Lebenserwartung S-Pedelec Mittelmotor

Dieses Thema im Forum "E-Motoren" wurde erstellt von Gigabiker, 03.04.18.

  1. Gigabiker

    Gigabiker

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    Hallo an alle,

    bin neu im Forum und habe bislang traurige Erfahrungen mit meinen S-Pedelecs gemacht.
    Fahre seit etwa 4 Jahren (ausschließlich) mit dem S-Pedelec zur Arbeit (ca. 50 km pro Tag, nur mäßige Steigungen, bin 195 cm groß, kräftig gebaut und trete durchaus sportlich in die Pedale).
    Hatte zunächst ein Kalkhoff-Rad mit Derby-Motor (Mittelmotor). Die Derby-Motoren hielten jeweils ca. 3000-5000 km. Danach gab's Probleme (vermutlich Drehmomentsensor, kontinuierlich nachlassende Unterstützung trotz gleicher Muskelkraft). Nach dem dritten Motorwechsel auf Garantie nahm der Hersteller das Rad zurück und erstattete mir den Kaufpreis.
    Jetzt fahre ich ein Victoria mit 350 Watt Boschmotor. Der erste hielt 9700 km. Danach waren die Lager komplett hinüber. Der Motor wurde ebenfalls auf Garantie gewechselt. Jetzt ist die Garantie abgelaufen und der Austauschmotor hat nach 10500 km ebenfalls den Geist aufgegeben. Motor dreht zwar, wirkt aber nicht mehr auf den Antrieb (vermutlich Getriebeproblem). Bin gespannt ob Bosch 2 1/2 Jahre nach Kaufdatum nochmal kostenlosen Ersatz liefert.

    Ich denke mit meiner Fahrleistung bin ich sicherlich schon relativ viel unterwegs, aber Berufspendler sind ja eigentlich die Zielgruppe für S-Pedelecs.

    Habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit der Motorlebensdauer/Verschleiß oder hab ich da bislang nur Pech gehabt?
    Könnt Ihr mir Tips für evtl. robustere Motoren geben?
    Sind Hinterrad-Motoren langlebiger? Wenn ja gibt's bezahlbare S-Pedelcs mit Hinterrad-Antrieb?

    Schon mal Dank im Voraus für Eure Hilfe.
     
  2. lektro

    lektro

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    Ich würde mal vermuten, dass Direktläufer langlebig sein können, und falls nicht, kann man die Lager tauschen. Auch Getriebemotoren können langlebig sein, und wenn nicht, kann man das Getriebe tauschen. Mittelmotoren sind halt etwas komplexer aufgebaut und die Reparaturfreude der Hersteller hält sich in Grenzen, da 'aufwendig', bzw. teuer, bzw. nach zwei Jahren veraltet.
     
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  3. Koko Turbo S

    Koko Turbo S

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    Schau mal hier
    https://pedelecmonitor.wordpress.com
    hier sind einige Motoren und deren Laufleistungen durch @redalexx sehr übersichtlich aufgelistet. Du kannst hier auch deine Erfahrungen mit einfließen lassen.
     
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  4. Georg

    Georg

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    Du trittst zu stark in die Pedalen! Das ist doch der Grund? :confused:
     
  5. jm1374

    jm1374

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    Mit Nabenmotoren ohne Getriebe hast du prinzipiell einen haltbaren Motor. Das einzige was verschleissen kann, ist das Lager auf der Achse.
    Ich bin seit 5 Jahren in einem Langzeittest mit dem Ziel 100.00km zu fahren. Bin jetzt momentan bei km65.900 und der einzige Schreckmoment war letzten Dezember. Totalausfall und die Werkstatt diagnostizierte Motortausch. Der Mechaniker hat sich meinen Motor aber noch mal in Ruhe angeschaut und konnte ihn reparieren. Was genau er gemacht hat, weiss ich nicht. Jedenfalls läuft der Motor wieder und ich kann meinen Test weiter fahren.

    Bezahlbare S-Pedelecs mit Nabenmotor sind ein heikles Thema. Neu eigentlich nicht vorhanden. Da geht es bei 4.000€ los und hört bei knapp 10.000€ auf.
    Die Auswahl ist auch sehr bescheiden. Es gibt Klever Mobility, Stromer und ein paar kleine Manufakturen die S-Pedelecs mit Go SwissDrive aufbauen.
    Mit dem Go SwissDrive System bin ich zufrieden und empfehle es für Pendler. Zuverlässig, günstig im Unterhalt, die Akkukapazität lässt sich einfach erweitern, jeder ZEG Händler kann im Störungsfall weiter helfen und im Alltag kann man alle Wartungsarbeiten selbst erledigen.

    Noch ein Zusatz zum Thema bezahlbares S-Pedelec. Mein Bulls E45 hat vor 5 Jahren 3.800€ gekostet. Wenn ich es nicht gekauft hätte und weiter Auto gefahren wäre, hätte ich das Geld an der Tankstelle ausgegeben.
    Wenn man ein gebrauchtes Bulls E45 findet, kann man für kleines Geld in die S-Klasse einsteigen und wenig falsch machen.
     
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  6. Velo66

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    10,000 kmh bis zur ersten grössere Reparatur ausserhalb der Garantie sind bei einem Ganzjahres Pedelec doch nicht sooo schlecht...
    Ärgerlich ist dann schon eher ein Preis für Reparture in der Nähe des Neupreis oder Zeitwert des Velos.. Das Selbe Problem hat man heute aber auch mich PCs, Waschmaschinen usw.
    Hier zahlt es sich aus, wenn man einen guten Händler hat, der sich auf eine Reparatur einlässt.
    Manchmal ist es aber einfach günstiger gleich einen neuen Motor einbauen zu lassen...
    Wie auch immer...
    Ebikes haben iB bei der Haltbarkeit immer noch grosses Verbesserungspozenzial.
    Dies liegt IMHO wohl darana dass Fahrradkomponeten eingesetzt weden, die grundsätzlich auf Gewichtseinsparung getrimmt sind (auch der Motor) und nicht für entsprechende Motorenstärke und Fahrzeuggewicht.
    Naben Motoren sind theoretisch sicher solider und langlebiger, aber auch diese können vom Strassensalz zersetzt werden und Lagerschäden bekommen.
    Ich selber fahre übrigens ein GoSwiss an meinem S-Ped Trike.
    Es ist grade in Reparatur und der Motor wird zum 3x in 24 Mt ausgetauscht...

    vom Hörensagen meine ich berkennen, dass Bosch den besseren Qualitätssetup hat, auch weil diese mehr Anforderungen an die Hersteller machen, bevor diese Bosch einbauen dürfen.
    Wie gesagt, Hörensagen...
     
  7. schmadde

    schmadde

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    Doch, das finde ich schon sehr schlecht. Nach nur 10.000km sollte noch nicht mehr kaputt sein als ein paar Verschleissteile (im Wesentlichen Kette und Reifen). Größere Reparaturen fallen bei normalen Rädern ohne Motor bei der Laufleistung noch nicht an. Ein Antrieb der nach 10.000km ausfällt ist IMHO schon sehr schlecht.

    Ich finde das nicht normal und evtl. ist das auch eher ein Problem des speziellen Fahrers? Evtl kann man durch Umstellung des Fahrstils auch bessere Haltbarkeit erreichen?
     
  8. jm1374

    jm1374

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    Ich glaube nicht das der Fahrer viel Einfluss auf die Haltbarkeit des Motors hat. Entweder ist der sauber konstruiert und montiert. Dann hält er quasi ewig. Oder es wurde bei der Konstruktion und/oder bei der Montage gespart. Den Plastezahnrädern in so manchem Mittelmotor traue ich keine hohe Laufleistung zu. Je weniger bewegliche Teile ein Motor hat, desto weniger kann auch kaputt gehen.
     
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  9. Maflix

    Maflix

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    Wer immer unter Last in großer Unterstützung schaltet belastet seine Zahnräder deutlich mehr, weil die zusammen mit dem Ritzel und der Kette diese Lastsprünge abfangen müssen.
     
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  10. schmadde

    schmadde

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    Ich könnte mir schon vorstellen, dass jemand der einen unrunden Tritt aber viel Kraft in den Beinen hat die Lager und ggfs Getriebe in einem Mittelmotor durch höhere Spitzenbelastung mehr in Mitleidenschaft zieht als jemand, der sich mehr vom Motor ziehen lässt oder auch nur gleichmässiger tritt.

    Ich gebe Dir aber Recht, dass ein Motor auch den Tritt eines Förstemann aushalten sollte, ohne schon nach 10.000km (das ist für viele schon bei nicht motorisierten Rädern die Fahrleistung von nichtmal einem Jahr!) kaputtzugehen. 50.000km würde ich von einem ordentlich konstruierten Motor schon erwarten, auch im S-Pedelec.
     
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  11. Gigabiker

    Gigabiker

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    Erst mal Danke an alle für die vielen schnellen Beiträge!

    Um den Befürchtungen gegenüber meinem Fahrstil oder Schaltgewohnheiten etwas die Luft zu nehmen. Ich radle mit Klickpedalen und nutze diese auch mit der entsprechenden Technik. Bei mir ist runder Tritt und hohe Kadenz anstelle von Abtritten mit hoher Kraft angesagt (schon meinen armen Kniegelenken mit beginnender Arthrose zuliebe...).
    Bin wie gesagt meist in flacherem Gelände unterwegs und traue den Shift-Sensoren ohnehin nicht viel zu. Hoch und selbst runter geschalten wird ohne Belastung, sonst wären ja Kette und Zahnkränze auch noch schneller runter...
    Insofern glaube ich, auch was die Motorbelastung anbelangt, eher schonend unterwegs zu sein. Zugegebener Maßen trete ich Körperbau-bedingt mit sicherlich mehr Drehmoment als kleiner gebaute Menschen, so dass der Motor meist mit Maximal-Unterstützung läuft. Deswegen hab ich mir aber auch ein S-Pedelec gekauft, um schneller unterwegs zu sein.

    Sehr interessant fand ich den Link mit der Übersicht über die Laufleistungen. Danke!

    Ich halte 10000 km Laufleistung bis zum Motordefekt übrigens auch für viel zu wenig. Und die Kostenbilanz ist bei Berücksichtigung der Akku- und bislang erlebten Motor-Lebensdauer selbst im Vergleich zum Spritverbrauch beim Auto nicht wirklich prickelnd. Trotzdem fahre ich natürlich auch weiterhin Rad aus Überzeugung.

    Was den Kaufpreis eines S-Pedelecs anbelangt hab ich mich bisher unter 3000€ bewegt, bzw. dann eben nachträglich mit höherwertigen Komponenten nachgerüstet, wenn mal wieder was kaputt war. Würde auch mehr ausgeben, wenn ich die Zuversicht hätte, dass ich ein haltbares Rad kriege, das ich auch mal 5 Jahre fahren kann. Verschleiß-Teile zu ersetzen ist absolut ok. Aber Motorwechsel, die ich selbst bezahlen muss und die in der 1000€ Kategorie liegen, würde ich nicht unter akzeptablem Verschleiß einordnen, wenn das jedes Jahr mal sein muss.

    Ich werde wohl doch über einen Wechsel zum Hinterradantrieb nachdenken, zumindest höre ich das aus Euren bisherigen Antworten raus. Bin also weiterhin für Empfehlungen sehr dankbar!

    Danke nochmal für die interessanten Inputs!
     
  12. MichaWe

    MichaWe

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    Mal eine Frage: Wo liegt man eigentlich preislich beim Austausch eines Motors? Kennt jemand Preise von Bosch?
     
  13. jm1374

    jm1374

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    Der Austausch eines Go SwissDrive soll wohl deutlich über 1.000€ kosten. Bisher hat aber noch keiner eine Rechnung seines Motortauschs gepostet, was mich zu der Annahme verleitet das die bisherigen Motoren in der Garantiezeit getauscht wurden.
     
  14. Creative_Inspire

    Creative_Inspire

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    Ich finde es ist sinnvoll das Thema Zulassung objektiv zu bewerten und sich dann was schönes bei EBS bauen lassen.

    Nur so kann man alle persönlichen Wünsche preislich akzeptabel umsetzen.
     
  15. Velo66

    Velo66

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    :ROFLMAO::D:ROFLMAO::D:ROFLMAO:
    Auf deinem Planet wüde ich auch gerne leben...
    Wer spart den nicht?
     
  16. cephalotus

    cephalotus

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    Ich denke auch, dass Dein Problem wahrscheinlich die hohe Tretleistung ist.

    Nabenmotoren sollten hier weniger sensibel sein, die Schwachpunkte sind hier bei alten gebrauchten Systemen die Schraubkränze (kann man nicht empfehlen,, gerade bei sPed wo man viel auf den kleinen Ritzeln fährt) und bei dem modernen Motore die kasstettenfreiläufe. Die sollte man als Ersatzteil bekommen können.
    Ansonsten ist eine saubere, robuste Einspeichung in eine hoch belastbare Felge (Zulassung!) in Kombination mit einem Reifen mit ausreichend Luftvolumen (Zulassung!) und geringem bis moderaten Luftdruck stets sinnvoll für eine lange Lebensdauer des hinteren Laufrads.

    Das Tretlager ist dann Standard Fahrradtechnik, in hochwertiger Ausführung ist sowas robust bzw kostengünstig zu tauschen.

    MfG
    --- Beitrag zusammengeführt, 04.04.18 ---
    Mir wäre neu, dass EBS eine Einzelzulassung für selbst gebaute sPed ermöglicht. Ohne Zulassung keine Versicherung und ohne Versicherung Risiko des finanziellen Ruins bis ans Lebensende und außerdem eine Straftat.
     
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  17. Creative_Inspire

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    Danke für diese unnötige Belehrung.
     
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  18. jm1374

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    Ich gehe mal davon aus das auf einem Planeten so wie mir das vorschwebt, sehr viele gerne leben würden. Viele meiner Wünsche lassen sich aber mit unserem Wirtschaftsystem nicht vereinbaren.
    Das Argument das an einem quasi unkaputtbaren Motor niemand verdienen kann, ist doch an Absurdität kaum zu überbieten. Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen wie bescheuert wir sind.
     
  19. Georg

    Georg

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    Es liegt nicht am Wirtschaftssystem, sondern am Menschen!
    Deshalb sind wir doch aus dem Paradies rausgeflogen!
     
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  20. e-bike-technologies

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    Salzwasserschäden IM Nabenmotor weisen auf mangelhafte Abdichtung hin.
     
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