Flyer F6 Deluxe

Diskutiere Flyer F6 Deluxe im Flyer Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; AW: Fremd-Akku Flyer F laut Typenschild liefert das Ladegerät 2 Ampere Ladestrom Gruß Pendlerrad
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AW: Fremd-Akku Flyer F

laut Typenschild liefert das Ladegerät 2 Ampere Ladestrom
Gruß
Pendlerrad
 
S

slartibartfast

AW: Fremd-Akku Flyer F

Hallo
Im Moment bin ich gerade daran, den Akku und die dazugehörige Elektronk etwas genauer unter die Lupe zu nehmen (siehe Bild) :). Ich kann daher relativ einfach den Ladestrom messen. Sobald ich das nächste Mal lade, lass ich Dich das Ergebnis wissen. Dies ist allerding lediglich eine Momentaufnahme und sagt nur z.T. etwas über die wirkliche Kapazität des Ladegeräts aus.

Bis bald
slartibartfast
 

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AW: Fremd-Akku Flyer F

1,5 Jahre hatte der Flyer jetzt rumgestanden.
Durch den Unfall mit Rahmenschaden an meinem Selbstbaupedelec habe ich Anfang des Jahres den Flyer aktiviert und bin bis jetzt ungefähr 2500 Km damit gefahren.
Für den Pletscher Gepäckträger habe ich passende Seitenschutzbügel montiert sowie ein Topcase gekauft. Letzteres ist aber nicht in Benutzung, das kommt noch.
Das Akkugehäuse habe ich geöffnet und die 30 5Ah D-Zellen entfernt.
Die Elektronik muss selbstverständlich drin bleiben, damit auch die drei NTCs.
Die Anzapfung habe ich durch zwei selektierte Widerstände nachgebildet, sollte nur ein Versuch sein.
Der von der Elektronik entnommene Strom liegt im sub Milliamperebereich, der Querstrom liegt bei mir bei 50mA.
Kabel rausgeführt auf XLR Stecker damit ich mein vorhandenes Bosch Werkzeugakkupack anschließen kann.
Ich habe dieses nach kurzer Zeit mit einem alten Modellfliegerakku 36V 4,5Ah parallel geschaltet.

Wie läuft der Betrieb jetzt mit externem Akku?
Wenn der Akku zu weich ist, und mein 4Jahre alter 2x2,6Ah Bosch ist zu weich, kommt es recht häufig zu Abschaltungen mit Fehlermeldung, Restart mit Schlüssel notwendig. Daher auch der zweite Akku parallel.
Was macht das Coulombmeter aka Fuelgauge?
Laden mit dem eingebauten Ladegerät verkneife ich mir.
Mit weichem Akku gibt es sowieso sofort Fehlermeldungen, mit steifem Akku habe ich keine Tests gemacht, man müsste zumindest eine 42V Z-Diode mit den NTCs koppeln damit beim Erreichen der Voll-Ladespannung das Ladegerät abschaltet.
Wenn man nur entlädt zählt die Fuelgauge schön runter, aber nur einmal, und zwar bis fast Leer, also letzte Diode blinkend.
Das Laden mit externem Ladegerät merkt die Elektronik nicht, man startet also jede Tour mit Reserve, es gibt aber kein Abschalten.
Noch was zum Start.
Ich trenne so wie bei meinem Selbstbaupedelec nach jeder Tour den externen Akku vom Akkugehäuse damit meine Anzapfungsnachbildung den Akku nicht leer lutscht. Als Antiblitz kicke ich kurz vor dem Zusammenstecken das Pedal rückwärts, das reicht zum blitzfreien Zusammenstecken. Danach ist der Antrieb meist aktiviert, wenn nicht muss ich den Zündschlüssel nochmals aus und wieder einschalten da ich das Ding meist nicht abschließe. Abgeschlossen entfällt diese Prozedur.
Da ich manchmal auch ohne Akku fahre habe ich folgenden blöden Effekt bemerkt: Durch den Direktantrieb erzeuge ich Spannung beim Treten, das nutze ich ja auch als Antiblitz. Dabei schaltet sich leider manchmal das Licht ein, die Regelung ist aber ohne Akku nicht gut. Es hat mir dabei schon zwei Lampensätze zerschossen, den letzten habe noch nicht wieder ersetzt. Passiert aber nur beim Betrieb ohne Akku.

Nochwas zum Flyer F6 allgemein.
Nachdem die Bremsen eingebremst waren beißen die auch anständig, der Verschleiß ist aber im Vergleich zu meinen Standardfelgenbremsen recht hoch. Bei den Felgenbremsen halten die Beläge hochgerechnet (15.000Km gefahren) mindestens 20.000Km.
Die Scheibenbremsbeläge hochgerechnet höchstens 4.000Km.
Die nicht regelbare Unterstützung ist für mich ein ernsthafter Nachteil.
Ich habe die gleichen störenden Effekte wie Joe23 mit seinem Bofeili und nehme sie mal so hin weil es eben nicht anders geht.
Wenn mein Selbstbaupedelec wieder am Start ist (Rahmen schon getauscht) werde ich mal Versuche machen den Flyer Antrieb zu regeln.
Ansätze dazu habe ich schon (Endstufe mit Tiefsetzsteller besaften).
 
Tuc-tuc

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AW: Fremd-Akku Flyer F

Hallo Broadcastechniker

Danke für deinen guten Beitrag!

einen Hinweis noch zum Laden über externe Lösungen:
nach etwa 2000...3000km wirst du feststellen, dass die Unterstützung am Berg abnimmt (trotz kleiner Trittfrequenz leuchten an der Stromanzeige nur noch 1 oder zwei LED). Dann muss irgend ein Flag im Programm durch Laden mit dem eingebauten Ladegerät zurückgesetzt werden. Volladen ist aber nicht notwendig.

Bremsen:
meiner Meinung nach ist aber eine Belag-Lebensdauer von ~20'000km nicht schlecht, oder??
ich zum Beispiel wechsle wegen steilem Arbeitsweg die Klötze alle 4...6 Wochen, entspricht etwa 300...500km. Aufgefallen ist mir dabei, dass die originalen Shimanoklötze die Felgen angreifen (richtiggehend anfressen; mit Alustaub, welcher sich am halben Rad ablagert). In den Belägen bilden sich Spänenester im Volumen von 1mm^3 oder grösser. Der Fachhändler stand dem Problem gleichgültig gegenüber, so habe ich die versuchsweise die Klötze aus dem "Coop Bau und Hobby" Laden verwendet (Noname, made in Taiwan). Verblüffenderweise bremsen diese Klötze genausogut oder besser; jedoch das Fressen ist Geschichte und die Felge wird sogar wieder geglättet.

Unterstützungsverhalten:
Es stellt sich vorab die Frage, ob du limitiert auf 25km/h oder "offen" fährst. Falls dein Velo ungedrosselt unterwegs ist, kann ich die "störenden Effekte" nicht nachvollziehen. Du brauchst ja bloss mit höherer Frequenz zu treten, dann nimmt die Unterstützung ab. Selber hatte ich eher das gegenteilige Problem, dass bei meiner bevorzugten Kadenz von ca. 100min^-1 der Strom etwas zu stark abgenommen hat, deshalb habe ich meinen Flyerakku jetzt sogar auf 13S Headway (10Ah) aufgerüstet. Kettenblatt 34Z (http://www.veloplus.ch/AlleProdukte...NOAlu-Kettenblaetter5armLochkreis11074mm.aspx)
Der Dualdrive sollte man jetzt aber keine Schaltmanöver unter Last mehr zumuten, was aber durch den minimalen Nachlauf der Motors von weniger als einem Radianten absolut kein Problem ist.

Ciao
Urs
 
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AW: Flyer F6 Deluxe, Langzeiterfahrungen, Reparaturmöglichkeiten Motor

Hallo an alle Flyer F-Interessenten,
ich habe jetzt fast 20.000 km mit dem F runter und bin nach einigen Anpassungen überzeugt, mein Lieblingsrad gefunden zu haben.
Die letzten Schritte waren nicht billig, aber da ich mich für das Rad und gegen ein Auto entschieden habe, kann auch etwas investiert werden.
Der tägliche Arbeitsweg über 36 km soll auch bei norddeutschem Wind und Wetter Spaß machen.
Meine Modifikationen (von klein nach Groß)
  1. Klebeband zwischen Motor und Kettenschutz deckt Kette vorn voll ab
  2. Rückspiegel
  3. Akku abgedichtet, alles oberhalb Ladegerät (bzw. Steuerteil im LI-Akku) ist dicht, Plastik-Fermit und Neofermit
  4. Tretauswerter mit Korrosionsschutzfett eingestrichen gegen Rostbefall
  5. hydraulische Bremsen
  6. LED-Licht vom Akku, Busch & Müller IQ-tec-Reflektor mit eigener Elektronik 3W/8W an LED CREE XML T6
  7. Luftfederbein
  8. Lithium-Akku, gebraucht erworben, Kennzeichnung Konfiguration 17.10.2007, aber noch immer mehr als 12 Ah.
  9. Verstärkte Schwingen gegen Schwingenbruch, Eigenentwicklung in Zusammenarbeit mit Metallbaufirma
  10. Federgabel German Answer Kilo 1.3, Parallelogrammsystem mit extrem geringem Losbrechmoment

In der Familie laufen bereits 3 Flyer F, zwei habe ich für Bekannte aufgebaut (nach entsprechender Erfahrung gebe ich die Flyer F nur noch mit verstärkten Schwingen ab)

Über mehrere Jahre habe ich beim Aufbau dieser Räder, der Arbeit für Andere, z. Teil aus Forumsanfragen einige Erfahrungen gesammelt. Informationen habe ich auch hier weitergegeben.
Einige von mir in diesem Forum veröffentlichten Bilder vom Innenleben des Motors haben Leser zu eigenen Reparaturversuchen ermuntert, bedauerlicherweise in einigen Fällen mit unbefriedigenden Ergebnissen.
Um hier Orientierung zu geben habe ich jetzt eine detaillierte Beschreibung der aus meiner Sicht möglichen Reparaturen am Motor des Flyer F erstellt.
Die 4 Teile gehören zusammen, sind jeweils unter 150 kb.

Ich hoffe, diese Anleitung wird nur ganz selten benötigt,
aber wenn doch, dann wünsche ich viel Erfolg
Gruß
Pendlerrad
 

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AW: Flyer F6 Deluxe, Super-Komfortmodell F"X" mit German Answer Kilo 1.3

Und so sieht es aus, mein Lieblingsrad
(hier noch ohne Licht)
Der Dämpfer ist German Answer A.R.C 190 / 50 mm, mit echten Gelenklagern in den Dämpferaugen.
Die Feder wird noch getauscht (falsches Modell, zu hart, zu kurz), aber der Fahrkomfort ist jetzt schon unbeschreiblich.
Die eine Dichtung an der dünnen Kolbenstange hat im Vergleich zu Telegabeln ein Losbrechmoment gegen Null, das muss man "erfahren".
Die Testberichte über dieses Parallelogramm-Prinzip sind nicht übertrieben, kleine Stufen in der Fahrbahn werden einfach weggebügelt.
Übergänge z. B.bei Verbundpflaster sind noch hörbar aber dringen nicht mehr zu den Händen durch.

Gruß
Pendlerrad
 

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AW: Flyer F6 Deluxe, Super-Komfortmodell F"X" mit German Answer Kilo 1.3

@Tuc-tuc
Mit einem steifen Akku gibt es keinen Schonmodus mehr, auch nach längerer Strecke bekommst du alle LEDs an, d.h. maximale Unterstützung.
Zu den Bremsen
Das alte Raleigh Rad hatte quasi null Bremsenverschleiß und wird es weiter haben, weil ich Gabel und Vorderrad weiterverwenden werde.
Mein F6 ist ein deluxe und hat Scheibenbremsen die recht schnell verschleißen. Die alten vorne und die neuen Beläge hinten scheinen aber standfester zu sein.
Das Fahrrad war bei meinem letzten Posting zwar offen, aber die S-RAM 3x8 auf 1x7 kastriert.
Blöderweise ist der erste Gang des Vorgeleges kaputt gegangen und ich fahre jetzt im Direktgang. Dazu muss ich jetzt elektronisch die Kadenz weiter kastrieren. Der Ausfall 10Km fern der Heimat hat mich schon geärgert. Motor und Kettenschaltung o.K. dennoch null Vortrieb.

@Pendlerrad
1. Kettenschutz weiter abdichten ist eine gute Idee, eine zusätzliche Kettenführung sicherlich auch, Kette ist schon vom Ketenrad abgefallen.
2. Rückspiegel ist immer dran.
3. Akkugehäuse wird demnächst (wenn das andere Rad wieder anständig fährt) ganz beseitigt. Sieht mir auch zu space-ig aus.
4. Der Tretauswerter schien mir so gekapselt auszusehen, muss ich mal schauen.
5. Hydraulische Bremsen sind bei mir serienmäßig da deluxe Version.
6. LED Licht mit XML T6 in Vorbereitung, Material da. Der Kollege von dem ich das Rad habe hat exakt deine Kombi mit einem Aluminiumgehäuse in Kleinstserie gebaut. Superhell und absolut blendfrei. B&M verkauft den Reflektor mit Schutzscheibe (extra angeben!) auch einzeln wenn man ganz lieb fragt und unterschreibt dass man die Scheinwerfer nur für sich selbst baut.
7. Das für hinten? Mich stört dass Schwingendrehpunkt und Tretlager recht weit auseinander liegen. Daher Schaukelei.
8. Wie schon gesagt, kein Akkugehäuse mehr sondern Fremdakku zusammen mit Elektronik ins abnehmbare Topcase.
9. Da warte ich bis es bricht und lasse dann schweißen.
10. Zwischen 700 und 900 Euro? Das ist mir zuviel. Habe schon Angst vor dem Lenkkopflagerwechsel (hakt in Geradeausposition) da die untere Lagerschale nicht zentrisch zu sitzen scheint. Mal sehen was mich da bei Ausbau erwartet.
 
C

Christian

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AW: Flyer F6 Deluxe, Langzeiterfahrungen, Reparaturmöglichkeiten Motor

Um hier Orientierung zu geben habe ich jetzt eine detaillierte Beschreibung der aus meiner Sicht möglichen Reparaturen am Motor des Flyer F erstellt.
Sehr schöne Arbeit!

Gruß,

Christian
 
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AW: Flyer F6 Deluxe

...
9. Da warte ich bis es bricht und lasse dann schweißen...
So ein Sch... Jetzt ist das Teil (linke Seite) gebrochen, so schnell geht das. Als ich das Rad bekommen habe sah es aus wie neu, bestimmt keine 1.000 Km gelaufen. Jetzt nach gerade mal 3.500Km Schwingenbruch.
Von außen



Von innen. Klar, direkt am Knick



Dazu kommt das kaputte Lenklopflager mit dem ich von Anfang an fahre. Ein neues liegt schon hier herum.
Wobei ich beim Anblick des versetzten Einbaus des Lagers schwerste Bedenken habe, so schief sitzt das im Steuerkopf.


Und wie gesagt dazu auch noch der erste Gang der Dual Drive defekt, der Originalakku hin.
Ich hätte nicht übel Lust das Ding in die Tonne zu treten.
Kein Vergleich mit meinem uralt Raleigh. Da hatte ich zwar auch nen Rahmenbruch, aber nach erheblich größerer Laufleistung.
Aber jetzt kommt der Winter, ich habe ja noch ein anderes Pedelec, da kann ich das Ding wieder aufpäppeln.
 

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AW: Schwingenbruch Flyer F

Hallo Broadcasttechniker,
nur den Bruch schweißen löst das Problem nicht, Du hast den Übergang vom steifen Vorderrteil zum schmalen Profil des hinteren Hebelteils ja schon als Schwachstelle erkannt, hier wäre ein deutlich höheres Profil nötig gewesen.
Das hat Flyer auch gemerkt, leider zu spät. Es gibt die Schwinge als verstärktes Ersatzteil, äußerlich wenig verändert, rechts ein zusätzlicher Steg, links der gleiche Steg plus eine unauffällige Verbreiterung unten im Übergangsbereich. Der Trick scheint in der Wandstärke zu liegen, die neue Schwinge ist etwa 1/3 schwerer, das kannn ncht an dem bisschen Steg liegen.
Ich lasse den hochbelasteten Bereich durch eine eingeschweißte Platte zum geschlossenen Profil umarbeiten, diePlatte fertige ich aus 4 mm Alublech mit der Stichsäge und Feile selbst.
Allerdings ist wegen des beim Schweißen entstehenden Verzuges die Schwinge dann nach innen gebogen, hinten etwa 15 mm zu eng. Ich richte das warm, an ein Motorgehäuse angebaut, jede Seite für sich auf Symmetrie (Propanbrenner).
Beim ersten mal hab ich 10 Stück gleichzeitig angefertigt und dadurcheinen günstigen Preis beim vorherigen Glasstrahlen und für das Aluschweißen erzielt.

Gruß und viel Erfolg
Pendlerrad


SchwingeVerstärktRechts.jpgSchwingeVerstärktLinks1.jpgSchwingenverstGeschweißt1.jpgSchwingenverstGeschweißt2.jpg
 
Tuc-tuc

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AW: Schwingenbruch Flyer F

Hallo Pendlerrad

Vorab möchte ich dir grossen Respekt zollen für deine guten Beiträge!! Damit hebst du dich wohltuend von der grossen Masse ab.

Zum Schwingenbruch: der Steifigkeitsprung in der ohnehin spannungsmässig stärkstbelasteten Zone ist natürlich ein fataler Konstruktionsfehler, umsomehr als dass diese böse Kerbwirkung ohne jede funktionelle Einschränkung vermeidbar gewesen wäre. Hier hat wohl der Designer zu grosse Macht gehabt... :))
Offensichtlich tritt der Schaden sogar bei scheibengebremsten Velos auf, nicht nur bei Fahrern, welche wie wild an der V-Bremse ziehen und den ganzen Hinterbau spreizen.

Die gezeigte Verstärkung mittels Kastenbildung scheint mir eine recht aufwändige Lösung darzustellen; ich hätte nie gedacht, dass dieses Bauteil nach einer solchen Behandlung den Belastungen besser standhält!

Hast du auch Überlegungen in Richtung Entlastungsbohrungen angestellt? Oder zumindest die scharfe Kehle mit etwa R5 (gefräst, nicht gefeilt) zu entlasten?

Ciao
Urs
 
Kraeuterbutter

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AW: Flyer F6 Deluxe, Super-Komfortmodell F"X" mit German Answer Kilo 1.3

Und so sieht es aus, mein Lieblingsrad
sool.. schönster Flyer den ich bis jetzt gesehen hab..
die Gabel ja auch ein Hingucker..

aber 1400Euro ist auch ein stattlicher Preis, allein für die Gabel

das mit Losbrechmoment glaub ich: meine Cannondale-Gabel (keien Dichtung, da nicht nötig) läuft so sanft an, da kann keine meiner Teleskopgabeln ansatzweise mithalten, schon gar nicht nach 2-3 jahre Gebrauch)
 
Tuc-tuc

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AW: Flyer F6 Deluxe, Super-Komfortmodell F"X" mit German Answer Kilo 1.3

Hallo Pendlerrad

damit man besser versteht, was ich meine:

Flyer F Schwinge ganz grob gezeichnet:
flyer1.JPG

das selbe, von aussen
flyer2.JPG


jetzt mit Radius in der Kehle (siehe in der Legende die tiefere Spannung für "rot")

flyer3.JPG



und noch Entlastungsbohrungen
flyer4.JPG

Ciao
Urs
 
Kraeuterbutter

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AW: Flyer F6 Deluxe, Super-Komfortmodell F"X" mit German Answer Kilo 1.3

das ist ja fast wie Magie, für einen "Unwissenden" wie mich...

da macht man in ein Teil noch zusätzlich Löcher rein, und es hält danach noch mehr aus ;)
 
Pendlerrad

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Verstärkung durch profilschließende Platte verhindert Schwingenbruch Flyer F

Hallo Tuc-Tuc,
Danke für die Blumen und die Diagramme!
Die Spannungsverläuf an der Schwinge des F sind komplex, das Profil ändert sich mehrmals und enthält ja auch noch aussteifende Dreiecke.
Für ein vereinfachtes Spannungsdiagramm kann man aber das kräftige Stegprofil (im wesentlichen 6,5mm breit x 14 mm hoch) zwischen der oberen Schwingenverschraubung und der Federbeinanlenkung als Trennlinie nehmen.
Alles vor diesem Steg ist wegen großer Profilhöhe sehr steif, die Verbindung zum "harten" Steg auf ganzer Höhe gegeben und im unteren Bereich durch die Mehrdicke der Motoraufnahme gegen Einrisse von unten gut abgeschlossen. Die Spannung zwischen Federbein und dem vorderen Drehpunkt im Abstand 226 mm wird hier gut aufgenommen.

Idealerweise hätte das hintere Profil ebenfalls unten an der hinteren Motorverschraubung beginnen sollen, die Profilhöhe beträgt hier 150 mm.
Ein allmähliches Verschlanken des 380 mm langen Hebels nach hinten wäre angemessen gewesen. Für mein technisch geschultes Auge würde das auch entsprechend schick rüberkommen.
Leider hat der Designer den hinteren Hebel erst oberhalb der Federbeinanlenkung mit nur 90 mm Profilhöhe begonnen und ist dann auf nur 30 mm Schwingenlänge in das gleichbleibende, offene C-Profil mit 65 mm Höhe übergegangen. Am Ende des kleinen Dreiecks ergibt sich die Sollbruchstelle.
Das wirkt ähnlich, als wenn man sich mittig auf eine 60 cm lange, einseitig offene Alu-Wasserwaage stellen würde, einige tausend mal kräftig wippen und ab ist sie! Entlastungsbohrungen bringen hier kaum Abhilfe, vielleicht könnte die Schwinge nach Verrundung des Dreiecks wegen besser verteiltem Spannungsverlauf ein paar Prozent mehr Lastwechsel vertragen, aber dauerhaft wird sie auch damit nicht.
Einer meiner Brüche trat sehr nachvollziehbar auf:
Nach Einbau und Feinabstimmung eines Luftfederbeins stellte ich beglückt fest, das ich auf einem Radwegabschnitt mit etwa 15 von Baumwurzeln hochgedrückten Asphaltbrüchen nicht mehr aus dem Sattel musste, die Tretunterbrechung fiel weg und je schneller ich drüberfuhr, um so besser. Ich habe dann kurzfristig meinen Fahrstil angepasst, mit viel Spaß morgends einen Schnitt vom 30 km/h auf meinem Arbeitsweg 18 km hingelegt, auf der Rücktour abends war die Schwinge dann ab. Die Schläge waren an der Schwinge ja viel kräftiger, als wenn ich sie mit den Füßen zusätzlich abgefedert hätte, auch wenn am Hintern wegen guter Federung nichts schmerzhaftes ankam.
Der Einfluss des Bremsdruckes sollte vernachlässigbar sein, die Cantisockel sitzen oben auf der Schwinge, 120mm hinter der Verbindungsschraube. Die Spreizung durch den Bremsdruck kommt am Ausgangspunkt des Risses nur noch als leichte Verdrehung an.
Das Bremsmoment selbst addiert sich aber komplett zur vorhandenen Spannung, bei Felgenbremsen je zur Hälfte, bei Scheibenbremse ausschließlich links. Das dürfte der Grund für die zusätzliche Profilverbreiterung sein, die Flyer nur bei den verstärkten linken Schwingen angebracht hat.

Beim erster Reparaturversuch meines Metallbauers wurde eine kleinen Platte an den senkrechten, dünnwandigen Steg und sein schräg verlaufendes Pendant geschweißt, das hielt nur einige Monate, die Platte brach mit heraus.

Um eine höhere Festigkeit zu erreichen bin ich mit meiner Platte bis an den Steg der Federbeinaufnahme gegangen. Der Punkt höchster Spannung auf die Schweißnähte ist jetzt an der vorderen untere Ecke der Platte. Dort hat das Stegprofil mit etwa 7mmx25 mm ein Materialmaximum.

Aber aufwändig ist das ganze allemal!

Gruß
Pendlerrad
 
Tuc-tuc

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AW: Schwingenbruch Flyer F

Hallo Pendlerad

Danke für deine Erklärungen. Deine Kastenverstärkung beindruckt mich sehr! (War eventuell in meinem vorherigen Beitrag nicht klar genug zum Ausdruck gekommen)

Weil ich selber auf teilweise ausgewaschenen Naturstrassen unterwegs bin möchte ich Vorkehrungen treffen, dass die Schwingen meines Velos möglichst lange integer bleiben. Kannst du eine Photo einer unverstärkten Schwinge, mit sichtbarer innenliegender Verrippung, hier einstellen?
Vielen Dank!

Ciao
Urs
 
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Hallo Tuc-Tuc,
klar, ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Gruß
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Auch wenn die Frage eher an den Hersteller zu richten wäre: Was kostet denn ein Satz von BikeTec und sind die dann auch schon lackiert?
Letzteres wäre ein starkes Argument für Originalersatzteile.
 
Pendlerrad

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Hallo,
es geht weiter, das bessere ist ja der Feind des Guten.

Mit meinen Scheibenbremsen bin ich unzufrieden, immer wieder treten Schleifgeräusche auf, verschwinden auch wieder, aber das nervt, Flyer F fahren muss lautlos bleiben.
Ich bremse auf meinem täglichen Arbeitweg nur sehr selten, mit etwas Glück halte ich nur einer Ampel (18 km über Land).
Bei den unvermeidlichen Regenfahrten führt vermutlich das Gemisch aus Wasser und Sand trotzdem zu Abrieb der Beläge ohne das ich bremse. Nach 3000 km sind die Beläge jedenfalls weg.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Magura HS 22 / HS 33 und Ceramicfelgen gemacht. Einmal eingestellt sind die Beläge immer frei, kein Geräusch, kein Abrieb ohne Bremsbenutzung und die Felgen scheinen ewig zu halten. Bremswirkung gut, nur der Felgenschmierfilm bei Regen benötigt etwas mehr Einsatz bevor die Bremse ihre Wirkung tut.

Die Kilo hatte keine Cantisockel, so lag es nahe, sich Magura FirmTech anzuschauen.
Wenn man glatte, zylindrische Rohre neben der Felge hat ist FirmTech ein Supersystem. Durch einfaches Verschieben des Klemmstückes wird die Höhe zur Felgenflanke eingestellt, über Drehung um die Rohrachse der Abstand zur Felge und die Parallelität der Beläge mit der Schnellspannerschraube.
Hier eine fertige Kilo Firm Tech (für mein Winterrad, älteren Typ, Rohrdurchmesser 31,6 mm auf der Pulverbeschichtung)
Arbeitsschritte am exzentrisch gespannten Rohling: ansenken Bohrungsmitte, anreißen Bezugslinie und Abstand Stiftschraube, ausbohren
 

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Der Preis des verstärkten Original- Ersatzteils soll bei 200 Euro pro Stück liegen, fertig lackiert. Scheibenbremsaufnahme mit bestellen, kann man auch für Drehmomentaufnahme Rohloff nutzen!
Pendlerrad
 
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