Lieferengpässe bei Rädern und Zubehör: Tatsache oder kleine Inszenierung der Unternehmen zwecks Einleitung von geschmalzenen Preiserhöhungen?

Diskutiere Lieferengpässe bei Rädern und Zubehör: Tatsache oder kleine Inszenierung der Unternehmen zwecks Einleitung von geschmalzenen Preiserhöhungen? im Plauderecke Forum im Bereich Community; Vielleicht weil du - wie alle anderen auch - das nicht bezahlen möchtest.
QIOFan

QIOFan

Themenstarter
Dabei seit
23.04.2022
Beiträge
665
Punkte Reaktionen
390
Ort
Wien
Details E-Antrieb
Bosch Active Line+
Warum man nicht in der Lage ist eine echte Wertschöpfung in Deutschland zu schaffen
sowie in Rest- Westeuropa?
Die Arbeitgeber wissen die Antwort: zu hohe Löhne und Lohnnebenkosten! Runter mit den Löhnen, dann klappt´s auch wieder mit der Wertschöpfung!o_O
 
Herr Fuchs

Herr Fuchs

Dabei seit
18.04.2017
Beiträge
228
Punkte Reaktionen
334
Vielleicht weil du - wie alle anderen auch - das nicht bezahlen möchtest.
....war so klar das diese Aussage kommt. Nur ist es so daß wir heute für China Produkte Preise bezahlen als wären sie in Deutschland hergestellt worden. Was bitte soll an einem E Bike für 5000 Euro so extrem teuer sein? Was ? Was kostet in Deutschland dann mehr ? Nimm mal die Einzelteile eines E Bikes in die Hand. Noch mehr kann man da eigentlich überhaupt nicht verlangen . Ein Kilo E Bike kostet ja schon 200 Euro. Lediglich die Gewinnmarge wird derzeit agressivst in die Höhe getrieben durch die Produktion am anderen Ende der Welt.
 
QIOFan

QIOFan

Themenstarter
Dabei seit
23.04.2022
Beiträge
665
Punkte Reaktionen
390
Ort
Wien
Details E-Antrieb
Bosch Active Line+
Was kostet in Deutschland dann mehr ?
Und wieder -so wie vorhin- spricht der deutsche (und resteuropäische) Fabrikant und Arbeitgeber: die Löhne und Gehälter, meine Herrschaften! Würden wir all den Radarbeitern, Verkäufern und Mechanikern nicht diese horrend hohen Löhne zahlen müssen, dann wäre auch das Ebike billiger! Aber so? Wir Unternehmer leben eh schon von der Hand in den Mund, bedankt euch also bei den Blutsaugern von Beschäftigten in der Radbranche und deren sogenannten Gewerkschaften! Wären die Löhne nicht so hoch, könnten sich alle mehr heimische Räder leisten! (ohhh wait.... :oops: )
 
N

Nullkommanix

Dabei seit
06.03.2022
Beiträge
60
Punkte Reaktionen
53
stardealer

stardealer

Dabei seit
01.04.2015
Beiträge
1.629
Punkte Reaktionen
2.483
Ort
Siegerland/Wittgenstein
Details E-Antrieb
Bosch Performance
Und wieder -so wie vorhin- spricht der deutsche (und resteuropäische) Fabrikant und Arbeitgeber: die Löhne und Gehälter, meine Herrschaften! Würden wir all den Radarbeitern, Verkäufern und Mechanikern nicht diese horrend hohen Löhne zahlen müssen, dann wäre auch das Ebike billiger! Aber so? Wir Unternehmer leben eh schon von der Hand in den Mund, bedankt euch also bei den Blutsaugern von Beschäftigten in der Radbranche und deren sogenannten Gewerkschaften! Wären die Löhne nicht so hoch, könnten sich alle mehr heimische Räder leisten! (ohhh wait.... :oops: )
Du denkst also dass die Hersteller ihre Produktion aus Profitstreben aus Deutschland verlagert haben, weil sie den Hals nicht voll kriegen konnten?
Dabei läßt du leider so viele andere Faktoren und die historische Abfolge von Ereignissen außer acht. Die Entwicklung vollzog sich nämlich nicht in so goldenen Zeiten wie heute, wo praktisch jeder Preis durchsetzbar ist.
Die Entwicklung vollzog sich als das Fahrrad auf dem absteigenden Ast war, in Menge und in Preis. Als Alltagsfortbewegungsmittel hatte es in weiten Teilen der Republik ausgedient und eine breite Radsportlerschaft gab es kaum. Es war die Zeit als Bonanzafahrräder in waren und BMX seinen Anfang nahm. MTB war genauso ein Fremdwort wie Fahrradwege.
In diesem Umfeld suchte man nach kleinsten Einsparmöglichkeiten und als irgendwelche Konkurrenten als erste den Schritt wagten den arbeitsintensivsten Teil, den Rahmenbau, erfolgreich und bei guter Qualität ins echte Niedriglohnausland zu verschieben, konnten diese ihre Mengen steigern indem sie etwas preisgünstiger anboten, was den Druck auf die restlichen Hersteller wieder ein Stück erhöhte. So waren die anderen über kurz oder lang gezwungen zu folgen. Nachdem sich 2 Dekaden später der Wandel von einem arbeitsintensiven zu einem maschinenintensiven Rahmenbau vollzog saßen die Spezialisten auf einmal nicht mehr in D, sondern im Ausland. Somit konnte man die Produktion nur schwer zurück verlagern, auch wenn Lohnkosten nur noch eine eher untergeordnete Rolle spielten.
Den meisten alteingesessenen Fahrradherstellern ging trotzdem in den 80/90ern die Luft aus.
Trotzdem hat es solche Versuche gegeben, auch in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut. Leider sind alle diese Versuche über kurz oder lang aus unterschiedlichen Gründen gescheitert.
Den französischen (Simplex, Cyclo, Hurex) und italienischen (Campagnolo) Herstellern von Schaltungen ist es ja ähnlich gegangen, auch diese Produktion wanderte mehr und mehr nach Asien aber erstmal nicht in ein Niedriglohnland, sondern nach Japan
 
QIOFan

QIOFan

Themenstarter
Dabei seit
23.04.2022
Beiträge
665
Punkte Reaktionen
390
Ort
Wien
Details E-Antrieb
Bosch Active Line+
Du denkst also dass die Hersteller ihre Produktion aus Profitstreben aus Deutschland verlagert haben, weil sie den Hals nicht voll kriegen konnten?
Nein, an die Auslagerungen habe ich gar nicht gedacht. Schande über mein Haupt! Die kommen noch dazu, richtig.

Dabei läßt du leider so viele andere Faktoren und die historische Abfolge von Ereignissen außer acht. Die Entwicklung vollzog sich nämlich nicht in so goldenen Zeiten wie heute, wo praktisch jeder Preis durchsetzbar ist.
Natürlich habe ich nicht versucht, hier ein wirtschaftswissenschaftliches Paper zu verfassen. Aber auch keine Apologetik unternehmerischer Raffinessen um doch noch sein Produkt an den Mann zu bekommen, und sei es über Auslagerung in Billiglohnländer.

Somit konnte man die Produktion nur schwer zurück verlagern, auch wenn Lohnkosten nur noch eine eher untergeordnete Rolle spielten.
Was bedeutet hier "auch"? Meinst du, die Lohn(neben)kosten spielen in DE für AG nur noch eine untergeordnete Rolle? Das kann ich schwer glauben.
 
stardealer

stardealer

Dabei seit
01.04.2015
Beiträge
1.629
Punkte Reaktionen
2.483
Ort
Siegerland/Wittgenstein
Details E-Antrieb
Bosch Performance
Nein, an die Auslagerungen habe ich gar nicht gedacht. Schande über mein Haupt! Die kommen noch dazu, richtig.
Woran hast du denn gedacht?
Natürlich habe ich nicht versucht, hier ein wirtschaftswissenschaftliches Paper zu verfassen.
Sondern nur Polemik?
Was bedeutet hier "auch"? Meinst du, die Lohn(neben)kosten spielen in DE für AG nur noch eine untergeordnete Rolle? Das kann ich schwer glauben.
Du betrachtest Sachverhalte anscheinend nicht detailliert sondern eher generell. Generell spielen alle Arten von Kostenbestandteilen und deren Höhe eine Rolle, meine Aussage bezog sich auf den Rahmenbau. Der hohe Anteil menschlicher Arbeit an der Wertschöpfung im Rahmenbau führte zur Verlagerung. Wäre die Mechanisierung im Rahmenbau schon immer so hoch gewesen wie heute, wäre es wahrscheinlich nicht zur Verlagerung gekommen.

Entscheidend für eine Verlagerung ins Ausland sind immer mehrere Faktoren, heute wie damals. Teile des Produktionsprozesses auszugliedern oder zu verlagern bedeutet i.d.R. auch eine Erhöhung der Komplexität und Zunahme von Logistikkosten. Wenn der Faktor menschliche Arbeit der bestimmende Kostenfaktor des Wertschöpfungsanteils ist und eine Mechanisierung nicht in Frage kommt kann eine Verlagerung in Billiglohnländer trotzdem Sinn ergeben.

In einem Wachstumsumfeld passiert so etwas nicht. Schau dir R&M an, die haben in D eine Produktion/Assemblierung hochgezogen und kontinuierlich ausgebaut die bzgl. Lohnkosteneffizienz suboptimal ist, was sie, entsprechend deiner Vorstellung vom Unternehmertum, niemals hätten machen dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema:

Lieferengpässe bei Rädern und Zubehör: Tatsache oder kleine Inszenierung der Unternehmen zwecks Einleitung von geschmalzenen Preiserhöhungen?

Oben