Leitfaden für Händler (für Privatleute egal): Welche Einbauten von Fremdteilen in 25 km/h Fertig-Pedelecs sind unschädlich für die CE-Konformität?

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Miro

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Barracuda

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Es gibt bestimmte Teilenummern die für Pedelec zugelassen sind und welche die es nicht sind.

Wenn Du selbst umbaust liegt die Haftung bei Dir, baut der Händler um, ist er drann wenn Dir was mit dem Bike passiert.
 

HeinzH.

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Moin moin,
es gibt bekanntlich Fahrradhändler/Firmen, welche Nachrüstungen von Fahrrädern zu Pedelecs gewerblich anbieten. Für diese gibt es, so habe ich von einem hiesigen Händler erfahren, eine entsprechende Zusatzversicherung im Rahmen der Unternehmensversicherung. Kann dies jemand von den Mitgliedern aus der Branche hier im Forum bestätigen?
Bis denne,
HeinzH.
 

Kolibri

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Wenn die Händler sich daran halten, kann man ja fast nix mehr bei denen Umbauen lassen.

So verstehe ich das leider auch. Keine guten Nachrichten für jemanden (wie mich) mit zwei linken Händen (n) Frage mich nur, ob da nicht vorrangig wirtschaftliche Interessen dahinterstehen... Reifentausch (okay, da wage ich mich auch dran) nur nach Freigabe nebst Risikoanalyse...
 

christiank

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aber bei normalen Pedelecs sollte man den Händlern auch ein bisschen Fachkompetenz unterstellen
Hier geht es rein um die rechtliche Absicherung.
Jetzt könnte ich natürlich - mit einiger Berechtigung - schreiben das wir eben in einer Idiotenzeit leben.
Andererseits habe ich in den letzten Berufsjahren vermehrt erlebt das Kunden jede erdenkliche Lücke ausnützen um nachträglich Abschläge rauszuschlagen oder Ihre ureigene Urdummheit (Zerstören von Equipment) versuchen auf den Hersteller/Händler abzuwälzen.
Insofern verstehe ich die Richtlinien sehr gut....
 

Kolibri

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Hast Du noch nichts an deinem Bike verändert? Andere Gabel, Reifen, Vorbau etc. pp.? Eine andere Gabel z.B. dürfte man dann nur noch nach Freigabe durch Haibike einbauen lassen. Wird Haibike diese erteilen? Für alle auf dem Markt befindlichen Gabeln einzeln? Warum sollten sie? Nicht mal einen simplen Gepäckträger (z.B. als "Rabatt" beim Neukauf) dürfte der Händler anbringen. Ich finde diese Entwicklung ausgesprochen bedenklich. Klar, wenn man selbst versierter Schrauber ist, sieht man das vermutlich nicht so dramatisch.

Außerdem will mir die so implementierte Differenzierung Fahrrad/Pedelec aus grundsätzlichen Erwägungen nicht gefallen. Wer weiß, wohin das langfristig noch führen kann...
 

Reiner

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Es ist nach wie vor rechtlich umstritten, was Fahrradhändler und -werkstätten an Pedelecs verändern dürfen und bei welchen Bauteilen sie die Freigabe der Fahrzeughersteller bzw. der Systemanbieter einholen müssen.


Mir ist überhaupt nicht klar warum und in welchem Bezug es rechtlich umstritten ist.In Bezug auf Garantie,Gewährleistung,irgendwelche Haftungsfragen gegenüber wen?Hersteller?Kunde?
Denn rechtlich ist ein Pedelec ein Fahrrad,also hat sich da überhaupt nichts geändert.
 
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Barracuda

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Hast Du noch nichts an deinem Bike verändert? Andere Gabel, Reifen, Vorbau etc. pp.? Eine andere Gabel z.B. dürfte man dann nur noch nach Freigabe durch Haibike einbauen lassen. Wird Haibike diese erteilen?

1. baue ich selbst ein/um
2. fahre ich in den ersten 6 Monaten alles Oginal bis auf die Reifen- vorzugsweise sehr viele Km dann stehen die Chancen sehr gut das Mängel behoben werden ohne jemandem etwas beweisen zu müssen.
3. interessiert mich die Garantie von Haibike nichtmehr nach den 6 Monaten
4. nehme ich dann weitere Defekte auf meine eigene Kappe

Klar darf der Händler einen Gepäckträger montierern, das verändert ja nicht die Rahmengeometrie. Eine Gabel hingegen schon wenn man nicht auf die Einbaulänge achtet.

Bei S-Pedelecs muss man unter Umständen zum Tüv wenn man bestimmte Teile tauscht.

Steht doch hier alles ganz leicht verständlich

http://ziv-zweirad.de/fileadmin/red..._2015_10.11.2015_Leitfaden_Bauteiletausch.pdf
 
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Kolibri

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Klar darf der Händler einen Gepäckträger montierern, das verändert ja nicht die Rahmengeometrie


Ja, und genau da lese ich: Gepäckträger: Kategorie 2 - Bauteile, die nur nach Freigabe des Fahrzeugherstellers getauscht werden dürfen.

Im Übrigen glaube ich nicht, dass es nur um Garantiefragen geht - das wäre in der Tat nicht weiter wild. Mir macht das den Eindruck, es gehe um Haftungsfragen. Ist aber, wie Black Beauty schon anmerkte, (absichtlich?) sehr schwammig formuliert.
 

didi28

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Bei S-Pedelecs geht es um die COC (Certificate of Conformity), wörtlich übersetzt "Konformitätserklärung", auf deutschen COC steht meist "EG-Übereinstimmungsbescheinigung" in den Fahrzeugpapieren (früher hieß das mal bei z.B. Mofas "Betriebserlaubnis"), bei 25 km/h Pedelecs geht es um die "CE-Kennzeichnung" ("CE" steht dabei für "Conformité Européenne“, also „Europäische Konformität“) , damit erklärt der Hersteller, „dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind.“

Fahrzeuge, für die eine COC ausgestellt wurde, in unserem Themenkreis hier sind das vor allem S-Pedelecs, benötigen bei wesentlichen technischen Veränderungen eine Abnahme und Eintragung der neuen Teile in die COC durch den TÜV o.ä.

Fahrzeuge, die CE-kennzeichnungspflichtig sind, benötigen bei wesentlichen technischen Veränderungen (dazu gehört in meinen Augen auch die Änderung der Übersetzungsverhältnisse) die Freigabe durch den Hersteller, um die CE-Konformität nicht zu verlieren.

Im Gegensatz zu Fahrrädern gilt bei Pedelecs wegen des motorischen Antriebs u.a. die Maschinenrichtlinie, was Pedelecs somit im Ganzen CE-kennzeichnungspflichtig macht. Die CE-Geschichte ist im Verhältnis zwischen gewerblichem Verkäufer und Käufer rechtlich schon relevant, streng genommen stellt eine durch Tausch von Einzelteilen am Pedelec durch den gewerblichen Verkäufer möglicherweise verlorene CE-Konformität einen Mangel gemäß § 434 Abs 1 BGB dar und der Käufer hat gemäß § 437 BGB verschuldensunabhängige Mängelansprüche gegenüber dem gewerblichen Verkäufer. Im Übrigen ist die Herbeiführung des Verlusts der CE-Konformität eine Ordnungswidrigkeit auf Seiten des gewerblichen Händlers, privat kann man diesbezüglich machen was man will. Eine CE-Konformität ist straßenverkehrsrechtlich nicht erforderlich, da für den Einsatz von Pedelecs im öffentlichen Straßenverkehr allein § 1 Abs. 3 StVG und § 63a Absatz 2 StVZO maßgeblich sind.
 

Barracuda

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Im Klatext heisst das dann aber doch auch, das ein durch einen Händler vom normalen Fahrrad zum Pedelec umgebauten Fahrrad durch einen Nachrüstsatz, das Rad garkeine eigentlich erforderliche CE-Konformität erlangen kann oder?
 

HeinzH.

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Bei S-Pedelecs geht es um die Betriebserlaubnis und bei 25 km/h Pedelecs geht es um die CE-Konformität, die eventuell nicht mehr gegeben ist, wenn Teile getauscht wurden. Im Gegensatz zu normalen Fahrrädern gilt bei Pedelecs wegen des motorischen Antriebs u.a. die Maschinenrichtlinie, was Pedelecs somit im Ganzen (leider) CE-kennzeichnungspflichtig macht. Die CE-Geschichte ist im Verhältnis zwischen gewerblichem Verkäufer und Käufer rechtlich schon relevant, streng genommen stellt eine durch Tausch von Einzelteilen am Pedelec durch den gewerblichen Verkäufer möglicherweise verlorene CE-Konformität einen Mangel gemäß § 434 Abs 1 BGB dar und der Käufer hat gemäß § 437 BGB verschuldensunabhängige Mängelansprüche gegenüber dem gewerblichen Verkäufer. Im Übrigen kann die Herbeiführung des Verlusts der CE-Konformität eventuell eine Ordnungswidrigkeit auf Seiten des gewerblichen Händlers darstellen, privat kann man diesbezüglich machen was man will.
Moin moin,
ich kenne in meinem Wohnumfeld einen Fahrradhändler, der häufiger Fahrräder zum Pedelec nachrüstet. Wie sichern sich derartige gewerbliche Umrüster gegen Risiken ab.... Deckt das die Unternehmensversicherung ab, oder muß/sollte dies gesondert versichert sein....
Bis denne,
HeinzH.
 

didi28

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Deckt das die Unternehmensversicherung ab, oder muß/sollte dies gesondert versichert sein....

https://de.wikipedia.org/wiki/Produkthaftpflichtversicherung

Wundert mich, dass der Fahrradhändler da nicht Bescheid weiß, das Thema Produkthaftung als Hersteller ist im Fahrradbereich jedenfalls ein alter Hut. Fahrradhändler, die z.B. Rennräder individuell nach Kundenwunsch aus Einzelteilen aufbauen, sind natürlich auch Hersteller des Gesamtkunstwerks, weshalb auch diese eine Produkthaftpflichtversicherung im Rahmen ihrer Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben sollten.
 

Christof

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@Barracuda
Gute Frage.
Vielleicht hat er bedenken, dass er sich als Privatperson eines Tages selbst verklagen könnte? :whistle:
Christof
 

lahomau

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wieder meistens motorlos unterwegs
Vielleicht brauchen manche noch den VHS-Kurs "Ironie verstehen für Anfänger"?
 
Thema:

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