Meilenstein-Entscheidng vom OLG Frankfurt zur Produktsicherheit

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Am 24.06.2021 hat die Preisestelle vom Oberlandesgericht in Frankfurt eine wichtige Mitteilung veröffentlicht.

Dabei geht es um meines Erchtens einen Meilenstein auf die Frage, wie weit der Marktplatzbetreiber die Verantwortung für die Verstöße gegen nationale Gesetze trägt.

Mit dem neuen Gesetzt der Martüberwachung wird die Gesetztlücke dicht gemacht, die es den Marktplätzen über Jahre die Möglichkeit gegeben hat, für die Sicherheit der auf dem Marktplatz verkaufte Produkte keine Verantwortung zu übernehmen.

Ein Händler außerhalb der EU darf also nur in den EU Produkte mit CE-Kennzeichnung verkaufen, wenn dieser in der EU einen entsprechenden Wirtschaftsakteur hat, der die Konformität der Produkte belegen kann.
 
Pustefix

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das nutzt dir persönlich wenig. es regelt nur das verhältnis zw. behörde und importeur (wirtschaftsakteur).

passiert dir etwas mit einem produkt greift das produkthaftungsgesetz. allerdings hast du die beweislast. viel spaß bei einem solchen rechtsstreit mit ausländischen herstellern!
 
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Als gewerblicher Anbieter (aber nicht nur), ist diese Änderung in den Verhältnissen sehr wichtig.
Bist du ein privater Käufer, der ein unsicheres Produkt in Amazon, oder eBay erworben hast und der Verkäufer ist aus einem Drittland, so kannst du den Betreiber des Marktplatzes in der Haftung nehmen. Denn ich verstehe es so, dass die Marktplätze für die Einhaltung von Gesetzen die Verantwortung übernehmen müssen.
 
linzlover

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Das ist in etwa so, wie wenn jemand ein Shoppingcenter baut, die Ladenlokale vermietet und dann dafür verantwortlich ist, dass der Mieter nur "korrektes" Zeugs verkauft. Das mag für einen allzu dämlichen Shopper von Vorteil sein, aber die eigene Verantwortung wird damit auf übergeordnete Instanzen verlagert - der Preis für die Geiz-ist-geil-Vollkasko-Mentalität?

Ich persönlich möchte nach eigener Wahl einkaufen.
 
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Vordergründig geht es um Verbraucherschutz und Marktgerechtigkeit, aber das Ergebnis ist den globalisierten Einkauf für Endverbraucher zu erschweren. So wie bei der letzten Änderung beim Zoll. Und die das vorantreiben 😎 wissen was hinten rauskommt 💩
 
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Inwiefern schränkt eine Zusatzverordnung, die die Einhaltung anderer schon lange geltender Gesetze durchsetzbar macht, den globalisierten Einkauf für Endverbraucher stärker als es aufgrund der Gesetze ohnehin schon geboten war, ein?
 
perro

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Ich persönlich möchte nach eigener Wahl einkaufen.
wer hindert dich daran?
Ich möchte auch im Shoppingcenter einkaufen können, ohne hinterher zu merken, dass der Laden nur Fake ist - ich sehe genug Billigshops, die nach 2 Monaten spurlos verschwunden sind....
 
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Delphis1982

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Wer die Tendenz nach wie vor nicht erkennen will, wohin solche Entscheidungen Stück für Stück führen, dem ist nicht zu helfen und hat jede Abgabe verdient.
Ich warte noch auf den Moment, an dem ich bei meiner Rückkehr aus Russland oder Australien z.B.
Zoll oder EUSt zahlen muss auf Klamotten, die ich gerade TRAGE, nur weil Nike oder Adidas drauf stehen,
oder ich muss sogar mein Fahrrad neu verzollen, wenn ich zurück komme.
Der berühmte Vergleich mit dem Frosch, der nicht bemerkt, wie das Wasser immer heißer wird, bis es zu spät ist.
Spätestens beim Begriff Marktüberwachung sollten alle Alarmglocken schellen.
Im Namen von Produktsicherheit oder des Verbraucherschutzes wird vermutlich irgendwann der Einkauf von günstigen Ersatzteilen (selbst regulär verzollte) verboten werden,
weil der Händler oder Hersteller nicht irgendein Zertifikat oder sonst ein Papier vorweisen kann
(welches er als Konkurrent zu den teuren europäischen Herstellern dann mit fadenscheinigen Begründungen ums Verrecken niemals bekommen wird).
Dann wird es evtl. keine Nylonzahnräder für unsere Motoren mehr geben, kauf dir bei einem europäischen Händler gefälligst einen neuen Motor samt Einbau.
Nix mit Controller tauschen. Kauf dir ein neues Fahrrad. Ersatzteile dann nur noch von "offiziellen", "zertifizierten", bla bla Sülz, usw. Händlern.
Wohl gemerkt, nur für den Endverbraucher. OEMs werden natürlich davon verschont bleiben.
Ich beobachte diese Entwicklung weiter und denke mir meinen Teil, bin aber eher pessimistisch, was den Effekt auf den Endverbraucher betrifft.
Es wird peu a peu ALLES immer restriktiver gehandhabt, warum soll es hier anders sein?
Ich hab mich bereits ordentlich eingedeckt mit Teilen, die bis jetzt nur aus Fernost kommen.
Alles andere kaufe ich nach Möglichkeit aus der EU, solange es halbwegs bezahlbar ist.
Wenn eine 3x6,5mm Torx Schraube aber 9,95€ zzgl. Versand kosten soll, hört der Spaß auf.

@perro
Ein kurzer Blick ins Impressum und ein kleiner Gegencheck, ob das alles so korrekt angegeben ist, und schon sollte einiges klarer sein.
Wenn nicht, Bauchgefühl rebelliert oder Impressum ist nicht vorhanden: Finger weg.
Ich habe keine Medienkompetenz als Unterrichtsfach gehabt und kann dennoch Fakes aus dem Stand heraus offenbar besser erkennen, als unsere "digital natives". Wieso wohl?
 
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perro

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Ein kurzer Blick ins Impressum
im Shoppingcenter???
Hier gibt es eine Halle, die kurzzeitig Läden vermietet - jedesmal, wenn ich vorbeikomme, stehen andere Namen drauf. Da kannst du billig Dinge mit ewiger Garantie kaufen, nur findest du den Händler nicht mehr...
Du bringst da eine Menge haltlose Vermutungen - Zoll auf eigene Kleidung? lächerlich. Und deine Polemik bezüglich Marküberwachung erweckt den Eindruck, du möchtest lieber keine Produktsicherheit, damit sich deine Chinesen
irgendein Zertifikat oder sonst ein Papier
sparen können, Hauptsache billig....
damit kritisiere ich nicht deine Einstellung, meine ist halt anders.
 
Rutzki73

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Vordergründig geht es um Verbraucherschutz und Marktgerechtigkeit, aber das Ergebnis ist den globalisierten Einkauf für Endverbraucher zu erschweren. So wie bei der letzten Änderung beim Zoll. Und die das vorantreiben 😎 wissen was hinten rauskommt 💩
Ich hätte kein Problem, wenn die Chinesen weiter direkt verkauft hätten...wirklich nicht, der wettbewerb belebt das Geschäft, aber sie sollen genau die selben Rahmenbedingungen haben wie wir und...wir würden in China genau die selbe Rahmenbedingungen wie ein Chinese haben. Dann ist der Wettbewerb fair!
Über viele Jahre konnten die Chinesen (die Mehrheit der Händler kommt aus China) durch Gesetzlücken keine MwSt. berechnen, sich an Vorschriften und Verordnungen vorbei verkaufen etc.
Wenn ich sehe, wie die Ami´s gerade ihr Ton gegenüber den Chinesen kontinuierlich verschärfen, so sind wir Europäer noch sehr mild mit unseren Gesetzen.
Und sobald die Rahemnbedingungen gleich sind, ist der Wettbewerb auch gleich und fair...warum ist das so viel verlangt?
 
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Inwiefern schränkt eine Zusatzverordnung, die die Einhaltung anderer schon lange geltender Gesetze durchsetzbar macht, den globalisierten Einkauf für Endverbraucher stärker als es aufgrund der Gesetze ohnehin schon geboten war, ein?
Kurz gesagt: Bisher war das so dass die Einfuhr mein Problem war. Unter dem Aspekt dass das für den Eigenbedarf ist war das kein echtes Problem.
Die neuen Regelungen machen das zu einem Problem für den ausländischen Onlinehändler. Und wenn der keine Probleme braucht, braucht er mich auch nicht.

Ich hätte kein Problem, wenn die Chinesen weiter direkt verkauft hätten...
Man muss unterscheiden ob ein Chinese auf einer deutschen Plattform aus der EU an deutsche Endverbraucher verkauft, oder in China an die Welt. In dem ersten Fall muss er sich den Regeln der EU halten, in dem zweiten Fall bin ich das.
Wenn ich das richtig verstanden habe wird das nicht in der Art unterschieden. Sondern damit ob er mir etwas anbietet. Damit ist das ein Rundumschlag gegen importierende Endverbraucher.

PS: Zielführend wäre zB. gewesen die verpflichtende Kennzeichnung von Waren die man importiert zumindest auf deutschen Plattformen, um diese von regulären Angeboten zu unterscheiden wo die Ponyhofregeln gelten. Das ist glaube ich auch das was viele Kunden sich wünschen. Die ersatzweise zB. "nur von Amazon" kaufen :)
 
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Delphis1982

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@perro
Stop, ich kann sehr gut nachvollziehen, was Du meinst, aber ich glaube, Du hast mich falsch verstanden, meine Formulierung ist auch etwas missverständlich, sorry.
Ich will nicht die vollständige Produktsicherheit aufgehoben haben, sondern ich will die MÖGLICHKEIT haben, dort einzukaufen, wo ICH es für richtig halte.
Ich bin kein Hund, mit dem die Regierung Gassi geht und mir vorschreibt, wo ich zu pissen habe.
Wenn ich auf die Schnauze falle mit meiner Entscheidung, dann habe ich Pech gehabt.
Aber selbst Dir wird wohl nicht entgangen sein, dass vor allem im Elektronikbereich (also auch Pedelecs)
jedes Hersteller immer mehr von akzeptierten Normen abweicht, um sich unentbehrlich zu machen.
Dann auch noch Patente und Gebrauchsmuster anmelden, und schon ist ein System komplett vernagelt
und nur der Hersteller darf Ersatzteile liefern. Das wird er aber nur unter Mondpreisen tun und auch nicht für lange, denn der Kunde soll ja neu kaufen.
Jeder noch so schnöde Gerät läuft heutzutage mit SOFTWARE. Warum?
Eine billige Kaffeemaschine kann man schlecht patentieren lassen, weil das Funktionsprinzip zu trivial ist.
Heizelement, Schlauch, Ausguss... fertig ist die Kaffeemaschine.
Patent auf die Technik? Nix da, zu trivial. Höchstens Gebrauchsmuster auf das Gehäuse.
Jetzt lass mal diese Technik von einem Mikroprozessor steuern, der eine Software geladen hat.
Diese Software überprüft regelmäßig, ob die Komponenten "originale" sind und verweigert andernfalls den Dienst.
Die Software kann man sehr wohl patentieren lassen, da sie Programmcode ist und damit urheberrechtlich geschützt ist. Open Source wird es wohl nicht sein.
Heizelement defekt? Billiger (guter) Nachbau geht nicht, da der Mikroprozessor keinen Saft freigeben wird, da nicht original.
Teures Ersatzteil vom Hersteller muss jetzt her. Ups, Maschine ist schon 3 Jahre alt, kein Support mehr. Schrott.
Ist jetzt nur EIN Szenario, kannste beliebig auf alles ausweiten, wie Du lustig bist.
Pedelec:
Man kauft sich ein Systemrad, Rahmen, Bremsen, Motor, usw... alles proprietär, nichts davon ist genormt.
Utopisch? Ach was.
VanMoof, Cowboy, Bosch, Yamaha un Konsorten kochen alle ihr eigenenes Süppchen.
Offizielle Ersatzteile gibt es nicht zu kaufen, man muss sie im zertifizierten Laden einbauen lassen. Für teuer Geld, versteht sich.
Klar gibt es auch anderswo Ersatzteile, diese stammen aber aus Schrotträdern, die quasi geschlachtet wurden.
Wenn es diese aber nicht mehr geben sollte oder der Vorrat zur Neige geht, steigen die Preise zum Mond
und eventuell steigt auch die Diebstahlrate, um zu solchen Preisen noch Ersatzteile anbieten zu können.
Nachbauten sind aufgrund eines eventuellen Patentrechts teilweise gar nicht zulässig, obwohl der Hersteller insolvent ist oder den Support eingestellt hat.
Dabei bräuchte ich z.B. nur ein neues Planetengetriebe für meinen Motor. Pustekuchen. Kauf dir ein neues Rad.
Display defekt. Uuups... nur offizielle vom Hersteller, da der Controller nicht mit Fremdgeräten arbeiten will.
Auf diese Weise zementiert man die aktuelle Situation, in der ein Pedelec zu einem Verbrauchsgut mutiert.
Reparaturen macht, wenn überhaupt nur noch der Hersteller nach Gutdünken oder der Händler, aber nur mit Knebelverträgen, die kaum bezahlbar sind.
Ich rede hier keinen Stuss, das ist heute schon so, versuch mal für ältere System-Peds noch Ersatzteile zu bekommen und achte mal auf die Preise.
Akku beim VanMoof nicht vom Endkunden tauschbar, nur vom zertifizierten Fachhändler,... vielleicht.

PS.:
Auch ein Shopping Center hat einen eingetragenen Händler, denn man checken kann.
Man muss es nur MACHEN.

Ich will jedenfalls selber entscheiden, was ich importiere,
und notfalls dafür meine Angaben leisten,
aber ich will es weiterhin KÖNNEN.
 
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Solange wir den Händler in China vertrauen können, dass er die niedrigste Stufe der Voraussetzung, nämlich die Konformität (CE), einhält, bin ich bei dir.
Leider ist das aber nicht der Fall und die meisten Produkte, die direkt vertrieben werden, halten nicht die Voraussetzungen der CE und zum Teil auch gefährlich.
Hätten wir dies mit Ländern regeln können, die unsere Werte verstehen und akzeptieren, kein Thema.
In China existieren bspw. noch Entlohnungssystene, die bei uns nicht erlaubt sind (Bezahlung gegen Verkaufsprovisionen zu 100%).
Und solange keine Haftung für mögliche Schäden (gesundheitlich und Sachschäden) durch dieser Art von Vertrieb existiert, sollten keine Produkte so verkauft werden.
 
stardealer

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Ich warte noch auf den Moment, an dem ich bei meiner Rückkehr aus Russland oder Australien z.B.
Zoll oder EUSt zahlen muss auf Klamotten, die ich gerade TRAGE, nur weil Nike oder Adidas drauf stehen,
oder ich muss sogar mein Fahrrad neu verzollen, wenn ich zurück komme.

Das Tragen am Körper schützt dich bei fabrikneuer Markenware aus Shoppingtrips in USA oder 1 Kilo kratzerfreier Goldketten nicht vor der Überprüfung durch den Zoll und potentiell zu entrichtender Einfuhrumsatzsteuer.

Mit hochwertiger Fotoausrüstung kann dir das schon seit Jahren passieren, weswegen man vor Ausreise sinnvollerweise eine Aufstellung der auszuführenden Ware macht und sich dies bescheinigen lässt. Besonders sinnvoll wenn man den EU-Erwerb oder die in der Vergangenheit erfolgte Versteuerung im Zweifel nicht durch Belege nachweisen kann, da man ansonsten ggfs. Einfuhrumsatzsteuer entrichten muss.

Kurz gesagt: Bisher war das so dass die Einfuhr mein Problem war. Unter dem Aspekt dass das für den Eigenbedarf ist war das kein echtes Problem.
Die neuen Regelungen machen das zu einem Problem für den ausländischen Onlinehändler. Und wenn der keine Probleme braucht, braucht er mich auch nicht.

Es ist zumindest so lange Dein Problem bis es ggfs. als Schadensereignis zum Problem der Allgemeinheit wird, denn die Regeln haben m.M.n. ihren Sinn, nicht in jedem Einzelfall, aber als genereller Basisstandard.
Ich wiederhole gerne nochmal, die Gesetze galten doch schon vorher, der Import war also schon bisher nicht vollständig legal und die neuen Regeln schaffen nur vereinfachte Kontrollverfahren, sozusagen ein Stück Selbstkontrolle im System der sich bisher als nichtverantwortlich Deklarierenden.

Ich verstehe Deine Verärgerung aber freu dich doch einfach dass es für dich so lange funktioniert hat obwohl es eigentlich längst verboten war.
 
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ich will die MÖGLICHKEIT haben, dort einzukaufen, wo ICH es für richtig halte.
da bin ich völlig bei dir! Allerdings kommt es eben auf die Angebote an, und wer als Verkäufer sich nicht an die Regeln halten will wird eben auch nicht verkaufen können und kein Geschäft machen, und wenn er zu teuer wird, eben auch nicht. - da seh ich nicht die Schuld bei "Handelsüberwachung".
Auch ein Shopping Center hat einen eingetragenen Händler, denn man checken kann.
was genau nichts nutzt: der Betreiber gibt dir eine Adresse des Shopmieters, der in Taiwan oder Tschechien oder sonstwo sitzt, mit dem darfst du dann um einen Hammer für 17 € mit lebenslanger Garantie streiten. Wird aber der Betreiber des Centers oder der Plattform haftbar, wird er sich auch darum kümmern (müssen), dass die Ware den Vorgaben entspricht bzw die Verkäufer erreichbar sind (so meine Hoffnung)
 
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Das Tragen am Körper schützt dich bei fabrikneuer Markenware aus Shoppingtrips in USA oder 1 Kilo kratzerfreier Goldketten nicht vor der Überprüfung durch den Zoll und potentiell zu entrichtender Einfuhrumsatzsteuer.
Ich meinte damit keine Neuware, sondern Klamotten, die schon sehr alt sind, aber aufgrund guter Pflege wie neu aussehen.
Im Flieger ziehe ich Sportsachen an, die sind bequemer, wird wohl jeder bestätigen können.
Die, die ich habe, sind aber alt und teilweise gehen die bei ebay für freche Preise über den Tisch, was ich nicht verstehe, aber so ist.
Sowas meine ich. Wenn ich dann einen Zollmeister Emsig erwische, der mal eben schnell googelt, habe ich ein Problem.
Am Zoll München schon erlebt, konnte mit viel Mühe irgendwie plausibel machen, dass der Anzug aus den 90ern ist und seit Jahren in MEINEM Schrank ist.
INF3 jedes mal ausfüllen lassen für PERSÖNLICHE Gegenstände? Hat man den Schuss nicht mehr gehört? WAS NOCH???

Mit hochwertiger Fotoausrüstung kann dir das schon seit Jahren passieren, weswegen man vor Ausreise sinnvollerweise eine Aufstellung der auszuführenden Ware macht und sich dies bescheinigen lässt. Besonders sinnvoll wenn man den EU-Erwerb oder die in der Vergangenheit erfolgte Versteuerung im Zweifel nicht durch Belege nachweisen kann, da man ansonsten ggfs. Einfuhrumsatzsteuer entrichten muss.
Das ist schon lange klar, da aber mittlerweile die Freigrenzen immer weiter reduziert werden,
dauert es nicht mehr lange, bis ich mein Handy anmelden muss vor der Ausreise.
Entsprechende Änderungen werden ja nur klammheimlich eingeführt, damit man dann in die Falle tappt. Ist ja nicht das erste mal.

Es ist zumindest so lange Dein Problem bis es ggfs. als Schadensereignis zum Problem der Allgemeinheit wird, denn die Regeln haben m.M.n. ihren Sinn, nicht in jedem Einzelfall, aber als genereller Basisstandard.
Für sowas gibt es eine Haftpflichversicherung. Jeder, der mindestens ein Fahrrad besitzt, sollte per Gesetz gezwungen sein, so eine Police abzuschließen.
Ich meine damit aber die NORMALE Privathaftpflich, keine Extraversicherung, um den Leuten nochmal Geld aus den Taschen zu quetschen.

Ich wiederhole gerne nochmal, die Gesetze galten doch schon vorher, der Import war also schon bisher nicht vollständig legal und die neuen Regeln schaffen nur vereinfachte Kontrollverfahren, sozusagen ein Stück Selbstkontrolle im System der sich bisher als nichtverantwortlich Deklarierenden.

Ich verstehe Deine Verärgerung aber freu dich doch einfach dass es für dich so lange funktioniert hat obwohl es eigentlich längst verboten war.
Wäre mir neu, dass es verboten ist, ein Planetegetriebe zu importieren, oder einen Controller für meinen Motor.
Fallen die unter das Waffengesetz oder das Washingtoner Artenschhutzgesetz?
Es war schon immer REGULIERT, im Sinne von EUSt oder Zoll, aber VERBOTEN? Das wäre mir neu.

da bin ich völlig bei dir! Allerdings kommt es eben auf die Angebote an, und wer als Verkäufer sich nicht an die Regeln halten will wird eben auch nicht verkaufen können und kein Geschäft machen, und wenn er zu teuer wird, eben auch nicht. - da seh ich nicht die Schuld bei "Handelsüberwachung".
Wenn es dem Händler zu teuer ist, dann in der heutigen Zeit bestimmt weniger wegen Zoll und EUSt, sondern eher wegen der exorbitanten Mieten hier.
Dann will ich aber dennoch die Möglichkeit haben, auf eigene Gefahr direkt in China zu bestellen, auch, wenn ich dafür Abgaben zu leisten habe. Es ist MEINE Wahl.
Sonst führen wir doch gleich die Planwirtschaft ein. Bananen nur noch für Parteigenossen und Devisenbringer. Hatten wir alles schon mal. Kein Bock auf Dejavú.

was genau nichts nutzt: der Betreiber gibt dir eine Adresse des Shopmieters, der in Taiwan oder Tschechien oder sonstwo sitzt, mit dem darfst du dann um einen Hammer für 17 € mit lebenslanger Garantie streiten. Wird aber der Betreiber des Centers oder der Plattform haftbar, wird er sich auch darum kümmern (müssen), dass die Ware den Vorgaben entspricht bzw die Verkäufer erreichbar sind (so meine Hoffnung)
Das wäre dann das Bauchgefühl. Wenn mir das nicht koscher ist, kaufe ICH da nicht ein, Punkt. Wenn ich da einkaufe und ein Problem habe, dann habe ich Lehrgeld gezahlt.
Aber es mir VERBIETEN ist schon ein ganz andere Hausnummer.


Edit.
Beim Gegenlesen fällt mir auf, wie schnippisch ich manchmal bin, wenn mir etwas zum Himmel stinkt. :)
Nicht böse gemeint, bin dennoch gut drauf.
 
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Inzingersimon

Inzingersimon

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Ich sehe da kein Problem für den Endverbraucher. Die (chinesischen) Firmen finden bei einem so großen Markt wie die EU sicher sehr schnell eine Lösung.
So wie jetzt mit der neuen Zollverordnung. Zuerst hatten alle Panik, jetzt ist es faktisch so, dass ich in Summe noch weniger für Direktimporte zahle. Freibetrag ist zwar gefallen, die Abwicklung (was ja das teure war) der Mehrwertsteuer übernimmt der chin. Händler. Da er dies nicht nur zum Betrag von 22€ macht spare ich mir die Abwicklungsgebühr zwischen 22€ und 150€. Also faktisch ist zwar der Einkauf bis 22€ jetzt etwas teurer aber bis 150€ wesentlich günstiger. Somit ist für mich der Einkauf in Summe günstiger geworden.

Und wenn wir ganz genau sind, kommt die Mehrwertsteuer ja irgendwie auch wieder mir in Form von Sozialleistungen zu gute.
 
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Delphis1982

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@Inzingersimon
Dein Wort in Gottes Ohren, wenn das mal SO gehandhabt wird.
Damit kann ich leben, ist mir im Grunde auch Recht, wenn die Zollabwicklung der Händler macht, muss ich keine frechen Gebühren an DHL Express leisten.
Viele Händler versenden ja leider nur mit DHL Express und da ist leider keine Selbstverzollung möglich.
Erfahrungsgemäß bin da meist leider pessimistischer; wenn ein solches Instrument einmal in die Welt gesetzt wurde, dann WIRD es über kurz oder lang missbraucht werden.
 
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Da er dies nicht nur zum Betrag von 22€ macht spare ich mir die Abwicklungsgebühr zwischen 22€ und 150€.
Wenn du mit dem Pedelec zum Zollamt geradelt bist, hast du nur Steuern und ggf. Zoll gezahlt und keine weiteren Gebühren.
Außerdem haben chinesische Händler schon lange Warenlager in der EU betrieben und teurere Waren von dort aus versendet.
Was jetzt einheitlicher geworden ist, oder der Kauf über die großen Handelsplattformen. Der direkte Kauf beim Händler wurde erschwert.
Das geht meiner Erinnerung nach in der nächsten Runde weiter, indem sich dann jeder Händler in der EU registrieren und hier ein Büro betreiben muss.

Edit: Und ja, beim Direktimport fand ich es auch lästig, dass es ein Glücksspiel war, ob man nun zum Zollamt zitiert wurde und steuern zahlen musste oder nicht.
Bei meinen Waren bis ca. 30 Euro war das aber nur ein einziges mal der Fall (Bestellung für einen Freund und schon erwischt es mich) und da meinte der Zöllner nach Befragung, was das ist und was ich bezahlt habe: Ach was, für 36 Euro (es waren aber 36 USD) mache ich nichts. Nehmen sie es mit! (Ohne zahlen zu müssen).
 
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