Fischer E-Bike mit Brose System | Reichweite nur 79km?

Diskutiere Fischer E-Bike mit Brose System | Reichweite nur 79km? im Discounter / Direktvertrieb Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; Guten Morgen. Ich eröffne dieses Thema, da wir im Support die Anfrage oft erhalten: "Das Display zeigt mir nur 79km Reichweite an, aber beworben...
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Guten Morgen.

Ich eröffne dieses Thema, da wir im Support die Anfrage oft erhalten: "Das Display zeigt mir nur 79km Reichweite an, aber beworben sind doch mehr".
Es betrifft alle Fischer E-Bikes mit Brose-System - also Viator 5.0i, Cita 5.0i, Cita 6.0i, Montis 5.0i, Montis 6.0i sowie EM 1966i.

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Grundsätzlich lernt das Display Fahrt für Fahrt, wie sich der Nutzer auf dem Pedelec verhält. Anfangs nutzt das Display einen Durchschnittswert zwischen den vier Unterstützungsstufen. Deswegen passt sich die Reichweite auch nicht an, wenn man die Unterstützungsstufe anpasst (dies bleibt auch so).

Nach und nach rechnet das Display dann verschiedene Parameter wie z.B. die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Durchschnittsleistung des Motors und des Nutzers, etc. mit in die Reichweitenangabe ein. Somit wird ein realistischer Wert angegeben, auch wenn die Maximalreichweite höher sein kann.

Sollte der Nutzer beispielsweise bei einer Fahrt durchgehend auf Stufe 1 fahren, könnte er 100 Kilometer Reichweite erzielen, auch wenn das Display am Anfang nur 79 Kilometer Reichweite angegeben hat. Es hat sich bei der Berechnung dann noch auf Werte aus der Vergangenheit (wenn der Nutzer z.B. sonst immer in Stufe 4 fährt), oder auf Durchschnittswerte, sofern Vergangenheitswerte nicht vorhanden sind, bezogen.

Hier liegt also kein Softwarefehler vor, wenn beim Einschalten ein anderer Wert als der beworbene angezeigt wird. An diesem Schema wird sich auch nichts ändern.

Da das System nach und nach lernt, kann man nicht ausschließen, dass es irgendwann auch mehr oder weniger Reichweite beim Einschalten anzeigt. Dies ist dann das Resultat der eigenen spezifischen Fahrweise.

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S

Sitting Bull

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Wieso gebt ihr dann nicht einfach die beworbenen 100 als Default an und keiner wird mehr nachfragen???
 
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Habe ich doch beschrieben.
Wenn wir irgendwelche "default-Werte" angeben, ist es dann auch falsch und es wird gemeckert, wieso man weniger schafft als angezeigt. Dann lieber weniger anzeigen uns sich über mehr tatsächliche Reichweite freuen.
 
S

Sitting Bull

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Das das Display am Anfang keine echten Messwerte hat (das Rad ist ja neu und ungefahren) sind die 79 km der Default Wert des SW-Algorithmus. Ab da wird selbst für dieses Rad gerechnet. Man könnte ihn auf jeden beliebigen Wert setzen.

Wenn sowieso "gemeckert" wird wäre es ja egal was ihr macht... Ich empfinde das Nachfragen nach dem Zustandekommen dieses Wertes nur allzu verständlich und menschlich und nicht als gemecker.
 
Electric

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Der Kern des Problems scheint zu sein, dass Brose die Reichweitenprognose unabhängig von der Unterstützungsstufe zeigt. Bosch zeigt ohne Unterstützungsstufe gar keine Reichweite an und ansonsten je nach Stufe. In der höchsten Stufe steht da ein Bruchteil der Reichweite der niedrigsten Stufe. Das scheint der Käufer zu akzeptieren. Neulich hat man alle Werte um etwa 10% gesenkt, auch bei bestehenden Systemen per Update, und jetzt scheint der letzte Meckerer keinen Grund mehr für Einwände zu finden.

Rein objektiv ist das aber alles Psychologie. Genauer könnte die Prognose nur werden, wenn man eine Strecke und die angestrebte Geschwindigkeit angibt. Und das System müsste Fahrergröße und Fahrergewicht sowie die Trittfrequenz kennen. Dann könnte man eine echte Wattstundenprognose machen, wenn es nicht den Windeinfluss noch gäbe, der viel ausmacht. Und wenn Fahrer nicht auch zwischendurch die Unterstützungsstufe ändern würden. Es wird also noch länger bei Schätzungen bleiben.
 
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Wir erhalten im Service täglich einige Tickets bzgl. der angezeigten Restreichweite im Display - und es ist tatsächlich vollkommen egal ob da nur ein Schätzwert, der realistische Wert oder sonst etwas steht. Oft ist es so, dass der Kunde es nicht verstehen möchte - egal mit welchen technischen Argumenten man kommt. Aus diesem Grund bin ich auch hier so aktiv - zu Aufklärungszwecken jedweder technischer Natur.

Eine solche Diskussion hatte ich erst vor einigen Tagen am Telefon. Nach 30 Minuten habe ich das Telefonat höflich beenden müssen, da man am anderen Ende einfach die technischen Tatsachen nicht akzeptieren wollte (Es geht darum, dass die Reichweite in Stufe 1 "nur" 80km betrug. Beim Einschalten steht ja da schließlich 140km. Der Motorverbrauch lag in diesem Fall im Schnitt bei 130W und nach ca. 5h war er leer. Bei einem 522Wh Akku also eine absolut normale Reichweite - wurde nicht akzeptiert und es wurde u.a. mit Anwalt gedroht).

Vollkommen egal also, was man macht - es wird immer Leute geben, denen irgendwas an der Reichweite nicht passt. Dabei vergessen viele nur allzu oft, oder wissen einfach nicht, dass es sich bei einem Pedelecmotor um einen reinen Hilfsantrieb handelt. Die Restreichweitenangaben sind nur Schätzwerte (Daher sagt man gern "Reichweitenschätzometer" - Danke Forum für diesen Begriff!), da man ja eine nicht-lineare Unterstützungsleistung vom Nutzer hat.
 
S

Sitting Bull

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Wenn das in der Bedienungsanleitung ordentlich erklärt wird fallen viele Anfragen doch schon mal weg. Auch könntet ihr am Telefon darauf verweisen den Absatz mal nachzulesen wenn der Anleitung bisher keine Beachtung geschenkt wurde.

Mein Nachrüstmotor hat so eine Anzeige z.B. gar nicht und sie fehlt mir auch nicht. Wenn ich sehe wie schnell die Balken fallen weiß ich doch wie weit ich noch ungefähr komme.
 
erbse

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Das System kann lernen und so schlau sein, wie es möchte. Das wird aber nichts daran ändern, dass der gemeine Anwender dämlich bleibt, bestimmte Dinge nicht verstehen kann oder will und auch nie in der Lage sein wird vernünftig zu differenzieren. Das wissen seit Generationen die Autohersteller, die weltweit und seit Jahrzehnten ganz wunderbar mit der Tanknadel zurecht kommen. Den Leuten zu erklären, dass es einen Unterschied macht, ob man den Kofferraum voll hat, welche Reifen man benutzt, ob die Strecke voller Berge ist, man Rücken- oder Gegenwind hat, ob es Winter oder Sommer ist, all dies und tausend Dinge mehr ist seit Ewigkeiten unbegreiflich. Einem einzelnen Menschen kann man das erklären, und ein Einzelner wird das auch verstehen, aber die Masse, also das Volk, wird Reichweite nicht begreifen, genauso wenig wie durchschnittlicher Strom- oder Spritverbrauch oder irgendwas mit "Norm" am Anfang des Wortes.

Zeigt einfach nur an wie voll oder leer der Akku ist und ihr spart euch viel Entwicklungsarbeit sowie unzählige unnötige Diskussionen mit unzähligen Anwendern und zukünftigen Kunden. Die einzige Frage die dann bleibt und ab und an aufkommen wird, ist: Warum habt ihr keine Restweitenanzeige? Die Antwort kann dann, je nach dem auf welcher Seite man die Genugtuung haben möchte mit "Weil ihr/wir dafür zu blöde sind" ausfallen.

Das wäre mein Tipp zum Thema :)

Wenn das in der Bedienungsanleitung ordentlich erklärt wird fallen viele Anfragen doch schon mal weg.
Das ist zwar optimistisch aber auch sehr naiv. Die die lesen, fragen nicht. Die die fragen, lesen nicht.

Auch könntet ihr am Telefon darauf verweisen den Absatz mal nachzulesen wenn der Anleitung bisher keine Beachtung geschenkt wurde.
Das nennt man RTFM und liegt irgendwo zwischen Affront, Beleidigung und Verarschung. Keine gute Idee.
 
MichaelRo

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Wenn das in der Bedienungsanleitung ordentlich erklärt wird fallen viele Anfragen doch schon mal weg.
Das setzt voraus, daß der Anwender diese auch liest.
Ich schätze die meisten Fragenden - bei welcher Hotline auch immer - tun das eher nicht.
 
Electric

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@erbse , ist völlig richtig. Ich sehe das bei meinem Mercedes. Mit der App kann man zuhause genau nachschauen, wie viel Restmenge tatsächlich im Tank ist. Das Auto misst genau und man kann es bei Bedarf einsehen. Im Cockpit dagegen zeigt das Auto nur das „Tankstelle“ Symbol an, wenn die letzten 5-6 Liter angebraucht werden.

Trotzdem finde ich es richtig, wenn das Thema Reichweitenanzeige bei Brosemotor an Fischer-Fahrrädern hier proaktiv kommuniziert wird. Denn so hat zumindest derjenige, der sich im Internet einliest, die Chance zu verstehen, dass da nicht getrickst wird, sondern man ganz im Gegenteil versucht, realistisch zu sein. Die anderen erreicht man sowieso nicht....
 
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teddy38

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Das es Menschen einfach nicht raffen wollen ist echt lustig. Man steige einfach in sein Auto. Auto vollgetankt. Fahre 20km sehr zügig. Verbrauch 10,5 Liter und hat eine Restweite von nur 350km ( Beispiel ) Zurück wird sehr sparsam gefahren. Verbrauch 5,5 Liter Restreichweite 700km. Sry, das ist doch nicht schwer zu verstehen.
 
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Wenn das in der Bedienungsanleitung ordentlich erklärt wird fallen viele Anfragen doch schon mal weg. [...]
Stimmt. Wenn nur jeder die Betriebsanleitung auch lesen würde...

[...]
Mein Nachrüstmotor hat so eine Anzeige z.B. gar nicht und sie fehlt mir auch nicht. Wenn ich sehe wie schnell die Balken fallen weiß ich doch wie weit ich noch ungefähr komme.
Korrekt. Aber dann hast du dich in dieses Thema schon weitaus tiefer eingelesen, als der "0815-Nutzer". Die "Omi von Nebenan" möchte einfach nur fahren. Sich mit dem E-System zu befassen liegt nicht in ihrem Interesse. Harte, aber bittere Realität - kommt öfter vor als man denkt.
 
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Das es Menschen einfach nicht raffen wollen ist echt lustig. Man steige einfach in sein Auto. Auto vollgetankt. Fahre 20km sehr zügig. Verbrauch 10,5 Liter und hat eine Restweite von nur 350km ( Beispiel ) Zurück wird sehr sparsam gefahren. Verbrauch 5,5 Liter Restreichweite 700km. Sry, das ist doch nicht schwer zu verstehen.
Doch - für manche schon. Und wenn dann noch ein fluktuierender Faktor wie die Trittkraft hin zu kommt, ist alles verloren.
 
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Tom12

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Das es Menschen einfach nicht raffen wollen ist echt lustig. Man steige einfach in sein Auto. Auto vollgetankt. Fahre 20km sehr zügig. Verbrauch 10,5 Liter und hat eine Restweite von nur 350km ( Beispiel ) Zurück wird sehr sparsam gefahren. Verbrauch 5,5 Liter Restreichweite 700km. Sry, das ist doch nicht schwer zu verstehen.
was zeigt deiner den nach volltanken dann so ? 500km ? weil er ja net weis wie du fährst. meiner zeit direkt danach 100% meiner Reichweite
Stimmt. Wenn nur jeder die Betriebsanleitung auch lesen würde...

Korrekt. Aber dann hast du dich in dieses Thema schon weitaus tiefer eingelesen, als der "0815-Nutzer". Die "Omi von Nebenan" möchte einfach nur fahren. Sich mit dem E-System zu befassen liegt nicht in ihrem Interesse. Harte, aber bittere Realität - kommt öfter vor als man denkt.
klar die Omi liest es vielleicht nicht und guckt wenn sowieso nur auf die Akkuanzeige um die paar meter wieder heimzukommen
aber das interessierte, und die gibts ja anscheinend, nicht lesen können / wollen, is a bisle lächerlich.
 
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[...]
klar die Omi liest es vielleicht nicht und guckt wenn sowieso nur auf die Akkuanzeige um die paar meter wieder heimzukommen
aber das interessierte, und die gibts ja anscheinend, nicht lesen können / wollen, is a bisle lächerlich.
Nicht immer von sich auf andere schließen. Es gibt immer "solche und solche".
 
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tabor03

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Ich würde vorschlagen, jedem Rad beim Verkauf ein Blatt beizulegen, wo das erklärt wird. Das Handbuch ist da etwas ( vernehm formuliert) unübersichtlich
 
AndreasG

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Das Problem ist so alt wie die Pedelec-Geschichte.

Gejammert wird durch die Bank bei allen Herstellern. Ich sage bewusst gejammert, weil sich Viele nicht mit dem Algorithmus auseinandersetzen und erwarten, das die Reichweite ermittelt wird, obwohl das Pedelec nicht wissen kann, wo es hingeht.

Unsere Bosch haben nach dem letzen Update eine noch vorsichtiger Prognose. Wenn man dann 20 - 40 km fährt relativiert sich das.

50 Prozent der Nutzer lesen auch Hinweise dazu nicht in der Betriebsanleitung nach.

Das ist meine persönliche Meinung.
 
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HotFireFox

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Ich würde vorschlagen, jedem Rad beim Verkauf ein Blatt beizulegen, wo das erklärt wird. Das Handbuch ist da etwas ( vernehm formuliert) unübersichtlich
Anstatt eines Blattes, ein dicker, fetter Sticker auf Display und Akku.
 
gentlerider

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BAFANG MaxDrive 48V
Mir rätselhaft warum man sich überhaupt mit der Reichweitenprognose so beschäftigt.
Da werden eigentlich nicht erfüllbare Erwartungen geweckt.
Es sind ja sowieso eine ganze Reihe individueller Vorgaben, welche die beeinflussen.
Mehr Gewissheit geben wenn überhaupt bereits absolvierte Strecken, mit dem Navi vorausberechnet etwa mit genauen Höhenprofilangaben, Erfahrungswerte die man mit den verbrauchten Wh wenigstens annähernd ins Verhältnis setzen kann.
Hilfreich in diesem Zusammenhang wenn durch SmartBMS verfügbare Wh Angaben auf Benutzerebene abrufbar sind.
Hier bin ich wohl wegen absehbarer Interessenkonflikte allerdings skeptisch, weil Bosch beispielsweise die anfangs kundenfreundlich praktizierte Offenheit in diesem Punkt inzwischen wieder revidiert hat, um den Nutzern etwa zu klare Einblicke oder Rückschlüsse auf die Entwicklung der Akkuperformance zu erschweren ?
Als Entwickler würde ich diese unselige pauschale Reichweitenprognoseautomatik jedenfalls aus dem Display entfernen.
 
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