Kettler 2° Pro 11 Cross (fehlende Daten / Test und Vergleichstest Orbea Gain F10 und F35)

Diskutiere Kettler 2° Pro 11 Cross (fehlende Daten / Test und Vergleichstest Orbea Gain F10 und F35) im sonstige Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; Hallo! Ich habe mir ein Kettler 2° Pro 11 Cross zugelegt und möchte euch an dieser Stelle ein paar Daten zu dem Bike nachreichen, da sie sonst...
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Stefan66

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Hallo!

Ich habe mir ein Kettler 2° Pro 11 Cross zugelegt und möchte euch an dieser Stelle ein paar Daten zu dem Bike nachreichen, da sie sonst nirgendwo im Internet zu finden sind und bestimmt einige Leute interessieren.

Außerdem schildere ich an dieser Stelle meine ersten Eindrücke und Vergleiche es mit den Orbea Gain F10 und F35.

Zunächst zu den fehlenden und für mich wichtigen Daten:

Gewicht (gewogen mit nicht geeichter Paketwaage): 19kg
Anzahl der Zähne des vorderen Zahnkranzes: 38


Nun zum Test!


Der Ausgangspunkt:

Da pünktlich zum Frühjahr 2020 die Muckibuden aufgrund der Coronakriese ihre Pforten schließen mussten, damit Spinning ausfiel und ich mich körperlich betätigen wollte, musste irgendetwas her, dass diesen Zweck erfüllte. Nur Nordic Walking war mir auf Dauer zu langweilig und Laufen ist gar nicht mein Ding. Also überlegte ich mir, dass ich mir ein schnelles Fahrrad zulegen könnte.
Ich wusste, dass es so etwas gibt, da ein Kumpel von mir so eines hat und genau wie ich mit Rennradlenkern nichts anfangen kann. Flugs angerufen und mir von seinen Erfahrungen berichten lassen. Da wir ungefähr die gleiche Einstellung zu dem Thema und zum Thema Wertigkeit haben, konnte ich mich darauf verlassen, dass ich sein positives Urteil über sein Fahrrad - er besitzt ein Giant Fastroad aus Alu - übernehmen kann.
Da alle Fahrradhöker zu diesem Zeitpunkt geschlossen hatten, blieb nur das Netz als Info- und Einkaufsquelle. Ich fand dort ein Giant Fastroad Advance 1, welches sogar noch besser ausgestattet war als das meines Freundes. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung von Fahrrädern hatte. Bestellt, ausprobiert und begeistert! Ich fahre damit in der Regel zwischen 20 und 40km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 29km/h. Eine Sache hat mich als Fahrer in der norddeutschen Flachebene allerdings gewaltig frustriert: die steife Briese! Es demotiviert mich fürchterlich, wenn ich gewaltig gegen den Wind anpedden muss und trotzdem die 20km/h nicht erreiche.
Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, ob ich die richtige Größe (M) für mich gewählt hatte - im Nachhinein habe ich festgestellt: ja, sie ist es, habe ich nach einer Alternative Ausschau gehalten, wobei die schweren Räder mit ihren wuchtigen Bosch-Motoren und den Ruf haben ab 25km/h nicht richtig auszukoppeln, von vornherein ausschieden. ich weiß, angeblich tun sie es inzwischen, aber das macht sie nicht schlanker oder leichter. Ich stieß per Zufall auf ein Kalkhoff Berleen, welches für mich als Pure ein wahrer Augenschmeichler ist. Allerdings schienen mir die Preise für das Kalkhoff für die angebotenen Bikes doch recht hoch zu sein.


Orbea Gain Fx:

Bei der weiteren Recherche stieß ich dann auf zwei Angebote für ein Orbea Gain F35 - hier gefiel mir die Auswahl der Komponenten wie Gangschaltung auf dem Papier nur mäßig und ein F10, welches Ausstattungstechnisch fast das war, was ich mir vorstellte, allerdings für kleines Geld nur in XL verfügbar war. Ich bin 177cm groß und das XL ist für Personen ab 190cm.
Zuvor hatte ich bei einem Händler zwei F40 - eines in M, eines in L auf Asphalt Probe fahren können. Das M war das Vorführrad und knarzte im Sattel fürchterlich. Ich hatte kein gutes Gefühl. Das L hatte gefühlt die richtige Größe, obwohl der Hersteller für mich M empfahl. Irgendwie war ich dennoch unsicher. Zudem erzählte mir der Händler, dass die Fahrräder bei Anlieferung bei ihm diverse Mängel hätten, die erst einmal beseitigt werden müssten.
Als ich dann das F35 im Netz fand und dies mit einem erheblichen Preisnachlass, konnte ich nicht widerstehen und bestellte es. Nur sehr kurze Zeit später berichtete Jemand im Forum von einem F10, welches in HH mit Vorführrabatt abgegeben werden würde. Da dies mutmaßlich ausstattungstechnisch besser passte, fuhr ich nach Hamburg und nahm dies mit. Meine Frau sollte dann das F35 haben, welches ihr im Nachhinein jedoch farblich nicht gefiel. Bei beiden Rädern fiel auf, dass teilweise die Schrauben nur eingesteckt jedoch nicht geschraubt waren. Ah! Das hatte der Händler gemeint. Beide miteinander verglichen störte mich, dass mir ein wenig das Gefühl der Unterstützung fehlte. Zwar fuhren sie sich wirklich gut, aber ab ca. 21km/h musste man schon recht deutlich in die Pedale treten, um voran zu kommen. Wie das wohl bei Gegenwind ist? Während ist mit meinem Fitnessbike locker über 35km/h komme, muss ich mich bei dem Orbea schon deutlich mehr anstrengen. Der vordere Zahnkranz ist für plattes Land einfach zu klein.
Auch die Unterstützung am Berg war nur anfänglich zu spüren und ließ dann auf "halber Strecke" stark nach. Mein Kumpel hat es bei einer Probefahrt auf den Punkt gebracht: er braucht die gleiche Kraftanstrengung wie bei seinem Fitnessbike. Dazu brauche er dann kein Fahrrad mit Motor, nur um das Mehrgewicht auszugleichen. Da ist was Wahres dran! Aber vielleicht ein wenig übertrieben.

Im Netz las ich hier im Forum von etlichen Leuten, die mit ihren Orbea Fahrrädern, so wie sie geliefert wurden, nicht zufrieden waren. Teilweise wurde die Qualität bemängelt wie beispielsweise die Speichenproblematik und teilweise die nicht passende Ausstattung. In einem Punkt schienen sich alle einig: neue Reifen müssen her! Also Mehrkosten! Insgesamt schien es für mich so, als seien es Bastelbuden. Sorry Leute! Meinetwegen steinigt mich, aber das ist mein Eindruck, den ich von den Rädern bekam, wenngleich ich zugeben muss, dass der Listenpreis im Gegensatz zu anderen Rädern - auch dem Kettler 2° nur leicht überteuert ist. Er ist auf jeden Fall angepasster als für den Rest, der sich auf dem Markt befindet.
Letztendlich habe ich mich gegen das Orbea entscheiden. Schraubst du noch oder fährst du schon?


Kettler 2° Pro 11 Cross:

Da ich offenbar entgegen meiner Erwartungshaltung mit den Heckmotoren nicht leben konnte, ging die Suche weiter. Ich stieß auf das Konzept der Fazua Motoren. Einmal damit auseinander gesetzt, war ich von der Idee total begeistert. Motor und Akku sind leicht. Das Fahrrad kann ohne Motor betrieben werden. Ich kann (selbst) ein Softwareupdate vornehmen und die Motorsteuerung angepasst werden. Außerdem gibt es keine Reichweitenprobleme. Man kann einfach einen zweiten Akku mitnehmen, um nur einige Vorzüge zu nennen. Genial! Das ist auf dem Blatt Papier das, was ich will! Aber in der Praxis?

In der Praxis gestaltete sich mein Unterfangen schwieriger als gedacht. Es gibt nicht wirklich viele Fahrräder auf dem deutschen Markt mit Fazua-Motor, die bezahlbar sind und auf mich passen. Da nützt es auch nichts, wenn die ZEG-Händler dieser Welt mit Sonderangeboten locken, für Räder die wahrscheinlich noch nie für den Listenpreis verkauft wurden. Sagt mal, liebe Leute von der ZEG: Für wie blöd haltet ihr eure Kunden eigentlich? Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, dass eure dämliche Preispolitik intelligente Kunden abschreckt? Sorry, aber das wollte ich schon immer mal loswerden.
Nichtsdestotrotz stieß ich wieder mal im Netz auf Angebote, an denen ich schlecht vorbeischauen konnte, nämlich das Kettler 2° Pro 11 Cross für unter 2K Euro. Das war zwar nicht die Fahrradgattung, die ich haben wollte, aber sie erfüllt einen anderen Zweck: den täglichen Weg zur Arbeit und potenzielle Wochenendausflüge mit meiner Frau. Diese hätten sich zugegebener Weise bei meiner ursprünglichen Zielvorstellung etwas schwierig gestaltet, wenn einer ein normales Fahrrad fährt und der andere rasend schnell mit einem Fitnessbike unterwegs sein will - egal ob mit oder ohne Motor.
Das Angebot ist übrigens beim Verfassen dieser Zeilen noch gültig. Ich will jedoch keine Werbung für einen bestimmten Händler machen. Folglich überlasse ich euch das Googlen.

Erstaunt und begeistert habe ich mich über das Monkey-Link System bei dem Händler aufklären lassen. Wow! Tolle Idee! Ratz fatz Teile an- und abgebaut, und das ohne jeden Schraubendreher. Besser geht es nicht.
Bei der Probefahrt hat mich gestört, dass sie auf ca. 80qm Indoor stattgefunden hat. Ehrlich Leute: so kann man doch kein Fahrrad Probe fahren! Natürlich war der Akku nicht aufgeladen und, ob bereits die neue Fazua-Software aufgespielt war, wusste der freundliche Verkäufer auch nicht. Hier gibt es sicherlich etwas Verbesserungsbedarf, aber das hat nichts mit der Qualität des Fahrrades zu tun.

Das Rad wirkte auf mich riesig, als ich vor der für mich passenden Größe stand und ich zweifelte, ob es nicht zu groß sei. Nö! Passt schon!
Das Fahrrad machte einen sehr wertigen Eindruck, sodass ich mich zur Onlinebestellung entschlossen habe, da ich dann nach Prüfung der Ware bei Nichtgefallen das Fahrrad zurücksenden kann und dann doch noch an eine vernünftige Probefahrt komme.
Das Bike wurde schneller geliefert als gedacht. Nach dem Auspacken war meine Frau ebenfalls infiziert und wollte auch so eines haben, aber leider ist ihre Größe bereits ausverkauft. Schade.

Nach Einstellung der Komponenten konnte ich endlich eine kleine Probefahrt unternehmen. Der Motor fährt sich wie von Fazua beschrieben. Das ist, was ich will! Das passt! Auch bei der Bergauf Fahrt spürte ich den bei Orbea vermissten Schub. Meine 25km/h und mehr hatte ich viel schneller erreicht, auch bei Gegenwind. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl: da geht noch mehr! Und richtig. Der Motor hatte die Version 1.09 aufgespielt, mittlerweile war 2.01 verfügbar. Dickes Minus für den Händler!
Nach dem Softwareupdate war es so, als hätte nachträglich Jemand einen Turbo eingebaut. Es mag ja sein, dass die Bosch dieser Welt noch stärker sind, aber Fazua ist mehr als ausreichend und das bei geringerem Gewicht mit der Option, den Motor ganz wegzulassen oder die Unterstützung exakt softwaretechnisch anzupassen.

Es folgte der Test, ob ich über die bereits bei Orbea nur unter Anstrengung erreichten 35 km/h überschreiten kann. Ja, wie bei Orbea, allerdings mit noch mehr Gekurbele, da der vordere Zahnkranz noch weniger Zähne hat. Ein dickes Minus!
Ein weiteres Minus sind die Bremsen. Die sind beim Giant um Längen besser und gefühlt auch beim Orbea. Allerdings dürften sie für die meisten ausreichend sein. Mehr aber auch nicht. Ein weiteres Manko ist die Optik. Ich weiß nicht, wie Kettler das hinbekommen hat, aber es wirkt immer ein wenig schmuddelig, obwohl es blitzsauber ist. Das ist für mich aber kein wirklich wichtiges Kriterium.

Letztendlich habe ich mit dem Kettler, was ich will. Zumindest mit dem Preis für unter 2K Euro. Würde mich Jemand fragen, ob es den Phantasie- Listenpreis von 3800,- Euronen Wert wäre, so fällt meine Urteil eindeutig aus. Es ist sicherlich ein hochwertiges Fahrrad, aber einen fairen Preis würde ich zur Zeit nicht über 2500,- Euro ansiedeln. Bei einem Orbea Gain F40 wären es übrigens ca. 1600,- Euro. Das sei nur mal der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zu guter Letzt überlege ich, ob ich mein Ziel tatsächlich erreicht habe. Ich wollte doch eigentlich ein Fitnessbike mit Motor. Nicht, dass ich den oben beschriebenen Schub wirklich benutzen würde, aber ich könnte, wenn ich nur wollte. Wahrscheinlich ist mein Giant kombiniert mit dem Kettler die optimale und vernünftige Kombination für mich. Aber was ist schon vernünftig?
Meine Frau ist jedenfalls so infiziert, dass sie diese Woche unbedingt zum Fahrradhöher will. Ich werde sie begleiten. Und wer weiß...?

Fortsetzung folgt...
 
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Vito

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Sehr schöner Bericht. Vielen Dank und viel Freude auf Deinem neuen Rad.
 
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Gast42255

Orbea Gain Fx:
Beide miteinander verglichen störte mich, dass mir ein wenig das Gefühl der Unterstützung fehlte. Zwar fuhren sie sich wirklich gut, aber ab ca. 21km/h musste man schon recht deutlich in die Pedale treten, um voran zu kommen. Wie das wohl bei Gegenwind ist? Während ist mit meinem Fitnessbike locker über 35km/h komme, muss ich mich bei dem Orbea schon deutlich mehr anstrengen. Der vordere Zahnkranz ist für plattes Land einfach zu klein

Hi. Warum testest Du ein Rad mit minderwertiger Kurbel (zudem vermutl nur 40-42 Zähne) und minderwertiger Schaltung und wunderst Dich dann, dass Du damit nicht aus dem Quark kommst? Für ein paar Euro mehr erhälst Du beim Gain F20 standardmäßig eine Shimano 105 Kurbel mit 50 Zähnen und eine relativ präzise 105er Schaltung. Meiner Meinung ist das der Minimalstandards wenn man sich etwas schneller bewegen möchte (also 35 km/h)...
 
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Kaynster

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ich bin das Kettler bei diesem Händler (ich würde da nix kaufen) auch kurz gefahren. Ich finde das Rad irgendwie ziemlich wuchtig. Hat mir nicht gefallen.

Wenn du ein Fitnessbike mit Fazua Antrieb möchtest, warum testest du dann nicht das Canyon Roadlite On. Das wäre genau das was du willst, zumindest auf dem Papier.
Hier mal ein Fazit zum Roadlite 8.0


Das Roadlite on 7.0 kostet 2.499€ momentan
 
Vito

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Wo kann man das eigentlich testen?
Nur bestellen und bei Nichtgefallen zurückschicken?
 
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Kaynster

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Ja genau. Oder wohl in Koblenz beim Werk
 
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Stefan66

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@Kaynster:
das Canyon war in der engeren Auswahl. Ich hatte nur eine kleine Nachfrage. Als ich dann nach 10min in der Warteschlange hörte, dass ich mich auf Platz 166 (kein Witz!) vorgekämpft hatte, habe ich aufgegeben und eine Rückrufbitte eingestellt. Diese fand bis heute nicht statt! Ich verstehe ja, dass bei Canyon viel los sein mag, aber dann kann ich den Kunden keinen Rückruf anbieten.
Des Weiteren las ich von einem Canyon-Besitzer, der sich per Mail an den Support gewandt hatte und nach 2 Wochen noch keine Antwort bekam.

Damit war und ist das Canyon für mich aus dem Rennen. Trotzdem danke für den Hinweis.

Ich gebe dir recht, das Kettler ist sehr wuchtig und als Fitnessbike nicht zu gebrauchen. Und bei 19kg weiß man auch, warum diese Zahl seitens Kettler nicht veröffentlicht wird. Und dennoch: mir gefällt es, wenn auch nicht für den Ursprünglich angedachten Zweck.
 
 
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Gast64940

Das Roadlite fand ich auch extrem interessant. Aber wie beschränkt kann man sein ein Rad zu bauen, an dem man weder Gepäckträger noch Schutzbleche vefnünftig montieren kann?
 
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Kaynster

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Ich würde das Canyon ja liebend mal testen. Aber da ich in München lebe, wird das eher Schwierig. Von bestellen und zurücksenden halte ich nicht viel und erst recht nicht bei dem Kundenservice von Canyon.
Falls jemand in München eins hat, ich würde mich freuen :)

bin gerade eben das Gain F40 und das Gain F30 oder 35 (keine Ahnung) Probe gefahren. Die haben mir irgendwie auch nicht gefallen.
 
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schlotterbüx

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Hi. Warum testest Du ein Rad mit minderwertiger Kurbel (zudem vermutl nur 40-42 Zähne) und minderwertiger Schaltung und wunderst Dich dann, dass Du damit nicht aus dem Quark kommst? Für ein paar Euro mehr erhälst Du beim Gain F20 standardmäßig eine Shimano 105 Kurbel mit 50 Zähnen und eine relativ präzise 105er Schaltung. Meiner Meinung ist das der Minimalstandards wenn man sich etwas schneller bewegen möchte (also 35 km/h)...

Was´n das fürn Unsinn?

Wer glaubt, daß er (bei gleicher Abstufung versteht sich) mit ner 105er deutlich schneller ist, als mit ner Sora/Tiagra, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten...

Gruß
 
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Stefan66

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So hier mal ein kleines Update zu dem Kettler.

Nachdem ich es nun diverse Male bewegt habe und mir mittlerweile auch ein Rennrad (ohne Motor) zugelegt habe, mit dem ich regelmäßig fahre und damit meine Fitness deutlich erhöhen konnte, bin ich insgesamt vom dem Konzept nach wie vor überzeugt. Die Schaltung arbeitet absolut sauber und auch der Rest läuft einwandfrei. Wenn man mich fragen würde, ob ich es für den gleichen Preis (2K) wieder kaufen würde, gibt es ein klares ja. Für den Listenpreis (3,8K) leider jedoch ein nein.

Was stört?

1. Fazua-Motor:
Zunächst einmal nervt es gewaltig, dass der Motor jedesmal nach x-Stunden erneut ausgeklappt werden muss, um ihn zu starten. Leider geht es zum Teil so schwer, dass es meine Frau oftmals nicht hinbekommt. Blöd! Dann rastet er nicht sauber in der 2. Ausklappstufe ein, sodass er bei mir in einem Fall auf den Boden geknallt ist. Noch blöder! Nichtsdestotrotz bin ich vom Fazua-Konzept von allen Motoren, die ich kenne am meisten überzeugt und würde diesen Motor wieder wählen.

2. Es sieht zwar chic aus, aber es fehlen die Schutzbleche. Bei Schmuddelwetter auf dem Weg zur Arbeit ist das Ding einfach nicht zu gebrauchen. Hab´ ich vorher gewusst, insofern kann ich es nicht Kettler anlasten. Ich habe mir bei Herkelmann die 40mm Schutzbleche zugelegt, die an dem Bike einfach megageil aussehen. Allerdings kommen wir hier auch schon gleich zu Punkt 3.

3. Ich weiß nicht welcher Teufel den Gabelhersteller geritten hast, aber derart weiches Aluminium zu verwenden, ist in dem Preissegment ´ne Frechheit. Es ist so weich, dass beim Anbau des Schutzbleches die Schraube in der Gabel übergegnupst ist und das, obwohl ich noch nicht einmal das Ganze handfest angezogen habe. Au weia! Ich krieg ´ne Kreise und das Schutzblech nicht fest.

4. MonkeyLink:
Zunächst war ich von dem System total begeistert. Mittlerweile finde ich es überflüssig wie einen Kropf. Es gibt nur einen Schmutzfänger, und der ist potthäßlich. Sicher Geschmacksache, aber eine Alternative wäre sinnvoll. Und dann ist da noch das Thema mit dem Licht. Also ehrlich Leute, ein Link System am E-Bike zu verbauen, aber keine Kabel dorthin zu ziehen, sodass man nur aufladbare Lampen benutzen kann, ist bei einem E-Bike völlig absurd! Da sollte dringend jemand bei Kettler sein Le(e)(h)rgeld zurückgeben. Auch hier gibts dann wieder die Kritik der nicht vorhandenen Modellvielfalt. Ich habe mich für andere Lampen außerhalb dieses völlig überteuerten Systems entschieden.
Zum Getränkehalter gibt es nicht viel zu sagen. Was zum Teufel soll das? Ich kann einen schweineteuren Halter nebst Flasche kaufen, der um nichts praktischer ist als ein fest verbauter!? Wenn es wenigsten etwas anderes sinnvolleres geben würde, was ich anstatt dessen via MonkeyLink anbringen könnte... Fehlanzeige! Wenigstens hat man dran gedacht, dass man denn Halter abbauen kann und ein normales, leichteres und preiswerteres System dort anbauen kann.

5. Da wir gerade bei den Flaschenhaltern sind...
Die Aufnahme eines 2 Flaschenhalters ist vorgesehen. Sehr gut! Bei mir sitzt dort das Segmentschloss. Es wäre jedoch schön gewesen, wenn man die Aufnahmepunkte etwas höher gesetzt hätte, sodass das Schloss nicht an den Rahmen schlägt. Aber besser als nix.

6. Ich sprach es oben bereits an. Ich bin auch mal schneller unterwegs. Für mich als Flachlandtiroler ist das vordere Kettenblatt viel zu klein. Bei ca. 35km/h ist Schluss. Nicht etwa weil ich außer Atem wäre, sondern vielmehr weil die Trittfrequenz derart hoch wird, dass der Spaßfaktor flöten geht. Ich denke, ich werde mir langfristig ein 48er Kettenblatt einbauen, wenn ich denn ein passendes mit samt Kettenschutzring finde.
Dieser Punkt ist sehr subjektiv. Das weiß ich.
Ich denke auch, dass die Entscheidung ein 38er Kettenblatt serienmäßig zu verbauen, die richtige ist. Für meine Frau ist sie es jedenfalls. Andre schreiben, es sei Ihnen zu groß. Akzeptiert, Kritik berechtigt! Ein total subjektiver Punkt, aber da ich an dieser Stelle meine Erfahrungen wiedergebe, soll er nicht unerwähnt bleiben.

Soviel zu den weiteren Erfahrungen...
 
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