schon vorher) und bei Arbeitslosigkeit wird es eben nicht weiter bespart, gibt ja keinen Zwang dazu. Nofalls kann man auch mal einen Teil daraus verkaufen, das ist eine Sache von 5 Mausklicks und 1-2 Tagen, bis das Geld aufm Konto landet.
Man versuche mal 20% von seiner Immobilie zu Geld zu machen.

Trotzdem ist die Wahrnehmung in Deutschand die, dass Immobilien etwas Sicheres sind und Aktien etwas hoch riskantes.

Ein Nebenaspekt ist noch die Diversifizierung. Ich würde mich mit nur einer Aktie im Depot sehr unwohl fühlen, man weiß ja nie, was so passiert. Aber heute kann ich ja für winzige Kosten selbst mit lächerlichen 100 Euro über einen ETF breit gestreut 1000 oder auch 3000 verschiedene Aktien kaufen.
Es wäre bzgl Diversifizierung auch sehr klug, statt nur einer einzigen Immobilie 10 oder gleich 100 zu besitzen, um das Risiko zu streuen, nur ist das vollkomen fernab meiner finanziellen Möglichkeiten.
 
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cephalotus

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Von der hier
Anhang anzeigen 363879

da hat sich bis Ende der 60er auch niemand vorstellen können dass es mal wieder Inflationsraten deutlich über 3% geben könnte

Das war vor meiner Zeit. Konnt man sich das wirklich nicht vorstellen?
Ich hab eher das Gefühl, dass die Deutschen kollektiv seit 90 Jahren Alpträume vor der schon bald drohenden Inflation haben.

Was war denn die Ursache für die höhere Inflation in den 70ern? (war in den USA übrigens noch deutlich höher). Der Infaltionspeak Anfang der 90er kam von der Wiedervereinigung.

Sind die Vorzeichen heute tatsächlich dieselben?

Die Inflation muss man übrigens bedenken, wenn man frühere Kapitalzinsen mit heutigen vergleicht.
 
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Pustefix

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Den Spassfaktor sehe ich dabei schon. Der hält aber genau so lange, bis die Kohle weg ist. Und danach?
habenichtse sind eigentlich schlauer als die betuchten. wenn die kohle weg ist, hilft vater staat!
die mit kohle ins altenheim einziehen, werden dagegen vom staat "erleichert".
 

stardealer

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Das war vor meiner Zeit. Konnt man sich das wirklich nicht vorstellen?
Ich denke nach über 15 Jahren Stabilität wähnte man sich damals auch in Sicherheit.

Sind die Vorzeichen heute tatsächlich dieselben?

Die Vorzeichen sind ganz andere als damals.
Wie du ja schon selbst angemerkt hast, die Immobilienpreise (und andere Sachwerte) sind inflationär gestiegen, teils aufgrund der niedrigen Finanzierungszinsen, teils weil in D Nachholbedarf bestand, aber auch weil viele Menschen den Eindruck nicht loswerden, das Bankeinlagen/Rentenpapiere eine stille Enteignung darstellen und deswegen in Sachwerte flüchten.
Allerdings lahmt die allgemeine Nachfrage nach Konsumgütern aufgrund der Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre überall in Europa. Dies hatte 2019 begonnen sich langsam zu drehen und dann kam Corona.
Was in den nächsten 2-3 Jahren nach Corona passiert ist eigentlich gar nicht vorauszusagen, Deflation oder Inflationsschub, beides ist denkbar. Schon heute sind viele Sachwerte gnadenlos überteuert weswegen Leute wie du von Immobilieninvests Abstand nehmen, andere Sachwerte sind auf dem Weg dahin und letztendlich werden viele Menschen, wie heute auch schon zu beobachten, Ersparnisse und Investitionen auflösen um zu konsumieren, in Pedelecs, Urlaub, adrette Kleidung, Kultur, Elektrofahrzeuge, .....
das ist dann der Nachfrageschub der die Inflation in die Höhe treibt.

Zusätzlich ist da die Babyboomergeneration, die bisher gespart hat und zukünftig vom Ersparten leben möchte, also Sparleistung geht zurück, Anlagewerte werden in Konsum umgesetzt und für die Arbeitsleistung stehen weniger Menschen zur Verfügung was die Löhne treibt. Diese großflächige Desinvest durch die Babyboomer wird also auch inflationsfördernd wirken.
 

Pustefix

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Ich glaube auf den Aufstand der breiten Bevölkerung zu hoffen ist vergebens.

glaubst du etwa, china hätte an unseren ausgelutschen phrasen von "westlichen werten", dem hiesigen, vielfach zum egoismus mutierten, individualismus, ein ernstaftes interesse?
sollte das begehren danach in china um sich greifen, würde denen der laden mit seinen 1500 mio. einwohnern um die ohren fliegen. das werden die aus staatsraison niemals zulassen! ob man das gut findet, ist eine völlig andere frage.
 

Cowboy Willi

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Cowboy Willi - wär doch jetzt mal deine Chance dich zum Hilfssherriff befördern zu lassen 😇.
lol was? Kommst du jetzt nur noch mit dummen Sprüchen?

Übrigens scheinen viele 'Wissenschaftler' den Hinweis auf der Verpackung nicht lesen zu können. Da weisen die Hersteller ausdrücklich darauf hin, das diese nicht für diesen Zweck geeignet sind ;).
Ach je – deine skurrilen Ansichten zu Pedelecs und Samen als Wertanlagen fand ich ja noch ganz amüsant, aber wenn du jetzt komplett in die Schwurblerei abdriftest, blend ich dich ganz aus. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. (Stoff-) Masken können Aerosole nicht sehr effektiv filtern, da diese zu klein sind. Daher der Aufdruck (der ohnehin nicht den Wissenschaftlern, sondern den Anwälten gilt – Achtung, heißer Kaffee ist heiß). Sie filtern aber effektiv Tröpfen, weshalb unzählige Studien ihre Wirksamkeit in der Pandemie nachgewiesen haben. Ich weiß, du bist ein ganz schlauer, der die Welt durchschaut und Bildung voll gut findet – aber Bildung bedeutet auch, ab und an mal „ich weiß es nicht“ zu sagen und zu recherchieren, was Wissenschaftler und wissenschaftliche Studien sagen, statt nur neunmalkluge Sprüche zu klopfen. Die Antwort ist klar: Masken bieten keinen 100-prozentigen Schutz, aber sie senken das Risiko, andere anzustecken, nachweislich.

The average filtration efficiency of single layer fabrics and of layered combination was found to be 35% and 45%, respectively. Non-woven fusible interfacing, when combined with other fabrics, could add up to 11% additional filtration efficiency.
Ability of fabric face mask materials to filter ultrafine particles at coughing velocity | BMJ Open

More-rigorous analyses added direct evidence. A preprint study4 posted in early August (and not yet peer reviewed), found that weekly increases in per-capita mortality were four times lower in places where masks were the norm or recommended by the government, compared with other regions. Researchers looked at 200 countries, including Mongolia, which adopted mask use in January and, as of May, had recorded no deaths related to COVID-19. Another study5 looked at the effects of US state-government mandates for mask use in April and May. Researchers estimated that those reduced the growth of COVID-19 cases by up to 2 percentage points per day. They cautiously suggest that mandates might have averted as many as 450,000 cases, after controlling for other mitigation measures, such as physical distancing.
Although scientists can’t control many confounding variables in human populations, they can in animal studies. Researchers led by microbiologist Kwok-Yung Yuen at the University of Hong Kong housed infected and healthy hamsters in adjoining cages, with surgical-mask partitions separating some of the animals. Without a barrier, about two-thirds of the uninfected animals caught SARS-CoV-2, according to the paper7 published in May. But only about 25% of the animals protected by mask material got infected, and those that did were less sick than their mask-free neighbours (as measured by clinical scores and tissue changes).
In a review9 of observational studies, an international research team estimates that surgical and comparable cloth masks are 67% effective in protecting the wearer.

In unpublished work, Linsey Marr, an environmental engineer at Virginia Tech in Blacksburg, and her colleagues found that even a cotton T-shirt can block half of inhaled aerosols and almost 80% of exhaled aerosols measuring 2 µm across. Once you get to aerosols of 4–5 µm, almost any fabric can block more than 80% in both directions, she says.
Nature: Face masks – what the data say

Face mask use could result in a large reduction in risk of infection (n=2647; aOR 0·15, 95% CI 0·07 to 0·34, RD −14·3%, −15·9 to −10·7; low certainty), with stronger associations with N95 or similar respirators compared with disposable surgical masks or similar (eg, reusable 12–16-layer cotton masks; pinteraction=0·090; posterior probability >95%, low certainty). Eye protection also was associated with less infection (n=3713; aOR 0·22, 95% CI 0·12 to 0·39, RD −10·6%, 95% CI −12·5 to −7·7; low certainty).
https://www.thelancet.com/article/S0140-6736(20)31142-9/fulltext

The introduction of face masks on 6 April reduced the number of new infections over the next 20 days by almost 25% relative to the synthetic control group. This corresponds to a reduction in the average daily growth rate of the total number of reported infections by 1.32 percentage points. Comparing the daily growth rate in the synthetic control group with the observed daily growth rate in Jena, the latter shrinks by around 60% due to the introduction of face masks. This is a sizeable effect. Wearing face masks apparently helped considerably in reducing the spread of Covid-19. Looking at single treatment effects for all other regions puts this result in some perspective. The reduction in the growth rate of infections amounts to 20% only. By contrast, when we take the multiple treatment effect for larger cities into account, we find a reduction in the growth rate of infections by around 40%.
http://ftp.iza.org/dp13319.pdf

Seven studies have confirmed the benefit of universal masking in community level analyses: in a unified hospital system,38 a German city,39 a U.S. state,40 a panel of 15 U.S. states and Washington, D.C.,41,42 as well as both Canada43 and the U.S.44 nationally. Each analysis demonstrated that, following directives from organizational and political leadership for universal masking, new infections fell significantly. Two of these studies42,44 and an additional analysis of data from 200 countries that included the U.S.45 also demonstrated reductions in mortality. An economic analysis using U.S. data found that, given these effects, increasing universal masking by 15% could prevent the need for lockdowns and reduce associated losses of up to $1 trillion or about 5% of gross domestic product.42
CDC: Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)
 

Chrisol

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Persönliches ist Diskussionen abträglich.
Jetzt haben wir mal ein interessantes Thema, da wäre eine Schließung schade.

Das Thema war: Wertanlage in durchaus düsteren Zeiten.

Hätten wir einen Wertverfall durch Inflation zu erwarten, wovon ich kurz- und mittelfristig nicht ausgehe, wären Investitionen in Sachwerte durchaus vernünftig.
In Nahrungs- und Genußmittel z.B. ;)

In dem von mir verlinkten Artikel wird eine Inflation von 2% als sinnvoll erachtet.
Die EZB arbeitet nicht erst seit gestern daraufhin zu.
Kostet es was es wolle.

Mir persönlich fehlt hier etwas Verständnis für und Interesse an volkswirtschaftlichen (und geopolitischen) Zusammenhängen.
 

cephalotus

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Und warum ist das so? Warum nicht 1%, 3% oder gar 0%? Warum MUSS denn die Kaufkraft des Geldes immer weniger werden?
Cui bono?

Weil es (wohl) zu Wachstumund Wohlstand führt, wenn die Leute konsuieren und investieren.

Deflation hingegen führt zu Stagnation und Wirtschaftseinbruch und Wohlstandseinbußen. Berühmtestes Beispiel dafür sind wohl die verlorenen Jahrzehnte in Japan.
 

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Weil es ... zu ... Wohlstand führt
Legen wir mal 1000 Euro auf Konto bei der Bank.
Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2% dauert es 35 Jahre, bis daraus die Hälfte wird. Steigt die Inflationsrate auf 7%, dann sind es nur noch 10 Jahre bis zur Halbierung deines Wohlstandes.
Und jetzt sind wir wieder beim Wasser, diesmal spielen ein Topf, ein Frosch und eine Herdplatte die Hauptrolle. Und rate mal, wie der Frosch heißt ;).
Deflation hingegen führt zu ... Wohlstandseinbußen
Bei einer Deflation steigen bei einer gleichbleibenden Geldmenge die Anzahl der Produkte. Dadurch werden die Produkte billiger.
Ich als Konsument fände das toll, wenn ich für meine Einkäufe immer weniger bezahlen müsste.

Ich kann nur hoffen, das du nicht bei einer Bank als Vermögensberater angestellt bist 😇.
 

stardealer

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Und warum ist das so? Warum nicht 1%, 3% oder gar 0%? Warum MUSS denn die Kaufkraft des Geldes immer weniger werden?
Cui bono?

Uns allen! Geld ist zu aller erst ein Vehikel, nichts substantiell eigenes.
Die Kaufkraft des Geldes muss nicht immer weniger werden, aber die Bewertung des Geldes schwankt zwangsläufig. Gleitet der Prozess in die Deflation ab wird dies von den Marktteilnehmern durch Kaufzurückhaltung quittiert, da sie morgen für das gleiche Geld mehr Ware bekommen können. Wenn ich als Hersteller deswegen bei sonst gleichen Bedingungen immer weniger Ware absetzen kann und auch noch weniger Geld für meine Ware bekomme, werde ich irgendwann die Produktion einstellen und schon schrumpft die Wirtschaft als Ganzes. Da wir das nicht wollen wird versucht die Inflation mit verschiedenen Mitteln so zu steuern, dass sie nicht in eine Deflation abgleitet. Ein Korridor um die 2% Inflation scheint nach Ansicht der Ökonomen ein ausreichender Sicherheitsabstand zur ungewünschten Deflation zu sein.

Bei einer Deflation steigen bei einer gleichbleibenden Geldmenge die Anzahl der Produkte. Dadurch werden die Produkte billiger.
Ich als Konsument fände das toll, wenn ich für meine Einkäufe immer weniger bezahlen müsste.

Als gewerblicher Anbieter fändest du es andererseits nicht so toll würde deine Arbeitsleistung dadurch auch mit weniger Absatz und Gewinn belohnt. "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust" - die meisten von uns sind in irgendeiner Weise Produzent und Konsument zugleich.
 

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Gleitet der Prozess in die Deflation ab wird dies von den Marktteilnehmern durch Kaufzurückhaltung quittiert, da sie morgen für das gleiche Geld mehr Ware bekommen können.
Demnach sollte ich also mit dem Kauf meiner Lebensmittel warten, bis diese NOCH BILLIGER werden und ich zwischenzeitlich verhungert bin? Und was ist mit Toilettenpapier 😇?

Wenn ich als Hersteller deswegen bei sonst gleichen Bedingungen immer weniger Ware absetzen kann und auch noch weniger Geld für meine Ware bekomme, werde ich irgendwann die Produktion einstellen und schon schrumpft die Wirtschaft als Ganzes.
Wenn aber die Preise der Rohstoffe auch fallen, kann ich meine Marge halten ;).
 

Boerni556

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Dieser Mechanismus ist der Grund, warum die Geldpolitik ein moderates Inflationsziel formuliert hat. Die Leute sollen ihre Käufe nicht auf die lange Bank schieben, keine Geldhorte aufbauen und damit soll der Wirtschaftskreislauf in Schwung bleiben, was sich in der Geldumlaufgeschwindigkeit ausdrückt. Hier scheint es zu hapern. Die ezb drückt Geld rein, das gehortet wird. Es hakt quasi. Wenn sich das löst, könnte ein Ketchup-Flascheneffekt auftreten. Erst kommt nichts, dann alles auf einmal.
Bei einer Deflation steigen bei einer gleichbleibenden Geldmenge die Anzahl der Produkte. Dadurch werden die Produkte billiger.
Ich als Konsument fände das toll, wenn ich für meine Einkäufe immer weniger bezahlen müsste.
Nein. Als Konsument ist man ggf. arbeitslos. Deflation ist ja nur der Ausdruck einer rückläufigen Entwicklung. Geld wird zwar aufgewertet, aber das wird durch dessen negative Verzinsung wieder korrigiert.
 

KielerSprotte

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Ist schon lustig, wie so ein Thema ausschweift...
Ich habe nichts gekauft, nur eine Hypothek zur Renovierung aufgenommen, die ist auf Volltilgung innerhalb von 10 Jahren finanziert, das Haus ist alter Familienbesitz, bei den Preisen momentan könnte ich mir keine Immobilie leisten, geschweige denn vor Renteneintritt abbezahlen....
 

schmadde

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Was bringen niedrige Zinsen, wenn die Immobilien doppelt oder dreimal teurer sind als vor 5-10 Jahren.
10 Jahre mit 7% Zinsen heisst ja im Endeffekt dass Du das doppelte bezahlen musst. Als meine Eltern ihr Haus gebaut haben waren 7-8% Kreditzinsen normal. Geplant war das in 25 Jahren abzuzahlen (sie haben es am Ende nie vollständig geschafft).

Und wenn Du die Inflation gegenrechnest und die Kreditzinsen auf dem selben Niveau oder sogar noch darunter liegen (ist derzeit ja praktisch schon so) dann wird es im Prinzip zum Nullsummenspiel ob man jetzt ein Haus für den halben Preis für 7% finanziert oder für den doppelten für 1,5%.

Die Frage ist ja auch, was ist die Alternative? Das Geld auf der Bank lagern und jedes Jahr Wert verlieren? Aktien könnte man noch machen. Wird hierzulande immer als Voodoo betrachtet und kaum einer traut sich ran - ist aber sicherlich sinnvoll.

Eine Immobilie ist halt für die meisten Haushalte für Jahrzehnte alle Eier in einen Korb und da man sichs eigentlich nicht leisten kann eben stark mit Kredit gehebelt.

Ein Aktiendepot schwankt natürlich auch stark im Wert, aber bei einer Scheidung ist es schnell geteilt (wenn nicht schon vorher) und bei Arbeitslosigkeit wird es eben nicht weiter bespart, gibt ja keinen
Das Problem mit einem Aktiendepot ist: man kann darin nicht wohnen. Und in einigen Teilen Deutschlands ist es für Familien schon kaum mehr möglich eine Mietbehausung zu finden. Unsere Nachbarn in der Mietwohnung in der Stadt in der wir vorher gewohnt haben haben zu fünft in einer 3-Zimmerwohnung mit IIRC 65qm gehaust. Das war schon vor Corona wo da 5 Personen Home-Offcie oder -Schooling haben eine Belastung. Die haben aber nix anderes gefunden, obwohl sie eigentlich sogar genug Geld für Eigentum gehabt hätten. Die hätten sich einfach so eine Hütte kaufen können, hier im Raum München, ohne Kredit. Damals. Zwei Jahre später sah das schon anders aus, da waren die Preise explodiert und der Traum war ausgeträumt.

Und man hat immer das Risiko, dass man zum ungünstigen Zeitpunkt vom Neueigentümer wegen Eigenbedarf gekündigt zu werden und findet dann nix neues mehr. Kommt hier recht häufig vor. Dann muss mieten auch erstmal günstiger sein als die Finanzierung des Eigentums - ist manchmal so, aber dann Glückssache. Die kanns auch umgekehrt geben.

Das Risiko von Arbeitsplatzverlust ist hier auch äußerst überschaubar. Absolute Sicherheit gibts nie, aber wo gibt es die schon? Ich kenne einige Leute die dick in Wirecard investiert waren, einen derartigen Totalverlust bekommt man mit Immobilien schwer hin.

Zwang dazu. Nofalls kann man auch mal einen Teil daraus verkaufen, das ist eine Sache von 5 Mausklicks und 1-2 Tagen, bis das Geld aufm Konto landet.
Man versuche mal 20% von seiner Immobilie zu Geld zu machen.
Bei einer vorübergehende Notlage kann man auch einen Kredit aufnehmen mit Sicherheit auf die Immobilie. Und am Ende kann man die sogar verkaufen.

Rein aus Sicht der Investition betrachtet ist es sicherlich nicht schlau, nahezu alles auf eine Karte zu setzen. Aber es gibt auch andere Aspekte im Leben. Und wie Du sagst, ist Aktienbesitz hierzulande den meisten unbekannt, was sicherlich auch daran liegt, dass man steuerlich extrem benachteiligt wird gegenüber anderen Formen der Altersvorsorge. Man wird doppelt und dreifach besteuert und kann IIRC Gewinne und Verluste aus anderen Einkommensarten nicht gegeneinander aufrechnen. Das ist in Ländern wo Aktienbesitz etwas normales ist anders.
 

peline

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Kann man nie genug davon haben, CA3 und Ersatzcontroller auch nicht ;)
Ich hab mir ein BBS02 als Reserve in den Keller gelegt. Auch schon um Ersatzteile zu haben um schnell reparieren zu können.
 

cephalotus

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Legen wir mal 1000 Euro auf Konto bei der Bank.
Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2% dauert es 35 Jahre, bis daraus die Hälfte wird. Steigt die Inflationsrate auf 7%, dann sind es nur noch 10 Jahre bis zur Halbierung deines Wohlstandes.
Mein Nettolohn hat sich die letzten 10 Jahre verdoppelt.

In einer Welt mit 10 Jahren Deflation wäre das nicht der Fall. Gut möglich, dass ichd ann arbeitslos wäre.

Deflation ist kein theoretisches Utopia von Dir, das hat ganz real schon existiert und ich kenne keinen Fall, wo das Wohlstand geschaffen hätte.

In einer Deflation wär auch Dein Geschäft möglicherweise schwer beschädigt. Gerade Luxusgüter wie ebikes werden in einer Deflation gerne mal um ein paar Jahre verschoben, das Zeug wird ja immer billiger. Kannst Du Dir einen massiven Umsatz- und Gewinnrückgang leisten und wieseo solltest Du das wollen?

Ein großer Teil des privaten Vermögens in Deutschland steckt in Immobilien, auch diese werden in einer Deflation idR massiv entwertet. Gold ebenso und all die anderen ach so tollen Sachwerte.

Und zum Zins: Wenn dieser mal wieder auf 2% o.ä. steigen sollte erhöhen sich auch die Zinsausagebn des Staates massiv. Auch die wollen bezahlt werden über Steuereinnahmen und nicht it heißer Luft. Die bereits vorhandene Staatsverschuldung würde durch eine Deflation übrigens auch immer teurer.

Ich halte eine Inflation von 1-2%/a für ideal, schlichtweg weil das etwas ist, was die Wirtschaft kennt und womit man bisher noch immer bestens leben konnte. Warum sich mit aller Gewalt einen neuen großen Unsicherheitsfaktor herbei wünschen mit möglicherweise geradezu katastrophalen Effekten für die Wirtschaft und auch den einzelnen?

Vermögensberater bei der Bank kenne ich nicht. Ich habe dort bisher immer nur Verkäufer getroffen, die mir das angeboten haben, was vor allem ihnen selbst nutzt.
 
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