Mein Battlecat, die zweite...

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Delphis1982

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Ghost ASX 5500 Model 2014, BBSHD, 52V, 30A, 20Ah.
So, nachdem mein altes Rad gestohlen wurde, habe ich seit Juni wieder ein neues gebrauchtes.
Diesmal ist der Unterbau allerdings kein Discounterbike, sondern ein Ghost ASX 5500 von Privat, Baujahr 2014, samt Kaufvertrag und Überlassungsurkunde von Ghost.
Das Teil ist zwar 7 Jahre alt, sieht aber aus, als hätte es fast nur im Laden gestanden. Gepflegt, Schaltung absolut präzise, Federung nahezu unverschlissen und und und.
Das Teil ist so ziemlich als neuwertig zu bezeichnen. Für 720,-€ finde ich das sehr günstig. Naja, Versicherung hat ja auch gezahlt.
Dazu ein neuer BBSHD aus aktueller Produktion, allerdings noch mit der alten Bezeichnung,
nicht der M625, der zwar baugleich wäre, bei dem aber das Kommunikationsprotokoll komplett anders wäre;
CAN-Bus, Konfigurieren nur über das BESST Tool mit Bafang-Cloud-Account und nur, wenn vom Händler eingerichtet. Beim Begriff "Cloud" war ich schon raus. Pfui.

Der Umbau war etwas hakelig, da die hintere Schwinge von dem Rad asymmetrisch ist und die rechte Strebe etwas tiefer verläuft als die Linke, ist aber offenbar ab Werk so.
Dadurch schleift die rechte Strebe allerdings am Gehäuse des Motors, wenn sie ein- und ausfedert und verbiegt mir dabei minimal das Getriebegehäuse des Motors.
Beim Rausziehen des Motors aus dem Tretlager ist mir dann aufgefallen, dass das Gehäuse vom Motor schleiffrei montiert werden könnte, sobald ich den Motor um 4mm rausziehe.
Also kurzerhand zwei 2mm Spacer bestellt, die eigentlich dafür da sind, den Motor in ein 73mm Tretlager einzubauen, ich habe aber 68mm. Erfüllt aber dennoch seinen Zweck.
Passende Spacer für die Drehmomentkralle wurden von Bafang ohnehin mitgeliefert. Passt also alles.
Auf den Fotos ist die Verkabelung derzeit eher als "Debug" zu verstehen, das wird noch verändert, Beleuchtung muss ran
und ich will kleine, analoge Volt- und Amperemeter haben, fein säuberlich montiert zu einer Art Mini-Cockpit.
So... nachdem ich mein neues Bike umgebaut habe, habe ich die Parameter eingestellt und eine Testfahrt gemacht.
Das Fahrverhalten in den PAS-Stufen war super... hatte ja noch die Einstellungen von meinem alten Rad importiert, klappte wunderbar.
Aber leider fiel mir was anderes sehr negativ auf: Das Handgas hatte ein unzumutbares Verhalten in Kombination mit dem PAS:
Wenn ich trete und dabei punktuell z.B. mit dem Handgas etwas Schub hinzufügen will, dann geht das nicht.
Das Handgas reagiert erst, wenn ich es voll aufdrehe. Das heißt, ich kann mit dem Daumengas bei gleichzeitigem Treten nur Vollgas geben oder gar nichts.
Wenn ich nicht trete, ist das Daumengas super feinfühlig und sanft in der Bedienung.
Sobald ich dann aber das Pedal bewege, ist das Daumengas sofort aus, es sei denn, ich gebe Vollgas.
Da ich dieses Verhalten für unberechenbar und gefährlich halte, wollte ich eine Lösung dafür.
Bei Endless-Sphere habe ich einen Thread gefunden, der das Problem anspricht.
Zwar ist die Informationslage zu den Firmwares immer noch sehr prekär, aber hier war die Not größer als die Angst
und ich hatte die Sicherheit der Gewährleistung im Rücken, also war ich mutig.
Am Ende habe ich die Firmware geflasht, die HIER angeboten wurde.
Seitdem habe ich keines der bis dato existierenden Probleme mehr.
Nicht irritieren lassen; auch, wenn da was von 4830 im Dateinamen steht:
  1. Die Firmware funktioniert einwandfrei mit meinem voll aufgeladenem 52V Akku (also bei 58,8V).
  2. Das Handgas wird bei gleichzeitigem Pedalieren bevorzugt behandelt
    (zwar nicht im Sinne von "was dazugeben", sondern PAS wird einfach deaktiviert, das ist aber dennoch um Welten besser als das andere Verhalten).
  3. Im Configtool kann ich jetzt auch bei 52V-Betrieb die vollen 30A einstellen (entspricht also 1560W).
    Hatte mich schon beim letzten Bike gewurmt, dass bei 52V-Betrieb nur 28A möglich waren, bei 48V dagegen 30A.
Bei Punkt 3 bitte vorsichtig sein mit Vollgas geben in hohen Gängen und bei Steigungen.
Solange der Motor auf Drehzahl ist, kein Problem. Die 30A sollten wirklich nur PEAK sein, nicht DAUER.

Zum Flashen musste bei mir folgendes eingestellt sein:
  1. Batteriepack ausschalten oder Stromkabel zum Motor (Controller) trennen
  2. Das normale Bafang Programmierkabel an den Displayausgang des Motors anschließen
  3. Flashtool starten und den entsprechenden COM-Port auswählen.
  4. Baud-Rate auf 38400 einstellen (nicht wie angegeben auf 57600).
  5. Bei MCU-Typ IAP15W4K61S4 einstellen
    (wenn euer Motor einen anderen MCU besitzt, wird der Flashvorgang nicht durchgeführt, dann wäre die Firmware aber logischerweise sowieso nicht kompatibel).
  6. BIN-Datei laden
  7. IRC-Frequenz auf 18,432MHz einstellen
  8. Den Haken bei "Enable longer power-on-reset latency" rausnehmen
  9. Auf Download/Program klicken
  10. Batteriepack jetzt einschalten
  11. Danach Motor wieder vom Strom trennen und alles normal anschließen.
Bitte diesen Flashvorgang nicht durchführen, wenn ihr Angst habt oder der MCU Typ nicht passt,
die Motorbezeichnung irgendwie nach Bafangs neuer Nomenklatur lautet (also mit M-irgendwas)
oder hinter der Motorbezeichnung irgendwas von "5.0" steht.
Bei mir steht "CR R10E.1000.SN".
Die Firmware läuft nur auf Motoren, die noch die alte UART-Kommunikation nutzen. Bei den neueren CAN-Bus Motoren läuft diese Firmware NICHT.
Ich übernehme logischerweise keinerlei Haftung für irgendwelche Schäden.
Das Flashen bei Bafang ist derzeit eher russisches Roulette, das sollte jedem klar sein.
Ich war wagemutig, hätte mir dabei aber auch den Controller bricken können. Mein Risiko.

Wie gesagt, nach dem Flashen läuft der Motor absolut rund für mich, bin super zufrieden und hoffe, ich kann dieses Rad länger besitzen als mein letztes.

Der Umbau hat knapp 3h gedauert, die Kosten waren folgende (bei Zahlen bin ich Monk und habe die Beträge am liebsten gleichmäßig notiert, daher die führenden Nullen):
0720,-€ für das Fahrrad,
0415,-€ für den Umbausatz,
0230,-€ für den Akku (52V, 20Ah, 40A max. Last, BMS),
0065,-€ für ein Acturion Durios T7M mit Windows XP Tablet-PC Edition inkl. Programmierkabel zum Parametrieren und Flashen des Motors,
0005,-€ für die Spacer,
0025,-€ für den Seitenständer,
0025,-€ für die Anhängerkupplung,
0025,-€ für die Gepäckträgerbox,
0060,-€ für eine Supernova E3 Pro (6V-Variante),
0025,-€ für eine Supernova Tail Light 2 (6V-Variante),
0070,-€ für 2x 203mm Bremsscheibe plus Adapter,
-----------------------------------------------------------------------------
1665,-€ für ein top eMTB auf Basis eines guten Marken-MTB mit vollständiger Deore XT Schaltgruppe,
Avid Elixir³ Bremsen (die bald aber 203mm Scheiben bekommen) sind wohl schwer zu toppen.
Das sind knapp 300,-€ weniger, als die Versicherung bezahlt hat, hab also Gewinn dabei gemacht trotz weit höherwertigem Fahrrad. Diesbezüglich meinen Dank an den Dieb.
Das Acturion Durios T7M ist ein kleines Industrietablet auf Windows Basis,
das benutze ich zum Einstellen des Motors und habe es auf langen Touren im Rucksack dabei.
Kann also jederzeit Änderungen vornehmen, wenn mir eine Einstellung nicht gefällt.
 

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Bis auf den fetten Koffer hinten drauf gefällt mir dein Bike echt gut👍
 
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Super Beitrag!
Viel Spaß mit deinem Rad und möge es vom Diebstahl verschont bleiben.
 
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Danke.
Macht auf alle Fälle Laune mit dem Teil.

@akkusportler
Der Koffer ist in meinen Augen die eleganteste Lösung, wie ich einen ordentlich großen Akku optisch am besten unterkriege.
Ich fahre ja damit auch mal Fernstrecken, wobei meine Lieblingsstrecke derzeit aus politischen Gründen flach fällt.
In dem Koffer sind der Akku, Werkzeug und das nötige Ersatzzeug drin.
Schlauch, Flickzeug, CO² Pumpe, 2 Gaskartuschen, Schloss und Bordelektronik drin.
Taschen fand ich doof, also lieber eine ordentliche Box, an der mittlerweile die Heckbeleuchtung und Reflektoren montiert sind.
Na gut, das Fahrrad ist mittlerweile ALLGEMEIN ganz schön verbastelt.
M99 Pro, neue Schutzbleche, neuer Kabelbaum, Debug-Port am Lenker für den Controller, Relais-Steuerung für die Beleuchtung, Bremsleuchte, Motorabschaltung, Blinker.
Am Lenker selbst befindet sich mittlerweile eine massengefertigte Handyhalterung für mein 11t Pro, dass als Navi dient, diverse Schalter,
sowie ein ausziehbarer 19V Anschluss, um meinen Laptop notdürftig mit Strom zu versorgen, sollte ich in der Pampa keine Steckdose haben.
Wobei ich bei solchen Ferntouren einen Honda EU10i im Anhänger habe.
 
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sowie ein ausziehbarer 19V Anschluss, um meinen Laptop notdürftig mit Strom zu versorgen, sollte ich in der Pampa keine Steckdose haben.
Wobei ich bei solchen Ferntouren einen Honda EU10i im Anhänger habe.
Na das nenne ich Vollausstattung 😅.
Eigenen Stromgenerator dabei zu haben ist mit Sicherheit ja nicht übel aber das wiegt bestimmt auch, wobei autark zu sein schon cool ist was das Laden betrifft 👍
 
Delphis1982

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Ich habe den Generator tatsächlich nur bei Fernfahrten dabei, bei denen ich mich für einige Wochen aus der Zivilisation ausklinke.
Spare meine 4 bis 5 Riesen zusammen, lade/überlade den Anhänger, ab nach Kaliningrad (derzeit aber eher Rostock), rauf auf den Frachter
und ab um die Welt. An 2, maximal 3 Häfen mache ich Landgang für 2 oder 3 Tage und nehme den folgenden Frachter, der meine Route weiter fährt.
Muss natürlich alles vorher mit der Reederei abgesprochen werden. Ist ja nicht wie bei der Straßenbahn, wo man spontan aussteigen kann.
Frachtschiffreisen scheinen eine diplomatisch sehr heikle Sache zu sein. Jeder Landgang muss den jeweiligen Behörden im Vorraus angemeldet werden, den US Behörden muss sogar die bloße Anwesenheit gemeldet werden, obwohl man nicht aussteigen will.
Aus SOLCHEN Touren habe ich dann grundsätzlich ALLES mit, was irgendwie irgendwann gebraucht werden KÖNNTE.
Lieber haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.
Der Generator wiegt nicht allzuviel, ist das Mehrgewicht aber wert. Der 20L Benzinkanister ist dagegen öfter mal eine Diskussionsgrundlage für die Grenzpolizei.
Da ich den Wert des Kanisters samt Inhalt aber immer anmelde, gibt es da auch keine Probleme.
Und glaub mir, der Generator ist definitiv PFLICHT, wenn man mit knapp 150Kg Zuladung verreist. Die zieht man nicht mehr einfach so ohne Motor.
Selbst die Anhängekupplung musste ich modifizieren, denn ich bin kein Freund von asymmetrischer Lastverteilung. Schon gar nicht bei dem Gewicht.
Aber ansonsten, ja, das Pedelec hat für mich Vollausstattung zu haben, da es als Auto-Ersatz dient.
Für sportliche Ambitionen bevorzuge ich seit kurzem aber eher ein Bio-Bike, dann möglichst leicht sein muss,
aber dennoch Beleuchtung, Nabendynamo und Schutzbleche haben muss.
Muss jeder selber wissen.
Eventuell verkaufe ich irgendwann mein Bio-Bike und kaufe mir eines mit Fazua Antrieb ind Mini-Akku. Ist aber Zukunftsmusik.
 
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