Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer

Diskutiere Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer im Plauderecke Forum im Bereich Community; Ich war gestern an einem Fahrtraining "Fahren mit E-Bikes" und möchte hier (kurz) darüber berichten da ich solche Kurse für recht sinnvoll halte...
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Allkurradler

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Ich war gestern an einem Fahrtraining "Fahren mit E-Bikes" und möchte hier (kurz) darüber berichten da ich solche Kurse für recht sinnvoll halte.

Das ganze wird in der Schweiz an verschiedenen Standorten vom TCS organisiert (es gibt vermutlich aber auch andere Anbieter solcher Kurse).
Ich war in Lenzburg da es für mich sehr gut mit dem Elektroadler zu erreichen war.

Man muss kein eigenes Pedelec haben um an diesem Kurs teilzunehmen, je nach Kursort stellt Flyer, Stöckli, Veo Bikes... ein paar Testräder zur Verfügung.

In Lenzburg waren das diverse Flyer und ein Stöckli eTerra Comp in wunderschönem Blau :love:
Eines der Flyer war ein S-Pedelec, den genauen Typ kenne ich jetzt nicht, so der Tiefeinstieg-Klassiker eben.

Geleitet wurde der Kurs von zwei TCS-Mitarbeitern, beides Fahrlehrer und einer davon ehemaliger Velorennfahrer.
Für den Rechtlichen Teil kam ein Polizist aus der Ortschaft dazu der auch sehr offen mit Fragen zum Thema S-Pedelec und Mofa-Fahrverbot umging.
Eine kurze Vorstellung der Testräder wurde von einem Lokalen Fahrradhändler durchgeführt.
Ich, und soweit ich das beurteilen kann auch die anderen Teilnehmer, haben dieses breit gefächerte Wissen sehr geschätzt.

Angefangen hat der Kurs mit einem Theorieteil zum Thema Verkehrsrecht.
Es wurden die Unterschiede vom Pedelec zum S-Pedelec aufgezeigt und auch kurz die Situation in unseren Nachbarländern angesprochen. Gerade wer ein S-Pedelec ausserhalb der Schweiz fahren möchte, müsse sich im jeweiligen Land gut informieren. Die Gesetze seien vielerorts noch nicht wirklich klar und könnten auch noch ändern.
Danach wurden einige Situationen gezeigt, in welchen man als Pedelecfahrer besonders aufpassen muss. Kreisverkehr, einspuren und abbiegen, wo stelle ich mich am Rotlicht vor einer Kolonne hin, parkierte Autos an Radstreifen....
Auch der Transport der E-Bikes auf einem Fahrradträger wurde angesprochen, je nach Anhängerkuplung seien 50kg Gewicht zugelassen. Zwei Pedelec und der benötigte Träger seien da eigentlich schon zu viel Gewicht. Drei und mehr könnten bei einer Kontrolle schon mal beanstandet werden.
Auch ein Hinweis den Versicherungswert zu überprüfen, war für einige sehr hilfreich.
Ein Diebstahl von zwei Pedelecs von einem Fahrradträger sei ein Versicherungsfall und somit könne es gut sein, dass die maximale Deckung den Wert def beiden Räder nicht deckt.
Auch für Fragen von uns Kursteilnehmern war genügend Zeit vorhanden.

Nach der Theorie konnten wir auf dem Verkehrsübungsplatz ein paar Übungen absolvieren.
Vorher gab es aber noch eine kurze Vorstellung der Testräder durch den lokalen Händler.
Da keines mit Hinterrad-Nabenmotor dabei war, fragte er mich ob ich meines dazustellen würde.
Er zeigte uns kurz die Antriebarten, die Schaltungen und die Bedienung im Allgemeinen.
Der Hinterradmotor sei vorallen für schnelle E-Bikes sehr geeignet, einige davon neigen zum überhitzen wenn man damit längere Steigungen hochfährt, der hier gezeigte aber nicht mehr.
Da ich hier schon länger diverse Themen zu unterschiedlichen Motorekonzepten verfolge, war dieser Kursteil für mich nicht soo spannend. Wie heute leider überall verbreitet, Mittelmotor für alle Anwendungen empfohlen :sleep:

Für die Anwesenden Kursteilnehmer (ausser mir) war aber ein S-Pedelec auch kein Thema.
Ich habe den Altersdurchschnitt massiv nach unten gedrückt ;)

Wer sein eigenes Bike dabeihatte, konnte damit fahren.
Ich drehte zuerst eine Runde mit dem oben genannten Stöckli, danach mit einem etwas sportlicheren Flyer TS mit Bosch Motor.
Folgendes konnte auf dem Parcour geübt werden und wurde von den zwei Instruktoren überwacht und bei Bedarf auch korrigiert:
- Anhalten und den Hintern vom Sattel nehmen bevor man umfällt.
- Anfahren im allgemeinen und am Berg (mit vorgängigem Blick nach hinten)
- Langsames Fahren in einem schmalen Streifen
- Slalom um orange Hütchen einmal langsam und etwas schneller
- Einspuren und Abbiegen mit richtiger Blicktechnik und Zeichengebung
- Befahren und Verlassen des Kreisverkehrs
- Vollbremsung, einmal nur mit der hinteren Bremse, danach mit der vorderen, und am Schluss mit beiden Bremsen. So konnte jeder sehen weshalb nur hinten bremsen nicht reicht.

Nach einer kurzen Pause mit Zwischenverpflegung machten wir noch eine kurze Ausfahrt in zwei Gruppen.
Ein kurzes Gefälle mit anschliesendem Anstieg war vor allem für die Wiedereinsteiger eine gute Möglichkeit die verschiedenen Unterstützungsstufen zu testen und am Berg anzufahren.

Am Ende durften wir noch ein Diplom entgegennehmen.
Einen Bewertungsbogen um den Kurs zu beurteilen durfte natürlich nicht fehlen.
Und vom Anwesenden Bike-Händler gab es für jeden eine Trinkflasche und einen Gutschein für eine Tagesmiete (S)-Pedelec (ein Werbegeschenk, aber ein sinnvolles) (y)

Fazit:
Für Wiedereinsteiger welche mit einem Pedelec das Radfahren neu entdecken möchten, finde ich den besuchten Kurs sehr sinnvoll.
Natürlich hat der anwesende Radhändler auch ein paar Tipps für Überlegungen vor einem Kauf gegeben, und klar hat er den Kauf beim Fachhändler empfohlen. Aber er hat jetzt nicht über Eigenbauten oder Baumarkträder gelästert, was ich bei solchen Veranstaltungen unnötig halte.
Man kann also durchaus so einen Kurs besuchen bevor man ein eigenes Pedelec erwirbt, sich hier im Forum zu informieren ist aber vielseitiger (y)
Der Geschicklichkeitsparcour war auch für mich sehr lehrreich, vor allem die Bremsübungen zeigten mir das ich da noch etwas Verbesserungspotential habe. Ich habe aber von allen auch am stärksten Beschleunigt vor der Vollbremsung :D.
Auf der gemeinsame Ausfahrt konnten wir einige Verkehrssituationen noch richtig erleben, was für mich nichts neues war. Da die Geschwindigkeit eher tief gehalten wurde, was bei der Mischung an Fahrkönnen auch richtig ist, habe ich mich ganz hinten eingereiht und bin alles in Reku gefahren.
Es war gestern mit ca. 20°C eher kühl und so konnte ich eine angenehme Körpertemperatur erhalten und musste keine Jacke anziehen ;)
Am Ende hatten alle ein E-Bike Lächeln im Gesicht (y)

Für mich wäre wohl eher in Kurs für schnelle E-Bikes die richtige Wahl gewesen, der wird in Kanton Bern angeboten. Das habe ich aber erst gerade auf der TCS Website gesehen. Dort muss man auch mit dem eigenen Bike kommen.
Trotzdem hat es mir Spass gemacht, auch die An- und Rückfahrt der schönen Aare entlang war ein Erlebniss.

Und falls hier jemand aus der Region Lenzburg ist, der sich mal für einen Tag ein Pedelec mieten möchte, ich darf den Gutschein auch verschenken. Einfach per PN melden.
Der Händler machte auf mich einen sehr kompetenten Eindruck, aber für mich ist er etwas weit weg und ich bin mit meinem im Ort ganz zufrieden (y)

Nachtrag. Zum Theorieteil noch den Fahrradtransport ergänzt. Habe ich fast vergessen da ich lieber im Sattel sitze als mein Rad spazieren fahren ;)
Und Versicherungen wurden auch kurz angesprochen, siehe oben.
 
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  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #2
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DL1EKC

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Hallo,

vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich wußte noch gar nicht, daß es solche Trainingsmöglichkeiten gibt. Für Wiedereinsteiger ins Radfahren, die dann gleich das Pedelec wählen, sicher eine gute Sache.

Allzeit gute Fahrt ...

Marcus
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #3
MaryOne

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Der ADFC bietet ähnliche Kurse auch für Nichtmitglieder an unterschiedlichen Standorten regelmäßig an. Die Gebühren sind dann halt nur unterschiedlich. Obwohl ich mich für einen erfahrenen und rücksichtsvollen Radfahrer halte, hab ich auch schon überlegt, mal sowas zu machen. Da das Radeln jetzt leichter ist, unterschätze ich sehr oft, wie schnell ich doch bin. Da könnte ich noch an mir und meinem Fahrverhalten insgesamt arbeiten.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #4
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Kugel

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Das war sicher ein sehr interessanter und für Neueinsteiger sinnvoller Kurs.

Zur Stützlast kann man allerdings sagen, dass heute eher 75kg die Regel sind als 50kg, bei vielen Fahrzeugen sogar noch mehr. Also so schnell kommt man nicht an die Grenzen.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #6
Allkurradler

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Zur Stützlast kann man allerdings sagen, dass heute eher 75kg die Regel sind als 50kg, bei vielen Fahrzeugen sogar noch mehr. Also so schnell kommt man nicht an die Grenzen.
Danke für diesen Hinweis (y)
Ich kann meinen Beitrag oben leider nicht mehr ergänzen, aber wenn ich das etwas ausführlicher geschrieben hätte, würde da noch stehen max. 50kg oder was im Fahrzeugausweis eingetragen ist.
Kann in meinen nicht nachsehen, denn ich habe keine Anhängerkupplung.
Ich habe natürlich nicht alles Wort für Wort hier wiedergegeben, ist so schon lang genug ;)
Falls jemand noch weitere Informationen wünscht, gebe ich die gerne weiter so gut ich kann.
Schade konnte ich den Beitrag nicht noch mit ein paar schönen Fotos bereichern.
Aber wenn ich einen Kurs besuche, dann konzentriere ich mich aufs zuhören und habe keine Zeit für Fotos :unsure:
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #7
linzlover

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Bei meinem Auto, Kombi der unteren Mittelklasse, sind 60kg Stützlast zulässig. Der sackschwere Träger wiegt schon fast 20, das Bike ohne Akku gute 25 - sind schon 45. Da darf das zweite Rad nur noch ein leichteres Bio-Exemplar sein.

Hab auch an meinem Träger festgestellt, dass die Klemmung auf der Kupplung nicht ausreicht, Einstellmöglichkeiten gibts keine. Ich spanne daher gerade bei voller Beladung noch mit 2 Spanngurten gegen die Reling ab.

Find die Idee eines solchen Kurses sehr gut. Bei und wird sowas m.W. nicht angeboten - und für nicht existente S schon gar nicht.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #9
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genussradler-17

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Kurzum: Ich finde Fahrtraining super. Zumindest ab 60. Vermutlich auch schon ab 50
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #10
Allgäu-Biker

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Da ich seit etwa 30 Jahren mit einem Treckingrad im Jahr etwa 1500km unterwegs war, ist mir der umstieg aufs E-Bike nicht schwer gefallen. Wer allerdings schon Jahrelang nicht mehr auf einem Fahrrad war, dem würde ich ein Fahrtraining dringend empfehlen!
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #11
Trekker

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Ich (57) bin die letzten 7 Jahre irgendetwas zwischen 5.000,00 und 10.000,00 km pro Jahr u.a. mit Carbonrenn- oder CX-Rädern gefahren. Das erste E-Bike, dass ich mir im März zugelegt habe, wog ca. 28kg. Trotz reichlich Raderfahrung empfand ich die Anfänge mit dem E-Bike wegen der Gewichtsunterschiede (ca. 7,4 kg bzw. 9,2 kg zu 28 kg) im wahrsten Sinne des Wortes als nicht unbedingt leicht. Das E-Bike reagierte in bestimmten Fahrsituationen völlig anders als ich es von meinem Renn- oder CX-Rad gewohnt war. Ein Fahrtraining wäre - ex post gesehen und wenn auch nur für ein paar Stunden - gar nicht die schlechteste Idee gewesen.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #12
P

Pedelecer13

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Ich war gestern an einem Fahrtraining "Fahren mit E-Bikes" und möchte hier (kurz) darüber berichten da ich solche Kurse für recht sinnvoll halte.

Das ganze wird in der Schweiz an verschiedenen Standorten vom TCS organisiert (es gibt vermutlich aber auch andere Anbieter solcher Kurse).
Ich war in Lenzburg da es für mich sehr gut mit dem Elektroadler zu erreichen war.

Man muss kein eigenes Pedelec haben um an diesem Kurs teilzunehmen, je nach Kursort stellt Flyer, Stöckli, Veo Bikes... ein paar Testräder zur Verfügung.

In Lenzburg waren das diverse Flyer und ein Stöckli eTerra Comp in wunderschönem Blau :love:
Eines der Flyer war ein S-Pedelec, den genauen Typ kenne ich jetzt nicht, so der Tiefeinstieg-Klassiker eben.

Geleitet wurde der Kurs von zwei TCS-Mitarbeitern, beides Fahrlehrer und einer davon ehemaliger Velorennfahrer.
Für den Rechtlichen Teil kam ein Polizist aus der Ortschaft dazu der auch sehr offen mit Fragen zum Thema S-Pedelec und Mofa-Fahrverbot umging.
Eine kurze Vorstellung der Testräder wurde von einem Lokalen Fahrradhändler durchgeführt.
Ich, und soweit ich das beurteilen kann auch die anderen Teilnehmer, haben dieses breit gefächerte Wissen sehr geschätzt.

Angefangen hat der Kurs mit einem Theorieteil zum Thema Verkehrsrecht.
Es wurden die Unterschiede vom Pedelec zum S-Pedelec aufgezeigt und auch kurz die Situation in unseren Nachbarländern angesprochen. Gerade wer ein S-Pedelec ausserhalb der Schweiz fahren möchte, müsse sich im jeweiligen Land gut informieren. Die Gesetze seien vielerorts noch nicht wirklich klar und könnten auch noch ändern.
Danach wurden einige Situationen gezeigt, in welchen man als Pedelecfahrer besonders aufpassen muss. Kreisverkehr, einspuren und abbiegen, wo stelle ich mich am Rotlicht vor einer Kolonne hin, parkierte Autos an Radstreifen....
Auch der Transport der E-Bikes auf einem Fahrradträger wurde angesprochen, je nach Anhängerkuplung seien 50kg Gewicht zugelassen. Zwei Pedelec und der benötigte Träger seien da eigentlich schon zu viel Gewicht. Drei und mehr könnten bei einer Kontrolle schon mal beanstandet werden.
Auch ein Hinweis den Versicherungswert zu überprüfen, war für einige sehr hilfreich.
Ein Diebstahl von zwei Pedelecs von einem Fahrradträger sei ein Versicherungsfall und somit könne es gut sein, dass die maximale Deckung den Wert def beiden Räder nicht deckt.
Auch für Fragen von uns Kursteilnehmern war genügend Zeit vorhanden.

Nach der Theorie konnten wir auf dem Verkehrsübungsplatz ein paar Übungen absolvieren.
Vorher gab es aber noch eine kurze Vorstellung der Testräder durch den lokalen Händler.
Da keines mit Hinterrad-Nabenmotor dabei war, fragte er mich ob ich meines dazustellen würde.
Er zeigte uns kurz die Antriebarten, die Schaltungen und die Bedienung im Allgemeinen.
Der Hinterradmotor sei vorallen für schnelle E-Bikes sehr geeignet, einige davon neigen zum überhitzen wenn man damit längere Steigungen hochfährt, der hier gezeigte aber nicht mehr.
Da ich hier schon länger diverse Themen zu unterschiedlichen Motorekonzepten verfolge, war dieser Kursteil für mich nicht soo spannend. Wie heute leider überall verbreitet, Mittelmotor für alle Anwendungen empfohlen :sleep:

Für die Anwesenden Kursteilnehmer (ausser mir) war aber ein S-Pedelec auch kein Thema.
Ich habe den Altersdurchschnitt massiv nach unten gedrückt ;)

Wer sein eigenes Bike dabeihatte, konnte damit fahren.
Ich drehte zuerst eine Runde mit dem oben genannten Stöckli, danach mit einem etwas sportlicheren Flyer TS mit Bosch Motor.
Folgendes konnte auf dem Parcour geübt werden und wurde von den zwei Instruktoren überwacht und bei Bedarf auch korrigiert:
- Anhalten und den Hintern vom Sattel nehmen bevor man umfällt.
- Anfahren im allgemeinen und am Berg (mit vorgängigem Blick nach hinten)
- Langsames Fahren in einem schmalen Streifen
- Slalom um orange Hütchen einmal langsam und etwas schneller
- Einspuren und Abbiegen mit richtiger Blicktechnik und Zeichengebung
- Befahren und Verlassen des Kreisverkehrs
- Vollbremsung, einmal nur mit der hinteren Bremse, danach mit der vorderen, und am Schluss mit beiden Bremsen. So konnte jeder sehen weshalb nur hinten bremsen nicht reicht.

Nach einer kurzen Pause mit Zwischenverpflegung machten wir noch eine kurze Ausfahrt in zwei Gruppen.
Ein kurzes Gefälle mit anschliesendem Anstieg war vor allem für die Wiedereinsteiger eine gute Möglichkeit die verschiedenen Unterstützungsstufen zu testen und am Berg anzufahren.

Am Ende durften wir noch ein Diplom entgegennehmen.
Einen Bewertungsbogen um den Kurs zu beurteilen durfte natürlich nicht fehlen.
Und vom Anwesenden Bike-Händler gab es für jeden eine Trinkflasche und einen Gutschein für eine Tagesmiete (S)-Pedelec (ein Werbegeschenk, aber ein sinnvolles) (y)

Fazit:
Für Wiedereinsteiger welche mit einem Pedelec das Radfahren neu entdecken möchten, finde ich den besuchten Kurs sehr sinnvoll.
Natürlich hat der anwesende Radhändler auch ein paar Tipps für Überlegungen vor einem Kauf gegeben, und klar hat er den Kauf beim Fachhändler empfohlen. Aber er hat jetzt nicht über Eigenbauten oder Baumarkträder gelästert, was ich bei solchen Veranstaltungen unnötig halte.
Man kann also durchaus so einen Kurs besuchen bevor man ein eigenes Pedelec erwirbt, sich hier im Forum zu informieren ist aber vielseitiger (y)
Der Geschicklichkeitsparcour war auch für mich sehr lehrreich, vor allem die Bremsübungen zeigten mir das ich da noch etwas Verbesserungspotential habe. Ich habe aber von allen auch am stärksten Beschleunigt vor der Vollbremsung :D.
Auf der gemeinsame Ausfahrt konnten wir einige Verkehrssituationen noch richtig erleben, was für mich nichts neues war. Da die Geschwindigkeit eher tief gehalten wurde, was bei der Mischung an Fahrkönnen auch richtig ist, habe ich mich ganz hinten eingereiht und bin alles in Reku gefahren.
Es war gestern mit ca. 20°C eher kühl und so konnte ich eine angenehme Körpertemperatur erhalten und musste keine Jacke anziehen ;)
Am Ende hatten alle ein E-Bike Lächeln im Gesicht (y)

Für mich wäre wohl eher in Kurs für schnelle E-Bikes die richtige Wahl gewesen, der wird in Kanton Bern angeboten. Das habe ich aber erst gerade auf der TCS Website gesehen. Dort muss man auch mit dem eigenen Bike kommen.
Trotzdem hat es mir Spass gemacht, auch die An- und Rückfahrt der schönen Aare entlang war ein Erlebniss.

Und falls hier jemand aus der Region Lenzburg ist, der sich mal für einen Tag ein Pedelec mieten möchte, ich darf den Gutschein auch verschenken. Einfach per PN melden.
Der Händler machte auf mich einen sehr kompetenten Eindruck, aber für mich ist er etwas weit weg und ich bin mit meinem im Ort ganz zufrieden (y)

Nachtrag. Zum Theorieteil noch den Fahrradtransport ergänzt. Habe ich fast vergessen da ich lieber im Sattel sitze als mein Rad spazieren fahren ;)
Und Versicherungen wurden auch kurz angesprochen, siehe oben.
Toll dass es so etwas gibt! Mit den E-Bikes ist es mittlerweile fast wie mit Rollern etc. - eine kleine "Schulung" trägt hier absolut zur eigenen Sicherheit und derer anderer bei!

Klasse!
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #13
M

Mike_Stei

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Kurzum: Ich finde Fahrtraining super. Zumindest ab 60. Vermutlich auch schon ab 50
Fahrtrainings sind immer super. Da würde ich die Alterseinschränkung glattweg ablehnen.
Mit dem Auto waren alle stolz, mal ein paar Runden auf dem Nürburgring geschult zu werden. Bei Fahrrädern / Pedelecs wird es aber so hingestellt, dass nur die "schlechten Fahrer" vom Training profitieren.
Ich gebe jedes Jahr ein paar hundert Euro für MTB Trainings aus und habe jedes mal das Gefühl, wieder etwas besser geworden zu sein. Ja selbst mit dem Trekkingbike machen Bremsübungen, engste Kurven und andere Geschicklichkeitsübungen riesig Spaß.
Nebenbei: Viele, die sich der Gruppe als gute und erfahrene Biker vorstellen haben hinterher eine ganz andere Meinung:D:mad::cry:
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #14
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lui

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Kurzum: Ich finde Fahrtraining super. Zumindest ab 60. Vermutlich auch schon ab 50
Noch besser in sehr früher Jugend, gab es in Österreich in den 50er/60er Jahren, auf einem meiner Räder ist noch das Pickerl "guter Radfahrer" drauf :cool:
Später bei Dusika in der Rennschule und dann bei Vereinen das "finetuning" inkl. fahren auf nassem Laub, Sturzverhalten usw. Wenn ich mir unterwegs so anschau, wie die meisten auf falsch eingestellten Positionen, mit falscher Fußhaltung auf/in den Pedalen unterwegs sind oder beim überfahren von Schienen scheitern - ja, solche Kurse sollte es flächig und für jede Altersgruppe geben.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #15
QIOFan

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Noch besser in sehr früher Jugend, gab es in Österreich in den 50er/60er Jahren, auf einem meiner Räder ist noch das Pickerl "guter Radfahrer"
Kenne das von der Polizei Wien veranstaltete Training im "Verkehrserziehungsgarten" im Wiener Prater (d.i. der ständige riesige Rummelplatz mit dem Riesenrad, einem Wahrzeichen Wiens, plus ausgedehnte Erholungsanlage = für unsere vielen deutschen Kollegen!). Wer bestand, bekam diesen Aufkleber ans Rad "dem guten Fahrer- Polizei Wien" und einen "Führerschein".
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #16
Geierlamm

Geierlamm

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Noch besser in sehr früher Jugend, gab es in Österreich in den 50er/60er Jahren, auf einem meiner Räder ist noch das Pickerl "guter Radfahrer" drauf :cool:
Später bei Dusika in der Rennschule und dann bei Vereinen das "finetuning" inkl. fahren auf nassem Laub, Sturzverhalten usw. Wenn ich mir unterwegs so anschau, wie die meisten auf falsch eingestellten Positionen, mit falscher Fußhaltung auf/in den Pedalen unterwegs sind oder beim überfahren von Schienen scheitern - ja, solche Kurse sollte es flächig und für jede Altersgruppe geben.
Sehr viele Unfälle in meiner Altersklasse, glaub ich auch deine, sind tatsächlich verursacht durch mangelnde Radbeherrschung.
Da kommt einiges zusammen:
Lange Jahre nicht mehr Rad gefahren, Kräfte haben altersgemäß nachgelassen, oft nie richtig Radfahren gelernt, vom Händler oder auf eigenen Wunsch ein 30 kg Rad mit sehr starkem Motor ( " damit kommen sie jeden Berg hoch") -ob aber auch wieder runter ist manchmal zweifelhaft- , sich aufschwatzen lassen. Natürlich mit aufrechter Sitzposition als Tiefeinsteiger, weil ja so bequem.
Unfähig , weil nie geübt, eine Vollbremsung bis zum Stillstand durchzuführen ohne umzufallen.
Unfähig, weil nie geübt, einfach geradeaus zu fahren.
Unfähig, weil nie geübt und/oder kräftemäßig nicht mehr durchführbar , aus dem Sattel zu gehen und in langsamer Fahrt zu balancieren.
Finetuning wer red' von sowas?
Die basics fehlen oft und während dies einen unmotorisierten Ungeübten und kräftemäßig zurückgebundenen älteren Menschen eher entweder ganz aufgeben oder sehr vorsichtig auch manchmal schiebend unterwegs sein lässt, täuschen die starken Motoren vor , man habe alles im Griff.

Gruss

Geierlamm
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #17
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Unseren Sommerurlaub werden wir in Österreich verbringen. Das Sporthotel bietet im MTB- und Roadbereich Fahrtechnikkurse an. Deshalb haben wir es uns ausgesucht und ich bin schon sehr gespannt.
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #18
Gernot1610

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Fahrtrainings sind immer zu empfehlen, in jedem Alter, insbesondere auch für Cracks und solcher die sich für Cracks halten. Wenn man hier mitliest fällt einem oft auf was für ein Mist über viele Fahrsituationen und Fahrtechniken verbreitet werden. Oft gewöhnt man sich auch Unsitten am, von denen man gar nicht weiß dass sie falsch sind. Nur als Beispiel aus meiner Vergangenheit und mit mehr 2-Rad-PS: Ich bin in den 90ern in Hockenheim auf dem kleinen Kurs mit der 600er tiefe 1.12er Zeiten gefahren. Zufällig konnte ich bei einem Fahrerlehrgang mitmachen, und dachte ich (Großkotz) weiß schon alles, ... das Ergebnis waren diverse Rüffel vom Instruktor, und nachdem ich eingesehen habe, dass ich viel lernen kann dann 1.11er Zeiten ...
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #19
Geierlamm

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Lernen und üben kann man immer:
Bis heute streue ich Fahrtechnikübungen in meinen Ausfahrten ein, z.B. eine Zeitlang mit 120er TF zu fahren. Berghoch möglichst langsam zu fahren. Stehenbleiben und Wiederanfahren ohne die Füsse vom Pedal zu nehmen( ich fahr ohnehin mit Klickpedalen, da sollte man das können)
Wiegetritt und ordentlich am Horn ziehen.
Kurven gezielt ansteuern und rausbeschleunigen und natürlich der Klassiker: Nach hinten schauen ohne die Spur zu verlassen.
Was ich altersgemäß mir nicht mehr antue sind riskante MTB Abfahrten. Mit 70 verträgt man Stürze nicht mehr so gut. Da schleich ich ganz klassisch mit Hintern hinterm Sattel runter.

Gruss

Geierlamm
 
  • Fahrtraining für Pedelec- und S-Pedelecfahrer Beitrag #20
Trekker

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