Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G (Xion HR-Motor)

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Ich habe mir nach den Bedenken mit dem Mittelantrieb (Kettenverschleiß, Ritzel/Zahnkränze, Klackern im Getriebe) lieber ein Fahrrad mit Heckantrieb in die engere Wahl genommen und bin am Ende beim Kalkhoff Pro Connect geblieben. Das 45er Modell schied aus, da ich auch in Naturschutzgebieten unterwegs bin (u.a. Müritz). Also das Modell von Kalkhoff in Rahmengröße 50. Ich bin unter 180 groß und der Rahmen ist nicht zu klein für mich.

Die erste Fahrt nach Einstellen des Sattels war ganz gut, aber der Lenker gefiel mir nicht, da kam also ein anderer Vorbau dran und die Höhe des Lenkers abgesenkt. Jetzt sitze ich zwar nicht mehr so bequem wie auf einem Hollandrad, dafür jedoch nicht so im Wind. Außerdem ist das Fahren durch Kurven etwas besser geworden, weil ich näher an der Straße bin.

Die Schaltung ist präzise, aber laut im Leerlauf. Mit 27 Gängen bin ich mehr als zufrieden. Man könnte meinen, dass man auch mit einer 8 Gang Nabenschaltung gut bedient sei, aber dem ist nicht so, zumindest bei bergigen Strecken wird man sich und den Antrieb zu sehr quälen. Wie schon in anderen Threads zu lesen ist dankt es der Antrieb, wenn man etwas schneller tritt ("Kadenz"). Dann hat man auch keine Probleme mit dem Anfahren am Berg.

Die Schiebehilfe kann man getrost vergessen. Die bringt nur sehr wenig, eigentlich nur etwas, wenn man eine steile Steigung hinauf schieben will, aber nicht, um besser anfahren zu können. Dafür kostet die Schiebehilfe den Akku ordentlich Energie.

Der Bremsassistent fängt erst bei einem zu ca. 25 % entladenen Akku an, man kann ihn dann einstellen, bei welcher Geschwindigkeit er einsetzen soll, dabei wirkt er dann bei einem Spiel von ca. 4 km/h, also bei eingestellten 20 km/h wirkt er bei 20 km/h bis abwärts 17 km/h. Ich finde den Bremsassistenten jedoch eher lästig, da er immer in dem voreingestellten Bereich die Bremsung einläutet, außer man tritt etwas stärker. Das wiederum ist ein Hin und Her, wie ich es nicht gern mag. Besser ist hingegen die manuell hinzu schaltbare Rekuperation, und zwar mit den Pfeiltasten immer abwärts, bis man im Display ein Elektrosymbol erkennt. Dies bringt dem Akku bei Bergabfahrten ein bisschen Strom zurück und entlastet einen beim Bremsen. Ich habe damit auf einer etwa 4 km langen Bergstrecke in Kärnten dem Akku 3 km mehr zurück gegeben. Allerdings gibt es auch hier ein "Aber": das funktioniert nur, wenn der Akku schon ein wenig entladen ist (ca. 25 % unter Vollladung) und auch nur bei Geschwindigkeiten unter ca. 31 km/h. Bergab wir man oft schneller, da muss also zusätzlich gebremst werden.

Jetzt mal weg vom Bremsen zum eigentlichen Fahren: der Akku gibt eine kräftige Unterstützung von ca. 3 km/h bis zur Endgeschwindigkeit von ca. 27 km/h. Das macht er im Modus "Eco" sehr sanft, im Modus "Sport" mit ein deutlichen Schub. Bei längeren Strecken reicht der Modus "Eco", am Berg und in der Stadt ist "Sport" besser. Will man schneller als 27 km/h fahren, setzt wie gesetzlich vorgesehen die Unterstützung aus. Tja und dann? Ja, dann wird es schwer. Systembedingt ist es nämlich alles andere als lustig mit dem Heckantrieb ohne Akku-Unterstützung. Da muss man ziemlich gegen den Motor anarbeiten, und zwar auch bei ausgeschalteter Rekuperation und auch bei ausgeschaltetem Antrieb! Daher ist man ohne Strom mit dem Fahrrad eigentlich ziemlich lahm. Nur bei niedriger Geschwindigkeit ist die Bremswirkung des Motors nicht zu spüren. Ab ca. 20 km/h geht ohne Unterstützung nichts mehr, bzw. macht es keinen Spaß.

Laufleistung: ich bin in Stufe 2 bislang zweimal bis ans Ende der Akkuleistung gefahren, das waren dann 90 bzw. knapp 100 km. Bei Stufe 3 kann man ca. 20 km runter rechnen. Ich fahre immer am oberen Ende des möglichen Tempos, also bei 25 - 27 km/h. In den Kärntner Bergen war schon bei unter 60 km Schluss. Allerdings waren da mehrere Höhenunterschiede drin, einmal 200 m, dann 300 m, dann 450 m. Das geht ordentlich auf die Batterie. Wie andere hier mit dem sehr ähnlichen Bulls auf 108 km kommen, kann ich mir nicht erklären, vielleicht ist der Akku leistungsfähiger, er hat 17 Ah, meiner nur 15,5 Ah. Allerdings habe ich mit knapp 450 km noch nicht so viele km hinter mir und ich habe das alles auch noch nicht so haarklein in einer Tabelle notiert. Vielleicht ist die Laufleistung einer Ladung bei meinem Fahrrad vergleichbar. Wenn der Akku sich dem Ende seiner Ladung nähert, schwindet übrigens von km zu km die Unterstützung. Man hat demnach keine 100 % Unterstützung bis zum Ende, sondern nur bis noch rund 10 km laut Display möglich wären.

Das Display und die Bedienung: es ist sehr übersichtlich gestaltet, aber im Dunkeln hätte ich es gern etwas weniger leuchtstark. Man kann ansonsten alles gut ablesen und die Anzeige zeigt sehr viel, für mich mehr als genug. Die Bedienung ist hingegen etwas dusselig: zwischen dem Modus Sport und Eco kann man nur im Stand hin und her schalten! Ändern kann man nur innerhalb eines Modus die Unterstützung bzw. die manuelle Zuschaltung der Rekuperation. Alles andere geht nur im Stand. Das hätte Kalkhoff besser lösen können. Also: anhalten, Modus ändern, ggf Bremsassistenten abschalten, weiter fahren. Naja, kann ich dazu nur sagen.

Geräusch des Antriebs: der Motor ist praktisch geräuschlos. Allerdings macht sich ein leichtes Schleifen bemerkbar, wenn man stärker tritt. Das soll wohl der Fühler sein, der die Trittkraft misst. Bei anderen Besitzern dieses Fahrrads ist das wohl deutlich zu hören, bis hin zu störend. Ich sage mal: ich kann damit leben. Leiser wäre besser, aber es ist fern von störend.

Bremsalange und Licht: die Bremsen sind super, quietschen nicht, sind aber etwas rau nach Geländefahrt. Da hilft aber kurzes Stotterbremsen oder Scheiben reinigen. Das Licht ist so hell, damit man es auch von der ISS sehen kann. Tagsüber leuchten 2 kleine Dioden, also eine Art Tagfahrlicht.

Negatives:


  1. inzwischen, und das noch vor 500 km, gibt es Probleme mit dem Akku. Ich werde einen neuen bekommen. Die Probleme treten nur selten auf und verschwinden von allein. Es macht sich wie folgt bemerkbar: Akku voll geladen, Anzeige zu Beginn 101 km, nach 20 km Fahrt 81 km, nach einem weiteren km plötzlich nur noch Rest 58 km !?! Und irgendwann kam dann auch mal ein Ausrufezeichen im Display, also Werkstatt aufsuchen. Danach war dann aber wieder alles in Ordnung. Wie gesagt: ich soll wohl einen neuen Akku bekommen.
  2. Zwischendrin konnte ich 2 x im Display den Unterstützungsmodus nicht variieren. Aussschalten und Einschalten half sofort. Ursache sind laut Kalkhoff wohl die Kontakte des Steuerungsteils. Jetzt kam es aber nicht mehr vor. Falls doch, dann bekomme ich sofort eine neue Halterung mit besseren Kontakten für das Steuergerät.

Fazit: ich bin ganz zufrieden mit dem neuen Fahrrad und fahre deutlich mehr als noch zuvor, dabei bin ich sowieso nicht gerade wenig mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Bergfahrten gehen gut, eine Überhitzung erfordert jedoch ggf eine kurze Zwangspause (unter 2 Minuten), was ich aber nicht schlimm finde. Im Vergleich zu den Bosch-Mittelantrieben ist mein Fahrrad schön leise und die Schaltung ist nicht so ruppig wie bei Bosch. Über weitere Erfahrungen werde ich berichten, evtl. kommt noch ein Langstreckentest in der kommenden Woche hinzu, dann vielleicht auch mit Tabelle.

Fragen dazu? Dann gern her damit, meinetwegen auch als private Nachricht.
 
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cephalotus

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

...Die Schiebehilfe kann man getrost vergessen. Die bringt nur sehr wenig,...
Der Bremsassistent fängt erst bei einem zu ca. 25 % entladenen Akku an,...
Ich finde den Bremsassistenten jedoch eher lästig, Besser ist hingegen die manuell hinzu schaltbare Rekuperation, und zwar mit den Pfeiltasten immer abwärts, bis man im Display ein Elektrosymbol erkennt....
das funktioniert nur, wenn der Akku schon ein wenig entladen ist (ca. 25 % unter Vollladung) und auch nur bei Geschwindigkeiten unter ca. 31 km/h...
der Akku gibt eine kräftige Unterstützung von ca. 3 km/h bis...
Systembedingt ist es nämlich alles andere als lustig mit dem Heckantrieb ohne Akku-Unterstützung. Da muss man ziemlich gegen den Motor anarbeiten, und zwar auch bei ausgeschalteter Rekuperation und auch bei ausgeschaltetem Antrieb! Daher ist man ohne Strom mit dem Fahrrad eigentlich ziemlich lahm. Nur bei niedriger Geschwindigkeit ist die Bremswirkung des Motors nicht zu spüren. Ab ca. 20 km/h geht ohne Unterstützung nichts mehr, bzw. macht es keinen Spaß...
Die Bedienung ist hingegen etwas dusselig: zwischen dem Modus Sport und Eco kann man nur im Stand hin und her schalten! ... Also: anhalten, Modus ändern, ggf Bremsassistenten abschalten, weiter fahren...
Vielen Dank für Deinen (auch kritischen) Bericht. Auch auf die Gefahr hin, dass das als Markenbashing verstanden werden kann so hat das auf mich schon sehr den Eindruck, dass es sich bei dem Antrieb um ein Produkt der Generation 1 handelt, vor allem die Software wirkt doch noch sehr unausgereift. Weder muss ein Direktläufer bremsen, noch muss die Rekuperation ab 31km/h stoppen, noch erst bei einem 75% Ladezustand beginnen. Bremsreku gehört für mich an den Bremshebel, Einstellungen soll man selbstverständlich auch während der Fahrt ändern können, Startgeschwindigkeit von 3km/h finde ich sehr spät, noch dazu wenn die Schiebehilfe keine Leistung liefert. Nichts davon ist Systembedingt, sondern liegt nur an den Eigenarten der hardware bzw Software dieses Systems...

Vor allem das Bremsen bei ausgeschaltetem Motor wäre für mich nur sehr schwer akzeptabel, aber auch die Rekuperationsmöglichkeiten finde ich von der Beschreibung her extrem schlecht gelöst.

mfg
 
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Heli-Mike

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Ich fahre den identischen Antrieb in einem Bulls Lavida und kann die meisten genannten Kritikpunkte nicht nachvollziehen.
So kann ich problemlos in der Ebene über die Unterstützungsgrenze (ca. 27km/h) hinaus beschleunigen, bis weit über 30 km/h. Von einem Bremseffekt des Motors habe ich (dank der sanften Abregelung) noch nie etwas gespürt. Das war sogar ein wichtiges Kaufkriterium für mich.
Bergauf sieht das natürlich anders aus. Aber mit dem 27kg Bike komme ich ab einer gewissen Steigung sowieso nicht über 27 km/h.
Auch eine verzögerte Unterstützung beim Start (3 km/h) konnte ich noch nicht feststellen. Der Motor setzt ein ab einer Pedalbewegung von 9°.
Bei den Einstellungen, die man nur im Stand ändern kann, sind meiner Meinung nach keine dabei, die ich während der Fahrt ändern möchte. ob ich im Eco- oder Sport-Modus fahren möchte, entscheide ich vor der Fahrt abhängig davon welches Streckenprofil mich erwartet. Der Unterschied liegt nur in der leicht unterschiedlichen Agilität und der um 1/3 reduzierten Spitzenleistung.
Das Bulls bietet übrigens die Möglichkeit der Bremshebel-Rekuperation.

Gruß Michael
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Naja, von Bremsen bei abgeschaltetem Motor würde ich nicht sprechen. Es ist eben nicht ganz so frei laufend wie beim Fahrrad ohne E-Antrieb. Ansonsten kann es auch sein, dass die Unterstützung schon bei 2 km/h beginnt. Für mich wirkt das so wie langsame Fußgängergeschwindigkeit. Die Rekuperation brauche ich nicht am Bremshebel. Die manuelle Zuschaltung habe ich in Daumenweite, da man das mit der Schalteinheit macht, das ist bequemer als mit einem separaten Hebel. Die automatisch Rekuperation (Bremsassistent) braucht überhaupt nicht extra zugeschaltet werden, die beginnt automatisch nach der im Stand vorgenommenen Grundeinstellung, dauert etwa 15 Sekunden, diese zu programmieren. Allerdings verzichte ich lieber auf den Bremsassistenten, gerade beim Ausrollen vor der Ampel ist das lästig, wenn die Geschwindigkeit automatisch herunter geregelt wird.

Zu dem Problem mit dem Akku wird es einen Austausch geben. Es handelt sich wohl um eine Sache mit der Platine, die der Hersteller inzwischen behoben hat. Es tritt nur selten auf, wird schnell und unkompliziert geregelt. Per Schnellservice wird ein Ersatz geschickt. Allerdings, und das will ich nicht verschweigen, macht das nicht so glücklich. Eigentlich ein Superfahrrad, und dann die Akkuprobleme. Ich bin froh, dass ich mich gegen den Internetkauf entschieden habe. Der Laden vor Ort unterstützt mich besser und schneller und klärte in meinem Fall alles sehr unkompliziert per Telefon mit dem Hersteller.
 
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cephalotus

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Naja, von Bremsen bei abgeschaltetem Motor würde ich nicht sprechen. Es ist eben nicht ganz so frei laufend wie beim Fahrrad ohne E-Antrieb.
Du hattest geschrieben: "...Ab ca. 20 km/h geht ohne Unterstützung nichts mehr, bzw. macht es keinen Spaß..."

Wie schnell fährst Du denn in etwa mit einem nomalen Rad ohne Motor, um den Vergleich zu haben...
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Mit einem normalen Fahrrad fahre ich zwischen 20 km/h und 26 km/h, je nach Lust und Laune. Zur Not kann ich bei einem normalen Fahrrad auch mal auf 35 km/h beschleunigen. Das macht beim Kalkhoff nur bergab Spaß.
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Von einem Bremseffekt des Motors habe ich (dank der sanften Abregelung) noch nie etwas gespürt.
Wie verhält sich das Hinterrad, wenn man es etwas anhebt und per Hand in eine Drehbewegung versetzt? Wie lange läuft es im Vergleich zum Vorderrad nach?

Meine Kollegin hat das bezogen auf Akku und Motor sehr ähnliche Modell von Buls, bei ihr ist es genauso wie bei mir. Da der Motor in beiden Fällen vom selben Hersteller kommt, sogar identisch sein soll, kann das mit der Steuerung eigentlich nicht zusammen hängen.
 
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Heli-Mike

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Das Hinterrad läuft deutlich weniger nach. Aber ich denke, dass ist zu einem großen Teil dem wesentlich höheren Gewicht geschuldet.
Im Fahrbetrieb ist für mich kein Bremseffekt spürbar. Ich fahre in der Ebene öfter mit Unterstützung = 0.
Ich bin kürzlich eine Tour mit 2 Bekannten gefahren. Beide mit Impuls Mittelmotor-Antrieb. Ich konnte an jedem Gefälle beobachten, dass mein Lavida deutlich schneller und auch länger ausrollte als die Räder meiner Begleiter (bei vergleichbarem Gesamtgewicht).
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Meines rollt auch schneller bergab als andere Fahrräder, allerdings habe ich keinen Vergleich zu gleichzeitig bergab fahrenden E-Bikes.
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Jetzt habe ich meine erste längere Tour hinter mir. Es ging bei sehr windigem Wetter quer durch den Nationalpark Müritz, teilweise auf dem empfehlenswerten Radweg Berlin-Kopenhagen. Die erste Etappe ging über 95 km. In Waren bin ich in die Bahn nach Rostock umgestiegen. Dort bin ich noch eine längere Tour gefahren, und zwar vom Hbf bis Warnemünde und die halbe Strecke zurück zu einer kleinen Unterkunft. Das waren dann noch einmal ca. 35 km. Aufgeladen habe ich den Akku bei der Mittagspause, habe leider nicht auf die Uhr geschaut. Bis dort hatte ich 65 km hinter mir.

Mit viel Gepäck war der Akkuverbrauch höher als ohne. Ich fahre grundsätzlich "Sport" und Stufe 2, also recht sparsam. Auch mit Gepäck hat mir das gereicht. Auf der Strecke gab es wenige kräftige Anstiege, da bin ich auf Stufe 3 und 4 hoch. Den höheren Akkuverbrauch konnte ich an der Restreichweite erkennen. Während ich sonst mehr km heraus hole, als angezeigt ist, schaffe ich das mit viel Gepäck nicht.

Faustformel
- ohne Beladung: 10 angezeigte km = ca. 15 km gefahren
- mit viel Reisegepäck: 10 angezeigte km = ca. 9 bis 10 km gefahren

Allerdings war es die beiden Tage sehr windig (lt. Wetterbericht Windstärke 4 - 6) und der Wind blies fast immer von vorn oder schräg von vorn. Sobald es längere Zeit durch Wälder ging, war es fast windstill und es reduzierte sich der tatsächliche Verbrauch etwas, erkennbar daran, dass die Anzeige ungefähr mit der realen Entfernung überein stimmte. Ich bin fast nie mit 27 km/h gefahren, wollte die Natur genießen, bin daher um 24 km/h unterwegs gewesen, gelegentlich etwas schneller (25 - 26 km/h), nur selten unter 24 km/h. Die Strecke war über weite Teile asphaltiert oder Betonplatten, aber ab und zu fester Waldweg. Einige Passagen sind nur mit langsamen Tempo möglich gewesen, abgestiegen bin ich bei sandigem Untergrund, wenn er zu weich war. Ich habe relativ schmale Marathon Plus Reifen, die sind für weiche Sandböden erkennbar ungeeignet.

Die 27 Gänge sind für das Kalkhoff im Flachland etwas überdimensioniert. Ich komme vorn immer mit den beiden größeren Kränzen klar, hinten bin ich immer auf Gang 5 bis 7, selten auf 8 und 9 (eigentlich nur bergab).

Fazit für die Tour: mein E-Bike ist für solche Touren gut geeignet. Es fängt auch bei viel Gepäck nicht zu schlingern an. Abends war ich ein bisschen müde, aber längst nicht so, wie es nach den vielen km hätte sein dürfen. Der Sattel ist für sehr lange Strecken zu hart, da sollte man sich wohl einen besseren Sattel gönnen. Ich trug eine gepolsterte Radlerhose, die hat einiges abgefangen. Die Federstütze hilft bei rumpeliger Strecke. Ich werde mir mal Lowrider Gepäckträger anschauen, und ob die vorn montierbar sind. Allerdings fallen Zelturlaube abseits von Steckdosen beim E-Bike systembedingt flach.
 
P

Pete248

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Das Rollen (ohne Treten) ist nicht das Problem. Da gibt es so gut wie keinen Unterschied zu einem normalen Rad. Problem ist, dass zusätzliches Treten (oberhalb von 27 km/h) fast keinen Effekt bringt. Ich habe den Eindruck, dass beim Bergabrollen im Geschwindigkeitsbereich zw. 27 und ca. 35 km/h leichtes Treten sogar eher kontraproduktiv ist. Ich meine, dass ich beim Treten in diesem Geschwindigkeitsbereich auch eine leichte Vibration in den Pedalen spüre, d.h. der Motor ist nicht komplett abgeschaltet sondern macht noch irgend etwas. Jenseits von ca. 35 km/h scheint dieser (Brems)-Effekt weniger zu werden, sprich Treten bringt dann auch eine entsprechende Geschwindigkeitssteigerung.

Meine Theorie dazu war, dass bis ca. 35 km/h der Motor "unter Strom steht", damit die Elektronik die Unterstützung bei Bedarf schnell regeln kann. Damit der Motor nicht als Dynamo (Bremse) arbeitet muss ihm dabei die zur Geschwindigkeit passende Spannung zugeführt werden. Und das scheint bei Geschwindigkeiten oberhalb von 27 km/h nicht schnell genug zu erfolgen. Wie gesagt, nur eine Theorie, und vielleicht bilde ich mir das alles auch nur ein, da ich jetzt die Unterstützung gewöhnt bin.

Definitiv fährt sich das Rad aber mit ausgebautem Akku nicht so spritzig wie mein altes Treckingrad. Mit dem dann noch verbleibenden Gewichtsunterschied von 2-3 kg lässt sich das nicht erklären. Entweder der Drehmomentsensor schluckt Energie, oder der Motor schluckt Energie, was er ohne Akku dann allenfalls in Wäre umsetzen könnte.

Ist aber Gejammere auf hohem Niveau, den bis 27 km/h macht das Fahren mit dem Pedelec gehörig Laune. Wäre halt hübsch, wenn es darüber so bleiben würde, zumindest auf normalem Fahrradniveau. ;)
 
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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

...

Ist aber Gejammere auf hohem Niveau, den bis 27 km/h macht das Fahren mit dem Pedelec gehörig Laune. Wäre halt hübsch, wenn es darüber so bleiben würde, zumindest auf normalem Fahrradniveau. ;)
Das entspricht auch meiner Meinung. Diesen vielleicht etwas unangenehmen Beigeschmack wiegt das Fahren mit Unterstützung nicht nur auf, sondern lässt es umgehend vergessen. Da die Antriebe bei Lavida und beim X27 vom selben Hersteller kommen, kann ich mir kaum erklären, dass es dort wahnsinnig viel anders sein soll.

Jedenfalls gibt es schon einen sehr großen Unterschied zum Bosch Mittelmotor: bei meinem Fahrrad habe ich nach rund 600 km noch keinen Kettenverschleiß, vom Bosch Antrieb kenne ich da aber ganz andere Geschichten, und zwar nicht nur als Ausreißermodell.
 
Pedelec-Klaus

Pedelec-Klaus

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AW: Meine Erfahrungen mit dem Kalkhoff Pro Connect X27 27-G

Ist aber Gejammere auf hohem Niveau, den bis 27 km/h macht das Fahren mit dem Pedelec gehörig Laune. Wäre halt hübsch, wenn es darüber so bleiben würde, zumindest auf normalem Fahrradniveau. ;)
Was Du beschreibst ist auch exakt meine Empfindung; ich fahre jedoch das Focus Jarifa mit dem Xion-Motor von Alber. Auch bei mir ist oberhalb von 27 km/h, wenn es bergab geht, treten eher kontraproduktiv. Da wird man kaum schneller. Lässt man das Bike bergab einfach rollen, dann wird es "schneller" schnell als wenn man tritt.
 
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... wenn es bergab geht, treten eher kontraproduktiv. Da wird man kaum schneller. Lässt man das Bike bergab einfach rollen, dann wird es "schneller" schnell als wenn man tritt.
Ich trete dann locker weiter, also ohne den Druck auf das Pedal zu erhöhen, um vielleicht ein bisschen oder sogar ganz viel schneller zu werden. Wenn man hinterher wieder aktiv tritt, weil der Berg vorbei ist, fühlt es sich geschmeidiger an. Beim normalen MTB habe ich das auch immer so gemacht, da ist es obendrein noch ein Vorteil für den Kreislauf, weil der in der Bergab-Phase nicht gleich durchs Nichtstun absinkt.
 
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Ich habe inzwischen festgestellt, dass bei Nässe immer wieder die Steuereinheit zu wenig Kontakt zum Halter hat und dadurch Fehler entstehen. Das äußert sich dahin gehend, dass die Pfeiltasten bei der Bedienung neben dem Griff entweder nur in eine Richtung funktionieren, und zwar nur nach oben, oder gar nicht. Dann hat man immer die standardmäßige Voreinstellung (mittl. Unterstützung). Wenn man den Halter komplett trocken wischt, passiert das nicht. Wie ich schon zuvor schrieb, gibt es da Abhilfe seitens des Herstellers durch eine Halterung mit verstärkten Federn. Diese ist bestellt. Wie handhabt Ihr das? Kleine Tüte über den Halter, wenn Ihr das Fahrrad abstellt und es regnen soll?
 
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Marauder156

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Wie handhabt Ihr das? Kleine Tüte über den Halter, wenn Ihr das Fahrrad abstellt und es regnen soll?
Ich habe bei regnerischem Wetter auch während der Fahrt immer eine Butterbrottüte mit einem Gummi befestigt über dem Display. Bei gutem Wetter ist beides in der Satteltasche.

Hatte bei starkem Regen mal das Display zum Schutz abgenommen und bin ohne Unterstützung gefahren. Hat nichts geholfen. Man kann praktisch zusehen wie die Kontakte der Halterung korrodieren, wenn sie nass ist. Diese Komponenten sind durch keine Allwetter-Prüfung gegangen oder haben sie zumindest nicht bestanden. Das Display zeigt innen Kondensation und die Halterung erkennt das Display nicht mehr ohne Reinigung mit Kontaktspray.

Den Fehler, bei dem die Abwärtstaste nicht mehr erkannt wird, habe ich auch seit Anfang an. Durch leichtes Drehen des Displays kann man hier Abhilfe schaffen. Die Displayeinheit ist der große Schwachpunkt an diesem gelungenen Fahrrad. Durch kleinen Tricks kann man das allerdings im erträglichen Rahmen halten.

Grüße
Chris
 
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Ich habe bei regnerischem Wetter auch während der Fahrt immer eine Butterbrottüte mit einem Gummi befestigt über dem Display. Bei gutem Wetter ist beides in der Satteltasche.

Hatte bei starkem Regen mal das Display zum Schutz abgenommen und bin ohne Unterstützung gefahren. Hat nichts geholfen. Man kann praktisch zusehen wie die Kontakte der Halterung korrodieren, wenn sie nass ist. Diese Komponenten sind durch keine Allwetter-Prüfung gegangen oder haben sie zumindest nicht bestanden. Das Display zeigt innen Kondensation und die Halterung erkennt das Display nicht mehr ohne Reinigung mit Kontaktspray.

Den Fehler, bei dem die Abwärtstaste nicht mehr erkannt wird, habe ich auch seit Anfang an. Durch leichtes Drehen des Displays kann man hier Abhilfe schaffen. Die Displayeinheit ist der große Schwachpunkt an diesem gelungenen Fahrrad. Durch kleinen Tricks kann man das allerdings im erträglichen Rahmen halten.

Grüße
Chris
Es gibt Ersatz durch Kalkhoff. Ich würde mal zum Händler gehen und dies ansprechen. Die Kontakte sind druckstärker und erreichen so besser die Steuereinheit. Bei mir erfolgt in Kürze der Tausch, nächste Woche soll die neue Halterung wohl da sein.
 
Pedelec-Klaus

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Die Halterung für das MMI bzw. das Display ist ja fest verkabelt. Wie genau erfolgt da der Tausch der Halterung? Gibt es irgendwo vielleicht doch eine "versteckte" Steckverbindung?
 
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Die Halterung für das MMI bzw. das Display ist ja fest verkabelt. Wie genau erfolgt da der Tausch der Halterung? Gibt es irgendwo vielleicht doch eine "versteckte" Steckverbindung?
Keine Ahnung, darum soll sich mein Fahrradladen kümmern. Aber ich werde aufpassen, nachfragen und berichten. Bis dahin: Tiefkühlbeutelchen drüber.
 
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Ich fahre im Moment mit einem Ersatzakku, da der mit dem neuen Fahrrad gelieferte Akku immer wieder Fehler in der Anzeige des Displays und am Akku selbst zeigte. Der Ersatzakku hat 11 Ah. Die Reichweite liegt bei vollem Akku bei 75 km (Sport, 2 Balken). Da der Ersatzakku nicht neu ist, sollte die tatsächliche Reichweite etwas drunter sein. Das ist sie auch, aber ich habe festgestellt, dass ein warmer Akku deutlich längere Reichweite als ein kalter Akku schafft. Das habe ich gemerkt, als ich vorgestern bei der Arbeit den Akku in einem überheizten Raum abgestellt hatte und abends zurück fuhr.

Daher überlege ich, was ich im Winter mache, damit der Akku auch unterwegs nicht auskühlt. Angeblich soll er beim Betrieb ausreichend Wärme von allein produzieren. Bei + 5° mag das gehen, aber bei - 5° oder drunter habe ich meine Zweifel. Ich denke dabei an eine Art "Mäntelchen", Material aus alter Isomatte o.ä., hat da jemand Erfahrungen? Das muss ja nicht komplett um den Akku gehen, eher so etwas zum Überstülpen mit einfacher Befestigung, damit es vom Fahrtwind nicht weg geweht wird.
 
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