LiitoKala INR18650-30Q

Diskutiere LiitoKala INR18650-30Q im Akkus, Batteriemanagement (BMS), Ladegeräte Forum im Bereich Diskussionen; Hallo zusammen Mir sind 8 der oben genannten Zellen "zugelaufen". Ein Kollege hat die für Dampfer gekauft und dann gemerkt das die Grösse nicht...
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Beni99

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Hallo zusammen
Mir sind 8 der oben genannten Zellen "zugelaufen". Ein Kollege hat die für Dampfer gekauft und dann gemerkt das die Grösse nicht passt...
Ich habe dann ein bisschen im Internet und hier recherchiert was das genau sein könnte. Ich bin dann ziemlich schnell auf den Trichter gekommen das dies Fakezellen sind. Sie ahmen die Samsung 30Q nach, teilweise werden sie als diese vermarktet. Ich konnte es nicht lassen und habe diese mit meinen Möglichkeiten (Junsi 3010 und Opus BT-C3100) vermessen. Die Ergebnisse halte ich für durchaus bemerkenswert:

Zelle 1: Kapazität 3191 mAh, Widerstand 46mΩ, Gewicht 45.5g.
Zelle 2: Kapazität 3092 mAh, Widerstand 44mΩ, Gewicht 45.5g.
Zelle 3: Kapazität 3007 mAh, Widerstand 42mΩ, Gewicht 45.4g.
Zelle 4: Kapazität 3192 mAh, Widerstand 47mΩ, Gewicht 45.4g.
Zelle 5: Kapazität 3151 mAh, Widerstand 42mΩ, Gewicht 45.5g.
Zelle 6: Kapazität 3088 mAh, Widerstand 43mΩ, Gewicht 45.5g.
Zelle 7: Kapazität 3102 mAh, Widerstand 46mΩ, Gewicht 45.5g.
Zelle 8: Kapazität 3094 mAh, Widerstand 46mΩ, Gewicht 45.5g.

Gemessen habe ich mit 1A Lade- und Entladestrom.
Die sechs Zellen die noch verpackt waren hatten alle eine Lagerspannung von 3.53V

Jetzt habe ich hier noch zwei tote Werkzeugakkus. Die Zellen würden grundsätzlich dafür passen(Die alten Zellen sind Samsung 15Q).
Da es keine Markenzellen sind, bin ich mir nicht sicher ob ich diese Zellen verwenden oder Markenzellen beschaffen sollte?
 
Rutzki73

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Die Kapazität ist meines Erachtens bemerkenswert, weil die Akkuzellen höchstwahrscheinlich nicht 30Q sind.
Die INR18650-30Q müssen einen Innenwiderstand von < 20 mOhm haben und bei deinen Messungen sind sie doppelt so viel und mehr.
Entweder sind deine Geräte Schrott (was ich nicht glaube), oder sind das andere Akkuzellen.
Versuche die mit ca. 10A dauernd zu belasten und wenn die Spannung einbricht, sind das andere Akkuzellen
 
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paddy72

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Der Innenwiderstand ist für 30A Zellen deutlich zu hoch. Höchstwahrscheinlich umgelabelte (fake)-Zellen:

https://budgetlightforum.com/node/60547?page=14

Rutzki war schneller :)

Vermutlich reichen sie noch für deinen Werkzeugakku - aber man weiß nie wirklich was man da hat. Könnten potentiell auch gefährlich sein die Dinger!
 
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Beni99

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Die INR18650-30Q müssen einen Innenwiderstand von < 20 mOhm
Gemäss Datenblatt von Samsung hat die 30Q einen Initialen Widerstand von unter 26mΩ. Ich denke nicht das meine Messgeräte Schrott sind, die Messung des Innenwiderstandes wird aber nicht so genau sein. Da spielen Kontaktierungen doch auch noch eine grosse Rolle. Den Innenwiderstand habe ich je 10x gemessen.
Versuche die mit ca. 10A dauernd zu belasten
Guter Input. Ich suche mal was zusammen damit ich das testen kann.
Der Innenwiderstand ist für 30A Zellen
Die 30Q ist keine 30A sondern eine 15A Zelle gemäss Datenblatt.
umgelabelte (fake)-Zellen
Von dem gehe ich aus. Daher bin ich mir auch nicht sicher ob ich sie verwenden soll. Generell sind es aber gerade für solche Zellen sehr gute Werte.
 
Rutzki73

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Bei Applikationen wie Elektrowerkzeuge spielt der Innenwiderstand eine wesentlich wichtige Rolle als die Kapazität. Daraus leitet sich die Spannungslage und die Temperatur ab.
Diese können zu frühere Abschaltung fuhren, sodass du nicht unbedingt längere Laufzeit haben würdest.
 
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Beni99

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So 2 Zellen habe ich heute Mittag mal mit höherem Strom belastet, das Ergebnis ist durchaus interessant:
Gemacht habe ich: Widerstand 0.22mΩ, Voltmeter über der Zelle, Amperemeter in Serie in den Stromkreis.
  • Nach schliessen des Stromkreises sackt die Spannung auf 3.85V ab, der Strom der fliesst ist 11.3A (Was einen ungefähren Widerstand des Messkreises von 34mΩ ergibt. Passt, wenn man Übergangswiderstände und Shunt des A-Meter berücksichtigt).
  • Die Zelle habe ich so bis auf 2.8V (bei dieser Spannung noch ca. 9.3A Strom) entladen und die Zeit gestoppt: 15:03 Minuten. Erstaunlich. Deckt sich mit der Kapazität.
  • Die Temperatur der Zelle habe ich mit einem Infrarotthermometer gemessen. Bei 3V war sie mit 68°C am höchsten
Folgendes schliesse ich daraus: Die Zellen sind nicht mal schlecht. Sie scheinen die Kapazität zu haben mit der sie beworben werden und können auch ordentlich belastet werden. Die Temperatur erscheint mir als hoch. Wobei ich das nicht wirklich beurteilen kann, da mir bei solchen Belastungen die Vergleichswerte fehlen.

Ich tendiere dazu, dass die Zellen für Elektrowerkzeuge eher weniger geeignet sind aufgrund der Temperaturentwicklung. Oder wie schätzt Ihr das ein, wäre es ein Versuch Wert?
 
Depp

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Musst du selber entscheiden, aber bei dieser Wärmeentwicklung würde ich die fachgerecht entsorgen.
 
onemintyulep

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Für Elektrowerkzeuge - mit wenigen Zellen - kannst du solche Zellen prinzipiell verwenden. Unsere üblichen Sorgen beziehen sich auf Pedelecakkus, wo erstens viele Zellen drin sind (Wahrscheinlichkeitsrechnung...) und zweitens 10 bis 13 serielle Blöcke sind.
Was aber immer bleibt - in den Zellen sollte eine mechanisch/physikalische Sicherung für Überdruck/Übertemperatur drin sein. Man kann annehmen, dass die in den teuren Zellen der üblichen Markenhersteller zuverlässiger funktioniert als bei irgendwelchen Noname-Zellen. Wegen der Reputation.
 
Ewi2435

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So 2 Zellen habe ich heute Mittag mal mit höherem Strom belastet, das Ergebnis ist durchaus interessant:
Gemacht habe ich: Widerstand 0.22mΩ, Voltmeter über der Zelle, Amperemeter in Serie in den Stromkreis.
  • Nach schliessen des Stromkreises sackt die Spannung auf 3.85V ab, der Strom der fliesst ist 11.3A (Was einen ungefähren Widerstand des Messkreises von 34mΩ ergibt. Passt, wenn man Übergangswiderstände und Shunt des A-Meter berücksichtigt).
  • Die Zelle habe ich so bis auf 2.8V (bei dieser Spannung noch ca. 9.3A Strom) entladen und die Zeit gestoppt: 15:03 Minuten. Erstaunlich. Deckt sich mit der Kapazität.
  • Die Temperatur der Zelle habe ich mit einem Infrarotthermometer gemessen. Bei 3V war sie mit 68°C am höchsten
Folgendes schliesse ich daraus: Die Zellen sind nicht mal schlecht. Sie scheinen die Kapazität zu haben mit der sie beworben werden und können auch ordentlich belastet werden. Die Temperatur erscheint mir als hoch. Wobei ich das nicht wirklich beurteilen kann, da mir bei solchen Belastungen die Vergleichswerte fehlen.

Ich tendiere dazu, dass die Zellen für Elektrowerkzeuge eher weniger geeignet sind aufgrund der Temperaturentwicklung. Oder wie schätzt Ihr das ein, wäre es ein Versuch Wert?
Normale Wärmeentwicklung bei einer (vermutlich 30Q umgelabelten Samsung) Zelle.
Auch Hochstromzellen werden bei Nennstrom sehr sehr warm. 68 Grad ist im Rahmen und normal. Zieht ja so gut wie niemand Zellen in 15minuten Leer.

Musst du selber entscheiden, aber bei dieser Wärmeentwicklung würde ich die fachgerecht entsorgen.
Quatsch, entsorgen brauchst da nichts. Kapazitaet hat die Zelle durch die Temperatur nun aber eingebüßt. Wuerde ich nicht mehr in eine Reihenschaltung verbauen.
 
lektro

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also wenn die Werkzeug Akkus eh durch sind: mach das. Dann siehst du ja sofort, ob es taugt. Und den nächsten Werkzeug Akkus hast du dann viel schneller beisammen.
 
Rutzki73

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Ich tendiere dazu, dass die Zellen für Elektrowerkzeuge eher weniger geeignet sind aufgrund der Temperaturentwicklung. Oder wie schätzt Ihr das ein, wäre es ein Versuch Wert?

Als 1S1P sehe ich grundsätzlich kein Problem (Bosch Ixo, ISO ähnliches), bin der selben Meinung wie onemintyulep, dass sie in Akkupacks ungeeignet sind.

Ewi2435 vermutet die als umgelabelte INR18650-30Q und hier habe ich Zweifel, denn ich konnte im WWW kein einziger Test finden, wo die Akkuzellen mehr als 3000 mAh haben. Also, entweder sind deine Messungen nicht genau, weil die Messgeräte ungenau sind, oder...das sind keine INR18650-30Q...außerdem hast du die Akkuzelle bis 2,8V und nicht bis 2,5V entladen (Entladeschlussspannung)

Noch ein Aspekt:

Samsung INR18650-30Q 3000mAh (Pink)-Capacity.png


Hier ist ein Vergleich unter unterschiedlichen Lasten. Die Kapazität bleibt ziemlich ähnlich, aber durch die Spannungsunterschiede entstehen andere Energiemengen (Wh)
 
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Beni99

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Danke für Eure Rückmeldungen.
Kapazitaet hat die Zelle durch die Temperatur nun aber eingebüßt.
Interessant. Das werde ich testen ;) Diese Prozedur habe ich ja mit 2 Zellen gemacht. Mal sehen was meine Geräte jetzt für Werte ausspucken.
bin der selben Meinung wie onemintyulep, dass sie in Akkupacks ungeeignet sind.
Grosse Zellenpacks sind es nicht, es sind 4S1P.
Ewi2435 vermutet die als umgelabelte INR18650-30Q und hier habe ich Zweifel
Ich denke auch das die keine Samsung 30Q sind, sondern sonst was.

Meine Geräte sind natürlich aus dem Modellbau und keine Industriegeräte. Sie werden sicher Toleranzen haben. Mit denen habe ich aber schon einige Markenzellen vermessen. Die Kapazitäten waren da eigentlich immer im Bereich den man im Internet und den Datenblättern finden kann. Die Widerstände hingegen waren eigentlich immer höher als in den Datenblättern und den Quellen im Internet (so im Bereich 10mΩ höher).
 
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Beni99

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Kapazitaet hat die Zelle durch die Temperatur nun aber eingebüßt.
Heute bin ich dazu gekommen, meine 2 Testzellen nochmals mit dem im Eingangspost beschriebenen Verfahren nach zu kontrollieren. Die Kapazitäten der Zellen haben immer noch beinahe die selbe Kapazität wie bei der ersten Messung (weniger als 10mAh Differenz). Das ordne ich unter Messdifferenzen ein. Die Widerstände entsprechen immer noch der ersten Messung.
Die Zellen scheinen nicht wirklich schlecht zu sein, wenn auch keine 30Q. Ich denke, ich werde es mit diesen Dingern probieren.
 
Rutzki73

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Ich halte Akkupacks bis 4S für unbedenklich, solange du sie nicht an der Grenze treibst.
Wenn du die mit nicht mehr als 2C auf Dauer belastest, ist die Wahrscheinlich ziemlich gering, dass auf der Seite der Sicherheit etwas unangenehmes geschehen sollte
 
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Janne

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Habt Ihr ein Gerät auf dem Schirm, das entladen kann und die Spannung und Strom loggen kann? Um dann Entladekurven loggen zu können zwecks Vergleichbarkeit mit Datenblättern?

Ich glaube, es gab mal irgendwo im Netz eine alternative Firmware für neuere IMAX B6 (mit USB Anschluss?), mit der auch logging möglich war...
 
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Janne

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Ah, schon wiedergefunden: Logview ist die Software, Imax B6 Anbindung:
 
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