Kleiner Effizienztest: BionX s-Pedelec in der Ebene

Diskutiere Kleiner Effizienztest: BionX s-Pedelec in der Ebene im Anderes mit E-Motor Forum im Bereich Diskussionen; In der Diskussion zum Suntrip 2018 hatte ich spezifische Verbräuche auf dem normalen Pedelec bei höheren Geschwindigkeiten geschätzt und @torcman...
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cephalotus

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In der Diskussion zum Suntrip 2018 hatte ich spezifische Verbräuche auf dem normalen Pedelec bei höheren Geschwindigkeiten geschätzt und @torcman hat dies "bezweifelt":
https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/the-sun-trip-3rd-edition-lyon-canton-start-am-15-06-2018.52854/page-8#post-1023942

Ich hab mir daher heute Nacht mal die Mühe gemacht eine recht ebene Strecke mehrmals hin und her zu fahren um mal Messwerte zum spezifischen Verbrauch in der Ebene zu gewinnen.

Supreme2010_2.jpg


Das Rad ist ein umgebautes s-Pedelec mit BionX D Motor und Marathon Deluxe Reifen der Größe 40-622 (anders als abgebildet). Diese mit 3,6bar bzw 3,8bar knapp über dem Mindestdruck, weil ich die normal aus Komfortgründen auch so fahre.
T-Shirt, Jeans, Helm(!). Spiegel (hier nicht abgebildet) ausgeklappt, Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer...
Temperatur 22°C.

Sitzhaltung aufrecht, beide Hände an den Lenkergriffen.

Gefahren bin ich mit drei BionX Konsolen mit jeweils unterschiedlichem Mountainmodus mit Gasgriff durchgedrückt. Der Moutainmodus begernnzt bei BionX auch die Leistung des Gashebels, somit wollte ich eine möglichst gleichmäßige Dauerleistung unabhängig von der Tretleistung erzielen.
Zu diesem Zweck musste ich mir das Gasgriff auch bis 45km/h freischalten.

Nach Erreichen der typischen Geschwindigkeit habe ich avg speed jeweils zurück gestellt und kurz vor Ende den Wert am Display abgelesen. Die Strecken bin ich jeweils doppelt gefahren in beide Richtungen und habe den Mittelwert von Leistung und Geschwindigkeit genommen.

Trotz der Nachtfahrt waren einige Leute unterwegs, hin und wieder musste ich ausweichen, in der Mitte gibt es Kurven, die Bedingungen sind also nicht 100% perfekt gewesen. Stromverbrauch der Lampe wurde nicht mitgemessen. MM 20% und mehr Eigenleistung habe ich wegfallen lassen, das wäre in die 45km/h Begrenzung gelaufen.

Mountainmodus war an den Konsolen auf 10%, 16% (15% geht nicht) und 20% eingestellt.

Eine für mich neue Erkenntnis ist, dass der Mountainmodus nicht die Leistung aus dem Akku begrenzt sondern sehr wahrscheinlich den Phasenstrom. Das heißt bei höherer Geschwindigkeit ist auch die Leistung größer. Das war mir vorher nicht bewusst, erscheint aber plausibel, der Zweck des ganzen ist ja Überhitzung am Berg zu verzögern.

Die Eigenleistung kann ich leider nur schätzen.

bei 0W habe ich leer mitgetreten
"80W" ist von der Belastung her gefühlt wie ein Spaziergang, das kann ich problemlos den ganzen Tag lang treten
"200W" ist das, was ich im Alltag so trete. Dabei schwitze bei diesem Temperaturen leicht, komme aber noch lange nicht außer Atem. Mehrere Stunden würde ich das aber eher nicht durchhalten.

Ob die Wattzahen zur Eigenleistung so stimmen weiß ich nicht, das ist eine Schätzung ins Blaue.

Hier exemplarisch das mitloggen bei 16%.

180722_MM16.jpg



Man sieht die 6 Fahrten. (2 Fahrten mit 0W Eigenleistung, 2 Fahrten mit mühelosem Mittreten, zwei Fahrten mit mittelstarkem Mittreten)
Den Mittelwert der Leistung hab ich jeweils am Plateau bestimmt. Beschleunigungs- und Bremsvorgänge flossen nicht mit ein. Bei der ersten Fahrt bei ca. 2:15 musste ich leider einmal ausweichen, daher ging da kurz die Leistung auf 0W.

Hier alle Ergebnisse als Tabelle:

180722_Auswertung1.jpg


Erkenntnisse für mich:

Bei 29,7km/h aufrecht sitzend und gemütlich tretend habe ich 5,2Wh/km gebraucht, meine Schätzung aus dem Suntrip Thread passt also haargenau.
Bei 41,5km/h aufrecht aufrecht sitzend und gemütlich tretend habe ich 11,0Wh/km gebraucht, meine zweite Schätzung aus dem Suntrip Thread war also sogar eher zu pessimistisch

Wenn ich bei Kreuzotter was abschätzen will nehme ich meist Rennrad mit Oberlenker und mittelbreiten Slick-Reifen. Wie wir scheint sind die dort errechneten Leistungswerte aber eher zu hoch, zumindest für dieses Rad.

Dass die spezifischen Verbräuche bei diesem Test nur von der Einstellung des Motors abhängen und quasi nicht von der Eigenleistung ist vermutlich nur ein kurioser Zufall. Es wurde hier ja nicht die Geschwindigkeit konstant gehalten (dann würde mehr Eigenleistung logischerweise den Verbrauch senken), sondern die Eigenleistung hat die Geschwindigkeit erhöht. Wäre die Motorleistung konstant (wie ursprünglich angenommen) würde auch dann der spezifische Verbrauch zurück gehen, hier ist es aber so, dass mit höherer Geschwindigkeit auch die Motorleistung steigt.

Ich fände es cool, Werte von anderen s-Pedelec zu erfahren, denn ich glaube, dass es da erhebliche Unterschiede gibt.

Gepäck, Tria-Lenker und Kleidung macht sehr viel aus, das sind dann aber Experimente für ein anderes Mal, für mich sind das jetzt mal erste Referenzwerte.

MfG
 
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cephalotus

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Wenn bei Messung 3 und 5 sowie 6 und 8 jeweils die geschätzte Gesamtleistung und die Geschwindigkeit vergleicht muss man davon ausgehen, dass die geschätzten Tretleistungen leider so nicht stimmen können

Ich vermute ich habe meine Tretleistung zu hoch eingeschätzt, daher hier eine Tabelle mit 70W und 150W, so scheint es plausibler. Auf die gemessenen spezifischen Verbräuche hat das erstmal natürlich keinen Einfluss, auf die Effizienz des Fahrzeugs aber schon.

So passen den Werte etwas besser, wie auch die Grafik zeigt.

Natürlich ist das real keine simple Potenzfunktion, lässt sich damit aber für praktische Zwecke scheinbar gut approximieren und natürlich haben die Messungen erhebliche Unsicherheiten.

Kreuzotter scheint aber dann doch recht erheblich abzuweichen.

180722_Auswertung2.jpg



180722_Auswertung2_Grafik.jpg

Ergänzung:
Was manche Leute nachts so treiben du glaubst es nicht......:whistle:.
Danke für die Anteilnahme :)
Tagsüber sind einfach zuviele Leute dort unterwegs und nach jedem Bremsen und Ausweichen die doppelte Strecke wieder zu fahren ist mir zu blöd. Außerdem hat es einen gewissen Peinlichkeitsfaktor mit 23km/h auf gerade Strecke mit dem s-Pedelec herum zu zuckeln. Ich freu mich schon darauf, das demnächst nochmal mit Tria-Lenker, nochmal mit Packtaschen und nochmal mit Anhänger zu machen.
 
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cephalotus

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und das passiert übrigens wenn man bei Kreuzotter für dieses s-Pedelec-"Trekkingrad" bei aufrechter Sitzposition ein Rennrad mit Unterlenkerhaltung annimmt und je einen Tourenreifen und einen Hochdruckslick. (Fahrer 80kg bei 1,82m und Rad 20kg bleibt)

180722_Auswertung2_Grafik2.jpg


@schmadde hatte hier schon mal erwähnt dass für Ihn die Kreuzotter Werte eher Murks sind, das scheint sich so zu bestätigen.

Ich hab ja bisher auch meine Eigenleistungen so abgeschätzt und kam mit den ursprünglichen Annahmen auf 80W auf 20km/h (gemütlich fahren) und 200W bei 29km/h (normal fahren).

Mit den neuen Annahmen (Rennrad Unterlenker,...) ergeben sich stattdessen dann 69W für 20km/h und 171W für 29km/h. Das passt dann auch besser zu den neuen Annahmen. Dass da eine große Unsichrrehit drin ist, ist klar.

MfG
 
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Ich wiederhole 4Wh/km für 30kmh Schnitt über hunderte von km auf einem Tracking Rad mit Reise gepackt (vergrößert den Luftwiderstand sehr maßgeblich)
Es ging um die Werte die Justin bereit gestellt hat von einer Fahrt auf brettebener Strecke über einen Highway bei bestem Teer und Rückenwind mit konstant 30-32km/h.

Das habe ich mit einem normalen Rad verglichen und unter diesen Bedingungen fahre ich mit dem normalen Rad die 30km/h über viele Stunden hinweg mit 4-6Wh/km. Das ist ungefähr die Tretleistung die ich brauche um 20km/h in der Ebene ohne Motor zu treten, das kann ich problemlos den ganzen Tag tun, bis der Hintern wund ist.

Nirgends stand jemals, dass ich das mit Anhänger hinten dran im Verkehr und Gelände tue.

Aber dieser bereitgestellte "ideale Tag" von Justin bietete eben sehr wohl eine Vergleichsbasis, wieviel mehr Leistung sein Gefährt benötigt. Dieser enorm höhere Bedarf (nochmal: auf brettebener Strecke auf dem Highway mit Rückenwind und sogar leicht bergab) war das, was mich (und übrigens auch Justin) erstaunt hat.

Mir ginge es ja nicht darum, einfach nur mit Solar herum zu fahren, sondern für den ganzen zusätzlichen Aufwand gegenüber einem normalen Rad oder einem normalen Pedelec (Ausfall, Kosten, erschwertes Handling, Transport in der Bahn, etc...) auch einen Mehrwert zu haben.
Und da hat man auf der einen Seite eben den Solarertrag (abhängig von den Einstrahlungsbedingungen) und auf der anderen Seite eben die zusätzlichen Verluste.

Zu letzteren wollte ich hier diskutieren, wie man das Optimum finden aus Ertrag, Verlusten und Handling und ich hielt das auch für absolut ontopic. Dass ich Dir das jetzt zum 5. Mal erkläre wie ichs gemeint habe obwohl es ganz eindeutig so dort stand war natürlich nicht geplant, ist aber in Diskussionen mit Dir halt oftmals unvermeidbar. Stell Dir einfach mal vor, ich würde Dich hier ohne jede Grundlage so persönlich angehen wie Du das mit mir hier ständig tust.

Mir geht es auch nicht darum hier das letzte Wort zu haben, ich wollte nur immer mal wieder die Diskussion zu diesem Thema Fahrtwiderstände lenken (wäre ja auch bei Jürgens Anhänger sehr spannend), aber wenn es dazu keinen Diskussionswunsch gibt ist es eben so...

Wer da jetzt als 3. oder 5. einfährt ist mir recht egal, wie man sieht spielen da ja extrem viele Faktoren mit rein, auch völlig losgelöst von der Technik.

MfG
 
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Singing-Bard

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Ich finde es cool wenn jemand versucht bestimmte Fragen mal wirklich mit einer wissenschaftlichen Methode (Statistik, Streuung, Messfehler, definierter Versuchsaufbau, ...) zu ergründen.
Nur mit einem vergleichbaren Setting kann man zu einschätzbaren Aussagen kommen.

Sonst bleibt es halt bei den berühmt berüchtigten "Reichweiten-Threads" hier im Forum wo A schreibt ich bin gestern mit meinem Shimano 90 km weit gekommen und B sagt ich kam mit meinem Brose aber 110 km weit - :)
 
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cephalotus

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Ein Fahrradfahrer ohne den Solarbalast wäre eindeutig schneller unterwegs. Das wird auf der langen Strecke halt besonders deutlich.
Genau das ist doch spannend

Ich würde das nicht so pauschal sagen, die mehr als 400km in 14 Stunden könnte ich ohne Motor nicht fahren.

Auch die 105km für eine 70 jährige mit Gepäck sind nicht so schlecht.

Die Frage ist: Was ist das Optimum?

Aus den letzten Suntrips hatten die Teilnehmer (wohl) abgeleitet, dass die Gewinnerstrategie ist, soviele "aktive" Solarmodule wie nur möglich mitzunehmen und quasi den ganzen Tag durchzufahren.

Daher wohl auch die vielen Trikes, weil man da die erlaubten 450W Solarmodule gut unter bekommt. Scheinbar sind die Trikes aber nicht so effizient,, wie zumindest ich dachte.

Raf hat bei seinem ("Einzeltandem"-)Zweirad wohl 400W(?) mit, aber eben vorne dran dieses "Sensenmodul", das ich so aus Sicherheitsgründen nicht fahren wollen würde und scheint eine aerodynamisch recht günstige Konstruktion zu fahren (auch Gepäck im aerodynamischen Konzept)

Ein aerodynamisch optimiertes Rennrad oder Velomobil oder Liegezweirad mit eher kleiner Modulfläche und aerodynamisch optimiertem Gepäck ist eher nicht dabei.

Es scheint auch keiner dabei zu sein, der meinetwegen nur 8 Stunden pro Tag fährt (Sattelzeit 10h) und z.B. 4 Stunden mit Zusatzsolarmodulen zum Nachladen pausiert.

Das wäre wahrscheinlich mein derzeitiger Ansatz.

150W-200W auf einem aerodynamischen Anhänger, damit 8h Nettofahrzeit mit hoffentlich 200+ km/Tag (bedeutet in der Ebene 30km/h) und dann nochmal zusätzliche 150-300W Solarmodule zum Aufstellen in den längeren Pausen.

In 10h Bruttofahrzeit mit nicht ausgerichten Modulen kann man an guten Tagen mit 150W*4h rechnen, macht 600Wh.

In den 4h Pausen mit ausgerichteten Modulen (Hänger + Zusatzmodule) dann 300-450W * 2,5h macht an einem guten Tag grob. 1000Wh.

An schlechten Tagen schrumpft der Ertragsvorteil der Fahrzeuge mit großen aktiven Modulflächen ja noch stärker zusammen, die höheren Fahrtwiderstände bleiben aber.

Mit der Strategie gewinnt man natürlich nicht, aber man könnte auf der Reise auch noch was anderes tun als nur den ganzen Tag Fahrrad fahren und Essen in Tankstellen kaufen und Logistik wie der Sieger 2015.

Ob das so klappt? Keine Ahnung. Konnte von den Teilnehmern jemand identifiziert werden, der eine ähnliche Strategie fährt und damit ca. 200km/Tag schaffen kann?

120-150km pro Tag schaffe ich mit einem Trekkingrad ganz ohne Motor mit Campinggepäck (nicht aerodynamisch optimiert, kein Rennen) Tag für Tag auf einer Radreise bei guten bis passablen Straßenverhältnissen und keinen besonderen Windverhältnissen, wenn ich den Tag über überwiegend nur fahre und wenig anschaue.
Da wären 200km pro Tag auf eine Reise(!) halt meine Zielstellung (und statt der Zusatzmodule dann halt ein Schnellladegerät, wenn es eh nicht ums Prinzip/Wettbewerb geht)

Das "in Kontakt kommen" mit den Leuten sollte mit einem kleiner Solaranhänger eigentlich ähnlich gut funktionieren wie mit einem großen? Vermutlich ist das eh der Hauptreiz. Die Ökobilanz ist es sicher nicht.

MfG
 
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cephalotus

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Hast Du auch mal die Ergebnisse bei http://www.kreuzotter.de/deutsch/speed.htm und www.bikecalculator.com miteinander verglichen?
Ich kannte diesen Rechner noch nicht. Der ist nur für Rennräder?

Bei den Reifen hab ich mal tubulars angegeben und bei den Griffen versagt grad mein Englisch. Wenn ich Bartops eingeben (ist das die normale Griffposition?) stimmen die Ergebnisse ziemlich genau mit meiner letzten Grafik überein, also mit meinen Messwerten sowie dem Kreuzotter Rennrad in Unterlenkerhaltung.

Das "Problem" das ich sehe: Mein Rad ist ja kein Rennrad. Der Lenker ist ziemlich breit, dazu kommt noch einiges an Zusatzkram wie z.B. die Gepäckträgerstreben oder das kennzeichen oder der Spiegel und auch meine Kleidung und mein Helm sind nicht ideal.

MfG
 
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labella-baron

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Nach Erreichen der typischen Geschwindigkeit habe ich avg speed jeweils zurück gestellt und kurz vor Ende den Wert am Display abgelesen.
Das ist dann wohl ein Wert aus dem BionX-System und keiner mit eigenen Messmitteln - oder?
Inwieweit könnte man diesen Wert gegenchecken? Mittels Energieverbrauch beim nachladen?

Ich vermute, dass der D-Motor mit den besten Wirkungsgrad hat - ist dieser vielleicht noch höher als 80%? 80% finde ich trotzdem ganz schön hoch, da sowohl bei geringer Geschwindigkeit als auch bei hoher Last (hier durch Luftwiderstand) nicht der maximale Wirkungsgrad erreicht wird.

Im Kreuzotter-Rechner ist natürlich die Berechnung der Stirnfläche des Fahrers aus Größe und Gewicht entscheidend (siehe FAQ). Ich kann dort aber keinen Fehler erkennen.
Die voreingestellte Trittfrequenz von 90 ist bei dir realistisch - oder ist sie deutlich geringer?
 
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cephalotus

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Das ist dann wohl ein Wert aus dem BionX-System und keiner mit eigenen Messmitteln - oder?
Inwieweit könnte man diesen Wert gegenchecken? Mittels Energieverbrauch beim nachladen?
Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Display passt schon. Die Alternative wäre ja gewesen, die Teststrecke vorher auszumessen, auf den exakten Startpunkt hin zu beschleunigen und dann die Zeit zu stoppen. Das ist dann noch ein Gerät mehr das man bedienen muss und man fährt ja nicht immer exakt die gleiche Linie da noch andere Leute unterwegs waren.

Ich konnte ja während der Fahrt die Geschwindigkeit auch zusätzlich live ablesen, das ist schon plausibel.

Nur bei allerersten Testfahrt hatte ich bereits zu früh gedrückt noch während der Beschleunigungsphase, da war die Durchschnittsgeschwindigkeit entsprechend zu niedrig, das habe ich dann nachträglich korrigiert.

Der Fehler bei der Ermittlung der Durchschnittsgeschwindigkeit dürfte im Bereich +/- 1% liegen und der Haupteffekt ist der Luftdruck im Reifen und wie stark der sich eindellt. BionX hin oder her: Eine Geschwindigkeit zu messen ist wahrlich keine hohe Kunst. Im Vergleich zu den anderen Fehlern ist das vernachlässigbar.

Ich vermute, dass der D-Motor mit den besten Wirkungsgrad hat - ist dieser vielleicht noch höher als 80%? 80% finde ich trotzdem ganz schön hoch, da sowohl bei geringer Geschwindigkeit als auch bei hoher Last (hier durch Luftwiderstand) nicht der maximale Wirkungsgrad erreicht wird.
Laut dem Motorensimulator auf ebikes.ca bei 82-85%. Dazu kommt aber noch der BionX Motorcontroller und der Spannunsgabfall an den BAAS Steckern zwischen Messgerät und Motor.

Im Kreuzotter-Rechner ist natürlich die Berechnung der Stirnfläche des Fahrers aus Größe und Gewicht entscheidend (siehe FAQ). Ich kann dort aber keinen Fehler erkennen.
Die voreingestellte Trittfrequenz von 90 ist bei dir realistisch - oder ist sie deutlich geringer?
Gemütlich trete ich vielleicht 70/min, normal vielleicht 80-90/min (?), aber ich sehe nicht, wie das eine Rolle spielen soll.

Die eigenen Tretleistungen hatte ich aus Kreuzotter abgeleitet. Gemütlich fahren mit 20km/h = 80W und normal fahren mit ca. 29km/h = 200W. Wenn aber Kreuzotter "falsch rechnet" konnten die Werte so nicht stimmen. Man kann das ja mit den Werten plausibilisieren, die ohne Treten ermittelt wurde, da fällt diese Unbekannte dann ja raus.
Der potenziell Fehler bei der Ermittlung der eigenen tretleistung dürfte der größte Fehler in der ganzen Berechnung sein.

Wahrscheinlich werde ich künftige Tests (Gepäck, Tria-Lenker, Anhänger, Solaranhänger) daher ohne Eigenleistung messen. Das hier sollten für mich erstmal Referenzwerte sein und dann gings mir noch darum, meine Schätzung aus dem anderen unsäglichen Thread zu verifizieren.

Wenn man jetzt keine Genauigkeit auf 1% erwartet erscheint mir das nun schon alles plausibel zu sein.

Wer ein Velodrom hat und eine Messkurbel hat natürlich weitaus bessere Möglichkeiten :)

MfG
 
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labella-baron

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Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Display passt schon.
Wenn man jetzt keine Genauigkeit auf 1% erwartet erscheint mir das nun schon alles plausibel zu sein.
Es ging mir natürlich nicht um den Geschwindigkeitswert, welcher selbstverständlich genau genug festzustellen ist, sondern um die Plausibilität der angezeigten Watt-Werte !

aber ich sehe nicht, wie das eine Rolle spielen soll
Einfach mal ausprobieren und 50 statt 90 eingeben o_O
 
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HelmutK

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M.E. rechnet Kreuzotter richtig. Die Leistung steigt kubisch (^3) mit der Geschwindigkeit. Bereits kleine Tachoabweichungen ergeben so erhebliche Leistungsdifferenzen. Weshalb Kreuzotter die Trittfrequenz mit einbezieht verstehe ich allerdings nicht. Aber diese wirkt sich bei Kreuzotter nur minimal aus (50 auf 90 ergibt bei 30 km/h nur ∆ 0,5 km/h)
Deine S-Pedelec Messwerte mit ca. 5 Wh/km bei 30 km/h im flachen sind bereits deutlich höher als beim Pedelec. Da rechne ich in der Faustformel mit 2 Wh/km (bei ca. 25 km/h und 130 W Tretleistung).
 
ebion

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Vielen Dank Cephalotus für deinen Test.

Bisher ist mir keine Webseite bekannt die irgendeine zuverlässige Einschätzung der Reichweite und damit auch die Entladetiefe oder notwendige Ladehöhe für schonenden Einsatz, vergleichbar wie bei einigen E-PKW, erlaubt. Am liebsten wäre es mir wenn ich ein aufgezeichnetes Streckenprofil, das ich mit einem Bio-Rad absolviere, hochlade und ich dann bei gleicher Leistung oder reduzierter Eigenleistung die vorraussichtlichen Fahrzeiten und Verbräuche mit unterschiedlichen Pedelecs anschauen kann. Genau das möchten vermutlich die Hersteller nicht weil es sicher zu Relativierung oder Änderung von Kaufentscheidungen führen könnte und das das Marketing evt. mit einem etwas schwierigeren Massstab konfrontiert ist.

Mich hat auch der Test interessiert weil dein S-Pedelec aus der L1e-A Klasse genau die Freiheiten lässt die mich als potentiellen Käufer von L1e-B abschreckt. Ich fahre je nach Wetter und Laune meine 2x40km/400Hm mit einer dem 48V/8.8Ah mit 3-0 Restbalken je nach Gegenwind. Das erscheint mir viel im Verhältnis zu Berichten von MM-Fahrern. Seit ich ein zweites Ladegerät lade ich allerdings immer nach. Ob mit dem Diamant Zouma Supreme ein Akku mit 423Wh für eine Fahrt reicht und mit welchem Zeitunterschied zu rechnen ist, unbeachtet das ich eine andere ungünstigere Strecke wählen muss ist, sind alles Fragen die ich gerne vor Käufen beantworten haben wollte. Aktuell erreiche etwa 1:30 mit einem Schnitt etwas über 27km/h. Das ist etwa die Zeit die ich vor 15 Jahren mit dem Rennrad erreicht habe. Allerdings jetzt weniger angestrengt und weniger verschwitzt. Damit ist der primäre Zweck abgesehen von den Freizeitfahrten schon voll erfüllt.

Zur Einschätzung von Kreuzotter kann ich sagen das auf meiner 1h Flachrunde mit einem neuen Haibike Race etwa bei 31km/h liege. Vor 15 Jahren war ich mit einem RSX Eigenbau bei etwa 34km/h. Ich hatte zu dieser Zeit einen 30min Ergometertest mit knapp 200W bei der U45. Mit den 85kg schätze ich jetzt etwas unter 2W/kg. Bei 60min etwas weniger. Das passt ganz gut zu den Kreuzotter-Werten mit 185cm/85kg/170W. Wobei ich am Bremsgriff mit leicht einknickten Ellebogen etwas schlechter als Unterlenker bin.

Meiner Einschätzung nach ist demnach nur möglich Prognosen abzugeben wenn die Eigenleistung oder auch Eigenenergie aus Bio-Ergebnissen genutzt wird. Selbst dann ist Fahren mit Unterstützung gänzlich anders. Umgekehrt ließe sich bei Kenntnis des Verbrauchs und der Effizienz des Antriebs die Eigenleistung im typischen Betrieb abschätzen und damit ein Mass für die Eigenleistung im Pedelec.

Wenn die Eigenleistung nur einen kleinen Teil der Leistung ausmacht sind z.B Vergleiche der Verbräuche

Diamant Zouma
XDURO Race
Stromer
Radar Speed

mit sehr verschiedenen Konzepten hochinteressant.

Z.B wer kommt mit 42km/h 300Hm (mein Rückweg) unter 1h

Auch nach 2 Jahren lesen hier und immer neuen Modellen kann ich es nicht einschätzen
 
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Weshalb Kreuzotter die Trittfrequenz mit einbezieht verstehe ich allerdings nicht. Aber diese wirkt sich bei Kreuzotter nur minimal aus (50 auf 90 ergibt bei 30 km/h nur ∆ 0,5 km/h)
Ich vermute die geometrischen Reibungsverluste des Getriebes sind bei kleinen Übersetzungen mit eingerechnet. Ein 11er Ritzel ist schlechter als ein 13er or 15er.
 
Kraeuterbutter

Kraeuterbutter

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Habe es nun mal getestet und gemessen:
Aufrecht sitzend und gemütlich tretend bei 29,7km/h 5,2Wh/km
Aufrecht sitzend und gemütlich tretend bei 41,5km/h 11,0Wh/km
für mich vollkommen nachvollziehbar, die Werte - und wie von dir von Anfang an ja auch beschrieben

Gepäck, Solarmodule und Anhänger führen natürlich zu höheren Widerständen und entsprechend höheren Verbräuchen. Hat auch nie jemand was anderes behauptet.
genau...
Ich wiederhole 4Wh/km für 30kmh Schnitt über hunderte von km auf einem Tracking Rad mit Reise gepackt (vergrößert den Luftwiderstand sehr maßgeblich) ist Quatsch hoch drei, egal was du dir da andichtest).
stimmt...
ABER... davon hat cephalotus ja auch nie geschrieben

Da der Jürgen schon vor vielen Tagen sich gewünscht hat, dass ich dich mit den Phantasien ignorie, tue ich es. Sein Wunsch ist mir wichtig.
sorry, das empfinde ich ein wenig als Frechheit das so in den Raum zu stellen... (von dir, nicht von Jürgen um das klar zu stellen!)

Wenn Jürgen diese Meinung hat, soll er das selber posten..
und nicht du hier - kommt ja Veröffentlichen einer Privat-Mail gleich - gesagtes aus einem persönlichen Gespräch hier so hinwerfen
das macht man echt nicht
zumal du hier Cephalotus ständig Aussagen unterstellst, die er so nie getätigt hat oder aus dem Zusammenhang reißt (was ich mal annehme, du so auch gegenüber Jürgen dann machst, Cephalotus Aussagen als Fantasie darstellst - obwohl das was er gesagt hat sehrwohl stimmen kann und nicht "völliger Blödsinn" ist)

Das habe ich mit einem normalen Rad verglichen und unter diesen Bedingungen fahre ich mit dem normalen Rad die 30km/h über viele Stunden hinweg mit 4-6Wh/km. Das ist ungefähr die Tretleistung die ich brauche um 20km/h in der Ebene ohne Motor zu treten, das kann ich problemlos den ganzen Tag tun, bis der Hintern wund ist.
und das ist legitim...
den großen Faktor TANDEM hast du aber finde ich unterschlagen.. nicht Justin verbraucht xy, sonder Justin + Begleitung ;)
und du vergleist das dann mit deinem S-Ped...
besser wäre ein Single-Rad-Konzept (Trike, Liegerad, Aufrechtrad) aus dem Suntrip-Rädern mit deinem Rad zu vergleichen

Nirgends stand jemals, dass ich das mit Anhänger hinten dran im Verkehr und Gelände tue.
Aber dieser bereitgestellte "ideale Tag" von Justin bietete eben sehr wohl eine Vergleichsbasis,....
von Justin plus Begleitung = mehr Gewicht + stabileres Trike = schweres Trike + mehr Gepäck weil 2 Personen = schweres Gefährt + längeres Gefährt = mehr Kippneigung = breiters Gefährt = mehr Luftwiderstand ;)
der Faktor dass das 2 Personen drauf sind ist sicher nicht zu unterstätzen (auch wenn sie dafür aerodynamisch vielleicht sogar gewinnen im Vergleich zu 2 einzelnen Trikes)

das viele der Solarbikes im Vergleich zu normalen Räder scheinbar ineffizienter sind, und teil der Solarkraft rein zum Überwinden der "Probleme", die das ganze Solargraffel macht, benötigt wird scheint mir auch so zu sein

eine genaue Analyse von Streckenprofilen + Verbrauch wäre hier tatsächlich sehr interessant, mit das Interessanteste an der ganzen Geschichte (am Ende des Rennens wenn DAten zur Verfügung stehen)...
allerdings interessiert sowas am Ende dann doch niemand mehr und Thread versinkt in Versenkung

leider eignet sich Jürgens Gespann dafür so ziemlich am wenigsten, da riesen Anhänger der so real kaum von sonst jemanden gefahren wird...

aber z.b. Trike mit Solar vs. Trike ohne Solar

oder Treckingrad mit Solaranhänger vs. Treckingrad ohne Solar mit Reiseanhänger vs. Treckingrad ohne Anhänger mit Taschen ... wäre schon sehr interessant
Ergänzung:
EDIT:
@cephalotus
hast du noch andere Daten auf FAcebook und co gefunden ?

also andere, als Justin mit Ruder-Tandem-Trike bzw. Jürgen + Anhänger ==> da beides ja Exoten-Konzepte darstellen
 
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labella-baron

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Weshalb Kreuzotter die Trittfrequenz mit einbezieht verstehe ich allerdings nicht. Aber diese wirkt sich bei Kreuzotter nur minimal aus (50 auf 90 ergibt bei 30 km/h nur ∆ 0,5 km/h)
Na, weil durch die schnelle Beinbewegung die Luft zusätzlich verwirbelt wird.
Z.B. die vorletzte Tabellenzeile ohne Eigenleistung mit 38,1km/h: 428W mit Trittfrequenz 90 und mit Trittfrequenz 1 387W !
Kann man bei schneller Bergabfahrt schön nachvollziehen, wenn zusätzliches pedalieren kaum mehr was bringt.
Ergänzung:
Ich vermute die geometrischen Reibungsverluste des Getriebes sind bei kleinen Übersetzungen mit eingerechnet.
Von welchem Getriebe beim elektrischen Antrieb sprichst du denn bei seinem Direktdrive D-Motor :confused:
 
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Von welchem Getriebe beim elektrischen Antrieb sprichst du denn bei seinem Direktdrive D-Motor :confused:
Kreuzotter hat keine Berechnung für Pedelecs. Wäre eine Marktlücke. Natürlich mit bezahlten Tricks von B.. und .. ;-)

Das Getriebe ist vom Pedal zur Hinterachse. Gibts auch beim Pedelec.
 
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Kreuzotter rechnet auch nicht nur nach Formeln...
hier flossen viele Messungen mit diversen Räder mit ein
 
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labella-baron

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11.071
Details E-Antrieb
Crystalyte 209, LiFePo 36V 4,6Ah von A123
Das Getriebe ist vom Pedal zur Hinterachse. Gibts auch beim Pedelec.
Und welche Verluste entstehen hierbei wenn man nicht tritt wie im obigen Fall.
Einfacher wäre es, wenn du zu deinen Irrtum stehen würdest.

Übrigens berücksichtigt der Kreuzotter-Rechner sehr wohl die Verluste im Antriebsstrang.
 
Thema:

Kleiner Effizienztest: BionX s-Pedelec in der Ebene

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