Mein Victoria Bamberg

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uschaurischuum

Hallo, ich bin neu hier, und ich fahre seit fast zwei Jahren ein fertig gekauftes Pedelec, ein Victoria Bamberg mit Elektrokomponenten von Schachner und einer 7-Gang Nabenschaltung von Scram. Ich bin mittlerweile 3.800 km damit gefahren.
Ich habe sogar einmal einen Erfahrungsbericht dazu verfasst, der allerdings damals für Menschen geschrieben wurde, die gar nicht wußten, was ein Pedelec überhaupt ist ;):


Ich habe mir das Modell Bamberg von Victoria mit 28" Rädern und einem 50er Rahmen zugelegt, darauf fühle ich mich mit 180 cm Größe gut aufgehoben, jeder, der schon einmal ein zu kleines Fahrrad hatte, wird wissen, was ich damit meine.
Victoria ist ursprünglich eine Marke aus Nürnberg, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts Hochräder hergestellt hat, und später erfolgreich im Motorradbau war. In den fünfziger Jahren wurde der Name von Hercules übernommen. Bald darauf verschwand der Name aus den Händlerlisten. Seit den neunziger Jahren wird der Name von der Herman Hartje KG verwendet, und nun werden die Victoria Räder in Hoya/Niedersachsen montiert.
Das Modell Bamberg ist solide und robust ausgeführt. Das Rad verfügt über eine 7-Gang-Nabenschaltung von Sram, die wohl identisch ist mit der 7-Gang Nabenschaltung, die es zuletzt von Sachs gab. Wichtiger Unterschied zur 8-Gang Nabenschaltung von Shimano: Beim Schalten muss kurz mit dem Antreten ausgesetzt werden, wie man das bei Sachs von eh und je gewohnt war. Der moderne Damenrahmen ist aus Aluminium. Das Rad verfügt über einen Zweibeinständer, angesichts des Gesamtgewichts von 27 kg eine vernünftige Entscheidung. Die Lampe von Basta hat, wie überhaupt das ganze Rad, ein ansprechendes Design zwischen Retro und Moderne. Das Rücklicht verfügt über einen Standlichtakku. Mit dem Dynamo bin ich nicht zufrieden, und er wird von mir demnächst ausgetauscht werden. Er rutscht bei Nässe schnell durch, und könnte dann, wenn er bei Trockenheit vernünftig läuft, etwas weniger ausbremsen. Da der Schachner Motor im Vorderrad sitzt, kann leider kein Nabendynamo eingesetzt werden. Um die Reichweite zu erhöhen, benutze ich auch von den sonstigen Stromkreisen unabhängige Diodenlichter, die ich mir zusätzlich angeschafft habe. Das Fahrrad verfügt über zwei V-Bremsen und eine Rücktrittbremse. Zu erwähnen wäre noch die tolle Bereifung von Conti mit einem Jahr Garantie im Falle einer Reifenpanne! Ein Fahrradcomputer von Sigma gehört zum Lieferumfang, am Anfang ist dieses Instrument eine wertvolle Hilfe, um Reichweite und Leistung der elektrischen Anlage beurteilen zu können. Gefedert wird mit einer Telegabel und einem Federelement in der Sattelstütze, beide sind verstellbar. Das Victoria Bamberg braucht fast 200 km, bis es gut eingefahren ist, dann jedoch läuft das große und schwere Bike auch ohne Hilfsmotor überraschend leicht.

Die Firma Schachner arbeitet seit 1983 mit Elektroantrieben für Fahrräder, im Jahre 1993 ging ihr erster Radnabenmotor in Serie.
Die Schachner Antriebskomponenten bestehen aus dem Elektromotor, der in der vorderen Nabe eingebaut ist, dadurch wirkt die Nabe optisch, als wäre sie, wie bei einem alten Motorrad mit einer großen Trommelbremse versehen. In einem speziellen Gepäckträger befindet sich in einer abschließbaren Halterung der Akku daher kann am Rad oder in der Wohnung geladen werden. Letzteres empfiehlt sich bei kühlerer Witterung, da der NIMH-Akku bei Kälte deutlich in der Leistung nachlässt. Er hat allerdings keinen nennenswerten Memory-Effekt, offensichtlich reicht aus, wenn der Akku jedes vierte Mal vollständig entladen wird. Am Tretlager befindet sich ein elektronischer Abnehmer, der gewährleistet, dass der Antrieb nur arbeitet, wenn auch getreten wird. (Ausnahme: Anfahrhilfe bis 6 km/h) Bei entsprechender Gesetzeslage (körperliche Behinderung) darf dieser Abnehmer deaktiviert werden. An der Lenkstange befindet sich ein Kontrollinstrument in Gestalt eines Tachometers, das auf der linken Seite die Energiereserve anzeigt, während auf dem rechten Feld die momentane Energieentnahme dargestellt wird. Des Weiteren finden sich hier auch die Knöpfe zum Ein- und Ausschalten, sowie zum Umschalten zwischen Eco-Modus und voller Leistung. Mit voller Leistung zu fahren, kann ich eigentlich nur empfehlen, wenn der Akku auf dem letzten Streckenabschnitt
des Heimweges gezielt entleert werden soll, s.o. Die Leistung wird jedoch auch an einem Drehgriff geregelt, wie er von motorisierten Zweirädern bekannt ist. Wer schon Motorrad gefahren ist, wird anfangs etwas unsensibel im Umgang mit diesem Drehgriff sein, denn die Unterschiede in der Leistungsabgabe erscheinen bei einem 250 Watt Motor natürlich nicht sehr groß. Wenn man dann jedoch entdeckt, dass sich hier doch ganz entscheidend Leistung und Energieverbrauch beeinflussen lassen, wird der Schachner Antrieb erst richtig Freude bereiten. Ich fahre mit wenig „Gas", so dass beim Kontrollinstrument, wenn überhaupt, dann nur die niedrigste Anzeige aufflackert, steile Berge fahre ich lieber in niedrigeren Gängen bei Geschwindigkeiten von ca. 10 km/h hinauf, obwohl bei Vollgas durchaus 16 km/h möglich wären. So komme ich einfach weiter mit
meiner Victoria/Schachner Maschine. Steile Bergauffahrten mit „Vollgas" machen den Akku nämlich oft schlagartig halbleer, und wenn er dies bereits war, dann kann er eben auch recht schnell ganz leer sein, und dies bleibt trotz guter Laufeigenschaften des Rades bei 27 kg Gewicht eben doch sehr unangenehm, vor allem, wenn es auf dem Weg doch noch einmal bergauf geht. Durch scharfe Fahrweise bei einer überschaubaren Distanz kann ich allerdings auch bei Bedarf eine Strecke in weniger als zwei Drittel der Zeit zurücklegen, die ich mit einem leichten und hochwertigen Mountainbike bräuchte.
Eine weitere wichtige Komponente ist das computergesteuerte Ladegerät. Der vollständig entladene 5 AH-Akku wird damit in maximal fünf Stunden wieder voll, danach stellt das Ladegerät auf Erhaltungsladung um, was durch eine blinkende Diode angezeigt wird. Das Ladegerät kann mitgenommen werden, wenn man größere Touren mit längeren Pausen fahren möchte, z.B. bei einem Besuch.
Mit einem Anschaffungspreis von ca. € 1600.- gehört das komplette Fahrzeug eher zur unteren Preisklasse der renommierten Anbieter von Pedelecs.Man sollte sich vor dem Kauf im Klaren darüber sein, dass man, wenn die Wahl auf dieses Modell fällt, wirklich ein Fahrrad mit Hilfsmotor erhält, d. h. man darf nicht erwarten, eine Art elektrisches Mofa zu fahren, bei dem man eher symbolisch die Füße auf den Pedalen mit bewegt. Sollte jemand gesundheitlich so stark eingeschränkt sein, dass er gar nicht, oder nur noch unter großen Schmerzen in den Gelenken ein normales Fahrrad fahren kann, so bräuchte derjenige unbedingt ein stärkeres Modell, es sei denn, er käme mit einer nur kleinen Reichweite aus. Beim erwähnten Anschaffungspreis ist ein 36 Volt, 5 AH NIMH-Akku inklusive. Die Motorleistung beträgt 250 Watt. Wenn kaum mitgearbeitet wird, dann ist es mit der Energiereserve nicht weit her. Abhilfe könnte dann nur der 9 AH Akku leisten, den es gegen Aufpreis gibt. Faktoren wie Gegenwind, Geländeprofil, also Berge oder Täler, Temperatur sowie der Einsatz des Fahrers beeinflussen natürlich die Reichweite des Pedelec. In meiner etwas hügeligen Heimat sind bei da 25 km sicherlich realistisch, durch etwas mehr körperliche Arbeit mag die Reichweite auch auf 40 km ausgedehnt werden können. Für die Nutzung in einer Gebirgslandschaft sollte der Schachner Antrieb meines Erachtens in eine etwas leichtere Konstruktion als dem Victoria Bamberg eingebaut sein. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen kann oder will, der erhält mit der Victoria/Schachner Kombination ein seriöses, robustes Produkt. Billig ist das Pedelec trotzdem nicht, da in der heutigen Zeit wohl kaum jemand € 1600.- aus dem Ärmel schütteln kann. Das Laden des Akkus fällt bei der Stromrechnung kaum ins Gewicht... ...Wenn der 5 AH Akku ersetzt werden muss, wird es dagegen etwas teurer, er kostet derzeit € 299.-. Wer eine größere Energiereserve benötigt, wird sich überlegen, ob er die € 499.- für den 9 AH Akku investieren möchte. Wer sich für seinen zweiten Stützpunkt ein weiteres Ladegerät anschaffen möchte, muss dafür € 189.- ausgeben.
Sie können bei Schachner auch einen Nachrüstsatz für Ihr vorhandenes Fahrrad erwerben, dieser kostet mit 5 AH Akku € 999.-. Ein Fachmann machte mich darauf aufmerksam, dass gelegentlich der Austausch der Gabel nötig ist, wenn diese zu eng gebaut ist. Wenn Sie den Motor nicht selbst einspeichen können, kostet Sie dies weitere € 98.-, eine Alufelge ist in diesem Preis bereits mit inbegriffen.

So weit der ältere Bericht, seit ihr noch da?
Zu Erwähnen wäre noch, dass das Produkt für mich insgesamt positiver zu bewerten ist, als die Erfahrungen, die ich mit der Abwicklung der Garantie machte, das war jedoch sicherlich die Schuld des Händlers :mad:, der mittlerweile das Handtuch geworfen hat. Es ist NICHT der Händler meines Heimatortes!!
Insgesamt ist das Pedelec etwas schwer, und nicht eben die Leistungsrakete, wie ihr jetzt ja alle wißt...Während der Garantiezeit ist mir einmal die Steuerung kaputt gegangen, und es hat eben rund 5 Wochen :eek:gedauert, bis ich die neue Steuerung bekam!!
Mittlerweile gibt es von Schachner eine ganz neue Steuerung, kein so Riesenapparat mehr, und demnächst soll es wohl auch eine Beleuchtungsanlage geben, die an der Steuerung mit angeschlossen wird.
Momentan fällt auf, dass die Felgen an den Befestigungen der Speichennippel etwas gelitten haben, vielleicht wird dies noch einmal ein Garantiefall, denn ich meine, bei der km-Leistung und dem Alter sollte da noch nichts sein.
Das wär's für heute, Grüße, Dieter
 

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uschaurischuum

AW: Mein Victoria Bamberg

Servus Leute, nachdem ich mein Pedelec vorgestellt habe, hier noch ein paar Worte über mich:
Ich bin als Kind und als Jugendlicher fast immer mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, ob es die Fahrt zur Schule oder zur Arbeit war, oder ganz einfach als Freizeitspaß. Meine Eltern hatten kein Auto. Nebenbei bemerkt, war es für mich zeitweilig normal, ziemlich durchnässt in der Schule zu sitzen, es gab damals nicht nicht so tolle Regenkleidung wie heute.
Mit etwa 35 Jahren entdeckte ich das Fahrrad wieder, begann wieder damit, möglichst oft zur Arbeit zu fahren, zu dieser Zeit waren dies ca. 14 km einfache Entfernung, oft fuhr ich, wegen meiner zerrissenen Arbeitszeit, die Strecke auch zweimal hin- und zurück.
Mit etwa 40 Jahren ziemliche Probleme mit den Knien, ich konnte nur noch temporär Rad fahren, und ich musste mich wieder auf motorisierte Zweiräder zurück besinnen.
Vor zwei Jahren, als ich 48 Jahre alt war, kaufte ich mir das Schachner Pedelec. Wenn ich die Eigenbauten sehe, die ihr hier zum Teil zusammengebaut habt, komme ich mir wenig kreativ vor. Ich muss gestehen, dass mir die Elektrotechnik eines Pedelecs etwas unheimlich ist, die Vorstellung, dass beim älter werden des Pedelecs allerhand Störungen und Anfälligkeiten auftreten könnten, ist mir recht unangenehm.
Daher bin ich auch froh, dieses Forum entdeckt zu haben, vielleicht treffen mich dann die entsprechenden Schicksalsschläge nicht ganz so unvorbereitet!
Ach ja, nun fahre ich einfach 8 km zur Arbeit, morgens nehme ich aus Zeitgründen das Auto, nachmittags das Pedelec, die Rückfahrt nach Hause ist dann in der Nacht.
Im Urlaub steht das Pedelec die meiste Zeit, da fahre ich eben, so gut es irgendwie geht, (ziemlich entschleunigt) mit einem Beach Cruiser spazieren.
Meine Hobbys sind ansonsten Gitarre und Ukulele spielen, Literatur, und Filme auf englisch ansehen.
 
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Hallo, bei mir geht plötzlich das Display nicht mehr einzuschalten und mein nach gerüsteter Akku lässt sich auch nicht mehr einschalten
 
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