Heile Fahrrad Welt oder doch nicht

Diskutiere Heile Fahrrad Welt oder doch nicht im Plauderecke Forum im Bereich Community; auf dem Bild sieht man, dass 50 geparkte Autos deutlich mehr Platz benötigen - oh Wunder als es 50 Fahrräder tun wären alle Autos mit 5 Personen...
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Kraeuterbutter

Kraeuterbutter

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Auf dem Foto sieht man hervorragend die Zukunft. Ob der Pulk an Fahrzeugen nun 20m oder 100m lang ist, ist ziemlich egal.
auf dem Bild sieht man, dass 50 geparkte Autos deutlich mehr Platz benötigen - oh Wunder als es 50 Fahrräder tun
wären alle Autos mit 5 Personen besetzt, würde die SAche schon anders ausschauen
aber so wie es in Realität ist, mit 1,3 Personen pro Auto..
laut Raumpilot (INfo im Architikturforum gefunden), wird bei Tiefgaragen mit folgenden flächen gerechnet:

min 18,9 m² je Stellplatz bis max.24m². (Quelle: Raumpilot S121)
Orthogonale anordnung mit 2.5m breiten stellplätzen: 19,4m².







Trotzdem ist da nichts mehr mit durchgehend über freie Radwege pfeffern. Stau ist und bleibt Stau, egal wie lang er ist.
bei - hypotetisch - gleichem Zugeständnis an Platz für Radfahrer (pro Person) wie für Autofahrer,
gibt es keinen Stau

schau dir das Bild oben nochmal an..
verteilst du die 50 Radler auf die Fläche, die die Autos da vollstellen weil sie angenommen im Stau stehen,
dann hat da jeder Radler noch gut Platz zum Fahren

also wenn es am Radweg staut, dann deshalb: weil den Radfahrern auch deutlich weniger Platz zugestanden wird, pro Person




Das ist übrigens auch in den gerne zitierten Radler-Städten in Holland oder Skandinavien so. Nur sind die Bewohner dort deutlich relaxter als der typisch deutsche Verkehrsteilnehmer.
Jein...
ja, dort staut es.. ja, die haben mehr Platz für die RAdfahrer
aber ja: dort fahren auch nochmal deutlich mehr mit dem Rad
relaxter: autofahrer meiner Erfahrung nach nicht unbedingt - wennst dort als Radfahrer auf der Straße fährst wirst schnell mal angehupt: "es gibt nen Radweg, also schleich dich gefälligst auch auf diesen"
das ist hier z.b. in Wien deutlich relaxter

und ja: mir hat das Radfahren ansich dort nicht soviel Spaß gemacht wie hier in Wien
es waren mir zuviele Radfahrer unterwegs ;)


Meiner Befürchtung nach reden sich die meisten Befürworter einer Verkehrswende die Umstände ziemlich schön. Autos weg, also massig Platz um Fahrräder abzustellen und ungestört über grüne Wellen radeln zu können. Das aber wird ein Trugschluss sein.

Autos brauchen einfach sehr viel mehr Platz.. das ist wirklich so
bei meiner Arbeitsstelle hat man 2 Autoparkplätze jetzt für Radständer "geopfert"..
da parken jetzt bis zu 20 Räder + manchmal 2 Lastenräder




Heute mag es hipp sein, irgendwelche Nebenstraßen zu Fahrradstraßen umzupinseln und ähnliches. Wenn aber das Fahrrad zum neuen Auto geworden ist, werden auch die Restriktionen auf den Radverkehr umgeswitcht, warte es ab.
was meinst du ?
Nummernschildpflicht, Helmpflicht, Parkgebühren ?
 
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ZNolte

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@Kraeuterbutter

auf dem Bild sieht man, dass 50 geparkte Autos deutlich mehr Platz benötigen

Das ist nicht mein Argument. Wenn die 50 Fahrer auf Fahrrädern sitzen, hat man trotzdem gefühlt den gleichen Stau wie im Auto. Heute steht man vielleicht mal mit ein oder zwei anderen Radlern vor der Ampel.

Wenn gleichzeitig neben einem der Linienbus durch die Stadt fährt, ist da eben nichts mit mal eben langsame Radler überholen. Da ist da Hinterherzuckeln angesagt, denn die Behörden werden ganz schnell Rambofahrer usw. unterbinden, garantiert.

bei - hypotetisch - gleichem Zugeständnis an Platz für Radfahrer (pro Person) wie für Autofahrer,
gibt es keinen Stau

Auf der mehrspurigen Umgehungsstraße ist das wohl so. Es ist allerdings ein Trugschluss, das zur allgemeinen Normalität zu erklären. Es gibt keine Stadt ohne Autoverkehr, vergiss es. Also wird es auch entsprechend reservierte Bereiche für die diversen Fahrzeuge geben. Oder wie hast du dir das vorgestellt? Dass die heutigen zweispurigen Straßen in Spuren für Schnellfahrer und Langsamfahrer aufgeteilt werden und der Linienbus, Behördáfahrzeuge und Lieferanten hinter den Radlern herzuckeln oder sich in Luft auflösen?

Autos brauchen einfach sehr viel mehr Platz.. das ist wirklich so

Richtig. Wie das bei einer autofreien Stadt ablaufen könnte, ist aber bereits heute an den E-Scootern zu sehen, die kreuz und quer in der Stadt verteilt sind und genau dort abgestellt werden, ab wo man sie nicht mehr braucht. Siehe Video über China. Es geht also dabei nicht um die Möglichkeiten sondern um die tatsächlich herrschenden Zustände.

Nummernschildpflicht, Helmpflicht, Parkgebühren ?

Alles was man sich als Gesetzgeber und Behörde so einfallen lassen kann, um das zunehmende Chaos im Rahmen einer Verkehrswende hin zum Fahrradverkehr kanalisieren und verhindern zu können. Wie gesagt, heute ist das eher nur ein untergeordnetesproblem, eben weil man den als positiv angesehen den Radverkehr nicht übermäßig regulieren möchte.

In der Tat, zum Beispiel eine Nummernschildpflicht um stattvder Autos nun die das Stadtbild prägenden Fahrräder besser sanktionieren zu können. Dazu schlichtweg ein striktes Parkverbot und ähnliches, so wie es heute beim Hauptverkehrsmittel Auto Usus ist. Also nix mehr mit Fahrrad an der Ecke an die Laterne auf dem Gehweg ketten, dann gibt es Knöllchen und der Abschlepper kommt.

Als erstes wird es aber die Elektroautos treffen, da kann man gut dran ablesen, wie es mit den Fahrrädern bei einer Verkehrswende laufen würde. Heute noch mit Kaufprämien, kostenlosen Ladesäulen, E-Spuren und ähnlichem hofiert, werden die momentan noch relativ seltenen Elektroautos in bereits naher Zukunft genauso strikt reguliert und sanktioniert werden wie klassische Verbrenner.

Sobald etwas vom Exotenstatus zur massenhaften Normalität wird, kommen die Regeln und Strafen, das sollte doch nun wirklich bekannt sein.
 
Akkadier

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In wie vielen Variationen wirst du uns deine Horrorvision noch darlegen?
Was wären denn deine Ideen für eine bessere Mobilität?
Fliegende Autos, am besten SUV, damit man auch in der Luft protzen kann! 😅
 
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Dotwinn

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ZNolte hat doch recht.
Ich fahre viel Rad ob zum kleinen Einkaufen oder um bei unseren 90 Jahra alten gehbehinderten Schwiegervater zu schauen.Als ich aber letztens für ihn etwas mehr holen sollte, ging das letzte Teil fast nicht mehr in die Packtaschen.
Wenns nun zum Wocheneinkauf mit Getränken kommt muss das Auto ran.
Auch werde ich mit Sicherheit nicht bei Sturm,Regen, Kälte radfahren.
Ebendo ein Besuch bei meinem Sohn in Frankenberg wir mit ÖPN zum Horrortrip mit 6 std Fahrzeit.
Kurz um Auto wird gebraucht.
 
Kraeuterbutter

Kraeuterbutter

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@Kraeuterbutter
Sobald etwas vom Exotenstatus zur massenhaften Normalität wird, kommen die Regeln und Strafen, das sollte doch nun wirklich bekannt sein.
natürlich...
mehr als du glaubst ist mir das klar..
wenn im Velomobilforum nach mehr Verbreitung von VMs gehofft wird, was kann man tun, damit mehr damit fahren..
denk ich mir auch: wollen wir das wirklich ? im MOment sind wir unter dem Radar des GEsetzgebers...
sobald mehr damit rumfahren, wird der Gesetzgeber sagen:
was? 70-80km/h mit Muskelkraft ohne Motor, ABER: Ohne Führerschein, ohne ABS, ohne Helmpflicht, ohne Gurt, .. das ganze mit "Rennradreifen", ....

gesehen haben wir es bei den Drohnen:
Modellflug: mit 20kg Flugmodellen problemlos ohne Registierung geflogen
mit 5kg MOdellen auch Wildflug legal
aber bei Drohnen: 251g und schon ist die Hölle los, Registrierungspflicht, ....

beim Rad seh ich das so aber noch nicht wirklich..
es wurde Jahrzehntelang im VErkehrsgeschehen vernachlässigt und da wird nun aufgeholt..


in den letzten Jahren und Jahrzehnten gabs nicht immer mehr Einschränkungen sondern Lockerungen..
Aufheben bzw. Ausnahmen für Einbahnstraßen für Radfahrer,
Rechtsabbiegen bei Rot wird möglich,
eine Pedelec-Klasse wurde geschaffen die Fahren mit Motorunterstützung erlaubt ohne dass es ein KFZ ist
ja in Deutschland sogar eine S-Pedelec-Klasse
die Leistungsbegrenzung von 400Watt auf 600Watt angehoben, dass auch Segway und co auf den Radweg können
die erlaubte Fahrradbreite für den Radweg wurde letztens von 80cm auf 100cm angehoben
die REgeln für das NEbeneinanderfahren werden für Radfahrer gelockert
es müssen tatsächlich bei Straßen Spuren Radwegen weichen, ja sogar Autoparkplätze wurden schon zugunsten von RAdfahranlagen geschliffen..
bei NEubauten muss ein Radabstellanlage/Fahrradraum vorhanden sein
Aktionen wie Grätzelfahrräder, Firmenrad, Jobrad, ...
etc.

also im Moment stehen die Zeichen (noch) so, dass es für Fahrradfahrer besser wird und nicht schlechter

wegen der E-Roller: ansich sind die E-Roller (also scooter) für die Stadt vom Platz her die sinnvollste Variante
sie brauchen deutlich weniger Platz als Fahrräder
ohne dezitierte ABstellanlagen liegen sie dann oft irgendwo rum... (genauso wie die frei abstellbaren Miet-Bikes, nur dass die viel mehr Platz dabei benötigen... bei den Mietbikes mit fixen Abgabestationen hier in Wien gibts das Problem eigentlich nicht)
wenn man aber in jeder Straße 1-2 Autoparkplätze für Scooter opfern würde, wäre das Problem wohl auch kein wirkliches mehr
es könnte z.b. ein solarbetriebene Rückgabestation sein, die auf einem Autoparkplatz abgestellt wird..
dort könnte man dann 50+ Scooter unterbringen
werden sie an der Station zurückgegeben gibts 1 Euro vom Fahrpreis zurück (oder so ähnlich)
also eine Art Pfandsystem

nötig wegen der Dummheit der Menschen im öffentlichen Raum..
(siehe Pissoirs: bezweifle das die Leute zuhause im privaten WC auch so den Boden vollpinkeln)
 
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ZNolte

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In wie vielen Variationen wirst du uns deine Horrorvision noch darlegen?
Was wären denn deine Ideen für eine bessere Mobilität?

Wieso ist das denn eine Horrorvision? Das sind einfach Denkansätze für den Fall, dass das Fahrrad einen ähnlich hohen Stellenwert wie in zum Beispiel asiatischen Ländern bekommt. Wenn es für Leute wie dich Horror ist, dass Gesetzgeber und Behörden irgendwann bei einem zum breiten Alltag gewordenen Autoersatz Fahrrad gewisse Regularien einführen würden, wäre das aber natürlich bedauerlich.

Entschuldige, dass ich nicht einfach den ideologischen Sack über den Kopf ziehe und von einer naiven Welt Träume.
 
Geierlamm

Geierlamm

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ZNolte hat doch recht.
Ich fahre viel Rad ob zum kleinen Einkaufen oder um bei unseren 90 Jahra alten gehbehinderten Schwiegervater zu schauen.Als ich aber letztens für ihn etwas mehr holen sollte, ging das letzte Teil fast kzonicht mehr in die Packtaschen.
Wenns nun zum Wocheneinkauf mit Getränken kommt muss das Auto ran.
Auch werde ich mit Sicherheit nicht bei Sturm,Regen, Kälte radfahren.
Ebendo ein Besuch bei meinem Sohn inkl Frankenberg wir mit ÖPN zulm Horrortrip mit 6 std Fahrzeit.
Kurz um Auto wird gebraucht.

Alles was du aufzählst ,erledigen viele , unter anderem ich , mit dem Rad.
Wie schaffen wir das?

fragt

Geierlamm
 
Kraeuterbutter

Kraeuterbutter

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ZNolte hat doch recht.
Ich fahre viel Rad ob zum kleinen Einkaufen oder um bei unseren 90 Jahra alten gehbehinderten Schwiegervater zu schauen.Als ich aber letztens für ihn etwas mehr holen sollte, ging das letzte Teil fast nicht mehr in die Packtaschen.
mit Anhänger geht noch viel mehr..
ist zusammengeklappt platzsparend an der RAdraumwand hingestellt
meine Erfahrung mit Hänger (ich fahr damit in den Supermarkt rein, und zuhause dann dank Lift bis vor den Kühlschrank):
bei dutzenden Einkäufen im Supermarkt war nie jemand an der SChlange der mehr eingekauft hat als ich

das soll jetzt nicht heißen, dass für jeden der Anhänger was ist
aber nur bissal das Argument entkräften, dass ein Einkauf nur mit Auto gehen würde..
das hör ich eben so oft..
aber: hier z.b. in der Wohnhausanlage mit 70 Familien hab ich noch nie jemanden mit größerem Einkauf vom Supermarkt gesehen als mich mit dem Anhänger..
wer will schon 8-10 Säcke vom Autoparkplatz in die Wohnung schleppen?
da brauchst ja erst wieder einen Anhänger/Gefährt oder man muss 3-4mal gehen

also meine Erfahrung und Beobachtung, dass das mit dem Einkauf ein sehr oft vorgeschobener Vorwand ist


Wenns nun zum Wocheneinkauf mit Getränken kommt muss das Auto ran.
Getränke: ja, da geb ich zu: wir sind Soda-Stream-User
also wir kaufen nicht Kistenweise Mineral und sind keine Biertrinker
Cola und co , paar Flaschen Wein mal...
aber mehr als vielleicht 20 Liter nehm ich selten auf einmal mit
und das ist auch schon wieder eine Menge, die ich nicht mit Auto einkaufen wollen würde, da müsste ich die 20kg dann vom Parkplatz in die Wohnung schleppen
da nehm ich erst recht - rein aus Bequemlichkeitsgründen - das Rad mit Anhänger und karre dann alles bis direkt vor den Kühlschrank



Auch werde ich mit Sicherheit nicht bei Sturm,Regen, Kälte radfahren.
Ebendo ein Besuch bei meinem Sohn in Frankenberg wir mit ÖPN zum Horrortrip mit 6 std Fahrzeit.
Kurz um Auto wird gebraucht.
das kann in deiner Situation so sein..
aber es sind einfach soviele Millionen AUtofahrten die "unnötig" sind, weil sie tatsächlich sehr leicht mit Rad zu machen wären

und - ich finde - es geht auch nicht darum jetzt Autos komplett abzuschaffen...
natürlich gibts Situationen wo ein Auto dem Rad weit überlegen ist oder gar die einzige praktikable Möglichkeit

aber oft würde wohl auch ein Auto in der Familie reichen

(ein ehemaliger Arbeitskollege hat z.b. - 2 PErsonenhaushalt - 3 Autos..
ein Auto für Urlaubsfahrten, ein Auto für die Frau und ein Auto für ihn, rein für die Fahrt zum Bahnhof der glaub 1,5km entfernt ist (völlig eben/flach) - in so einer Situation könnte man denk ich durchaus selbst als Nicht-Fahrrad-"Narr" über ein Fahrrad nachdenken)
 
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ZNolte

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@Kraeuterbutter

beim Rad seh ich das so aber noch nicht wirklich..
es wurde Jahrzehntelang im VErkehrsgeschehen vernachlässigt und da wird nun aufgeholt..

Naja, momentan ist die Unterstützung von Verkehrsalternativen eine moralisch stark aufgeladene Sache. Was aber noch lange nicht heißt, dass das auch so bleibt. Bis auf ein paar eher pseudowirksame Maßnahmen wie aufgepinselte Fahrradstraßen, verbreiterte Schutzstreifen und ähnliches, passiert da aber sowieso nicht viel.

Es ist doch sowieso jedem Verantwortlichen klar, dass eine Verkehrswende nur dann geschehen wird, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland derart zusammenbrechen, dass gar nichts anderes übrig bleibt als wie in verarmten oder politisch desolaten Ländern auf den Drahtesel umzusteigen.

Die Konzentration aufs Auto ist mir persönlich auch sehr unlieb. SUVs, jedem Familienmitglied ein Auto, mit dem Auto zum Bäcker fahren usw. - das geht ja auch deutlich besser.

Aber um auf das Thema des Threads zu fokussieren, je mehr Fahrräder im täglichen Einsatz genutzt werden, desto stärker muss eine staatliche Kontrolle über die Zustände geschehen. Eben damit nicht jeder macht was er will, nur weil Fahrräder so tolle Umweltschützer sind.
 
Kraeuterbutter

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Nachbarin geht jeden Tag min. 1h mit dem Hund spazieren
aber die Zeitung - 760m entfernt - holt sie mit dem Auto, fährt extra hin

das sind so Dinge wo ich mich frage: muss das wirklich sein?

---------------------

@Kraeuterbutter



Naja, momentan ist die Unterstützung von Verkehrsalternativen eine moralisch stark aufgeladene Sache. Was aber noch lange nicht heißt, dass das auch so bleibt. Bis auf ein paar eher pseudowirksame Maßnahmen wie aufgepinselte Fahrradstraßen, verbreiterte Schutzstreifen und ähnliches, passiert da aber sowieso nicht viel.
also wenn wir den Zeitraum etwas größer greifen, finde ich hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan
Wenn ich das mit vor 25 Jahren vergleiche, als ich nach Wien gezogen bin..
sehr viel getan..
aber ja: im Moment soll ja alles was bis 2030 "bringen", große Änderungen passieren.
das derzeitige Tempo wird wohl zu langsam sein
aber eben auf 20-30 Jahre betrachtet, finde ich hat sich sehr viel getan und zum guten gewendet
klar, gibt immer noch die Leute die sagen: in der Stadt radfahren ist nur was für Selbstmörder..

das sind vielleicht noch alte Ansichten die da mitschwingen
 
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thomassiino

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mit Anhänger geht noch viel mehr..
ist zusammengeklappt platzsparend an der RAdraumwand hingestellt
meine Erfahrung mit Hänger (ich fahr damit in den Supermarkt rein, und zuhause dann dank Lift bis vor den Kühlschrank):
bei dutzenden Einkäufen im Supermarkt war nie jemand an der SChlange der mehr eingekauft hat als ich

das soll jetzt nicht heißen, dass für jeden der Anhänger was ist
aber nur bissal das Argument entkräften, dass ein Einkauf nur mit Auto gehen würde..
das hör ich eben so oft..
aber: hier z.b. in der Wohnhausanlage mit 70 Familien hab ich noch nie jemanden mit größerem Einkauf vom Supermarkt gesehen als mich mit dem Anhänger..
wer will schon 8-10 Säcke vom Autoparkplatz in die Wohnung schleppen?
da brauchst ja erst wieder einen Anhänger/Gefährt oder man muss 3-4mal gehen

also meine Erfahrung und Beobachtung, dass das mit dem Einkauf ein sehr oft vorgeschobener Vorwand ist



Getränke: ja, da geb ich zu: wir sind Soda-Stream-User
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Cola und co , paar Flaschen Wein mal...
aber mehr als vielleicht 20 Liter nehm ich selten auf einmal mit
und das ist auch schon wieder eine Menge, die ich nicht mit Auto einkaufen wollen würde, da müsste ich die 20kg dann vom Parkplatz in die Wohnung schleppen
da nehm ich erst recht - rein aus Bequemlichkeitsgründen - das Rad mit Anhänger und karre dann alles bis direkt vor den Kühlschrank




das kann in deiner Situation so sein..
aber es sind einfach soviele Millionen AUtofahrten die "unnötig" sind, weil sie tatsächlich sehr leicht mit Rad zu machen wären

und - ich finde - es geht auch nicht darum jetzt Autos komplett abzuschaffen...
natürlich gibts Situationen wo ein Auto dem Rad weit überlegen ist oder gar die einzige praktikable Möglichkeit

aber oft würde wohl auch ein Auto in der Familie reichen

(ein ehemaliger Arbeitskollege hat z.b. - 2 PErsonenhaushalt - 3 Autos..
ein Auto für Urlaubsfahrten, ein Auto für die Frau und ein Auto für ihn, rein für die Fahrt zum Bahnhof der glaub 1,5km entfernt ist (völlig eben/flach) - in so einer Situation könnte man denk ich durchaus selbst als Nicht-Fahrrad-"Narr" über ein Fahrrad nachdenken)
Fahrradanhänger sind meiner Meinung nach auch viel sinnvoller und preiswerter als SUV-Lastenfahrräder. Komischerweise sind Anhänger in ihren perfekten Eigenschaften (kann man dranhängen und im Keller stehenlassen) komplett verkannt. Sind ausserdem preiswert, vielleicht zu preiswert mit zuwenig Gewinnpotential für Hersteller und Handel im Vergleich zu 5000-7000€ teuren Lastenrädern.
 
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Geierlamm

Geierlamm

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Mal noch als kleine Randbemerkung :
Innerörtlich bedarf ein Auto der mindestens 50 fachen Energiemenge eines Pedelec bei gleicher Transportleistung.
( Verhältnis mein Auto ( 4.3 Liter Diesel) zu meinen Rädern Sportrad ( 3 Wh /km) oder Einkaufsrad (5bis 6Wh je km))

Gruss

Geierlamm
 
EMS

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Aber um auf das Thema des Threads zu fokussieren, je mehr Fahrräder im täglichen Einsatz genutzt werden, desto stärker muss eine staatliche Kontrolle über die Zustände geschehen. Eben damit nicht jeder macht was er will, nur weil Fahrräder so tolle Umweltschützer sind.
Was soll denn immer der voraus eilende Ruf nach mehr Kontrolle?
Schau dir doch mal Holland und Dänemark an, da funktioniert`s doch auch ohne mehr Kontrolle. In Paris nimmt die Anzahl des Radverkehrs ebenfalls zu und das auch ohne mehr Kontrolle.
Wo kommt denn deine Angst vor mehr Radverkehr her?

Wenn du stärker kontrolliert werden möchtest, dann empfehle ich dir einen Umzug nach China. Dort wirst du total kontrolliert. ->siehe chin. Sozialkreditsystem, Social Score
 
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@EMS zu Holland, Dänemark, vlt liegst an der etwas anderen Lebenseinstellung. Ich glaube, da ist für uns Deutsche noch ein weiter Weg dahin (mich eingeschlossen)
 
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Das ist nicht mein Argument. Wenn die 50 Fahrer auf Fahrrädern sitzen, hat man trotzdem gefühlt den gleichen Stau wie im Auto. Heute steht man vielleicht mal mit ein oder zwei anderen Radlern vor der Ampel.
Wenn gleichzeitig neben einem der Linienbus durch die Stadt fährt, ist da eben nichts mit mal eben langsame Radler überholen. Da ist da Hinterherzuckeln angesagt, denn die Behörden werden ganz schnell Rambofahrer usw. unterbinden, garantiert.

1. Das ist alles korrekt wenn man in der bestehenden Infrastruktur keine Umverteilung vornehmen kann oder will. Ein weniger an Autos bedeutet auch ein weniger an Parkplätzen, was häufig die Möglichkeit eröffnen wird weiteren Verkehrsraum für den fließenden statt ruhenden Verkehr zu nutzen.
Mancherorts hat man auch Gehwege, die nur gering frequentiert sind, aber 2,5-3m breit sind, auch da kann man etwas wegnehmen und mit weiteren 50cm der Fahrbahn wird daraus ein brauchbarer Radweg, es fehlt letztendlich nur an den Mitteln, dem Willen und einem Gesamtkonzept.
2. Außerdem ist es zwingend erforderlich, dass die Hauptverkehrsachsen einer Stadt so aufgeteilt werden wie es dem Verkehrsaufkommen entspricht, bzw. den ordnungspolitischen Absichten. Man hat in der Vergangenheit ja auch vielerorts Busspuren eingerichtet um den ÖPNV Vorteile zuzuschustern, obwohl dadurch die Staus länger wurden. Die könnte man irgendwann in Radwege umwandeln und die Busse auf die heutigen Kfz-Spuren verschieben, wenn dort durch weniger Autos auch weniger Verkehrsaufkommen herrscht.
3. Wo 1 und 2 nicht umsetzbar sind, aber das Radverkehrsaufkommen hoch ist muss man dem Radverkehr Priorität einräumen, also entweder Fahrradfstraßen einrichten oder ausreichend breite Radschutzstreifen (1,5m inkl. Markierungsstreifen) aufbringen. Und ja, dann zockelt der Bus und andere Fahrzeuge halt hinterher, auf 2-300m kein Problem
4. Wo ein geringes Radverkehrsaufkommen herrscht muss gar nichts gemacht werden. Grundsätzlich gehört der Radverkehr auf die Straße und Auto- sowie Busfahrer müssen sich wieder daran gewöhnen dass Radler gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.
5. KfZ müssten also, um nicht mit im Fahrradstau zu stecken, vermehrt Umgehungsstraßen, Stadtautobahnen, etc. nutzen, auch wenn es einen kleinen Umweg bedeutet, damit sie letztendlich schneller am Ziel sind. Konsequenz wäre, dass die innerstädtischen Wege mit KfZ vorrangig der "letzten Meile" dienen

So kann es m.M.n. gelingen.

In der Tat, zum Beispiel eine Nummernschildpflicht um stattvder Autos nun die das Stadtbild prägenden Fahrräder besser sanktionieren zu können. Dazu schlichtweg ein striktes Parkverbot und ähnliches, so wie es heute beim Hauptverkehrsmittel Auto Usus ist. Also nix mehr mit Fahrrad an der Ecke an die Laterne auf dem Gehweg ketten, dann gibt es Knöllchen und der Abschlepper kommt.

Nummernschilder kann ich ja noch verstehen, würde manchen automatisch dazu bringen sich regeltreuer zu verhalten und würde auch die Möglichkeit bieten dauerangekettete fahruntüchtige Räder nicht erst nach dreimaliger Aufforderung und 2 Monaten Wartezeit zu entfernen und die Kosten dem Halter aufzubrummen.

Striktes Parkverbot? Bist du schon mal in Städten wie Freiburg o.ä. gewesen wo die von dir angesprochene Fahrradintensität schon gegeben ist? Da dort noch keine strengeren Parkvorschriften existieren bin ich zuversichtlich, dass sich auch im Rest der Republik in den nächsten 30 Jahren diesbezüglich nichts ändern wird.
Übrigens drängt sich in solchen Städten beim Anblick der vielen Räder auch zwangsläufig die Frage auf "Wo würden die alle parken wenn sie mit dem Auto gekommen wären?". Diese Städte hätten mit viel Aufwand nicht nur ein sondern viele zusätzliche Parkhäuser bauen müssen.
 
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ZNolte

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Was soll denn immer der voraus eilende Ruf nach mehr Kontrolle?

Von mir aus kann jeder machen was er will auf dem Fahrrad. Es ist kein direkter Ruf nach mehr Kontrolle, sondern schlichtweg eine Prognose, wie das in der Zukunft nach einer eventuellen Verkehrswende ablaufen müsste, damit es nicht zum Chaos kommt.

Ich halte es eben für grenzenlos naiv anzunehmen, dass wegen der Umweltproblematik eher positiv angesehene Fahrrad könnte ein wie heute eher unreglementiertes Gesamtverkehrsmittel werden, ohne dass die Politik einschreitet.

Andere Länder, andere Sitten. Der typisch deutsche Oberlehrer ist in anderen Ländern eher unbekannt. Genauo wie die Niederländer sehr zufrieden mit ihrem 100er Tempolimit auf den AB sind. Als Deutscher in Frankreich zu fahren, ist eine gewaltige Umstellung. Die Zustände anderer Länder auf D zu übertragen, ist nur schwer möglich.
 
EMS

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Als Deutscher in Frankreich zu fahren, ist eine gewaltige Umstellung. Die Zustände anderer Länder auf D zu übertragen, ist nur schwer möglich.
Ach, ist das so.
Nur mal so am Rande, alles was sich am Verkehr oder sonst im Leben verändert, bedarf einer Umstellung.
Du schreibst doch selbst, dass es eine "Umstellung" ist. Diese Umstellung funktioniert doch heute schon für alle Deutschen problemlos, wenn sie im Ausland fahren oder sich in anderen Ländern an deren Regeln halten müssen.
 
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ZNolte

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@stardealer

es fehlt letztendlich nur an den Mitteln, dem Willen und einem Gesamtkonzept.

Du gehst von der Situation aus, dass alle Autos auf einmal weg sind. Statt dessen wird es so sein, dass eine Verkehrswende schleichend ineinander übergehen würde. Es gibt viele Möglichkeiten, aber wenn ganz Deutschland Fahrrad fährt/fahren muss, haben die Städte sowieso kein Geld mehr, um überhaupt irgendetwas zu machen.

Außerdem ist es zwingend erforderlich, dass die Hauptverkehrsachsen einer Stadt so aufgeteilt werden wie es dem Verkehrsaufkommen entspricht, bzw. den ordnungspolitischen Absichten.

Dann bist du also mit den heutigen Umständen einverstanden? Bei den relativ paar Radlern gegenüber massenhaft Autos, ist ein Umbau auf einen Radverkehr nach deiner Logik ja nicht vertretbar. Von Oktober bis April sind fast gar keine Radfahrer unterwegs. Wer verkehrspolitisch mehr Rechte haben möchte, muss auch eine gewisse Präsenz haben. Die ist aber aktuell nicht vorhanden, egal wie sehr manche Ganzjahresfahrer strunzen.

Und ja, dann zockelt der Bus und andere Fahrzeuge halt hinterher, auf 2-300m kein Problem

Vergiss es, das wird nicht passieren. ÖPNV vor Individualverkehr, das ist unabdingbar.

Grundsätzlich gehört der Radverkehr auf die Straße und Auto- sowie Busfahrer müssen sich wieder daran gewöhnen dass Radler gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.

Gerne. Aber das wird nur umsetzbar sein, wenn Radfahrer auch die gleiche Wirtschaftskraft haben. Wenn der Pendler-ÖPNV hinter der Oma auf dem Weg zum Supermarkt herzuckeln muss, wird die Gleichberechtigung ein Traum bleiben.

KfZ müssten also, um nicht mit im Fahrradstau zu stecken, vermehrt Umgehungsstraßen, Stadtautobahnen, etc. nutzen

Wenn wir ehrlich sind, wird auch das nicht kommen. Vorher fahren massenhaft Elektroroller durchbdieb-straßen, als dass das Fahrrad Priorität bekommt.

Bist du schon mal in Städten wie Freiburg o.ä. gewesen wo die von dir angesprochene Fahrradintensität schon gegeben ist?

Das sind spezielle Umstände, die nicht auf einem grundlegenden verkehrstechnischen Konzept beruhen, sondern den örtlichen Gegebenheiten geschuldet sind. Wir reden hier von einem deutschlandweiten Verkehrswende, nicht von Altstädten, Touristenorten und ähnlichem.
 
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Erfahrung mit Fahrrad Ass: Hat jemand Erfahrung mit Fahrrad Ass gemacht? Wir waren im März vor Ort und haben ein Lastenfahrrad bestellt. Bezahlt haben wir daß nach 2 Wochen...
Erstes Pedelec als Allrounder gesucht: Hallo zusammen, bin noch ganz neu in der Pedelec Welt und ich denke habe mir das Forum als gute erste Anlaufstelle rausgesucht. Ich suche ein...
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