Kaufberatung: Ebike-Motor für Fahrradkurier mit 80km+ pro Tag

Dieses Thema im Forum "E-Motoren" wurde erstellt von vulcanears, 07.10.18.

  1. rd1956

    rd1956

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    Vollkommen richtig ! Zur Physik (das habe ich studiert) des Bremsens:

    Typischer Fall 1:
    80kg Fahrer + 25 Kg EBike bremst an einer roten Ampel von 25km/h auf 0.
    Die kinetische Energie, die vollständig in Wärem umgesetzt wird, ist:
    E(kin) = (m/2)*v*v =(105/2)*(25/3.6)*(25/3.6) = 2531Ws (ca.0.7Wh)

    Typischer Fall 2:
    Gleicher Fahrer 80kg + 7kg Carbonrennrad = 87kg bremst an der gleichen Ampel von 28km/h auf 0, das ist für das Rennradfahren eher noch langsam, insbesondere in Gruppen oder bergab wird wesentlich schneller gefahren.
    E(kin) = (87/2)*(28/3.6)*(28/3.6) = 2631 Ws
    Die Rennradbremse muss also typischerweise mehr leisten.

    Die Geschwindigkeit ist entscheiden, da sie quadratisch (v*v) die Energie erhöht, die Masse nur linear. (Fahrschule: Tempo 100 4facher Bremsweg gegenüber Tempo 50).

    Fazit: Eine moderne Dual-Pivot-Rennradbremse wäre für ein 25kg ebike bestens geeignet, da sie für diese Bremsleistungen und deutlich mehr konstruiert wurde. Profis bei Bergetappen rasen mit solchen Bremsen im Tempobereich 80-100km/h von Kehre zu Kehre. Die inzwischen auch verwendeten Discs am Rennrad werden bei extremen Bergetappen teilweise gemieden, wegen Fadings.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.10.18
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  2. christiank

    christiank

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    Ja nur kostet das auch eine Kleinigkeit = reduziert den Gewinn
    Und was sollen die Nachbarn sagen wenn man sich keine (miesen) Scheibenbremsen leisten kann wo doch jeder weis das nur diese für ein EBike geeignet sind ;)
    Ausserdem könnte man mit Felgenbremsen wieder ordentlich federnde Rahmen bauen - wer kauft dann die Federgabeln und Treckingfullys und MotoX-Reifen :whistle:

    Wie gesagt - jedem das Seine, Null Problem.
    Danke auf jeden Fall das Du die Fakten beigesteuert hast. (y)
     
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  3. vulcanears

    vulcanears

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    Ich will auf jeden Fall hydraulische Bremsen, wegen der angenehmen Bremsmodulation.
    Bleiben also Magura HS33 oder ordentliche Scheibenbremsen - Was haltet ihr im laufenden Betrieb für kostengünstiger und einfacher in der Wartung?

    Habe noch nie eine Felge durchgebremst... Wie viele Kilometer überleben Felgen mit Felgenbremsen in der Regel?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.10.18
  4. rd1956

    rd1956

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    Zum Thema:
    Ich würde 2 Stück BBS01b nehmen.
    Plus SLX 11-fach 11-46.
    Meine Frau schaltet diese Kombi sogar unter Last am Berg, das klingt furchtbar, macht aber (bisher) nichts, die Schaltung ist erstaunlich robust und präzise.
    Verlschleißset SLX-Schaltung z.B.:
    https://www.bike-discount.de/de/kau...verschleissset-cn-hg601-cs-m7000-11-46-652911

    Alle 5000km die Motoren austauschen. Dann hat man Zeit einen Service jeweils durchzuführen.
    Für den BBS01 gibt es komplette Verschleißsets.
    Den BBS kann man auf "Krawall" programmieren beim Anfahren, würde ich aber nicht machen. Wenn ich mit dem Rad meiner Frau in der Stadt fahre, fahre ich sanft an und freue mich über das entspannte Dahingleiten im Bereich 20-25km/h. Das schont den Antriebsstrang.
     
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  5. christiank

    christiank

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    Eindeutig die HS11/33, die Beläge halten ewig.
    Die einzige Make der HS ist das die Beläge, bei fortgeschrittener Abnutzung, asymetrisch Rückstellen.
    Dafür gibts aber auch einen Null-Euro Workaround.
    Wenn Du die roten Beläge nimmst ist die Bremswirkung auch im Regen makellos.
    Egal ob schwarze oder rote Beläge, die HS sind sehr Felgenschonend.

    Auf meinem Alltagsrad habe ich vorne 16000km drauf und die Felge ist noch OK, wobei ich zu 90% vorne Bremse.

    Die Scheibenbremsen sind im Stadtbetrieb problematisch da Du immer aufpassen musst das die Scheiben beim Abstellen nicht mit irgendwelchen Radständern in Kontakt kommen, die verbiegen sich schnell mal und schleifen dann.
    Wobei - im Stadtbetrieb - sind auch günstige Scheibenbremsen OK.
    Wenn dann nimm Shimanos - keine Magura, mit denen hatte ich schon die seltsamsten Probleme.
     
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  6. peline

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    Meine Stadtschlampe hat HS33 vorne und hinten. Gefahren wird damit nur Kurzstrecke mit vielen Stopps und oft mit Gepäck. Gebremst wird vor allem hinten. Nach 4 Jahren und vermutlich 10000 km ist die Felge ziemlich am Ende. Ich selber wiege so om die 80 kg.
     
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  7. Phil

    Phil

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    Situation durchgebremster Felgen bei regnerischen Passabfahrten bekannt. Unten dann neues Laufrad kaufen. Ist Kollege bei gemeinsamer Radtour in IT passiert. Nervt.

    HS33 ist ein wahnsinniges 3D Puzzle, umständlicher gehts einfach nicht mehr. Ich mag das pompöse Gefrickel nicht.

    Man kann heute für wenig Geld wunderbar funktionierende Scheibenbremsanlagen kaufen. Bestes Beispiel bei mir die 2018er Ultegra Rennrad-Disk. Phantastisch. Irre Bremsleistung, wohldosierbar, leicht, optisch super - gepaart mit entsprechenden Felgen. Keine Sorgen. So muß das.

    Auch meine sonstigen Shimano und Magura Bremsen an insges. 6 Rädern mit Scheibenbremsen funktionieren gut. Die maueste ist die 2018er Billigbremse (ähnlich Shimano MT200), welche am Cross Hybrid One Pedelec montiert ist. Ist ok, reicht aus, für unsere stark hügelige Gegend wünsche ich mir mehr Leistung und bessere Belagrückstellung.

    Die ebenfalls günstige BR M447 am Fatbike hingegen ist perfekt, ebenso die MT04. Die Dinger bremsen auch bei langen Abfahrten zuverlässig und stark.

    Am Glockner (YT Link, ab ca 5:30min) beispielsweise habe ich mit einer(!) MT 04 runtergebremst, die Felgenbremse am anderen Laufrad blieb unbenutzt.
    Ich meine, man sieht auch im Video, daß da in die Kurven rein sehr stark verzögert wird. Wie gesagt, das ist eine einzige Bremszange der MT04.
     
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  8. vulcanears

    vulcanears

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    Dass es solide Scheibenbremsen gibt, bezweifelt ja niemand. Die Frage war, was im langfristigen Betrieb bei 500km Laufleistung pro Woche günstiger bei Verschleißteilkosten und Wartungs-Zeitaufwand sind.

    --
    Und nochmal: Vielen Dank an alle, die sich hier an der Diskussion beteiligen. Ich weiß eure Erfahrungsberichte sehr zu schätzen!
     
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  9. jm1374

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    Scheibenbremsen, DD-Nabenmotor, Piniongetriebe und Gatesriemen. Keine Federgabel.
     
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  10. Vito

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  11. Ewi2435

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    Scheibenbremsen definitiv. Da wechselste im Normalfall alle 4000km oder noch seltener die Beläge, was in 10min erledigt ist und gut.
     
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  12. Jaap

    Jaap

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    Knackpunkt bei deiner Entscheidung, dürften die 12% Steigungen sein.
    Denn alles was die nicht schafft fällt raus.

    Den Rest muss man bei soviel km durchrechnen. Ketten und Ritzel können da richtig teuer werden.

    Meine Tendenz würde zu Pinionschaltung, Directdrive HR-Motor und geschlossenem Kettenkasten gehen.
    Dazu noch Magura HS33 und wenns man hinbekommt Rekubremse.

    Das ganze selbst zusammen gebaut um die Verdongelung zu vermeiden.
     
  13. Reiner

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    Es geht hier um einen gewerblichen Einsatz mit ordentlicher Kilometerleistung,vermutlich in einem Gebiet mit entsprechenden Verkehr (Unfallgefahr!) und Polizeipräsenz.Selbstbau ist da mMn nicht angesagt.
     
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  14. RUBLIH

    RUBLIH

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    Etwas OT

    Die bisweilen beste Felgenbremse ist die Magura Firmtech. Bei der entfällt das Klotzdesign, das Puzzle, Gefrickel und dieser komplette Quark, der bei den anderen Produkten nervt.
    Bremsklotzwechsel ohne Radausbau, Nachstellen ohne Probleme, elegant, leicht, perfekt.

    Idworx hat die gerne mal an Rahmen/Gabeln verbaut:
    [​IMG]

    Raketengetriebene Räder, Höchstgeschwindkeitsteile usw. setzen auf Felgenbremse.

    Wobei es mich reizen würde mal eine Doppelscheibe zu basteln - weil ich das so gewohnt bin/war und schon mit 14 an meinem Moped hatte....
     
  15. Ewi2435

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    Ich seh das nicht so eng.
    Er soll sich ja kein 45km/h geschoss bauen.

    Auch Pinion finde ich etwas teuer und die HS33 sowieso unschön. Bei Wind und wetter saut die Felgenbremse nur das Rad ein.

    Kette/Ritzel kosten auf 5000km wenn man zwischendurch mal reinigt 50€ ich denke alle 3 Monate kann man die mal wechseln. Riemen habe ich im Schlechtwetter betrieb auch schon nach 10.000km komplett verschlissen gesehen inkl. den Zahnrädern. Das kostet dann eher 200€ und mehr.

    Wer ein Problemloses System sucht nimmt die Kettenschaltung. Billig und Wartungsarm. Wenn Kaputt in 10min getauscht und weiter gehts.


    Zum Thema Steigung. Wer jetzt kein Problem hat wird nacher mit egal welchem Motor noch weniger Probleme haben.
     
  16. peline

    peline

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    Laufradtuning hier in Köln nimmt wohl derzeit 120 Euro für das Einspeichen in eine neue Felge. Die machen wirklich gute Arbeit, aber alle paar Jahre 120 Euro finde ich schon blöd. Vor allem weiß man ja nicht, wie lange der Motor noch hält. Und teure Magura Bremsklötze brauchte ich die ganze Zeit natürlich auch. Wenn es regnet, dann muss man wirklich viel Kraft auf die Bremse geben - vielleicht kommt daher der Abrieb.

    Ich erneure noch mal meinen Vorschlag, ein doppeltes System zu kaufen. Beim Controller würde ich darauf achten, dass er eine gewisse Größe hat. Es gibt zum Beispiel KT Controller, die nur für 36 Volt sind und solche, die kombiniert für 36 UND 48 Volt Systeme sind. Ich vermute, dass diese die Wärme besser ableiten und bei deinen Steigungen nicht so warm/heiß werden. Wie lang sind denn überhaupt deine Steigungen?
     
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  17. Habberdash

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    Ein gutes Fahrrad ist oft besser gebaut als ein mittelmässiges Pedelec.
     
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  18. vulcanears

    vulcanears

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    Hab mir grad mal ein paar der häufig gefahrenen Routen auf google maps angesehen:
    - 100m Höhensteigung auf 2000m Strecke. Also im Schnitt 5%, mit 200meter 12%.
    - 78m Höhensteigung auf 1000m Strecke. Schnitt 7.8% mit teilweise kurz 13%.

    "Keine Probleme" würde ich das jetzt nicht nennen. Irgendwie geht es schon, aber ich bin auch öfter mal so aus der Puste, dass ich fast meine Lunge auf de Straße spucke. Und manchmal auch bergauf schieben, wenn es nicht anders geht.
     
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  19. Habberdash

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    Felgen leiden wenn man bei Regen oft auf unbefestigten Wegen mit viel Sand schön schmirgelt. Mein Reiserad hat 20 Zoll Felgen mit über 10'000 km und noch keine Probleme (Dual-Pivot Bremsen).
    Die Felgengeschichte ist meiner Meinung ein angedachtes Problem.
     
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  20. vulcanears

    vulcanears

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    Ich tendiere derzeit zu deiner Idee, lieber genug Ersatzteile zu Hause zu haben (eingespeichter Ersatzmotor, Ersatz-Controller, zweiten Akku), als von allem das teuerste Nonplusultra zu kaufen. Die traurige Realität in meinem Job ist halt auch, dass Fahrräder öfter mal geklaut werden, weil man nicht vor jedem Office/Restaurant optimal abschließen kann - aus Zeitdruckgründen. Da fühlt man sich mit einem 4000 Euro Rad einfach nicht besonders wohl.

    Ich wohne übrigens im Stadtzentrum und fahre im Laufe des Tages öfter mal an meiner Haustür vorbei. Da könnte man schnell Akku wechseln.
     
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