Maßnahmen zum Schutz vor (Höchstgeschwindigkeits-) Manipulation (DIN EN 15194:2017)

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Manfred

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Es wurde nun schon öfters in verschiedenen Themen eine Pflicht zur Verhinderung von E-Bike-Tuning "ab 2019" oder "Mai 2019" erwähnt. Hier z.B:
Bin mal gespannt ob Specialized damit die Vorgaben zum Verhindern von Tuning ab 1.1.2019 erfüllen will, speziell auch beim MJ 2019.

Woraus ergibt sich nun der Termin 01.01.2019/01.05.2019 und was hat es damit auf sich?

Ich gliedere mal ein paar Antworten in ein neues Thema dazu aus, da das im x.23-Thema auch OT ist.
 
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HarryS

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'18 Specialized Turbo Levo FSR 6/Fattie
Musste 1. Mai 2019 heissen. Ab da sind Hersteller von e-Bikes verpflichtet Vorkehrungen zu treffen dass Tuning erkannt und verhindert wird. Man findet beim Googeln diverse Quellen mit mehr Details. Mai 2019 heisst natürlich effektive Modelljahr 2019. Was man bei der MC App sieht ist hier sicher ein Vorbote. Vielleicht ist das auch schon alles was sie machen. ;-)

- Harald
 

Manfred

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Poste doch bitte mal eine Quelle zu diesem Termin, ich finde leider nichts dazu.
Die vielleicht gemeinte EN 15194 ist noch nicht mal rechtskräftig veröffentlichtund nennt auch keinen 01.05.2019.

Eine freiwillige Verpflichtung deutscher Verbände gibt es dagegen schon seit 2017
 

voika

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Brose Drive-S (Levo), Steps8000 (BMC Trailfox)
Es ist ganz einfach. Um eine Gruppe zu manipulieren, muss man nur ein gemeinsames Hassbild erzeugen. Das funktioniert seit 100-erten Jahren! (Kirche, Politik, etc.)
Keine Ahnung warum sich Fahrrad-Journalisten hinreißen lassen, in ihren Kolumnen solche Hassreden los zu lassen? Es liegt wohl einfach aber auch daran, dass das eigene Rad bei 25kmh abriegelt und ein gewisser Neid auf die schnellen Bikes entsteht. Ist so ein ähnlicher Prozess wie auf der Autobahn bei einem Baustellen-80er wenn jemand mit 120 durchpfeift - das finden dann auch viele als Ungerecht und würden den am liebsten stoppen. Nicht weil es in Wahrheit gefährlich ist, sondern nur weil man sich ja selbst an die 80 hält … und es geht ja nicht dass sich ein anderer nicht daran hält.
Im ernst: Das Thema emtb-Tuning ist für mich ein völliges Randthema - ich bin mit meinem Rad im Wald und am Berg, da komm ich höchst selten in den Konflikt mit der Abregelgrenze. Nur bei der Hinfahrt zum Berg muss ich über Landesstraßen, wobei ich da zugeben muss, dass ich mich hier fast sicherer fühlen würde, wenn kein so großer Unterschied zu der KFZ-Geschwindigkeit wäre.
Im urbanen Bereich, auf kombinierten Geh/Radwegen gebe ich die Brisanz des Themas zu - das ist aber kein MTB-Thema. Wobei hier auch ohne "e" schon das Gesetz tagtäglich gebrochen wird. ZB ist ein Radfahrübergang (auch bei Kreuzungen) von Rädern nur im Schritttempo zu befahren … wer hier über 10 kmh fährt, fährt illegal :eek:.
 

alterfuchs

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Levo 2019 Comp Alu
„Ich habe persönlich null Toleranz gegenüber Tunern und Herstellern, die Tuning zulassen,“ sagt Markus Greber, Fotograf und EMTB-Testleiter.

Wem oder was gegenüber Herr Greber null Toleranz hat, interessiert mich nicht, die Hersteller der Bikes und der Tuning-Kits nicht und mind. 99,9% der Tuner nicht. Falls er mit Tuner die meint, die ein Tuning nutzen. Eigentlich sind's ja die, die die Tuning-Kits entwickeln.

Die Aussage an sich ist doch schon vollkommen wertlos, er hat doch genau Null Handhabe in dieser Hinsicht.

Dieses Geheule begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ööh, wie böse, Dein Mofa fährt 46, wie gefährlich. Öööh, noch böser, Deine 80er fährt 106. Dafür sind die Bremsen nicht ausgelegt, davon geht der Motor ganz doll schnell kaputt.

Und jetzt halt am Fahrrad: Öööh, das ist ganz schlimm gefährlich, außerdem ist der Akku ganz doll schnell leer. Es sei denn, der Motor ist vom Tuning schon kaputt, bevor der Akku leer ist.

Aber: Irgendwo habe ich auch mal das konkrete Datum 01.05.2019 gelesen. Naja, wenn der Hersteller eine Tür schließt, macht er ein Fenster auf.
 

Manfred

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Bitte unterlasst persönliche Statements zum Tuning. Dafür gibt es bereits andere Themen. Mit den beiden oben wollen wir es belassen.

@HarryS
Es ist also das, das schon länger durch die Presse geistert. Was da im EMTB 03/2018 steht
Doch zum Glück dürfte eine neue EU-Norm diesen Kandidaten ihr Handwerk deutlich erschweren. Ab Mai 2019 müssen alle Motoren mit einer elektronischen Einrichtung ausgestattet werden, die Tuning erkennt und verhindert.
ist so nicht richtig. Es gibt keinen Termin "Mai 2019". Und ein "Muß" ist es (bisher) auch nicht.

Das ganze beruht auf der DIN EN 15194:2017.12*
(leider nicht öffentlich zugänglich, nur teuer erwerbbar und selbst das Zitieren ist ohne Erlaubnis nicht möglich).
(*Nachtrag 19.01.2019: Die 2017-12 wurde zurückgezogen und durch die Version DIN EN 15194:2018-11 ersetzt. Es wurde aber nur im Anhang ein Bild und ein Symbol korrigiert.
Im Europäischen Amtsblatt immer noch nicht veröffentlicht (wohl wegen der redaktionellen Änderungen)).

Ich gebe die entsprechenden Passagen also nur sinngemäß wieder.

Die EN 15194 gibt es schon länger, in die Version vom Dezember 2017 wurde nun aber ein Abschnitt (4.2.17) neu aufgenommen, der recht detailliert regelt:

a) welche geschwindigkeitsrelevanten Parameter der Motorsoftware vor fremdem Zugriff zu schützen sind (die programmierten 25 km/h, Radumfang, max. Übersetzungsverhältnis, max. Drehzahl der Schiebehilfe)

b) wie das zu schützen ist (Diagnosesoftware, die nur der Hersteller hat; Motor-SW soll ungewöhnliches Verhalten erkennen; "Verplombung" relevanter Bauteile)

Daneben gibt es Vorgaben für die elektromagnetische Verträglichkeit (keine "Störstrahlung" aussenden), Beleuchtung, mechanische Belastbarkeit (von Lenker, Rahmen z.B.) u.a.
Hier etwas näher beschrieben.

Diese EN 15194 wurde von der EU in Auftrag gegeben und ist ein freiwilliges Mittel zur Erfüllung der sehr allgemein gehaltenen Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.
Alle sicherheitstechnischen Anforderungen für "25 km/h-Pedelecs" (dort EPACs genannt) werden in der EN 15194 zusammengefasst.

Sobald diese Norm im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht wird (noch nicht geschehen, voraussichtlich Ende 2018), ist sie für die EU-Mitglieder verbindlich.
Diese müssen sie dann in eine nationale Norm überführen (in D wohl durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger).
Und selbst dann ist es nur eine Norm. Hier wurde gut beschrieben, was dies bedeutet:
Eine Norm ist nichts anderes als eine Sammlung von anerkannten Regeln, an die man sich halten kann oder auch nicht.
Bindend werden solche Regelwerke nur, wenn sie in einem nationalen Gesetz verankert werden!
Anders ist das aber oft bei der Rechtsprechung, bzw. der Ansicht vieler Versicherer. Wenn es nämlich anerkannte Vorgangsweisen gibt (so wie z.B. in Normen festgehalten oder z.B. FIS-Regeln beim Skifahren) dann gehen diese davon aus, dass man sich grundsätzlich daran halten sollte.

Man sollte das schon ein bisschen auseinanderhalten:
Die EU kann für harmonisierte Normen sogen (EN), die EU kann Verordnungen erlassen … das hat alles erst mal keinen Einfluss auf den Bürger. Das geschieht erst, wenn Vorgaben und Vorschläge in nationalem Recht verankert werden!
Ein "Muß" wird es für die Hersteller also erst, wenn z.B. ein entsprechender Verweis auf die Norm in einem nationalen Gesetz wie dem ProdSG aufgenommen wird.

Ansonsten bleibt es eine freiwillige Sache, die aber wie oben erwähnt, in der Rechtsprechung durchaus Wirkung zeigen kann.
Denn bei einem entsprechend dieser Norm hergestellten Pedelec wird angenommen, dass es den Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit genügt,
bei den anderen nicht normgerecht erstellten Pedelecs eben nicht.
Die Hersteller sind also (z.B. bei Unfällen) nur dann auf der rechtssicheren Seite, wenn sie sich auch daran halten. Und das gilt bereits seit 01. Dezember 2017.
Diverse deutsche Zweiradverbände haben das auch schon seit 2017 aufgegriffen.
 
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Manfred

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Wie man sieht, Hersteller beachten die 15194.

Ein Specialized MJ 2018
upload_2018-9-29_9-49-59.png


Ein ZEG- BULLS MJ 2018:
Ein BULLS vom Juni 2018.jpg
 
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