Lieferengpässe bei Rädern und Zubehör: Tatsache oder kleine Inszenierung der Unternehmen zwecks Einleitung von geschmalzenen Preiserhöhungen?

Diskutiere Lieferengpässe bei Rädern und Zubehör: Tatsache oder kleine Inszenierung der Unternehmen zwecks Einleitung von geschmalzenen Preiserhöhungen? im Plauderecke Forum im Bereich Community; Wohin man in der Materie schaut, es gibt Lieferengpässe. Manche hier berichten von Wartezeiten auf Räder die der Dauer einer Schwangerschaft...
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Wohin man in der Materie schaut, es gibt Lieferengpässe.
Manche hier berichten von Wartezeiten auf Räder die der Dauer einer Schwangerschaft gleichkommen. Zubehör wie zB. diese sauteuren neuen Klapppedale mit Nulllinienachse von bySchulz, sind wegen Produktionsausfällen und Materialengpässen nicht zu bekommen.

Laut gängiger Lesart ist dies alles der (hier im Forum unnennbaren) weltweiten Unpässlichkeit geschuldet obwohl deren Zahlen im Sinken begriffen sind. Und dem Krieg um die Kornkammer Europas.

Wie seht ihr das? MMn. wird ein Teil davon schon seine Richtigkeit haben.
Aber der größere Teil liegt -ebenfalls mMn- am großen, großen Geschäft mit der Knappheit. Daher liegt es wohl nahe, dass der eine oder andere Konzern diese Knappheiten eine Zeitlang gut am Köcheln hält um dann mit gestiegenen Preisen über fertigende Unternehmen aber letztendlich über die Endverbraucher heftig drüberzufahren.
Die große Sause für Krisen- und Kriegsgewinnler...?
 
Bernd2016

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Auch wenn es viele nicht glauben, in allen Bereichen der Welt hat Corona für eine Unterversorgung gesorgt.
Dazu die Spekulationen an den Börsen, fehlenden Kapazitäten an Container, Schiffen und den erhöhten Ölpreisen oder eventuell fehlendes Schweröl durch Sanktionen mit Russland. Dazu fehlendes Material, Unwetter und
dazu die Gier vieler Aktionäre und jahrelanger falsche politische Entscheidungen mit Fernost kommen auch noch dazu.
Durch den Krieg in der Ukraine sitzen viele Schiffe fest, alte Schiffe werden wegen den hohen Frachtpreisen länger genutzt, weil Auftraggeber die Augen schließen.

Fakt ist, der Stau ( Alleine am Hafen in Shanghai sind 300 Schiffe auf Warteposition ) kostet Milliarden, die der Endverbrauchen zahlen muss. Die nächsten Jahre werden teuer! :confused:
 
QIOFan

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Kaum etwas verkaufen können weil Teile nicht verfügbar sind ist nicht gerade eine große Sause.
Ich habe ja selbst von der "gängigen Lesart" gesprochen. Also dem Mainstream- Denken. Auch das kann allerdings eine Art Verschwörungstheorie sein. Und: jetzt nichts zu verkaufen, ja, bringt auch keinen Gewinn. Aber vllt. später umso mehr?
 
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jup

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Wohin man in der Materie schaut, es gibt Lieferengpässe.
Manche hier berichten von Wartezeiten auf Räder die der Dauer einer Schwangerschaft gleichkommen. Zubehör wie zB. diese sauteuren neuen Klapppedale mit Nulllinienachse von bySchulz, sind wegen Produktionsausfällen und Materialengpässen nicht zu bekommen.

Laut gängiger Lesart ist dies alles der (hier im Forum unnennbaren) weltweiten Unpässlichkeit geschuldet obwohl deren Zahlen im Sinken begriffen sind. Und dem Krieg um die Kornkammer Europas.

Wie seht ihr das? MMn. wird ein Teil davon schon seine Richtigkeit haben.
Aber der größere Teil liegt -ebenfalls mMn- am großen, großen Geschäft mit der Knappheit. Daher liegt es wohl nahe, dass der eine oder andere Konzern diese Knappheiten eine Zeitlang gut am Köcheln hält um dann mit gestiegenen Preisen über fertigende Unternehmen aber letztendlich über die Endverbraucher heftig drüberzufahren.
Die große Sause für Krisen- und Kriegsgewinnler...?

Sowas hört man IMMER bei irgendwelchen Lieferschwierigkeiten oder langen Lieferfristen und das hat immer einen großen logischen Fehler: Wie macht man tolle Geschäfte mit Ware, die man nicht liefern und damit nicht verkaufen kann?

Klar macht Knappheit höhere Preise durchsetzbar, aber man kann halt auch weniger oder nichts verkaufen. Keiner verdient Geld mit hohen Preisen allein, man muss die Sachen ja auch verkaufen können und dafür muss man sie erstmal haben. Durch künstliche Verknappung Preise hochtreiben und dann die Ware nicht zu haben, die man zu diesen Preisen verkaufen könnte, ist kein Geschäft.

Und von welchen "Konzernen" sprechen wir da? Die Fahrradhändler hassen es, wenn Kunden in den Laden kommen und sie keine Räder haben, die sie ihnen verkaufen können. Die Hersteller hassen es, wenn die Händler ihnen die Bude einrennen, sie ihnen aber keine Räder verkaufen können. Die Komponentenhersteller hassen es, wenn die Fahrradhersteller nach Teilen fragen, sie ihnen aber keine verkaufen können. Wer verdient da an der Knappheit? An hohen Preise für Ware, die man nicht verkaufen kann, weil man sie nicht hat, verdient keiner was.
 
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Ich habe ja selbst von der "gängigen Lesart" gesprochen. Also dem Mainstream- Denken. Auch das kann allerdings eine Art Verschwörungstheorie sein. Und: jetzt nichts zu verkaufen, ja, bringt auch keinen Gewinn. Aber vllt. später umso mehr?

Frag mal deinen Fahrradhändler, was er von der Idee hält, jetzt nichts verkaufen zu können, aber später vielleicht umso mehr...
 
hadizet

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Denke, es gibt genug Räder auf dem Markt.

Der Run auf bestimmte Marken und Radtypen ist sicher auch ein Aspekt des Engpässen.

Wer bei der Auswahl flexibel ist kann innerhalb von zwei Wochen Pedelec-Besitzer sein.
 
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Durch künstliche Verknappung Preise hochtreiben und dann die Ware nicht zu haben, die man zu diesen Preisen verkaufen könnte, ist kein Geschäft.
Die Verknappung bewirkt ja nicht, dass die Ware überhaupt nicht da ist. Sie ist nur später da oder/und kommt nur tröpfchenweise beim Wiederverkäufer und Endkunden, bzw. auch Fertiger an.
Und das natürlich zum stark erhöhten Preis.
Detto Logistikengpässe. Wenn 300 Schiffe in Shanghai auf Abfertigung warten, wird auch der Frachtpreis in die Höhe gehen und zwar viel mehr als die Kosten für diese Delays ausmachen.
Ich habe ja anfangs gesagt, zum Teil sind die Verknappungen realer Fakt, aber zum ebensolchen Teil eine gute Gelegenheit, viel mehr als diese Verluste durch überhöhte Gewinne wettzumachen. Ich glaube nicht an die globale "Kaufmannsehre".
 
QIOFan

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Frag mal deinen Fahrradhändler, was er von der Idee hält, jetzt nichts verkaufen zu können, aber später vielleicht umso mehr...
Der Händler als vorletztes Glied vor dem Enduser ist vllt. nicht das beste Beispiel. Auch nicht ein Fertiger von Zubehör, aber der schon ein wenig mehr als der Einzelhändler. Jedoch Großhandel und v.a. Konzerne, das wären die usual suspects...
 
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jup

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Die Verknappung bewirkt ja nicht, dass die Ware überhaupt nicht da ist. Sie ist nur später da oder/und kommt nur tröpfchenweise beim Wiederverkäufer und Endkunden, bzw. auch Fertiger an.
Und das natürlich zum stark erhöhten Preis.
Detto Logistikengpässe. Wenn 300 Schiffe in Shanghai auf Abfertigung warten, wird auch der Frachtpreis in die Höhe gehen und zwar viel mehr als die Kosten für diese Delays ausmachen.
Ich habe ja anfangs gesagt, zum Teil sind die Verknappungen realer Fakt, aber zum ebensolchen Teil eine gute Gelegenheit, viel mehr als diese Verluste durch überhöhte Gewinne wettzumachen. Ich glaube nicht an die globale "Kaufmannsehre".

Das hat nichts mit "Kaufmannsehre" zu tun (was soll das überhaupt sein?) , sondern mit schlichter Betriebswirtschaft. Man verdient nichts an irgendwelchen Preisen, sondern nur am Verkauf von Waren. Wenn man nichts verkauft, oder erst später oder nur "tröpfchenweise", dann helfen einem die hohen Preise herzlich wenig. "Kommt nur später an oder tröpfchenweise" heißt halt, dass man Geld auf dem Tisch liegen lässt, wenn man das absichtlich so herbeiführt, weil man eben nicht verkaufen kann, was man verkaufen könnte, wenn man es nur hätte.

Aber klar: Preise ergeben sich aus Angebot und Nachfrage. Soweit stimmt das natürlich. Deshalb möchte jeder Händler und Hersteller so viel Nachfrage wie möglich, aber er verknappt nicht absichtlich das Angebot, weil das vor allem heißt, dass er einfach weniger verkauft.

Bei Fahrrädern kommt noch dazu, dass das ein Saisongeschäft ist. Man verknappt nicht das Angebot in der Zeit hoher Nachfrage, damit man dann zu hohen Preisen Räder da hat, wenn keiner mehr welche kauft.
 
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Er hat es selbst gesehen. Sollte mir und dir genügen. Außer natürlich du bist eingefleischter Verschwörungstheoretiker.
Und ja: Auch Webseiten können lügen. Als eingefleischter Verschwörungstheoretiker musst also persönlich hin fahren und dich selbst überzeugen.
Aber wer weiß? Vielleicht verkauft er ja Neuräder, die er als Gebrauchte tarnt.
 
QIOFan

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OK.
Von mir aus trage ich nichts mehr zu meinem eigenen Thread hier bei. Warum?

Entweder ich liege völlig falsch und die Wirtschaft funktioniert nicht gemäß überzogenem Profitstreben sondern nur nach biederer Betriebswirtschaftslehre und kristallklarer Logik und all diese Lieferengpässe sind trauriger Fakt aber niemandes Vorteil und alle leiden gemeinsam darunter, von den CEOs in den Konzernen bis zum Endverbraucher.

Oder viele nehmen einfach Mainstream- Aussagen "Lieferengpässe sind ausschließlich pandemie- und kriegsbedingt und sonst NICHTS" für bare Münze ohne sie zu hinterfragen.

Was es nun ist, beschließe ich, nicht zu wissen.
Jedenfalls leben wir wirtschaftlich gesehen in der Besten und Notwendigsten aller Welten. 😇 😇 😇
 
mango

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Während der hochzeit von corona hatte ich mir ein paar verschleissteile (bremsklötze, schläuche, kette) besorgt. War alles lieferbar, zudem rel preiswert.

Vor kurzem war mir die hintere felge kaputt gegangen (riss). Hab das radl gegen 7.30 ohne termin zur werkstatt gebracht, gegen 12 uhr hab ich es repariert abholen können. Das ersatzteil war also vorrätig.

Sind allerdings alles 08/15 teile wie sie bei vielen rädern verbaut werden.

Neue reifen erscheinen mir rel teuer. Brauch ich aber keine.

Neue pedelecs bekommt man im www auch eigentlich genug. Man muss allerdings flexibel sein. Sind oft räder mit motoren von shimano, yamaha, panasonic. Zudem gibts die teilweise reduziert.

Bei pedelecs mit bosch motoren erscheint mir das teilweise anders. Kein oder wenig nachlass, zudem oft nicht auf lager.
 
M

moonrock

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Komisch das der profane Essig plötzlich 25% teurer geworden ist. Und Milch wird teuer weil unsere Kühe in der Ukraine gemolken werden ? Und weil die Ernte von Getreide noch nicht angefangen hat wird das Brot schon im Dezember teurer ?
 
MultiBen

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Ob das Pedelec Forum der richtige Ort ist um dein Fragen zu beantworten?
Mit Essig kenne ich mich nicht aus. Getreide ist teurer weil es schon jetzt weniger auf dem Weltmarkt gibt weil es momentan niemand in der Ukraine abholen kann. Milch wird teurer weil das meiste Getreide verfüttert wird. Es reicht ja schon die Aussicht auf Verknappung um in der globalen Wirtschaft die Preise steigen zu lassen.
 
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jup

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Also, der Grund dass das eine Verschwörungstheorie ist, liegt einfach darin, dass das nur halbwegs funktionieren würde, wenn alle Beteiligten zusammenhalten und keiner ausschert, sich also alle gegen die Käufer verschwören. Denn wenn die Preise durch ein künstlich verknapptes Angebot in die Höhe getrieben würden, müsste nur ein einziger Hersteller/Händler fröhlich in die Hände klatschen und diese günstige Gelegenheit nutzen, sein Angebot eben NICHT verknappen und könnte haufenweise Fahrräder zu hohen Preisen verkaufen, während die anderen nicht oder kaum welche verkaufen und also auch kein oder kaum Geld einnehmen. Dumm gelaufen.
OK.
Von mir aus trage ich nichts mehr zu meinem eigenen Thread hier bei. Warum?

Entweder ich liege völlig falsch und die Wirtschaft funktioniert nicht gemäß überzogenem Profitstreben sondern nur nach biederer Betriebswirtschaftslehre und kristallklarer Logik und all diese Lieferengpässe sind trauriger Fakt aber niemandes Vorteil und alle leiden gemeinsam darunter, von den CEOs in den Konzernen bis zum Endverbraucher.

Oder viele nehmen einfach Mainstream- Aussagen "Lieferengpässe sind ausschließlich pandemie- und kriegsbedingt und sonst NICHTS" für bare Münze ohne sie zu hinterfragen.

Was es nun ist, beschließe ich, nicht zu wissen.
Jedenfalls leben wir wirtschaftlich gesehen in der Besten und Notwendigsten aller Welten. 😇 😇 😇

Nein, die Wirtschaft funktioniert nach völlig egoistischem Gewinnstreben und deshalb verschwört die sich nicht gegen dich, weil jeder nur an sich denkt, was nun einmal das Gegenteil einer Verschwörung ist. Wenn Firmen ihre Produkte verknappen und dadurch die Preise steigern, würden andere Firmen sagen "danke, tolle Gelegenheit!" und ihre Produkte eben nicht verknappen, sondern so viele verkaufen wie sie können, weil alles andere wäre ja schön blöd, sollen doch andere ihre Sachen nicht verkaufen, wir verkaufen unsere. Und dann säßen die anderen da mit ihren hohen Preisen und ihrer künstlichen Verknappung und würden weniger verkaufen. So doof ist keiner.

Natürlich gibt es auch Profiteure. Und natürlich gibt es welche, die Vorteile daraus ziehen und natürlich leiden nicht alle und schon gar nicht alle gleich.

Die beste mögliche Welt ist übrigens nicht unbedingt dasselbe wie die beste denkbare Welt.
 
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jup

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Komisch das der profane Essig plötzlich 25% teurer geworden ist. Und Milch wird teuer weil unsere Kühe in der Ukraine gemolken werden ? Und weil die Ernte von Getreide noch nicht angefangen hat wird das Brot schon im Dezember teurer ?

Natürlich wird das Brot schon im September teurer, wenn alle Getreide aufkaufen, weil jeder weiß, dass es weniger davon geben wird. Das ist keine Verschwörung, das ist reine egoistische Vernunft aller Firmen, die Getreideerzeugnisse herstellen. Warum sollen sie warten, bis es weniger Getreide gibt und es noch teurer wird?
 
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