Reise Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland

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Kundu

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Hallo,

nachdem ich es leider nicht rechtzeitig geschafft hatte in Kunming (Südchina) das Bambusmobil fertig zu stellen, fahre ich nun mit einem auf die Schnelle umgebauten Elektrofahrrad von Kunming nach Berlin.

Das mittlerweile gut fahrtüchtige aber noch immer nicht komplett fertig gestellte Bambusmobil habe ich dafür nach Deutschland verschifft, noch wartet es gut verpackt in einer Kunminger Lagerhalle auf den Abtransport.

Für die jetzige Reise habe ich leider nur ca. 3 Monate Zeit. Das heißt pro Fahrtag wohl bis zu 180km im Schnitt! Daher habe ich überhaupt die beiden Direktläufer-Nabenmotoren und die 24kg LiFePo4 Akkus eingebaut, sonst wäre ich mit einem ganz normalen Rad gefahren, welches dann wohl mit Gepäck auch keine 110-115kg gewogen hätte und deutlich wartungsärmer wäre! Auch macht die Elektrifizierung natürlich ein Stück weit unflexibel, bin ich doch gezwungen 1-2 mal pro Tag irgendwo essen zu gehen um dabei die Akkus laden zu können.
Ganz ohne Bambus ging es natürlich auch diesmal nicht. ;)

Vorweg: Klar, der Umbau ist nicht perfekt, man hätte vieles besser machen können und vor allem ein Anhänger hätte seine Vorteile, musste aber schnell gehen.
Ob das Rad so bis nach Deutschland hält wird sich zeigen. Ich selbst bleibe auch skeptisch. Selbst die Packtaschen biegen sich merkwürdig durch und der Bambusgepäckträger musste leider auch sehr dünn sein, damit sich diese überhaupt aufhängen lassen. Nächstes Mal fahre ich dann Bambusmobil!

Verbaut habe ich zwei 7kg Nabenmotoren mit zwei "350W" 17A, 48V Controllern. Der Antrieb ist damit genau richtig. Weniger wäre zu wenig, mehr übertrieben.
Die Motoren sind extra langsam gewickelt. Die meisten Berge kann ich damit noch mit guten 30km/h erklimmen, ab 5% Steigung fällt die Geschwindigkeit auf etwas unter 30km/h ab. Je nach Akku-Ladezustand setzt die Rollreku bei ca. 42km/h ein. Max. Geschwindigkeit bergab waren bislang ca. 50km/h.

Die Bremsreku taugt leider gar nichts, die Controller sind extrem ineffizient und verheizen alles in den Motoren.
Auf dem längsten Abstieg bisher über 1309 Höhenmeter am Stück bis runter zur Yangtse-Überquerung, der Grenze von Yunnan zu Sichuan, musste ich daher zwischendurch auch mal mit den V-Brakes bremsen um die Motoren abkühlen zu lassen. Als die Felgen dann heiß wurden konnte ich wieder weiter mit den Motoren bremsen. Rekuperieren konnte ich somit auf die ganze Abfahrt lediglich lächerliche 46,9Wh.
Auf guten Strecken kann ich aber teilweise auch mit Rollreku bremsen, da kommt dann etwa mehr zu Stande.

Ich habe 3 Ladegeräte fest installiert, mit denen ich zusammen, so das Stromnetz es hergibt, mit bis zu 33A meine parallel geschlossenen ca. 37Ah, 1900Wh Akkus beim Essen in einer Stunde zu ca. 90% vollladen kann. Oftmals natürlich noch schneller, da ich sie ja nicht jedes Mal komplett leer fahre.
Wenn mir die lokalen Stromkabel zu dünn erscheinen und/oder gar nicht die Notwendigkeit besteht, lade ich nur mit zwei Ladegeräten mit ca. 22A.

3 Monate sind natürlich verdammt knapp und nur möglich, wenn keine größeren Probleme auftreten. Wirklich entspannsam ist das ganze auch nicht. Dennoch bin ich dabei es zu versuchen, besser als fliegen allemal. Wenn es nicht klappt, muss ich halt zwischendurch mal Bahn fahren und/oder trampen.

Wie dem auch sei. Ich bin seit mittlerweile 3 Tagen unterwegs, bislang läuft es ganz gut:

Am ersten Tag bin ich erst um 10:20 losgefahren, musste einmal komplett durch Kunming durch, dann teilweise über schlimmste Straßen und später als es immer höher wurde, fast 2600m, gingen auch noch meine Akkus alle, da die Kleinstadt, in der ich ursprünglich laden wollte, doch nicht direkt an der Straße lag. Durch etwas Roll-Reku konnte ich dann aber gerade so viel zurück gewinnen um es noch fast in die nächste Kleinstadt zu schaffen, dort etwas zu essen und in der Autowerkstatt neben an mit voller Leistung die Akkus zu laden.

Auch am zweiten Tag hatte ich relativ kleine und teils schlechte Straßen vor mir. Da das schwere Rad auf diesen Schotter-Schlamm-Pisten selbst mit laufenden Motoren teils extrem schwer zu schieben ist, hält das ziemlich auf und macht auch keinen Spaß. Auch ist die Kettenpflege nervig, selbst die beste Ingmar-isierung hilft da wohl nicht weiter. :(
Am Ende des zweiten Tages kam ich dann aber auf die Bundesstraße G108 nach Chengdu, die teilweise gar einer Rennstrecke gleicht und habe damit nach ca. 300km endlich Neuland für mich betreten bzw. befahren. Durchgehend gute bis hervorragende Straßenqualität bislang, hier fahre ich tatsächlich einen Schnitt von knapp über 30km/h, obwohl ich aus energiespargründen selten mehr als 34km/h fahre. Schön ist jedoch was anderes. Es ist hier recht dicht besiedelt, von der Landschaft sehe ich kaum etwas und dementsprechend schwer ist es auch einen Zeltplatz zu finden. Hätte ich früher einen gefunden, wäre ich gestern auch nicht mehr ganz so weit gefahren. Das wird wohl erst nach Chengdu wirklich besser, fürchte ich.

Gestern bin ich zeitlich etwas weniger gefahren, da mich ein gerissener Spanngurt und das Schweissen eines neuen Ständers länger aufgehalten hat. Da ich den Winkel aus Versehen falsch gewählt hatte war der alte Bambusständer zu kurz. Ohnehin, ob ihrs glaubt oder nicht, die Konstruktion und Befestigung eines Ständers, der die 110kg sicher abstützt, war bislang wohl mit das Zeitaufwendigste des ganzen Rades.

Mal schauen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt. Ich glaube mehr als 7:00 Rollzeit werden aber im Schnitt eher nicht drin sein. Irgendetwas fällt immer an. Auch das ständige Packen, Zelt auf- und abbauen usw. hält auf. Ich bin noch immer kein Fan vom Zelten, es ist aber gratis und darauf jeden Tag in nem dreckigen Billig-Hotel einzuchecken habe ich auch keine Lust, zumal es wohl noch zeitaufwändiger wäre.
Der Zeltaufbau bei starkem Regen und das Einregnen und Einsickern danach blieben mir bislang zum Glück erspart. Ich hoffe es bleibt dabei.

Heute morgen hat es etwas geregnet, immerhin ist hier ja auch Regenzeit, so dass ich mich dazu entschieden habe, erst diesen Bericht zu verfassen.

Trotzalledem kam ich bislang gut voran:

Tag 1, 17.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 163,6
Schnitt (km/h): 25,7
Rollzeit: 6:22
Höhenmeter hoch: 1828
Höhenmeter runter: 1477
Höhe max.: 2583

Tag 2, 18.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 184,9
Schnitt (km/h): 26,4
Rollzeit: 7:00
Höhenmeter hoch: 2354
Höhenmeter runter: 2992
Höhe max.: 2351

Tag 3, 19.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 198,3
Schnitt (km/h): 30,4
Rollzeit: 6:31
Höhenmeter hoch: 1788
Höhenmeter runter: 1663
Höhe max.: 1694

Bilder des Rades findet ihr hier.
Bilder der Reise werde ich von Zeit zu Zeit hier in diesem Thread hochladen.

LG,
Kundu

P.S.: Als ich heute morgen fast mit schreiben fertig war konnte ich die Forumsseite plötzlich nicht mehr erreichen, schicke daher erst jetzt ab, 187km später.
Heute war es überwiegend landschaftlich doch noch sehr schön. Auch schloss sich ein potentieller Zeltplatz dem nächsten an, einer besser als der andere! Fotos davon gibt's aber erst später, ich möchte nicht jeden Tag die Fotos vom Handy auf den PC übertragen.
Es hat heute recht viel geregnet, jedoch nie besonders stark. Eig. war die Straße was Schlaglöcher usw. betrifft nach wie vor gut bis perfekt. Über weite Strecken war sie jedoch nicht geteert sondern bestand aus durchaus relativ nahtlos aneinander gereihten Betonplatten, deren Bodenwellen mein Rad sehr unschön haben schwingen lassen. Auf dieser Straße bin ich im Regen fast 1600hm teils steil bergab gefahren. Das war schon ziemlich anstrengend. Die Motoren wurden merkwürdigerweise nicht heiß dabei. Später wurde es dann zum Glück wieder besser.
Da ich heute aufs Abendessen verzichtet habe, habe ich nun Zeit, diesen Bericht bei Regen im Zelt fertig zu stellen. :) Leider nur noch auf ca. 1000m Höhe, verdammt stickig hier! Morgen früh muss ich dafür dann sofort die Akkus laden.

Tag 4, 20.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 187,0
Schnitt (km/h): 30,1
Rollzeit: 6:12
Höhenmeter hoch: 2244
Höhenmeter runter: 2886
Höhe max.: 2540

IMG_20140717_113620.jpg IMG_20140717_122344.jpg IMG_20140717_124407.jpg IMG_20140717_124429.jpg IMG_20140717_172443.jpg IMG_20140718_072011.jpg IMG_20140718_094741.jpg IMG_20140718_095714.jpg IMG_20140718_100855.jpg IMG_20140718_104043.jpg IMG_20140718_111845.jpg IMG_20140718_113021.jpg IMG_20140718_113033.jpg IMG_20140718_122147.jpg IMG_20140719_093848.jpg IMG_20140719_135544.jpg IMG_20140719_171137.jpg IMG_20140719_181752.jpg IMG_20140719_192926.jpg IMG_20140719_201422.jpg
 
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Ratpack

Super Bericht! Bitte mehr davon mit vielen pics!
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #3
torcman

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Gratuliere der ersten Tage. Wäre es nicht möglich die GPS Tracks oder mindestens waypoints hier zu Posten, wie das zB Marcus in seinem FIFA14 Bericht gemacht hat. Ich will deine Reise auf der Karte verfolgen. Wünsche Dir dass dein Gefährt durchhält und du gute Zeltplätze immer findest.

Danke für die Bilder, da kriegt man extrem viel Einsicht in das heutige China.
 
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  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #5
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cephalotus

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Freit mich, dass es mit der Tour klappt. Hatte den anderen thread schon vor Monaten aufgehört zu lesen.

Wieviel wiegt denn das Rad mit Antrieb und wieviel wiegt das Gepäck?

Warum hast Du so wahnsinnig viel Zeug dabei, gibt es dafür einen Grund?
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #6
torcman

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alles im Forum schon beschrieben, er wird dir unterwegs im Zelt doch nicht alles nochmal scbreiben :sleep:
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #7
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cephalotus

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alles im Forum schon beschrieben, er wird dir unterwegs im Zelt doch nicht alles nochmal scbreiben :sleep:

In dem thread mit den 1474 Beiträgen?

So sehr interessiert es mich dann doch nicht.

Schöne Reise.
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #8
torcman

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also doch nicht, na dann ... unoetiges posten ...

es wuerde schon reichen auf kundu>Beitraege zu druecken und schon innerhalb der letzten Paar ist die Antwort, aber "In dem thread mit den 1474 Beiträgen?" klingt schon so, als ob es unmoeglich waere, gebe zu.

Oder einfach nur dem Link, was kundu gerade ueber sein Rad gepostet hat, zu folgen.

Hi kundu, eine Fage zu den, fuer meine Begriffe, enormen Hoehenmetern. Sind sie mit einem handy, will heissen GPS-basiert von einer App berechnet worden, oder sind die Hm mit einem Barometer gemessen worden
Tag 1, 17.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 163,6
Höhenmeter hoch: 1828
Höhenmeter runter: 1477

Tag 2, 18.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 184,9
Höhenmeter hoch: 2354
Höhenmeter runter: 2992

Tag 3, 19.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 198,3
Höhenmeter hoch: 1788
Höhenmeter runter: 1663

Tag 4, 20.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 187,0
Höhenmeter hoch: 2244
Höhenmeter runter: 2886
Das sind 8214 Hm in 4 Tagen ueber 733,8km, eine enorme Bergaufarbeit, speziell mit Deinem sehr hohen Gesamtgewicht.

Wenn das so ist, dann ist die fehlende "nenneswerte" Reku, richtig schade. Gut, dass Du es immer schaffst mit deinem 33A Lader die Akkus beim Fruehstueck, nach dem Zelten zu laden. Sicherlich auch eine organisatorische Aufgabe fuer sich. halte den Daumen hoch fuer Dich.

Auf mehr Bilder vom Land und den Menschen warte ich ungeduldigt. Schalte bitte die GPS-Position in den Bildern ein, ist zur Zeit nicht vorhanden, das kann dein S2 schon. Oder tust Du die Bilder mit einem Prog bearbeiten, oder die ForumsSW, das die GPS-Daten kaputt macht, kann auch sein.
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #9
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Kundu

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Hi kundu, eine Fage zu den, fuer meine Begriffe, enormen Hoehenmetern. Sind sie mit einem handy, will heissen GPS-basiert von einer App berechnet worden, oder sind die Hm mit einem Barometer gemessen worden
Auch nach deinem letzten Hinweis im Bambusmobil-Thread messe ich nun barometrisch. Denke schon, dass die Angaben stimmen, das ist schon nen bisschen mehr als im deutschen Mittelgebirge hier. So möglich messe ich immer morgens einmal die Höhe mit GPS und setze den Kilometerzähler darauf. VDO MC 2.0 WR, hab ich mir extra für die Reise aus Deutschland mitbringen lassen.
Wäre es nicht möglich die GPS Tracks oder mindestens waypoints hier zu Posten, wie das zB Marcus in seinem FIFA14 Bericht gemacht hat. Ich will deine Reise auf der Karte verfolgen.
Ich tracke nicht. Aber ich könnte dir wenigstens einmal den google-maps Link mit der ungefähren Route von Kunming nach Urumuqi hier posten. Hoffe das klappt so, kann ihn selber gerade nicht aufrufen. Google ist hier seit längerem fast komplett geblockt, weswegen ich auch noch keinen Link für die späteren Streckenabschnitte habe. Bis nach Uralsk im Nordwesten Kasachstans ist die Strecke aber ziemlich klar, wie ich danach genau über Lettland nach Berlin fahren werde, weiß ich noch nicht.
Wenn das so ist, dann ist die fehlende "nenneswerte" Reku, richtig schade.
Ja, extrem schade! Aus umweltschutzgründen natürlich, aber auch, weil ich dann mehr Reichweite hätte.
Sicherlich auch eine organisatorische Aufgabe fuer sich. halte den Daumen hoch fuer Dich.
Vorallem nervig. Mit Anhänger wäre es etwas besser, da ich dann zumindest nicht mehr mein Gepäck abschnallen müsste.
Dennoch: Ich kann ja so schon nicht entspannt beim essen Zeitung lesen da alle sich mit mir unterhalten wollen. Daneben dann auch noch lauter Stecker und Kabel zu kontrolieren macht die Sache nicht gerade entspannter.
Auch muss ich mein Essverhalten natürlich nach dem Akkuladezustand planen. Ohne diese Problematik würde ich wohl öfter mal am Wegesrand oder abends im Zelt essen.
Schalte bitte die GPS-Position in den Bildern ein
Kan ich machen. Weiß aber nicht, in wie weit es was bringt, da ich nicht vor jedem Foto warten werde, bis ich Empfang hab.
Ohnehin macht mein Handy gerade massiv Probleme beim laden, ich fürchte wegen der Fuchtigkeit.
Du scheinst ja tatsächlich den 30er Schnitt wahrzumachen - schon der zweite Tag.
Muss ich wohl auch fast, wenn ich 180km am Tag fahren werde, da ich im Schnitt wohl eher keine 7h Fahrzeit erreichen werde, denke ich.
Das ganze Laden usw. hält einfach auf. Dazu kommt, dass ich auch so recht viele Dinge wie Zeitung lesen "zu tun habe", auf die ich ungerne verzichten müsste. Hinke da jetzt schon hinter her, da es bislang abends immer zu spät war, als ich einen passenden Zeltplatz gefunden habe.
Der Bambus-Seitenständer musste wohl einem aus Stahl weichen ?!
Ja, aber nur, weil der aus Bambus (mit Eisenenden) zu kurz war und beim Versuch eine Verlängerung und eine kleine Platte anzuschweissen kaputt ging. Konkreter beim Kräftigen Draufhämmern auf dem Betonboden. :unsure: Aber ich beschwer mich ja nicht, die waren echt nett (und die Arbeit gratis) und ich glaube der er neue Ständer ist sogar leichter.
----------------------
Am Tag 5 wurde es dann doch noch wunderschön teilweise. Nach dem Frühstück ging es ersteinmal durch tolle Hochgebirgslandschaften 1300hm am Stück hoch. Da soll mal noch einer sagen, Nabenmotoren wären nicht bergtauglich. :sneaky: Später ließ die Straßenqualität leider etwas nach, wieder diese furchtbaren Bodenwellen. Nachdem ich meine Federgabel so weich wie möglich eingestelt hatte, ging es halbwegs. Die Straße war nicht ganz so schlimm. Insbesondere in den Kurven bergauf und bergab muss ich dann aber höllig aufpassen, dass mir kein Rad rausspringt. Auch werden sämtliche Organe gut durchgeschüttelt. Durch die Reku Bremse bei langsamen Geschwindigkeiten, wo deren Verzögerung besonders stark ist, umso mehr.
Das Laden beim Frühstück war jedoch furchtbar. Zum einen war es unglaublich heiß und schwül. Dann stimmte die Steckdose nicht und ich konnte meinen Adapter erst nicht finden. Nachdem ich mein ganzes Gepäck ausgepackt hate stellte ich fest, dass ich ihn zu dem Werkzeug unter dem unteren Rahmenrohr getan hatte, da ich dachte ihn vor Kasachstan nicht zu benötigen.
Nachdem ich dort etwas laden konnte musste ich aber doch zum Nachbarn wechseln (mit normaler Steckdose), da die in dem Restaurant verständlicherweise ihren Ventilator anschließen wolten. Mir lief der Schweiss schon die ganze Zeit in Strömen runter. Nachbars Steckdosenleiste augte wie die meisten in China leider nichts. Nachdem leichter Rauch auf Stieg habe ich nach kurzer Pause doch lieber langsamer weiter geladen. :sick:
Als ich endlich weiter fahren konnte hatte ich schon wieder Hunger. Die zwei Schüsseln Nudeln und eine kleine Schüssel Reisschleim waren wohl nicht genug. Was solls, die Erleichterung endlich losfahren zukönen ist idR. groß. Auch morgens. Wieviel Zeit für dieses elendige Packen und Zeltabbauen drauf geht, furchtbar!
An diesem Tag fuhr ich bis ca. 60km hinter Ya'an.

Heute musste ich dann in einigem Abstand östlich an Chengdu vorbei. Dabei fuhr ich durch etliche (für hiesige Verhältnisse) kleinere Städte, nicht gerade schön, aber auf überwiegend perfekten Straßen, vlt mit 10-20km schlechtere Straße. So kam ich bis nach Dujiangyan.
Hier hatte ich blöderweise die Idee in die Stad rein zu fahren um etwas Gebäck und vor allem einen Ersatz DCDC Wandler zu 12V zu kaufen. Den hate ich bewusst nicht mitgenommen, daich dachte, er wäre nicht so wichtig. Da hate ich aber nicht dran gedacht, dass ich den zwingend zum Akku laden für die Lüfter brauche. 26km Umweg! Eine furchtbare Stadt, irgendwie total tot, riesig, aber ohne Stadtleben. Den Wandler hab ich gefunden, war auch nur 3x so teuer wie online. :mad:
Das Laden beim Essen war auch nicht leicht. Die erste Steckdosenleiste taugte gar nichts, bei der zweiten mit scheinbar nur verdrillten Kabeln konnte ich immer mit 1 und 2Ladegeräten im Wechsel laden. Entspannung ist was anderes.

Von dort sollte nun eig. der vlt schönste Teil meiner Reise losgehen, auf der G213 über ca. 800km durchs Hochgebirge bis fast nach Lanzhou.
Leider war die Straßenqualität erst teilweise schlecht, dazu die üblichen staubigen LKW's usw..
Nach Yingxiuzhen ging es dann auf der eig. sog. alten Straße gar nicht mehr weiter, da diese noch vom großen Erdbeben in der Region erstört ist. Ich musste also auf die Autobahn. Eig. wollte ich heute nicht mehr die 50-60km bis Wenchuan fahren, kam jedoch nicht von der Autobahn runter zu einem passenden Zeltplatz. Auf der Strecke waren unzählige Tunnel, ind. 20km insgesamt. Nicht gerade toll mit dem Fahrrad, aber immerhin alle sehr hell beleuchtet. Auf der alten Straße sind die Tunnel oft unbeleuchtet, da brauche ich dann selbst für 1km schon recht lange.
Kurzum, ich bin doch noch bis nach Wenchuan. Hier ist eine Straße wegen Steinschlag halb verschüttet und gesperrt. Dahinter habe ich am Flussufer einen super Zeltplatz "in bester Lage" gefunden, wo ich jetzt sitze, meinen PC am Fahradaku lade und euch schreibe.

(Fortsetzung folgt...)
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #10
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Kundu

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Wenn ich es mir "leisten" kann, werde ich die nächsten Tage vlt etwas ruhiger angehen, mal nen paar unbeantwortete Nachrichten beantworten, Nachrichten lesen und gucken und hier Fots hochladen, wofür es mir jetzt schon zu spät ist. Geht natürlich nur, wen mein Handy keine Probleme macht. :rolleyes: Und ich Empfang habe, ab jetzt dürfte es hoffentlich endlich etwas ländlicher werden. Achja, heut hab ich nämlich die ersten 1000km "geknackt" :D
Vorallem will ich natürlich möglichst viel von der herrlichen Landschaft genießen, wo es doch "nur" noch ca. 750km auf der Straße sind, die wirklich schöne Strecke dürfte noch kürzer sein. Später am Rande der Wüste kann ich dann hoffentlich wieder mehr km/d fahren.
Bitte habt Verständnis dafür, dass ich von unterwegs aus nicht mehr alle Rechtschreibfehler korrigiere, insbesondere die durch diese träge Forensoftware verursachten.

Noch kurz die Fahrdaten der letzten 2 Tage: (Soll ich die weiter veröffentlichen? Aufschreiben für mich tu ich sie sowieso, analog.)

Tag 5, 21.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 187,0
Schnitt (km/h): 28,5
Rollzeit: 6:31
Höhenmeter hoch: 2446
Höhenmeter runter: 2798
Höhe max.: 2254
bis ca. 60km nach Ya'an

Tag 6, 22.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 206,7 (davon 26km Umweg durch Dujiangyan)
Schnitt (km/h): 26,6
Rollzeit: 7:47 (dafür kein Abendbrot und weniger Schlaf oder morgen später los)
Höhenmeter hoch: 1391
Höhenmeter runter: 729
Höhe max.: 1316
bis nach Wenchuan. verhältnismäßig wenig Höhenmeter da viel im Talkessel Chengdus (westlich sah ich dann immer die Berge) und wegen der vielen Autobahntunnel und Brücken.

LG,
Kundu
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #11
A3SB

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Man, ich bin mächtig beeindruckt! So eine Wahnsinnstour! Ich drücke Dir die Daumen, dass alles nach Deinen Vorstellungen läuft.
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #12
torcman

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Screenshot_2014-07-22-18-41-38.png

Welche von den 3 fährst du?

Bist du auf der Autobahn S9 gefahren, so wie die A5 bei uns, wie geht das?

Das uploaden von Bildern dauert, aber es ist für uns extrem interessant.

Weiter viel Glück, sei vorsichtig.
 
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  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #13
neandertaler

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Hallo Kundu, meinen höchsten Respekt. Ja bitte veröffentliche die Tagesdaten weiter.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolgt, durchhaltewillen sowie Gesundheit und Unfallfreiheit.
VG Edgar
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #14
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jedem Foto warten werde, bis ich Empfang hab.

Wenn das Ding mit Android ist, dann kann man die Position auch per Funknetz grob ermitteln lassen, oder recht genau per WLAN, sofern in der Nähe ein bereits erfasster AP ist. Einfach erlauben, falls nicht schon so eingestellt. Und eigentlich geht der Fix heute auch so schnell wie die Motivauswahl dank AGPS.
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #15
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Nineconlaie

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Toll, ich fiebere mit!
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #16
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Kundu

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Welche von den 3 fährst du?
Leider weder noch, da stimmt wohl was nicht mit dem Link. Ich bin ja westlich an Chengdu vorbei und auch ganz anders aus Kunming raus.
Von Kunming über fumin, luquan, tuanjiexiang, sayingpanzhen, huili, liangshan, Shimian, Ya'an, Wenchuan, Maoxian, Songpan, Zoige, Luqu, Linxia, Lanzhou, Wuwei, Zhangye, Jiuguan, Kumul, Turpan nach Urumqi hab ich mal notiert gehabt, ich glaube das ist nach wie vor aktuell.
Insbesondere aus Kunming raus ist auf google maps nur schwer nachvollziehbar da teilweise so nicht verzeichnet. Danach eig. ähnlich wie die westlichste der 3 Routen, nur eben östlich an Chengdu vorbei.
Bist du auf der Autobahn S9 gefahren, so wie die A5 bei uns, wie geht das?
Ja, auf der S9. Nur dass es hier niemand gibt, der mein mit 200km/h da lang brettern zu müssen. Es gibt hier ja immer diese Toll-Gates, die waren aber da warum auch immer unbesetzt, so kam ich einfach vorbei. Dann idR. auf dem Standstreifen gefahren, nur in den Tunneln ging das halt leider nicht. Klar, gerade toll ist das nicht...
Das uploaden von Bildern dauert, aber es ist für uns extrem interessant.
Ich habs befürchtet. Dank meiner Handy Probleme kann ich sie zumindest jetzt gerade nicht mehr auf den PC überspielen. Kennt wer ne tolle App, mit der ich die auf unter 200kB für den Upload hier koprimieren kann um sie dan direkt vom Handy ohne viel Text hochladen zu können?
Wenn das Ding mit Android ist, dann kann man die Position auch per Funknetz grob ermitteln lassen, oder recht genau per WLAN, sofern in der Nähe ein bereits erfasster AP ist. Einfach erlauben, falls nicht schon so eingestellt. Und eigentlich geht der Fix heute auch so schnell wie die Motivauswahl dank AGPS.
Ich guck mal, ob ich auf dem nächsten 3000er Pass Wlan hab :D
Spaß beiseite, in China geht das. Ab Kasachstan hab ich aber kein mobiles Internet mehr, dann gibt's auch kein AGPS.
Eig. hoffte ich auf über 4000m zu kommen, sieht aber schlecht aus. Hab mir sagen lassen 3800 wär das höchste, na mal schaun. Ich bleibe skeptisch bei solchen Angaben...
Von dort sollte nun eig. der vlt schönste Teil meiner Reise losgehen, auf der G213 über ca. 800km durchs Hochgebirge bis fast nach Lanzhou.
Tja, weit gefehlt. o_O
Heute war wohl der Tag mit der besten Straßenqualität, aber diese leider bitter erkauft.
Nach dem Erdbeben 2008 haben die hier ein riesiges Tourismusgebiet erbaut. Hunderte Reisebusse und tausende Luxusautos fahren hier wohl tagtäglich entlang. Schön ist das nicht. Sogar die ersten beiden erkenbaren Ausländer habe ich heute gesehen.
Wenchuan war schon furchtbar, weswegen ich zum frühstücken nach Nanxinzhen wollte. Dort war dann trotz (oder wegen) des dortigen Waserkraftwerks Stromausfall, meine Akkukapazität reichte zum Glück gerade noch nach Maoxian. Dort habe ich dann das dreifache des üblichen Preises für nen paar Nudeln bezahlt und das Laden war wieder aufwändig. Ich vermute dafür ging heute soviel Zeit drauf.
Danach fehlte auch noch meine Wasserflasche, die ich immer mit meinem Wasserfilter aufülle. Eine neue sollte 240% des üblichen Preises kosten. :mad: Naja, ohne gehts auch! Hab noch nen Glasbecher.
Später noch zwei "große" Schüsseln Nudeln in sonnem kleinen Touristendorf, die haben nur das in etwa doppelte gekostet. Dieser Massentourismus wiedert mich irgendwie an, ich hoffe morgen hinter Songpan wird das besser.
Die alte Chefin des Imbisses wollte dann auch noch als erste überhaupt Geld für den Strom haben, das 10-20ig fache dessen, was ich verbraucht habe! Letztendlich hab ich nur in etwa das doppelt bezahlt, das ist schon in Ordnung. Eine kWh dürfte hier maximal 6Eurocent kosten, auf dem Land wohl auch oft noch billiger.
Die jüngere Chefin war sympathischer. Ich frage sie, wie sie die extreme Veränderung der letzten wenigen Jahre empfindet. Da hätte sie noch nicht drüber nachgedacht. Ähnliche Antworten bekomme ich auch, wenn ich Leute über die neue Autobahn direkt an oder über ihrem Dorf frage. Ist denen alles egal, während in Deutschland da die Wutbürger auf Hochtouren laufen würden.

Als die Straße wegen Steinschlags kurz gesperrt war, sich die Massen stauten und ich als erster weiter konnte meinte ausgerechnet ein Sattelschlepperfahrer zu mir aus seinem LKW Fenster mein "Fahrzeug" sei zu schwer. :D Ich meinte immerhin nicht so schwer wie seins, fand er wohl lustig. :D

Nun bin ich ca. 40km vor Songpanxian, alles schön feucht im Zelt und es regnet, tolles Campingfeeling. Imerhin nur noch 14°C, so kann ich endlich wied.er meinen zweiten Schlafsack benutzen, will den ja nicht ganz umsonst mitschleppen. Heute ging es die ganze Zeit durchs Flusstal zusammen mit den ganzen Touristenmassen, flussaufwärts, so dass ich nun mit fast 2500hm immerhin eine ganz gute Ausgangslage für die nächsten Tage habe. In den nächsten Tagen muss ich wohl besonders darauf achten, wo ich die Akkus laden kann, vlt auch Streckenweise ganz ohne oder mit kaum Motorantrieb fahren.
Bin heute relativ wenig gefahren. Dafür habe ich am Ende nen super Zeltplatz auf ner Wiese bestimmt 50m von der Straße entfernt gefunden, der beste auf der ganzen Reise bislang. Wen man aber z.B. den Platz vorgestern, wo die Leute Betonhalbrohre gießen und lagern als Maßstab nimmt gehört da auch nicht viel dazu... :rolleyes:

Warum die Touristen hier her kommen weiß ich noch immer nicht ganz. Wegen der Landschaft wohl weniger. Ich bin an hunderten gleichen Restaurants vorbeifahren, die alle ihren komischen "Tofu-Fisch" verkaufen. Dann haben sie hier noch nen paar Denkmäler aufgestellt und es gibt noch nen paar "Altstädte", wahrscheinlch sind die auch nur 3 Jahre alt. Aber wer weiß, konnts mir verkneifen dem genauer nachzugehen.
An den Parkplätzen verkaufen sie noch lauter Kitsch und für die Fotos gibts noch jeweils einen langhaarigen Yak. Naja, jedem das seine, aber ich will hier weg!

Tag 7, 23.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 147,
Schnitt (km/h): 29,7
Rollzeit: 4:58
Höhenmeter hoch: 1680
Höhenmeter runter: 565
Höhe max.: 2465
bis ca. 40km vor Songpanxian

1274km, damit dürften wohl bereits gute 10% der Strecke hinter mir liegen, ich rechne mit guten 12 000km insgesamt. Allmählich bekomme ich Vertrauen ins Rad und auch ein besseres Gefühl beim Manövrieren.

Fotos also leider schon wieder erst später... :sick:

Kundu
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #17
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Kundu

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Tag 8, 24.7.:
Beim abermals überteuerten späten Frühstück in Chuangzhusi habe ich heute meine Akkus fast vollgeladen, um damit die 140km bis nach Ruoergai bzw. Zoige zu bewältigen.
Obwohl dort kaum andere Gäste waren, die Stromkabel super und ich noch beim essen war, wollte mich die olle Chefin nicht weiter laden lassen. Äußerst unsympathisch! Ich habe das Gefühl dieser extreme Tourismus macht die Leute hier kaputt.
Die Leute von nebenan, Tibeter, waren dafür umso netter und wollten mich bei ihnen weiter laden lassen. Da die Akkus schon fast voll waren, der Ladestrom nur noch ca. 4A betrug habe ich dankend abgelehnt. Dann schenkte er mir auch noch eine Tüte mit geröstetem (vermute ich, er sagte gebratenen) Hochland-Gerstenmehl, welches man mit Wasser und dem Zucker den er mir ebenfalls geschenkt hat anrühren kann. Erstaunlich schmackhaft für die Einfachheit, eine gute "Not-"nahrung für hier oben.
Dann habe ich mich also auf den Weg Richtung Zoige gemacht und zwecks Stromspargründen im wahrsten Sinne des Wortes 1-2 Gänge runter geschaltet.
Nun ging es ca. 1000hm sacht bergauf bis auf 3800m, wohl den absoluten Hochpunkt meiner gesamten Reise. Herrliche Landschaften, die Fotos sagen mehr als tausend Worte. Nur leider zu viel Verkehr. Auf dem Weg bergauf habe ich etliche "normale" Reiseradler überholt, fühlte sich irgendwie schlecht an.

Später ging es kaum mehr bergab, die meiste Zeit der Strecke verlief über 3600m Höhe. Toll was den Windwiderstand anbelangt, aber das dürfte durch den Gegenwind wohl längst kompensiert sein. :D

Überall gibt es auch hier noch touristische Angebote zum Reiten, übernachten in Zelten usw.
Während ich mein Zelt, meine Schlafsäcke und meine Kleidung trocknete und eine gebrochene Zeltstange reparierte kamen jedoch mit der Zeit drei "echte" Tibeter an, die hier oben in ihren Zelten wohnen und auf ihre Yaks aufpassen. Endlich mal wieder wer, der nicht nur auf Geld aus ist und sich auch über die Touristenmassen, deren Autos und Müll aufregt. Irritiert hat mich aber auch, dass einer meinte dass es hier zu kalt und ungemütlich sei, insbeonsdere beim Motorradfahren. Ich dachte die hätten sich da längst dran gewöhnt. Tatsächlich sind es auch jetzt nur noch 8°C hier, über Nacht wird es wohl noch kälter.

Kurz darauf kamen mir noch zwei deutsche sehr nette Reiseradler entgegen, die mit Bus und Faltrad über die Türkei und Georgien hier hergekommen sind. Leider ist ihre Reise schon bald zu Ende, wahrscheinlich wollen sie von Chengdu aus zurück fliegen.

Tag 8, 24.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 173,0
Schnitt (km/h): 27,6
Rollzeit: 6:16
Höhenmeter hoch: 1490
Höhenmeter runter: 596
Höhe max.: 3794
bis ca. 30km vor Ruoergai bzw. Zoige

Tag 9 und 10, 25.7 und 26.7.:
Gestern hat sich landschaftlich nicht viel verändert, weiterhin sehr schön. Leider auch extrem kalt, sobald die Sonne weg ist. Morgens war das Wasser auf dem Zelt gefrohen, meine Schlafsäcke taugen nichts. Daher konnte ich am nächsten morgen auch erst deutlich später los, musste doch erst das Eis schmelzen und meine Sachen zumindest etwas trocknen.
Abends wollten mich noch zwei Jungs mit dem Motorrad zum Anhalten bewegen. Ich bin zunächst weiter gefahren, bin ich doch vorgeschädigt, von dem Fotografierwahn der Chinesen. Mag narzistisch klingen, passiert aber immer wieder, insbesondere beim Radreisen. Erst heute wieder.
Letztendlich wollten die beiden aber nur eine Luftpumpe für ein zweites Motorrad ausleihen, ließen mich dann weiter fahren und haben sie mir wenig später nachgebracht. Die obligatorische Fotosession folgte dann natürlich doch noch. Was würden Chinesen nur ohne Smartphone machen!?
Gestern überquerte ich auch die Grenze nach zu der Provinz Gansu.

Heute ging es noch etwas in dem Grasland weiter, nach gut 90km dann allerdings über ca. 100km kontinuierlich mehr oder weniger bergab, über deutlich über 1000hm.
Nach den besagten 90km hatte ich gegessen und die Akkus geladen. Als ich endlich weiter konnte sah es etwas nach Regen aus. Ich bin trotzdem los, bislang bin ich ja immer bei Regen gefahren. Nur wenige Minuten später hagelte es extrem, die Temperatur sank auf 10°C. Zum Glück konnte ich noch relativ schnell unter einer undichten Bushaltestelle Schutz suchen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde es etwas weniger und ich bin komplett durchnässt und vor Kälte zitternd weiter gefahren. Natürlich wurde es wieder mehr, die Hagelkörner schmerzten auf den nackten Beinen. Zum Glück war es aber noch nicht allzu spät, als es irgendwann doch aufhörte hatte ich noch ca. 3h Zeit alles trocken zu fahren. Schade, sonst wäre ich heute deutlich über 200km gefahren.

Dann ging auch noch mein erst wenige Wochen alter Glasbecher beim einfüllen von heißem Wasser kaputt. Habe zum Glück einen neuen sogar etwas größeren gefunden. Ich hoffe, der ist besser. Als ich nach einem Mülleimer für den alten fragte nahm der Verkäufer den Becher und war ihn in hohem Bogen in Fluss. Der Pappkarton des neuen folgte und landete auf dem Kopf eines schlafenden Hundes.

Nun bin ich auf ca. 2000hm. Kulturell hat sich einiges verändert. Die meisten Menschen hier gehören der nationalen Minderheit der "Huizu" an, sind also Muslime. Diese backen erfreulicherweise endlich mal wieder recht anständiges Brot, angeblich vegan. Schmeckt besonders gut getränkt mit dem Wasser geschmolzener Hagelkörner.

Nun bin ich kurz hinter Linxiashi, quasi bei Lanzhou, der Hauptstadt Gansus. Von hier aus geht es nun also noch über ein paar kleinere Straßen auf meine vorletzte und mit Abstand längste China-Etappe bis nach Urumqi, entlang der Taklamakanwüste.

Tag 9, 25.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 183,9
Schnitt (km/h): 30,9
Rollzeit: 5:57
Höhenmeter hoch: 1082
Höhenmeter runter: 1238
Höhe max.: 3625
bis ca. 10km vor Luqu

Tag 10, 26.7.:
zurückgelegte Strecke (km): 199,1
Schnitt (km/h): 31,5
Rollzeit: 6:19
Höhenmeter hoch: 770
Höhenmeter runter: 2103
Höhe max.: 3349
bis kurz hinter Linxiashi

Fotos folgen, hoffentlich gleich...

Kundu

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  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #18
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labella-baron

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Von hier aus geht es nun also noch über ein paar kleinere Straßen auf meine vorletzte und mit Abstand längste China-Etappe bis nach Urumqi, entlang der Taklamakanwüste.
Erst jetzt kann ich in etwa nachvollziehen, wie riesig China wirklich ist.
 
  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #19
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Nineconlaie

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  • Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland Beitrag #20
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Von hier aus geht es nun also noch über ein paar kleinere Straßen auf meine vorletzte und mit Abstand längste China-Etappe bis nach Urumqi, entlang der Taklamakanwüste.
Waren tatsächlich schwer zu finden. Lauter neue Straßen, die auf keiner Karte und auch kaum ausgeschildert sind. Bin bestimmt 10km Umweg gefahren. Jetzt bin ich aber auf der G312 nach Urumuqi.
Erst jetzt kann ich in etwa nachvollziehen, wie riesig China wirklich ist.
Lustig war, als ich heute nach dem Weg zur nächsten Kleinstadt fragte und der mir sagte, das wäre die Straße nach Xinjiang, und es wäre noch seeeehr weit. Imerhin noch ca. 1000km bis zur Provinzgrenze. Das ist ja noch extremer, als wenn mir in Berlin wer "die Straße" nach Frankreich zeigen würde. :D
Die Straße war bislang hässlich, stark befahren und extrem staubig, zumindest bevor es anfing zu regnen. Tendenz aber schon jetzt besser werdend, was sich auf den nächsten 2000km hoffentlich fortsetzen wird.
Xinjiang ist dann die letzte chinesische Provinz, die ich durchqueren werde. Die größte Chinas, ca. 4,6mal so groß wie Deutschland.

LG,
Kundu

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Thema:

Mit dem Elektrofahrrad von China nach Deutschland

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