Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Diskutiere Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette im Kaufberatung Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; :eek:Soeben habe ich einen Google News alert bekommen. "E-Bike-Anbieter Riese und Müller hat seine Händler soeben darüber informiert, dass das...

zwischenzeit

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:eek:Soeben habe ich einen Google News alert bekommen.

"E-Bike-Anbieter Riese und Müller hat seine Händler soeben darüber informiert, dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorerst keine neuen Pedelecs in der sogenannten schnellen Klasse mehr zulassen wolle. "

Leider ist die Info von einem kostenpflichtigen Anbieter.

http://www.velobiz.de/Portal/Default.aspx
 

Christian

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Danke für den Hinweis. Ich habe eben eine schriftliche Anfrage an das KBA gerichtet mit der Bitte um Hintergrundinformation. Ich werde berichten, falls/sobald ich eine Antwort erhalten habe.

Gruß,

Christian
 

moon

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

"[...] dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorerst keine neuen Pedelecs in der sogenannten schnellen Klasse mehr zulassen wolle. "

So wie ich das dem von Reinhard verlinkten Text entnehme, sind davon "nur" Hersteller (und indirekt Verkäufer) betroffen. Bisher verkaufte S-Pedelec-Modelle sowie auch S-Pedelec-Modelle die bislang verkauft werden durften, sind nicht betroffen und können weiterhin gefahren & ver- & gekauft werden.

Dem interessierten Endverbraucher wird also lediglich (temporär?) der Zugang zur neuesten technischen Entwicklung (neue Modelle) verwehrt.

Richtig verstanden?
 

peline

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Könnte es auch möglich sein, dass allen S-Pedelecs die Betriebserlaubnis, auch naträglich, entzogen wird?
 

didi28

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Ja, wenn z.B. nachträglich nicht vertretbare Sicherheitsrisiken bekannt werden. Das löst aber dann eventuell eine Schadenersatzpflicht des Staates aus, da ja der Nutzer des Produktes beim Kauf auf die staatlich erteilte Betriebserlaubnis vertraut hat. Aber auch nur dann gäbe es Schadenersatz, wenn bei der Erteilung der Betriebserlaubnis ein Verschulden der Prüfer nachzuweisen wäre. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die zur Stillegung des Fahrzeuges führen, sind z.B. kein Verschulden. Dann hat man Pech gehabt...

Zur Allgemeinen Betriebserlaubnis ausführlich:
http://bundesrecht.juris.de/stvzo/__20.html

Auszug hieraus (§ 20 Abs. 5 StVZO):

"(5) 1Die Allgemeine Betriebserlaubnis erlischt nach Ablauf einer etwa festgesetzten Frist, bei Widerruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt, und wenn der genehmigte Typ den Rechtsvorschriften nicht mehr entspricht. 2Der Widerruf kann ausgesprochen werden, wenn der Inhaber der Allgemeinen Betriebserlaubnis gegen die mit dieser verbundenen Pflichten verstößt oder sich als unzuverlässig erweist oder wenn sich herausstellt, daß der genehmigte Fahrzeugtyp den Erfordernissen der Verkehrssicherheit nicht entspricht."
 
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schneller66

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

So wie ich das dem von Reinhard verlinkten Text entnehme, sind davon "nur" Hersteller (und indirekt Verkäufer) betroffen. Bisher verkaufte S-Pedelec-Modelle sowie auch S-Pedelec-Modelle die bislang verkauft werden durften, sind nicht betroffen und können weiterhin gefahren & ver- & gekauft werden.

Dem interessierten Endverbraucher wird also lediglich (temporär?) der Zugang zur neuesten technischen Entwicklung (neue Modelle) verwehrt.

Richtig verstanden?

Hallo,

wenn das stimmt wird das Amt mit einer Verwaltungsgerichtsklage meiner Seite in spätestens 1 Jahr rechnen dürfen.

Denn das ist Wettbewerbsverzehrung wenn Hersteller Ihre Zulassung behalten und Neue nicht vergeben werden wenn sie die gleichen technischen Regeln einhalten. So was nennt man Monopol welches die EU nicht akzeptieren wird. Und zu Recht.

Schöne Grüße Jürgen
 

pibach

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Mal abgesehen von der Wettbewerbsverzerrung - dieses Zulassungsgerangel ist doch insgesamt ein ganz falsches Signal. Elektroantrieb gehört die Zukunft. Und die Verkehrssicherheit wird auch von den Fahrern bestimmt, und das sind bei E-bikes sicher ganz andere als bei Mopeds. In sofern ist m.E. die Zulassungregelung viel zu regide. Man sollte nicht nur die Typzulassungen erleichtern sondern vor allem auch Einzelzulassung. Z.B. für ein S-Pedelec (0,5 kW, bis 45km/h) sollte das doch problemlos für etwa 100,-€ machbar sein. Das Geschwindigkeitslimit sollte man auch auf 60km/h erhöhen (incl. Treten), damit diese Gefährte im Stadtverkehr ordentlich operieren können (sonst steigt eher die Unfallgefahr). Das wäre Fortschritt für Deutschland.
 

sehbaer

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Geschwindigkeitslimit sollte man auch auf 60km/h erhöhen (incl. Treten), damit diese Gefährte im Stadtverkehr ordentlich operieren können (sonst steigt eher die Unfallgefahr). Das wäre Fortschritt für Deutschland.

60Km/h halte ich für nicht erstebenswert. Es macht nur wenig Sinn sich im Stadtverkehr mit einem unterlegenen Mobil am Geschwindigkeitswettrüsten gegen PKW , LKW und Mopetten zu beteiligen. Hier eine sinkende Unfallgefahr bei steigender Geschwindigkeit zu erwarten halte ich (diplomatisch ausgedrückt) für eine gewagte Aussage.

Vielmehr sollte doch das Einbremsen des gesamten Stadtverkehrs auf meinetwegen Pedelec-konforme 25 km/h das Ziel sein. Am besten elektronisch über RFID Schilder oder GPS oder so etwas. Freiwillig macht das ja eh keiner. Dann haben alle etwas davon (auch Fußgänger) und nicht nur, die Geschwindigkeitsapostel. Vielleicht kann man sich auf 30km/h einigen.

Zudem würde sich das Einbremsen auf die durchschnittlich erzielte Geschwindigkeit im Stadtverkehr meiner Meinung nach nicht sehr stark auswirken. Sehr wohl aber auf die Lebensqualität und Sicherheit. Die Chance für das Fahrad als Verkehrsmittel in Deutschland steigt damit sicherlich beträchtlich.

Bis dahin ist es nach wie vor möglich mit einem Pedelec 60km/h und mehr in der Stadt zu fahren. Eine entsprechende Konstitution ist dabei vorrausgesetzt. Von nix kommt nix :rolleyes:
 

pibach

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

60Km/h halte ich für nicht erstebenswert. Es macht nur wenig Sinn sich im Stadtverkehr mit einem unterlegenen Mobil am Geschwindigkeitswettrüsten gegen PKW , LKW und Mopetten zu beteiligen. Hier eine sinkende Unfallgefahr bei steigender Geschwindigkeit zu erwarten halte ich (diplomatisch ausgedrückt) für eine gewagte Aussage.
Also ein E-Bike bzw. S-Pedelec ist nicht "unterlegen" sondern eine fortschrittliche Mobilitätsalternative. Wenn ein Teil des Großstadtverkehrs darauf umgerüstet, fällt nicht nur die Verkehrsdichte und auch die Unfallgefahr sondern es steigt auch die Lebensqualität. Denke das ist nicht gewagt sondern offensichtlich. Dafür muss man diese Fortbewegungsform aber attraktiv machen und insgesamt für zügige und flüssige Verkehrsführung sorgen - und nicht an die Kette von übertriebenen Vorschriften legen. Gängelung durch Vorschriften - in ihrer alptraumhaftesten Form mit RFID/GPS auf 25 km/h Geschwindigkeiten zu begrenzen - schafft in allen Punkten das Gegenteil. Au weia für diese Zukunftsvision.
 

didi28

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Mal abgesehen von der Wettbewerbsverzerrung - dieses Zulassungsgerangel ist doch insgesamt ein ganz falsches Signal. Elektroantrieb gehört die Zukunft. Und die Verkehrssicherheit wird auch von den Fahrern bestimmt, und das sind bei E-bikes sicher ganz andere als bei Mopeds. In sofern ist m.E. die Zulassungregelung viel zu regide. Man sollte nicht nur die Typzulassungen erleichtern sondern vor allem auch Einzelzulassung. Z.B. für ein S-Pedelec (0,5 kW, bis 45km/h) sollte das doch problemlos für etwa 100,-€ machbar sein. Das Geschwindigkeitslimit sollte man auch auf 60km/h erhöhen (incl. Treten), damit diese Gefährte im Stadtverkehr ordentlich operieren können (sonst steigt eher die Unfallgefahr). Das wäre Fortschritt für Deutschland.

FREIE FAHRT FÜR FREIE BÜRGER ???

So naiv kann man doch nicht sein. E-bike Fahrer werden in Zukunft nicht mehr von heutigen Mopedfahrern zu unterscheiden sein, wenn der Preis sinkt und die Leistung steigt. Auch jetzt halte ich E-bike Fahrer nicht für die besseren Menschen, denen man einfach so höhere Geschwindigkeiten erlauben kann !

Und (Zulassungs)Regeln haben ihren Sinn oder woher glaubst Du kommen die sinkenden Zahlen bei Toten und Verletzten im Straßenverkehr ? Weil die Menschen aus freien Stücken laufend vernünftiger werden ? :D

100 EUR für eine Einzelabnahme ? Soll das von Steuergeldern gesponsert werden oder glaubst Du, Prüfingenieure und die anderen Beteiligten an einem solchen Verfahren sind Geringverdiener ?

Und 60 km/h mit umgebauten Fahrrädern ? Fahrräder sind für solche Dauergeschwindigkeiten schlichtweg nicht gebaut !

Den Fortschritt für Deutschland stelle ich mir anders vor ...
 

Christian

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Meiner Meinung nach ist der Fahrer eines S-Pedelecs, das mit 60 km/h auf ein stehendes oder fahrendes Hindernis prallt, in jedem Fall unterlegen ...

Aber unabhängig davon: Du wirst mit der Zukunftsvision, die Du hier zeichnest, zwar auf einige Skeptiker stoßen aber auf wenig echte Gegner. Die sind vermutlich eher woanders zu suchen. Wie willst Du die überzeugen? Geh mal davon aus, dass die Lobby derer, die auf einem Fahrrad 60 km/h fahren wollen, eher gering ist im Vergleich zur Autofahrer-Lobby (und es nach menschlichem Ermessen auch bleiben wird).

Was ist übrigens aus Deinen Ideen zum Thema Selbstbau-S-Pedelec geworden? Bist Du da schon weiter?

Gruß,

Christian
 

pibach

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Auch jetzt halte ich E-bike Fahrer nicht für die besseren Menschen, denen man einfach so höhere Geschwindigkeiten erlauben kann !
Also erstens ist es ja bereits gängig, Versicherungsprämien nach Klassen zu differenzieren. Und da werden bestimmte Fahrzeugtypen eben von ganz unterschiedlichen Fahrer gefahren was in völlig anderen Unfallzahlen resultiert. Und selbstverständlich sind Elektrobike-Fahrer eine ganz andere Kategorie als Mopedfahrer - ich glaube das muss man nicht diskutieren. Ausserdem bin ich dafür sowohl E-Bikes als auch Mofas in der untersten Klasse bis (real) 60km/h zu erlauben, da diese Geschwindigkeit innerstättisch nun mal erforderlich ist, um kein Verkehrshindernis zu sein. Ist doch ideotisch nur 45km/h zu erlauben, wenn alle anderen 50 km/h fahren (bzw. real 60 km/h). Das sorgt nur für Unfälle.

Und (Zulassungs)Regeln haben ihren Sinn oder woher glaubst Du kommen die sinkenden Zahlen bei Toten und Verletzten im Straßenverkehr ?
Nun, dieser Zusammenhang ist viel komplexer. Interessant ist da der Thread zur Helmpflicht. Der hat nicht nur die Zahl der Radfahrer um 40% reduziert sondern auch noch nicht mal was genützt - die Zahl der Kopfverletzungen bei den übrigen blieb auf gleichem Niveau (Zahlen aus Australien). Wenn man E-Fahrzeuge attraktiver macht (z.B. dürfen schneller fahren) würde man insgesamt den Verkehr sogar sicherer machen. Wäre eine interessante Idee (die ich hier aber gar nicht angeschnitten hatte).

100 EUR für eine Einzelabnahme ?
Nun, das sind ja fast alles die gleichen Bauteile. Und man kann das Verfahren ja standardisieren, z.B. vorgeschriebene Bremsverzögerung. Sowie bestimmte Vorschriften bei der Elektronik. Dann kann man das vorab selber prüfen und muss eigentlich nur zu einem kurzen Check. Für 100€ könnte der etwa 1h dauern. So viel Zeit ist vermutlich gar nicht erforderlich. Die "5-stelligen" Summen, die gegenwärtig eine Zulassung kosten sollen (gemacht hat das ja offenbar noch niemand?) blockieren jedenfalls die gesamte Entwicklung. Davon hat niemand etwas. Weder die Umwelt, noch die Politik, noch die Verkehrssicherheit.

Und 60 km/h mit umgebauten Fahrrädern ? Fahrräder sind für solche Dauergeschwindigkeiten schlichtweg nicht gebaut !
wir reden ja hier von der Klasse der S-Pedelecs. Und die müssen natürlich entsprechend gebaut sein, logo. Ich denke an hydraulische Scheibenbremsen und Vollfederung. Das kann man ja zur Vorschrift machen. Mit 0,5 kW + zutreten kann man 60km/h auch nur sehr kurz erreichen. Im Stadtverkehr ist das aber wichtig, um ordentlich am Verkehr teilnmehmen zu können, denn auf dem Radweg macht so ein S-Pedelec auch keinen Sinn.

Und wer mit 60 km/h auf ein "Hindernis" trifft - nun der hat schlechte Karten. Aber eine einseitige Geschwindigkeitslimitierung für die "Schwächeren" kann doch daraus nicht resultieren. Ich denke die Gefahr geht mehr von den Autos aus, nicht von schnellen Radfahrern. Vielleicht sollte man also lieber die Autos (Hindernisse) abschaffen? Wäre nachdenkenswert (zumindest für Innenstadtbereiche). Übrigens ist Fahrradfahren gegenwärtig nicht gefährlicher als Autofahren.

...eher gering ist im Vergleich zur Autofahrer-Lobby (und es nach menschlichem Ermessen auch bleiben wird).
Der Status Quo ist wie ich schon mal in einem anderen Thread sagte ja nicht betoniert (in sofern ein echt sinnloses Argument). Wenn er nichts taugt muss er geändert werden. Und wer sollte das in diesem Fall machen, wenn nicht die Pedelec-Community? So unrealisitisch ist das übrigens auch nicht, in Copenhagen haben Fahradfahrer beispeilsweise eine völlig andere Lobby als in USA - letztlich alles eine Frage der Grundhaltung.

@Christian - zur "Sammel-Einzel-Zulassungsfrage" - ich diskutiere das erstmal mit Harald (Grosserschnurz) mal schaun, ob wir ne gangbare Lösung finden.
 
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Christian

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Wenn er nichts taugt muss er geändert werden.
Was taugt und was nicht, ist eine sehr persönliche Einschätzung. Du versuchst gerade, Deine Sicht der Dinge auf den Rest der Pedelec-Welt zu übertragen ("Und wer sollte das in diesem Fall machen, wenn nicht die Pedelec-Community?").

Ehrlich gesagt, mich überzeugt das nicht. Aber das ist ja auch gar nicht erforderlich. Ich verfolge neutral und interessiert, was Du erreichen wirst.

Gruß,

Christian
 

pibach

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Was taugt und was nicht, ist eine sehr persönliche Einschätzung.
Das Prinzip gilt aber unabhängig von jeder individuellen Einschätzung.

Du versuchst gerade, Deine Sicht der Dinge auf den Rest der Pedelec-Welt zu übertragen ("Und wer sollte das in diesem Fall machen, wenn nicht die Pedelec-Community?").
Also ich habe eine persönliche Meinung, und zwar, dass eine Erleichterung der Zulassungebedingungen erforderlich ist. Wer diese Hemmnisse toll findet - nun, auch ne Meinung. Aber das (wenn diesbezüglich Einigkeit herrscht) dazu Impulse hier aus der Community kommen müssen (und nicht etwa vom ADAC) - das ist doch wohl unstrittig.

Ehrlich gesagt, mich überzeugt das nicht. Aber das ist ja auch gar nicht erforderlich. Ich verfolge neutral und interessiert, was Du erreichen wirst.
Ich bin hier nicht angetreten, um irgendwen zu überzeugen oder irgendwas zu erreichen. Und "Zuschauer" dabei bringen auch nicht viel. Wenn wir hier was erreichen wollen, dann am besten gemeinsam.
 

didi28

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Also erstens ist es ja bereits gängig, Versicherungsprämien nach Klassen zu differenzieren. Und da werden bestimmte Fahrzeugtypen eben von ganz unterschiedlichen Fahrer gefahren was in völlig anderen Unfallzahlen resultiert.

Ja klar, aber deswegen darf von denen keiner schneller fahren, sie müssen nur weniger Versicherungsprämien zahlen !!!

Und selbstverständlich sind Elektrobike-Fahrer eine ganz andere Kategorie als Mopedfahrer - ich glaube das muss man nicht diskutieren.

Zur Zeit bestreite ich das ja nicht, da wir noch ein bisschen Pioniere sind, :) aber (hoffentlich) nicht mehr lange, dann fährt die jeder Normalo ...

Ausserdem bin ich dafür sowohl E-Bikes als auch Mofas in der untersten Klasse bis (real) 60km/h zu erlauben, da diese Geschwindigkeit innerstättisch nun mal erforderlich ist, um kein Verkehrshindernis zu sein. Ist doch ideotisch nur 45km/h zu erlauben, wenn alle anderen 50 km/h fahren (bzw. real 60 km/h). Das sorgt nur für Unfälle.

Das ist kein spezifisches Problem der E-Bikes sondern ein verkehrspolitisches, das heutzutage auf EU-Ebene geregelt wird.

Und es gibt auch viele Gründe es so zu lassen wie es ist:

So liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit in Großstädten laut internationalen Studien für alle Fahrzeuge bei 15 km/h, Tendenz fallend. Also kein Zeitgewinn bei theoretisch möglicher höherer Geschwindigkeit. Quadratisch ansteigender Bremsweg und Aufprallenergie mit der Geschwindigkeit, quadratisch ansteigender Energieaufwand bei höheren Geschwindigkeiten wegen Luftwiderstand, natürlich keine Benutzung von Radwegen möglich usw. usw.

Wer so schnell mit einem E-Bike fahren will, soll gefälligst einen Motorradführerschein machen und dann mit sowas fahren:

http://www.n24.de/news/newsitem_972149.html

Nun, dieser Zusammenhang ist viel komplexer. Interessant ist da der Thread zur Helmpflicht. Der hat nicht nur die Zahl der Radfahrer um 40% reduziert sondern auch noch nicht mal was genützt - die Zahl der Kopfverletzungen bei den übrigen blieb auf gleichem Niveau (Zahlen aus Australien).

Komme mir nicht mit Australien, wir leben in Deutschland und Du willst die schnellen Teile in Deutschland und nicht in Australien ! In Australien ist es irre heiß, da wollen die vielleicht keinen Helm auf der Birne (obwohl es auch wegen dem Ozonloch ja sinnvoll wäre), oder tragen ihn zu locker wegen der Hitze. Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe ... :) Das ist doch alles an den Haaren herbeigezogen und nicht vergleichbar !

Wenn man E-Fahrzeuge attraktiver macht (z.B. dürfen schneller fahren) würde man insgesamt den Verkehr sogar sicherer machen. Wäre eine interessante Idee (die ich hier aber gar nicht angeschnitten hatte).

Oh je !!! Du glaubst das anscheinend wirklich, dass E-Fahrzeug Fahrer die besseren Menschen sind und deswegen die Lizenz zum Rasen haben sollen :D...

Das würde doch die Raser gerade dazu bringen, E-Fahrzeuge zu kaufen !!!

Und schon mal davon gehört, dass es für einen effizienten Verkehrsfluss höchst kontraproduktiv ist, wenn verschiedene Geschwindigkeiten zulässig sind ? Übrigens ist das auch eines der vielen Argumente für ein Tempolimit auf Autobahnen ...

Nun, das sind ja fast alles die gleichen Bauteile. Und man kann das Verfahren ja standardisieren, z.B. vorgeschriebene Bremsverzögerung. Sowie bestimmte Vorschriften bei der Elektronik. Dann kann man das vorab selber prüfen und muss eigentlich nur zu einem kurzen Check.

Lese mal dieses Forum durch ! Gleiche Bauteile ... :D Es gibt jede Menge verschiedene Regler, Motoren Sensoren usw. die auch laufend verändert werden ... Und "vorab selbst prüfen, kurzer Check" ... Wozu Studium, jeder ist sein eigener Prüfingenieur :D ? Dann haben wir Zustände wie in China, wo sie schon anfangen, die Elektrofahrräder wegen der Unfallgefahr zu verbieten:

http://www.pekingblog.net/2007/11/07/hua-elektrisches-pferd/

wir reden ja hier von der Klasse der S-Pedelecs. Und die müssen natürlich entsprechend gebaut sein, logo. Ich denke an hydraulische Scheibenbremsen und Vollfederung. Das kann man ja zur Vorschrift machen. Mit 0,5 kW + zutreten kann man 60km/h auch nur sehr kurz erreichen.

Hatte mal die Idee, mein Cannondale in ein normales zulassungsfreies Elektrofahrrad umzubauen. Cannondale bietet normalerweise lebenslange Garantie auf den Rahmen, da sind sie meiner Erfahrung nach auch sehr kulant. Mein Händler sagte mir aber, dass ich jede Art von Garantie vergessen könne, wenn ich da einen Nabenmotor einbauen würde. Die Fatty Gabel sei für eine Antriebsbelastung von Cannondale nicht spezifiziert und freigegeben ! (Für S-Pedelecs sind übrigens bis zu 1 kW zulässig, wenn das Kraftfahrtbundesamt wieder grünes Licht gibt)

Ob da nicht auch ein Prüfingenieur Bauchweh hätte, so ein Fahrrad als S-Pedelec zuzulassen, wenn Cannondale eigentlich nein sagt ? Und solche Probleme wird es viele geben, da genügt es nicht, Scheibenbremsen vorzuschreiben ...

Und wer mit 60 km/h auf ein "Hindernis" trifft - nun der hat schlechte Karten.

Genau ! Also lassen wir es lieber !:)

Aber eine einseitige Geschwindigkeitslimitierung für die "Schwächeren" kann doch daraus nicht resultieren. Ich denke die Gefahr geht mehr von den Autos aus, nicht von schnellen Radfahrern. Vielleicht sollte man also lieber die Autos (Hindernisse) abschaffen? Wäre nachdenkenswert (zumindest für Innenstadtbereiche). Übrigens ist Fahrradfahren gegenwärtig nicht gefährlicher als Autofahren.

Autos abschaffen ??? Elektroautos also auch ... Und wovon träumst Du nachts ?:)

Fahrradfahren nicht gefährlicher als Autofahren ? Pro gefahrenem Kilometer ??? Wo hast Du das denn her ?

Der Status Quo ist wie ich schon mal in einem anderen Thread sagte ja nicht betoniert (in sofern ein echt sinnloses Argument). Wenn er nichts taugt muss er geändert werden.

So wie Du das hier angehst, wirst Du kaum genügend Unterstützer für Deine Thesen finden.

@Christian - zur "Sammel-Einzel-Zulassungsfrage" - ich diskutiere das erstmal mit Harald (Grosserschnurz) mal schaun, ob wir ne gangbare Lösung finden.

Klasse ! grosserschnurz und Du, das ist das richtige Paar :D

Viel Erfolg !
 
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cephalotus

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Ich glaube, dass in unserer Verkehrsinfrastruktur kein Platz für 60km/h Fahrräder ist. Diese bewegen sich ja nicht nur zwischen Autos, sondern auch zwischen anderen radfahreren, die sich im Schnitt wohl eher im 15km/h Bereich bewegen.
Weiterhin ist nicht anzunehmen, dass Autofahrer solche 60km/h Fahrraäder richtig einschätzen können. Beispiel recht abbiegen über Fahrradsspur.
Da sieht Du beim Blick nach hinten den Radfahrer in gemäß Erfahrung ausreichender Entfernung und der saust Dir dann mit 60 in die Seite.

Ich frage mich auch, inwieweit bei diesen Geschwindigkeiten noch ein Fahrradcharakter vorhanden ist (der ja auch einige Vergünstigungen mit sich bringt).
Bei 60km/h in der Ebene mit aufgerichtetem Oberkörper ist kein 250W Motörchen mehr drin, sondern wohl eher was im Bereich von 1kW, wer da noch motiviert mittritt hat vielleicht mal 10-20% zum Antrieb beigetragen.

Ist da das Fahrrad noch das richtige Konzept oder doch ein reines Elektrozweirad mit entsprechender Ausstattung.

Die 45km/h Klasse halte ich auch für ungünstig, 55km/h oder meinetwegen 60km/h scheinen mir da auch deutlich logischer zu sein, vor allem da es für diese Fahrzeuge ja keine Infrastruktur gibt. Auf den Fahrradweg darf man nicht, auf der Straße ist man zu langsam.

Aber das hat ja mit Pedelecs weniger zu tun.

mfg

PS: Ich selbst würde natürlich auch gerne beliebige Motoren und Geschwindigkeiten in einem Fahrrad nutzen wollen, keine Frage. Ich kann aber nachvollziehen, warum es da gestzliche Regelungen gibt.
 
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pibach

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AW: Kraftfahrbundesamt legt schnelle Pedelecs an die Kette

Ja klar, aber deswegen darf von denen keiner schneller fahren (und das war ja Dein Ansatz !), sie müssen nur weniger Versicherungsprämien zahlen !!!
Also da hab ich mich vielleicht unklar ausgedrück. Ich finde auch, das man nicht unbedingt unterschiedliche Geschwindigkeitsregelungen braucht, daher 50km/h für alle in der City gleich.

So liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit in Großstädten laut internationalen Studien für alle Fahrzeuge bei 15 km/h, Tendenz fallend. Also kein Zeitgewinn bei theoretisch möglicher höherer Geschwindigkeit.
Also ich glaube nicht dass es zielführend ist, die 50km/h innerstädtisch in Frage zu stellen. Und damit man wieder mehr als 15 km/h im Schnitt schafft - dafür sorgt dann hoffentlich, dass viele auf Pedelecs bzw. S-Pedelec umsteigen ;)

Oh je !!! Du glaubst das anscheinend wirklich, dass E-Fahrzeug Fahrer die besseren Menschen sind und deswegen die Lizenz zum Rasen haben sollen :D...
Durchaus möglich. Ich dachte aber bisher nur an das niedrigere Gewicht. Damit ist das Risiko (für andere) geringer. Und das Risiko geht z.Zt. eben von (schnell) fahrenden und schweren Autos aus, nicht etwa von Pedelecs oder S-Pedelecs.

Das würde doch die Raser gerade dazu bringen, E-Fahrzeuge zu kaufen !!!
Um "Raser" gehts hier nicht - wenn ein Teil des Verkehrs auf E-Leichtfahrzeuge umsteigt wird der Verkehr vrstl sicherer (umweltfreundlicher und vrstl auch flüssiger).

Lese mal dieses Forum durch ! Gleiche Bauteile ... :D Es gibt jede Menge verschiedene Regler, Motoren Sensoren usw. die auch laufend verändert werden
nach Marktanteilen sind die gängigen Systeme recht übersichtlich. Das sollte ein Prüfingenieur schon schaffen.

davon nur sehr... Und "vorab selbst prüfen, kurzer Check" ... Wozu Studium, jeder ist sein eigener Prüfingenieur :D ?
Es ist doch völlig üblich, z.B. ein Auto vor TÜV zu checken, entweder selbst (wer es kann) oder in einer Werkstatt.

Fatty Gabel sei für eine Antriebsbelastung von Cannondale nicht spezifiziert und freigegeben !
Logo, Cannondale kriegt diesen Einbau ja auch nicht zu Gesicht. Aber dafür ist ja die Zulassungsprüfung (wobei das Hauptprobelm ja auch mehr das Raudrehen der Achse ist, nicht die Belastung der Gabel).

So wie Du das hier angehst, wirst Du kaum genügend Unterstützer für Änderungen finden.
Jeder muss selber wissen, was er unterstützt. Ich verfolge hier kein spezielles Ziel. Bin einfach begeisterter Fahradfahrer. Vielleicht bald mit Elektro-Unterstützung. Jedenfalls - schau mal auf den Stil in dem Du argumentierst.
 

didi28

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nach Marktanteilen sind die gängigen Systeme recht übersichtlich. Das sollte ein Prüfingenieur schon schaffen.

Frage z.B. mal den Herrn Scheftlein von www.das-elektrorad.de. Bei jeder neuer Lieferung ist ein anderer Regler dabei ... Und jedes Fahrrad ist anders ...
Es ist doch völlig üblich, z.B. ein Auto vor TÜV zu checken, entweder selbst (wer es kann) oder in einer Werkstatt.

Ja, ich lasse aber keine Einzelabnahme machen, wenn ich zur Hauptuntersuchung gehe.

Gruß
didi
 
Thema:

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